Kaiser Friedrich Barbarossa https://www.tiefgang.net Thu, 09 Jul 2020 13:39:56 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Das uralte Spielzeugpferd https://www.tiefgang.net/das-uralte-spielzeugpferd/ Fri, 10 Jul 2020 22:34:33 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7080 [...]]]> Das Archäologische Museum gräbt gerade nach Spuren der „Neuen Burg“, dem Nachfolgebau der einstigen Hammaburg. Dabei finden sich Fundstücke des 13. Jahrhunderts.

Noch bis Ende August führt das Archäologische Museum Hamburg archäologische Ausgrabungen im Bereich der mittelalterlichen Neuen Burg durch. Das Grabungsareal liegt auf historisch bedeutsamem Gelände, und der Straßenname „Neue Burg“ erinnert noch heute an die im Boden verborgene Festung. Das Gebiet gilt als Keimzelle der Hamburger Neustadt und birgt ein einzigartiges Denkmalensemble. Archäologisch betrachtet gibt diese wichtige Phase der Hamburger Stadtgeschichte immer noch viele Rätsel auf. Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Neuen Burg als Nachfolgebau der Hammaburg zu. Durch die aktuelle Grabung können die Archäologen jetzt neue spannende Erkenntnisse zur frühen Geschichte sammeln.

Bereits 2014 und 2016 haben die Experten des Museums Reste des Westwalls ausgegraben. In den darauf folgenden Jahren 2017 und 2019 konnten sie zudem Teile des Ostwalls untersuchen. Damals sorgten die Ergebnisse bereits für eine Überraschung: Anhand der Jahrringe der hervorragend erhaltenen Bauhölzer konnte nachgewiesen werden, dass die Neue Burg rund 40 Jahre älter war, als zuvor angenommen. Ihre Gründung fällt damit in das Jahr 1021, sie wurde also vor fast genau 1000 Jahren erbaut. Nun machen erneut umfangreiche Baumaßnahmen am Nikolaifleet archäologische Ausgrabungen notwendig, die das Archäologische Museum Hamburg noch bis Ende August durchführen wird. „Seit sieben Jahren begleiten wir jede Baustelle rund um den Hopfenmarkt archäologisch. Dabei stößt das Grabungsteam immer wieder auf neue Puzzlesteine, die das Bild von Hamburgs früher Stadtgeschichte vervollständigen. Besonders die spektakulär erhaltenen Holzkonstruktionen der Burganlage sind für uns Archäologen von großem Wert“, so Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Landesarchäologe und Direktor des Archäologischen Museums Hamburg.

An kaum einem anderen Ort in Hamburg reichen die archäologischen Schichten so tief wie hier im Mündungsdreieck zwischen Alster und Elbe. Tausende geborgene Funde und dokumentierte Baustrukturen erzählen von den Anfängen Hamburgs und gewähren Einblicke in das alltägliche Leben der früheren Bewohner. Die Neue Burg war im 11. Jahrhundert die größte Burganlage Norddeutschlands und hatte einen Durchmesser von 160 Metern. Ihr mächtiger Wall war an der Basis 36 m breit und 5 m hoch und war das weithin sichtbare Zeichen herzoglicher Macht. Gleichzeitig sicherte sie Hamburg gegen feindliche Angriffe. Auf der aktuellen ca. 210,00 m² großen Grabungsfläche im östlichen Teil der Burg war es den Archäologen nun erstmals möglich, die Walloberkante sowie den inneren Wallfuß zu dokumentieren, und auch die Besiedlungsgeschichte vom 11. Jahrhundert bis hin zum Großen Brand von 1842 konnte fast lückenlos nachgewiesen werden. Dies war nur möglich, da genau hier das Areal nach dem Brand nicht mit Häusern überbaut worden ist. So konnte der Wall an dieser Stelle erstmals in seiner kompletten Höhe und mit hervorragend erhaltenen archäologischen Befunden erfasst werden.

