Intendant Axel Schneider https://www.tiefgang.net Thu, 12 Jan 2023 09:45:29 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Großer Vorhang in Bergedorf https://www.tiefgang.net/grosser-vorhang-in-bergedorf/ Fri, 13 Jan 2023 23:39:29 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9634 [...]]]> Während Theater in ganz Deutschland über Publikumsschwund klagen, schreitet man in der Hansestadt mutig voran. Am 21. Januar eröffnet hier das neue LichtwarkTheater im Stadtteil Bergedorf.

Die Initiative der Körber-Stiftung und des Bezirksamts Bergedorf setzt auf ein einzigartiges Nutzungskonzept, das Schauspielprofis und Laien gleichermaßen Bühnenzeit einräumt.

458 Sitzplätze und hochwertige Bühnentechnik – in Größe und Ausstattung kann sich das neue LichtwarkTheater mit vielen anderen deutschen Theatern messen. 2,5 Millionen Euro hat die Körber-Stiftung dafür in den Ausbau investiert. Beheimatet ist die Schauspielstätte im ebenfalls neu eröffneten KörberHaus in Hamburg-Bergedorf. Das insgesamt 6.000 Quadratmeter große Begegnungs- und Veranstaltungshaus hat erst im Dezember 2022 den Betrieb aufgenommen und wird von der Körber-Stiftung und dem Bezirksamt Bergedorf in einer Public Private Partnership betrieben. Die professionellen Theaterproduktionen und Gastspiele verantwortet die STÄITSCH TheaterService GmbH. Ihre Muttergesellschaft betreibt unter anderem die Hamburger Kammerspiele sowie das Altonaer Theater und hat seit fast 20 Jahren in Kooperation mit der Körber-Stiftung und dem Bezirk Bergedorf das Theater „Haus im Park“ bespielt. Außerdem werden im LichtwarkTheater auch regelmäßig gemeinnützige Vereinigungen, Stadtteilinitiativen und Schulklassen ihre Geschichten in Szene setzen. Für die richtige Mischung sorgt eine Aufteilung der Spieltage zwischen der Körber-Stiftung und dem Bezirksamt Bergedorf. Mit dem LichtwarkTheater wollen die Initiatoren die gesellschaftliche Teilhabe und eine lebendige Zivilgesellschaft und Kulturlandschaft fördern – und Publikum aus der ganzen Stadt in den Hamburger Südosten locken.

Geplant ist, dass sich der Vorhang des LichtwarkTheaters jährlich an 200 Spieltagen öffnet. Jeweils die Hälfte davon verantworten die Körber-Stiftung und das Bezirksamt Bergedorf. An 75 der 100 Spieltage des Bezirksamts bringt die STÄITSCH ein Programm aus Schauspiel, Musical, Comedy und Kabarett auf die Bühne. Mit dem einzigartigen Nutzungskonzept des neuen LichtwarkTheaters sieht Axel Schneider, Intendant der STÄITSCH TheaterService GmbH, die Bühne für die Zukunft gut gerüstet: „Es macht uns stolz und glücklich, nach 20 Jahren einer sehr erfolgreichen Bespielung des Theaters ‚Haus im Park‘ jetzt beauftragt zu sein, das neue LichtwarkTheater mit einem hochwertigen, professionellen Spielplan bespielen zu dürfen. Die großartige Ausstattung, die zentrale Lage und der Schulterschluss mit anderen Institutionen im KörberHaus stellen auch eine weitere Verbesserung für unser Publikum dar. Unser Team und die beliebten Künstler freuen sich auf diesen Neustart!“

Die übrigen 25 Spieltage gestaltet das Bezirksamt mit eigenen kulturellen und theaterpädagogischen Angeboten, organisiert unter dem Dach der lokalen Initiative StudioLichtwark. Die Körber-Stiftung vergibt den größten Teil ihrer 100 Spieltage an gemeinnützige Vereinigungen, Schulen und Initiativen im Bezirk. Den Rest gestaltet sie mit eigenem Programm, etwa Preisverleihungen oder Podiumsdiskussionen.

