Körber-Stiftung https://www.tiefgang.net Fri, 11 Aug 2023 12:31:24 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Freiheit für die Wahrheit https://www.tiefgang.net/freiheit-fuer-die-wahrheit/ Fri, 11 Aug 2023 22:25:40 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10173 [...]]]> Unter dem Motto „Freiheit für die Wahrheit“ startet am 11. September 2023 die 1. Hamburger Woche der Pressefreiheit mit einem vielfältigen Programm rund um das Thema Presse- und Informationsfreiheit in Deutschland und weltweit.

Initiiert von der Körber-Stiftung und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius will die Aktionswoche in Diskussionen, Veranstaltungen, Ausstellungen und Workshops aufrütteln. Kooperations- und Medienpartnerinnen und -partner sind die Behörde für Kultur und Medien, der Norddeutsche Rundfunk (NDR Info), Netzwerk Recherche und zahlreiche weitere Unterstützerinnen und Unterstützer. Mit der 1. Hamburger Woche der Pressefreiheit soll in der Hamburger Stadtgesellschaft – und darüber hinaus – das Bewusstsein für die Bedeutung von freier Berichterstattung und Meinungsfreiheit für unsere Demokratie sowie für unsere freie liberale Gesellschaft gestärkt werden. Das Programm und weitere Informationen gibt es unter www.pressefreiheit.hamburg.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg: „Demokratie ist ohne freie journalistische Berichterstattung nicht denkbar. Als Anwälte des gesellschaftlichen Diskurses garantieren Journalistinnen und Journalisten, dass Information und Orientierung möglich sind. Deshalb sind freie Medien allen Autokraten ein Dorn im Auge. Wir leben in Zeiten, in denen die Freiheit der Presse immer stärker unter Druck gerät, leider bisweilen auch bei uns in Deutschland. Das Bewusstsein für die fundamentale demokratische Bedeutung des Journalismus zu schärfen – darin liegt der besondere Wert der Hamburger Woche der Pressefreiheit.“

Dr. Lothar Dittmer, Vorsitzender des Vorstands der Körber-Stiftung: „Pressefreiheit und Demokratie gehören zusammen. Die Körber-Stiftung engagiert sich in zahlreichen Projekten für Menschen, die sich für demokratische Rechte und Werte einsetzen. Mit unserer Arbeit zum Exiljournalismus stärken wir zum Beispiel gezielt Journalistinnen und Journalisten, die im Exil in Deutschland für Pressefreiheit einstehen. Die Woche der Pressefreiheit, die wir gemeinsam mit der ZEIT-Stiftung initiiert haben, sehen wir als einen Beitrag, auf den besonderen Wert der Pressefreiheit für eine freie Demokratie und offene Gesellschaft hinzuweisen.”

Professor Manuel J. Hartung, Vorsitzender des Vorstands der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius: „Für die ZEIT-Stiftung stehen die Verteidigung von Pressefreiheit und die Förderung von unabhängigem Journalismus in der Tradition ihrer Stifter immer stärker im Fokus. Daran knüpfen wir mit der 1. Hamburger Woche der Pressefreiheit an und setzen gemeinsam mit einem breiten Bündnis von Unterstützerinnen und Unterstützern ein Zeichen für freie Medien und gegen die Aushöhlung von Pressefreiheit, wie wir sie in Diktaturen und autoritären Regimen weltweit erleben. Demokratie braucht Pressefreiheit. Denn nur auf der Grundlage freier Berichterstattung gibt es pluralistische Meinungsbildung – die Basis für öffentlichen Diskurs. Lassen Sie uns daher gemeinsam kämpfen für ‚Freiheit für die Wahrheit‘ – und für die Demokratie.“

Zu Gast sind internationale Expertinnen und Expertem sowie Exiljournalistinnen und -journalisten

Dazu diskutieren in unterschiedlichen Formaten prominente internationale Gäste wie der türkische Journalist Can Dündar oder die ehemalige China-Korrespondentin der ZEIT Xifan Yang. Außerdem berichten unabhängige Reporter:innen aus der Ukraine, russische Exiljournalist:innen sowie Medienschaffende aus Afghanistan, dem Iran und anderen Krisengebieten über persönliche Erfahrungen und gewaltsame Unterdrückung und diskutieren mit deutschen Journalist:innen über den Kampf für unabhängige Berichterstattung.

Einwöchiges Programm mit Workshops, Ausstellungen, Konferenzen, Preisverleihung und Reporterinnen-Slam

Den Auftakt für die 1. Hamburger Woche der Pressefreiheit macht am Montag, 11. September 2023, eine Live-Sendung des NDR mit anschließender „NDR Info News Fair“ mit Workshops und Werkstattgesprächen für Journalistinnen und Journalisten. Am Abend findet ein Senatsempfang im Hamburger Rathaus mit einer Paneldiskussion mit internationalen Exiljournalistinnen und -journalisten statt. Die Körber-Stiftung veranstaltet mit dem „Exile Media Forum“ am Dienstag und dem „Young Exile Media Forum“ am Mittwoch Deutschlands größte Fachkonferenz für Exiljournalistinnen und -journalisten. Die ZEIT-Stiftung und die norwegische Stiftung Fritt Ord stärken mit der „Free Media Awards Konferenz“ am Mittwoch und der Verleihung der „Free Media Awards 2023“ am Donnerstag unabhängige Journalisten und Journalistinnen in Osteuropa und deren Berichterstattung.

Weitere Highlights sind die Ausstellung von Kriegsreporterin Lee Miller im Bucerius Kunst Forum sowie die Eröffnung der Ausstellung zum World Press Photo Award im Altonaer Museum. Ergänzt werden die Veranstaltungen durch eine Vielzahl von Workshops mit Journalistinnen und Journalisten aus Deutschland und der ganzen Welt zu Praxiswissen und Strategien für mehr Pressefreiheit, etwa bei der NDR Info NewsFair oder dem Reporter-Workshop 2023 beim SPIEGEL.

Veranstaltungen für die interessierte Öffentlichkeit sind unter anderem die „Unterhausdebatte“, eine Veranstaltung der RiffReporter mit Einbezug des Publikums, sowie eine Veranstaltung von Netzwerk Recherche, den Neuen deutschen Medienmacher:innen und den Bücherhallen Hamburg in der Zentralbibliothek. Workshops von Salon5, der Jugendredaktion von Correctiv, richten sich gezielt an Jugendliche. Am Samstag wird es zudem einen Reporterinnen-Slam unterstützt von der Rudolf Augstein-Stiftung geben.

