Haus der Photographie – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Sat, 13 Sep 2025 09:11:17 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 „Ich liebe Widersprüche“ https://www.tiefgang.net/ich-liebe-widersprueche/ Fri, 12 Sep 2025 22:24:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12260 [...]]]> Was, wenn Kunst und Leben verschmelzen? Die Deichtorhallen zeigen, wie es geht: mit Spoerri, Caland und Co.

Die Deichtorhallen Hamburg laden in den kommenden Herbst- und Wintermonaten zu einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit dem Wechselspiel zwischen Kunst und Leben ein. Mit gleich vier hochkarätigen Ausstellungen aus den Bereichen Malerei, Fotografie und Objektkunst wird das spannungsvolle Verhältnis zwischen diesen beiden Welten ausgelotet und neu beleuchtet.

Daniel Spoerri: „Ich liebe Widersprüche“

Den Auftakt macht die in Harburg ansässige Sammlung Falckenberg mit einer großen Übersichtsschau zum Werk des 2024 verstorbenen Künstlers Daniel Spoerri, der in diesem Jahr 95 geworden wäre. Unter dem Titel „Ich liebe Widersprüche“ stellt die Ausstellung das vielseitige Schaffen Spoerris in den Dialog mit ausgewählten Positionen der Sammlung, darunter Werke von Ray Johnson, Jonathan Meese und Mariella Moser. Die Schau beleuchtet Spoerris typisches Spiel mit Alltagsmaterialien und gefundenen Objekten und sein humorvoll-subversives Hinterfragen von Konventionen. Sie verdeutlicht die ungebrochene Relevanz seines künstlerischen Denkens und seinen großen Einfluss auf nachfolgende Künstler*innengenerationen.

Huguette Caland: „A Life in A Few Lines“ & Walther Collection: „Into the Unseen“

Gleich zwei Ausstellungen in der Halle für aktuelle Kunst widmen sich ab dem 24. Oktober der Kraft der Emanzipation und der Fotografie. Die Retrospektive „A Life in A Few Lines“ zu Huguette Caland ist ihre erste große Solopräsentation in Europa. Das Werk der libanesischen Künstlerin, die 1931 geboren wurde, ist zugleich sinnlich und intellektuell, filigran und plakativ. Die Ausstellung erzählt in zehn Kapiteln von Calands Reise zwischen Kulturen und Kontinenten und ihrem unbedingten Widerstand gegen gesellschaftliche und sexuelle Normen.

Parallel dazu eröffnet die Ausstellung „Into the Unseen“, die letztmalig in Europa Fotografien aus der renommierten Walther Collection zeigt. Die Sammlung geht danach als Schenkung an das Metropolitan Museum of Art in New York. Die Schau lädt dazu ein, über das rein Visuelle hinauszugehen und Bilder sprechen, riechen und fühlen zu lassen. Mit Positionen wie David Goldblatt und Santu Mofokeng erforscht sie Themen wie Spiritualität, Trauma und Transformation.

Philip Montgomery: „American Cycles“

Im PHOXXI, dem temporären Haus der Photographie, zeigt der New Yorker Fotograf Philip Montgomery in seiner ersten großen institutionellen Einzelausstellung weltweit seine ikonischen Portraits und dokumentarischen Arbeiten. Unter dem Titel „American Cycles“ taucht er in die Konflikte und Allianzen der amerikanischen Gesellschaft ein – von Donald Trumps populistischer Wahlkampagne über die Black-Lives-Matter-Bewegung bis hin zu ökologischen Krisen. Seine Fotografien sind eine bildstarke Chronik der Suche nach Gemeinschaft in Zeiten des Umbruchs.

