Kampnagel https://www.tiefgang.net Tue, 01 Oct 2024 11:18:28 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Ästhetik des Urban Dance https://www.tiefgang.net/aesthetik-des-urban-dance/ Fri, 04 Oct 2024 22:12:58 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11238 [...]]]> Die Tanztriennale, der neue „Kulturelle Leuchtturm“ der Kulturstiftung des Bundes für die Sparte Tanz, geht mit einer Doppelspitze in die erste Ausgabe 2026.

Als Künstlerische Leitung hat die internationale Findungskommission die Dramaturgin Monica Gillette und die Tanz-Kuratorin Gwen Hsin-Yi Chang ausgewählt. Gillette und Chang sollen der Tanztriennale ein Profil für die gesamte Tanz-Community geben, vom klassischen Ballett über zeitgenössische Ästhetiken bis zum Urban Dance und anderen Stilen. Dazu entwickeln die beiden künstlerischen Leiterinnen ein Programm aus Tanz-Produktionen, künstlerischen Projekten für Profis und Laien sowie Formaten, in denen sich die vielfältigen Tanz-Szenen vernetzen können.

Als Austragungsort der Tanztriennale wählte der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes in einem gesonderten Bewerbungsprozess bereits im Juli 2024 Hamburg aus. Die Stadt wird die Tanztriennale gemeinsam mit dem Hamburg Ballett und der Ballettschule des Hamburg Ballett, dem internationalen Produktionshaus Kampnagel und K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg ausrichten.

Auf die Künstlerische Leitung konnten sich sowohl Teams als auch Einzelpersonen bewerben. Aus allen Bewerbungen hat sich die internationale Findungskommission einstimmig für die Berufung von Monica Gillette und Gwen Hsin-Yi Chang ausgesprochen: „Monica Gillette und Gwen Hsin-Yi Chang überzeugten mit ihrer breiten internationalen Erfahrung und ihrem tiefen Verständnis für unterschiedliche Tanzstile, sei es Ballett, Funk, Hip-Hop, Club Styles oder zeitgenössischer Tanz. Ihr Konzept verspricht, den Tanz in all seinem Potenzial sichtbar zu machen und die Stärken der erfahrenen Hamburger Institutionen mit globalen Perspektiven und neuen Impulsen aus der freien Tanzszene zu verbinden. Durch aktive Community-Arbeit, auch vor und nach der Tanztriennale, öffnen sie das Format und schaffen damit die Grundlage für ein dynamisches, relevantes Programm, das die vielgestaltige Tanzszene in Deutschland – von Amateur*innen bis zu Profis aus der ganzen Welt – wie auch das Publikum einbezieht. So entsteht ein solidarischer Raum, in dem sich eine neue Dynamik für die gesamte Szene entfaltet, und aus dem die Tanztriennale, ein neuer kultureller Leuchtturm für Tanz in Deutschland und international, wachsen kann.“

Die Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes Katarzyna Wielga-Skolimowska sagte: „Monica Gillette und Gwen Hsin-Yi Chang bringen viel Erfahrung und Engagement mit und stehen mit großer Glaubwürdigkeit für einen inklusiven Ansatz, der den verbindenden Charakter des Tanzes in den Mittelpunkt stellt. Ich bin überzeugt, dass – dank ihrer Netzwerke und ihres Wissens über die künstlerische Entwicklung des Tanzes – die erste Tanztriennale auf die Szene in Deutschland und darüber hinaus ausstrahlen wird.“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg: „Die Kulturstadt Hamburg besticht mit einer national und international agierenden Tanzszene. Die Tanztriennale baut auf dieser vielfältigen Szene auf und legt einen Schwerpunkt auf die Potenziale, die in der Verschränkung unterschiedlicher Produktionsformen und in der internationalen Vernetzung liegen. Monica Gillette und Gwen Hsin-Yi Chang sind als künstlerisches Leitungsteam der Tanztriennale gerade für die internationale Strahlkraft und Vernetzung der Tanzszene eine hervorragende Wahl. Wir gratulieren sehr herzlich, freuen uns auf die Zusammenarbeit und auf das Netzwerk, das mit der Tanztriennale in Hamburg für die Kunstform Tanz entstehen wird. Ich bin mir sicher, dass wir uns auf ein außergewöhnliches Fest des Tanzes freuen können.“

Monica Gillette arbeitet derzeit als Dramaturgin für das Tanzhaus Zürich und forscht im Auftrag des European Dance Development Network (EDN). Sie absolvierte eine klassische Ballettausbildung in den USA und sammelte vielfältige Erfahrungen im zeitgenössischen Tanz in Europa, zuletzt im Ensemble des Theater Freiburg. Neben ihrer Tätigkeit als Dramaturgin hat sie sich anschließend auf internationale Projekte spezialisiert, die Tanz mit sozialem Engagement und kulturellem Austausch verbinden. Zuletzt war sie an mehreren europäischen Tanz-Projekten beteiligt, etwa „Migrant Bodies/Moving Borders“, „Empowering Dance“ oder „Dancing Museums – The Democracy of Beings“.

Gwen Hsin-Yi Chang hat sich auf spartenübergreifendes künstlerisches Arbeiten spezialisiert und bringt als Kuratorin Erfahrungen aus mehreren Projekten im Bereich Tanz mit. Sie war Gastkuratorin des Tanzkongresses 2022 in Mainz und leitete die Abteilung für internationale Partnerschaften am Nationalen Kunst- und Kulturzentrum Weiwuying (Kaohsiung, Taiwan), die Taiwan Dance und Weiwuying Circus Platforms. In Luxemburg initiierte sie AxE Arts Europa, ein Netzwerk für künstlerischen Austausch in den Darstellenden Künsten. Chang ist Partnerin in der europäischen Tanz-Plattform Aerowaves und Mitglied im Steuerungsgremium des Circus Asia Network.

Mitglieder der Findungskommission: Joy Alpuerto Ritter (Choreografin, Berlin), Bruno Bouché (Künstlerischer Leiter Ballet de l’Opéra national du Rhin, Mulhouse/Frankreich), Serge Aimé Coulibaly (Künstlerischer Leiter Faso Danse Theatre, Brüssel/Belgien und Bobo-Dioulasso/Burkina Faso), Ingrida Gerbutavičiūtė (Intendantin tanzhaus nrw, Düsseldorf), Wanda Puvogel (Tanzdirektorin und Dramaturgin Luzerner Theater/Schweiz)

Beratung der Findungskommission: Michael Freundt (Geschäftsführer Dachverband Tanz Deutschland), Markus Pitz (Amtsleiter Kultur in der Behörde für Kultur und Medien, Hamburg), Katarzyna Wielga-Skolimowska (Künstlerische Direktorin Kulturstiftung des Bundes)

Detaillierte Informationen zur Tanztriennale finden Sie unter www.kulturstiftung-des-bundes.de/tanztriennale

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Wer kommt eigentlich? https://www.tiefgang.net/wer-kommt-eigentlich/ Fri, 13 Jan 2023 23:04:39 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9637 [...]]]> Wer besucht in Hamburg eigentlich welche Kultureinrichtung? Wie informiert sich das Publikum über Kulturangebote und wie wird die Hamburger Kulturszene wahrgenommen? Die Kulturbehörde will es wissen …

Was hat sich eigentlich seit Beginn der Pandemie verändert? Viele Fragen, denen man noch nicht wirklich nachgegangen ist. Ihre Antworten könnten aber zukunftsweisend sein.