Vom Publikum ins Rampenlicht

Mit der Aufteilung der Spieltage setzen die Körber-Stiftung und das Bezirksamt Bergedorf einen Anspruch um, der die gesamte Arbeit des im Dezember 2022 eröffneten KörberHauses kennzeichnet. „Eine stabile, demokratische Gesellschaft kann sich nur mit Angeboten zu echter Teilhabe und Mitgestaltung auf Augenhöhe entfalten. Auf der Bühne des LichtwarkTheaters bekommen alle Interessierten die Gelegenheit, gesellschaftlichen Themen und Geschichten Ausdruck zu verleihen“, sagt Dr. Lothar Dittmer, Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung. Professionelle Unterstützung ist den Darstellenden dabei gewiss. Die Stiftung sorgt dafür, dass Technik und Ton bei den Aufführungen stimmen. Inszenierung und Werbung für die eigenen Veranstaltungen liegen bei den Aufführenden. „Mit unserem LichtwarkTheater unterstützen wir die engagierten Menschen in Bergedorf dabei, sich gemeinsam für Dialog und Demokratie einzusetzen und das vielfältige kulturelle Leben im Stadtteil zukunftsfähig weiterzuentwickeln“, so Dittmer.

Theater in Krisenzeiten neu denken

Der Zeitpunkt für die Neueröffnung eines Theaters scheint auf den ersten Blick gewagt: Corona-Pandemie und gesteigerte Lebenshaltungskosten haben die gesamte Kulturszene in Deutschland nachhaltig erschüttert. Intendant Axel Schneider ist jedoch zuversichtlich: „Die Ausstattung im KörberHaus hält alles bereit, um hochwertige Theaterproduktionen und Gastspiele zu zeigen. Dass wir uns so eine Bühne nun mit Akteurinnen und Akteuren aus der Zivilgesellschaft teilen, macht das Theater für uns besonders attraktiv – weil wir damit einen festen Platz genau da haben, wo Theater hingehört: mitten in die Gesellschaft.“ Die seit zwei Jahren andauernde Krise habe auch die Rolle von Theater in Frage gestellt. „Schauspiel – wie jede Art von Kunst – ist nicht einfach unterhaltsamer Luxus, sondern hat eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung. Das Nutzungskonzept des LichtwarkTheaters macht vor, wie sich Kulturbetrieb und gesellschaftliche Alltagskultur verknüpfen und dadurch auch stärken lassen“, betont Schneider.

Ausblick auf das Programm

Ab Februar können sich Besucherinnen und Besucher von der Angebotsvielfalt im LichtwarkTheater überzeugen. Das Programm der STÄITSCH startet musikalisch mit einem Auftritt der Simon & Garfunkel Revival Band am 3. Februar und dem Geigen-Duo Ass-Dur am 5. Februar. Am 4. Februar lesen Katharina Thalbach und Sandra Quadflieg aus Briefen von Hannah Arendt und Mary McCarthy. Vom 8. bis 10. Februar steht mit einer Adaption von Judith W. Taschlers Roman „Die Deutschlehrerin“ erstmals eine eigene Inszenierung von Axel Schneider in Bergedorf auf dem Programm.

Über das KörberHaus

Seit Dezember 2022 bereichert das KörberHaus den Stadtteil Bergedorf. Das gemeinsame Projekt des Bezirksamts Bergedorf und der Körber-Stiftung fördert mit acht weiteren Partnerorganisationen als offener Ort der Begegnung das Zusammenleben und die Teilhabe aller Generationen und Kulturen im Bezirk. In Kooperation mit lokalen Initiativen können Interessierte hier an vielfältigen Lern-, Engagement- und Kulturangeboten teilnehmen – und in Zukunft auch ihre eigenen Projekte auf die Bühne bringen.

Quelle: Körber-Stiftung

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Volles Risiko belohnt https://www.tiefgang.net/volles-risiko-belohnt/ Fri, 26 Jul 2019 22:00:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5575 [...]]]> Als Privattheater bleibt nicht viel Spielraum für Experimente und Risiko. Kempowskis Monumentalwerk „Deutsche Chronik“ am Altonaer Theater war so eines. Und es hat doch geklappt. Das wird nun belohnt.