Eine Reise durch die Schichten: Was haben die Archäologen schon gefunden?

Während bei den bisherigen Ausgrabungen nur der untere Bereich des Walls erfasst werden konnte, stießen die Archäologen diesmal bereits knapp unter der Asphaltdecke auf die Walloberkante. Der Wallverlauf entspricht in etwa dem heutigen Verlauf der Straßen Neue Burg und Bohnenstraße. Möglicherweise wurden sogar Überreste des Osttores entdeckt, doch ist hier die Ausgrabung noch nicht abgeschlossen.

Weitere Strukturen und Funde gehören in die Zeit um 1200. Sie sind bisher die ältesten Belege für die Bebauung nach der Aufgabe des alten Burgwalls. Fundmaterial aus den nachfolgenden Jahrhunderten zeigt, dass es sich bei den Siedlern der Neustadt um sehr wohlhabende Bürger gehandelt haben muss. Ein besonders hübscher Fund ist ein Pferdefigürchen aus Ton, mit dem im Mittelalter ein Kind gespielt hat. Das wenige Zentimeter große Tier stammt aus dem 13. oder 14. Jahrhundert. Außerdem stellten die Archäologen fest, dass die Größe der Bauparzellen seit dem 14. oder 15. Jahrhundert bis zum Schluss fast 650 Jahre lang unverändert geblieben ist.

Hintergrundinformationen:

Das Gebiet der Neuen Burg gilt als die Keimzelle der Hamburger Neustadt, die angeblich durch Kaiser Friedrich Barbarossa 1189 besondere Privilegien erhielt. Mit ihr begann der Aufstieg Hamburgs zur Hansestadt. Die Neue Burg war im 11. Jahrhundert die größte Burganlage Norddeutschlands und wurde im Auftrag des Billungerherzog Bernhard II. ab 1021 errichtet. Der mächtige Wall sicherte den Westen Hamburgs gegen feindliche Angriffe, während der Heidenwall am Speersort die Stadt nach Osten sicherte. Der Neuen Burg kam damit eine Schlüsselrolle als Nachfolge-Befestigung der Hammaburg zu. Im 12. Jahrhundert wurde die Neue Burg aufgegeben. Danach ließ Wirad von Boizenburg im Auftrag von Graf Adolph III. von Schauenburg das Innere des Burgwalls aufschütten und die so gewonnene Fläche in annährend gleich große Grundstücke aufteilen und an Kaufleute vergeben. Diese Neusiedler erhielten besondere Rechte, wie freie Schifffahrt auf der Elbe bis zur Mündung. Im Bereich des heutigen Hopfenmarktes standen neben der ersten Nikolaikirche auch das erste Rathaus und die Münze. Um 1220 wurden die Barbarossa-Privilegien der Neustadt auch auf die Altstadt übertragen, und Hamburg wuchs zusammen. Damit begann der Aufstieg zur Hansestadt.

Quelle: www.amh.de

 

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Die Spuren Barbarossas https://www.tiefgang.net/die-spuren-barbarossas/ Fri, 29 Nov 2019 23:10:48 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6118 [...]]]> Sie heißt „Neue Burg“ und stammt doch aus dem 12. Jahrhundert. Nun gräbt das Harburger Archäologen-Team an der Keimzelle von Hamburgs „Neustadt“.

Die Vorbereitungen laufen, die Baustelle ist bezogen: Von November 2019 bis August 2020 wird das Archäologische Museum Hamburg wieder eine archäologische Ausgrabung im Bereich der einstigen Neuen Burg durchführen. Das Grabungsareal liegt auf historisch bedeutsamem Gelände, und der Straßenname „Neue Burg“ erinnert noch heute an die im Boden verborgene hölzerne Burg. Das Gebiet gilt als die Keimzelle der 1188 gegründeten Hamburger Neustadt und birgt ein für Hamburg einzigartiges Bodendenkmalensemble. Archäologisch betrachtet gibt diese wichtige Phase der Hamburger Stadtgeschichte immer noch viele Rätsel auf. Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Neuen Burg als Nachfolgebau der Hammaburg zu. Die Archäologen hoffen nun, mit dieser Ausgrabung neue Erkenntnisse zur Neuen Burg, aber auch zur anschließenden Gründung der Neustadt und damit zu den Wurzeln Hamburgs als Handelsmetropole zu erhalten.