Weitere Informationen zur Initiative, den Partnerinnen und Partnern sowie ein fortlaufend aktualisiertes Programm finden Sie auf der zentralen Webseite der Aktionswoche unter www.pressefreiheit.hamburg.

Initiatorinnen der Aktionswoche

Körber-Stiftung

Gesellschaftliche Entwicklung braucht Dialog und Verständigung. Mit operativen Projekten, in Netzwerken und gemeinsam mit Partner:innen stellen wir uns aktuellen Herausforderungen. In unseren Handlungsfeldern „Wissen für morgen“, „Internationale Verständigung“ und „Lebendige Bürgergesellschaft“ sowie mit den „Kulturimpulsen für Hamburg“ möchten wir Debatten anregen, Lösungen erproben und Menschen in unserem Umfeld motivieren mitzumachen.

1959 von dem Unternehmer Kurt A. Körber ins Leben gerufen, sind wir heute mit eigenen Projekten und Veranstaltungen national und international aktiv. Unserem Heimatsitz Hamburg fühlen wir uns dabei besonders verbunden, außerdem unterhalten wir einen Standort in Berlin.

ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

Die gemeinnützige ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius ist Förderin einer offenen, aktiven Zivilgesellschaft. Ob in Wissenschaft, Kultur, Bildung, Politik und Medien – wir verteidigen Freiheiten, schaffen Freiräume und geben dort Orientierung, wo sie gebraucht wird. Die Verteidigung von Pressefreiheit und die Förderung von unabhängigem Journalismus sind dabei zentrale Aspekte, die Gerd Bucerius als Verleger und Gründer der Stiftung und seine Frau Ebelin bereits früh engagiert vorangetrieben haben. Bis heute liegt daher ein Fokus der Förder- und operativen Arbeit der Stiftung in regionalen Projekten und internationalen Förderungen zur Stärkung unabhängiger Medien, insbesondere in Osteuropa. In dieser Tradition steht auch die aktuelle Initiative der Stiftung für die 1. Hamburger Woche der Pressefreiheit.

Die ZEIT-Stiftung ist Forum und Stimme für eine kritische Zivilgesellschaft und Förderin von öffentlichem Diskurs. Denn nur wenn debattiert und miteinander gerungen wird, wenn unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen, wir diese wertschätzen und Formen des echten Austausches entwickeln — nur dann können wir voneinander lernen und unsere demokratischen Grundwerte mit Leben füllen. Diese Leitsätze gelten auch für die beiden Töchter der Stiftung: Im Jahr 2000 gründete die ZEIT-Stiftung die erste private Hochschule für Rechtswissenschaft in Deutschland, die Bucerius Law School, das Bucerius Kunst Forum steht seit 2002 für Kunst und Kultur.

Kooperationspartner

NDR Info

NDR Info steht für unabhängigen Journalismus, fundierte Hintergründe und investigative Recherchen: Tag und Nacht im Radio und online, in den NDR Info Fernsehsendungen oder in Podcasts und Livestreams. Heimat der NDR Info Redaktion ist das crossmediale Informationshaus des Norddeutschen Rundfunks in Hamburg-Lokstedt, in dem auch Sendungen wie „Panorama“ oder „Weltspiegel“ entstehen, Podcasts wie „Streitkräfte und Strategien“ oder „11KM“ und in dem das Nachrichtenzentrum des NDR und das Ressort Investigation sitzen. Seit seiner Gründung vor 25 Jahren steht NDR Info für Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt. Für die Programm-Macher ist die freie Information aus unabhängigen Quellen ein unverzichtbares Menschenrecht. Daher unterstützt NDR Info die 1. Hamburger Woche der Pressefreiheit mit intensiver Berichterstattung und dem Workshop-Angebot „NDR Info NewsFair“.

 

]]>
Großer Vorhang in Bergedorf https://www.tiefgang.net/grosser-vorhang-in-bergedorf/ Fri, 13 Jan 2023 23:39:29 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9634 [...]]]> Während Theater in ganz Deutschland über Publikumsschwund klagen, schreitet man in der Hansestadt mutig voran. Am 21. Januar eröffnet hier das neue LichtwarkTheater im Stadtteil Bergedorf.

Die Initiative der Körber-Stiftung und des Bezirksamts Bergedorf setzt auf ein einzigartiges Nutzungskonzept, das Schauspielprofis und Laien gleichermaßen Bühnenzeit einräumt.

458 Sitzplätze und hochwertige Bühnentechnik – in Größe und Ausstattung kann sich das neue LichtwarkTheater mit vielen anderen deutschen Theatern messen. 2,5 Millionen Euro hat die Körber-Stiftung dafür in den Ausbau investiert. Beheimatet ist die Schauspielstätte im ebenfalls neu eröffneten KörberHaus in Hamburg-Bergedorf. Das insgesamt 6.000 Quadratmeter große Begegnungs- und Veranstaltungshaus hat erst im Dezember 2022 den Betrieb aufgenommen und wird von der Körber-Stiftung und dem Bezirksamt Bergedorf in einer Public Private Partnership betrieben. Die professionellen Theaterproduktionen und Gastspiele verantwortet die STÄITSCH TheaterService GmbH. Ihre Muttergesellschaft betreibt unter anderem die Hamburger Kammerspiele sowie das Altonaer Theater und hat seit fast 20 Jahren in Kooperation mit der Körber-Stiftung und dem Bezirk Bergedorf das Theater „Haus im Park“ bespielt. Außerdem werden im LichtwarkTheater auch regelmäßig gemeinnützige Vereinigungen, Stadtteilinitiativen und Schulklassen ihre Geschichten in Szene setzen. Für die richtige Mischung sorgt eine Aufteilung der Spieltage zwischen der Körber-Stiftung und dem Bezirksamt Bergedorf. Mit dem LichtwarkTheater wollen die Initiatoren die gesellschaftliche Teilhabe und eine lebendige Zivilgesellschaft und Kulturlandschaft fördern – und Publikum aus der ganzen Stadt in den Hamburger Südosten locken.

