Knust – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 08 Jan 2021 12:20:45 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 „Ein Ansprechpartner!“ https://www.tiefgang.net/ein-ansprechpartner/ Fri, 08 Jan 2021 23:36:28 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7573 [...]]]> Die Krise hat die Kulturszene mit vollster Wucht erwischt. Ratlosigkeit macht sich breit. Müssen wir umdenken? Mutiger sein? Vor was haben wir Angst? Viva la VUCA! Heute Karsten Schölermann, KNUST

Viva la VUCA!

VUCA ist das Akronym für Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität. Treffender könnte man die aktuelle Situation kaum beschreiben. Corona hat unsere Welt noch komplizierter, noch schneller, noch unsicherer und noch unvorhersehbarer gemacht.

COVID-19 stellt die Veranstaltungsbranche gerade vor nicht mehr zu bewältigende Herausforderungen: Konzerte, Ausstellungen, Theater, Clubs, Kongresse, Opern etc., mit ihren Akteuren, den Veranstaltern, Musikern, Tänzern, Schauspielern und und und – alle stecken in einer katastrophalen Krise. Ebenso wie das unüberschaubare Ökosystem aus Technikern, Stage Hands, Kostümdesignern, Caterern, Elektrikern, Visagisten und so vielen mehr.

Wie können wir helfen? Das fragten sich Simone Ashoff (Good School), Terry Krug (Krug⁺) und Marc Thomsen (JTI) auf dem Reeperbahn Festival im September 2020. Es lag auf der Hand: Es braucht ein starkes und interdisziplinäres Netzwerk, um der Krise zu begegnen. Dazu gehören, neben den Playern der Veranstaltungsbranche, auch Mediziner, Organisationssoziologen, Marketinggurus, Philosophen und viele andere. Gemeinsam mit diesen Experten gilt es neue Wege zu finden. Nicht aus der Krise, sondern mit der Krise.

VIVA LA VUCA war geboren.

Seitdem heißt es gemeinsam Antworten finden, um neue Wege zu gehen. Dafür galt es zunächst die aktuelle Situation zu analysieren. Herausgekommen sind viele Fragen, die versuchen die Krise in ihrer Komplexität greifbarer zu machen:

  • Müssen wir umdenken?
  • Sollten wir mutiger sein?
  • Schafft diese Krise Raum für Experimente oder zwingt sie uns vielmehr dazu?
  • Was kommt vielleicht nie wieder?
  • Und wovor haben wir eigentlich Angst?
  • Ist die Digitalisierung die Lösung für alles oder bedarf es dafür mehr?
  • Welche individuellen Herausforderungen beschäftigen jeden von uns in dieser Zeit?

Herausforderungen, die zwar ganz persönlich sind, aber jede für sich kann ein allgemein gültiger Parameter für diese Krise sein. Wir haben alle Gespräche aufgezeichnet. – Als Denkanstöße, als Anregung für weitere Fragen und als Anlass, um nach Antworten zu suchen. Jeder ist eingeladen, uns bei diesem Prozess zu unterstützen.

Mit dieser Serie stellen wir verschiedene Macher und ihre Überlegungen und Ansätze dar.

Viel Spaß beim Schauen!

Heute: Karsten Schölermann ist die Rampensau der deutschen Clubbetreiber. Als Gründungsmitglied der Livekomm hat er es geschafft, dass Clubkultur gesellschaftlich relevant geworden ist. Chapeau! – Leider ist ein großer Teil seines Films kaputt gegangen. Karsten bringt aber auch mit einem Satz alles auf den Punkt.

weitere Infos unter: www.viva-la-vuca.de

Sie wollen das Projekt Viva la VUCA bzw. die Zukunftswerkstatt sowie weitere Workshops und Angebote der Club Acadamy der Hamburger Clubstiftung unterstützen?

Kontoinhaber:

Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen Hamburg

IBAN: DE14 2005 0550 1500 9378 16

BIC: HASPDEHHXXX

BANK: Sparkasse Hamburg

Verwendungszweck: Viva la VUCA

oder online: vivalavuca

 

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Die Hilfstickets https://www.tiefgang.net/die-hilfstickets/ Fri, 15 Feb 2019 23:03:04 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4865 [...]]]> Im siebten Jahr des Bestehens von FairTix erreichen 55.972 Euro über das solidarische Ticketing die Clubstiftung.

„Die Umsatzsteigerung zum Vorjahr von 17,6 Prozent unterstreicht, dass das faire Ticketing in Hamburg mehr und mehr KonzertbesucherInnen, sowie Clubs und VeranstalterInnen überzeugt.

Insgesamt 41 Hamburger Clubs und VeranstalterInnen nutzten 2018 das Vorverkaufsystem von TixforGigs zum Vertrieb von fairen Ticketkontingenten und konnten so mit knapp 1.500 Veranstaltungen 55.972 Euro für die Clubstiftung generieren. Damit wurden seit dem Start dieser Solidaraktion im Jahr 2012 über 250.000 faire Tickets von KonzertbesucherInnen gekauft.

Die meisten Verkäufe im Jahr 2018 erzielten das Knust, der Monkeys Music Club und das Uebel & Gefährlich. Ebenso erfreulich sind die neu seit 2018 teilnehmenden Clubs und VeranstalterInnen, hier sind exemplarisch der Nochtspeicher/Nochtwache, Cascadas und das SummerSoul/SummerJazz in Eppendorf zu nennen. Auch über Party-Veranstaltungen konnten wieder zahlreiche Tickets verkauft werden. So kamen allein durch die Silvesterpartys im Knust und im Molotow und dem Silvesterrave im Docks, mehr als 1.600 Tickets an einem Tag zusammen. Als erfolgreichste Konzerte gingen 2018 unter anderem Feine Sahne Fischfilet (Inselparkhalle), sowie das Jubiläumskonzert des Hamburger Kneipenchors (Knust) und Waving the Guns (Uebel & Gefährlich) in die FairTix-Statistik ein.

