immaterielles Kulturerbe https://www.tiefgang.net Wed, 09 Jan 2019 17:01:20 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Arp Schnitgers Orgelkunst https://www.tiefgang.net/arp-schnitgers-orgelkunst/ Fri, 18 Jan 2019 23:59:26 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4752 [...]]]> Zum 300. Todestag von Arp Schnitger widmet sich Hamburg der Vielfalt der Orgeln und der Orgelmusik. Aber am wenigsten im Süden.  

In der Pressemitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Von Elbjazz bis zur Kirche St. Jacobi, vom Museum für Kunst und Gewerbe bis zur Elbphilharmonie, vom Orgel Open Air bis zum Late Night Orgelkonzert – der Verein Orgelstadt Hamburg hat zusammen mit zahlreichen Unterstützern ein vielfältiges Programm zusammengestellt, mit dem das Jahr 2019 in Hamburg zum Orgeljahr wird. Mit zahlreichen Veranstaltungen, Konzerten und Ausstellungen sowie der interaktiven Website www.orgelstadt-hamburg.de will die Stadt in 2019 für die Vielfalt der Orgelmusik begeistern. Dabei kann sich das Publikum auf klassische Orgelkonzerte, aber auch auf zeitgenössische Formate und spannende Blicke hinter die Kulissen freuen.

Anlass des Orgeljahres 2019 ist der 300. Todestag des bedeutenden Hamburger Orgelbauers Arp Schnitger, der in Hamburg-Neuenfelde seine Werkstatt hatte und in der dortigen St. Pankratius Kirche seine letzte Ruhestätte fand. Dort befindet sich auch ein erst jüngst mustergültig restauriertes Instrument seiner Werkstatt. Insgesamt entstanden in der Werkstatt Schnitgers rund 100 Orgeln, von denen die in der Hauptkirche St. Jacobi zu seinen bedeutendsten gehört.

Schnitger hat die bis heute sehr lebendige Orgeltradition Hamburgs entscheidend geprägt. Mit über 300 Orgeln zählt Hamburg heute zu den wichtigsten Orgelstädten der Welt. Nicht nur in Kirchen, sondern auch in Krankenhäusern, Hochschulen, Schulen, in Privathäusern und in Justizvollzugsanstalten erklingen Orgeln. Auch die Orgelkonzerte in der Elbphilharmonie werden vom Publikum regelmäßig gefeiert.

Diese Tradition wird im Orgeljahr 2019 mit einem ganzjährigen Programm für jeden lebendig. Neben zahlreichen Konzerten in Kirchen, aber auch in der Elbphilharmonie sowie unter anderem im Rahmen von Elbjazz gibt es die interaktive Website www.orgelstadt-hamburg.de. Diese bietet sowohl für Orgelfreunde als auch für Orgeleinsteiger neben einem laufend erweiterten Veranstaltungskalender und Hintergrundinformationen unter anderem einen virtuellen Stadtrundgang. Neben einem multimedialen Zeitstrahl zu Leben und Werk von Arp Schnitger kann sich auf der Seite zudem unter dem Motto „Play Arp“ jeder virtuell auf der Orgel St. Jacobi versuchen. Das Museum für Kunst und Gewerbe zeigt ab 4. Juli bis zum 3. November eine Ausstellung zu 2000 Jahren Orgelbau und Orgelmusik. Vom 26. Juni bis 30. August findet mit zahlreichen Veranstaltungen und Konzerten in allen Hamburger Hauptkirchen und dem Mariendom der Hamburger Orgelsommer statt. Ergänzt wird das vielfältige Programm unter anderem durch ein Orgel Open Air mit einer transportablen Orgel an öffentlichen Plätzen, einer Orgelnachtwanderung und der Reihe Orgel AHOI!, mit der das Amt für Kirchenmusik auf Entdeckungstour durch die Stadtteile einlädt. Das Programm wird laufend erweitert.