Geplant ist, dass sich der Vorhang des LichtwarkTheaters jährlich an 200 Spieltagen öffnet. Jeweils die Hälfte davon verantworten die Körber-Stiftung und das Bezirksamt Bergedorf. An 75 der 100 Spieltage des Bezirksamts bringt die STÄITSCH ein Programm aus Schauspiel, Musical, Comedy und Kabarett auf die Bühne. Mit dem einzigartigen Nutzungskonzept des neuen LichtwarkTheaters sieht Axel Schneider, Intendant der STÄITSCH TheaterService GmbH, die Bühne für die Zukunft gut gerüstet: „Es macht uns stolz und glücklich, nach 20 Jahren einer sehr erfolgreichen Bespielung des Theaters ‚Haus im Park‘ jetzt beauftragt zu sein, das neue LichtwarkTheater mit einem hochwertigen, professionellen Spielplan bespielen zu dürfen. Die großartige Ausstattung, die zentrale Lage und der Schulterschluss mit anderen Institutionen im KörberHaus stellen auch eine weitere Verbesserung für unser Publikum dar. Unser Team und die beliebten Künstler freuen sich auf diesen Neustart!“

Die übrigen 25 Spieltage gestaltet das Bezirksamt mit eigenen kulturellen und theaterpädagogischen Angeboten, organisiert unter dem Dach der lokalen Initiative StudioLichtwark. Die Körber-Stiftung vergibt den größten Teil ihrer 100 Spieltage an gemeinnützige Vereinigungen, Schulen und Initiativen im Bezirk. Den Rest gestaltet sie mit eigenem Programm, etwa Preisverleihungen oder Podiumsdiskussionen.

Vom Publikum ins Rampenlicht

Mit der Aufteilung der Spieltage setzen die Körber-Stiftung und das Bezirksamt Bergedorf einen Anspruch um, der die gesamte Arbeit des im Dezember 2022 eröffneten KörberHauses kennzeichnet. „Eine stabile, demokratische Gesellschaft kann sich nur mit Angeboten zu echter Teilhabe und Mitgestaltung auf Augenhöhe entfalten. Auf der Bühne des LichtwarkTheaters bekommen alle Interessierten die Gelegenheit, gesellschaftlichen Themen und Geschichten Ausdruck zu verleihen“, sagt Dr. Lothar Dittmer, Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung. Professionelle Unterstützung ist den Darstellenden dabei gewiss. Die Stiftung sorgt dafür, dass Technik und Ton bei den Aufführungen stimmen. Inszenierung und Werbung für die eigenen Veranstaltungen liegen bei den Aufführenden. „Mit unserem LichtwarkTheater unterstützen wir die engagierten Menschen in Bergedorf dabei, sich gemeinsam für Dialog und Demokratie einzusetzen und das vielfältige kulturelle Leben im Stadtteil zukunftsfähig weiterzuentwickeln“, so Dittmer.

Theater in Krisenzeiten neu denken

Der Zeitpunkt für die Neueröffnung eines Theaters scheint auf den ersten Blick gewagt: Corona-Pandemie und gesteigerte Lebenshaltungskosten haben die gesamte Kulturszene in Deutschland nachhaltig erschüttert. Intendant Axel Schneider ist jedoch zuversichtlich: „Die Ausstattung im KörberHaus hält alles bereit, um hochwertige Theaterproduktionen und Gastspiele zu zeigen. Dass wir uns so eine Bühne nun mit Akteurinnen und Akteuren aus der Zivilgesellschaft teilen, macht das Theater für uns besonders attraktiv – weil wir damit einen festen Platz genau da haben, wo Theater hingehört: mitten in die Gesellschaft.“ Die seit zwei Jahren andauernde Krise habe auch die Rolle von Theater in Frage gestellt. „Schauspiel – wie jede Art von Kunst – ist nicht einfach unterhaltsamer Luxus, sondern hat eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung. Das Nutzungskonzept des LichtwarkTheaters macht vor, wie sich Kulturbetrieb und gesellschaftliche Alltagskultur verknüpfen und dadurch auch stärken lassen“, betont Schneider.

Ausblick auf das Programm

Ab Februar können sich Besucherinnen und Besucher von der Angebotsvielfalt im LichtwarkTheater überzeugen. Das Programm der STÄITSCH startet musikalisch mit einem Auftritt der Simon & Garfunkel Revival Band am 3. Februar und dem Geigen-Duo Ass-Dur am 5. Februar. Am 4. Februar lesen Katharina Thalbach und Sandra Quadflieg aus Briefen von Hannah Arendt und Mary McCarthy. Vom 8. bis 10. Februar steht mit einer Adaption von Judith W. Taschlers Roman „Die Deutschlehrerin“ erstmals eine eigene Inszenierung von Axel Schneider in Bergedorf auf dem Programm.

Über das KörberHaus

Seit Dezember 2022 bereichert das KörberHaus den Stadtteil Bergedorf. Das gemeinsame Projekt des Bezirksamts Bergedorf und der Körber-Stiftung fördert mit acht weiteren Partnerorganisationen als offener Ort der Begegnung das Zusammenleben und die Teilhabe aller Generationen und Kulturen im Bezirk. In Kooperation mit lokalen Initiativen können Interessierte hier an vielfältigen Lern-, Engagement- und Kulturangeboten teilnehmen – und in Zukunft auch ihre eigenen Projekte auf die Bühne bringen.

Quelle: Körber-Stiftung

]]>
„‚Kultur & Schule‘ ist ein Zeichen der Hoffnung“ https://www.tiefgang.net/kultur-schule-ist-ein-zeichen-der-hoffnung/ Fri, 11 Nov 2022 23:52:58 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9475 [...]]]> Die Behörde für Kultur und Medien, die Behörde für Schule und Berufsbildung und acht Hamburger Stiftungen statten den Projektfonds „Kultur & Schule“ für das laufende Jahr mit insgesamt 510.000 Euro aus, um Kulturelle Bildung an den Hamburger Schulen weiter zu stärken.

Im Fokus der Förderung stehen insbesondere Kooperationen von Künstlerinnen und Künstlern und Kulturinstitutionen mit Schulen, die Kulturelle Bildung an Schulen langfristig vorantreiben.

