HinZimmer – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 08 Mar 2024 15:18:10 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Finale nach Mafia-Regeln und ohne Hoffnung https://www.tiefgang.net/finale-nach-mafia-regeln-und-ohne-hoffnung/ Fri, 15 Mar 2024 23:07:47 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10675 [...]]]> Seit dem 1. März finden die 9. SuedLese Literaturtage statt. Nun kommt die finale 4. Woche und erst am Schluss zeigt sich, ob die Hoffnung nicht doch zuletzt stirbt.

Schon der Auftakt am 1. März war mit über 500 besetzten Plätzen in der Empore Buchholz und Gregor Gysi ein gutes Zeichen. Und so zog es literarische SuedLese-Fans von Ort zu Ort, von Buch zu Buch und war wieder ein voller Erfolg. Nun kommen die letzten Lesungen und Kurse und bieten einen gelungenen Abschluss.

Mo., 25. März, 19 Uhr: Snippets aus dem Wettbewerb Stadtschreiber*in Hamburg 2024, Eintritt frei / Spende erbeten!

Kulturforum Buxtehude, Hafenbrücke 1, 21614 Buxtehude

Hamburg zu Gast in Buxtehude – nicht ganz: jährlich lädt Hamburg eine*n Stadtschreiber*in nach Hamburg ein, die die Stadt und ihre Menschen kennen lernen können und dies literarisch verarbeiten.

Aus den 112 Einsendungen aus vier Ländern tragen Moderatorin Katelijne Gillis und Petra Max Ausschnitte aus den teilnehmenden Texten vor. So entsteht eine neue Geschichte, die emotional, komisch, tragisch und absurd gleichzeitig ist. Es ist eine einmalige Chance, zu erfahren, was Wettbewerbsteilnehmer bewegt, über was sie schreiben wollen oder werden und wie sie sich mitteilen.

Unterstützt wird die Lesung durch den renommierten Musiker Jan Schröder aus Hamburg-Harburg. Unterstützt, ja, womit eigentlich. Wir fragen nach: Jan Schröder – der klassische Singer-Songwriter? Nein, sicher nicht. Deutscher Pop? Jein. Vielleicht befindet er sich irgendwo dazwischen und genau von dort aus packt er das pralle Leben in seine Musik: Erlebtes, Geliebtes, Gehasstes – und oftmals mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht.

„Mach ne Arschbombe mitten in die gute Zeit“ (Song „Froh“ a.d. Album FREI)

Eine Arschbombe im Kulturforum ist an sich schon eine runde Geschichte. Wir freuen uns auf diesen exklusiven Abend am Fleet.

 

Die., 26. Mrz. 2024 10-11.00 Uhr Silke Vry & Claudia Lieb (Illustr.) – Der Dinosaurier im Fels

Hinzimmer, Hinzeweg 1, 21075 HH-Heimfeld, Teilnahme kostenfrei

Für Schüler*innen der 3.-4. Klasse, maximal 25 Kinder + 2 Erwachsene, Eintritt frei| Anmeldung unbedingt erforderlich

Ein zwölfjähriges Mädchen steht ganz allein an der rauen Steilküste Südenglands und klopft rhythmisch mit einem Hammer gegen den Felsen, zwei renommierte Wissenschaftler bekriegen sich jahrelang bis auf die Knochen, und ein junger Abenteurer blickt eines Tages in die leeren Augenhöhlen eines Tyrannosaurus rex … Dieses Buch erzählt die spannenden Geschichten der ersten Dinojäger. Zu einer Zeit, als die meisten Menschen noch glaubten, die Erde sei wenige Tausend Jahre alt, als sich kaum jemand vorstellen konnte, dass einmal riesige Urzeitechsen über unseren Planeten geherrscht haben, schlugen diese mutigen Forscherpioniere die ersten Dinosaurierknochen aus dem Fels und bewiesen der Welt das Gegenteil.

Silke Vry studierte Archäologie und reiste lange durch den Orient, bevor sie nach Hamburg zog. Hier kamen ihre Kinder zur Welt – damit war das Ausgraben zwar erst einmal vorbei, dafür begann das Buddeln in der Sandkiste und das Schreiben von Büchern für Kinder. Ihre Kinder sind schon längst nicht mehr klein, und auch die Zahl ihrer Bücher ist gewachsen, in denen es sich oft um rätselhafte Dinge der Vergangenheit dreht.

Claudia Lieb lebt und arbeitet in München. Für das erste von ihr gestaltete Buch im Gerstenberg Verlag, Die wunderbaren Reisen des Marco Polo, wurde die Designerin mehrfach ausgezeichnet. Gemeinsam mit Volker Mehnert hat sie bereits zwei Buchprojekte für den Gerstenberg Verlag verwirklicht: Alexander von Humboldt oder Die Sehnsucht nach der Ferne und Magische Orte. www.claudialieb.de

 

Mi. 27. Mrz., 14-17.30 Uhr: Renate Subei – Heft, Büchlein und eine schöne Schrift, Gebühr: 21,- €

VHS Harburg, Eddelbüttelstraße 47a, 21073 HH-Harburg

Wir stellen ein kleines Büchlein (Leporello) her und machen Schriftübungen nach einer einfachen Vorlage. Dabei verwenden wir Texte wie zum Beispiel japanische Haikus oder andere kurze Gedichte. Gerne können Sie auch eigene kurze Zitate oder Sätze mitbringen. Wir dekorieren das Büchlein mit einfachen Techniken und mit Wasserfarben. Als Schreibflüssigkeiten dienen Aquarellfarbe, verschiedene Tuschen und Tinten. Inspiration können wir von Abbildungen handgeschriebener Bücher und Anfangsbuchstaben, modern und alt, bekommen.

Bitte mitbringen: Wenn möglich eigener Tuschkasten sowie Tischkarten, Pinsel, Lappen, Schere, Klebestift.