Für die Ticketverkäufe in 2018 konnte der Clubstiftung somit beim Club Award 2019 im DOCKS einen Scheck mit der stolzen Summe von 55.972 Euro von Tixfor-Gigs entgegen nehmen – die bislang höchste ClubEuro-Summe. Die Gelder fließen in Maßnahmen zur Förderung der Livemusik-Kultur, zum Beispiel in das Fortbildungsangebot der CLUB ACADEMY oder den Live Concert Account Plus – einem staatlichen Strukturfördermodell für privaten Musikspielstätten in Hamburg, das gezielt in Kleinst- und Nachwuchskonzerte investiert.

Auch konnten Förderungen im Rahmen des Ressourceneffizienzprogrammes realisiert werden. So freuen sich unter anderem der Marias Ballroom und das Westwerk über neue und energiesparende Geräte. Zusätzlich wurden Energie- und Rechtsberatungen bei sieben Clubs bezuschusst und Lärmgutachten erstellt. Auch der Blick in die Zukunft ist aussichtsreich: Die Millerntor Gallery hat bereits angekündigt ihr Ticketing im Jahr 2019 über FairTix abwickeln zu wollen.

Mit FairTix können KonzertbesucherInnen und Musikspielstätten ein Zeichen für faire Gebührenmodelle setzen. TixforGigs verzichtet auf die Hälfte der üblichen Vorverkaufsgebühren und führt stattdessen pro verkauftem Ticket einen Euro-  den sogenannten ClubEuro – an die Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen ab.

Liste der FairTix-NutzerInnen 2018:

Aalhaus, Alte Druckerei, Art & Techno, Astra Stube, Birdland, Brakula, Cascadas, Cotton Cub, Docks/Prinzenbar, Fundbureau, Goldbekhaus, Grenzen sind relativ, Grosse Freiheit 36, Gruenspan, Häkken, Hafenklang, Honigfabrik, Knust, kukuun, Kulturbedarf, Kurz Film Agentur Hamburg, Logo, Marias Ballroom, Markthalle, Menschenzoo, Molotow, Monkeys Music Club, MS Stubnitz, OHA! Music, Nochtspeicher/Nochtwache, Pakusisus Evens, Pooca Bar, Pop Up Records, Schanzenzelt, Stage Club, Stellwerk, Uebel & Gefährlich, Urban Wildlife, Wilfried Lottmann und Zinnschmelze“

Quelle:  www.clubstiftung.de

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12 Points to Buxtehude? https://www.tiefgang.net/12-points-to-buxtehude/ Fri, 02 Mar 2018 23:45:02 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3173 [...]]]> Ein rothaariger Bubi aus Buxtehude tritt beim ESC für Deutschland an. Und wohnt in Buxtehude: Michael Schulte.

Michael Schulte aus Buxtehude soll es also dieses Jahr richten beim European Song Contest. Da schon viel geredet wird und wurde, wollen wir hier auch nicht was Neues versuchen.

Immerhin: er stammt aus Flensburg, entdeckte schon 2006 den Videokanal YouTube als gutes Medium, um seinen musikalischen Kram unter die Crowd zu bringen, war dann 2012 bei „The Voice“ im Fernsehen und wohnt bei Buxtehude. Schon 2014 spielte er im Hamburger Knust. Und auch Ende letzten Jahres übrigens.

In einem „Backstage“-Bericht dazu hieß es:

„Man fühlt sich wie bei dem Auftritt einer Schülerband, bei der man immer wieder verwundert ist, wie gut sie spielt. Diesen Eindruck verstärken nicht zuletzt die vielen jungen Zuschauer, die einem tatkräftig ins Ohr grölen.“ Na denn …

Lassen wir die Videos – ein eigentliches Zuhause – sprechen.

 

 

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Hamburgs Moloch https://www.tiefgang.net/hamburgs-moloch/ Fri, 02 Feb 2018 23:59:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2942 [...]]]> Ein Moloch bezeichnete einst Opfer – und wird nun in der Clublandschaft wieder aktuell. In doppeltem Sinne. 

Ende Januar verlieh der Hamburger Clubverband Clubkombinat Hamburg e.V. bereits zum achten Male Preise für besondere Musikclubs der Stadt. Dabei erhielt der Club „Moloch“ gleich zwei Auszeichnungen. Das ´Hafenklang` wurde der innovativste Club des Jahres. Und ein Preis des Protestes wurde auch wieder ausgegeben: die „zerbrochene Gitarre“.

In der Pressemitteilung heißt es:

„Am 25. Jan 2018 wurde im DOCKS der Hamburger Club Award verliehen. Unterstützt durch die Behörde für Kultur und Medien wurden bereits zum achten Mal Preise für herausragende Leistungen in der Livemusikszene vergeben. Zwei der zehn Auszeichnungen gingen an das Moloch.

In einem Online-Abstimmungsverfahren votierte die Jury aus 70 Bewerbungen für die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger in den verschiedenen Kategorien. In der Jury waren in diesem Jahr über 180 Personen aus allen Bereichen der Hamburger Musik- und Veranstaltungsbranche vertreten, zum Beispiel Clubbetreiberinnen und -betreiber, Veranstalterinnen und Veranstalter, Künstlerinnen und Künstler sowie Vertreterinnen und Vertreter von Labels, Agenturen, Medien, Plattenläden oder Verbänden. Vor über 800 geladenen Gästen aus der Musikszene unterstrich Jana Schiedek, Hamburger Staatsrätin für Kultur und Medien, in ihrem Grußwort die große Bedeutung der Clubszene für Hamburg.

Jana Schiedek, Staatsrätin für Kultur und Medien: Hamburg ist seit vielen Jahren zu Recht für die Qualität und Vielfalt seiner Livemusik-Szene bekannt. Mit wie viel Leidenschaft Hamburgs Clubbetreiberinnen und Clubbetreiber das Musikleben unserer Stadt prägen, zeigt auch die Auszeichnung für den Hafenklang als innovativster Club des Jahres. Hamburgs Clubszene kennt keinen Stillstand! Dies feiern wir mit dem Club Award einmal pro Jahr. Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern des Abends.