Ausstellungen im Überblick:

DANIEL SPOERRI: ICH LIEBE WIDERSPRÜCHE

Sammlung Falckenberg |Wilstorfer Straße 71, Tor 2 | 21073 Hamburg

27. September 2025 – 26. April 2026

HUGUETTE CALAND: A LIFE IN A FEW LINES

Halle für aktuelle Kunst | Deichtorstr. 1–2 | 20095 Hamburg

24. Oktober 2025 – 26. April 2026

INTO THE UNSEEN: THE WALTHER COLLECTION

Halle für aktuelle Kunst | Deichtorstr. 1–2 | 20095 Hamburg

24. Oktober 2025 – 26. April 2026

PHILIP MONTGOMERY: AMERICAN CYCLES

PHOXXI. Haus der Photographie temporär | Deichtorstr. 1–2 | 20095 Hamburg

28. November 2025 – 10. Mai 2026

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Hamburgs „House of Truth“ gegen Deepfakes https://www.tiefgang.net/hamburgs-house-of-truth-gegen-deepfakes/ Fri, 01 Aug 2025 22:09:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12199 [...]]]> Die Grenze zwischen Fiktion und Realität verschwimmt zusehends. Hamburg will nun gegenhalten. Mit Fotos.

Das Standbild, das Abbild eines Einzelmoments, dieses scheinbar unverrückbare Abbild der Realität, steht in Hamburg bald selbst im Zentrum einer bemerkenswerten Transformation. Die DEICHTORHALLEN HAMBURG und die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS haben nun eine Initiative angekündigt, die sich dem widmet, was sich als die visuelle Ästhetik der Täuschung beschreiben lässt: Sie gründen im HAUS DER PHOTOGRAPHIE das erste Zentrum für Bild- und Medienkompetenz in Deutschland.

Für die Medien wurde das umfassende Projekt nun skizziert. Das Zentrum zielt auf die „innovative Erforschung und niedrigschwellige Förderung von Medienkompetenzen“ ab, die Fotografie und visuelle Informationen mit algorithmischen Ordnungen „zusammendenkt“. Hier geht es nicht nur darum, alte Bilder zu katalogisieren, sondern die komplexe Wechselwirkung zwischen Wirklichkeit und Medium in unserer vernetzten Gesellschaft zu beleuchten. Wo das fotografische Bild einst als unbestechlicher Zeuge galt, agiert es heute in sozialen Medien oft als Mittäter bei gezielter Fehlinformation und Manipulation. Es ist, als hätte sich die Rolle eines Darstellers radikal gewandelt.

Dieses neue Zentrum, dessen Eröffnung für 2028 geplant ist, soll ein Ort des Austauschs und der Debatte werden. Dirk Luckow, Intendant der DEICHTORHALLEN HAMBURG, fasste die Kernfrage prägnant zusammen: „Welche Bedeutung kommt der Fotografie im Zeitalter von KI, Deepfakes und Desinformation zu? Wie wandelt sich das Medium – einst das Leitbild visueller Wahrhaftigkeit – unter den Bedingungen digitaler Transformation?“ Es ist, als würde man die Lichtführung eines Klassikers hinterfragen, nur um festzustellen, dass das Licht selbst manipuliert wurde. Die Kooperation mit der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS sei ein „deutliches Signal für eine zeitgemäße Aufklärung“.

Der Fokus des Zentrums ist weit gefasst: Neben künstlerisch-wissenschaftlicher Recherche und Produktion wird es ein innovatives Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm geben. Geplant sind Workshops, Symposien und Vorträge. Vor allem aber sollen aktivierende Bildungsformate unterschiedlichen Zielgruppen, insbesondere Jugendlichen und älteren Menschen, einen niedrigschwelligen Zugang zu diesen essenziellen Kompetenzen ermöglichen. Es geht darum, das Publikum zu befähigen, Bilder „lesen“ und Fake von Realität unterscheiden zu können – eine Fähigkeit, die in einer „wehrhaften Demokratie“ unverzichtbar sei, wie Prof. Manuel J. Hartung, Vorstandsvorsitzender der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, unterstrich. Man könnte dies als die Charakterentwicklung des aufgeklärten Bürger*in in der digitalen Ära bezeichnen.

Die Kuratorin des HAUSES DER PHOTOGRAPHIE, Nadine Isabelle Henrich, die auch die Leitung des neuen Zentrums übernehmen wird, arbeitet bereits seit Februar 2024 an der Neuausrichtung. Ihre Ausstellungs- und Diskursreihe „Viral Hallucinations“ sowie begleitende Workshops und Symposien haben das Terrain bereitet und ein „wachsendes kritisches Glossar“ erstellt. Diese Initiativen werden nun im neuen Zentrum zusammenlaufen. Es entsteht ein physischer Raum zwischen Kreativlab und Haupteingang, ausgestattet mit Bibliothek und technischer Infrastruktur, der zu Kollaboration und Diskussion einlädt.