Material wird gestellt gegen 4 € Materialkosten, die im Kurs eingesammelt werden.

Kursleitung: Renate Subei

Studium an der HAW (Armgartstraße), Diplom/Illustration, Museumspädagogische Arbeit mit Kindern und Erwachsenen, Kurse in Zeichnen, Aquarell, Kalligraphie, Lehraufträge an der Fachhochschule Bielefeld und Hamburg/FB Gestaltung/Schrift, Fortbildung in Steinbildhauerei.

Kurskosten: 21€.  Zu Ermäßigungen Informationen unter www.vhs-hamburg.de

Anmeldung mit Kursnummer O10190SHH02 unter www.vhs-hamburg.de oder  Tel. 428 41 4284

 

Mi., 27. Mrz., 19 Uhr: Katrin Deponte – Mafia Rules – Fluchtwagen ins Glück, Eintritt frei / Spende erbeten

Stellwerk Hamburg, im Bahnhof HH-Harburg über Fernzuggleis 3, 21079 HH-Harburg

Allisons geregeltes Leben gerät rasend schnell aus der Spur, als sie zufällig mitbekommt, wie ein attraktiver Mann ihr Auto stiehlt. Anstatt in Panik auszubrechen, springt sie kurzerhand hinein. Dass sie mit Luke auch eine unvergleichliche Nacht erlebt, ist für Allison die Krönung des Abenteuers.

Als sie kurz darauf ein neues Lokal für ihr Café suchen muss, stellt sich Luke als der Immobilienmagnat Lucien Irving heraus. Gemeinsam versuchen sie, Allisons Café zu retten, und kommen sich dabei viel näher, als Allison lieb ist. Doch den entscheidenden Schritt, um ihr Café zu bewahren, muss Allison allein tun. Denn obwohl Lucien und sie sich verlieben, verbirgt er etwas vor ihr, was Allison völlig aus der Bahn werfen und ihre Beziehung auf eine harte Probe stellen wird. Kann Allison Lucien wirklich vertrauen?

Mafia Rules – Fluchtwagen ins Glück ist ein actionreicher Liebesroman über Mut, Familienbande und die unverwüstliche Kraft der Liebe.

Katrin Deponte lebt mit Mann, Kindern, Straßenhund und Pferd im schönen Süden von Hamburg.
Bereits als Kind hatte sie eine blühende Fantasie und hat sich viele Geschichten ausgedacht und ihre Familie damit unterhalten. Nach mehreren Stationen im Leben, der Geburt der Kinder und unzähligen gelesenen Büchern später startete sie selbst zu schreiben. Und so entstand ihr erster Roman „Mafia Rules – Fluchtwagen ins Glück“, der im Oktober 2023 veröffentlich wurde. Jetzt live bei der SuedLese!

Do., 28. Mrz., 19 Uhr: Andreas Zours – 318 Arten, das Leben zu genießen, Eintritt frei / Spende erbeten

Freizeithaus Kirchdorf-Süd, Stübenhofer Weg 11, 21109 HH-Kirchdorf
1996: Henry beobachtet Vögel und pflegt eine Liste mit den gesehenen Arten, 307 hat er bereits.
Frauke möchte Henry heiraten, dann aber wäre es vorbei mit seiner Jagd auf Seltenheiten.
Die beiden einigen sich auf eine Hochzeit, sobald Henry 318 Arten auf seiner Liste hat.
Und nun? – Schaut Henry an der nächsten seltenen Vogelart vorbei? Genießt er weiterhin seine Leidenschaft?
Text: Andreas Zours lebt in Wilhelmsburg, pflanzt Rosen am Meer und schaut beim Schreiben gerne aus dem Fenster.

Illustration: Barbara Zours lebt im Norden, zeichnet sich durchs Leben und malt sich ihre Zukunft aus.
Kein Getränkeverkauf – Selbstverpflegung!
 

Fr., 29. Mrz., 19.00 Uhr: DIY Lese-Abend, Eintritt frei/ Spende erwünscht
Sauerkrautfabrik, Kleiner Schippsee 22, 21073 HH-Harburg
https://sauerkrautfabrik.org/

Beim DIY-Leseabend bringet ein euch lieb gewordenes Buch, einen Text oder eine Broschüre, einen selbstgeschriebenen Text oder was auch immer mit und lesen dann den anderen Vor. Gerne kann danach über das Gehörte diskutiert und sich ausgetauscht werden. Wer nicht vorlesen will, muss selbstverständlich auch nicht und kann sich einfach gemütlich in die SKF kuscheln und lauschen.
Dazu gibt es Tee, Kaffee und verschiedene Kaltgetränke und bestimmt die eine oder andere Kleinigkeit zum snäcken. Wir freuen uns auf euch

Sa., 30. Mrz., 19 Uhr: Ulrich Lubda – GOING UNDER, Eintritt frei / Spende erbeten!
Alles wird schön e.V., Friedrich-Nauman-Str. 27, 21075 HH-Heimfeld

Eine literarisch-theatralische Performance, eine Himmel- und Höllenfahrt durch Jahrtausende, Sprachen und Kulturen des Harburger Multimediakünstlers und Theater-Pioniers Ulrich Lubda, Schüler von Augusto Boal und Peter Brook.

Gerade zu Ostern will der Erfinder des Harburger Theatervergnügens, Leiter der Studiobühne und frühere Kampnagel-Sprecher nochmal auf die weltbedeutenden Bretter bei Alles-wird-schön in Heimfeld mit Tok Pissin, Joyce, Toon o’Kelso, Maxwell, Messiaen, John Barleycorn, Voltaire, Ableman, Carrière, Mahabharata, Moorsoldaten, Puschkin, Grabbe, Shakespeare, Sauerbrot. Ite Missa est.

So., 31. Mrz., 17 Uhr: Günter Kutzke – ohne Hoffnung …, Eintritt frei / Spende erbeten!