Susanne Leonhard, stellvertretende Vorsitzende des Clubkombinat Hamburg e.V., resümiert zur Preisverleihung: „Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass die Leistungen von Clubbetreibern und Veranstaltern angemessen gewürdigt werden. Unser Dank geht an die vielen Jury-Mitglieder, die im Schwarm zu diesen authentischen Ergebnissen geführt haben. Glückwunsch an alle Preisträger!“

Der Preis für den Musikclub des Jahres mit dem innovativsten Konzertprogramm ging an den Hafenklang, knapp vor dem Gängeviertel und dem Uebel & Gefährlich. Trotz seines über 20-jährigen Bestehens erfindet sich der Hafenklang stetig neu und findet eine ausgewogene Balance zwischen bekannten Stars und Underground-Künstlern. Das Programm umfasst neben Konzerten, Festivals und Parties in den unterschiedlichsten Bereichen wie z.B. Punk, Rock, Pop, Metal, HipHop, Indie und Techno auch Bingo-Abende, Lesungen, Wrestling, Filmabende, Tischtennisrundlauf, Kunstausstellungen und Flohmärkte.

Für die beste Newcomerförderung des Jahres 2017 wurde die Astra Stube ausgezeichnet, gefolgt vom Molotow und dem Nochtspeicher/Nochtwache. Überreicht wurde der Preis von Ex-Betreiber Holger Jass, der im Onkel Pö einst Bands wie U2 erste Auftrittsmöglichkeiten in Deutschland bot.

Der Preis für das Konzert des Jahres ging an das Uebel & Gefährlich für das Konzert von Trettmann am 10. Oktober 2017. Auf Platz 2 landete das Hafenklang mit dem Konzert von Ho99o9 und auf Platz 3 das Molotow mit dem Aufritt der Garage-Band Black Lips.

Ausgezeichnet mit dem Award für den besten neuen Club wurde die Nochtwache, die als neu konzipierte Live Location für rund 150 Personen seit 2017 das Nochtspeicher-Programm offiziell ergänzt.

Kein Ehrenpreis: die zerbrochene Gitarre

Geehrt mit der Trophäe für den besten Fremdveranstalter wurde das Veranstalterkollektiv OHA Music, das vor Broken Forms und der éspassiert landete.

Die Clubnacht des Jahres wurde auch prämiert: Hier setzte sich das Moloch mit der „200 Jahre Kunstverein trifft 21 Jahre Equinox vom 22. bis 24. September 2017 vor dem Uebel & Gefährlich mit „MOVE mit Laurent Garnier & Awesome Tapes From Africa“ und dem Hafenklang mit 10 Jahre WobWob! durch.

Der Preis für das Festival des Jahres – klein aber fein ging an das Gängeviertel mit dem „8 Jahre Gängeviertel!“ (24. – 27. August 2017), gefolgt vom Molotow („Burger Invasion“) und dem Knust („15 Jahre Tapete Records“) auf den Plätzen 2 und 3.

Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten neben der Trophäe Preisgelder in Höhe von insgesamt 10.000 Euro, davon 8.000 Euro bereitgestellt von der Behörde für Kultur und Medien.

Der vom Vorstand des Clubkombinat vergebene Ehrenpreis wurde an Karl-Hermann Günther verliehen, der nach Einschätzung des Vorstands mit seinem Engagement und Betrieb der Grossen Freiheit 36, Kaiserkeller, Galeria 36, Docks und Prinzenbar die Entwicklung der Hamburger Clubkultur maßgeblich beeinflusst hat.

Ebenfalls in Eigenverantwortung des Vorstandes des Clubkombinat Hamburg e.V. wurde der Negativpreis “Die zerbrochene Gitarre” vergeben – an „die geräuschempfindlichen BeschwerdeführerInnen in den Hamburger Szene- und Ausgehvierteln“. In seiner Begründung (veröffentlicht auf www.clubkombinat.de) verweist der Clubverband unter anderem auf eine spürbare Zunahme von Lärmbeschwerden, deren Ursachen er in einer zunehmenden Nachverdichtung und scheinbar sinkenden Toleranzgrenzen sieht.

Der Publikumspreis wurde mittels eines Online-Votings ermittelt, an dem sich über 4.000 Hamburger Clubgängerinnen und Clubgänger beteiligten. Die meisten Stimmen erhielt hierbei das Moloch im Oberhafenquartier, das sich gegen den Monkeys Music Club und das freundlich + kompetent behaupten konnte.

Als Moderatorin führte die Hamburger Musikerin Catharina Boutari durch den Abend. Für das musikalische Programm sorgten die Hamburger Live-Acts AROMA, ILGEN-NUR und eine Allstars-Band, aus Musikern der Bands FINDUS, JUPITER JONES und LOVE A.

WEITERE INFORMATIONEN ZU DEN PREISTRÄGERN DES JURY-VOTINGS

KATEGORIE: Musikclub des Jahres mit dem innovativsten Konzertprogramm

Hafenklang, www.hafenklang.com

Trotz seines über 20-jährigen Bestehens erfindet sich der Hafenklang stetig neu. Das Programm umfasst Konzerte, Festivals und Partys in den unterschiedlichsten Bereichen wie z.B. Punk, Rock, Pop, Metal, HipHop, Indie, Techno. Doch das Angebot umfasst noch viel mehr: Es werden auch Bingo-Abende, Lesungen, Wrestling, Filmabende, Tischtennisrundlauf, Kunstausstellungen und Flohmärkte veranstaltet. Dem Hafenklang ist es wichtig, bei einer Auslastung von über 300 Veranstaltungen pro Jahr eine ausgewogene Balance zwischen bekannten Stars und Underground-Künstlern zu halten.