In der Mitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es dazu:

„Ganz im Sinne der im Oktober 2016 verstorbenen Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler wird dieses Jahr mit dem Altonaer Theater ein Privattheater ausgezeichnet, das eine risikoreiche Saison überzeugend und erfolgreich abschließen konnte. Der Preis würdigt seit der Spielzeit 2016/17 jährlich herausragende Leistungen Hamburger Privattheater oder Freier Gruppen und wird für zehn Jahre von der Hermann Reemtsma Stiftung gefördert. Über die Vergabe des Preises entscheidet ein jedes Jahr neu bestimmter unbekannter Juror oder eine unbekannte Jurorin, der oder die ganz bewusst und unbedingt subjektiv arbeiten soll. Die Preisverleihung findet voraussichtlich im Oktober statt.

In der Begründung des diesjährigen Jurors/der Jurorin heißt es:  „Getreu seinem Motto ‚Wir spielen Bücher‘ hat sich das Altonaer Theater mit den sechs Romanen aus Walter Kempowskis ‚Deutscher Chronik‘ an ein literarisches Monumentalwerk gewagt. Mit seiner vierteiligen Theaterfassung hat Intendant Axel Schneider ein außergewöhnliches Zeitdokument auf die Bühne gebracht, das mit großem erzählerischen Bogen, prägnantem szenischen Zugriff und glaubwürdigen Charakteren deutsche Geschichte in deutschen Geschichten aufspürt. Mit drei weiteren starken Inszenierungen – ‚Baskerville‘, ‚Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke‘ und ‚Absolute Giganten‘ – zeigte das Theater seine große stilistische und thematische Bandbreite, mit der es ganz unterschiedliche Publikumsschichten begeistert.“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Diese hervorragende Wahl des unbekannten Jurors oder der unbekannten Jurorin zeigt – auch im Rückblick auf die letzten Entscheidungen – wie vielfältig die Theaterlandschaft in Hamburg ist. Beginnend mit der Kindertheatergruppe Kirschkern & Compes über den Lichthof als wichtiges off-Theater hat jetzt ein großes privates Theater der Stadt diesen wunderbaren Preis erhalten. Diese Vielfalt auch in den unterschiedlichen Preisträgern zu dokumentieren, hätte Barbara Kisseler mit Sicherheit sehr gefallen. Gerade für ein privates Theater ist es ein Wagnis, einen Kempowski-Zyklus auf die Bühne zu bringen. Es spricht für das Altonaer Theater, dass es vor schwierigen Stoffen nicht Halt macht und damit großen Erfolg hat. Diese Bühne ist eine große Bereicherung für das vielfältige Angebot der Kulturstadt Hamburg. Mein Dank gilt der Hermann Reemtsma Stiftung, die mit diesem besonderen Preis dazu beiträgt, das Andenken an Barbara Kisseler zu bewahren.“

Henrike Reemtsma, Hermann Reemtsma Stiftung: „In der Spielzeit 2018/19 ist das Altonaer Theater voll ins Risiko gegangen, künstlerisch und wirtschaftlich. Eine vierteilige Kempowski-Saga, das hätte auch schief gehen können. Am Ende stand ein großer Erfolg. Deshalb verdient das Altonaer Theater den nach Barbara Kisseler benannten Preis.“

Der mit 50.000 Euro dotierte Theaterpreis wird im Andenken an die im Oktober 2016 verstorbene Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler verliehen. Unterstützt wird die jährliche Vergabe durch die Hermann Reemtsma Stiftung. Jedes Jahr wird eine Person benannt, die ihren Vorschlag für die kommende Spielzeit vorlegt und das Vergabeverfahren anonym betreut. Mit dem Theaterpreis wird die Bedeutung und Qualität insbesondere der Privattheater und der Freien Gruppen in Hamburg gewürdigt.  Er ist zugleich Würdigung und Ansporn all derjenigen Theater, die die vielfältige Hamburger Theaterlandschaft mit mutigen und begeisternden Stücken bereichern.“

Quelle: www.hamburg.de/bkm

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