Inselklause https://www.tiefgang.net Tue, 12 Oct 2021 13:13:10 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Online oder auf die Insel https://www.tiefgang.net/online-oder-auf-die-insel/ Fri, 15 Oct 2021 22:06:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8497 [...]]]> Still war´s lange genug. Es wird also Zeit wieder mächtig was auf die Ohren zu bekommen und so lädt die 11. SuedKultur Music-Night am Sa., 23. Oktober in die Inselklause, die Kneipe blabla oder auch zum Live-Stream der Goethe-Schule Harburg.

Ein Besuch in der Inselklause lohnt sich immer. Die Gastro auf „Stelzen“, die direkt am Wasser der Süderelbe nicht nur zur fantastischen Aussicht sondern auch kulinarischem Aha-Erlebnis führt, hat ab 19 Uhr Adam Brixton zu Gast. Sein Debut-Album namens “BACK TO MYSELF” zeigt seinen Weg zurück zu sich selbst, den er gegangen ist und der ihn direkt nach Los Angeles führte. Ohne Plan und Kontakte fing der Hamburger Jung auf dem Walk of Fame in Hollywood zu spielen an. Dort erkannte der Produzent Josquin des Prés, der bereits Jason Mraz und Jack Johnson produzierte, Adam Brixtons Talent und lud ihn in sein Studio nach San Diego ein. Bei der Music-Night präsentiert er uns die Ergebnisse.

Danach gibt es um 20.30 Uhr und nochmal um 22 Uhr erdigen Rock von Harburgs Röhre Dennis Adamus. Der Hamburger Singer/Songwriter, der schon im Alter von 14 Jahren den Drang verspürte die Bühnen dieser Welt zu erobern. Also nahm er seine erste akustische Gitarre, brachte sich die ersten Akkorde selbst bei, und wann immer er es schaffte an den Eingangskontrollen der Hamburger Musik-Clubs vorbei zu huschen, besuchte er die Konzerte seiner Vorbilder.

Den inzwischen weltweit bekannten Hamburger Blues- und Countryrocker Jimmy Cornett fragte er sogar mehrmals, ob er nicht einmal mit ihm auf die Bühne dürfte. Beharrlichkeit zahlt sich aus: Seit einigen Jahren spielt Dennis neben seinen eigenen Konzerten auch die Solo-Gitarre bei JIMMY CORNETT AND THE DEADMEN.

Geprägt hat den heute 29jährigen Sänger und Gitarristen die Musik, die er in jungen Jahren selbst am liebsten hörte: z.B. Songs von John Mayer, und Keith Urban. Aber lasst euch nicht auf die falsche Fährte führen – als Solo-Künstler gehört Dennis Adamus zur neuen Generation der Country-Pop-Szene. Seine eigenen Songs sind eingängig und tanzbar, und die bringt er mit großer Spielfreude und viel Charme auf die Bühne. Ob als Solo-Künstler oder mit Band, auf der Bühne zeigt Dennis stets sein großes Show-Talent und überrascht sein Publikum immer wieder mit seinen dynamischen Einlagen.

Ort: Inselklause, Schweenssand-Hauptdeich 6, 21079 Hamburg

In der Kneipe bla bla ist ab 20 Uhr Sammy Barry zu Gast. Seit Ende 2015 auf Solopfaden unterwegs spielt Sammy Barry europaweit Konzerte bei denen man viele Coverversionen und auch eigene Songs zu hören bekommt. Seine sehr persönlichen Interpretationen verschiedener Welthits machen immer wieder Eindruck und auch die Eigenen Kompositionen brauchen sich vor Nichts zu verstecken… So gibt`s jede Menge bekannte Songs im “BALLADEERZ STYLE” die Spaß machen und immer wieder anders klingen… Sowie selbstgeschriebene Titel! „More Time For Balladeerz“ ist das Motto, das schon beim SuedKulturSommer überzeugte.