Deichdiele, Veringstr. 156, HH-Wilhelmsburg, www.deichdiele-wilhelmsburg.de

„Ohne Hoffnung bist Du ein hoffnungsloser Fall. Deshalb Texte zum Mutausbruch“

Was wir brauchen sind Geschichten die nicht ins Scheitern verliebt sind. Erinnerungen an die kleine Liebe, das fruchtbare Gespräch. Die Welt heute ist nicht einfach nur schlimmer als früher.

Zeitenwenden fallen nicht vom Himmel. Wir können nicht so tun als gäbe es nicht wofür wir dankbar sein können. Liebe und Freude, Sehnsucht und Träume brauchen unser Quellwasser der Fantasie und des Zutrauens. Nichts ist einfacher als depressiv zu erstarren und zu verharren.

Vorgestellt werden im Sinne von „dicht, dichter: Gedicht“ Gedichte der Würze in der Kürze liegt. Kutzke wird auch oft als Meister des Zweizeilers tituliert. Überraschende Alltagsweisheiten für Heranwachsende Humanoide werden auf den Punkt gebracht. Bahnbrechende Postromantik bestellt spöttelnden Herzen in den Dornengärten der Gefühle kleine zarte Wahrheiten ohne jegliches Versteckspielen. Diese verwunschene Literaturfahrt gilt es nicht zu verpassen.

„Ich stelle mir vor etwas zu lesen für Euch als HörerInnen mitzubringen. In der zweiten Phase würde ich mich freuen wenn einige bereit wären gemeinsam, spielerisch neue Texte zu entwickeln in kreativerem Teamgeist. Natürlich nur die die mitmachen mögen. Ich freue mich, Günter Kutzke, Wilhelmsburger Heimatdichter.“

 

#SuedLese #Literatur #Hamburg #SuedLese2024

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Heimfelds Ort für Geschichten https://www.tiefgang.net/heimfelds-ort-fuer-geschichten/ Fri, 01 Mar 2024 23:58:35 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10602 [...]]]> Seit dem Januar 2021 gibt es in Hamburg-Heimfeld einen besonderen literarischen „Ort für Geschichten“ – nämlich das HinZimmer am Hinzeweg.

Zimmer-Patronin ist Cornelia von der Heydt, die mit viel Enthusiasmus mit der Hamburger BürgerStiftung Lesungen am Fenster oder im Zimmer insbesondere für die Kleinsten anbietet. Regelmäßig nimmt es natürlich auch an den SuedLese-Literaturtagen statt und stellt gerne lokale Autor*innen vor. Wir haben nun mal nachgefragt …

Tiefgang (TG): Hallo Cornelia, das HinZimmer in Heimfeld ist seit seiner Entstehung fester Bestandteil auch der SuedLese-Literaturtage geworden. Wie kam`s und was trägt das HinZimmer bei?

Cornelia von der Heydt: Das HinZimmer ist ein Ort für Geschichten für große und kleine Menschen. Die BürgerStiftung Hamburg stellt in Heimfeld diesen Raum zur Verfügung, damit Menschen sich begegnen können, Menschen aus der Nachbarschaft, die Geschichten hören oder erzählen wollen, Geschichten aus dem Alltag oder aus dem Leben oder aus der Fantasie. Deshalb haben wir uns bei der Suedlese sofort gut aufgehoben gefühlt.

TG: Ihr veranstaltet auch einen Literaturquiz. Was hat es nun damit auf sich?

Cornelia von der Heydt: Jeder kennt doch das beliebte Spiel Trivial Persuit und den Nervenkitzel, ob man die Fragen, die kommen beantworten kann, oder die tollen Quiz-Shows im Fernsehen. So ein bisschen literarischen Nervenkitzel wollen wir im HinZimmer verbreiten. Wer weiß was? Man spielt alleine oder im Team. Und die Fragen gehen von leicht bis echt schwer. Ich freue mich schon auf die Vorbereitungen und auf viele Quiz-Liebhaber:innen.

TG: Welche Autorinnen und Autoren werdet Ihr präsentieren und warum passen diese Deiner Meinung nach gut zum HinZimmer?

Cornelia von der Heydt: Wir haben eine Gruppe junger Autor:innen, die sich im Young Writers Club wöchentlich eigentlich in Dulsberg treffen. Nun machen sie die Reise nach Harburg, um herauszufinden, was ein HinZimmer ist.

Christian Baudy macht eine zweisprachige Lesung seines gereimten Kinderbuches „Roberts Teddy“. Das passt super zu den noch jungen Gästen im HinZimmer, die wir auch zu unseren Fensterlesungen aus den umliegenden Kitas immer eingeladen haben.

Und Silke Vry ist unsere Promi-Lesung für Grundschulkinder, die in den Ferien zu Hause sind und erfahren wollen, was die Forscher:innen, die die ersten Dinosaurier-Knochen ausgegraben haben, wohl dachten, angesichts dieser gewaltigen Knochen. Silke Vry hat für ihr Sachbuch sogar einen Preis bekommen: „Wissensbuch des Jahres 2023“ 11/2023 („Bild der Wissenschaft“) in der Kategorie „Perspektive“ als „Sachkundigstes Kinderbuch“ für: Der Dinosaurier im Fels

Und auch diese Veranstaltung passt super in das HinZimmer, weil die Kinder, die zu unseren Workshops und Samstagsaktionen kommen, sehr wissbegierige, neugierige und interessierte Kinder sind. Silke Vry hat auch schon Workshops im HinZimmer gegeben.

TG: Welche Rolle spielt die Verbindung von Literatur und Live-Erlebnis für Dich persönlich und welche besonderen Leseerlebnisse erhoffst Du Dir für die Besucherinnen und Besucher?