KATEGORIE: Club des Jahres mit der stärksten Hamburger Newcomerförderung

Astra Stube, www.astra-stube.de

Die Astra Stube hat einen besonderen Platz für Newcomer mit den unterschiedlichsten Stilrichtungen. Hier treten internationale Bands auf, die anderswo große Clubs füllen, in Deutschland aber noch als Geheimtipp gehandelt werden, ebenso wie lokale und nationale Acts. Auch Künstler, die sich den eher abseitigen Genres des musikalischen Spektrums widmen, finden hier ihren Platz und ihr Publikum. Unter dem Motto „Newcomer fördern Newcomer“ bietet die Astra Stube jungen Leuten in ihrem Team die Möglichkeit in den Bereichen Tontechnik, Eventmanagement und Booking aktiv ein kreatives und abwechslungsreiches Nachtleben in Hamburg mitzugestalten.

KATEGORIE: Konzert des Jahres

Uebel & Gefährlich, Trettmann, www.uebelundgefaehrlich.com

Das Konzert des Chemnitzer HipHop- und R´n´B-Sängers Trettmann am 10.10.2017 ist das Sinnbild eines gemeinsamen Erfolges von Club und Künstler. Hatte das Konzert im Vorjahr noch vor 150 Gästen stattgefunden, so zahlte sich der Glauben an die Qualität der Sängers im Folgejahr mit einem ausverkauften Haus vor 1.000 begeisterten Fans aus. Auch dank der zahlreichen Live-Gäste auf der Bühne erzeugte die Show eine Gänsehautatmosphäre.

KATEGORIE: Bester neuer Club

Nochtwache, www.nochtspeicher.de/nochtwache

Die Nochtwache, das Kellergewölbe des Nochtspeichers, bietet eine einzigartige, gemütliche Atmosphäre und auch bei wenigen Zuschauern immer eine wohlige, familiäre Stimmung. Viele englische Bands haben die Nochtwache, anlehnend an den Kultclub in Liverpool, schon liebevoll als „Little Cavern Club“ bezeichnet. Nach einem Umbau ergänzt sie als neu konzipierte Live-Location seit 2017 für rund 150 Personen das Nochtspeicher-Programm offiziell.

KATEGORIE: Fremdveranstalter/Clubpromoter

OHA Music, www.oha-music.com

Seit 2013 ist die Hamburger Agentur als Kollektiv aktiv, deren vier Gesellschafter trotz relativ jungen Alters selber reichlich Clubbetreibererfahrungen haben. 2017 veranstalteten sie über 80 OHA! Konzerte und vermittelten mit der hauseigenen Booking-Abteilung vielen Hamburger Live-Künstlern (u. a. Pecco Billo, Pool, Eljot Quent) und Djs (u .a. Suro, DJ Direction und Silly Walks Discotheque) bundesweit Aufritte.

KATEGORIE: Clubnacht des Jahres

Moloch, „200 Jahre Kunstverein trifft 21 Jahre Equinox Subversion“ (22.-24.09.), www.moloch.de

200 Jahre Kunstverein trifft 21 Jahre Equinox. Subversion traf Subvention. Aus dem Fauxpas einer Doppelbuchung wurde am Ende die Party des Jahres. Das Ganze hätte an keinem passenderen Ort als im Moloch stattfinden können. Manche Menschen zieht es in den etablierten Kunstbetrieb, manche eher auf die Tanzfläche, aber an diesem Wochenende konnten sich alle wunderbar mischen und gemeinsam im Moloch feiern, dem Club, der aus genau dieser Mischung von Menschen entstanden ist.

KATEGORIE: Festival des Jahres – klein, aber fein

FABRIQUE im Gängeviertel, 8 Jahre Gängeviertel (24.-27. August 2017), www.das-gaengeviertel.info

Das Gängeviertel feierte mit über 70 Künstlern mit Aktionen, Ausstellungen, Vorträgen, Konzerten drei Tage seinen achten Geburtstag. Auch Diskussionsrunden über die Verhandlungen mit dem Senat und die Aufarbeitung des G20-Gipfels standen im Fokus der Veranstaltung.

 

 

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Völker, hört die Musikclubs! https://www.tiefgang.net/voelker-hoert-die-musikclubs/ Fri, 15 Dec 2017 23:16:25 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2747 [...]]]> Die einen können nicht, die anderen wollen nicht schlafen. Auch als Musikstadt hat Hamburg Aufgaben zu meistern. Das Clubkombinat wird nun laut und fordert die „#FutureMusicCityHH“. Ein Aufruf.

In der Mitteilung des Hamburger Clubkombinats, der Berufsverband der Musikclubs in Hamburg heißt es:

„Leuchtende Musikstadt Hamburg – und dennoch: Lärmbeschwerden von AnwohnerInnen und benachbarten Hotelgästen, Pflichtgebühren für unnötige Parkplätze, Mietsteigerungen, wachsenden Behördenauflagen und GEMA-Aufwänden nagen an der Substanz von Musikclubs.

Wenn wir nichts unternehmen, sind die Ausgehviertel in ein paar Jahren geprägt von eintöniger Konservenmusik oder liegen wahrscheinlich ganz am Stadtrand, wo Mieten eventuell noch bezahlbar sind und niemand sich von den Club-Sounds gestört fühlt. Der Immobilienboom verschärft Konflikt um nutzbare Flächen. Musikclubs können beim Wettbieten häufig nicht mithalten und werden verdrängt. Selten verfolgt Stadtentwicklung einen zielgerichteten Ansatz, um Musikstätten frühzeitig in die Planungen zu integrieren.

Fight um Flächen

Eine der vielfältigsten und lebendigsten Live-Musikszenen in Deutschland zu beherbergen, ist ein Pfund, das mehr in das Bewusstsein der politischen Entscheider verankert gehört. Viele KünstlerInnen starten auf unseren Musikbühnen ihre Karrieren und treten bei uns das erste Mal vor Publikum auf. Live-Musikclubs und kleinere Festivals sind Trendsetter und Brutstätten für die Stars von morgen. Künftig können sich selbst Menschen, mit Leidenschaft und Idealismus nicht mehr leisten in zentraler Lage einen Club zu eröffnen. Künstlerkarrieren wie Bosse, Deichkind, Jan Delay, Kettcar, BOY & Co können sich in Hamburg dann nur noch seltener entwickeln.