Um repräsentative Daten zur Publikumsstruktur in den Hamburger Kultureinrichtungen zu gewinnen, startet die Behörde für Kultur und Medien in enger Absprache mit Hamburger Kultureinrichtungen im Januar eine breit angelegte Befragung von Besucher*innen, die an verschiedenen Terminen im gesamten Jahr 2023 stattfinden wird. Zunächst wird stichprobenartig das Publikum in den staatlichen Häusern wie den Museumsstiftungen oder den Staatstheatern befragt. Im Laufe des Jahres können sich auch private Kulturinstitutionen an der Befragung beteiligen. Ergänzt wird die Erhebung durch eine Nicht-Besucherbefragung im Laufe des Jahres.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Nach den großen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sehen wir ein sehr uneinheitliches Bild bei den Besucherzahlen: Während einige Kulturveranstaltungen wieder ausverkauft sind, werden andere weiter eher zögerlich besucht. Wir wollen genauer wissen, woran das jeweils liegt und welche Strategien sich lohnen, um das Publikum noch besser anzusprechen. Der erste Schritt ist daher eine breit angelegte Besucherbefragung. Wir wollen erfahren, wie sich das Publikum unserer Kultureinrichtungen zusammensetzt und welche Bedürfnisse es hat. Wir brauchen repräsentative Daten zum Publikum der Kultureinrichtungen und zur Kulturstadt Hamburg. Die Ergebnisse können eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der Kulturstadt Hamburg in den nächsten Jahren sein. Die Kultureinrichtungen können mit dieser Basis noch gezielter auch ein neues Publikum ansprechen und ihre Reichweite vergrößern. Denn wir alle brauchen Kultur.“

Die Befragung der Besucher*innen war ursprünglich für das Jahr 2020 geplant und musste wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Sie beginnt im Januar und findet in verschiedenen Kultureinrichtungen über das gesamte Jahr 2023 statt. Sie wird vom Leipziger Marktforschungsunternehmen CONOSCOPE durchgeführt und startet in den staatlichen Kulturinstitutionen: Archäologisches Museum Hamburg, Bergedorfer Museumslandschaft, Deichtorhallen Hamburg, Deutsches Schauspielhaus, Hamburg Musik (Elbphilharmonie, Plaza und Laeiszhalle), Hamburger Kunsthalle, Hamburgische Staatsoper, Kampnagel, KZ-Gedenkstätte Neuengamme, MARKK – Museum am Rothenbaum, Museum für Kunst und Gewerbe, Philharmonisches Staatsorchester, Planetarium Hamburg, Thalia Theater und die Häuser der Stiftung Historische Museen Hamburg.

In jeder Kultureinrichtung werden so viele Besucher*innen befragt, dass die Daten repräsentativ für das jeweilige Haus sind. Alle erhobenen Daten werden außerdem gesammelt ausgewertet, sodass darüber hinaus auch aussagekräftige Ergebnisse zur Publikumsstruktur der Kulturstadt Hamburg insgesamt entstehen. Insgesamt sollen rund 15.000 Besucherinnen und Besucher befragt werden. Geschulte Interviewerinnen und Interviewer werden an mit den Kultureinrichtungen abgestimmten Terminen die Besucher*innen auf Basis eines Fragebogens interviewen. Der Fragebogen kann analog oder digital ausgefüllt werden.

In allen Kultureinrichtungen wird ein identischer Basisfragebogen genutzt. Jede Kultureinrichtung kann außerdem noch eigene Fragen hinzufügen und so Antworten auf individuelle Fragestellungen erhalten.  In den nächsten Monaten können sich außerdem private Kultureinrichtungen anschließen und in ihren Häusern ebenfalls die Besucher*innen befragen. Darüber hinaus soll in einer ergänzenden Nicht-Besucherbefragung im Laufe des Jahres näher untersucht werden, warum Menschen sich gegen den Besuch einer Kultureinrichtung entscheiden und wie sich das Verhalten der Besucher*innen von Kultureinrichtungen in den letzten drei Jahren verändert hat. Es ist geplant, nach rund sechs Monaten ein erstes Zwischenergebnis vorzulegen. Für die Befragung steht insgesamt ein Budget von rund 160.000 Euro zur Verfügung.

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»Diversify The Code« https://www.tiefgang.net/diversify-the-code/ Fri, 02 Apr 2021 22:27:49 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7788 [...]]]> Was nützt die Digitalität der Kunst? Dieser Frage gehen nun die Deichtorhallen, Kampnagel und der Chaos Computer Club gemeinsam nach.

 

Mit dem gemeinsamen Projekt »Diversify the Code! Künstlerische Produktion und institutioneller Strukturwandel« im digitalen Raum haben die Deichtorhallen Hamburg und Kampnagel im Rahmen des Fonds Digital der Kulturstiftung des Bundes ihre Kooperation begonnen. Der Chaos Computer Club (CCC) begleitet das Projekt als digitaler Partner.

Das Kooperationsvorhaben »Diversify the Code!« geht der Frage nach, wie digitale Technologien für die künstlerische Arbeit, deren Vermittlung sowie für eine umfassende Neustrukturierung interner Arbeits- und Produktionsstrukturen der Häuser entwickelt und eingesetzt werden können. Der digitalen Entwicklung soll dabei im besten Sinne kritisch begegnet werden; mit dem Projekttitel »Diversify the Code« wird das Anliegen ausgedrückt, sich für Diversität in der Technologie-Entwicklung einzusetzen; denn nur wenn die Diversität der Gesellschaft in den Entwicklungsstrukturen repräsentiert ist, kann das entwickelte Produkt der Vielfalt der Nutzer:innen gerecht werden.

Im Rahmen des Projektes werden beide Häuser die Vernetzung von Kunst und Technologie unterstützen und befördern. In digitalen Forschungsresidenzen und Laboratorien soll zur Rolle von Technologie in der künstlerischen Praxis experimentiert werden – den Häusern geht es hier vor allem darum, den Raum für interdisziplinären Austausch zwischen bildenden und performativen Künsten und Technologien zu fördern und neue (digitale) Ansätze künstlerischen Ausdrucks zu erforschen. Darüber hinaus werden zum einen Open Source-Anwendungen entwickelt, welche die Zusammenarbeit in den Häusern verbessern und dem Selbstverständnis sowie der betrieblichen Praxis beider Häuser entsprechen.

Amelie Deuflhard: „Kampnagel stand schon immer für Sparten-verschmelzende Kunst; digitale Technologie ist als Teil davon nicht mehr wegzudenken, weder aus den Strukturen noch aus den künstlerischen Mitteln und Ästhetiken. Mit unserer Kooperation möchten wir in diesem Bereich neue Impulse setzen und Experimente fördern – und uns dabei gemäß dem Motto Diversify the Code kritisch mit diskriminierenden Strukturen und einseitigen, dominierenden Perspektiven in diesem Feld auseinandersetzen.“

Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen Hamburg: „Das Online-Projekt Diversify the Code! hat für die Zukunft unserer Häuser eine große Relevanz. Kulturschaffende und Besucher*innen wird entgegen der Logik großer Suchmaschinen, Internet-Anbieter und Netzstrukturen ein neuer Zugang zu den Institutionen und ihren Programmen ermöglicht. So soll ein spannender Ort für jüngere künstlerische Szenen und kulturelle Netzaktivitäten entstehen, der Diskurse rund um Prozessorientierung, Interdisziplinarität und digitaler Transformation aufgreift. Dabei wollen wir uns auch Methoden der »Open source culture« und des »creative coding« bedienen: Von der Vereinfachung interner Kommunikationsabläufe über neu gestaltete Vermittlungskonzepte bis hin zu künstlerischen Produktionsmöglichkeiten für die von uns erdachten digitalen Plattformen, um Kunst und Kultur, Technologie und Bildung neu in unser Angebot zu integrieren.“

Bert Antonius Kaufmann, kaufmännischer Direktor der Deichtorhallen Hamburg: „Die Förderung im Fonds Digital der Kulturstiftung des Bundes ist eine große Chance für alle beteiligten Institutionen. Sie ermöglicht die gemeinsame Entwicklung neuer digitaler Infrastrukturen und damit die Verbesserung interner Organisationsprozesse. Bei diesem Prozess wollen wir alle Mitarbeiter:innen miteinbeziehen und ganz im Sinne des Open Source-Gedankens vorgehen.“

Kampnagel, die Deichtorhallen Hamburg und der CCC wissen, dass das Netz kein »neutraler« Ort ist und die ihm zugrundeliegenden Technologien nicht objektiv sind. Tatsächlich konstituieren diese Technologien scheinbar neutrale Informationen, Systeme und Strukturen von einer bestimmten gesellschaftlich dominanten Perspektive aus. Es gilt die Digitalisierung daher divers zu gestalten, ihr Potential nutzbar zu machen, um Zugänge gerechter und nachhaltiger zu verteilen, selbstbestimmte Nutzung zu stärken, Datenhoheit zurück zu gewinnen und Wissen zu teilen.