Bereits 29 Vorhaben an Schulen konnten im Frühling bewilligt werden. In einer neuen Förderrunde hat die unabhängige Jury nun weitere 19 Projekte ausgewählt. Alle geförderten Vorhaben können im laufenden Schuljahr beginnen. Die nächste Antragsrunde für Projekte, die zwischen Mai und Dezember nächsten Jahres starten, beginnt am 1. Februar 2023 und läuft bis zum 31. März 2023. Weiterführende Informationen auf www.kulturfonds-hh.de

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien:„Gerade in den aktuell herausfordernden Zeiten ist es wichtig, den Schülerinnen und Schülern die Tür zur Kulturellen Bildung weit zu öffnen. Sie erhalten dadurch die Möglichkeit, die Welt neu und anders zu denken und zu erfahren. Dank der großen Kreativität der Hamburger Kulturszene können wir mit dem Fonds Kultur & Schule bemerkenswert vielseitige Projekte an den Schulen umsetzen. Ich möchte den Antragstellerinnen und Antragstellern für ihre kreativen Projektvorschläge und der Jury und den Stiftungen für ihr Engagement von Herzen danken.“

Ties Rabe, Senator für Schule und Berufsbildung: „Die vom Fonds ‚Kultur & Schule‘ geförderten Projekte sind ein Zeichen der Hoffnung in unruhigen Zeiten. Wenn vermeintlich sicher Geglaubtes aus den Fugen gerät, können Kulturprojekte in Schule dazu ermutigen, sich kritisch-künstlerisch mit Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft auseinanderzusetzen. Schülerinnen und Schüler können so neue Perspektiven und ein besseres Verständnis für sich und ihre Umwelt entwickeln. Insofern gilt mein besonderer Dank all den Lehrkräften, Künstlerinnen und Künstler sowie den künstlerischen Einrichtungen, die durch ihr Engagement den Kindern unserer Stadt neue kreative Erfahrungen ermöglichen. Nicht zuletzt gilt mein Dank auch den beteiligten Stiftungen, die durch ihre finanzielle Unterstützung den Weg zu dieser erfolgreichen Zusammenarbeit geebnet haben.“

Caroline Sassmannshausen, Geschäftsführerin Klaus und Lore Rating Stiftung, als Vertreterin der fördernden Stiftungen: „Klimawandel, Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg – die weltweiten Krisen belasten Kinder und Jugendliche enorm. Das Potenzial kultureller Bildung kann vor diesem Hintergrund nicht hoch genug eingeschätzt werden: Schülerinnen und Schüler erlernen mit Spaß und Leichtigkeit wichtige Schlüsselkompetenzen, um mit den derzeitigen Herausforderungen unserer Welt kreativ und konstruktiv umzugehen. Wir freuen uns, mit dem Projektfonds diese wichtige Arbeit von Kulturschaffenden an Hamburger Schulen zu ermöglichen!“

Dörte Nimz, Geschäftsführerin der LAG Kinder- und Jugendkultur e.V.: „Erneut hat uns eine große Bandbreite an Anträgen erreicht. Leider können nicht alle Vorhaben gefördert werden, doch wir freuen uns mit den 19 bewilligten Projekten auf die Umsetzung ihrer Ideen. Es ist fantastisch zu sehen, wie viele interessante neue Kooperationen entstanden sind, seit der Projektfonds besteht.“

Die Behörde für Kultur und Medien und die Behörde für Schule und Berufsbildung beteiligen sich mit jährlich 425.000 Euro am Fonds. Die Alfred Toepfer Stiftung, die BürgerStiftung Hamburg, die Claussen-Simon Stiftung, die Dorit & Alexander Otto Stiftung, die Dürr Stiftung Hamburg, die Gabriele Fink Stiftung, die Körber Stiftung und die Klaus und Lore Rating Stiftung geben zusammen zusätzlich 85.000 Euro dazu. Damit stehen für das Jahr 2022 insgesamt 510.000 Euro für den Projektfonds „Kultur & Schule“ zur Verfügung.

Beim Projektfonds „Kultur & Schule“ können Vorhaben in allen künstlerischen Sparten, allen Formaten und für alle Klassenstufen mit einer maximalen Förderlaufzeit von einem Jahr eingereicht werden. Die geförderten Projekte sollen einen kulturellen Impuls für eine nachhaltige Entwicklung der Schule geben.
Über die Vergabe der Fördersummen in Höhe von 1.000 bis maximal 15.000 Euro entscheidet eine Jury. In begrenztem Umfang können Projekte auch über maximal drei Jahre mit insgesamt bis zu 45.000 Euro gefördert werden.

Eine Übersicht über die geförderten Projekte finden Sie unter www.kulturfonds-hh.de

]]>
Unterstützung für freie Künstler*innen https://www.tiefgang.net/unterstuetzung-fuer-freie-kuenstlerinnen/ Fri, 27 Mar 2020 23:45:25 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6615 [...]]]> Unter dem Motto „Kunst kennt keinen Shutdown“ hat die Hamburgische Kulturstiftung gemeinsam mit weiteren Hamburger Stiftungen einen Hilfsfonds ins Leben gerufen, um Spenden für die Unterstützung freier Künstlerinnen und Künstler in Hamburg zu sammeln.

Wer dazu beitragen möchte, kann unter dem Stichwort „Hilfsfonds“ an die Hamburgische Kulturstiftung spenden (Spendenkonto: Hamburgische Kulturstiftung, IBAN: DE24 2012 0000 0052 7570 28, Stichwort: „Hilfsfonds“).

Mehr als 400.000 Euro sind durch die Zusagen von Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen bereits zusammengekommen, darunter: Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., Claussen-Simon-Stiftung, Rudolf Augstein Stiftung, Dorit & Alexander Otto Stiftung, Fischer Stiftung Hamburg, Körber-Stiftung, Klaus und Lore Rating Stiftung, Gabriele Fink Stiftung, Mara und Holger Cassens Stiftung, Stiftung Hamburger Hilfsspende, Quantum sowie Susanne und Michael Liebelt, Berit und Rainer Baumgarten, Carolin und Nikolaus Ditting, Annegret und Claus-G. Budelmann.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Wir müssen die Welle der Neuinfektionen brechen. Das macht weitreichende Beschränkungen des öffentlichen und kulturellen Lebens nötig. Seitdem klar ist, dass die Kultureinrichtungen vorübergehend schließen müssen, geht es auch um die Frage, wie wir die Kultur in unserer Stadt jetzt unterstützen können. Viele sind intensiv und engagiert dabei. Deswegen bin ich sehr dankbar für die Initiative der Hamburgischen Kulturstiftung. Die Spenden kommen direkt Projekten der jungen Kunst und der Kinder- und Jugendkultur zugute und ergänzen sinnvoll die Maßnahmen des Schutzschirms, den der Hamburger Senat aufgespannt hat. Ich freue mich in dieser schwierigen Zeit besonders, dass die Hamburger Stiftungen gemeinsam mit vielen Privatpersonen Verantwortung für unser Gemeinwesen übernehmen und eine lange Tradition des bürgerschaftlichen Engagements fortsetzen. Es ist an uns allen, dafür Sorge zu tragen, dass die Kulturlandschaft unserer Stadt in dieser schwierigen Zeit in ihrer Vielfalt erhalten bleibt. Dank an alle, die das unterstützen.“