Ort: Kneipe Bla, Bla; Seevepassage 1-3, 21073 Hamburg

Die Groovin Birds

Die Goethe Schule Harburg, die Nachwuchsschmiede der SuedKultur Music-Night ist dieses Jahr als Live-Stream, vertreten. Ab 19 Uhr sind etwa Soundpiece mit Emanuel Tschöpe an der Trompete und Piet Jeske am Schlagzeug und E-Bass online. Dann folgen die Groovin Birds mit Emanuel Tschöpe am Klavier, Alexander Wiehler am Schlagzeug, Anwar Hassan an den Percussions wie auch  Klavier und Dutu Ionel Tanase an der Klarinette.

Die Bands Soundpiece und Groovin Bird spielen Jazzstandards. Diese beiden Bands der Staatlichen Jugendmusikschule spielen Jazz-Standards, komponieren eigene Songs und nehmen regelmäßig an dem Wettbewerb Jugend Jazzt teil. Piet Jeske und Emanuel Tschoepe befinden sich zur Zeit in der

Studienvorbereitenden Ausbildung der Jugendmusikschule Hamburg. Groovin Bird ist die Band mit den zwei Pianisten Anwar und Emanuel. Beim Suedkultur-Gig werden sie an zwei Flügen auftreten und sich mit groovigen Improvisationen die Bälle zuwerfen. Ein drittes Duo wird noch als Überraschungsgast den Abschluss bilden. Der Link zum Live-Stream wird zuvor auf der Website goethe-schule-harburg.hamburg.de bekannt gegeben.

 

Eintritt wird einmalig beim Club Deiner Wahl gezahlt und mit dem dort erhältlichen Bändchen stehen ab da alle weiteren Club-Pforten offen, so denn die 3- oder 2-G-Regeln nachweislich eingehalten werden. Bei den Konzerten im Blabla wie auch der Inselklause gilt die 2G-Regelung – also Zutritt, wer nachweislich genesen oder geimpft ist. Einchecken vor Ort mit Luca App oder Zettel ausfüllen!

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200 Absagen und gut 300.000,- € Schaden! https://www.tiefgang.net/200-absagen-und-gut-300-000-e-schaden/ Mon, 16 Mar 2020 16:22:53 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6510 [...]]]> Harburgs Kulturszene ist seit Jahren unterfinanziert und basiert auf viel privatem Engagement. Die Krise rund um die Corona-Pandemie trifft sie nun mitten  ins Herz.  

Die Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus treffen viele, die Harburger Kulturszene aber besonders hart.  Museen, Theater,  Volkshochschule und Bücherhallen haben bis auf weiteres geschlossen. Viele sind fest gefördert oder gar in kommunaler Hand, manche zumindest mit öffentlichen Geldern unterstützt. Aber der Großteil der Harburger Clubs und Kulturorte bieten Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Theater oder Vorträge aus privatem Engagement und  Risiko.

Sie trifft es jetzt ungewöhnlich hart, denn dass der Bezirk Harburg Hilfe geben kann, bezweifeln sie. Als Zusammenschluss in der Initiative SuedKultur  sind gut 50 Kulturinstitutionen im Bezirk Harburg vereint, die seit 12 Jahren sich gegenseitig unterstützen und für eine bessere Wahrnehmung der Kultur im Süden der Stadt sorgen. Aber sie kritisiert auch seit Jahren, dass z.B. in der Verteilung der Stadtteilkulturmittel des Senats an den Bezirk Harburg eine schwere Unterfinanzierung besteht. Rund 300.000,- € weniger als der Durchschnitt aller Hamburger Bezirke fehlen jährlich. Nun da Hilfe dringend geboten wäre, um abgesagte Auftritte und Einnahmen  sowie die Bedienung von Verbindlichkeiten in der größten Härte abzufedern, belegt sich dieser Missstand.

In einer Blitzumfrage vom vergangen Freitag (13. März 2020) zeigt sich schon jetzt: rund 200 Veranstaltungen sind alleine im März betroffen, mit rund 20.000 erwarteten Besuchern und einem direkten finanziellen Ausfall von konservativ geschätzten 300.000 €! Und noch haben nicht alle Kulturorte Rückmeldung gegeben. Hinzu kommt das private Vermietungsgeschäft, das die Kulturangebote aber eben auch Miete, Personal und Gastronomie mit finanzieren.