Cornelia von der Heydt: Für mich persönlich ist es immer toll Menschen zu erleben, die Bücher schreiben. Das ist eine so spezielle Tätigkeit, weil man so total abtauchen muss, um dem Faden der aufzuschreibenden Geschichte folgen zu können oder weil man so intensiv zu dem Thema recherchiert, was gerade dran ist, und auch damit völlig fokussiert an dem Fortlauf des Textes arbeitet. Ich habe immer mindestens 10 sehr unterschiedliche Projekte im Kopf, mit denen ich jongliere, und bin fasziniert von diesem Fokus auf eine Geschichte – wahrscheinlich ist das auch ein bisschen romantisch gedacht. (lacht)

TG: Die SuedLese Literaturtage finden im Süden Hamburgs statt. Was macht diese Region aus Deiner Sicht zu einem geeigneten Ort für ein Literaturfestival?

Cornelia von der Heydt: Es gibt hier in Harburg literaturbegeisterte Menschen, die die Idee für dieses Festival hatten, es immer wieder schaffen viele Akteure zu begeistern und die SuedLese tatsächlich machen. Das zählt.

TG: Welche Rolle spielen lokale Autorinnen und Autoren in Ihrem Programm?

Cornelia von der Heydt: Das ist immer etwas ganz Besonderes, wenn man den eigenen vertrauten Ort in einem Buch oder einer Geschichte wiedererkennt. Man identifiziert sich, lernt etwas dazu, geht mal wieder raus und schaut sich die Orte an, erzählt es dem Nachbarn und kommt in Kontakt.

TG: Was ist Dir persönlich besonders wichtig, wenn es um die Vermittlung von Literatur geht?

Cornelia von der Heydt: Für mich ist es das gute, ausdrucksvolle und liebevolle Vorlesen. Geschichten sind lebendiger Zauber zwischen Vorleser:in und Zuhörer:in.

TG: Gibt es besondere Angebote für Kinder und Jugendliche?

Cornelia von der Heydt: Wir versuchen unseren Teil dafür zu leisten die Suedlese auch für Kinder und Jugendliche interessant zu machen.

TG: Wie können sich Interessierte über die verschiedenen Veranstaltungen informieren und Tickets erwerben?

Cornelia von der Heydt: Am besten über die Hinweise auf der Webseite der Suedlese. Ich hoffe, dass die Presse auch auf einiges einzeln hinweisen wird und alle Veranstalter sollten ihren Ort und ihre Netzwerke mit Informationen füttern, Plakate aufhängen und allen davon erzählen.

TG: Welche weiteren Highlights – aus Deiner persönlichen Sicht – erwarten die Besucherinnen und Besucher der SuedLese Literaturtage in diesem Jahr?

Cornelia von der Heydt: Das muss jeder für sich selber schauen. Guckt Euch das Programm an und findet Euer persönliches Highlight …

TG:  Eine Frage noch:  Was empfiehlst Du einem Literaturliebhaber, der noch nie an den SuedLese Literaturtagen teilgenommen hat, um ihn neugierig auf das Festival zu machen?

Cornelia von der Heydt: An ungewöhnlichen Orten in Harburg Autor:innen und Geschichten hören, von denen man noch nichts weiß oder die man so gerne immer schon mal kennen lernen wollte, das ist die Suedlese. In kleiner netter Runde oder mit hundert anderen kann man deutschlandweit bekannten Autor:innen lauschen oder dem Heimfelder Nachbarn, der spätberufen sein schriftstellerisches Talent entdeckt hat.  Das ist alles möglich bei der Suedlese.

TG: Besten Dank und weiterhin viel Erfolg!

Termine:

Mi., 06. März, 14.30 Uhr, Christian Baudy – „Robert`s Teddy“ (für 1./2. Klasse), Eintritt: frei!

Do., 07. März, 17 Uhr, Schreibwerkstatt des Young Writers Club – Fantastische Teens, Eintritt: frei!

Die., 12. März, 18 Uhr, Literatur-Quiz mit Cornelia von der Heydt (ab 14 J.), Eintritt: frei – Spende erbeten

Do., 14. März, 17 Uhr, Young Writers Club: „Jetzt sind wir dran!“, Eintritt: frei – Spende erbeten

Die., 26. März, 10 Uhr, Silke Vry & Claudia Lieb (Illustr.) – Der Dinosaurier im Fels (für 3./4. Klasse), Eintritt: frei!

(Das Interview führte Heiko Langanke)

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„Literatur macht das Leben reicher“ https://www.tiefgang.net/literatur-macht-das-leben-reicher/ Fri, 23 Feb 2024 23:12:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10581 [...]]]> Stadtschreiber*in zu sein heißt in eine fremde Stadt zu kommen, sie kennen zu lernen und die gesammelten Eindrücke literarisch zu verarbeiten. Dies wird nun bei den 9. SuedLese-Literaturtagen erstmals einem breiten Publikum vorgestellt.

Katelijne Gillis kommt aus dem belgischen Antwerpen und der flämische Maler Rubens, der von 1577 bis 1640 gelebt hat, gehört in direkter Linie zu ihrer Ahnenreihe. Katelijne Gillis nutzte 2019 das Hamburger Literatur-Stipendium „Hamburger Gast“ dazu, neue Werke zu schreiben und sich von der Hansestadt und auch Harburg inspirieren zu lassen, arbeitete im Schloss Bergedorf aber auch der Harburger Kulturwerkstatt. (siehe auch „Rubens Nachfahrin wird Hamburger Gast 2019“, Tiefgang vom 15. Jun. 2019 und „´Hamburger Gast` in Harburg“, Tiefgang vom 28. Sept. 2019) Nun hat sie das Konzept „Hamburger Stadtschreiber*in“ übernommen und stellt es auf ungewohnte Weise bei den 9. SuedLese-Literaturtagen in Buxtehude vor. Grund genug, mal nachzuhaken …

Tiefgang (TG): Frau Gillis, das Buxtehuder Kulturforum ist zum ersten Mal bei den SuedLese Literaturtagen dabei und auch die Hamburger Stadtschreiber*in. Was hat Sie dazu bewogen, sich für ein Hamburger Literaturformat ausgerechnet dann in Buxtehude zu engagieren?