Ansgar Wimmer, Vorstandsvorsitzender der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.: „Schnell, mit Augenmaß und abgestimmt mit den öffentlichen Hilfsangeboten Unterstützung für Kulturschaffende in Hamburg bereitzustellen – das ist das Ziel eines Förderfonds, den nun die Hamburgische Kulturstiftung auf den Weg bringen wird. Im Namen der Toepfer Stiftung, der bereits gefundenen großzügigen Unterstützerinnen und Unterstützer und auch des Bundesverbands Deutscher Stiftungen rufe ich ausdrücklich weitere Hamburger kulturfördernde Stiftungen, aber auch Unternehmen sowie Spenderinnen und Spender auf, nach ihren Möglichkeiten mitzutun. Es gilt jetzt, sich tatkräftig mit den Menschen solidarisch zu zeigen, die unsere Kulturlandschaft in Hamburg so reich machen!“

Gesa Engelschall, geschäftsführender Vorstand der Hamburgischen Kulturstiftung: „Die Künstlerinnen und Künstler sind in Not und brauchen unsere Unterstützung – nicht nur um die Lebenskosten für sich und ihre Familien zu decken, sondern auch um weiter künstlerisch arbeiten zu können. Das tun sie ohnehin meist schon unter prekären Bedingungen, die sich in dieser schwierigen Situation als existenzbedrohend erweisen. Umso ermutigender ist der Einfallsreichtum vieler Kunstschaffender, die uns jetzt zeigen: Die Kunst findet ihren Weg, auch wenn die Menschen zuhause bleiben! In dieser zutiefst verstörenden Zeit brauchen wir Kultur mehr denn je!“

Die Vergabemodalitäten für den Hilfsfonds werden gerade erarbeitet. Ziel ist es, vor allem freien Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern durch unbürokratische Förderung die Fortsetzung ihrer Arbeit zu ermöglichen. Von den langfristig noch nicht abzusehenden Auswirkungen des Coronavirus sind viele von ihnen schon jetzt existenziell betroffen: Durch die Absage von Veranstaltungen und Schließung von Kultureinrichtungen ist ihnen von einem Tag auf den anderen ihr Einkommen weggebrochen.

Die Hamburgische Kulturstiftung wurde 1988 als privatrechtliche Stiftung gegründet. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung des künstlerischen Nachwuchses in den Sparten Musik, Theater, Tanz, Performance, Bildende Kunst, Literatur und Film sowie der Kinder- und Jugendkultur. Aufgrund des geringen Stiftungskapitals und der niedrigen Erträge muss die Stiftung ihre Fördermittel laufend neu akquirieren. Als Mittlerin zwischen privaten Förderern, Wirtschaft und Kultur betreibt sie daher aktives Fundraising durch immer wieder neue Formate von Benefizveranstaltungen, einen Freundeskreis, Projektpatenschaften und Kooperationen mit anderen Stiftungen.

Weiterführend: www.kulturstiftung-hh.de

]]>
„Schlüsselkompetenz der Zukunft!“ https://www.tiefgang.net/schluesselkompetenz-der-zukunft-2/ Fri, 07 Feb 2020 23:00:11 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6344 [...]]]> 2019 wurde ein neuer Fonds für Kulturprojekte in Schulen aufgelegt und konnte gleich 52 Kooperationen anstoßen. Nun startet die zweite Bewerbungsphase …

Der neue Projektfonds Kultur & Schule schient ein großer Erfolg: 2019 konnten 52 Kulturprojekte an Hamburgs Schulen Dank einer Förderung von 520.000 Euro umgesetzt werden. Die Schülerinnen und Schüler konnten zum Beispiel an zirkuspädagogischen Angeboten teilnehmen, Stahl-Keramik-Skulpturen entlang mehrerer Schulgebäude gestalten, ein Computerspiel entwickeln, tanzend forschen oder mithilfe ausgedienter Atlanten eine neue Welt gestalten. Auf Grund des Erfolges hat sich jetzt die Stadt mit den unterstützenden Stiftungen darauf verständigt, auch 2020 wieder Kooperationsprojekte zwischen Schulen und Künstlerinnen und Künstlern zu ermöglichen. Bis Ende März können sich Projekte nun für die nächste Ausschreibungsrunde online unter www.kinderundjugendkultur.info bewerben.

Möglich macht all dies der 2019 in Kooperation von der Behörde für Schule und Berufsbildung, der Behörde für Kultur und Medien gemeinsam mit Hamburger Stiftungen eingerichtete Projektfonds „Kultur und Schule“. Mithilfe des Fonds erhalten Kultureinrichtungen und Künstlerinnen und Künstler aller Sparten die Möglichkeit, mit Schülerinnen und Schülern kreativ tätig zu werden. So wird an den Schulen Kultur unmittelbar erlebbar und die aktive Beteiligung am kulturellen Leben von Hamburger Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gestärkt. Da in diesem Jahr weitere Stiftungen zur Teilnahme gewonnen werden konnten, kann das Programm jetzt sogar ausgeweitet werden. Insgesamt stehen in 2020 für den Projektfonds 550.000 Euro zur Verfügung. 425.000 Euro von der Stadt und 125.000 Euro von Stiftungen.

Im Rahmen der letzten Förderrunde setzten sich beispielsweise an der Grundschule Vizelinstraße die Schülerinnen und Schüler in künstlerischer Form mit dem Zusammenspiel von Herkunftskultur und transnationaler Alltagskultur auseinander, an der Beruflichen Schule Anlagen- und Konstruktionstechnik am Inselpark engagierten sich junge geflüchtete Menschen als mobile Reporter für ihre Peers, an der Schule Hirtenweg konnten Kinder mit starken körperlichen und motorischen Einschränkungen an individuell angepassten Instrumenten musizieren, und am Struensee Gymnasium drehten Schülerinnen und Schüler des achten Jahrgangs Filme zum Thema „Nachhaltigkeit“.