Heimo Rademaker, Sprecher der Initiative SuedKultur und selbst privater Betreiber des Marias Ballrooms: „Es stehen Existenzen auf dem Spiel! Es braucht dringend und vor Ort Hilfestellung für die Clubs und Kulturschaffenden. Die Kulturbehörde hat großzügige Unterstützung angesagt. Aber was kommt davon und für wen in Harburg an? Unsere Erfahrungen waren schon guten Zeiten nicht gut. Jetzt könnte es bedeuten, dass mancher Laden nicht nur vorübergehend schließt.“

Und sie machen einen Großteil des Harburger Kulturangebots aus: sei es Marias Ballroom, das Stellwerk, das Kulturcafé Komm du, die Fischhalle, das Old Dubliner, die Stumpfe Ecke, der Verein ContraZt e.V., die Inselklause aber auch der Speicher am Kaufhauskanal oder die Musikgemeinde Harburg, die gerade Konzerte mit den Hamburger Symphonikern absagen musste.

„Und wir wollen keine Extra-Wurst in Harburg. Denn bei vielen Kulturschaffenden in Hamburg geht es gerade ans Eingemachte. Aber Harburg ist besonders hart getroffen und hat seit Jahren sich zu wenig um Sicherungsmechanismen gekümmert und kümmern können. Von was auch?“, so Heimo Rademaker.

 

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Lachend beim Zahnarzt? https://www.tiefgang.net/lachend-beim-zahnarzt/ Fri, 28 Feb 2020 23:16:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6297 [...]]]> Auch das Sachbuch darf bei der 5. SuedLese nicht fehlen. Das vom Neu Wulmstorfer Autor und Zahntechniker Dieter Jobst ist zum Lachen trotz seines Sujets: dem Besuch beim Zahnarzt.

„Du, Dein Zahnarzt und ich“ ist der kurze Titel des Bestsellers unter den Sachbüchern, das ebenso informativ wie humoristisch ist. Und wann schon hat man Gelegenheit beim Zahnarzt zu lachen?

Manche Leser*innen des Buches bedauern, dass sie das Buch etwa 5 Zahnärzte zu spät in die Hände bekamen und liegen da ganz recht in der Einschätzung. Denn Jobst erzählt als Zahntechniker, was ihm im Hintergrund des Zahnarztes so unterkommt. Ob Implantate,  neue Zähne oder Amalgam – wir wissen, dass wir im Grunde nichts verstehen und wissen, von dem, was uns im Zahnarztstuhl erklärt und angeboten wird. Und wir wissen, dass auch unser jetziger Gesundheitsminister Jens Spahn aus unserem kranken und sogenannten Gesundheitswesen wohl auch keine Heilung wird hervorbringen können. Stets ist es eine Verschlimmbesserung und  unsere Zahnzusatzversicherung versichert uns letztlich nur, dass uns nicht mehr als 32 Zähne gezogen werden können.

Also: Niemand weiß so recht, woran ein guter Zahnarzt zu erkennen ist. Zumal, wenn „etwas“ gemacht werden soll. Oder schon gemacht wurde, mit einem für den Patienten unbefriedigenden Resultat.

Jobst klärt in seinem Buch auf, nennt alternative Lösungen für die „neuen Zähne“ und schließt beim Patienten Informationslücken, die, im Praxisalltag gepflegt, oft größer sind als die zu schließende Zahnlücke. Und er begleitet den Leser und nun bei der SuedLese den Hörer in der Inselklause auf dem Weg, als aufgeklärter Patient einen guten Zahnarzt zu finden. Als Zahntechnikermeister ist er ja aber auch selbst Patient und entdeckt bei seinen Auftraggebern, den Zahnärzten, mehr handwerkliche Schattenseiten, als einem Patienten lieb sein kann. Jeder von uns möchte seine Zähne durch einen guten Zahnarzt betreut wissen. Aber Nieten im Praxisdress, mit Spiegel, Sonde und Bohrer, gibt es zuhauf.

Das Buch „Du, Dein Zahnarzt und ich“ trägt den Untertitel „Au backe,. Alles ohne Betäubung“ ist letztlich eine  Anthologie von wahren Fällen und gewährt Einblicke in eine Welt, deren Mittelpunkt der Patient und die Zahnheilkunde sein sollte. Es benennt die wahren Gründe, weshalb wir doch noch einen weiteren Zahnarzttermin haben müssen und wie einfach Zahnlabore Aufträge erhalten, wenn nur das Bakschisch stimmt.