Der Fonds Digital der Kulturstiftung des Bundes ermöglicht Kulturinstitutionen, richtungsweisende digitale Vorhaben umzusetzen, Veränderungsprozesse auszubauen, mit neuen digitalen Ästhetiken und Ausdrucksformen zu experimentieren sowie die digitale Profilierung ihrer Häuser weiter voranzutreiben. Insgesamt sind  36  Kulturinstitutionen beteiligt. Kampnagel und die Deichtorhallen blicken bereits auf erfolgreiche Kooperationen zurück, darunter die Kunstinstallation White Bouncy Castle von William Forsythe, Dana Caspersen und Joel Ryan (2010) sowie das Ausstellungsprojekt Retrospective von Xavier Le Roy (2013).

Das Verbundprojekt »Diversify the Code! Künstlerische Produktion und institutioneller Strukturwandel« ist gefördert im Fonds Digital im Programm Kultur Digital der Kulturstiftung des Bundes.

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City of dances https://www.tiefgang.net/city-of-dances/ Fri, 31 Jan 2020 23:55:39 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6274 [...]]]> Eine ganze Stadt im Tanzrausch: Kampnagel, die Ballettschule des Hamburg Ballett John Neumeier, K3 | Tanzplan Hamburg und das Bundesjugendballett verbünden sich, um gemeinsam die 7. Biennale Tanzausbildung 2020 Hamburg auszurichten.

Verschränkt mit den Veranstaltungen der Biennale findet vom 17. bis zum 23. Februar Kampnagel die 6. Ausgabe des Tanzfestivals FOKUS TANZ statt – Tanz total aller Stilrichtungen mit einer Vielzahl öffentlicher Veranstaltungen.

Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung: „Tanzen ist Ausdruck von Kreativität und Vitalität. Tanzen verbindet Menschen miteinander. Gut ausgebildete Tänzerinnen und Tänzer geben ihre Begeisterung an ihr Publikum weiter. Deshalb müssen Nachwuchskünstlerinnen und Nachwuchskünstler die Gelegenheit haben, schon frühzeitig vor Publikum aufzutreten. Gleichzeitig sollen sie sich mit verschiedenen Ausbildungskulturen auseinandersetzen können, um voneinander zu lernen. Daher fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Biennale Tanzausbildung. Damit wollen wir zur Qualität der Tanzausbildung beitragen. Dies ist auch eine Anerkennung für den Beruf des Tänzers.“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien Hamburg: „Mit dem Hamburg Ballett unseres Ehrenbürgers Prof. John Neumeier, der Ballettschule und dem Bundesjugendballett und einer vielfältigen Szene rund um K3 | Tanzplan Hamburg und Kampnagel ist die Hansestadt eine international bedeutende Tanzstadt. Mit ‚City of Dances‘ wollen wir den internationalen Austausch fördern und die Vielfalt und Faszination des Tanzes für jeden und jede erlebbar machen. Erstmals werden hierfür die Biennale Tanzausbildung und Fokus Tanz mit ihren international anerkannten Choreografinnen und Choreografen vereint. Dank der kooperativen Zusammenarbeit der so unterschiedlichen Kultureinrichtungen in Hamburg wird die Kulturstadt Hamburg dieses Jahr zur kreativen Schnittstelle für die Weiterentwicklung des internationalen Tanzes.“

Hamburg wird zur CITY OF DANCES, wenn sich im Februar eine Woche lang der internationale Nachwuchs des zeitgenössischen Tanzes auf der 7. Biennale Tanzausbildung 2020 Hamburg zum Netzwerken in der Hansestadt trifft und parallel auf den Kampnagel-Bühnen beim Festival FOKUS TANZ internationale Tanz-Gastspiele gezeigt werden. Die wichtigsten Hamburger Tanz-Institutionen haben sich zusammengetan um zu zeigen, wie vielfältig, wie inklusiv, wie inspirierend, wie intensiv, wie wichtig und wie mitreißend das Genre ist.

Get together der Tanzwelt

Die Ballettschule des Hamburg Ballett John Neumeier, das Bundesjugendballett, K3 | Tanzplan Hamburg und Kampnagel veranstalten gemeinsam den Bundeswettbewerb, die 7. Biennale Tanzausbildung 2020 Hamburg, ein Treffen der Mitglieder der Ausbildungskonferenz Tanz, das alle zwei Jahre von einer anderen deutschen Ausbildungsinstitution ausgerichtet wird. Studierende von jeweils neun nationalen und neun internationalen Ausbildungsinstitutionen kommen zusammen, um sich über unterschiedliche Studienschwerpunkte auszutauschen, in Ateliers und Workshops voneinander zu lernen und gemeinsam zu trainieren. Dem Hamburger Publikum werden die Tanzstudierenden an sechs Abendenden auf Kampnagel kurze Stücke und damit die große Bandbreite ihrer jeweiligen Ausbildungsschwerpunkte zeigen – so wird die Zukunft des Tanzes erlebbar.

Großes Publikumsfestival

Während die Trainings, Ateliers und Workshops der Biennale Tanzausbildung nicht öffentlich im Ballettzentrum Hamburg John Neumeier und auf verschiedenen Probebühnen auf Kampnagel stattfinden, macht das Festival FOKUS TANZ dieses Tanz-Ereignis gleichzeitig zum großen Publikumsfestival. Eingeladen sind Stücke, die eindrucksvoll zeigen, wie vielseitig Tanz sein kann – vom Post Modern Dance der Choreografie-Ikone Deborah Hay über urbanen House Dance von Ousmane Sy und Claire Cunninghams Choreografie mit Krücken bis zu nora chipaumires Live-Performance-Album über afrikanische Stereotypen.

Weltpremiere

Tänzerinnen und Tänzer der verschiedenen Disziplinen werden beim ersten FUSION DANCE BATTLE in gemischten Teams zum spartenübergreifenden Tanz-Wettbewerb antreten. Eine Weltpremiere! Expertinnen und Experteb diskutieren die digitale Zukunft und den Wandel der Tanzausbildung auf einem Symposium, Tanzwissenschaftlerin Gabriele Klein stellt ihr Buch „Pina Bausch und das Tanztheater“ vor und spricht über die Relevanz von wissenschaftlicher und künstlerischer Forschung in BA- und MA-Tanzstudiengängen. Außerdem sind alle Interessierten zum Kick-off der neuen BOTTOM-UP DANCE SCHOOL eingeladen, die von Kampagel und K 3 I Tanzplan gegründet wird, um zukünftige Tänzer und Tänzerinnen in Hamburg auf eine professionelle Ausbildung vorzubereiten. Damit kann Hamburg dauerhaft CITY OF DANCES werden.

