Kino – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 27 Sep 2024 08:38:12 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Filmfest Hamburg setzt kraftvolles Zeichen https://www.tiefgang.net/filmfest-hamburg-setzt-kraftvolles-zeichen/ Fri, 27 Sep 2024 22:27:46 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11212 [...]]]> Das Filmfest Hamburg ist eröffnet! Bis zum 5. Oktober 2024 sind über 120 Filme aus 55 Ländern zu sehen!

Mit über 120 Filmen aus 55 Ländern zeigt das Festival einmal mehr, wie wichtig der Film ist, um globale Perspektiven und Lebensrealitäten sichtbar zu machen. Eröffnet wird das diesjährige Filmfest, das erstmals unter der neuen Leitung von Malika Rabahallah stattfindet, mit dem französischen Debütfilm Könige des Sommers von Louise Courvoisier. Am 3. Oktober ist das Publikum eingeladen, am „Tag des freien Eintritts“ 35 Filme in 14 Hamburger Festivalkinos kostenlos zu besuchen.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Filmfest Hamburg bereitet unter der neuen Leitung von Malika Rabahallah der internationalen Filmkunst eine wichtige Bühne. In den kommenden Tagen feiern wir in den Kinos in Hamburg den kulturellen Austausch, die Vielfalt und die Kraft des Films, gesellschaftlich relevante Themen aufzugreifen und Brücken zu bauen. In einer Zeit, in der Kunst und Kultur mehr denn je als Dialogräume benötigt werden, leistet das Festival einen unverzichtbaren Beitrag zur Stärkung des kulturellen Lebens unserer Stadt und darüber hinaus. Mit einem herausragenden Programm bietet es auch in diesem Jahr wieder viele Möglichkeiten, große Filmkunst gemeinsam im Kino zu erleben. Besonders freue ich mich, dass wir in diesem Jahr mit dem ‚Tag des freien Eintritts‘ am 3. Oktober gemeinsam mit Filmfest Hamburg Kinokultur einem breiteren Publikum erlebbar und zugänglich machen können. Das macht hoffentlich vielen Lust darauf, auch nach dem Filmfest immer wieder ins Kino zu gehen. Dem Team um Malika Rabahallah wünsche ich viel Erfolg und gutes Gelingen für die erste Ausgabe unter neuer Leitung!“

Malika Rabahallah, Leiterin von Filmfest Hamburg: „Ich freue mich sehr, dass es nach neunmonatiger Vorbereitungszeit endlich losgeht. In meiner ersten Festivalausgabe gehen so viele Träume in Erfüllung – wir feiern am 3. Oktober den Tag des freien Eintritts – 1000 Dank an die Behörde für Kultur und Medien, die mir diesen Traum erfüllt hat. Und wir zeigen 13 Filme, die für ihre jeweiligen Produktionsländer ins Oscarrennen gehen, darunter Mohammad Rasoulofs Die Saat des heiligen Feigenbaums für Deutschland. Ich freue mich auf viele großartige Gäste und wunderbare Filme.“

Filmfest Hamburg zeigt wieder ein vielfältiges Programm mit mehr als 120 Filmen aus 55 Ländern in den Festivalkinos in der gesamten Stadt – darunter unter anderem Erstlingswerke, preisgekrönte Festivalfilme und Oscar-Anwärter. Der Filmstandort Hamburg wird in diesem Jahr unter anderem mit 19 MOIN-geförderten Produktionen auf dem Filmfest präsent sein.

Mit dem Douglas Sirk Preis werden in diesem Jahr die Regisseurin Andrea Arnold und der Regisseur Jacques Audiard ausgezeichnet. Beide werde den Ehrenpreis im Rahmen der Deutschlandpremieren ihrer Filme persönlich entgegennehmen.

Auf Einladung von Filmfest Hamburg wird das Molodist Kyiv International Film Festival vom 1. Oktober bis 4. Oktober zum dritten Mal als Festival im Festival zu Gast in Hamburg sein, um seinen nationalen Wettbewerb dem Hamburger Publikum zu präsentieren. Für die jüngsten Festivalgäste bietet das MICHEL Kinder- und Jugend Filmfest wieder ein vielfältiges und liebevoll kuratiertes Programm.