Die Arp-Schnitger-Orgel in der St-Pankratius-Kirche Neuenfelde (Foto: Orgelstadt Hamburg/Alexander Voss)

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Orgel gehört zu den vielseitigsten Instrumenten und wird nicht umsonst die Königin der Instrumente genannt. Sie ist nicht nur in Kirchen, sondern fast überall da zuhause, wo Musik gemacht wird. Hamburg ist stolz auf seine besondere und bis heute sehr lebendige Orgeltradition, die wesentlich von Arp Schnitger geprägt und jüngst mit der beeindruckenden neuen Orgel in der Elbphilharmonie weiter ausgebaut wurde. Das Orgeljahr 2019 macht dieses faszinierende und vielfältige Instrument an den unterschiedlichsten Orten in der Stadt für jeden erlebbar. Ich danke allen Projektpartnern und -partnerinnen für das großartige Engagement, das dieses vielfältige Programm erst möglich gemacht hat.“

Hans-Jürgen Wulf, Landeskirchenmusikdirektor und Vorstandsvorsitzender des Orgelstadt Hamburg e.V.: „Ich freue mich, dass die Idee, Hamburg 2019 aus Anlass des 300. Todestages des Orgelbauers Arp Schnitger als lebendige Orgelstadt zu präsentieren, so viele Unterstützer gefunden hat. Denn das Orgeljahr 2019 lebt von den Ideen, der Kreativität und dem Einsatz all derer, die in den unterschiedlichsten Veranstaltungsformen und an den unterschiedlichsten Orten die Faszination der Orgel erlebbar machen wollen. Auf der Website www.orgelstadt–hamburg.de kann man sich auf vielfältige Art und Weise der Orgel, der Orgelmusik, der Orgeltechnik und dem Orgelbau nähern. Sie ist der Motor der zahlreichen Aktivitäten rund um die Orgel im Jubiläumsjahr. Orgelstadt Hamburg e.V. steht dabei stellvertretend für ein breites Bündnis von Vertretern aus Orgelbau, Orgelspiel, Orgelfreunden, Orgellehrenden, Kirche und Kultur.“

Gerhard Löffler, Kantor und Organist der Hauptkirche St. Jacobi: „In all seinem Reichtum an Geschichte, Instrumenten und Musik präsentiert sich Hamburg mit dem Festival ‚Hamburg zieht alle Register‘ als international bedeutende Orgelstadt. Die Arp-Schnitger-Orgel in St. Jacobi von 1693 steht dabei an zentraler Stelle. Sie ist das größte erhaltene Instrument seines Erbauers; das Pfeifenwerk ist weitgehend original. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts von Hans Henny Jahnn wiederentdeckt, wurde sie zum Ausgangspunkt der deutschen ‚Orgelbewegung‘. Dieser so wichtigen Zeit für die Entwicklung der Orgelkunst, der Restaurierung der Orgel durch Jürgen Ahrend (1989-1993) und nicht zuletzt den prominenten ehemaligen Jacobi-Organisten Heinz Wunderlich und Rudolf Kelber tragen wir Rechnung mit der Reihe ‚Historische Orgelkonzerte‘. Johann Sebastian Bach hatte sich 1720 für das Organistenamt an der Hauptkirche St. Jacobi interessiert. Darum werden im ‚Hamburger Orgelsommer in St. Jacobi‘ renommierte Organisten aus der ganzen Welt seine Musik in einen Dialog treten lassen mit der Musik seiner Vorläufer und Zeitgenossen.“

Weitere Informationen und das vielfältige Programm im Detail finden Sie unter www.orgelstadt-hamburg.de, hier auch im Pressebereich: www.orgelstadt-hamburg.de/presse. Die Orgelstadt auf Twitter unter @orgelstadthh, auf Instagram unter www.instagram.com/orgelstadthamburg und auf facebook unter www.facebook.com/OrgelstadtHamburg.