City of dances

  1. Biennale Tanzausbildung 2020

Trainings und Ateliers im Ballettzentrum Hamburg John Neumeier

Tägliche Führungen für Biennale-Teilnehmende in der Stiftung John Neumeier

Workshops, Symposium und KURZE STÜCKE auf Kampnagel

www.biennale-tanzausbildung.de

Fokus Tanz #6

Vorstellungen auf Kampnagel, Karten: 040/27 09 49 49, www.kampnagel.de, Preise stehen direkt unter den einzelnen Veranstaltungen

 

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Kampnagel neu denken https://www.tiefgang.net/kampnagel-neu-denken/ Fri, 20 Dec 2019 23:15:55 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6165 [...]]]> Das Zentrum für eine außergewöhnliche freie Theater- und Kunstszene soll bald saniert werden aber auch weiterentwickelt. Geld ist nun da, erste Ideen auch.

Kampnagel wird umfangreich modernisiert. Die Stadt plant, die Gebäude und das Gelände im Rahmen des Mieter-Vermieter-Modells grundlegend zu sanieren und zu erweitern. Mitte November hat der Bund beschlossen, die Sanierung Kampnagels mit bis zu 60 Millionen Euro zu unterstützen, die in gleicher Höhe von der Stadt kofinanziert werden. Mit dieser Unterstützung kann das internationale Produktionshaus als weltweit renommiertes Zentrum für aktuelle Kunst unterschiedlicher Sparten grundlegend weiterentwickelt werden. Die Behörde für Kultur und Medien, Kampnagel und die städtische Sprinkenhof GmbH haben heute hierfür erste Ideen präsentiert.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Kampnagel ist das Zentrum für genreübergreifende, zeitgenössische Kunst in Hamburg mit internationaler Ausstrahlung. An diesem herausragenden Produktionsort werden immer wieder wichtige Impulse für unseren gesellschaftlichen Diskurs gesetzt. Schon lange planen wir, Kampnagel zu sanieren. Mit der Unterstützung des Bundes können wir das Kampnagel Gelände jetzt ganz neu denken. Wir möchten hier nicht nur zeitgemäße Produktionsbedingungen schaffen, sondern diesen historischen Ort noch weiter in den Stadtteil öffnen und zu einem zentralen Ankerplatz für Produktionen aus der ganzen Welt entwickeln. Wir wollen damit die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Kampnagel sich auf dem gewohnt hohen künstlerischen Niveau als Spiel- und Produktionsstätte für die freie Szene, als Labor für spartenübergreifende Gegenwartskunst und als Raum für Begegnung der Stadtgesellschaft weiterentwickeln kann.“

Prof. Monika Grütters, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien: „Die freie Szene spielt in der Kulturlandschaft Deutschlands eine große Rolle, denn ästhetische Innovationen finden oft außerhalb etablierter Kulturorganisationen statt. Von diesem Innovationsgeist profitieren auch die Stadt- und Staatstheater. Nicht zuletzt deshalb fördern wir Orte der freien Szene – wie hier auf Kampnagel, dessen Bedeutung weit über Hamburg hinausgeht.“

Amelie Deuflhard, Intendantin Kampnagel: „Das historische Kampnagel-Fabrikgelände hat das Potenzial, ein weiterer architektonischer Leuchtturm in Hamburg zu werden und als Ort internationale Strahlkraft zu erlangen. Die umfangreichen finanziellen Mittel für die Sanierung ermöglichen uns, neue Maßstäbe zu setzen und beispielgebend zu sein sowohl hinsichtlich der Nutzung industrieller Bauten als auch für die räumliche Gestaltung eines zeitgenössischen Spiel- und Produktionsortes. Die anstehende Sanierung ist ein Prozess, der von innen heraus gestaltet werden muss, in sehr engem Austausch mit den Mitarbeiter*innen, Künstler*innen, dem Publikum und den ausführenden Architekten. Wir haben jetzt die Chance bekommen, neue Räume für künstlerische Visionen zu bauen und ein Zukunftsmodell des internationalen Theaters für die diverse Stadtgesellschaft zu entwickeln.“

Sabine Stenzel, Kaufmännische Direktorin Kampnagel: „Die hohe internationale Wahrnehmung Kampnagels als Ort der politischen Avantgardekunst wird zukünftig auch eine architektonische Entsprechung finden. Neben einer hohen Funktionalität der Räumlichkeiten und verbesserter Infrastruktur für Künstler*innen, Publikum und Mitarbeiter*innen, wird es um die größtmögliche Flexibilität in der Nutzung hinsichtlich zukünftiger Anforderungen gehen sowie um den Erhalt der besonderen Atmosphäre eines Ortes, an dem so Vieles möglich ist. Wir streben an, sowohl hinsichtlich ökologischer Baustandards als auch in Sachen Barrierefreiheit zukunftsweisende Maßstäbe zu setzen.“

Martin Görge, Geschäftsführer Sprinkenhof GmbH: „Um in der Kulturfabrik Kampnagel auch zukünftig einem breiten Publikum ein vielfältiges, spartenübergreifendes kulturelles Programm an einem unkonventionellen Ort anbieten zu können, freuen wir uns, die Sanierung und Modernisierung realisieren zu können. Diese besondere bauliche Herausforderung werden wir mit unserer langjährigen Erfahrung partnerschaftlich auf den Weg bringen und so einen Ort schaffen, der auch zukünftig den Rahmen für eine renommierte Produktions- und Spielstätte bildet. Wir hoffen, damit einen bedeutenden Beitrag für den Standort zu leisten.“

Die zum Teil denkmalgeschützten Gebäude und Anlagen auf dem Gelände der ehemaligen Kranfabrik Kampnagel, auf dem sich seit Anfang der 1980er Jahre das gleichnamige internationale Produktionszentrum befindet, müssen in den nächsten Jahren grundlegend saniert und modernisiert werden. Die Stadt Hamburg plant, dies im Rahmen des Mieter-Vermieter-Modells durch die städtische Sprinkenhof GmbH zu realisieren, die den grundlegenden Sanierungsbedarf in einem Vorgutachten ermittelt hat.

Nach einem Beschluss des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestags beteiligt sich der Bund mit bis zu 60 Millionen Euro an der Modernisierung Kampnagels. In gleicher Höhe durch die Stadt kofinanziert, stehen damit bis zu 120 Millionen Euro zur Verfügung. Damit hat Kampnagel die Möglichkeit, räumlich und konzeptionell eines der führenden internationalen Produktionshäuser zu werden.

Das renommierte Pariser Architekturbüro Lacaton & Vassal hat vor dem Hintergrund der industriellen und künstlerischen Geschichte des Geländes in einer Konzeptstudie Ideen für den Um- und Ausbau der zum Teil denkmalgeschützten Gebäude und des Geländes entwickelt und die Machbarkeit der Weiterentwicklung im Bestand geprüft. Auf Grundlage dieses Konzepts wird es durch die ausführende Sprinkenhof GmbH eine europaweite Ausschreibung im Rahmen eines Verhandlungsverfahrens für die Planungsleistungen geben. Erst im weiteren Zeitverlauf nach Abschluss der Ausschreibung können Angaben zu Kosten und Zeitplan gemacht werden.

Die Konzeptstudie für die Sanierung und Erweiterung umfasst mehrere Bereiche:

  • Sanierung des Bestandes und Modernisierung der Gebäude- und Bühnentechnik auf einen Stand, der für einen modernen Produktions- und Veranstaltungsort notwendig ist. Dadurch sollen die Arbeitsbedingungen verbessert und für die Besucherinnen und Besucher die Aufenthaltsqualität erhöht werden. Ziel sind dabei auch die Barrierefreiheit und eine höhere Nachhaltigkeit des Gebäudes.
  • Neben der Sanierung sieht das Konzept auch den Neubau von zwei Gebäuden auf dem Gelände vor. Hier sollen unter anderem zusätzliche Probenräume und temporäre Künstlerwohnungen entstehen, so dass künftig Gästen aus der ganzen Welt auch günstige und produktionsnahe Unterbringung geboten werden kann.
  • Bessere Proben- und Arbeitsbedingungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für Künstlerinnen und Künstler sind notwendig, um das hohe künstlerische Niveau zu halten. Mit adäquaten Räumen für Proben und Produktion sollen Künstlerinnen und Künstler zukünftig auch vor Ort eigene Produktionen entwickeln können.
  • Zudem sieht das Konzept die mögliche Öffnung der Hallen zum Stadtteil und der während des Sommerfestivals bereits als „Avant-Garten“ genutzten Flächen zum Osterbekkanal vor.
  • Auch für Forschung, Bildung und Partizipation sollen neue Räume geschaffen werden, um mehr interdisziplinäre Formate zu ermöglichen und ein möglichst breites und diverses Publikum anzusprechen. Hierzu sollen neben dem neuen Workshop-/ Probengebäude auch sogenannte Kreativ-Oasen direkt am und auf dem Osterbekkanal realisiert werden.

