Katelijne Gillis – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 08 Mar 2024 15:18:10 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Finale nach Mafia-Regeln und ohne Hoffnung https://www.tiefgang.net/finale-nach-mafia-regeln-und-ohne-hoffnung/ Fri, 15 Mar 2024 23:07:47 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10675 [...]]]> Seit dem 1. März finden die 9. SuedLese Literaturtage statt. Nun kommt die finale 4. Woche und erst am Schluss zeigt sich, ob die Hoffnung nicht doch zuletzt stirbt.

Schon der Auftakt am 1. März war mit über 500 besetzten Plätzen in der Empore Buchholz und Gregor Gysi ein gutes Zeichen. Und so zog es literarische SuedLese-Fans von Ort zu Ort, von Buch zu Buch und war wieder ein voller Erfolg. Nun kommen die letzten Lesungen und Kurse und bieten einen gelungenen Abschluss.

Mo., 25. März, 19 Uhr: Snippets aus dem Wettbewerb Stadtschreiber*in Hamburg 2024, Eintritt frei / Spende erbeten!

Kulturforum Buxtehude, Hafenbrücke 1, 21614 Buxtehude

Hamburg zu Gast in Buxtehude – nicht ganz: jährlich lädt Hamburg eine*n Stadtschreiber*in nach Hamburg ein, die die Stadt und ihre Menschen kennen lernen können und dies literarisch verarbeiten.

Aus den 112 Einsendungen aus vier Ländern tragen Moderatorin Katelijne Gillis und Petra Max Ausschnitte aus den teilnehmenden Texten vor. So entsteht eine neue Geschichte, die emotional, komisch, tragisch und absurd gleichzeitig ist. Es ist eine einmalige Chance, zu erfahren, was Wettbewerbsteilnehmer bewegt, über was sie schreiben wollen oder werden und wie sie sich mitteilen.

Unterstützt wird die Lesung durch den renommierten Musiker Jan Schröder aus Hamburg-Harburg. Unterstützt, ja, womit eigentlich. Wir fragen nach: Jan Schröder – der klassische Singer-Songwriter? Nein, sicher nicht. Deutscher Pop? Jein. Vielleicht befindet er sich irgendwo dazwischen und genau von dort aus packt er das pralle Leben in seine Musik: Erlebtes, Geliebtes, Gehasstes – und oftmals mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht.

„Mach ne Arschbombe mitten in die gute Zeit“ (Song „Froh“ a.d. Album FREI)

Eine Arschbombe im Kulturforum ist an sich schon eine runde Geschichte. Wir freuen uns auf diesen exklusiven Abend am Fleet.

 

Die., 26. Mrz. 2024 10-11.00 Uhr Silke Vry & Claudia Lieb (Illustr.) – Der Dinosaurier im Fels

Hinzimmer, Hinzeweg 1, 21075 HH-Heimfeld, Teilnahme kostenfrei

Für Schüler*innen der 3.-4. Klasse, maximal 25 Kinder + 2 Erwachsene, Eintritt frei| Anmeldung unbedingt erforderlich

Ein zwölfjähriges Mädchen steht ganz allein an der rauen Steilküste Südenglands und klopft rhythmisch mit einem Hammer gegen den Felsen, zwei renommierte Wissenschaftler bekriegen sich jahrelang bis auf die Knochen, und ein junger Abenteurer blickt eines Tages in die leeren Augenhöhlen eines Tyrannosaurus rex … Dieses Buch erzählt die spannenden Geschichten der ersten Dinojäger. Zu einer Zeit, als die meisten Menschen noch glaubten, die Erde sei wenige Tausend Jahre alt, als sich kaum jemand vorstellen konnte, dass einmal riesige Urzeitechsen über unseren Planeten geherrscht haben, schlugen diese mutigen Forscherpioniere die ersten Dinosaurierknochen aus dem Fels und bewiesen der Welt das Gegenteil.