Katelijne Gillis: Als ich zum ersten Mal in Buxtehude war, hat diese kleine Stadt mich sofort bezaubert. Ich fühlte mich in Holland am Meer, mit den wunderschönen Holzschiffen, den kleinen Häusern, den Fleeten. Dabei ist es eine Hansestadt, die jede Menge Kultur bietet und reich an Geschichte ist.

Das Kulturforum am Fleet ist romantisch, frisch, originell und sehr herzlich. Es ist der ideale Ort für den Anfang eines Schreibstipendiums.

Eigentlich sollte es auch eine Stadtschreiberin Buxtehude geben.

TG: Was genau ist dieses Format der Stadtschreiber*in eigentlich und wie sind Sie dazu gekommen?

Katelijne Gillis: Stadtschreiberin ist ein dreimonatiges Schreibstipendium, man nimmt anhand einer Kurzgeschichte teil. Der Gewinner, die Gewinnerin wird nach Hamburg eingeladen, bekommt eine Wohnung, Taschengeld und jede Menge Möglichkeiten, zu schreiben und das Geschriebene an einem Publikum zu testen.

Ich habe 2019 ein ähnliches Stipendium gewonnen, Hamburger Gast. Als es dann aber auslief, habe ich es weiterentwickelt und unter dem Namen Stadtschreiberin neu organisiert. Ich fand es zu schade, es einfach so in den Elbsand versickern zu lassen.

TG: Sie veranstalten eine Lesung zu Bewerbungstexten für das Hamburger Stipendium. Welche Autorinnen und Autoren werden Sie dort präsentieren und was für eine Art Potpourri erwartet die Zuhörenden?

Katelijne Gillis:  Zusammen mit der Theaterpädagogin Petra Max werde ich Teile der eingesendeten Texte interpretieren und vortragen. Die Kurzgeschichten sind oft so schön, traurig, witzig oder krass geschrieben, dass sie nicht einfach gelöscht werden können. Wir werden die entsprechenden Autor*innen kontaktieren und um die Freigabe der Textteile bitten. So entsteht eine neue Geschichte. Vielleicht hat das Publikum auch etwas dazu zu sagen, so dass eine interaktive Geschichte entsteht.

Für die musikalische Umrahmung der Texte wird uns der Singer/ Songwriter Jan Schröder begleiten.

TG: Welche Rolle spielt die Verbindung vom Schreiben und Gast in einer bis dahin wenig bekannten Stadt zu sein?

Katelijne Gillis: Sobald eine Stadt beschrieben wird, ändert sie sich. Wir haben Lust, mit Buxtehude Energie auszutauschen. Die Stadt wird uns beeinflussen und wir sie. Wir haben eine Win-win-Strategie.

Das Thema für den Kurzgeschichtenwettbewerb ist „Auf zu neuen Ufern“. In Buxtehude fangen wir an. Die Kraft neuer Texte, die sich alle ums gleiche Thema drehen, werden die Zuhörer auf eine Reise ins Unbekannte mitgenommen. Neue Einsichten und Dialoge entstehen.

TG: Die SuedLese Literaturtage finden im Süden Hamburgs statt. Was macht diese Region aus Ihrer Sicht zu einem geeigneten Ort für ein Literaturfestival?

Katelijne Gillis: Hamburgs Süden steht für das wahre Hamburg. Hier sind die Schiffe, die Lotsen, die Industrie, es riecht hier nach Altöl und nach Meer. Gleichzeitig hat der Süden von Hamburg eine überraschend vielfältige Natur, mit Bergen und Wäldern. Die Elbe, die Este, die Heide und die Moorlandschaften inspirierten schon immer die Künstler. Das reiche Kulturangebot sorgt für Kreativität und Verbindung.

TG: Was ist Ihnen persönlich besonders wichtig, wenn es um die Vermittlung von Literatur geht?

Katelijne Gillis: Mir ist wichtig, dass jeder einen Zugang zu Literatur finden kann. Wenn genug gelesen, erzählt, geschrieben und ausgetauscht wird, gibt es eine inspirierte, kreative, tolerante Gesellschaft. Wenn man die Geschichten, die man in sich trägt, in Literatur spiegeln kann, wächst man über sich hinaus. Literatur macht das Leben reicher.

Die Augen des Künstlers interpretieren, was sie sehen. Ohne Kunst verstehen wir die Welt nicht. Ohne Kunst gibt es keine Verbindung zwischen den Menschen.

TG: Welche Rolle spielen lokale Autorinnen und Autoren in Ihrem Programm?

Katelijne Gillis: Couleur locale ist wichtig in einer globalen Welt. Wie äußert sich ein Ort? Wie beeinflusst die Umgebung die Leute, die dort wohnen? Schreibt man besser in einer Stadt oder auf dem Land? Der Austausch zwischen Stadtschreiberin und lokalen Autor*innen ist bereichernd und sehr spannend.

TG: Gibt es besondere Angebote für Kinder und Jugendliche?

Katelijne Gillis: Das Stipendium Stadtschreiberin arbeitet zusammen mit dem „Young Writer’s Club“ der „Fantastischen Teens“. Bei unseren Veranstaltungen motivieren und stimulieren wir Kinder und Jugendliche, mitzumachen. Wir laden sie ein, ihre eigenen Geschichten vor einem Publikum vorzutragen.

TG: Wie können sich Interessierte über die verschiedenen Veranstaltungen informieren und Tickets erwerben?

Katelijne Gillis: Dazu gibt es die Webseite www.stadtschreiberin.de, mit Möglichkeiten, Tickets zu erwerben, sich zu informieren und auszutauschen. Post empfangen wir gerne unter hamburg@stadtschreiberin.de

TG: Zum Abschluss: Was würden Sie einem Literaturliebhaber sagen, der noch nie an den SuedLese Literaturtagen teilgenommen hat, um ihn neugierig auf das Festival zu machen?

