Konzerte – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 13 Dec 2024 11:04:52 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Unterstützung für Hamburgs Amateurmusik https://www.tiefgang.net/unterstuetzung-fuer-hamburgs-amateurmusik/ Fri, 13 Dec 2024 23:59:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11369 [...]]]> Das erfolgreiche Förderprogramm „Music4all“ geht in die nächste Runde!

Ab dem 16. Dezember 2024 um 17:00 Uhr können Hamburger Chöre und Ensembles ihre Anträge für Projekte einreichen, die zwischen Januar und Juni 2025 umgesetzt werden sollen. Die Antragsstellung erfolgt über das Förderportal foerderung.lmr-hh.de. Pro Verein sind Fördermittel in Höhe von bis zu 1.500 Euro möglich – schnell, direkt und unbürokratisch. Auch Projekte, die bereits in der Vergangenheit gefördert wurden, können erneut Unterstützung beantragen.
„Music4all“ ist eine Initiative des Landesmusikrats Hamburg (LMR HH) und der Behörde für Kultur und Medien (BKM), die sich für die Förderung der Hamburger Amateurmusik einsetzt. Für das Jahr 2025 stehen 50.000 Euro zur Verfügung, um die Vielfalt und Kreativität in der Hamburger Musikszene zu unterstützen.
Gefördert werden Projekte mit musikalischem Fokus, darunter Konzerte, Festivals, Musikvermittlungsprojekte, Nachwuchsarbeit und Weiterbildungsmaßnahmen von Ensembles, die Mitglied in einem Fachverband der Amateurmusik sind.

Wer kann sich bewerben?

Teilnahmeberechtigt sind Chöre und Ensembles mit Sitz und Wirkungsstätte in Hamburg, die von Amateurmusiker*innen getragen werden und nicht institutionell von der Freien und Hansestadt Hamburg gefördert werden.
Die Fördermittel werden nach dem Windhund-Prinzip vergeben – die Reihenfolge der Antragsstellung entscheidet. Anträge können bis zum 31. Januar 2025 eingereicht werden.

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Ein Fonds für neuen Neustart https://www.tiefgang.net/ein-fonds-fuer-neuen-neustart/ Sat, 29 May 2021 07:54:44 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7959 [...]]]> Das Bundeskabinett hat diese Woche (26. Mai) grünes Licht gegeben für einen Sonderfonds in Höhe von bis zu 2,5 Milliarden Euro, mit dem der Bund ein breit gefächertes Angebot an Kulturveranstaltungen nach der langen Zeit der Pandemie wieder möglich machen will.

Damit sollen Konzerte, Theateraufführungen, Kinovorstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen wieder anlaufen können. Da der Wiederbeginn des kulturellen Lebens immer noch mit pandemiebedingten Unsicherheiten verbunden ist, soll der Sonderfonds Schutz vor Beschränkungen der Besucherzahlen und anderen Restriktionen und Risiken bieten.

Der Sonderfonds unterstützt die Wiederaufnahme und die Planbarkeit von Kulturveranstaltungen mit zwei zentralen Bausteinen: Zum einen einer Wirtschaftlichkeitshilfe für kleinere Veranstaltungen, die unter Beachtung Corona-bedingter Hygienebestimmungen der Länder mit reduziertem Publikum stattfinden. Diese Hilfe steht für Veranstaltungen mit bis zu 500 Personen ab dem 1. Juli 2021 und für Veranstaltungen mit bis zu 2000 Personen ab dem 1. August 2021 zur Verfügung. Damit können Künstlerinnen und Künstler ebenso wie die Veranstalter nun den Wiederanlauf planen. Der zweite Baustein ist eine Ausfallabsicherung für größere Kulturveranstaltungen, die für die Zeit ab dem 1. September 2021 geplant werden. Dies betrifft Konzerte und Festivals mit über 2.000 Besucherinnen und Besuchern, die einen langen Planungsvorlauf benötigen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz: „Unser Land ist bunt und so soll es bleiben. Mit dem Sonderfonds unterstützen wir deshalb den Neustart von Kulturveranstaltungen. Der Bund stellt 2,5 Milliarden Euro bereit, um der Kulturbranche wieder auf die Beine zu helfen. Damit stellen wir sicher, dass bald wieder Theateraufführungen, Konzerte, Lesungen und Kinovorstellungen stattfinden können. Das ist wichtig, denn Künstlerinnen und Künstler haben in dieser Pandemie eine besondere Last zu tragen, die Kulturveranstalter, die Sängerinnen, die Schauspieler, die Musikerinnen und die Bühnenbauer. Außerdem haben Kunst und Kultur eine große Bedeutung für unser Gemeinwesen und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir wollen sicherstellen, dass Bürgerinnen und Bürger bald wieder die kulturelle Vielfalt gemeinsam erleben können. Der Sonderfonds für Kulturveranstaltungen ist das größte Kulturförderprogramm seit Gründung der Bundesrepublik. Und er kommt genau zur richtigen Zeit. Ich bin guter Dinge, dass es bald wieder losgehen kann mit dem vielfältigen kulturellen Leben in unseren Städten und Gemeinden.“