Silke Vry studierte Archäologie und reiste lange durch den Orient, bevor sie nach Hamburg zog. Hier kamen ihre Kinder zur Welt – damit war das Ausgraben zwar erst einmal vorbei, dafür begann das Buddeln in der Sandkiste und das Schreiben von Büchern für Kinder. Ihre Kinder sind schon längst nicht mehr klein, und auch die Zahl ihrer Bücher ist gewachsen, in denen es sich oft um rätselhafte Dinge der Vergangenheit dreht.

Claudia Lieb lebt und arbeitet in München. Für das erste von ihr gestaltete Buch im Gerstenberg Verlag, Die wunderbaren Reisen des Marco Polo, wurde die Designerin mehrfach ausgezeichnet. Gemeinsam mit Volker Mehnert hat sie bereits zwei Buchprojekte für den Gerstenberg Verlag verwirklicht: Alexander von Humboldt oder Die Sehnsucht nach der Ferne und Magische Orte. www.claudialieb.de

 

Mi. 27. Mrz., 14-17.30 Uhr: Renate Subei – Heft, Büchlein und eine schöne Schrift, Gebühr: 21,- €

VHS Harburg, Eddelbüttelstraße 47a, 21073 HH-Harburg

Wir stellen ein kleines Büchlein (Leporello) her und machen Schriftübungen nach einer einfachen Vorlage. Dabei verwenden wir Texte wie zum Beispiel japanische Haikus oder andere kurze Gedichte. Gerne können Sie auch eigene kurze Zitate oder Sätze mitbringen. Wir dekorieren das Büchlein mit einfachen Techniken und mit Wasserfarben. Als Schreibflüssigkeiten dienen Aquarellfarbe, verschiedene Tuschen und Tinten. Inspiration können wir von Abbildungen handgeschriebener Bücher und Anfangsbuchstaben, modern und alt, bekommen.

Bitte mitbringen: Wenn möglich eigener Tuschkasten sowie Tischkarten, Pinsel, Lappen, Schere, Klebestift.

Material wird gestellt gegen 4 € Materialkosten, die im Kurs eingesammelt werden.

Kursleitung: Renate Subei

Studium an der HAW (Armgartstraße), Diplom/Illustration, Museumspädagogische Arbeit mit Kindern und Erwachsenen, Kurse in Zeichnen, Aquarell, Kalligraphie, Lehraufträge an der Fachhochschule Bielefeld und Hamburg/FB Gestaltung/Schrift, Fortbildung in Steinbildhauerei.

Kurskosten: 21€.  Zu Ermäßigungen Informationen unter www.vhs-hamburg.de

Anmeldung mit Kursnummer O10190SHH02 unter www.vhs-hamburg.de oder  Tel. 428 41 4284

 

Mi., 27. Mrz., 19 Uhr: Katrin Deponte – Mafia Rules – Fluchtwagen ins Glück, Eintritt frei / Spende erbeten

Stellwerk Hamburg, im Bahnhof HH-Harburg über Fernzuggleis 3, 21079 HH-Harburg

Allisons geregeltes Leben gerät rasend schnell aus der Spur, als sie zufällig mitbekommt, wie ein attraktiver Mann ihr Auto stiehlt. Anstatt in Panik auszubrechen, springt sie kurzerhand hinein. Dass sie mit Luke auch eine unvergleichliche Nacht erlebt, ist für Allison die Krönung des Abenteuers.

Als sie kurz darauf ein neues Lokal für ihr Café suchen muss, stellt sich Luke als der Immobilienmagnat Lucien Irving heraus. Gemeinsam versuchen sie, Allisons Café zu retten, und kommen sich dabei viel näher, als Allison lieb ist. Doch den entscheidenden Schritt, um ihr Café zu bewahren, muss Allison allein tun. Denn obwohl Lucien und sie sich verlieben, verbirgt er etwas vor ihr, was Allison völlig aus der Bahn werfen und ihre Beziehung auf eine harte Probe stellen wird. Kann Allison Lucien wirklich vertrauen?