Der Leser erhält Antworten auf Fragen, die er sich mitunter nicht zu stellen getraut. Falsche Frage, falsche Antwort. Der Lebensweg des Patientenzahnes wird aufgezeigt, weder politisch korrekt, noch wissenschaftlich tiefgründig, aber von der Wiege bis zu seinem Ende und der Auferstehung als Implantat.

Auf die Zeitbombe Amalgam wird hingewiesen und die Unterschiede zwischen Goldzahn, Günstigzahn und „Krone ganz in Weiß“. Das Buch zeigt, worauf man als Patient achten sollte.

Was genau im Munde veranstaltet werden soll, ist uns als Patient oft nicht klar, wenn es denn überhaupt erklärt wurde. Hier setzt Jobst an und informiert uns über die modernen Möglichkeiten Zähne zu erhalten. Über Sinn oder Unsinn von gebleichten Zähnen. Oder verlorene Zahnsubstanz mit einem anderen Material zu ersetzen als mit quecksilberhaltigen Amalgamzeitbomben.

Also: steht eh bald wieder ein Zahnarztbesuch an? Dann machen Sie sich schlau, wonach Sie Ihren Zahnarzt fragen müssen, können, sollten. Und lernen Sie, wie extrem wichtig das Thema Zweitmeinung ist. Die Informationen sind unabhängig von Marken und Produktnamen. „Wenn man über den Gebrauch von Zahnpasta spricht, braucht es weder die Empfehlung einer Zahnarztfrau noch die einer Dentalhygienikerin aus dem Werbefernsehen“, so Jobst.

Das Buch:

Dieter Jobst – Du, Dein Zahnarzt und ich, Verlag TWENTYSIX; Auflage: 2 (2. Mai 2016), Taschenbuch: 268 Seiten, ISBN-10: 3740708468; ISBN-13: 978-3740708467, Preis: 11,99 €

 

Termin: Dieter Jobst – Du, Dein Zahnarzt und ich; Fr, 13. Mrz., 19:00 Uhr, Inselklause, Schweenssand-Hauptdeich 6, 21079 Harburg-Hafen

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Zum Brunch bei Maria https://www.tiefgang.net/zum-brunch-bei-maria/ Fri, 18 May 2018 22:53:19 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3633 [...]]]> Das Clubkombinat Hamburg lädt einmal im Monat seine Mitglieder zum Branchen-Brunch. Jetzt war es in Harburg im Marias Ballroom. Wir haben mal reingeschaut.

Einmal im Monat findet der sogenannte Club-Brunch statt und am liebsten in jeweils einem anderen Club, um auch mal einen expertiven Blick hinter die Kulissen werfen zu können. Diesmal im Phoenixviertel, denn der Süden ist eine echte Hausnummer in Sachen Hamburger Clublandschaft geworden. Unter den mittlerweile 150 Mitgliedern des seit 2004 existierenden Dachverbands der Hamburger Clubbetreiber*innen und Partymacher sind etliche Clubs im Süden, wie es ja jährlichs choin die Music-Night belegt. Sei es das Stellwerk, die Inselklause, der Old Dubliner, die Fischhalle, die Kulturwerkstatt oder eben Marias Ballroom. Glaubt man der verbandsinternen Statistik ist der Süden der Stadt drittstärkster Live-Club-Bezirk der Metropole. Und so ist es fast folgerichtig, dass auch im Vorstand des Verbandes sich (wieder) ein Harburger findet. Heimo Rademaker vom Ballroom in der Lasallestraße.

Und er lud vergangenen Mittwoch zum Branchen-Brunch. Neben Kaffee, Brötchen und Bacon-Eggs dient der Brunch immer auch zum „Netzwerken“, sich kennen- und voneinander lernen und Neues erfahren.

Neu war einiges in Sachen Ökologie. So stellte sich eine Initiative des Vereins Clubkinder vor mit dem kompakten Namen und Programm „fuckstraws!“.