Quelle: www.hamburg.de/bkm

 

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EXIL HEUTE https://www.tiefgang.net/exil-heute/ Fri, 22 Nov 2019 23:12:57 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6084 [...]]]> Kampnagel und die Körber-Stiftung vergeben ab 2020 erstmals Residenzen für künstlerische Projekte, die sich mit dem Thema Exil beschäftigen. Die Ausschreibung läuft.

EXIL HEUTE – So der Titel von künstlerische Produktionsresidenzen, deren Produktion bzw. Fertigstellung als neue oder adaptierte Bühnenarbeiten aus den Genres Theater, Performance und Tanz nun gefördert werden. Die Residenzen sind international ausgerichtet und adressieren vor allem Menschen mit eigener Exilerfahrung. »Wir wollen zeigen, was es heißt, aufgrund politischer Verfolgung ins Exil vertrieben zu werden, welche Auswirkungen das auf Identität, Zugehörigkeit und das Leben in einer neuen Kultur hat«, sagt Sven Tetzlaff, Leiter des Bereichs Demokratie, Engagement, Zusammenhalt der Körber-Stiftung. »Deutschland hat die historische Verantwortung, heutigen Exilerfahrungen Raum zu geben.« Unter den Bewerbungen sollen auch Arbeiten Beachtung finden, die sich mit politischen und theoretischen Gedanken zur Bedeutung des Exils in der Gesellschaft beschäftigen.

»Als kritische und politische Stimmen in ihren Herkunftsländern sind Künstler*innen häufig besonders von Repression betroffen und werden von Zensur und Verfolgung ins Exil getrieben. Die Produktionsresidenzen ermöglichen ihnen, ihre kritische künstlerische Arbeit fortzusetzen, Erfahrungen von Vertreibung und Neuverortung zu reflektieren und über politische Zustände und damit verbundene Schicksale in der Welt aufzuklären«, sagt Amelie Deuflhard, Kampnagel Intendantin. »Kampnagel bietet ein professionelles künstlerisches Umfeld für die Resident*innen, in dem sie aus ihrer persönlichen Erfahrung schöpfen können, ohne darauf reduziert zu werden; in dem sie in erster Linie als Künstler*innen agieren und nicht als Menschen im Exil.« Bewerben können sich bis 7. Dezember 2019 freie, also institutionsunabhängige Künstlerinnen und Künstler oder Gruppen, die an innovativen Ästhetiken und Formaten für Theater, Performance und Tanz arbeiten unter kresidenz@kampnagel.de.

Auftakt-Veranstaltung während der »Tage des Exils« 2020

Das Projekt EXIL HEUTE – Künstlerische Produktionsresidenzen ist insgesamt auf drei Jahre angelegt. Zunächst werden für den Produktionszeitraum 2020 zwei Förderungen ausgeschrieben; es folgen je drei weitere in den Jahren 2021 und 2022. Pro Produktion laden Kampnagel und die Körber-Stiftung Künstlerinnen und Künstler zur ein- bis sechswöchigen Residenz nach Hamburg ein. Die hier entstehenden Bühnenarbeiten werden auf Kampnagel gezeigt. Workshops und Werkstattgespräche sollen dem Publikum zudem Einblicke in den Arbeits- und Probenprozess ermöglichen. Der Auftakt des neuen Förderprogramms wird während der nächsten »Tage des Exils« im Frühjahr 2020 stattfinden, geplant sind ein Gastspiel und Gespräch mit Künstlerinnen und Künstlern zur Exilthematik. Für 2020 werden darüber hinaus zwei Arbeiten für Produktionsresidenzen ausgewählt. Die erste wird in das kommende Sommerfestival auf Kampnagel im August 2020 eingebunden. Die zweite folgt im Oktober/November 2020.

Das Fokusthema »Neues Leben im Exil« der Körber-Stiftung

Mit dem Fokusthema »Neues Leben im Exil« engagiert sich die Körber-Stiftung für Menschen, die in Deutschland im Exil leben und hier ihre Erfahrungen von Krieg und Flucht, vom Verlust der Heimat und vom Ankommen in einer fremden Kultur reflektieren. Sie möchte die journalistischen, künstlerischen, wissenschaftlichen und politischen Aktivitäten der Menschen sichtbar machen und ihnen eine Stimme im gesellschaftlichen Dialog geben.

Kampnagel

Kampnagel ist ein internationales Produktionshaus, das neben zeitgenössischen darstellenden Künsten auch Konzerte, Konferenzen und eine Vielzahl unterschiedlicher Festivals und Themenschwerpunkte präsentiert. Das Programm bildet ein breites Spektrum an ästhetischen Positionen und wegweisenden Tendenzen in Theater, Tanz, Performance, Musik, Bildender Kunst und Architektur ab. Mit dem »Migrantpolitan« hat Kampnagel einen Aktionsraum für, von und mit Künstlerinnen und Künstlern im Exil geschaffen, die an diesem Ort ihre kulturelle Selbstbestimmung praktizieren und gleichsam an die professionelle künstlerische Arbeit in der freien Szene herangeführt werden. Die Beispiele künstlerischer Bühnenproduktionen zur Exil-Thematik sind zahlreich und reichen von internationalen Kunstschaffenden bis hin zu lokalen Akteurinnen und Akteuren der Diaspora. www.kampnagel.de

Quelle: www.koerber-stiftung.de/exil

 

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Kaum Zeit, aber Geld https://www.tiefgang.net/kaum-zeit-aber-geld/ Fri, 28 Jun 2019 22:39:43 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5536 [...]]]> Über 300.000 € gibt die Kulturstiftung des Bundes im ersten Halbjahr 2019 für drei neue Projekten in Hamburg dazu. Kampnagel, Thaila und die Literaturhäuser sind dabei.

Die interdisziplinäre Jury der antragsgebundenen „allgemeinen Projektförderung“ hat auf ihrer letzten Sitzung drei Förderprojekte in Hamburg ausgewählt Dazu gehört auch eine „installative Performance“ auf Kampnagel – „Ksana“, was die kürzest mögliche Zeiteinheit bezeichnet.

  • Kampnagel produziert mit „Ksana“ des chinesischen Regisseurs und Künstlers Tianzhuo Chen ein auf zwölf Stunden angelegtes, bildgewaltiges Theaterereignis, in dem der Künstler mit unterschiedlichen kulturellen Wahrnehmungen von Zeit arbeitet. Er verwebt Tanz, Performance, bildende Kunst und Musik zu einem künstlerischen Happening und nimmt dabei aktuelle Entwicklungen in China in den Blick. Kampnagel erhält für das Projekt 300 Euro.