Kulturstaatsministerin Monika Grütters: „Viele Menschen haben in dieser Krise gespürt, wie sehr die Kultur als Gemeinschaftserlebnis fehlt – als Brückenbauerin, als Spiegel unserer Identität, als Einladung zum Zweifeln, Nachdenken und Diskutieren. Die Sehnsucht nach Kulturgenuss ist gewaltig – beim Publikum, vor allem aber bei den Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen, die endlich wieder zum Einsatz kommen wollen. Nach dem Bundesprogramm NEUSTART KULTUR, das fit macht für die Zeit nach der Pandemie, und der Überbrückungshilfe III, die die Nöte von Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen lindert, ergänzen wir die Coronahilfen des Bundes um einen dritten Schutzschirm für die Kultur. Mit dem Sonderfonds des Bundes drücken wir unsere Wertschätzung für die Kreativen und unsere Anerkennung dafür aus, wie sehr sie unsere Gesellschaft bereichern.“

Senator für Kultur und Europa des Landes Berlin und Vorsitzender der Kulturministerkonferenz Dr. Klaus Lederer: „Wir alle ersehnen den Moment, an dem Kultur in ihrer ganzen Vielfalt und Breite endlich wieder möglich sein wird. Auf zu viel haben wir verzichtet. Deshalb begrüße ich den Sonderfonds des Bundes ausdrücklich und bin davon überzeugt, dass diese Unterstützung dazu beitragen wird, Kunst und Kultur wieder allen zugänglich zu machen, die in den letzten Wochen und Monaten darauf verzichten mussten.“

Senator für Kultur und Medien Hamburg Dr. Carsten Brosda: „Gerade jetzt brauchen wir eine lebendige und vielfältige Kultur- und Kreativszene. Hamburg hat seit Beginn der Pandemie sehr erfolgreich und schnell den Künstlerinnen und Kreativen geholfen, damit die Vielfalt der Kultur erhalten bleibt. Die entsprechenden Instrumente haben wir im engen Schulterschluss mit der Branche entwickelt. Daran schließt auch der Sonderfonds des Bundes an. Er ist ein bislang beispielloses Hilfspaket für den Neustart der Kultur. Ich freue mich, dass dabei auf die guten Erfahrungen aus Hamburg aufgebaut werden konnte. Außerdem stellt Hamburg für alle Länder eine für die Hilfen des Sonderfonds erforderliche und darauf zugeschnittene IT-Plattform bereit, welche die Veranstalter für die Antragsstellung und die Länder für die Bewilligung nutzen können. Dies ist auch eine beispielgebende Zusammenarbeit von Bund und Ländern im Rahmen der Digitalisierung.“

Niedersachsens Kulturminister Björn Thümler: „Nach 15 Monaten Pandemie brauchen wir jetzt alle Kultur – und zwar live von Angesicht zu Angesicht. Ich freue mich, dass der Sonderfonds für die von der Corona-Pandemie so gebeutelte Kulturbranche bald starten kann, denn das Infektionsgeschehen lässt im Moment berechtigte Hoffnungen auf einen – wenn auch nicht normalen, dafür aber besonderen – Kultursommer aufkommen.“