Katelijne Gillis: Es ist eine einzigartige Möglichkeit, Neues zu entdecken, Abenteuer zu erleben und etwas Unvorhergesehenes zuzulassen. Die eigene Kreativität wird geweckt, die Inspiration. Ein Festival ist ein Fest, eine Freude, ein Zusammensein.

Außerdem sind die Literaturtage ein Ansporn, die eigenen Quellen der Freude und Kreativität sprudeln zu lassen.

TG: Besten Dank für das Interview und den Appetit, den Sie uns dazu gemacht haben … 

Termine:

7. März, 17 Uhr, HinZimmer, Hinzeweg 1, 219075 HH-Heimfeld: Schreibwerkstatt des Young Writers Club – Fantastische Teens

14. März, 17 Uhr, HinZimmer, Hinzeweg 1, 21075 HH-Heimfeld: Young Writers Club: „Jetzt sind wir dran!“

25. März, 19 Uhr, KulturForum Buxtehude, Hafenbrücke 1, 21614 Buxtehude: Snippets aus dem Wettbewerb Stadtschreiber*in Hamburg 2024

(Das Interview führte Heiko Langanke)

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Der 20. Harburger Kulturtag! https://www.tiefgang.net/der-20-harburger-kulturtag/ Fri, 27 Oct 2023 22:38:25 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10374 [...]]]> Der Harburger Kulturtag feiert am So., 5. November sein 20-jähriges Jubiläum! 

Kunst, Kultur, Shopping, Laternenumzug, Feuerwerk und viel Programm: zum 20. Harburger Kulturtag und am verkaufsoffenen Sonntag zeigt Harburg seine kulturelle Vielfalt in gnazer Breite! Und dieses Jubiläum ist ein wahrer Grund zum Feiern. Der Harburger Kulturtag, ein bewährtes Konzept, überzeugt die Hamburger*innen Jahr für Jahr mit einem breiten Spektrum an kulturellen Angeboten. Der Harburger Kulturtag verbindet erneut die zahlreichen Kultureinrichtungen Harburgs, die die kulturelle Anziehungskraft in Hamburgs Süden eindrucksvoll unterstreichen. Am Sonntag, dem 5. November, von 12 bis 20 Uhr präsentieren sich mehr als 25 Harburger Kulturinstitutionen mit einem speziell für diesen Tag konzipierten Jubiläumsprogramm – und das alles bei freiem Eintritt!
Zusätzlich bieten viele Harburger Schaufenster eine Fülle an Sehenswertem. Im Rahmen des Projekts „KunstSchauFenster“ der Kunstleihe Habrurg werden Werke verschiedener Künstler*innen in den Einzelhandelsgeschäften Harburgs ausgestellt, die Kunstgruppe wattenbergART präsentiert sich in der Passage der CityGalerie und selbst der ewig leerstehende Glaspavillon am Lüneburger Tor wird zum Schauplatz einer Installation des Kunstduos well-wired-Team.

Folgende Künstler:innen und Institutionen sind am Harburger Kulturtag vertreten:
antikyno, Archäologisches Museum Hamburg, Ateliergemeinschaft Atelier 32, Alles wird schön, Electrum, Fischhalle Harburg, Freundeskreis Harburger Theater e.V., Harburg Pop Up Store, Galerie 1565, Geschichtswerkstatt Harburg, Habibi-Atelier, Harburger Theater, Harburg Info, HinZimmer, KulturKiosk Blohmstraße, Kunstleihe Harburg, Künstler zu Gast in Harburg, Kunstverein Harburger Bahnhof, KulturWerkstatt Harburg e.V., Medical School Hamburg, Paul-Gerhardt-Kirche Harburg, Sammlung Falckenberg, Sparkasse Harburg-Buxtehude, TU Hamburg,
Alle teilnehmenden Institutionen und das dazugehörige Kulturprogramm werden zeitnah auf Social Media und der Website des Harburg Marketing e.V. (www.harburg-marketing.de) kommuniziert. Die Programmflyer sind in der Harburg Info, Hölertwiete 6, zu finden.

Vor 20 Jahren hatte ein Trio um den seinerzeit neuen Chef des Archäologischen Museums, Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, die Idee, Harburgs Kulturszene mal angemessen ins rechte Licht zu rücken und die Idee des Harburger Kulturtags war geboren. Ateliers, Museen und die Falckenberg-Sammlung öffneten ihre Pforten und zeigten ihre aktuellen Arbeiten. Von Jahr zu Jahr wuchs die Teilnehmerzahl und tausende von Menschen nutzten das Angebot. Vor einigen Jahren dann wurde
der Kulturtag mit dem verkaufsoffenen Sonntag im November zusammengelegt. Eine Gelegenheit, Geschäfte und Kultur zusammenzubringen. Doch zunächst liefen Geschäfts- und Kulturbetrieb weitestgehend neben- statt miteinander. Die Pandemie tat ihr übriges.
Daher nahm schon im letzten Jahr die Kunstleihe Harburg die Aktion „KunstSchauFenster“ in Angriff und konnte vor allem mit dem Verband „Unternehmer ohne Grenzen“ zehn Ladengeschäfte mit KunstSchauFenstern bestücken. Zum 20. Harburger Kulturtag und dem Erfolg des letzten Jahres werden es nun zwanzig! „Dabei wurden wir auch die Vitrinen in der Galerie-Passage in der Lüneburger Straße aufmerksam gemacht“, so Sabine Schnell vom Vorstand des Vereins Kunstleihe Hamburg. „Dort wird nun die Künstler*innengruppe wattenbergART einige ihrer Werke und Künstler*innen präsentieren.“ Und auch in der Hölertwiete fiel ein Schaukasten unangenehm auf. In diesem war offenbar seit gut 30 Jahren die Modewerbung nicht getauscht. Nun prangt ein Werk der Harburger Künstlerin Petra Hagedorn dort und schafft es so wieder als Hingucker zu fungieren.
Und auch ein weiterer Lost Place fiel dem Netzwerk rund um die Kunstleihe ins Auge: der schon lange leerstehende Glaspavillon am Lüneburger Tor / Durchgang zum Harburger Ring. „Er ist ideal für eine Installation des Künstlerduos well-wired-team geeignet“, so Sabine Schnell. Was genau ab Dunkelheit zu sehen sein wird, bleibt zunächst eine Überraschung.