Zudem wird die digitale Bildungs- und Rechercheplattform „Photography Expanded“ entstehen. Sie soll als Bildarchiv und Diskursraum fungieren, Inhalte wie Essays, Tutorials, Videos und Lehrmaterialien online einem breiten Publikum zugänglich machen. Ein strategischer Schachzug, der das Analoge mit dem Digitalen verbindet und die Reichweite des Projekts exponentiell erhöht.

Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS leistet dabei eine „substanzielle Förderung“ und bringt ihre Expertise in den Bereichen Nachrichten- und Medienkompetenz ein. Diese Allianz aus kultureller Institution und Stiftung verspricht, ein gewichtiges Gegengewicht zu den Kräften der Desinformation zu schaffen. Die Eröffnung 2028 markiert den Auftakt eines neuen, vielleicht des wichtigsten Kapitels in der Geschichte der visuellen Medienkompetenz. Die Initiative ist ein notwendiges Signal, dass die visuelle Alphabetisierung eine der drängendsten Aufgaben unserer Zeit ist. Hamburg liefert hier nicht nur ein Bildungsprojekt ab, sondern eine essenzielle Antwort auf die komplexen Bildwelten des 21. Jahrhunderts.

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Mehr als eine Sanierung https://www.tiefgang.net/mehr-als-eine-sanierung/ Fri, 11 Jun 2021 22:10:26 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8027 [...]]]> Das „Haus der Photographie“ der Deichtorhallen Hamburg wird für rund 66,5 Millionen Euro grundlegend saniert und modernisiert.

Dabei werden nicht nur die Schäden an dem mehr als 100 Jahre alten Baudenkmal behoben, sondern zugleich wird das Ausstellungshaus auch auf internationalem Niveau modernisiert und in der Nutzung erweitert. So entstehen neue zusätzliche Flächen für die Sammlung F.C. Gundlach und Räume für die kulturelle Bildung. Darüber hinaus soll die südliche Halle der Deichtorhallen mit ihrer Buchhandlung und der Gastronomie noch besser in den Stadtraum geöffnet werden. Realisiert und finanziert wird das anspruchsvolle Projekt im Rahmen des sogenannten Mieter-Vermieter-Modells durch die zur Finanzbehörde gehörende Realisierungsgesellschaft Sprinkenhof. Mit der Umsetzung wurde das für denkmalgeschützte Bauten profilierte Architekturbüro Krekeler Architekten und Generalplaner (Brandenburg, Berlin, Braunschweig) beauftragt, welches das Sanierungskonzept in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt entwickelt hat. Die Arbeiten werden voraussichtlich im Herbst beginnen, Fertigstellung ist für Sommer 2024 zum 35-jährigen Jubiläum der Deichtorhallen geplant.

Mit ihrer Industriearchitektur vom Beginn des 20. Jahrhunderts sind die Deichtorhallen als Ensemble eines der wichtigsten technischen Kulturdenkmale der Stadt Hamburg. Nachdem 2015 die Sanierung der nördlichen Deichtorhalle erfolgreich abgeschlossen werden konnte, wurde die Bausubstanz der Südhalle intensiv untersucht und in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt ein umfassendes Sanierungskonzept erarbeitet. Im Rahmen der Sanierung werden unter anderem Schäden an der Tragwerkskonstruktion behoben und die Fassaden erneuert. Dabei bleibt die charakteristische und durch das Dach geprägte Silhouette des Denkmals erhalten und die filigrane Gliederung der Giebelverglasung aus der Entstehungszeit wird wieder hergestellt. Im Rahmen der Sanierung wird auch die technische Gebäudeausstattung komplett erneuert und an die Anforderungen des „Hauses der Photographie“ als ein international renommiertes Ausstellungshaus auf aktuellem Niveau angepasst. Gleichzeitig öffnet sich das Haus zu allen Seiten und verbindet so die Innenstadt mit der HafenCity und dem Kreativquartier Oberhafen.