Mafia Rules – Fluchtwagen ins Glück ist ein actionreicher Liebesroman über Mut, Familienbande und die unverwüstliche Kraft der Liebe.

Katrin Deponte lebt mit Mann, Kindern, Straßenhund und Pferd im schönen Süden von Hamburg.
Bereits als Kind hatte sie eine blühende Fantasie und hat sich viele Geschichten ausgedacht und ihre Familie damit unterhalten. Nach mehreren Stationen im Leben, der Geburt der Kinder und unzähligen gelesenen Büchern später startete sie selbst zu schreiben. Und so entstand ihr erster Roman „Mafia Rules – Fluchtwagen ins Glück“, der im Oktober 2023 veröffentlich wurde. Jetzt live bei der SuedLese!

Do., 28. Mrz., 19 Uhr: Andreas Zours – 318 Arten, das Leben zu genießen, Eintritt frei / Spende erbeten

Freizeithaus Kirchdorf-Süd, Stübenhofer Weg 11, 21109 HH-Kirchdorf
1996: Henry beobachtet Vögel und pflegt eine Liste mit den gesehenen Arten, 307 hat er bereits.
Frauke möchte Henry heiraten, dann aber wäre es vorbei mit seiner Jagd auf Seltenheiten.
Die beiden einigen sich auf eine Hochzeit, sobald Henry 318 Arten auf seiner Liste hat.
Und nun? – Schaut Henry an der nächsten seltenen Vogelart vorbei? Genießt er weiterhin seine Leidenschaft?
Text: Andreas Zours lebt in Wilhelmsburg, pflanzt Rosen am Meer und schaut beim Schreiben gerne aus dem Fenster.

Illustration: Barbara Zours lebt im Norden, zeichnet sich durchs Leben und malt sich ihre Zukunft aus.
Kein Getränkeverkauf – Selbstverpflegung!
 

Fr., 29. Mrz., 19.00 Uhr: DIY Lese-Abend, Eintritt frei/ Spende erwünscht
Sauerkrautfabrik, Kleiner Schippsee 22, 21073 HH-Harburg
https://sauerkrautfabrik.org/

Beim DIY-Leseabend bringet ein euch lieb gewordenes Buch, einen Text oder eine Broschüre, einen selbstgeschriebenen Text oder was auch immer mit und lesen dann den anderen Vor. Gerne kann danach über das Gehörte diskutiert und sich ausgetauscht werden. Wer nicht vorlesen will, muss selbstverständlich auch nicht und kann sich einfach gemütlich in die SKF kuscheln und lauschen.
Dazu gibt es Tee, Kaffee und verschiedene Kaltgetränke und bestimmt die eine oder andere Kleinigkeit zum snäcken. Wir freuen uns auf euch

Sa., 30. Mrz., 19 Uhr: Ulrich Lubda – GOING UNDER, Eintritt frei / Spende erbeten!
Alles wird schön e.V., Friedrich-Nauman-Str. 27, 21075 HH-Heimfeld

Eine literarisch-theatralische Performance, eine Himmel- und Höllenfahrt durch Jahrtausende, Sprachen und Kulturen des Harburger Multimediakünstlers und Theater-Pioniers Ulrich Lubda, Schüler von Augusto Boal und Peter Brook.

Gerade zu Ostern will der Erfinder des Harburger Theatervergnügens, Leiter der Studiobühne und frühere Kampnagel-Sprecher nochmal auf die weltbedeutenden Bretter bei Alles-wird-schön in Heimfeld mit Tok Pissin, Joyce, Toon o’Kelso, Maxwell, Messiaen, John Barleycorn, Voltaire, Ableman, Carrière, Mahabharata, Moorsoldaten, Puschkin, Grabbe, Shakespeare, Sauerbrot. Ite Missa est.

So., 31. Mrz., 17 Uhr: Günter Kutzke – ohne Hoffnung …, Eintritt frei / Spende erbeten!