Ergänzt wird das facettenreiche Filmprogramm von zahlreichen Fachveranstaltungen, unter anderem den Industry Days zu neuesten Trends und Entwicklungen aus und für die Branche. Der Hamburger Produktionspreis wird am Abend der Explorer Konferenz am 30. September in den Kategorien „Internationale Kino-Koproduktionen“, „Deutsche Fernsehproduktionen“ und „Deutsche Kinoproduktionen“ sowie einem Sonderpreis für serielle Formate durch Kulturstaatsrätin Jana Schiedek überreicht. Im zehnten Jahr seines Bestehens wird der Preis wieder in Kooperation der Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten verliehen.

Nicht zuletzt wird mit dem beliebten Format „Filmfest ums Eck“ wieder die engagierte Arbeit der Kinomacherinnen und -macher in zahlreichen Hamburger Stadtteilen gewürdigt und Weltkino hautnah in neun Lieblingskinos vor Ort erlebbar.

Erstmals bietet Filmfest Hamburg am 3. Oktober einen Tag des freien Eintritts. Alle Filmvorführungen sind dann in den 14 teilnehmenden Festival-Kinos umsonst. Ermöglicht wird dies durch eine Sonderzuwendung in Höhe von 100.000 Euro durch die Behörde für Kultur und Medien. Am 29. September wird noch ein Kontingent der insgesamt 10.804 Tickets freigeschaltet. Weitere Infos: www.filmfesthamburg.de/freier-eintritt.

Seit 1992 präsentiert das Filmfest Hamburg jährlich nationale und internationale Spiel- und Dokumentarfilme als Uraufführungen, Europapremieren oder deutsche Erstaufführungen. Dabei reicht das Spektrum von anspruchsvollen Arthouse-Filmen über innovative Publikumsrenner bis hin zu einem bunten Film- und Veranstaltungsprogramm für Kinder im Michel Kinder und Jugend Film Fest Hamburg. Zahlreiche Veranstaltungen machen das Filmfest Hamburg mit über 40.000 Besucherinnen und Besuchern Jahr für Jahr zu einem wichtigen Treffpunkt für Kinobegeisterte und die Filmbranche. Neue Leiterin des Filmfestes ist seit diesem Jahr Malika Rabahallah.

Weitere Informationen, das vollständige Programm und Karten erhalten Sie unter www.filmfesthamburg.de

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Kinos öffnen nach acht Monaten Zwangspause https://www.tiefgang.net/kinos-oeffnen-nach-acht-monaten-zwangspause/ Fri, 02 Jul 2021 22:41:13 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8175 [...]]]>  

Seit Donnerstag, 1.7.2021, haben die die Kinos in Hamburg endlich geöffnet und die Stadt Hamburg hilft.

Hamburg stellt zusammen mit der Filmförderung das Begleitprogramm: Mit einer bisher einmaligen Freikarten-Aktion und einer Verdopplung der Mittel für den Kinoprogrammpreis soll den Lichtspielhäusern im Norden der Start in den Kinosommer erleichtert werden. Damit steigt die Gesamtsumme der bisherigen Hamburger Corona-Hilfsmittel auf insgesamt rund 1,2 Million Euro.

Rund acht Monate mussten die Kinos Corona-bedingt geschlossen bleiben. Nun ist der Besuch endlich wieder möglich. Hierbei ist folgendes zu beachten:

  • Für den Einlass ist erforderlich, dass man entweder vollständig geimpft, genesen oder tagesaktuell negativ auf Covid19 getestet ist.
  • Die Kontaktdaten müssen digital per App oder händisch per Kontaktbogen vor Ort ausgefüllt werden.
  • Es gilt das Tragen einer medizinischen Maske im gesamten Kino sowie am Sitzplatz. Die Maske darf zum Essen oder Trinken jedoch abgenommen werden.
  • Darüber hinaus folgt Sitzanordnung nach dem Schachbrettmuster: je ein freier Sitz rechts und links und reihenweise versetzte freie Plätze.