Wir sind über 140 Hamburger Musikclubs und Veranstalter, die sich im Clubkombinat Hamburg e.V. vereint haben – u.a. altonale, Cotton Club, Docks, freundlich & kompetent, Hafenklang, Knust, Logo, Moloch, Molotow, Prinzenbar, Uebel & Gefährlich und Waagenbau. Erhebe mit uns Deine Stimme für eine vielfältige und kreative Clublandschaft in Hamburg.

ZUR PETITION – HIER KLICKEN

Im Rahmen unserer Kampagne #FutureMusicCityHH wollen wir die Bedingungen, Anliegen und Perspektiven von Musikspielstätten in Hamburg gemeinsam mit ClubbetreiberInnen, VeranstalterInnen, KünstlerInnen, MusikliebhaberInnen, ClubgängerInnen, PolitikerInnen und JournalistInnen in den Fokus rücken und neue Ideen und Lösungsansätze diskutieren. Es geht um den gesellschaftlichen Wert von Musikclubs als soziale und kulturelle Orte. Wie wollen wir bestehende musikalische Bühnen für Freiräume, Experimente, Kreativität und musikalische Innovationen zu erschwinglichen Preisen erhalten, wie neue Räume schaffen?

Stimmen für Musik

Die gesammelten Unterschriften überreichen wir dem Ersten Bürgermeister Olaf Scholz. Eure Stimmen unterstützen uns in den Gesprächen über die Zukunft der Musikclubs in Hamburg, die wir derzeit intensiv mit der Politik und den Behörden führen.

Verbreite unsere Kampagne auf Facebook (#FutureMusicCityHH)! Schreibe uns einen Blog-Gastbeitrag! Kommentiere unsere Forderungen & debattiere dies in Deinen Freundeskreisen!“

Quelle: clubkombinat.de

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„Hier spiele ich gerne!“ https://www.tiefgang.net/hier-spiele-ich-gerne/ Fri, 10 Nov 2017 23:25:18 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2504 [...]]]> Was ist eigentlich ein guter Club für Musiker*innen? Ein Wettbewerb hilft jetzt, dies herauszufinden.

Musiker*innen und Clubs müssten im Grunde dickste Freunde sein. Aber oft gibt es Streit um Gagen, Catering und Umgang. Denn Clubs sind ja irgendwie auch das Arbeitszimmer von Musiker*innen. Und wer ihnen ein gutes stellt, soll dafür auch geehrt und gestärkt werden. Aber wie soll man herausfinden, wer gut und wer schlecht ist? Klar, geförderte Clubs können und werden wohl eher feste Gagen anbieten können. Aber ist auch die Technik gut und der Umgang mit den Auftretenden? Oder können und tun das nicht eher die kleinen Clubs, weil sie in ihrer Leidenschaft auch eher mal das Kaufmännische ignorieren?

Am besten, man fragt einfach mal die Musiker*innen selbst. Und das geht immer am besten, wenn man es mit einem Wettbewerb ein wenig inszeniert und ganz öffentlich raus haut. Und das Gute, man selbst kann beim nominieren auch noch etwas gewinnen.

Und so entstand der Backstage Club Award. Beim DER BACKSTAGE CLUBAWARD 2018 nominieren Musiker*innen die Preisträger. Im ersten Schritt sind diese dazu aufgefordert, ihre Favoriten vorzuschlagen. Ab Januar startet dann das große Voting, bei der die Auswahl vorgeschlagener Clubs ermittelt werden. Und so ab sofort Musiker*innen alle bundesweiten Locations in vier Kategorien für den BACKSTAGE Clubaward 2018 nominieren – in unterschiedlichen Kategorien: „die beste Sound- und Bühnentechnik“, „die beste Nachwuchsarbeit und Förderung der lokalen Szene“, „der bester Umgang mit Musikern auf und hinter der Bühne“ und allgemein „der beste Club 2018“.

Der BACKSTAGE Clubaward ist eine Initiative der LiveKomm, Backstage PRO, Clubs am Main e.V. und dem Musikmesse Festival Frankfurt. Gesponsert wird er durch einige Technikfirmen, die es so auch gleich als Werbung nutzen. Legitim.

Es war eine gelungene Premiere, als Anfang April in Frankfurt zum ersten Mal der BACKSTAGE Clubaward 2017 an die besten deutschen Clubs im Bereich Live-Kultur verliehen wurde.

In der Kategorie „Backstage des Jahres“ wurde die Live Music Hall aus Köln gewählt. Die sieben Vertreter des Clubs konnten sich neben der BACKSTAGE Clubaward-Plakette über einen Preis der Firmen Thon und Gravity im Wert von jeweils 500€ freuen.

Den Preis in der Kategorie „Beste Nachwuchsförderung / Newcomerclub des Jahres“ erhielt der Frankfurter Club Das Bett. Die Firma Shure stellte hierfür Equipment im Wert von 1.000 € zur Verfügung.

Preisträger: Live Music Hall (Köln), Backstage (München), Das Bett (Frankfurt)

Das Backstage aus München vereinte in der Hauptkategorie die meisten Votes auf sich und ist damit zum „Club des Jahres“ gewählt. Hans-Georg und Beate Stocker durften sich über Equipment im Wert von 2.000 € für Produkte der Firmen LD Systems und Cameo freuen. Dieser Preis wurde von der Firma Adam Hall Group zur Verfügung gestellt. Karsten Schölermann von der LiveKomm und selbst (Mit-)Betreiber diverser Hamburger Clubs wie Knust, LOGO und in Harburg dem Stellwerk: „Unfassbare 1.178 Musikerinnen und Musikern haben an der Abstimmung teilgenommen und damit ihren Support für die Clubszene bekundet. Wir werden alles dafür geben, diesen Schulterschluss zwischen Musiker/Innen und Clubszene auch weiterhin zu beleben. Das war Großes Tennis. Danke!“

Nach diesem Erfolg gibt es nur eines: Die Neuauflage für 2018. Und sie startet genau jetzt!