Deichdiele, Veringstr. 156, HH-Wilhelmsburg, www.deichdiele-wilhelmsburg.de

„Ohne Hoffnung bist Du ein hoffnungsloser Fall. Deshalb Texte zum Mutausbruch“

Was wir brauchen sind Geschichten die nicht ins Scheitern verliebt sind. Erinnerungen an die kleine Liebe, das fruchtbare Gespräch. Die Welt heute ist nicht einfach nur schlimmer als früher.

Zeitenwenden fallen nicht vom Himmel. Wir können nicht so tun als gäbe es nicht wofür wir dankbar sein können. Liebe und Freude, Sehnsucht und Träume brauchen unser Quellwasser der Fantasie und des Zutrauens. Nichts ist einfacher als depressiv zu erstarren und zu verharren.

Vorgestellt werden im Sinne von „dicht, dichter: Gedicht“ Gedichte der Würze in der Kürze liegt. Kutzke wird auch oft als Meister des Zweizeilers tituliert. Überraschende Alltagsweisheiten für Heranwachsende Humanoide werden auf den Punkt gebracht. Bahnbrechende Postromantik bestellt spöttelnden Herzen in den Dornengärten der Gefühle kleine zarte Wahrheiten ohne jegliches Versteckspielen. Diese verwunschene Literaturfahrt gilt es nicht zu verpassen.

„Ich stelle mir vor etwas zu lesen für Euch als HörerInnen mitzubringen. In der zweiten Phase würde ich mich freuen wenn einige bereit wären gemeinsam, spielerisch neue Texte zu entwickeln in kreativerem Teamgeist. Natürlich nur die die mitmachen mögen. Ich freue mich, Günter Kutzke, Wilhelmsburger Heimatdichter.“

 

#SuedLese #Literatur #Hamburg #SuedLese2024

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„Literatur macht das Leben reicher“ https://www.tiefgang.net/literatur-macht-das-leben-reicher/ Fri, 23 Feb 2024 23:12:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10581 [...]]]> Stadtschreiber*in zu sein heißt in eine fremde Stadt zu kommen, sie kennen zu lernen und die gesammelten Eindrücke literarisch zu verarbeiten. Dies wird nun bei den 9. SuedLese-Literaturtagen erstmals einem breiten Publikum vorgestellt.

Katelijne Gillis kommt aus dem belgischen Antwerpen und der flämische Maler Rubens, der von 1577 bis 1640 gelebt hat, gehört in direkter Linie zu ihrer Ahnenreihe. Katelijne Gillis nutzte 2019 das Hamburger Literatur-Stipendium „Hamburger Gast“ dazu, neue Werke zu schreiben und sich von der Hansestadt und auch Harburg inspirieren zu lassen, arbeitete im Schloss Bergedorf aber auch der Harburger Kulturwerkstatt. (siehe auch „Rubens Nachfahrin wird Hamburger Gast 2019“, Tiefgang vom 15. Jun. 2019 und „´Hamburger Gast` in Harburg“, Tiefgang vom 28. Sept. 2019) Nun hat sie das Konzept „Hamburger Stadtschreiber*in“ übernommen und stellt es auf ungewohnte Weise bei den 9. SuedLese-Literaturtagen in Buxtehude vor. Grund genug, mal nachzuhaken …

Tiefgang (TG): Frau Gillis, das Buxtehuder Kulturforum ist zum ersten Mal bei den SuedLese Literaturtagen dabei und auch die Hamburger Stadtschreiber*in. Was hat Sie dazu bewogen, sich für ein Hamburger Literaturformat ausgerechnet dann in Buxtehude zu engagieren?

Katelijne Gillis: Als ich zum ersten Mal in Buxtehude war, hat diese kleine Stadt mich sofort bezaubert. Ich fühlte mich in Holland am Meer, mit den wunderschönen Holzschiffen, den kleinen Häusern, den Fleeten. Dabei ist es eine Hansestadt, die jede Menge Kultur bietet und reich an Geschichte ist.