Ksana – by Tianzhuo Chen

Der chinesische Künstler Tianzhuo Chen verbindet in seinen Arbeiten Tradition und Moderne, Bildende Kunst und Theater, Live Art, Musik und Videokunst. Seine neue Produktion „Ksana“ ist ein auf zwölf Stunden angelegtes, bildgewaltiges Theaterereignis, das der Regisseur und bildende Künstler für Kampnagel in Hamburg entwirft.
Der Begriff Ksana stammt aus der buddhistischen Mythologie und bezeichnet die kürzest mögliche Zeiteinheit. Tianzhuo Chen wird in seinem Happening mit unterschiedlichen kulturellen Wahrnehmungen und Konzepten von Zeit arbeiten. Tanz, Performance, bildende Kunst und Musik werden zu einer installativen Performance verwoben. Das Publikum kann sich in der Installation frei bewegen und erlebt eine Folge von Tableaus, Szenen und Settings unterschiedlichster Art, in denen Motive fernöstlicher Spiritualität auf ein Kaleidoskop digitaler Bilder treffen. Chens Choreografien sind von rituellen Tanzstilen ebenso inspiriert wie von zeitgenössischer globaler Clubkultur.
Inhaltlich nimmt der Regisseur aktuelle Entwicklungen in China in den Blick und verschränkt sie mit Science Fiction-Erzählungen des frühen 20. Jahrhunderts. Er kontrastiert die imaginierte Zukunft der frühen Science Fiction mit einer technofuturistisch anmutenden Gegenwart. Biotechnologische und neurowissenschaftliche Trends, das Thema des Klonens und die voranschreitende Totalüberwachung der Bevölkerung durch künstliche Intelligenz finden gleichermaßen ihren Ausdruck in der Performance.
Nach ihrer Uraufführung auf Kampnagel wird die Produktion auf weiteren Festivals in Europa zu sehen sein.

Künstlerische Leitung / Regie: Tianzhuo Chen; Dramaturgie: Petra Pölzl; Choreografie: Ylva Falk; Produktion: Johannes Maile; Komposition/Musik: Felix-Florian Tödtloff, Will Ballantyne; Künstlerinnen: Akihiko Tanada, KHNG KHAN, Ican Harem, Lavinia Vago, Ndoho Ange, Siko Setyanto, Yousuke Yukimatsu u.a.

Aufführungstermine: 6.-9. Mai 2020 auf Kampnagel

  • Das Thalia Theater wird für seine Inszenierung von „Neverland“, dem internationalen Projekt von Antú Romero Nunes, gefördert. Es bringt dreizehn junge Menschen auf eine Bühne, von denen die Mehrzahl weder Sprache noch Kulturkreis teilen. Was bedeuten für sie Heimat, Identität und Zugehörigkeit? Den erzählerischen Rahmen bildet die „Peter Pan“-Geschichte, deren Protagonisten die Erfahrung eint, entwurzelt zu sein. Dafür erhält das Thalia Theater 110.000 Euro.

Neverland – Ein internationales Projekt von Antú Romero Nunes nach J.M. Barries „Peter Pan“

Dreizehn junge Menschen auf einer Bühne, von denen die Mehrzahl weder Sprache noch Kulturkreis miteinander teilen: Was verbindet sie? Was ist für sie Heimat, Identität und Zugehörigkeit? Für seine Inszenierung „Neverland“ bringt der 1983 in Tübingen geborene und mehrsprachig aufgewachsene Regisseur Antú Romero Nunes Schauspielerinnen und Schauspieler verschiedener Nationalitäten zusammen. Auf der Bühne des Thalia Theaters Hamburg werden sie in ihrer eigenen Muttersprache sprechen und in Dialogen jeweils die Sprache wählen, mit der sie sich auch im realen Leben verständigen würden. Der erzählerische Rahmen für diese Versuchsanordnung ist die Geschichte von Peter Pan: In der fiktiven Hafenstadt Neverland treffen mit den Figuren der aus bürgerlichen Verhältnissen kommenden Wendy sowie des Peter Pan und des Captain Hock Menschen aus verschiedenen Lebenswelten aufeinander. Gemeinsam ist ihnen, entwurzelt zu sein.

Auftakt für das auf Partizipation setzende Projekt ist ein gemeinsamer Workshop im Sommer 2019, bei dem sich die Beteiligten kennenlernen und Einblicke in ihre eigenen Biografien geben. Wie auch ihre jeweiligen Muttersprachen wird Antú Romero Nunes diese persönlichen Geschichten der Darsteller in das Stück einweben. Nunes wird zudem geschlechterspezifische Rollenbesetzungen aufbrechen, indem Wendy von einem Mann und Peter Pan von einer jungen Frau verkörpert werden sollen. Mit seinem Stück spannt der Regisseur ein Panorama einer jungen, international vernetzten Generation auf und macht kulturelle Vielfalt künstlerisch erlebbar. Ein Rahmenprogramm wird den internationalen Dialog und den Austausch zu verschiedenen Konzepten von Heimat weiter vertiefen.

Künstlerische Leitung: Joachim Lux
Regie: Antú Romero Nunes; Dramaturgie: Christina Bellingen; Projektleitung und künstlerische Mitarbeit: Franziska Autzen; Künstlerinnen/Schauspielerinnen: Aenne Schwarz, Alexandra Mamkaeva, Christiane von Poelnitz, Electra Hallman, Johannes Hofmann und Anna Bauer, Lena Schön und Helen Stein, Marko Mandić, Matthias Koch, Nir de Volff, Pascal Houdus; Internationale Kooperationspartner: Baltic House Theatre-Festival, Platform European Theatre Academies (PLETA), Slowenische Nationaltheater – Schauspiel Ljubljana, The Royal Dramatic Theatre in Schweden

Aufführungstermine: 12. Okt. 2019 im Thalia-Theater

  • Das Projekt „Mit Sprache handeln. Literatur im öffentlichen Raum“ untersucht, wie sich das Verhältnis von Autor und Öffentlichkeit gewandelt hat und wie die Präsentation und Vermittlung von Literatur zukünftig aussehen kann. Geplant sind ein Festival in Ljubljana und ein Symposium in Berlin. Zur Umsetzung des Projekts hat sich das Netzwerk der Literaturhäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit zahlreichen weiteren europäischen Literaturveranstaltern zusammengeschlossen. Die Kulturstiftung des Bundes unterstützt das Vorhaben mit 81.600 Euro.

Mit Sprache handeln – Literatur im öffentlichen Raum – ein europäisches Festival

Während die Anzahl der gelesenen Bücher abnimmt, nimmt das Interesse an literarischen Veranstaltungen beständig zu. Was bedeutet es für die Literatur, für Autoren und Literaturveranstalter, wenn das Gemeinschaftserlebnis und die Persönlichkeit des Autors dadurch stärker im Fokus stehen?

Das Netzwerk der Literaturhäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat das Projekt gemeinsam mit anderen europäischen Literaturveranstaltern wie der Slowenischen Buchagentur JAK, der Nest Foundation Bulgarien, dem Writer’s House Georgia und dem Free Word London entwickelt. Im Rahmen eines Auftakttreffens in Ljubljana, einer Essaysammlung und eines Festivals in Berlin wollen sie das Thema ‚Literatur im öffentlichen Raum‘ aus europäischer Perspektive beleuchten. Die Frage, wie sich das Verhältnis von Autor und Öffentlichkeit gewandelt hat und welche Bedeutung dem Performativen in der Präsentation von Literatur zukommt, steht dabei im Zentrum. Das internationale Kuratorenteam will während des Festivals auch die eigenen Institutionen und Formate der Literaturvermittlung befragen: Wie kann die Präsentation von Literatur in Zukunft aussehen? Wie können Institutionen der Literaturvermittlung in die Stadtgesellschaft hineinwirken, wie erreichen sie auch ein neues, jüngeres Publikum?