Die Musiker- und Band-Community wird diesmal noch stärker einbezogen: Als Musiker/In kannst du deine favorisierten Locations ab sofort in drei Kategorien für den BACKSTAGE Clubaward 2018 nominieren.

Mitmachen, gewinnen und live spielen!

Durch die Einreichung deiner Nominierung und mit etwas Losglück hast du die Chance, einen Einkaufsgutschein zu gewinnen. Unter allen Teilnehmern werden Gutscheine im Wert von 1000 Euro (1 x 500, 1 x 300, 1 x 200) verlost! Deine Teilnahme an der Nominierung ist bis zum bis 20. Dezember 2017 möglich.

Ab Januar 2018 startet dann das große Voting, durch das die Preisträger ermittelt werden. Das große Preisverleihungs-Event findet am 10. April zum Auftakt des Musikmesse Festivals im Frankfurter Szene-Club „Nachtleben“ statt.

Der BACKSTAGE Clubaward ist eine Initiative der LiveKommBackstage PRO, Clubs am Main e.V. und dem Musikmesse Festival Frankfurt.

Zum Wettbewerb: backstagepro.de

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Ohne Eintritt heisst nicht ohne Kosten https://www.tiefgang.net/ohne-eintritt-heisst-nicht-ohne-kosten/ Sat, 21 Jan 2017 16:36:22 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=507 [...]]]> Der Laden brummt, der Schweiß tropft, die Band rockt! Und doch außer Spesen nichts gewesen?

Im Unterschied zu Museen oder Theatern werden die über Live-Musikclubs nicht zur Hochkultur sondern eher zur Unterhaltungsbranche gezählt. Über den kulturellen Anspruch kann man sicher und immer streiten. Nicht aber, dass diese meist privat wirtschaftenden und daher ungeförderten Liveclubs die Konzerte im Grunde selbst bezuschussen. Nämlich durch die Gastronomie. Woran mag das liegen?

Im Grunde eine Rechengeschichte. Beleuchten wir es mal aus Sicht eines Clubs. Ein Club also mit Kapazitäten für sagen wir mal 100 Leute – also ein recht kleiner. Er hat eine gute Akkustik und macht sich zu eigen, ausschließlich Singer- und Songwriter-Club sein zu wollen. Große Technik braucht er also nicht, wohl aber eine Verstärkung für Gesang und Ansagen. Den können die Musiker selbst einstellen, technisches Personal ist also nicht nötig.

Nehmen wir an, dieser Club nimmt dafür  10,- € Eintritt. Mehr würden die meisten Leute wohl auch nicht für einen singenden Gitarrenschläger zahlen wollen. Der Laden wird halb voll, er hat also bei vollem Eintritt (meist wird nach Konzertbeginn der Eintritt aber leicht reduziert) 50 Tickets à 10,- € verkauft. 500,- € Einnahme. Klingt erstmal gut.

Davon gehen nun ab: Mehrwertsteuer, Werbung (Druck von Flyern, Plakaten, evtl. noch jemand, der es aufhängt oder austeilt), ein Grafiker, der den Monatsflyer erstellt, 4-5 % Künstlersozialkassenabgabe, weil es ein kreativer Job ist. Die Urheberrechtsvereinigung GEMA nimmt anteilig auf den Gesamteintritt 5%. Für die Abendkasse braucht es Personal. Und dann die liebe Verwaltunsgarbeit, denn Ordnung muß sein. Der Künstler muß eine Liste mit seinen gespielten Songs fertigen und von wem sie sind. Die müssen bei der GEMA nachgereicht werden. Die Anmeldung, dass es überhaupt ein Konzert geben wird und was es kostet, muß zuvor gemacht werden. Meist bedarf es auch eines Rahmenvertrages bei regelmäßigen Konzerten. Formulare, Formulare, Formulare …

Das Konzert samt Bild und Text muß an die Presse raus gegeben und am besten im eigenen Internetauftritt beworben werden. Der Musiker bekommt Freigetränke und vielleicht eine Kleinigkeit als Snack. Das muß buchhalterisch erfasst sein. Wenn es ein lokaler und “befreundeter” Musiker ist, wird man ihm vielleicht als Solisten 150,-€  Gage zahlen. Davon muß dieser noch seine Fahrtkosten, seine Arbeit, um den Gig zu bekommen und seine künstlerische Arbeit von konkret 4 Stunden (Aufbau, Soundcheck, Warten, zwei Konzertblöcke zu je 45,- € Minuten, Fahrtzeit und –kosten) bestreiten. Und so bleibt weder auf der einen, noch auf der anderen Seite Nennenswertes hängen.

Wäre der Club nun größer, werden auch die Kosten und Risiken höher. Mehr und bekanntere Musiker, wohlmöglich mit ansprechender Ton- und Lichttechnik, eventuell bekommt noch ein Agent für die Vermittlung der Band Geld, Hotel für auswärtige Künstler … Die Liste der Kosten könnte stetig weitergeführt werden. Eine Garantie, dass der Club voll wird, gibt es hingegen nie.

Was am Abend oft ein Spaß ist, verdeckt allzuoft die viele Arbeit und das hohe Risiko der kleinen Bühnen. Und selbst wenn der Club keinen Eintritt nimmt und ein Hut für Spenden rumgeht: der Kostenapparat bleibt in Teilen bestehen. Ohne Eintritt heißt nicht ohne Kosten!

Das Bier bezahlt die Band

Bezahlt wird die Musik letztlich durch Gewinne in der Gastronomie!  Bier zahlt Band könnte man auch sagen. Das erklärt sich zuweilen auch aus der Geschichte von Live-Musikclubs. Denn früher engagierten Wirtshäuser durchaus Kapellen, um den Bierumsatz zu steigern. Sogenannte Brauhaus-Kapellen waren bis in die sechziger Jahre eben das Wochenende-Vergnügen. In all den Jahren hat sich aber nicht nur die Musik geändert. Vor allem sind hunderte Bestimmungen und Vorschriften entstanden, die das musikalische “Geschäft” immer weiter erschwerten. Die Unterstellung, dass das Wirtshaus aber eben nur aus Gewinnabsicht die Kapelle bestellt, ist oft noch geblieben.