Das Kulturforum am Fleet ist romantisch, frisch, originell und sehr herzlich. Es ist der ideale Ort für den Anfang eines Schreibstipendiums.

Eigentlich sollte es auch eine Stadtschreiberin Buxtehude geben.

TG: Was genau ist dieses Format der Stadtschreiber*in eigentlich und wie sind Sie dazu gekommen?

Katelijne Gillis: Stadtschreiberin ist ein dreimonatiges Schreibstipendium, man nimmt anhand einer Kurzgeschichte teil. Der Gewinner, die Gewinnerin wird nach Hamburg eingeladen, bekommt eine Wohnung, Taschengeld und jede Menge Möglichkeiten, zu schreiben und das Geschriebene an einem Publikum zu testen.

Ich habe 2019 ein ähnliches Stipendium gewonnen, Hamburger Gast. Als es dann aber auslief, habe ich es weiterentwickelt und unter dem Namen Stadtschreiberin neu organisiert. Ich fand es zu schade, es einfach so in den Elbsand versickern zu lassen.

TG: Sie veranstalten eine Lesung zu Bewerbungstexten für das Hamburger Stipendium. Welche Autorinnen und Autoren werden Sie dort präsentieren und was für eine Art Potpourri erwartet die Zuhörenden?

Katelijne Gillis:  Zusammen mit der Theaterpädagogin Petra Max werde ich Teile der eingesendeten Texte interpretieren und vortragen. Die Kurzgeschichten sind oft so schön, traurig, witzig oder krass geschrieben, dass sie nicht einfach gelöscht werden können. Wir werden die entsprechenden Autor*innen kontaktieren und um die Freigabe der Textteile bitten. So entsteht eine neue Geschichte. Vielleicht hat das Publikum auch etwas dazu zu sagen, so dass eine interaktive Geschichte entsteht.

Für die musikalische Umrahmung der Texte wird uns der Singer/ Songwriter Jan Schröder begleiten.

TG: Welche Rolle spielt die Verbindung vom Schreiben und Gast in einer bis dahin wenig bekannten Stadt zu sein?

Katelijne Gillis: Sobald eine Stadt beschrieben wird, ändert sie sich. Wir haben Lust, mit Buxtehude Energie auszutauschen. Die Stadt wird uns beeinflussen und wir sie. Wir haben eine Win-win-Strategie.

Das Thema für den Kurzgeschichtenwettbewerb ist „Auf zu neuen Ufern“. In Buxtehude fangen wir an. Die Kraft neuer Texte, die sich alle ums gleiche Thema drehen, werden die Zuhörer auf eine Reise ins Unbekannte mitgenommen. Neue Einsichten und Dialoge entstehen.

TG: Die SuedLese Literaturtage finden im Süden Hamburgs statt. Was macht diese Region aus Ihrer Sicht zu einem geeigneten Ort für ein Literaturfestival?

Katelijne Gillis: Hamburgs Süden steht für das wahre Hamburg. Hier sind die Schiffe, die Lotsen, die Industrie, es riecht hier nach Altöl und nach Meer. Gleichzeitig hat der Süden von Hamburg eine überraschend vielfältige Natur, mit Bergen und Wäldern. Die Elbe, die Este, die Heide und die Moorlandschaften inspirierten schon immer die Künstler. Das reiche Kulturangebot sorgt für Kreativität und Verbindung.

TG: Was ist Ihnen persönlich besonders wichtig, wenn es um die Vermittlung von Literatur geht?

Katelijne Gillis: Mir ist wichtig, dass jeder einen Zugang zu Literatur finden kann. Wenn genug gelesen, erzählt, geschrieben und ausgetauscht wird, gibt es eine inspirierte, kreative, tolerante Gesellschaft. Wenn man die Geschichten, die man in sich trägt, in Literatur spiegeln kann, wächst man über sich hinaus. Literatur macht das Leben reicher.