Im Herzen der Stadt, im Bereich der sogenannten Neuen Burg im Nikolai Quartier, führt das Archäologische Museum Hamburg ab sofort eine neue Ausgrabung durch. Bereits 2014 und Anfang 2017 haben die Experten des Museums Reste des Walles der Neuen Burg nördlich des Hopfenmarktes ausgegraben. Damals sorgten die Archäologen schon für eine Überraschung: Sie konnten durch dendrochronologische Untersuchungen nachweisen, dass die Neue Burg rund 40 Jahre älter war, als zuvor angenommen. Auf der aktuellen Grabungsfläche hoffen sie nun, neue wichtige Ergebnisse ermitteln zu können.

Blick auf die Ausgrabungsstelle an der „Neuen Burg“. (Copyright: Archäologisches Museum Hamburg)

Das Gebiet der Neuen Burg gilt als die Keimzelle der Hamburger Neustadt, die durch Kaiser Friedrich Barbarossa 1189 besondere Privilegien erhielt. Mit ihr begann der Aufstieg Hamburgs als Hansestadt. Die Neue Burg war im 11. Jahrhundert die größte Burganlage Norddeutschlands und wurde vom Billungerherzog Bernhard II. ab 1021 errichtet. Der mächtige Wall mit 36 m Breite und 5 m Höhe war sicherlich ein weithin sichtbares Zeichen herzoglicher Macht und sicherte den Westen Hamburgs gegen feindliche Angriffe, während der Heidenwall die Stadt nach Osten sicherte. Der Neuen Burg kam damit eine Schlüsselrolle als Nachfolger-Befestigung der Hammaburg zu. Im 12. Jahrhundert wurde die Neue Burg aufgegeben. Danach wurde das Innere der Burg aufgefüllt und die so gewonne Fläche in annährend gleich große Grundstücke aufgeteilt und bebaut. Die Neusiedler erhielten besondere Rechte, wie zum Beispiel freie Schifffahrt auf der Elbe bis zur Mündung. Im Bereich des heutigen Hopfenmarktes standen neben der ersten Nikolaikirche auch das erste Rathaus und die Münze. Um 1220 wurden die Barbarossa-Privilegien der Neustadt auch auf die Altstadt übertragen, und Hamburg wuchs zusammen. Damit begann der Aufstieg zur Hansestadt.

„Die Ausgrabung soll nun neue Erkenntnisse zur Baugeschichte der Neuen Burg erbringen. Direkt auf dem Wall hoffen wir, die ältesten Siedlungsspuren der Neustadt zu finden und vielleicht sogar Hinweise darauf, wie, wann und warum die Neue Burg aufgegeben worden ist“, so Prof. Rainer-Maria Weiss, Landesarchäologe und Direktor des Archäologischen Museums Hamburg.

Hintergrund:

Unter dem Straßenpflaster Hamburgs liegen zahlreiche archäologische Denkmale unsichtbar verborgen. Wie ein Netz ziehen sich mehr als 3000 Bodendenkmale über die gesamte Stadt. Immer wieder werden bei Bauarbeiten unbekannte Siedlungsspuren und Gräberfelder entdeckt. Sie sind Hinterlassenschaften der Menschen vergangener Epochen und damit Teil des historischen Erbes und Bestandteil unserer Kultur und Geschichte. Der Schutz, die Pflege und die Erforschung aller archäologischen Fundstellen sind im Denkmalschutzgesetz geregelt. Das Archäologische Museum Hamburg erfüllt für die Freie und Hansestadt Hamburg diese wichtige Aufgabe.

Quelle: www.amh.de

 

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