Das Spannungsfeld von Internationalisierung und Nationalisierung bildet einen weiteren wichtigen Fokus des Projektes. Während manche Autoren den Sprachwechsel zum Englischen vollziehen, um ein globales Publikum zu erreichen, pflegen andere das Schreiben in der Muttersprache. Wie gehen Literaturveranstalter mit den sogenannten kleinen und großen Sprachen um? Beim Auftakttreffen in Ljubljana wird unter anderem diskutiert, was es für Autoren und Veranstalter bedeutet, mit einer kleinen Sprache in Konkurrenz zu großen Sprachen zu bestehen. Den Höhepunkt des Festivals in Berlin bildet ein Format-Parcours, auf dem die europäischen Veranstalter Literatur auf ganz unterschiedliche Weise präsentieren.

Künstlerische Leitung: Claudia Dathe, Tomas Friedmann, Florian Höllerer, Ursula Steffens, Renata Zamida

Autoren und Referentinnen: Priya Basil, Thomas Böhm, Zaza Burchuladze, Sharon Dodua Otoo, Heike Fiedler, Dagmara Kraus, Amalija Maček, Terézia Mora, Tina Popović, Schamma Schahadat, Aleš Šteger, Marlene Streeruwitz u.a.

 

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Inspirierend und überraschend https://www.tiefgang.net/inspirierend-und-ueberraschend/ Fri, 29 Mar 2019 23:27:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5056 [...]]]> Vom 6. bis 10. April 2019 gibt es die 5. Ausgabe des Festivals Hauptsache Frei. Wie immer im Fokus: die Freien Darstellenden Künste Hamburgs.

Eine Hochgeschwindigkeitsfahrt durch Genres, Formen und zudem quer durch Hamburg: Neben den bekannten Orten Lichthof Theater, Monsun Theater, Sprechwerk, Klabauter Theater K3 | Tanzplan Hamburg und Kampnagel, besetzt das Festival diesmal auch neue Orte: u.a den Resonanzraum, die Schaltzentrale im Kraftwerk Bille, das Fleetstreet Theater und das Fundus Theater und zeigt ein dichtes Programm aus sehr unterschiedlichen Bühnenproduktionen – inspirierend, unkonventionell und überraschend. Flankiert wird das Hauptprogramm durch die Nachwuchsplattform WE PRESENT.

Workshops und Diskurse fordern im umfangreichen Rahmenprogramm zu Austausch und Dialog – weitergeführt wird der Schwerpunkt zu Digitalität in den Darstellenden Künsten – neu ist der Fokus auf Künstlerische Forschung. Daneben bleibt wie immer genügend Raum zur Vernetzung und zu gemeinsamen Feiern.

Die Nachwuchsplattform WE PRESENT zeigt seit 2016 Hamburger Performancekünstler*innen und experimentelle Musiker*innen am Lichthof Theater.

Im Rahmenprogramm des Festivals setzt WE PRESENT intime und musikalische Akzente: Daniel Dominguez Teruel macht die emotional beladene deutsche Nationalhymne in einem kulturell erweiterten musikhistorischen Kontext neu hörbar. Während die Tänzerin und Choreografin Edda Sickinger Intimität im städtischen Raum sucht, legt die Sound-Künstlerin Louise Vind Nielsen mit auraler Intimität Interrelationen zwischen Mensch und Technologie offen. Schließlich untersuchen die Opernsängerinnen Pauline Jacob und Lisa Schmalz mit Duetten das feministische Potenzial freundinnenschaftlicher Gespräche. Bei der Abschlussparty bringen Thordis M. Meyer und Isle of Wax euer Tanzbein zum Schwingen.

WE PRESENT @ Hauptsache Frei wird ermöglicht durch die Hamburgische Kulturstiftung. Gefördert durch die Claussen Simon Stiftung lichthof-theater.de/we-present und facebook.com/wepresenthamburg

So 07. April | Kraftwerk Bille

16:00 WE PRESENT #1: DIARYA OF A PIGEON

17:00 WE PRESENT #2: URBAN TOUCH

So 07. April | Lichthof Theater

21:00 WE PRESENT #3 HUMAN AMPLIFIER

Di 09. April | Monsun Theater

18:00 + 20:30 WE PRESENT #4: VIER FREUNDINNENSCHAFTLICHE DUETTE

Mi 10. April | K3 I Tanzplan Hamburg / Kampnagel

16:00 + 21:30 WE PRESENT #4: VIER FREUNDINNENSCHAFTLICHE DUETTE

AB 23:30 WE PRESENT #5 + #6: EINZELKÄMPFER*IN SOUND ESCAPES + ISLE OF WAX

WE PRESENT #1+#2 : Pay as you can (Empfehlung 5 Euro) direkt bei Einlass im Kraftwerk Bille.

Freier Eintritt für WE PRESENT #3 -#6. Begrenzte Platzanzahl, an der Abendkasse des jeweiligen Spielorts sind solange der Vorrat reicht kostenlose Eintrittskarten erhältlich .

Programm Digital Track

Digitaler Wandel und die voranschreitende Technologisierung aller Lebensbereiche verändert nicht nur die Art und Weise wie wir leben, sondern auch wie wir Kunst wahrnehmen und produzieren. Daher widmet sich die zweite Ausgabe des DIGITAL TRACK, ein Schwerpunkt in unserem Rahmen­programm zu Digitalität in den Darstellenden Künsten, den Wechselwirkungen von Analogem und Digitalem. Als Plattform zur digitalen Selbstermächtigung lädt er erneut dazu ein, neue Fähigkeiten zu erlernen, digitale Tools für das eigene künstlerische Schaffen zu entdecken und gemeinsam mit Softwareentwickler*innen, Kulturschaffenden und Medienkünstler*innen Visionen für digitale Kunst zu entwickeln und zu probieren.

Beratung DIGITAL TRACK: Ricardo Gehn

So 07. April | Lichthof Theater

16:00 DISKURS #2: DIGITAL*ANALOG

Mo 08. April | Klabauter Theater

10:00 WORKSHOP #2: HOW MIGHT WE… – MIT PROTOTYPING DAS SCHLIMMSTE VERHINDERN

Di 09. April | Monsun Theater

14:00 WORKSHOP #7: ALTERNATIVE REALITÄTEN

Mi 10. April | K3 | Tanzplan Hamburg + Kampnagel

10:00 WORKSHOP #9: LIVE PROJEKTIONEN UND SOUND IM RAUM

11:00 + 16:00 SPECIAL #3: VIRTUAL REALITY INSTALLATION

14:00 FREIRAUM #7: DIGITALE (KUNST) RÄUME GESTALTEN


Künstlerische Forschung

In den letzten Jahren hat künstlerische Forschung einen großen Boom erfahren – was zu einem breitgefächerten Spektrum geführt hat. Dieses Spektrum konnte gemeinsam jedoch nicht künst­lerische Forschung als Feld zwischen Wissenschaft, Universität und Kunst konsolidieren, sondern trägt zu einer Unbestimmtheit des Begriffs und seiner Methoden und Ergebnisse bei. Das diesjährige Festival hat eine Spur verschiedener Ansätze durch das Programm gelegt, die sich im Kontext künstlerischer Forschung verorten, und lädt Besucher*innen ein, den Facetten­reichtum näher kennen zu lernen

Beratung KÜNSTLERISCHE FORSCHUNG: Sibylle Peters, Kerstin Evert

So 07. April | Fleetstreet Theater

10:00 WORKSHOP #1: FORSCHENDES THEATER – EIN TUTORIAL ZUM EINSTIEG

Mo 08. April | Fundus Theater

16:00 DISKURS #3: VOM RECHT AUF FORSCHUNG

Di 09. April | Monsun Theater

10:00 WORKSHOP #5: GROOVE – KÜNSTLERISCHE FORSCHUNG IM TANZ

Mi 10. April | K3 I Tanzplan Hamburg / Kampnagel

17:00 DISKURS #4: KÜNSTLERISCHE FORSCHUNG VS. KÜNSTLERISCHE RECHERCHE: STRATEGIEN DER MATERIALENTWICKLUNG ODER ERWEITERUNG

Weiterführend: hauptsachefrei.de

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Der Gipfel der Schul-Kultur https://www.tiefgang.net/der-gipfel-der-schul-kultur/ Fri, 01 Dec 2017 23:05:18 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2603 [...]]]> Das war ja wohl der Gipfel, mag mancher sich gedacht haben. Und in der Tat: unter dem Titel »jetzt!« tagten erstmals und gleich 400 Teilnehmer zum Thema Kultur und Schule.