Das Foyer am Haupteingang an der Nordfassade wird neugestaltet und durch den Rückbau der momentan eingezogenen Geschossebene wieder in seiner ganzen Höhe erlebbar gemacht. Die imposante zentrale Ausstellungshalle wird in ihrem bisherigen Charakter als große flexibel nutzbare Fläche mit über 1.000 Quadratmeter erhalten bleiben, aber technisch komplett modernisiert.

Die Halle öffnet sich zukünftig auch zur Westfassade mit einem Eingang über den eine neu geschaffene Publikumsfläche im ersten Obergeschoss zu erreichen sein wird. Hier entsteht ein neuer Bereich zur Präsentation der Sammlung F.C. Gundlach, bestehend aus einer Ausstellungsfläche, einem Schaudepot, sowie der Bibliothek F.C. Gundlach.

An der Nordseite wird ein neuer Workshopbereich für kulturelle Bildung entstehen. Dazu wird das bisher ungenutzte frühere Toilettenhäuschen der ehemaligen Markthallen mit seiner besonderen Architektur erstmals grundlegend saniert. Hier entsteht außerdem ein neuer Eingang zu den Büro- und Verwaltungsflächen im ersten Obergeschoss. Die Flächen der Buchhandlung und des Restaurants werden besser aufgeteilt und unterstreichen die Öffnung der Deichtorhallen in den Stadtraum.

Für die Sanierungszeit soll auf dem Deichtorplatz ein „temporäres Haus der Photographie“ errichtet werden, in welchem das Programm mit besonderen Formaten fortgesetzt werden kann und die Büros der Deichtorhallen übergangsweise einziehen können. Zusätzlich finden punktuell fotografische Ausstellungen auch in der Halle für aktuelle Kunst und der Sammlung Falckenberg statt.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Das Ensemble der ehemaligen Großmarkthallen am Deichtor zählt zu den herausragenden Baudenkmälern der Industriearchitektur unserer Stadt. Nach rund 100 Jahren intensiver Nutzung wird jetzt eine grundlegende Sanierung notwendig, die wir nutzen wollen, das Haus der Photographie für den internationalen Ausstellungsbetrieb weiter zu stärken. Zusammen mit der 2015 sanierten Nordhalle bilden die Deichtorhallen so einen herausragenden Kulturort an der Schnittstelle zwischen Innenstadt, HafenCity und Kreativquartier Oberhafen. Nach der rund dreijährigen Sanierungszeit wird das grundlegend modernisierte Haus der Photographie nicht nur beste Ausstellungsbedingungen bieten, sondern sich mit einem ganz neuen Vermittlungsbereich und einer erneuerten Gastronomie auch weiter in die Stadtgesellschaft öffnen.“

Dr. Andreas Dressel, Finanzsenator und Sprinkenhof Aufsichtsratsvorsitzender: „Nach der Sanierung der Nordhalle ist nun auch die Südhalle der Deichtorhallen an der Reihe. Ein ehrgeiziges Vorhaben mit dem Ziel, die historische Bausubstanz denkmalgerecht zu sanieren und gleichzeitig modernste energetische, konservatorische und sicherheitsrelevante Ansprüche zu erfüllen. Die Sprinkenhof GmbH fungiert hier als Realisierungsträger im Rahmen des Mieter-Vermieter-Modells und steuert den Planungs- und Bauprozess. Bereits 23 städtische Kulturimmobilien wurden seit 2018 in ein Mieter-Vermieter-Modell mit der Sprinkenhof GmbH überführt. Dank dieses Modells können sich die Kultureinrichtungen auf das konzentrieren, wofür sie brennen, auf ihre Kernkompetenz: die Kunst. So wird die kulturelle Infrastruktur nicht nur erhalten, sondern gezielt weiterentwickelt und verbessert.“