Und hier beißt sich die Club-Katze in den eigenen Schwanz: der Eintritt darf nicht zu hoch sein, um möglichst viele Gäste anzulocken. Und die müssen nun wiederum möglichst viel konsumieren. Ruhige Konzerte (Klassik, Jazz, Experimentelles) heißt meist, konzentriertes Publikum  und weniger Konsum. Und mal ehrlich: trinken Sie mehr als drei oder vier 3 Bier, Wein, Wasser? Der Markt bestimmt also ein wenig auch den Preis und auch die Musik.

Live-Musik ist so fast immer ein Zuschussgeschäft. Und die Quersubventionierung erfolgt durch die Gastronomie. Und damit nicht genug. Meist müssen Parties und Vermietungen allein deshalb gemacht werden, um die Live-Konzerte zu kompensieren.

Auch selbst wenn das nun alles läuft und leidenschaftliches Können im Hintergrund viele schöne Konzertabende beschert: das Ende der Fahnenstange ist es immer noch nicht. Konzession, Lärmschutz, Stellplatzabgabe, Spielstättenverordnung, Brandschutz, Sanitäranlage … ein einziger Nachbar kann einem Club das Leben zur Hölle machen! Karsten Schölermann, Betreiber des nun 40 Jahren “Knust”und auch im Harburger “Stellwerk “involviert, nennt es nicht zufällig  die “Liste des Grauens”.

Und die Dimensionen in einer Metropole wie Hamburg sind immens. Seit einigen Jahren gibt es einen Fonds (“Live Concert Account” – kurz: LCA  – genannt), der diesen immerhin mehr als 80 privaten und ungeförderten Musikclubs zumindest die bezahlten GEMA-Rechnungen des Vorjahres ausgleicht. Und das macht für ein Jahr allein in diesem einen Kostenpunkt mehr als 170.000,- €! Man ahnt hier aber auch, welche Wirtschaftskraft in den vermeintlich kleinen Clubs steckt.

Aber wo gibt es Lösungen? Immerhin: Politisch wurde auf Hamburger Ebene aber auch den meisten anderen Städten erkannt, dass eben Live-Clubs nicht nur zu vernachlässigende Subkultur sind, sondern zu einem guten Teil auch zur Attraktivität einer Stadt und ihrem Kulturleben beitragen. Schwieriger wird es aber zunehmend Anwohner und Clubs zusammen zu halten. Debatten über sogenannte “Kulturzonen”, in denen Anwohner eben akzeptieren müssen, dass Clubs abends auch mal laut werden könnten, gab und gibt es immer wieder. Einen Durchbruch aber nicht.

Viele Clubs sind auch wegen geringer Mietpreise oft in alten, heruntergekommenen Räumen. Das macht gesetzliche Anforderungen ebenso schwerig wie es aber bei steigenden Grundstücks- und Mietpreisen solche Räume zugleich immer weniger gibt. Und es ist Fakt, dass Clubs selten mehr als 5,- € Miete je Quadratmeter erwirtschaften können. Kredite bei Banken bekommen sie in den seltensten Fällen, Rücklagen sind bei den Margen kaum möglich.

Und wenn nun der Gast auch noch sein Bier vor der Tür am benachbarten Kiosk trinkt (“cornern”) oder gar selbst reinschmuggelt, sich über die Eintrittspreise beschwert oder gar Konzerte umsonst fordert, dann ist der Wert dieser Kultur bedroht.

Ein Wirt aus dem Süderelbe-Raum, der immer mal Musiker spielen ließ, kann hier stellvertretend zitiert werden: “Wir stellen das ganze Thema Livemusik ab nächstem Jahr ein. Da die Kosten zu hoch und das Interesse zu niedrig war in den letzten Jahren.”

Eine weitere Debatte ware vermutlich nötig, um die Kosten zu senken. Musikclubs könnten zum Beispiel steuerrechtlich ähnlich den Gastronomen gestellt werden, die Theater- oder Open-Gäste in der Pause bewirten. Die haben nämlich in ihren Getränkepreisen nur eine verminderte Mehrwertsteuer von 7 statt 19% einzukalkulieren. Bei einem Bier für 3,- € immerhin 33 Cent! Das ware eine Entlastung, die zumindest in Teilen den Kulturbetrieb erleichtern würde.

Kurzum: trinken Sie im Club Ihres Vertrauens demnächst ruhig mal ein Bier oder Wein mehr. Die Band wird es danken!

(21. Jan. 2017, hl)

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Die Idee ist simpel, ihre Umsetzung allerdings hatte es in sich. Und doch: am Ende lässt sie nicht nur die Clubkasse schöner klingeln.  Es geht um „FairTix“.

Als 2010 die „Stiftung zur Stärkung private Musikbühnen“ – kurz Clubstiftung – vom Interessensverband Clubkombinat Hamburg und der Stadt Hamburg ins Leben gerufen wurde, war allen Beteiligten nicht ganz klar, wie die Stiftung denn nun agieren wird. Ehrenamtliche Arbeit alleine reicht da nicht, so viel war klar. Fest stand aber auch: die Clubs müssen dauerhaft einen finanziellen Beitrag einbringen, um die Fördermodelle der Stiftung (Förderung von Anschaffungen in den Bereichen Ton- und Lichttechnik, Energieberatung, Erstattung  von GEMA-Gebühren etc.pp.) ins Laufen zu bekommen. Spendenaufrufe sind schwer berechenbar und trotz allen Reichtums dieser Stadt und seiner Bürger/innen noch schwerer einzuholen. Denn die Musikclubs Hamburgs haben durch ihren Hang zur Abgewracktheit zwar Charme, hatten aber bis dato keinen sonderlichen Ruf in der honorigen Gesellschaft.