Ties Rabe, Senator für Schule und Berufsbildung: „Hamburgs Schulen haben schon in der Vergangenheit erfolgreich mit Partnerinnen und Partnern aus dem Bereich Kultur gut zusammengearbeitet. Oftmals kam eine solche Kooperation durch persönliche Kontakte oder nachbarschaftliche Beziehungen zustande. Der Projektfonds ‚Kultur und Schule‘ bietet nun allen Schulen die Chance, sich niedrigschwellig zu bewerben und gute kulturelle Ideen für Hamburgs Kinder und Jugendliche umzusetzen. Um der Vielzahl der herausragenden Projekte gerecht zu werden und möglichst vielen Kindern und Jugendlichen die Teilnahme zu ermöglichen, können sich ab sofort wieder Projekte für die Förderung bewerben.“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Wir wollen die Hamburger Schülerinnen und Schüler so früh und so intensiv wie möglich mit Kunst und Kultur in Berührung bringen. Kultur öffnet Türen zu Bildung und Teilhabe. Der Projektfonds setzt genau da an und ermöglicht ein kreatives Miteinander von Künstlerinnen und Künstlern und Schulen. Im letzten Jahr konnten bereits viele Schülerinnen und Schüler dank des Fonds wichtige kreative Erfahrungen sammeln. Mit der neuen Runde knüpfen wir an diesen Erfolg an und können viele neue Kulturprojekte an Hamburgs Schulen umsetzen.“

Petra Kochen, Vorstand Gabriele Fink Stiftung: „Bereits das erste Jahr unserer gemeinsamen Arbeit hat sich meiner Einschätzung nach sehr bewährt. Neue Stiftungen sind hinzugekommen: die Klaus und Lore Rating Stiftung und die Stiftung Maritim Hermann und Milena Ebel. Und den Anträgen, die gestellt wurden, kann man entnehmen, dass kulturelle Bildung an vielen Hamburger Schulen eine bedeutsame Rolle spielt. Erfreulicherweise verbreitet sich die Einsicht, dass Kreativität die Schlüsselkompetenz der Zukunft ist. Das zu beobachten ist schön und bestärkt uns in unserem Engagement für die kulturelle Bildung.“

Die Behörde für Kultur und Medien und die Behörde für Schule und Berufsbildung beteiligen sich mit jährlich 425.000 Euro am Fonds. Die Alfred Toepfer Stiftung, die BürgerStiftung Hamburg, die Claussen-Simon-Stiftung, die Dorit & Alexander Otto Stiftung, die Dürr-Stiftung, die Gabriele Fink Stiftung, die Körber-Stiftung, die Stiftung Maritim Hermann und Milena Ebel und die Klaus und Lore Rating Stiftung geben zusammen zusätzliche 125.000 Euro im Jahr dazu.

Interessierte Kulturschaffende und Schulen können sich bei der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendkultur (LAG) unter www.kinderundjugendkultur.info über die geförderten Projekte und das Antragsverfahren informieren.

Ansprechpartnerin bei der LAG Kinder- und Jugendkultur ist Johanna Dyckerhoff: foerderung@kulturfonds-hh.de 

 

Die Ausschreibungen für Projektvorschläge im Jahr 2020 laufen vom 1. Februar bis 31. März und vom 1. August bis 30. September 2020.

]]>
EXIL HEUTE https://www.tiefgang.net/exil-heute/ Fri, 22 Nov 2019 23:12:57 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6084 [...]]]> Kampnagel und die Körber-Stiftung vergeben ab 2020 erstmals Residenzen für künstlerische Projekte, die sich mit dem Thema Exil beschäftigen. Die Ausschreibung läuft.

EXIL HEUTE – So der Titel von künstlerische Produktionsresidenzen, deren Produktion bzw. Fertigstellung als neue oder adaptierte Bühnenarbeiten aus den Genres Theater, Performance und Tanz nun gefördert werden. Die Residenzen sind international ausgerichtet und adressieren vor allem Menschen mit eigener Exilerfahrung. »Wir wollen zeigen, was es heißt, aufgrund politischer Verfolgung ins Exil vertrieben zu werden, welche Auswirkungen das auf Identität, Zugehörigkeit und das Leben in einer neuen Kultur hat«, sagt Sven Tetzlaff, Leiter des Bereichs Demokratie, Engagement, Zusammenhalt der Körber-Stiftung. »Deutschland hat die historische Verantwortung, heutigen Exilerfahrungen Raum zu geben.« Unter den Bewerbungen sollen auch Arbeiten Beachtung finden, die sich mit politischen und theoretischen Gedanken zur Bedeutung des Exils in der Gesellschaft beschäftigen.

»Als kritische und politische Stimmen in ihren Herkunftsländern sind Künstler*innen häufig besonders von Repression betroffen und werden von Zensur und Verfolgung ins Exil getrieben. Die Produktionsresidenzen ermöglichen ihnen, ihre kritische künstlerische Arbeit fortzusetzen, Erfahrungen von Vertreibung und Neuverortung zu reflektieren und über politische Zustände und damit verbundene Schicksale in der Welt aufzuklären«, sagt Amelie Deuflhard, Kampnagel Intendantin. »Kampnagel bietet ein professionelles künstlerisches Umfeld für die Resident*innen, in dem sie aus ihrer persönlichen Erfahrung schöpfen können, ohne darauf reduziert zu werden; in dem sie in erster Linie als Künstler*innen agieren und nicht als Menschen im Exil.« Bewerben können sich bis 7. Dezember 2019 freie, also institutionsunabhängige Künstlerinnen und Künstler oder Gruppen, die an innovativen Ästhetiken und Formaten für Theater, Performance und Tanz arbeiten unter kresidenz@kampnagel.de.

Auftakt-Veranstaltung während der »Tage des Exils« 2020

Das Projekt EXIL HEUTE – Künstlerische Produktionsresidenzen ist insgesamt auf drei Jahre angelegt. Zunächst werden für den Produktionszeitraum 2020 zwei Förderungen ausgeschrieben; es folgen je drei weitere in den Jahren 2021 und 2022. Pro Produktion laden Kampnagel und die Körber-Stiftung Künstlerinnen und Künstler zur ein- bis sechswöchigen Residenz nach Hamburg ein. Die hier entstehenden Bühnenarbeiten werden auf Kampnagel gezeigt. Workshops und Werkstattgespräche sollen dem Publikum zudem Einblicke in den Arbeits- und Probenprozess ermöglichen. Der Auftakt des neuen Förderprogramms wird während der nächsten »Tage des Exils« im Frühjahr 2020 stattfinden, geplant sind ein Gastspiel und Gespräch mit Künstlerinnen und Künstlern zur Exilthematik. Für 2020 werden darüber hinaus zwei Arbeiten für Produktionsresidenzen ausgewählt. Die erste wird in das kommende Sommerfestival auf Kampnagel im August 2020 eingebunden. Die zweite folgt im Oktober/November 2020.