Ihr Begehren: „Plastik in den Weltmeeren. Plastik in der Elbe. Plastik in unserem Trinkwasser. Täglich erreichen uns neue spektakuläre Bilder und eindrucksvolle Zahlen. Leider. Wir finden Müll in Korallenriffen, in Walen, Schildkröten, Vögeln und in unserem Körper. Immer mehr Länder besteuern oder verbieten Plastiktüten oder Einweggeschirr. Endlich. DEN GRÖSSTEN SCHRITT KÖNNEN WIR SELBER MACHEN. TAGTÄGLICH NUTZEN WIR VIEL ZU VIEL PLASTIK. LASST UNS DAS LASSEN!“

Über im Flüssig (Foto: Alexas_Fotos / Pixabay)

Kurzum: Ideen werden gesammelt und umgesetzt, möglichst jeden Plastikmüll im Nachtleben zu meiden. Back to Stroh-Halm im wahrsten Sinne. Die Trinkröhren gibt es übrigens mittlerweile auch edel aus Glas – aber unpraktisch und teuer im Club-Alltag. Ein Tipp an die Clubs war so aber auch: Halme für Drinks überhaupt erst auf Nachfrage rauszugeben.

Mehr Infos dazu: #FCKPLASTIC; fckplastic.org; facebook.com/fckplastic.org

Ebenso interessant ein Vortrag von Vertretern von Greenpeace Energy. Ein Ableger des Umweltvereins, der aber auch Clubs u.a. beim Energiesparen unterstützt. Und das reicht vom Handtrockner über die Glühbirne, dem Bewegungsmelder bis zum Kühlschrank. Man lernt und spart eben nie aus.

Auch konnte freudig für Verbandsmitglieder wieder die ein oder Partnerschaft mit satten Rabatten im Einkauf verkündet werden wie auch der Service des Kombinats ohnehin kaum eine Frage offen zu lassen scheint: clubkombinat.de/mitglieder/service

Harburg ist also mittendrin im urbanen Club-Geschehen, das noch kurze Zeit zur Aktion #FutureMusicCityHH (´Tiefgang` berichtete mehrmals) uns zur gleichnamigen Petition aufruft. Und auch steht fest: Hamburger Musikveranstalter*innen ohne Mitgliedschaft im Clubkombinat ist wohl nur schwer zu helfen. Alle anderen nutzen sie schon.

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„Einen Nagel im Kopf!“ https://www.tiefgang.net/einen-nagel-im-kopf/ Sat, 27 May 2017 06:00:30 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1168 [...]]]> In einer neuen Reihe „Club-Asse – Macher, Mucker & Moneten“ geht es um die Köpfe hinter den Live-Clubs. Und da hat auch der Süden der Stadt einige(s) zu bieten.

Der Dachverband von Hamburgs privaten Musikbühnen – das Clubkombinat Hamburge .V. – zählt mittlerweile über 100 Mitglieder und stellt diese nun auch in Lockerer Folge in der Rubrik „Club-Asse“ vor. Und niemand Geringeres als der Harburger Inselklausen-Chef „Köni“ wurde zum Start portraitiert. Das wollen wir Euch natürlich nicht vorenthalten:

„Hoch im Norden, hinter den Deichen…“ sang Udo Lindenberg einst in jungen Jahren und beschreibt damit eigentlich recht passend die Off-Location Lage der INSELKLAUSE im Harburger Hafen auf der Pionierinsel.

Mit einem Bein im Hochwasser der Süderelbe, mit dem anderen im Naturschutzgebiet Schweenssand und den Anwohnern im Nacken betreibt Andreas „Köni“ Koenecke die bereits seit 1956 existierende Klause seit März 2013 und lädt bei Räucherfisch, Fassbier und buntem Musikprogramm zum chillen mit Blick auf Schilf und Kormoran ein.

Zeit zum chillen hat der Inselwirt selber aber kaum, denn die Mehrheit der Hamburger Clubbetreiber kämpft u. a. mit komplexen Vorschriften, strickten Auflagen, steigenden Kosten an mehreren Fronten gleichzeitig. Häufig am Rande der Existenz und Belastung stellt sich daher bei fast allen die Kernfrage: Warum betreibt man einen Club? Idealismus oder Wahnsinn?