„Warum nicht also dort Geld abzwacken, wo es eh tagtäglich eingebracht wird?“, dachte Karsten Schölermann, Stiftungsvorsitzender und selbst Clubbetreiber des Knust und LOGOs, „bei den Online-Vorverkaufsstellen!“

Dass da einige tausend Euro je Konzerttag generiert werden, konnte sich das Clubkombinat an fünf Finger ausrechnen. Denn die seinerzeit über 60 Mitgliederclubs brachten es ja an einem Konzertabend schon auf eine gute 5-stellige Besucherzahl. Wenn davon die Vorverkäufer rund 2-3 Euro je Karte verdienten, war das ein stattlicher Umsatz auf fremder Leute Arbeit. Nach langen Verhandlungen und der geballten Courage der Clubs, den Ticket-Monopolisten die Stirn zu bieten, entstand das erste Online-Ticketsystem, in dem der Anbieter von sich aus je verkauftem Ticket 1,- € an die Stiftung retour spendete. Der Gast also brauchte nichts zu tun, was er nicht eh schon tat und die meisten wussten und wissen bis heute nicht, dass sie mit ihrem Kartenkauf zugleich Gutes tun.

Mittlerweile nennt sich das System „FairTix“, wobei es namentlich auf die faire Ausgleichszahlung des Ticket-Verkäufers an die Clubs anhand eines Euros je Ticket und in Form einer Spende an die Stiftung abzielt.

28.000 € durch „Hilfe zur Selbsthilfe“

Und das rechnet sich: im Jahr 2014 flossen so fast 17.000 € an die Stiftung, ein Jahr später bereits gut 28.000 € und 2016 wird es noch mehr werden. Dass es so viel mehr geworden ist, liegt nun weniger an der erhöhten Besucherzahl der Konzerte. Und ohnehin wird nur ein Teil der Tickets über Fairtix angeboten. Es ist vielmehr so, dass immer mehr Clubs sich dem System anschließen und so regelrecht „Hilfe zur Selbsthilfe“ leisten. Dabei sind namhafte Clubs wie Knust, Uebel & Gefährlich, Logo, Docks/Prinzenbar, Monkeys Music Club, Molotow, Birdland, MS Stubnitz, Astra Stube, Rock Café St. Pauli, OHA! Music GbR, Honigfabrik, Altonale, Gruenspan, Marias Ballroom, klubsen, VOLT, Hasenschaukel, Kleiner Donner, Stellwerk, Jazz Federation, HÄKKEN, Cascadas, kukuun, Astra Stube e.V. und Pooca. Und es sind noch immer nicht alle.

Und was geschieht nun mit dem Geld? Die Stiftung beschloss, den Großteil dieses Geldes in ihr Förderprogramm „Live Concert Account“ (kurz LCA) zu stellen, das den ungeförderten Musikclubs der Stadt Hamburg  die GEMA- Kosten erstattet. Also die Urheberrechtszahlungen, die die Clubs für die musikalischen Aufführungen von komponierten Werken leisten müssen.  Immerhin knapp 150.000,- € jährlich! Und da selbst Clubs, die keinen Eintritt nehmen und dennoch für diese Konzerte und Sessions GEMA zahlen müssen, unverhältnismäßig hart getroffen würden (zumal es meist Kleinstclubs sind), wurde 2015 erstmals der Fördertopf  LCA+ begründet und ausgeschüttet. Ein kleiner aber tröstlicher Geldregen für manchen Club. Karsten Schölermann: „Auf diese Art und Weise sind wir in der Lage, viele nicht kostendeckende Clubkonzerte zu unterstützen.“

Und auch 2016 kommt wieder pünktlich zur Weihnacht bei den meisten Hamburger Musikclubs der Erstattungsbetrag zu den GEMA-Rechnungen des Vorjahres aufs Clubkonto geschneit und beschert eine besondere Besinnlichkeit der Musikalitäten. Ein Ticket im Vorverkauf online zu bestellen, beschert hier also doppelt Freude. Übersicht über die teilnehmenden Clubs und direkt zum Vorverkauf über Fair-Tix.

(13. Dez. 2016, hl)

 

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Im Schatten des Rampenlichts https://www.tiefgang.net/clubfibel/ https://www.tiefgang.net/clubfibel/#respond Mon, 28 Nov 2016 16:34:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=67 [...]]]> Der Interessensverband der privaten bzw. ungeförderten Hamburger Musikclubs, das „Clubkombinat Hamburg“, hat im Frühjahr 2016 eine überarbeitete Ausgabe der „Clubfibel für Frischlinge – Leidfaden/Leitfaden für Clubbetreiber, Veranstalter und Behörden“ herausgegeben, die für 5,- € dort erhältlich ist.

In dem Handbuch im DIN A 4 Format geben gestandene Clubbetreiber und andere Aktive der Hamburger Musikwirtschaft hilfreiche Tipps und Hinweise rund um Clubs mit Live-Musik. Chronologisch startet es beim Türsteher, handelt von der Getränkebar, der Bühne, dem Backstage-Bereich bis zur Buchhaltung. Vorschriften, Genehmigungsverfahren, Auflagen, Gagen, Abgaben, Abrechnungen oder andere Alltäglichkeiten werden einfach, oft ironisch bis satirisch und so auf jeden Fall hilfreich dargestellt und abgehandelt. Die Fibel soll Neulingen helfen, die gröbsten Fehler zu vermeiden und den Elan in geordnete Bahnen zu lenken. Unter den Autoren finden sich erfahrene Clubbetreiber wie Karsten Schölermann (Knust, Logo, Stellwerk), Konzertveranstalter Karsten Jahnke, Andrea Rothaug (Musikerverein Rockcity) oder Tino Hahnekamp (Uebel&Gefaehrlich). Erhältlich ist der über 100seitige Band beim Clubkombinat Hamburg www.clubkombinat.de.

(25. Nov. 2016, hl)

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