Eine detaillierte und stets aktuelle Übersicht finden Sie unter §18 der aktuellen Corona-Verordnung der Stadt Hamburg (www.hamburg.de/verordnung).

Stadt und Filmförderung wollen weiter die Nachwirkungen der Corona-Pandemie für die Kinos abfedern. Dazu werden die jährlich vergebenen Hamburger Kinopreise in diesem Jahr von 100.000 Euro einmalig auf 220.000 Euro erhöht – und damit in der Gesamtsumme mehr als verdoppelt. Bereits 2020 wurde die „Kino Hilfe Hamburg“ als Corona-Rettungspaket von der Stadt Hamburg auf den Weg gebracht. Seit März 2020 wurden bislang knapp 830.000 Euro an die Hamburger Kinos ausgezahlt. Zudem hat die Stadt 200.000 Euro für das Hamburger Kinoinvestitionsprogramm bereitgestellt. Mit der Erhöhung der Kinopreis-Prämien 2021 belaufen sich die Corona-Hilfsmittel für die Kinos auf bisher rund 1,2 Million Euro.

Zunehmend greifen nun auch die Bundeshilfen. So steht der Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen explizit auch den Kinos zur Verfügung.

Zudem haben die Stadt Hamburg, das Land Schleswig-Holstein und die MOIN Filmförderung gemeinsam mit 16 Hamburger und 32 Schleswig-Holsteiner Kinos die MOIN KINO-Aktion ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Die erste Runde geht auf uns“ findet bis Sonntag, 4. Juli, jeweils eine Umsonst-Vorstellung in den teilnehmenden Lichtspielhäusern statt. Restkarten können bei den Kinos direkt bestellt werden. Eine Übersicht der MOIN KINO-Vorführungen gibt es auf www.moin-filmfoerderung.de/moinkino.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Endlich öffnen die Kinosäle wieder ihre Türen und wir alle können unmittelbar erleben, wie viel besser und unersetzlich das gemeinsame Filmerlebnis in einem Kino ist. Gemeinsam mit der Filmförderung und jetzt auch mit dem Bund wollen wir den Kinos weiter helfen, durch diese weiterhin schwierige Zeit zu kommen. Mein Dank gilt all den enthusiastischen Teams in den Kinos, die darauf brennen, jetzt wieder den Film mit allen Sinnen erlebbar zu machen. Diesen Einsatz für den Film wollen wir dem verdoppelten Preisgeld für den Hamburger Kinopreis auch gemeinsam feiern.“

Helge Albers, Geschäftsführer der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein: „Endlich wieder Kino! Um den Lichtspielhäusern in Hamburg nach den schweren letzten Monaten den Rücken zu stärken, wurden die Kinopreis-Prämien in Hamburg in diesem Jahr mehr als verdoppelt. Gemeinsam mit der MOIN KINO-Aktion und einem tollen Filmangebot ist so ein Paket entstanden, das mich zuversichtlich in den Kinosommer blicken lässt.“

 

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Das digitale Fest https://www.tiefgang.net/das-digitale-fest/ Fri, 29 May 2020 22:31:49 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6953 [...]]]> Das Kulturhaus Süderelbe feiert seinen 40. Geburtstag! In einem noch ungewöhnlichen Format.

Aufgrund der Corona-Situation kann das Jubiläum nicht wie geplant im Rahmen des großen, jährlichen Sommerfestes mit dem BGZ stattfinden. Gebührend gefeiert wird der Geburtstag trotzdem: Das Kulturhaus lädt zur virtuellen Feier am Freitag, 5. Juni ab 16 Uhr auf der Internetseite www.kulturhaus-suederelbe.de ein und freut sich auf zahlreichen Besuch. Senator für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosda, Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen, viele bekannte Künstler und Weggefährten haben ihr „Kommen“ zugesagt und sind mit Grußbotschaften dabei.