Schon seit Beginn der Pandemie sorgt die Bundesregierung mit dem Programm NEUSTART KULTUR in Höhe von zwei Milliarden Euro dafür, die kulturelle Infrastruktur auch während der Schließungen zu stützen und zu erhalten. Auch unterstützt NEUSTART KULTUR die aktive Kulturproduktion. Weiteres wichtiges Hilfsinstrument der Bundesregierung für die Kulturbranche ist die Überbrückungshilfe III, hier vor allem der Baustein der Neustarthilfe für Solo-Selbständige. Als dritte Säule wird nunmehr der Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen eingerichtet. Er wird gemeinsam vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) verantwortet. Die Mittel in Höhe von bis zu 2,5 Milliarden Euro werden der BKM zur Bewirtschaftung zugewiesen. Diese übernimmt auch den Vorsitz in einem Lenkungsausschuss, der die Weiterentwicklung und Umsetzung des Programms koordiniert. Neben dem Bund werden auch die Länder und der Deutsche Kulturrat in diesem Gremium vertreten sein.

Die Kulturministerinnen und -minister der Länder hatten am 12. Mai 2021 zugestimmt, dass der Sonderfonds des Bundes von den Ländern operativ umgesetzt wird. Sie werden über ihre Landeskulturbehörden oder beauftragte Stellen die Antragsbearbeitung und Bewilligung durchführen. Es wird eine einheitliche IT-Plattform geben, über die Veranstaltungen registriert werden können. Die Freie und Hansestadt Hamburg betreut diese IT-Plattform für alle Länder. Um Rückfragen von Veranstalterinnen und Veranstaltern beantworten zu können, wird eine telefonische Beratungs-Hotline der Länder geschaltet. Das Land Nordrhein-Westfalen organisiert den Aufbau und die Betreuung dieser bundeseinheitlichen Hotline.

Zu den Einzelheiten der beiden Bausteine des Kulturfonds:

Wirtschaftlichkeitshilfe für kleinere Kulturveranstaltungen (bis 2.000 Personen)

Grundidee: Zentrales Element des Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen ist eine Wirtschaftlichkeitshilfe. Sie macht es Veranstaltern möglich, Konzerte, Theateraufführungen, Kinovorstellungen oder andere Kulturveranstaltungen durchzuführen, obwohl wegen der Corona-Auflagen nur eine reduzierte Anzahl von Zuschauerinnen und Zuschauern teilnehmen kann. Ohne die Hilfe wären diese Veranstaltungen unwirtschaftlich. Die Hilfe steht für Kulturveranstaltungen zur Verfügung, die im Juli 2021 für bis zu 500 und ab August 2021 für bis zu 2.000 Besucherinnen und Besuchern geplant werden. Dabei sind die geltenden Corona-Schutzkonzepte und die zugelassene Höchstzahl an Zuschauerinnen und Zuschauern des Landes zu beachten.

Höhe: Mit der Wirtschaftlichkeitshilfe werden Verluste der Veranstalter ausgeglichen. Bei Pandemie-bedingter Verringerung der Zahl der Teilnehmenden um mindestens 20 Prozent bezuschusst die Wirtschaftlichkeitshilfe die Ticketeinnahmen aus bis zu 500 verkauften Tickets im Juli 2021 bzw. den ersten 1.000 verkauften Tickets ab August 2021 um bis zu 100 Prozent. Für jedes verkaufte Ticket erhalten die Veranstalter also den gleichen Ticketpreis nochmals als Zuschuss. Bei besonders strengen Hygieneauflagen und einer Begrenzung der Zahl der Teilnehmenden auf unter 25 Prozent der Maximalauslastung kann der Zuschuss aus dem Sonderfonds bis zur Höhe der doppelten Ticketeinnahmen Tickets ansteigen.