Hintergrund:

Seit 500 Jahren gibt es Orgelbauer in der Stadt. Der bedeutendste Repräsentant der norddeutschen Orgelbautradition ist Arp Schnitger, dessen Wirken den Orgelbau bis heute prägt. Über einhundert Orgeln haben seine Werkstätten verlassen, dreißig sind in der Küstenlandschaft entlang der Nordsee erhalten. Zwei der bedeutendsten Instrumente stehen originalgetreu restauriert in Hamburg, in St. Jacobi und in St. Pankratius Neuenfelde. In dem Hamburger Dorf Neuenfelde befinden sich zudem der Werkstatthof Schnitgers sowie sein Grab. Bis heute sind Orgelbaubetriebe auf dem Boden dieser Tradition in Hamburg ansässig. Auf dieser lebendigen Überlieferung gründet sich die Aufnahme des Orgelbauhandwerks in das Immaterielle Weltkulturerbe im Jahr 2017.

Die Verwaltung Harburg hat ein Jahr lang die Behördenpost im Bereich des Bezirksamtes Harburg mit einem Frankierabdruck versehen, auf dem der Orgelbauer gewürdigt wird. Kostenpunkt für die Umstellung des Frankierabdrucks: 300 Euro. Allerdings ist es die Schnitger-Orgel aus der Hamburger St. Jacobi-Kirche und nicht die der Neuenfelder St. Pankratiuskirche, die dort zu sehen ist.

Und auch bei allen Konzerten, die in Hamburg anlässlich des Jubiläums stattfinden: der Süden glänzt weitestgehend durch terminliche Abwesenheit. Hier eine karge AuswahL

Konzerttermine im Süden:

  1. März: Konzert Michaeliskirche Neugraben Hamburg

Johann Sebastian Bach: Toccata und Fuge d („dorisch“), Passionschoräle, Praeludium und Fuge h
An der Orgel: Jan Kehrberger

  1. April: Neuenfelder Orgelmusik

Konzert St. Pankratiuskirche Neuenfelde Hamburg; Hilger Kespohl – Orgel

 

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„Gelebte Traditionen in unserem Land“ https://www.tiefgang.net/gelebte-traditionen-in-unserem-land/ Fri, 27 Apr 2018 22:19:01 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3477 [...]]]> Deutschland hat nun ein Heimatministerium und auch Niedersachsen besinnt sich auf Traditionen. Nun soll das Kivelingsfest gewürdigt werden. Dabei hat es einen recht kriegerischen Ursprung.

In einer Pressemitteilung des niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) heißt es:

„Niedersachsen ist reich an landestypischen Traditionen. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) schlägt zwei von ihnen für das bundesweite Verzeichnis immateriellen Kulturerbes vor: das Müllerhandwerk in Wind- und Wassermühlen und das Kivelingsfest in Lingen.

„Das Lingener Kivelingsfest und das Handwerk der Müllerinnen und Müller in Wind- und Wassermühlen sind gelebte Traditionen in unserem Land, die sich durch das große Engagement vieler Niedersächsinnen und Niedersachsen auszeichnen. Sie laden ein, sich mit unserer kulturellen Geschichte zu beschäftigen, und sind eine Bereicherung für uns alle“, sagt der Niedersächsische Kulturminister Björn Thümler.

Niedersächsische Gemeinschaften und Gruppen, die gelebte Traditionen vertreten und weitergeben, konnten sich 2017 beim MWK bewerben, um vom Land für die Aufnahme in das nationale Verzeichnis immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen zu werden. Alle Anträge wurden durch eine Expertenjury geprüft. Die beiden ausgewählten Traditionen werden nun an die Kultusministerkonferenz weitergeleitet.

Im Laufe des Jahres werden alle von den Bundesländern eingereichten Anträge von einem unabhängigen Expertengremium bei der Deutschen UNESCO-Kommission geprüft. Die Anträge, die den internationalen Richtlinien entsprechen, bilden das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Es ist die Grundlage für Anmeldungen zur internationalen Liste des immateriellen Erbes der UNESCO.“

Hintergrund:

Das Müllerhandwerk in Wind- und Wassermühlen legte über Jahrhunderte die Grundlage für gesellschaftliche Entwicklung, wurde heute allerdings vom industriellen Getreidemahlen überholt. Dank der Handwerksmüllerinnen und -müller wird diese Tradition weiterhin gelebt. Bei Aktionen wie dem Deutschen Mühlentag öffnen sie ihre Mühlen und geben ihr handwerkliches Wissen weiter.