40 Jahre Kulturhaus Süderelbe: Im Jahre 1980 entstand in Hausbruch ein Ort für Menschen in Süderelbe, um kreativ tätig zu werden: Das Kulturhaus Süderelbe gründete sich als Verein in den Räumen des „Alten Jägerhofs“, eine Gründerzeitvilla auf einem großzügigen Parkgelände am Ehestorfer Heuweg. Seit 2012 ist das Kulturhaus gut und zentral angebunden im Bildungs- und Gemeinschaftszentrum (BGZ) Süderelbe in Neugraben-Fischbek. Der Angebotsbereich des Kulturhauses nach dem Motto „Kunst & Kultur – für jeden vor Ort“, ist groß: Kurse, Workshops, Konzerte, Integrationsangebote, Kino, Süderelbe-Orchester, Fortbildungsangebote etc. finden hier statt.  Zahlreiche neue Kooperationen, Projekte und Angebote sind in den letzten Jahren entstanden und der neue Quartiersraum „JoLa“ bietet viele Möglichkeiten für Kultur und Begegnung.

Seit 40 Jahren wird die kulturelle Bildungsarbeit im Kulturhaus u. a. durch öffentliche Förderung von Seiten des Bezirksamts und der Behörde für Kultur und Medien ermöglicht.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Schade, dass das Sommerfest vor Ort dieses Jahr entfallen muss – aber schön, dass das Jubiläum digital gefeiert wird und wir damit 40 bunte Jahre Revue passieren lassen können. Die Zusammenarbeit mit vielen Akteurinnen und Akteuren der Soziokultur im BGZ Süderelbe ist uns allen eine Inspirationsquelle. Genau so gelingt gesellschaftliche Teilhabe. Hier kann Kunst und Kultur nicht nur erlebt werden, hier kann man auch selbst aktiv sein und miteinander Neues ausprobieren. Genau solche Orte der vielfältigen und kreativen Zusammenkunft brauchen wir. In diesem Sinne: Alles Gute zum Geburtstag!“

Das Kulturhaus-Team freut sich im Nachgang auf Glückwünsche der Besucher und Menschen, die hier z. B. Kunst-Erfahrungen gemacht haben: das kann eine Postkarte, ein Bild, eine Collage, eine Videobotschaft – per Post oder per Mail – sein. Aus den zugesandten Gratulationen (mit einer Einwilligung für die Veröffentlichung) wird eine Präsentation auf der Webseite des Kulturhauses online gestellt. Zuschriften gern an Kulturhaus Süderelbe e. V., Am Johannisland 2, 21147 Hamburg oder info@kulturhaus-suederelbe.de

 

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„Neues Zentrum machbar!“ https://www.tiefgang.net/neues-zentrum-machbar/ Fri, 11 Jan 2019 23:58:10 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4742 [...]]]> „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ – das Projekt zur Erprobung einer kulturellen Neu- bzw. Umnutzung der einstigen Harburger Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Straße – geht zuversichtlich ins Jahr 2019. In der Pressemitteilung hierzu heißt es:

„Obwohl die Probephase der Initiative SuedKultur sowie des Stadtentwicklungsvereins Stadtkultur Hafen e.V. noch nicht beendet ist, zeigt sich für alle Beteiligten: eine Neunutzung als genreübergreifendes Kulturzentrum von und für die Harburger Kultur ist nicht nur möglich sondern heiß begehrt.

Mathias Lintl vom Verein Stadtkultur Hafen e.V.: „Es ist unglaublich, was an verschiedenen Formaten in diesen Räumen alles möglich ist. Auch wenn unsere derzeitigen Möglichkeiten  derzeit aufgrund des Zustandes des Gebäudekomplexes recht eingeschränkt sind, ist die Nachfrage und der Ideenimpuls für diesen Gebäudekomplex enorm hoch. Konzerte, Kino, Theater, Tanz, Kunst, Begegnungen und Kurse jeder Art –  es scheint kaum etwas zu geben, was nicht schon angefragt oder erprobt wurde. Und es zeigt sich: Harburg fehlt genau so ein Zentrum, in dem man unwillkürlich aufeinander trifft und Neues entwirft.“

3falt bei der Music-Night.