Über 400 Teilnehmer tauschten sich auf dem eintägigen Kongress am 21. November 2017 auf Kampnagel über die Zusammenarbeit von Kultur und Schule aus. (zum Thema siehe auch „Tiefgang“ vom 25. Nov. 2017). ‎Und der Titel versprach und hielt viel: »jetzt!« – 1. Hamburger Kulturgipfel.

In der Nachlese der initiierenden „Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendkultur e.V.“ (LAG) heißt es:

„Erfolgreich initiierte Programme und Projekte zwischen Schulen und Kulturbetrieben, Stiftungen sowie Künstlerinnen und Künstlern standen auf dem Kulturgipfel ebenso im Vordergrund wie die Frage nach neuen Ideen und Kooperationsmöglichkeiten. Hierzu gab es Vorträge, Präsentationen und Mitmachaktionen für Lehrkräfte, Schüler, Kulturschaffende, Behördenvertreter und Interessierte.

Von Kochperformances in der Grundschule bis zum Forschungstheater wurden bereits im Zuge der Eröffnung der Tagung unterschiedlichste Themenbereiche der Zusammenarbeit zwischen Kultur und Schule gestreift, die anschließend bei Kurzpräsentationen, Sofa-Talks, »Speed-Dating«, Filmstationen sowie offenen Diskussionen weiter vertieft werden konnten. Am Abschlusstalk zur zukünftigen Einbettung von kultureller Bildung an Hamburger Schulen nahmen Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, Schulstaatsrat Rainer Schulz, Ansgar Wimmer, Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., Prof. Dr. Anja Dauschek, Altonaer Museum, Liam Zergdjenah, SchülerInnenKammer Hamburg sowie die Kinderbuchautorin Dr. Kirsten Boie teil.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: »Projekte kultureller Bildung und Vermittlung sind für das Lernen so relevant, weil sie einen eigenen – eben künstlerischen – Resonanzraum zu Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts bieten. Das ist für Schülerinnen und Schüler wie auch für die Erwachsenen in gleichem Maße relevant.«

Bildungsstaatsrat Rainer Schulz: »Der Kulturgipfel war ein großer Erfolg und ich freue mich über das enorme Interesse von Seiten der Akteure aus Kultur und Schule. Die Veranstaltung hat gezeigt, dass wir gemeinsam bei der Entwicklung Kultureller Bildung schon viel erreicht haben. Sie hat aber auch die Chancen und das Potential für die weitere Zusammenarbeit bei der Gestaltung dieses für Schülerinnen und Schüler wichtigen Bildungsbereichs gezeigt. Mein Dank gilt in besonderem Maße den Stiftungen, die den Gipfel gefördert und so engagiert gemeinsam mit uns vorbereitet haben.«

Ansgar Wimmer, Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.: »Der Kulturgipfel fand genau zum richtigen Zeitpunkt statt: Die ersten Erfahrungen des Ganztags weisen den Weg zu einer intensivierten Zusammenarbeit zwischen Schule und Kultur. Hamburger Stiftungen, aber auch Kultureinrichtungen und freie Träger stehen dafür als Kooperationspartner, Ermutigerinnen und zur Unterstützung bereit.«

Der Hamburger Kulturgipfel wurde initiiert von der Behörde für Kultur und Medien, der Behörde für Schule und Berufsbildung und der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendkultur e.V. (LAG) in Kooperation mit der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., der Dürr-Stiftung Hamburg, der Gabriele Fink Stiftung, der BürgerStiftung Hamburg und der Stiftung Mercator. Ihm sollen weitere Veranstaltungen zum Thema folgen.“

Die Dokumentation zur Veranstaltung findet sich hier:

Dokumentation der Gespräche im Rahmen des Sofatalks

Dokumentation des Offenen Diskurses zum Thema »Künstlerische Freiräume in Schulen«

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Hamburgs Kunst im öffentlichen Raum https://www.tiefgang.net/hamburgs-kunst-im-oeffentlichen-raum/ Sat, 13 May 2017 06:00:40 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1056 [...]]]> Bis in die 80er Jahre wurden Aufträge unter dem Titel „Kunst am Bau“ vergeben, was aber 1981 endgültig als unzeitgemäß verstanden und auf „Kunst im öffentlichen Raum“ inhaltlich erweitert wurde.  So kamen auch freie Kunstprojekte ohne Bau zum Zuge. Einige davon sind den Hamburgern durchaus geläufig und präsent.

Das erste Großprojekt von 1982 des Hamburger Programms „Kunst im öffentlichen Raum“ hieß „Halle 6“ und kam in Form einer Skulpturenausstellung in einer riesigen, leerstehenden Fabrikhalle auf dem Gelände der ehemaligen Kampnagel-Kranfabrik daher. Richtig, der heutigen „Internationalen Kulturfabrik Kampnagel“.

Mimmo Paladinos „Halle 6“ von 1982 ( Foto: Ottmar v. Poschinger)

Oder auch das von Stephan Balkenhol 1993 umgesetzte Projekt „Vier Männer auf Bojen“. Das Kunstobjekt sind „vier männliche Figuren aus Eichenholz, farbig gefaßt, auf Flachwassertonnen montiert, Gesamtgröße je 2,40 Meter, an verschiedenen Orten im Wasser installiert“, so die formelle Beschreibung. Spaß hat man an ihnen auch wenn man sie schlicht „Bojen-Heini“ nennt.

Ein weiteres Harburger Objekt aus dem Bereich „Kunst im öffentlichen Raum“ sorgt auch heute noch für regelmäßige Diskussionen: das von Jochen Gerz und Esther Shalev-Gerz entworfene „Harburger Mahnmal gegen Faschismus“ von 1986. Eine Bleisäule als Mahnmal und nur als ein Denkanstoß auf Zeit. Es hat sich im Erinnern abstrahiert, statt als hoheitlich verordnetes Alibi zu dienen und durch Gewöhnung langsam unkenntlich zu werden. Die Säule sank nämlich nach und nach in den Boden. Über geblieben ist eine Bleiplatte mit einem schmalen Fenster in einer Tür zum Blick aus der Fußgängerunterführung am Marktplatz (bei Mimi Kirchner) auf den im Schacht verborgenen Blei-Körper.

Im Jahr 1988: Jochen Gerz & Esther Shalev-Gerz,

Harburger Mahnmal gegen Faschismus

1993 ist das Harburger Mahnmal gegen Faschismus dann „versunken“ (Foto:Wolfgang Neeb)

 

Auch öfters im Blickfeld ist der für drei ausgewählte Orte entlang der Fern- und S-Bahn-Linie zwischen Altona und Harburg gelbleuchtend geschaffene Schriftzug „die eigene GESCHICHTE“. Er stammt von der Hamburger Künstlerin Barbara Schmidt Heins: am Busbahnhof von Hamburg-Harburg, an einem Telekom-Gebäude am Fernsehturm und an der Rückfront der Hamburger Kunsthalle. Alle drei Standorte sind so gewählt, dass primär die Bahnfahrer und Zugreisenden die Schrift lesen können. Von Altona kommend in Richtung Harburg befinden sich alle drei Werke rechter Hand.

Auch heute noch am Harburger Bahnhof zu sehen: Barbara Schmidt-Heins „die eigene GESCHICHTE“ (Foto: Wolfgang Neeb)

Weitere Projekte und Infos unter Kulturbehoerde

09. Mai 2017, hl)

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