Frage: „Köni, warum tust du dir die INSELKLAUSE eigentlich an?“

Köni: „Man muss als Clubbetreiber schon einen Nagel im Kopf haben. Da Musik für mich schon im Alter von 6 Jahren, seit meiner ersten Scheibe „Route 66“ von den „Rolling Stones“, einen Schwerpunkt und Anker bis jetzt inne hat, gebe ich gern Bands eine Möglichkeit vor tollem Publikum zu spielen und im Gegenzug den Hamburgern die Gelegenheit bei freiem Eintritt an echter Subkultur mitzuwirken. Kultur für jedermann ist mir wichtig. Eine Knolle für 2,20€ , das ist schon ein anderes Konzept als bei der geförderten Elbphi.“

Frage : „Was ist aktuell deine größte Sorge, deine größte Baustelle? Wo brennt es?“

Köni: „Die Bürokratie, die Vorschriften, die GEMA, das Finanzamt. Wir schaffen Kultur, treiben reichlich Umsatzsteuer für den Staat ein, schaffen Arbeitsplätze und sorgen dafür, dass die Leute montags wieder gut gelaunt bei der Arbeit funktionieren und es werden einem nur Steine in den Weg gelegt. Das nervt, kostet Zeit und Geld. Große Sorge bereitet mir, dass viele Clubs der Musikstadt Hamburg in großen finanziellen Nöten sind, da die Förderung der Musikkultur nicht gerecht erfolgt und nur wenige über ausreichend Fördergelder verfügen, während andere mit den zugeteilten Krümeln täglich um Ihre Existenz fürchten müssen.“

Frage: „Welche Wirkung hat die Förderung durch den Live Concert Account auf die Inselklause?“

Köni: „Die Förderung unbekannter Bands und gleichzeitig fast ausschließlich Konzerte ohne Eintritt für jedermann zu veranstalten, wäre mit Sicherheit erheblich schwieriger zu realisieren, wenn es nicht einen finanziellen Ausgleich durch den LCA geben würde. Dafür zwei dicke Daumen hoch!“

Clubbetreiber und Räucher-fisch-Experte. Andreas „Köni“ Koenecke (Foto: Inselklause)

Frage: „Wie wirkt sich die Mitgliedschaft beim Clubkombinat Hamburg e.V. aus?“

Köni: „Mitglied im Clubkombinat zu sein bedeutet vor allem – Du bist nicht allein ! Ein schönes Gefühl im täglichen Kampf gegen Auflagen, Bestimmungen, Reglementierungen denen man als Musikclubbetreiber nahezu hilflos ausgesetzt wäre. Natürlich kann das Clubkombinat nicht alle Schwierigkeiten beseitigen, aber man wird wahrgenommen und das allein gibt einem schon mächtig Power, um noch ein paar Steine aus dem Weg zu räumen.“

Frage: „Eine gute Fee sitzt eines Abends bei dir am Tresen. Was wäre dein dringlichster Wunsch?“

Köni: „An erster Stelle Weltfrieden, Freiheit und Gerechtigkeit, und egoistisch einmal wenigstens drei Monate lang nicht über finanzielle Nöte nachdenken zu müssen. Ach ja, wie schön wäre es wenn wir von der GEMA Unterstützung bekämen, weil sie von uns Ihre Sternchen ausgebildet kriegen an denen sie sich später dumm und dämlich verdienen.
Wir schaffen die Bühnen und werden täglich in unserer Arbeit durch Bürokratie und Gebühren behindert!“

Frage: „Worauf freust du dich in deiner kommenden Saison am meisten?“

Köni: „Auf alle Inselfans und die megageilen Bands die, genau wie unser Inselteam, nicht mehr ohne die Inselklause sein wollen. Der Winter war eindeutig zu lang! It was a long cold winter.“

Inselklause // Schweenssand-Hauptdeich 6 // 21079 Hamburg // www.inselklause.de

Wie beim Club-Quartett finden sich bei „Club-Asse“ alle Infos kompakt. (Collage: Clubkombinat HH)

(publiziert am 14. Mai 2017 vom Clubkombinat HH e.V.)

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