Heiko Langanke, Projektleiter der mittlerweile ins zwölfte Jahr gehenden Initiative SuedKultur, der mittlerweile rund 50 Kulturinstitutionen des Süderelbe-Raumes angehören: „Ein kulturelles Haus der Vielfalt steht schon lange auf der Agenda der SuedKulturler. Mit der „3falt“ kommt auf einmal ein Ort mit konkreten Räumen in greifbare Nähe. Und ob es nun Hoch- oder Subkultur ist, von Literatur über Tanz und Theater, Film oder Konzerten – es entsteht beinahe zwangläufig ein spannendes Programm für alle Kulturneugierigen. Und aktuelle Themen wie Integration oder Inklusion kommen ganz nebenbei zur Verwirklichung. Es müsste eben ein wenig am Gebäude getan werden.“

Doch noch mal zur Entwicklung:

Ausgangslage:

Als es Ende Nov. 2017 die ersten konkreten Gespräche mit der Eigentümergemeinde Trinitatis Harburg über eine kulturelle Erprobung der Dreifaltigkeitskirche gab, um über eine mögliche Weiternutzung des Gebäudekomplexes zu diskutieren, war die Gemeinde noch in Verhandlungen mit einem interessierten Investor. Dieser hatte ein Angebot abgegeben und erbat bis Ende Februar 2018 Bedenk- & Prüfzeit. Nachdem aber auch diese Interessensbekundung zurückgezogen wurde, kamen erste konkrete Gespräche über eine kulturelle Testphase zustande. Ende April 2018 schließlich wurde es konkret und der Kirchenkreis HH-Ost erarbeitete eine Vereinbarung in Form einer Anhandgabe, die dann zum Mai von den Parteien Trinitatis-Gemeinde Harburg, dem Verein Stadtkultur HH e.V. und der Initiative SuedKultur unterzeichnet wurde und eine Probe- und Erkundungsphase bis Ende Feb.2019 vorsieht.

Zum Juni 2018 kam es schließlich zur Schlüsselübergabe und erstmaliger In-Augenscheinnahme des  Komplexes. Kurz vor den Sommerferien.

Jazz-Duo Jakubowsky / Bahlmann am 2. Nov. in der 3falt.

Um zumindest eine erste Einschätzung aller bei SuedKultur zusammengeschlossenen Kulturschaffenden vornehmen zu können, wurde kurzerhand eine Art „Kulturtag“ am 14. Juni anberaumt. Dort fanden Lesungen, verschiedene Konzerttests, Tanz- & Theaterproben statt, die auch der Öffentlichkeit zugänglich waren aber vor allem den Kulturschaffenden einen ersten Eindruck über die Möglichkeiten einzelner Räume und ihrer Beschaffenheit gaben. Schon hier war das Fazit durchweg positiv: erste konkrete Ideen wurden notiert, diskutiert und erarbeitet und sollten dann in Einzelformaten nach den Sommerferien konkreter erprobt werden.

Erste Problemstellungen wurden auch schon erkannt wie etwa Brandschutzpläne, eingeschränkte Erprobungen durch mangelnde Kenntnis über die bestehenden Denkmalschutzauflagen aber auch fest installierte Kirchenbänke oder veraltete Strominfrastruktur, nötiger Schwingboden im Tanz- & Theaterraum etc.pp.

Ab September dann startete nach und nach eine Art „Programm“: am Tag des offenen Denkmals zeigte der Publikumsverkehr großes Interesse am Gebäude sowie dem Architektenehepaar Spengelin, das sich für den Nachkriegsbau verantwortlich zeichnete und auch der Harburger Stadtgeschichte. Denn bis 1944 war der vorherige Kirchenbau auch Hauptkirche von Harburger an der Elbe und Wilhelmsburg. Also ein durchaus relevanter Standort.

Die Ausstellung „wir in Harburg“ dann offenbarte erste Möglichkeiten für breiter angelegte Kunstdarstellungen. Kunstkurse in den Außenbereichen  und im Gemeindehaus verdeutlichten die neuen Möglichkeiten für viele Kreative, denen es an (zentral gelegenem) Raum im Bezirk mangelt.