Prof. Dr. Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen Hamburg: „Das Haus der Photographie ist ein architektonisches Juwel und zählt mit seinen über 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche zu den weltweit eindrucksvollsten Ausstellungsräumen für Fotografie. Die umfassende Sanierung sehen wir als Bestätigung und Ansporn unserer Pläne, die Deichtorhallen auch zukünftig zu einem internationalen Ausstellungszentrum für Fotografie weiterzuentwickeln. Vor allem durch die Öffnung des Hauses, die helleren Räumlichkeiten, den hinzugewonnen Dauerausstellungsbereich der Sammlung F.C. Gundlach, neue Räume für die kulturelle Bildung und nicht zuletzt die konservatorisch-klimatischen Anpassungen an internationale Standards, wird die sanierte Halle für Künstlerinnen und Künstler sowie das Publikum noch attraktiver. Besonders glücklich sind wir darüber, dass der Ausstellungsbetrieb des Hauses der Photographie in einem künstlerisch gestalteten, temporären Haus der Photographie direkt auf dem Deichtorplatz fortgesetzt werden kann.“

Bert Antonius Kaufmann, Kaufmännischer Direktor Deichtorhallen Hamburg: „Es freut uns besonders, dass die Deichtorhalle als bedeutendes Denkmal der Hamburger Industrie-Architektur nicht nur erhalten, sondern auch infrastrukturell deutlich modernisiert wird. Hochmoderne Energie-, Klima- und Licht-Technik werden dafür eingesetzt. Da die Kulturelle Bildung in den Deichtorhallen einen besonderen Stellenwert einnimmt, werden die Raumangebote für diesen Bereich mit großzügigen eigenen Räumen in bisher nicht erschlossenen Gebäudeteilen der früheren Markthalle erheblich ausgebaut. Weitere Flächen wie Atelier, Dunkelkammer, diverse Workshop- und Veranstaltungsräume sowie die Bibliothek F.C. Gundlach stehen zukünftig für die Vermittlungsarbeit zur Verfügung. Der Ausstellungsbesuch soll durch eine vergrößerte Gastronomie und ein neues Shop-Konzept abgerundet werden. Zudem entsteht ein erweiterter Bürobereich mit 340 Quadratmetern auf der ersten Etage, der unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr Raum und ein gutes Arbeitsklima bietet.“

Martin Görge, Geschäftsführer Sprinkenhof GmbH: „Mit der Sanierung der südlichen Deichtorhalle werden wir die erste umfangreiche Grundinstandsetzung innerhalb des Kulturportfolios umsetzen, um damit den Werterhalt der städtischen Kulturimmobilien sicherzustellen und in die Zukunft gerichtet gut aufzustellen. Wir haben hier eine sehr ambitionierte Aufgabe in den nächsten Jahren zu bewältigen, da die denkmalgeschützte Gebäudehülle vollständig erneuert und an den modernen Ausstellungsbetrieb angepasst werden muss. Wir hoffen, mit dem beginnenden Bauverlauf keine wesentlichen Überraschungen zu erleben und auf Basis der guten Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten die Sanierung erfolgreich durchführen zu können.“

Sven Kröck, Krekeler Architekten und Generalplaner: „Elegante Symbiose zwischen moderner Ausstellungsinszenierung und historischem Kontext: Die farblich und in der Materialsprache zurückhaltend akzentuierte wiederhergestellte Hülle der großen Markthalle, wird im Innenraum durch moderne stringente Kuben für die Präsentation der Kunst auf zwei Ebenen ergänzt.“

 

Quelle: www.hamburg.de/bkm

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Die Familie im Foto https://www.tiefgang.net/die-familie-im-foto/ Fri, 26 Feb 2021 23:05:58 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7682 [...]]]> Familienfotos sind ein alter Hut. Die Familie im Foto als künstlerische Perspektive eher nicht. Ab April aber im Haus der Photographie.

Seit der Erfindung der Fotografie ist die Familie steter Gegenstand fotografischer Betrachtung, sowohl in privaten Fotoalben als auch in künstlerischen Serien. Voraussichtlich vom 2. April bis 4. Juli 2021 greifen mehr als 20 internationale fotografische Positionen das Thema »Familie« in der Ausstellung FAMILY AFFAIRS – FAMILIE IN DER AKTUELLEN FOTOGRAFIE im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg auf.