Das Kivelingsfest in Lingen (Ems) ist ein historisches Volksfest, das alle drei Jahre am Pfingstwochenende vom „Bürgersöhne-Aufzug zu Lingen ‚Die Kivelinge‘ e.V.“ von 1372 organisiert wird. Die Mitglieder des Vereins sind traditionell unverheiratete Männer, die das Fest mit zahlreichen anderen Gruppen durchführen. Die über 600 Jahre alte Tradition des Festes zeichnet sich durch ihre hohe Bürgerbeteiligung aus.“

Der Bürgersöhne-Aufzug zu Lingen, »Die Kivelinge« e.V. – der mit zu den ältesten Vereinen in Deutschland zählt – entstand geschichtlicher Quellen nach im Jahr 1372. Während einer Belagerung der Festung Lingen rief der Magistrat der Stadt, da das heimische Heer anderweitig in Kämpfe verwickelt war, als letzte Möglichkeit die jungen, unverheirateten Bürgersöhne auf die Wälle, um ihre Heimatstadt zu verteidigen. Die Bürgersöhne verteidigten – so ist es überliefert – mit Löwenmut ihre Heimatstadt ganze drei Tage lang gegen die Belagerer und retteten somit Lingen vor der Erstürmung. In Gedenken an diese Tat erhielten die Bürgersöhne vom Magistrat das Recht, alle drei Jahre in der Stadt ein großes Fest zu feiern. Dieser Brauch lebt noch heute im Historischen Kivelingsfest weiter.

Quelle: www.mwk.niedersachsen.de

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Landschaftspflege mit Pfeifen https://www.tiefgang.net/landschaftspflege-mit-pfeifen/ Sat, 09 Dec 2017 15:40:09 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2694 [...]]]> Jetzt sind auch sie zum Kulturerbe der UN ernannt worden: die Orgeln und ihre Baukunst. Damit wird eine Sparte gewürdigt, aber auch ganze Landstriche wie Harburg und sein Landkreis.

In der Mitteilung der UNESCO hießt es:

„Der Zwischenstaatliche Ausschuss zum Immateriellen Kulturerbe hat heute (6. Dez.2018) den Orgelbau und die Orgelmusik in Deutschland in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. 400 handwerkliche Orgelbaubetriebe mit etwa 2.800 Mitarbeitern, 180 Auszubildende sowie 3.500 hauptamtlichen und zehntausenden ehrenamtlichen Organisten prägen das Handwerk und die Kunst des Orgelbaus und der Orgelmusik in Deutschland. Über 50.000 Orgeln sind derzeit hierzulande im Einsatz. Der Zwischenstaatliche Ausschuss zum Immateriellen Kulturerbe tagt noch bis zum 9. Dezember im südkoreanischen Jeju.

Staatsministerin Monika Grütters betonte: „Deutschland kann auf eine große Kultur des Orgelbaus und der Orgelmusik zurückblicken, die weltweit ihresgleichen sucht. Durch die Aufnahme in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes wird die Bedeutung dieses über Jahrhunderte gewachsenen kulturellen Erbes gebührend gewürdigt. Orgelbau und Orgelmusik sind auch heute noch ein wichtiger Teil unseres Musiklebens, sie werden von Generation zu Generation weitergegeben, gepflegt und fortentwickelt. Um diese großartige Tradition auch in Zukunft zu schützen und zu stärken, fördert die Bundesregierung die Modernisierung national bedeutsamer Orgeln und den Erhalt wertvoller Instrumente der Orgellandschaft in diesem Jahr mit rund fünf Millionen Euro.“