Kunst-Farbbildbände und Kinderbücher gibt es am HinZimmer im Hinzeweg in Heimfeld. Nutzen Sie die Gelegenheit für einen Spaziergang in Heimfeld, während die Kunst-Initiativen geöffnet sind. Es gibt viel zu entdecken an diesem Kulturtag Harburg. Im HinZimmer kann man zwischen 15 und 18 Uhr eine wunderschöne Sammlung von Kunstbände anschauen und gegen eine Spende mitnehmen.

 

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SuedLese: Das literarische Finale! https://www.tiefgang.net/suedlese-das-literarische-finale/ Fri, 25 Nov 2022 23:04:13 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9513 [...]]]> Über vier Wochen haben die Literaturtage „SuedLese spezial“ den Süden Hamburgs mit großer und kleiner Literatur zu einem echten Lesefest gemacht. Drei Lesungen für Groß und Klein bestreiten nun das Finale!

Über vier Wochen hat die Zusatzausgabe der SuedLese den November zu einem großartigen Miteinander von Autor*innen und Leseorten gemacht. Ob im Landkreis Harburg, Hamburgs Bezirken südliche Mitte oder Harburg bis nach Buxtehude – an mehr als 30 Orten mit 50 Lesungen wurde die Metropolregion Hamburg literarisch zusammengeführt. Deutsche Buchstars wie Kirsten Boie und Heinz Strunk, Kristine Bilkau, Zara Zerbe oder Carl-Christian Elze fanden den Weg in Hamburgs Süden und das zahlreiche Publikum dankte es ihnen. Nun neigt sich der Monat November und so auch die SuedLese dem Ende und drei Lesungen haben
es dabei nochmal so richtig in sich.
Den Auftakt macht dabei der Chefredakteur der Kinderzeitschrift GEOlino und Kinderbuchautor Martin Verg im Heimfelder HinZimmer. Für Kinder ab 9 Jahren beantwortet er in literarisch-verspielter Art und Weise die berechtigte Frage „Was macht die Eintagsfliege morgen?“ Anhand einer Reise durch Wald, Wiese und Wasser nimmt er seine junge Leserschaft mit zu Begegnungen mit Tieren und Pflanzen, erklärt Lebensräume und berichtigt alltägliche Irrtümer
– etwa über die Eintagsfliege.
Mo., 28. Nov., 17 Uhr, Martin Verg – Was macht die Eintagsfliege morgen? (für Kinder ab 9 J.); HinZimmer, Hinzeweg1, 21075 Hamburg-Heimfeld, Eintritt frei!

„Dschinns“ beschreibt im islamischen Glauben Geister oder Dämonen. Fatma Aydemir hat diese in ihrem gleichnamigen und für den Deutschen Buchpreis nominierten Roman metaphorisch auf eine Familiengeschichte übertragen. Hüseyin, die 30 Jahre in Deutschland arbeitete, will sich endlich ihren Traum einer Eigentumswohnung in Istanbul erfüllen, erleidet aber just am Tage ihres Umzugs einen tödlichen Herzinfarkt. Zur Beerdigung reisen nun sechs Menschen aus Deutschland zur Beerdigung an – je mit eigenen Wünschen, Geheimnissen und Wunden. Sie alle fühlen sich in der Wohnung Hüseyins irgendwie beobachtet … Ein
großartiger Gesellschaftsroman de Gegenwart!
AUSVERKAUFT!!! Die., 29. Nov., 19 Uhr, Fatma Aydemir – Dschinns, Buchhandlung Lüdemann, Fährstr. 26, 21 107 Hamburg-Wilhelmsburg, Eintritt: 8,- €

Zu guter Letzt geht es in die Bücherhalle Neugraben. Dort liest Autorin Daniela Dröscher über „Lügen über meine Mutter“. Es geht um das Aufwachsen in einer Familie, in der ein Thema scheinbar alles beherrscht: das Körpergewicht der Mutter. Es ist die Erzählung von der fixen Idee eines Vaters, das Übergewicht seiner Frau sei verantwortlich für seine berufliche Stagnation, seinen verhinderten sozialen Aufstieg oder das Randdasein in der Dorfgemeinschaft. Zugleich fragt der Roman nach unserem gesellschaftlichen Zustand – eine Gesellschaft, die ständig auf uns einwirkt – ob wir wollen oder nicht. Auch dieses Buch war für den Deutschen Buchpreis 2022 nominiert!
Mi., 30. Nov., 18.30 Uhr, Daniela Dröscher – Lügen über meine Mutter, Eintritt: 8,- €, Bücherhalle Neugraben, Neugrabener Markt 7, 21 149 Hamburg-Neugraben

Anmeldungen, mögliche kurzfristige Änderungen oder Karten bitte direkt bei den Veranstaltungsorten anfragen.

Alle Programminformation unter www.suedlese.de

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Auf Reisen mit Kapitän Wehmeyer https://www.tiefgang.net/auf-reisen-mit-kapitaen-wehmeyer/ Fri, 10 Jun 2022 22:43:42 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9047 [...]]]> Das Seefahrerleben ist oft mit Romantik und Fernweh verbunden. Im Heimfelder HinZimmer bekommt man davon nun aus direkter Nähe und nicht nur idealisiertes …

Bei den SuedLese-Literaturtagen gibt es immer wieder Fundstücke, die sonst keinen Platz fänden. So bei der Lesung von Klaus Wehmeyer, der in seinem Debut sich mit den Seereisen seines Vaters befasste und dabei in hunderten von Briefen abtauchte. Wir haben mal nachgefragt …

Tiefgang (TG): Sie sind erstmals bei der SuedLese dabei. Wie kam es? 