Das Fokusthema »Neues Leben im Exil« der Körber-Stiftung

Mit dem Fokusthema »Neues Leben im Exil« engagiert sich die Körber-Stiftung für Menschen, die in Deutschland im Exil leben und hier ihre Erfahrungen von Krieg und Flucht, vom Verlust der Heimat und vom Ankommen in einer fremden Kultur reflektieren. Sie möchte die journalistischen, künstlerischen, wissenschaftlichen und politischen Aktivitäten der Menschen sichtbar machen und ihnen eine Stimme im gesellschaftlichen Dialog geben.

Kampnagel

Kampnagel ist ein internationales Produktionshaus, das neben zeitgenössischen darstellenden Künsten auch Konzerte, Konferenzen und eine Vielzahl unterschiedlicher Festivals und Themenschwerpunkte präsentiert. Das Programm bildet ein breites Spektrum an ästhetischen Positionen und wegweisenden Tendenzen in Theater, Tanz, Performance, Musik, Bildender Kunst und Architektur ab. Mit dem »Migrantpolitan« hat Kampnagel einen Aktionsraum für, von und mit Künstlerinnen und Künstlern im Exil geschaffen, die an diesem Ort ihre kulturelle Selbstbestimmung praktizieren und gleichsam an die professionelle künstlerische Arbeit in der freien Szene herangeführt werden. Die Beispiele künstlerischer Bühnenproduktionen zur Exil-Thematik sind zahlreich und reichen von internationalen Kunstschaffenden bis hin zu lokalen Akteurinnen und Akteuren der Diaspora. www.kampnagel.de

Quelle: www.koerber-stiftung.de/exil

 

]]>
Verlust von Heimat https://www.tiefgang.net/verlust-von-heimat/ Fri, 08 Nov 2019 23:55:51 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6023 [...]]]> Kontinuitäten aufzeigen und sich der historischen Verantwortung bewusst werden: das ist das eigentliche Anliegen einer Ausstellung zu „Flucht ins Ungewisse“, die jetzt im Hamburger Rathaus zu sehen ist. 

Vom 11. bis 26. November ist die Ausstellung »Flucht ins Ungewisse – Hamburger Persönlichkeiten im Exil« im Hamburger Rathaus zu sehen. Sie porträtiert 22 Politiker, Wissenschaftlerinnen und Kulturschaffende, die während des Nationalsozialismus ins Exil fliehen mussten. Hamburg ist in den Werdegängen der Porträtierten teils Ausgangs-, teils Rückkehrort. Einige wurden hier ihrer Existenz beraubt und fortgejagt, andere fanden nach dem Exil in der Hansestadt eine neue Wirkungsstätte.

»Wir erinnern an das Schicksal und Wirken der Menschen, die während der NS-Zeit aus ihrer Heimatstadt Hamburg fliehen mussten. Ihre ganz persönlichen Geschichten halten die Mahnung wach, dass unsere historische Verantwortung nicht abläuft, sondern immer währt«, sagt Carola Veit, Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft. »Angesichts der vielen Menschen, die auch heute in unserer Stadt im Exil leben, weil sie vor Hunger, Verfolgung und Krieg geflohen sind, ist die Ausstellung eine Aufforderung, Hass und Intoleranz etwas entgegenzustellen, nämlich Solidarität, Empathie und Demokratie.« Die Ausstellung ist anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung und im Rahmen des Fokusthemas »Neues Leben im Exil« der Körber-Stiftung als Kooperationsprojekt entstanden. Sie ist vom 11. November an täglich Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr im Hamburger Rathaus zu sehen.

Flucht und Exil heute wie früher ein Thema

»Vor dem Hintergrund heutiger Erfahrungen von Ausgrenzung und Verfolgung möchten wir mit der Ausstellung eine Brücke in die Vergangenheit schlagen, um Kontinuitäten der Exilerfahrung aufzuzeigen und die historische Verantwortung Deutschlands als Exilland bewusst zu machen«, sagt Dr. Lothar Dittmer, Vorstandsvorsitzender der Herbert und Elisabeth Weichmann-Stiftung und der Körber-Stiftung. Die gegenwärtigen Angriffe auf Minderheiten und Geflüchtete erinnern daran, dass aus Deutschland während des Nationalsozialismus rund eine halbe Million Menschen ins Exil vertrieben wurden. Verbunden war damit der Verlust der Familie und des Freundeskreises, der Sprache und der beruflichen Karriere. Aus Hamburg flohen zwischen 1933 und 1939 bis zu 10.000 Männer, Frauen und Kinder ins Ausland. Die Mehrheit war jüdischer Herkunft, rund 800 waren als Sozialdemokraten, Sozialisten oder Kommunisten politische Gegner des Regimes.

Von Max Brauer bis zu Herbert und Elsbeth Weichmann

Auch Herbert Weichmann wurde als Jude und Sozialdemokrat von den Nationalsozialisten verfolgt, 1933 ging er mit seiner Frau Elsbeth zunächst nach Paris, dann nach New York ins Exil. 1948 kehrte er nach Hamburg zurück, wo er von 1965 bis 1971 Erster Bürgermeister der Hansestadt war. Elsbeth Weichmann folgte ihm 1949 zurück in die Heimat. Von 1957 bis 1974 war sie Abgeordnete der SPD in der Hamburger Bürgerschaft. Sie trat für die Förderung von Kultur ein und initiierte in der Hansestadt die erste Verbraucherzentrale Deutschlands. Neben den Weichmanns werden unter anderem die Exilschicksale des Hamburger Bürgermeisters Max Brauer, des Intendanten des Deutschen Schauspielhauses Peter Zadek, der Kunsthistorikerin Rosa Schapire und des Schriftstellers Georges-Arthur Goldschmidt, dem einzigen noch lebenden Porträtierten der Ausstellung, vorgestellt. »So unterschiedlich die Schicksale waren, so eindrücklich und berührend führen sie vor Augen, welche Verluste, Unsicherheiten und Brüche mit dem Exil verknüpft waren und heute noch sind«, sagt Dittmer.