Die Augen des Künstlers interpretieren, was sie sehen. Ohne Kunst verstehen wir die Welt nicht. Ohne Kunst gibt es keine Verbindung zwischen den Menschen.

TG: Welche Rolle spielen lokale Autorinnen und Autoren in Ihrem Programm?

Katelijne Gillis: Couleur locale ist wichtig in einer globalen Welt. Wie äußert sich ein Ort? Wie beeinflusst die Umgebung die Leute, die dort wohnen? Schreibt man besser in einer Stadt oder auf dem Land? Der Austausch zwischen Stadtschreiberin und lokalen Autor*innen ist bereichernd und sehr spannend.

TG: Gibt es besondere Angebote für Kinder und Jugendliche?

Katelijne Gillis: Das Stipendium Stadtschreiberin arbeitet zusammen mit dem „Young Writer’s Club“ der „Fantastischen Teens“. Bei unseren Veranstaltungen motivieren und stimulieren wir Kinder und Jugendliche, mitzumachen. Wir laden sie ein, ihre eigenen Geschichten vor einem Publikum vorzutragen.

TG: Wie können sich Interessierte über die verschiedenen Veranstaltungen informieren und Tickets erwerben?

Katelijne Gillis: Dazu gibt es die Webseite www.stadtschreiberin.de, mit Möglichkeiten, Tickets zu erwerben, sich zu informieren und auszutauschen. Post empfangen wir gerne unter hamburg@stadtschreiberin.de

TG: Zum Abschluss: Was würden Sie einem Literaturliebhaber sagen, der noch nie an den SuedLese Literaturtagen teilgenommen hat, um ihn neugierig auf das Festival zu machen?

Katelijne Gillis: Es ist eine einzigartige Möglichkeit, Neues zu entdecken, Abenteuer zu erleben und etwas Unvorhergesehenes zuzulassen. Die eigene Kreativität wird geweckt, die Inspiration. Ein Festival ist ein Fest, eine Freude, ein Zusammensein.

Außerdem sind die Literaturtage ein Ansporn, die eigenen Quellen der Freude und Kreativität sprudeln zu lassen.

TG: Besten Dank für das Interview und den Appetit, den Sie uns dazu gemacht haben … 

Termine:

7. März, 17 Uhr, HinZimmer, Hinzeweg 1, 219075 HH-Heimfeld: Schreibwerkstatt des Young Writers Club – Fantastische Teens

14. März, 17 Uhr, HinZimmer, Hinzeweg 1, 21075 HH-Heimfeld: Young Writers Club: „Jetzt sind wir dran!“

25. März, 19 Uhr, KulturForum Buxtehude, Hafenbrücke 1, 21614 Buxtehude: Snippets aus dem Wettbewerb Stadtschreiber*in Hamburg 2024

(Das Interview führte Heiko Langanke)

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„Hamburger Gast“ in Harburg https://www.tiefgang.net/hamburger-gast-in-harburg/ Fri, 27 Sep 2019 22:39:44 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5888 [...]]]> Hamburg hat eine neue Stadtschreiberin: Katelijne Gillis hat einen berühmten Vorfahren: Peter Paul Rubens. Nun kommt sie nach Harburg.

Gillis kommt aus dem belgischen Antwerpen und der flämische Maler Rubens, der von 1577 bis 1640 gelebt hat, gehört in direkter Linie zu ihrer Ahnenreihe. Katelijne Gillis nutzt das Hamburger Stipendium dazu, neue Werke zu schreiben und sich vielleicht von der Hansestadt und auch Harburg inspirieren zu lassen.
Und in ihrem Blog hat sie auch schon Harburg im Auge: „Ich mache mir nicht zu viel Hoffnung, einen richtigen Wald hier zu finden, gucke auf Google Maps, sehe eine große grüne Fläche. Aber das ist ein Friedhof, der größte Parkfriedhof Europas, da will ich nicht hin. Ich gucke weiter. Die Harburger Berge. Aha. Jetzt gibt es auch noch Berge hier, das wird ja immer unglaubwürdiger. Aber da ich dort ja noch nie war, kann ich kein Urteil fällen. Ich werde davon berichten, so bald ich sie gefunden habe. Ich warte noch, bis es wieder regnet, und herbstlicher wird, so dass ich die Gummistiefeln anziehen kann und ernst genommen werde, draußen, im Wald, zur Zeit der Pilzsuche.“