Dr. Susanne Eisenmann, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und baden-württembergische Ministerin für Kultus, Jugend und Sport unterstrich: „Die vielen lokal- und regionalspezifischen Orgelbaustile in Deutschland machen einen wichtigen Teil dieses reichen Kulturerbes aus. Faszinierend ist für viele auch das vielschichtige Klangspektrum dieser ‚Königin der Instrumente‘. Der Bauprozess einer Orgel, das komplexe Zusammenspiel ihrer unzähligen Bestandteile, die aufwendige Intonation zur Klangerzeugung – das ist wahrlich ein Meisterwerk, das Generationen und sogar Epochen überdauern kann. Junge Menschen erlernen das Orgelbau-Handwerk bei uns im bewährten Rahmen einer dualen Ausbildung.“

„Spieltisch“ im Michel (Foto: St. MIchaelis)

Staatsministerin Maria Böhmer erläuterte: „Orgelbau und Orgelmusik sind schon immer geprägt vom Austausch engagierter, kreativer und leidenschaftlicher Menschen. Diese Neugier hat an staatlichen Grenzen nie Halt gemacht. In Deutschland produzierte Orgeln erklingen heute weltweit, sei es in Japan, auf den Philippinen, in Brasilien oder den USA. Und auch Organistinnen und Organisten, die an deutschen Hochschulen ausgebildet wurden, sind auf der ganzen Welt gefragt und geschätzt. Die vielen zeitgenössischen Kompositionen für Orgel wie auch die kontinuierliche Entwicklung neuer Bautechniken zeigen, dass die Kultur des Orgelbaus und der Orgelmusik äußerst lebendig und wandlungsfähig ist.“

„Jede Orgel ist einzigartig, denn sie wird eigens für den Raum entwickelt, in dem sie später erklingt. Auch das jeweilige kulturelle und gesellschaftliche Umfeld spiegelt sich in ihrem Aussehen und ihrem Klang wieder. Und nicht zuletzt ist eine Orgel immer ein Produkt ihrer Zeit. Menschliches Wissen und Können sind für den traditionsreichen, in Deutschland sehr innovativen Orgelbau deshalb so zentral“, sagt Prof. Dr. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission.

Die Orgel, der Orgelbau und die Orgelmusik wurden vor mehr als 2.000 Jahren im hellenistischen Ägypten erfunden und gelangten über Byzanz nach Europa, wo sie seit der Karolingischen Renaissance als Kulturgut bis in die Gegenwart weiterentwickelt wurden. Seit dem Mittelalter werden Orgeln aus Europa, wo die meisten Orgeln gebaut werden, in viele Länder weltweit exportiert. Deutschland zählt weltweit zu den wichtigsten Ländern für die Weiterentwicklung des Orgelbaus und der Orgelmusik. Im Orgelbau verbinden sich Wissen im Umgang mit der Natur und traditionelles Handwerk mit innovativer Technik der jeweiligen Epoche. Seit dem Mittelalter ist Orgelmusik auch Teil der kirchlichen Liturgie. Sie hat viele Komponisten, wie Bach, Liszt oder Mendelssohn-Bartholdy in Deutschland und darüber hinaus inspiriert.“
Quelle: UNESCO-Kommission

Und auch Ministerium aus Niedersachsen wittert schon Morgenluft und verkündet:

„Damit wird auch die niedersächsische Orgelkultur gewürdigt. „Die Anerkennung von Orgelbau und Orgelmusik als immaterielles Kulturerbe ist ein bedeutender Schritt, weil damit weltweit Orgellandschaften geschützt werden können. Auch Niedersachsen verfügt über einen reichen Orgelfundus – von Ostfriesland über das Alte Land und bis in die Region Hannover hinein“, sagt der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler.

Der Orgelbaukünstler Arp Schnitger (1648 – 1719) ist einer der berühmtesten Vertreter der niedersächsischen Orgelkultur. Zahlreiche seiner einzigartigen Barockorgeln sind in Niedersachsen erhalten – ebenso wie Orgeln seiner Vorgänger und viele der folgenden Jahrhunderte. Bereits seit 2014 stehen Orgelbau und -musik auf der deutschen Liste des immateriellen Kulturerbes.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

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