Das Fokusthema »Neues Leben im Exil« der Körber-Stiftung

Mit dem Fokusthema »Neues Leben im Exil« engagiert sich die Körber-Stiftung für Menschen, die in Deutschland im Exil leben und hier ihre Erfahrungen von Krieg und Flucht, vom Verlust der Heimat und vom Ankommen in einer fremden Kultur reflektieren. Sie möchte die journalistischen, künstlerischen, wissenschaftlichen und politischen Aktivitäten der Menschen sichtbar machen und ihnen eine Stimme im gesellschaftlichen Dialog geben. Dabei wird auch die Brücke zum Exil in der Vergangenheit geschlagen, um Kontinuitäten aufzuzeigen und die historische Verantwortung Deutschlands bewusst zu machen.

Die Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung besteht seit 1989. Sie bewahrt das Andenken ihrer Namensgeber, des Ehepaars Weichmann, das 1933 über die Tschechoslowakei zunächst nach Frankreich und dann in die USA floh und dort Jahre des Exils verbrachte. 1948/1949 kehrte das Ehepaar nach Deutschland zurück und wirkte maßgeblich am Aufbau der Demokratie mit. Ziel der Stiftung ist, das Wirken der demokratischen Opposition im Exil gegen die totalitäre Herrschaft Hitlers sowie die Folgen dieses Wirkens für Deutschland nach dem Krieg in Erinnerung zu rufen und diese Erinnerung für künftige Generationen zu bewahren.

 »Flucht ins Ungewisse – Hamburger Persönlichkeiten im Exil«

11. bis 26. November 2019, Hamburger Rathaus, Rathausmarkt 1, 20095 Hamburg

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 7-19 Uhr, Samstag 10-18 Uhr, Sonntag 10-17 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Quelle: Körber-Stiftung

Siehe auch dazu das Interview mit Sven Tetzlaff von der Körber-Stiftung hier auf ´Tiefgang`.

]]>
Hier geht´s bunt zu! https://www.tiefgang.net/hier-gehts-bunt-zu/ Fri, 24 Nov 2017 23:37:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2598 [...]]]> Die Welt ist bunt und rund. Wilhelmsburg und die Veddel aber schlagen alles. Wie sehr belegt nun eine Studie.

Das ist ein Ergebnis einer Untersuchung, die das infas-Institut für angewandte Sozialwissenschaft im Auftrag der Körber-Stiftung durchgeführt hat. In Auftrag gegeben hatte die Untersuchung die Hamburger Körber-Stiftung und entstanden ist ein „Superdiversitäts-Index“. Der zeigt, wie bunt es wo in Hamburg zu geht.

In der Pressemitteilung heißt es:

„Wilhelmsburg und Veddel sind Hamburgs Stadtteile mit der höchsten Diversität. Nicht nur weil hier viele Menschen mit Migrationshintergrund leben, sondern auch, weil die Wilhelmsburger sich hinsichtlich Alter, Kaufkraft und Religionszugehörigkeit stark voneinander unterscheiden und weil in Veddel Menschen verschiedenster politischer Präferenz leben.

Der neu entstandene »Superdiversitäts-Index« zeigt auf einer Karte, wie vielfältig Hamburgs Stadtteile sind. Dafür wurde nicht nur die Verteilung von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund erfasst, sondern der Begriff Diversität um die Faktoren Alter, Kaufkraft, Religion und Parteienpräferenz erweitert.

Unsere Gesellschaft wird immer diverser, und zwar nicht nur durch Zuwanderung, sondern durch die Emanzipation einzelner Gruppen oder den Trend zur Individualisierung. „Die Menschen unterscheiden sich hinsichtlich ethnischer Zugehörigkeit, Kultur, Religion genauso wie in Lebensstilen und Familienmodellen – die Vielfalt wächst in allen Dimensionen, die homogenen Mehrheiten schwinden“, sagt Jonathan Petzold, Programm-Manager bei der Körber-Stiftung. „Mit dem Superdiversitäts-Index versuchen wir, diese Entwicklung abzubilden und die unterschiedlichen Dimensionen von Vielfalt zu berücksichtigen.“

Jonathan Petzold (Foto: Körber-Stftg.)

„Wie vielfältig eine Stadt ist, drückt sich nicht nur in der Herkunft ihrer Bewohner aus. Gerade in einer Metropole wie Hamburg treffen Menschen aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands und der Welt aufeinander und bringen die unterschiedlichsten Einstellungen und Lebensstile mit“, sagt Melanie Leonhard, Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg. „Mit der Untersuchung zur Superdiversität blickt die Körber-Stiftung aus einer neuen Perspektive auf unsere Stadt. Sie zeigt, dass wir Vielfalt auch in Stadtteilen finden, an denen wir sie nicht unbedingt erwarten. Das macht Hamburg spannend.“

Im bundesweiten Vergleich zeigt sich, dass der Stadtstaat Hamburg das Bundesland mit der höchsten Diversität ist, vor Bremen und Berlin. „Superdiversität gehört zum Wesen einer Großstadt und ist Teil ihrer Attraktivität“, so auch Jonathan Petzold. Sie kann bereichernd sein, wenn sie nicht zu Segregation und Spaltung führt, sondern eine Kultur des Mit- und Füreinander bedeutet. Darum gilt es, den Blick zu öffnen für alle Aspekte von Vielfalt, um dann die Rahmenbedingungen zu schaffen für ein Leben nicht gegen- oder nebeneinander, sondern miteinander.“

Quelle: koerber-stiftung.de

Die Ergebnisse wurden erstmals beim Körber Demografie-Symposium mit dem Titel »Heimat in der superdiversen Stadt« Mitte November 2017 vorgestellt. Dieses bereits 8. Körber Demografie-Symposium begleitet lokale Akteure aus der Verwaltung und Zivilgesellschaft dabei, Vielfalt zu gestalten und darüber hinaus die Potenziale gesellschaftlicher Diversität strategisch zu nutzen. „Der Blick auf Städte wie Toronto, Malmö oder Mannheim zeigt: Diversität kann eine gute Folie für eine neue Stadterzählung sein. Ein Narrativ, das nicht die Unterschiede, sondern die gemeinsame Heimat betont. Wie wird die Stadt zur Heimat aller? Was ist Heimat im 21. Jahrhundert – und wie führt man in einer »superdiversen« Stadt? Auch kritische Fragen werden auf dem Symposium diskutiert, z.B. wo Vielfalt zur Verunsicherung führt oder was sozialen Zusammenhalt bedroht“, hieß es zur Einladung.

Studie zum Download: Koerber-Stiftung_Broschuere__Superdiverse_Stadt.pdf

]]>