Im Oktober residiert sie in der KulturWerkstatt Harburg und am 3. November liest sie um 18:30 Uhr beim Harburger Kulturtag im großen Saal der KulturWerkstatt Harburg.

 

 

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Rubens Nachfahrin wird HAMBURGER GAST 2019 https://www.tiefgang.net/rubens-nachfahrin-wird-hamburger-gast-2019/ Fri, 14 Jun 2019 22:53:28 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5435 [...]]]> Einmal im Jahr begrüßt Hamburgs Literaturszene einen Gast. Dieses Jahr ist es eine Aachenerin, die etliche Sprachen beherrscht und den Regen liebt. Wenn das mal nicht zu Hamburg passt.

Die belgisch-deutsche Schriftstellerin Katelijne Gillis hisst die Segel, um in Hamburg für vier Monate zu Gast zu sein. Die diesjährige Stadtschreiberin wurde in Antwerpen geboren, lebt in Aachen und wird von August bis November 2019 im Vorwerkstift in der Hansestadt leben.

Als direkte Nachfahrin von Peter Paul Rubens steckt ihr die Kreativität quasi im Blut, und das wird sie den Hanseaten beweisen. Bei diversen Lesungen und jederzeit an ihrem jeweiligen Schreibort. In vier Kulturbetrieben der Stadt geht sie jeweils einen Monat lang literarisch vor Anker. Zu Beginn wird sie sich im Bergedorfer Schloss einen Schreibplatz zwischen den Ausstellungsstücken des Museums einrichten. Anschließend wird sie diejenige sein, die das Publikum beobachtet, an der Hausbar im Schmidt Theater an der Reeperbahn. Im Oktober legt sie im Harburger Binnenhafen an, um in der KulturWerkstatt den Betrieb aufzumischen, um den Herbst unter Lesenden in der Zentralbibliothek der Bücherhallen am Hühnerposten ausklingen zu lassen.

Mit ihr ins Gespräch zu kommen und mehr über sie zu erfahren, wird für die Hamburger*innen und alle Besucher*innen einfach sein, sie spricht fünf Sprachen und wird im HAMBURGER-GAST-Blog über ihre Eindrücke berichten. Sie bringt die idealen Voraussetzungen für das mit 1500 Euro monatlich dotierte Stadtschreiber- Stipendium mit.

In ihrem Motivationsschreiben für das Amt heißt es, sie „liebe Theater, menschliche Stimmen, dunkle Schokolade, den Regen und gute Texte.“ Fest steht: Die Antwerpener Autorin gewinnt das Stadtschreiber-Stipendium und die ganze Stadt eine grandiose Schriftstellerin.

Am 3. August 2019 präsentiert sie bei der Begrüßungsfeier um 18:30 Uhr im Saal vom Bergedorfer Schloss ihren Gewinnertext „Unterm Eis“. Bei freiem Eintritt. Zudem kann sich das Publikum auf die Lesungen der beiden Zweitplatzierten freuen. Der Berliner Kirchenmusiker, Wachtmeister, Barkeeper und vor allem mehrfach ausgezeichnete Autor Stephan Groetzner verrät, was es mit „Nixnich“ auf sich hat. Die Wuppertaler Schriftstellerin Kerstin Meixner zeigt, wie mitreißend das „Kühe streicheln“ auf Stadtbewohner wirkt.

Quelle: www.hamburger-gast.de

Textprobe von Katelijne Gillis: www.zugetextet.com

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