Klaus Wehmeyer: Ich hatte das Mehr an Zeit im vergangenen Jahr der Coronapandemie genutzt, ein für mich schon lange anstehendes Projekt, nämlich für die Aufarbeitung des Lebens meines Vaters, des Kapitäns Ernst Wehmeyer. Als an Literatur interessierter Harburger sind mir die SuedLese-Literaturtage vertraut und ich habe vor der Pandemie mehrfach verschiedene Lesungen besucht, wenn auch bisher nur als Zuhörer. Nach der Veröffentlichung meines Buches baten mich Freunde aus Harburg, das Buch doch auch auf der „SuedLese“ vorzustellen.

TG: Es ist Ihr Erstlingswerk?

Klaus Wehmeyer: Es ist das erste Werk, das ich als Buch mit einer ISBN (Internationale Standardbuchnummer, die Bücher eindeutig kennzeichnet, Anm.d.Red.) veröffentlicht habe. Ich schreibe schon seit mehreren Jahrzehnten, vor allem über Erfahrungen in und mit anderen Kulturen, über Kindheitserinnerungen in Harburg und Gedanken zu bestimmten Themen.

TG: Wie kamen Sie auf das Thema?

Klaus Wehmeyer: Auf dem Dachboden unseres Elternhauses in der Triftstraße befand sich eine große Kiste mit ca. 1000 Briefen, die mein Vater meiner Mutter aus vielen Häfen dieser Welt geschrieben hatte, die ersten von 1937. Unsere Mutter hatte sie säuberlich nach Jahren sortiert und jeden Jahrgang mit einem Band versehen. Meine Schwester fragte mich zu Beginn der Pandemie, ob ich diesen Schatz noch einmal sichten wolle. Ich las mich fest, glich es mit eigenen Erinnerungen ab, holte auch noch einmal die schon in meinem Besitz befindlichen Seefahrtsbücher und Reedereischreiben heraus, und vor meinen geistigen Augen drängten sich die Bilder aus den 50er und 60er Jahren in den Vordergrund, und in meinen Ohren klangen die Erzählungen meines Vaters und die meiner Großeltern väterlicherseits.

TG: Was hat Sie am Thema am meisten bewegt und interessiert?

Klaus Wehmeyer: Mein Vater hatte für mich eine zentrale Bedeutung. Ich habe ihn als Kind und Jugendlicher sehr bewundert und ihn zu meinem Vorbild stilisiert. Die Erinnerung ist auch nach seinem Tod 1995 immer wach gewesen.

TG: Wie fanden Sie generell zum Schreiben?

Klaus Wehmeyer: Aus Lust und Freude. Ich habe schon in der Schule gerne Aufsätze geschrieben. Immer wieder, wenn ich etwas Bemerkens-Wertes erlebt habe, habe ich darüber geschrieben. Ich habe versucht, die Bilder in Worten festzuhalten, fotografieren war nicht ganz meine Sache. 

TG: Haben Sie weitere Werke vor?

Klaus Wehmeyer: Ich bin mit Hilfe einer mir befreundeten Webdesignerin dabei, eine eigene Website aufzubauen. Diese Seite ist zwar zurzeit noch eine „Baustelle“, aber die ersten Beiträge werden wohl ab Mitte Mai 2022 unter folgender Adresse veröffentlicht: www.klaus-wehmeyer.de. Hier finden sich Geschichten, Reiseberichte, Kocherlebnisse und „Gänsehautmomente“ genannte persönliche Erlebnisse, die an besonders geschichtsträchtige Erlebnisse erinnern.

TG: Wie haben Sie es veröffentlicht oder einen Verlag gefunden?

Klaus Wehmeyer: Die Suche nach einem Verlag gestaltete sich schwierig. Ich versuchte das Manuskript bei einigen bekannten Verlagen vorzustellen. Aber meist habe ich nicht einmal eine Antwort erhalten. Also hab´ ich das Buch vom Anfang bis Ende selbst gestaltet und dann im Self-Publishing über Books on Demand (BoD) veröffentlicht. Allerdings hat es mir sehr bei der Verbreitung des Buches geholfen, dass das Hamburger Hafenkonzert im NDR 90,3 am 27. Februar 2022 in einer zweistündigen Sendung über das Leben meines Vaters – und damit über das Buch –  berichtet hat. (Hier der Link zum Podcast der Sendung)

TG: Was erwartet die Besucher*innen?

Klaus Wehmeyer: Die „Lesung“ soll maximal 75 Minuten dauern. Es sollen allerdings tatsächlich nur wenige Buchauszüge vorgelesen werden. Aber in überbrückenden Erzählungen des Autors soll ein Abriss eines fast das ganze 20. Jahrhundert durchziehende Seemannsleben des Harburger Kapitäns Ernst Wehmeyer und seiner Familie gegeben werden. Zur Unterstützung nutzt der Autor eine Flipchart, auf der das Gelesene und Erzählte mit Bildern und Dokumenten visualisiert wird. Die Veranstaltung ist interaktiv angelegt, Beiträge und Fragen aus dem Publikum sind durchaus erwünscht.

TG: Vielen Dank, dass Sie Sie uns mit auf Ihre Reisen nehmen! 

Termin: Mi.,, 22. Juni 2022 um 18.30 Uhr: Klaus Wehmeyer –  Nimm uns mit, Kapitän, auf die Reise …

Ort: HinZimmer – Ein Raum für Geschichten, Hinzeweg 1, 21075 Hamburg-Heimfeld; www.buergerstiftung-hamburg.de, Eintritt frei

suedlese.de

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