Der erste Harburger Comic-Kulturtag aber auch die Tanz- & Theaterproben verwiesen auf mögliche neue Kulturformate und –angebote, die durch großzügigere Räume überhaupt erst möglich wurden. Die SuedKultur Music-Night wie auch der Harburger Kulturtag verdeutlichten den großen und sofortigen Zuspruch beim lokalen Publikum und den Raumbedarf bestehender lokaler Akteure. Ein Konzert zweier indischer Musiker offenbarte die spirituelle Ruhe, ein nachfolgendes Jazz-Duo und auch eine öffentliche Probe eines lokalen Kammerorchesters unterstrich die außergewöhnliche Klangstruktur des Kirchenschiffes.

Reges Interesse an ´70 Jahre Grundrechte` …

Im Verlauf des Herbstes wurden auch Formate erprobt, die im Süden Hamburgs selten sind oder auch nicht über den nötigen Raum verfügen. So wurden verschiedene Kino- und Film-Formate ausgetestet aber auch ein Adventsmarkt und die Größe von Leinwandfläche und die Möglich-keiten der Raumgestaltung samt Filmdarstellung mit Rückprojektion überraschten positiv.

Parallel wurde eine Online- aber auch Print-Werbeplattform geschaffen, von der alle einzeln erprobenden Akteure profitierten und zugleich für das interessierte Publikum eine Programm entstand, das an Vielfalt und Spannjung schnell seinesgleichen im Bezirk suchte. Auch hier zeigten sich schnell Synergien und vor allem eine mediale Wahrnehmung durch die inspi-rierende Unterschiedlichkeit der Programmpunkte. Ob Hoch- oder Subkultur, ob Kunst oder Musik, Tanz oder Theater ob für Jung oder Alt – die Programmfacetten selbst beeindruckten und verdeutlichten zugleich, dass hier ein kulturelles Vakuum gefüllt wird.

Zudem erweisen sich die Netzwerkstrukturen der lokalen Initiative SuedKultur als durchaus stabil, da für die Tests notwendige technische Infrastruktur problemlos und schnell zur Ver-fügung gestellt wurde: eine bereit Unterstützung aller Mitgliedsorganisationen für das Modell-projekt konnte aufgebracht werden und Hilfestellungen etwa bei GEMA- und Filmrechte-Anforderungen, Catering, Fachwissen wie Spielstättenverordnung, Brandschutz, Barrierefreiheit oder Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gingen schnell und sachkundig in verschiedene und kompetente Hände. Ob Marias Ballroom, die Akademie für Musik und Kultur, das Stadtmuseum Harburg, die Geschichtswerkstatt, das Kulturhaus Süderelbe, das Stellwerk oder der Irish Pub Old Dubliner  – wo Hilfe gebraucht wurde, war Hilfe da.

Das Projekt ´Artothek` im Rahmen des 3falt-Kulturtages Mitte Juni 2018. (Foto: Jürgen Drygas)

Und bei aller Improvisation in der technischen und logistischen Infrastruktur zeigte sich bei fast allen Akteuren, dass hier künftig noch viel mehr möglich ist. Terminanfragen häuften sich frühzeitig bis weit ins Jahr 2019 hinein. Und dabei sind hier nur die kulturellen Anfragen und keine durchaus unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten verwertbaren Anfragen  (Bezirksamtswahlen, Jahrestag Eritraergemeinde, Techno-Party-Veranstalter, Firmeneventanfragen, Raumnutzungs-anfragen z.B. Verbraucherschutzverein oder DRK).

Die Nachfrage an Raum ist für die Beteiligten daher unstrittig. Die Planungen in die kalten Winterzeit hinein bei völlig unklaren Erwartungen an anstehende Betriebskosten bzw. Möglich-keiten der Beheizbarkeit etc. konnten das Potenzial dabei nicht mal in Ansätzen ausloten.

Aber: das Gebäude ist in eben einem Zustand, der einer ersten Herrichtung bedarf, um über-haupt umfangreich nutzbar zu sein. Kaputte Fensterisolierungen, verdreckte Heizschächte, ver-altete oder schadhafte Beleuchtungseinrichtungen, die eingeschränkte Nutzbarkeit der WCs oder der Stromleitungen stehen dem ebenso im Weg wie unklare Bedingungen über künftige Eigentumsfragen oder auch mögliche nutzbare Raumkapazitäten.