Die von Ingo Taubhorn, Kurator des Hauses der Photographie, zusammengestellte Ausstellung zeigt aktuelle künstlerische Projekte, die sowohl die Diversität fotografischer Herangehensweisen als auch die Verschiedenartigkeit familiärer Modelle, Lebensweisen und komplexen Dynamiken sichtbar machen. Der fotografische Blick durchbricht dabei das Alltägliche und stellt vorherrschende Normen infrage. Überkommene und neue Rollenbilder, intime Momente des Elternseins und des Älterwerdens, Überforderung und Chaos werden ebenso thematisiert wie Liebe, Halt und Verzweiflung an der eigenen Familie.

Die unterschiedlichsten Mutterrollen werden beispielsweise zum Gegenstand in Katharina Bosses, Elinor Caruccis und Vincent Ferranés Arbeiten. Die Serien von Nancy Borowick, Gustavo Germano, Dario Mitidieri, Lee-Ann Olwage und Akihito Yoshida beschäftigen sich mit dem Verlust oder Tod von Familienmitgliedern. Mit Humor und Ironie blicken Jamie Diamond und Trent Parke in ihren Arbeiten auf die Interaktionsdynamik innerhalb der Familie. Die Vielfalt gegenwärtiger Familienkonzepte zeigt sich in den Serien von Eric Gyamfi und Daniel Schumann, aber auch die Reise in die persönliche Vergangenheit rückt in den Fokus: Lebohang Kganye und Linn Schröder erforschen ihre familiären Geschichten auf fotografische Art und Weise.

Die Auswahl der Serien erfolgte nach den Kriterien ihrer fotografischen und thematischen Diversität sowie ihrem Entstehungsdatum ab dem Jahr 2010. Damit entwickeln die beteiligten Künstler*innen das Erbe der vorangehenden Generation der künstlerischen Familienfotografie um Larry Sultan, Nan Goldin und Sally Mann weiter und erörtert den aktuellen Stand des Genres. In den ausgewählten Serien namhafter Fotograf*innen aus der ganzen Welt werden subjektive Erfahrungen und objektive Betrachtungen sichtbar gemacht, die Menschen über Grenzen hinweg teilen. Die Ausstellung FAMILY AFFAIRS ist damit auch als ein transkontinental gedachter fotografischer Diskurs zu verstehen.

Um den Betrachtenden die Möglichkeit zu geben, die jeweiligen Positionen in ihrer Tiefe wahrzunehmen, wurde die Zahl der ausgestellten Künstler*innen begrenzt und jeder Position ein eigener Raum zugeordnet. Ein weiterer Ausstellungsraum widmet sich dezidiert Familiengruppenporträts von verschiedensten Fotograf*innen. In einem separaten Leseraum können zudem die jeweiligen Fotobücher der Künstler*innen und weiterführende Kunstbücher eingesehen werden. Junge Besucher*innen erhalten am Ende des Parcours die Möglichkeit, ihre eigene Ausstellung zusammenzustellen.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Sie ist gefördert mit Mitteln aus dem Ausstellungsfonds der Freien und Hansestadt Hamburg. Darüber hinaus unterstützen der Förderkreis der Deichtorhallen und der Freundeskreis des Hauses der Photographie das Projekt. WhiteWall unterstützt die Ausstellung mit Prints und Rahmungen.

Zu den zu sehenden Künstler*innen gehören: Nora Bibel (Deutschland), Nancy Borowick (USA), Katharina Bosse (Finnland), Elinor Carucci (Israel), John Clang (Singapur), Daniel W. Coburn (USA), Neil DaCosta (USA), Siân Davey (Vereinigtes Königreich), Jamie Diamond (USA), Hassan Fazili (Afghanistan), Vincent Ferrané (Frankreich), Gustavo Germano (Argentinien), Eric Gyamfi (Ghana), Lucia Herrero (Spanien), Lebohang Kganye (Südafrika), Grégoire Korganow (Frankreich), Katharina Mayer (Deutschland), Dario Mitidieri (Italien), Lee-Ann Olwage (Südafrika), Trent Parke (Australien), Linn Schröder (Deutschland), Daniel Schumann (Deutschland) und Akihito Yoshida (Japan)

 

www.deichtorhallen.de

 

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