Ganz nebenbei erlebten die Akteure, dass sich durch den langen Leerstand des Gebäudekom-plexes eine starke Vermüllung im Umfeld, teils Drogenhandel und Szenetreffs in den nicht ein-sichtigen Bereichen eingebürgert hatten. Seit der regelmäßigen Reinigung aber auch der häuf-igen Nutzung des Gebäudekomplexes tags wie abends ließen diese Effekte relativ rasch nach.

Und so sehen die Akteure die im Konzept zur Stadtteilentwicklung angedachte „Reaktivierung der ehemaligen Klangkirche Hamburgs“ als mehr als realistisch.

„Auch dass Räume nicht gratis zu haben sind, ist allen beteiligten völlig klar. Einnahmen aus rein kultureller Nutzung im obersten fünfstelligen Bereich sind realistisch. Es müssten nur mal Nägel mit  Köpfen gemacht werden“, so Heiko Langanke zur Planungslage im Hintergrund.

Dabei geht es vor allem darum, dass die Gemeinde Trinitatis signalisiert hat, das Gebäude nicht weiter im Besitz behalten zu wollen. Wohl aber das Grundstück. Bisher gab es einige Gespräche mit der Stadtentwicklungsgesellschaft STEG und Bezirksmitarbeitern, um auch über Möglichkeiten im Rahmen des RISE-Stadtentwicklungsprogramms Eissendorf-Ost zu erörtern, konkrete Ergebnisse aber ließen auf sich warten.

Aber auch der eingebundene Harburger Architekt Carsten Lünzmann, der jüngst mit der Neugestaltung des Eingangsbereichs zum Harburger Stadtpark sowie der dortigen Freiluft-Bühnengestaltung auffiel, ist zuversichtlich: „Die Auflagen des Denkmalschutzamtes sind für dieses Projekt keine Belastung sondern eher bereichernd, da beiderseits die sakrale Baukunst der Architekten Spengelin, das Ineinandergreifen von Baustilen über fast vier Jahrhunderte sowie die zentrale Stadtgeschichte Harburgs immer auch Kulturthemen sind, die inspirieren aber auch neue Inter-pretationen ermöglichen. Dass eine Kirche natürlich anders beheizt wird als eine Konzerthalle,  eben so nicht über Barrierefreiheit und Sanitäranlagen nach heutigem Standard verfügt, ist ebenso logisch wie aber heutzutage mit Solardächern und Wärmedämmung ganz andere Möglichkeiten bestehen, kostensparend solche Gebäude zu betreiben.“ Fördermöglichkeiten aber seien da.

Filmprojekt „Newcomers“ samt Gespräch …

Und was erwartet die Harburger in 2019?

  • , 13. Jan, 14h Plattenverkostung
  • , 18. Jan., 20h ´Gutes Theater` spielt: “KUNST” (von Yasmina Reza)
  • , 19. Jan. 19h Waldinsel Exil Konzert
  • , 27. Jan., 18h minimal music – Projekt – Phaze2.5
Projekt minimal music
  • , 07. Feb., 20h Klassik – SymphonING Winterkonzert
  • , 8. Feb., ab 18h Welcomefest zum Pfadfinder-Sängerwettstreit am 9.2.
  • , 09. Feb., 20h Chorfestival: stimmgewaltig
  • , 10. Feb., 14h Plattenverkostung
  • , 22. Feb., 19h Filmabend zur Pflegesituation an Hamburger Krankenhäusern
  • , 23. Feb., 19h Klassik: sinfonietta nova

 Detailinfos unter: http://www.sued-kultur.de/?cat=57

Gefördert wird 3falt u.a. vom Fonds Soziokultur, Saga Stiftung Nachbarschaft, dem Beirat der Integrierte Stadtteilentwicklung Harburg Innenstadt / Eißendorf-Ost und der Bezirksversammlung Harburg.“

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