Die Förderung durch die Wirtschaftlichkeitshilfe ist kostenbasiert und kann nicht höher sein als die auftretende Finanzierungslücke zwischen den Kosten der Veranstaltung und den erzielten Einnahmen. Die Wirtschaftlichkeitshilfe ist bei 100.000 Euro pro Kulturveranstaltung gedeckelt. Es ist eine gesonderte Regelung für Veranstaltungen vorgesehen, die regulär am selben Veranstaltungsort wiederholt werden – etwa für Filmvorführungen im Kino.

Beispiel: Eine Veranstalterin verkauft 400 Tickets zu je 50 Euro für ein Konzert in einem Veranstaltungsort, der maximal 2.000 Zuschauerinnen und Zuschauer fasst. Die Corona-Schutzregeln des Landes begrenzen die maximale Kapazität auf 1.000 Teilnehmende. Die Wirtschaftlichkeitshilfe beträgt dann 20.000 Euro, da die Ticketeinnahmen von 20.000 Euro verdoppelt werden (400 Tickets á 50 Euro).

Dies gilt, sofern die Förderhöchstgrenze nicht erreicht wird. Wann die Förderhöchstgrenze erreicht ist, hängt von den Kosten der Veranstaltung ab. Angenommen die Kosten der beschriebenen Veranstaltung betragen 30.000 Euro. In diesem Falle läge die Höchstgrenze der Förderung bei 13.000 Euro: Die veranstaltungsbezogenen Kosten von 30.000 Euro zuzüglich einer Organisationspauschale in Höhe von 10 Prozent beliefen sich auf 33.000 Euro. Aus dem Ticketverkauf wurden 20.000 Euro erzielt. Die Finanzierungslücke beträgt also 13.000 Euro. Dies ist die maximale Förderung der Wirtschaftlichkeitshilfe.

Ohne die Hilfe wäre die Kulturveranstaltung wirtschaftlich nicht tragfähig, da eine Lücke von 10.000 Euro zwischen Kosten und Einnahmen klafft. Sie würde daher nicht stattfinden. Durch den Wirtschaftlichkeitsbonus kann die Veranstaltung stattfinden, die Künstlerin ihre Gage erhalten, die Bühnentechniker bezahlt werden und die Veranstalterin ihr Unternehmen am Laufen halten.

Antragstellung: Ein Antrag auf Wirtschaftlichkeitshilfe kann nach Durchführung der Kulturveranstaltung über die Landeskulturbehörde gestellt werden, in deren Bereich die Veranstaltung stattfand. Vor der Veranstaltung muss die Veranstaltung registriert werden. Dabei sind das Hygienekonzept oder ähnliche Dokumente einzureichen, die geplante und erwartete Auslastung anzugeben sowie die maximale Kapazität des Veranstaltungsorts. Damit die Bearbeitung der Anträge effizient erfolgen kann, gibt es die Möglichkeit, gebündelte Anträge zu stellen. Es muss sich jeweils um Kulturveranstaltungen handeln.

Ausfallabsicherung für kleinere Kulturveranstaltungen:

Die eigentliche Ausfallabsicherung (s.u.) ist für größere Kulturveranstaltungen vorgesehen. Aber auch für Kulturveranstaltungen mit unter 2.000 Besucherinnen und Besuchern wird es eine Ausfallabsicherung geben. Für den Fall, dass wegen der Verschärfung der öffentlichen Pandemiebestimmungen eine Kulturveranstaltung, die für die Wirtschaftlichkeitshilfe registriert war, nicht stattfinden kann, erhalten die Veranstalter eine Entschädigung. Diese beträgt 50 Prozent der nachgewiesenen, veranstaltungsbezogenen Kosten.

Ausfallabsicherung für größere Kulturveranstaltungen (ab 2.000 Personen)

Ob im Frühjahr 2022 Konzerttourneen durchgeführt werden und im Sommer nächsten Jahres Festivals stattfinden, entscheidet sich in den nächsten Monaten. Denn derartige große Kulturveranstaltungen erfordern eine intensive Planung und Logistik. Sie haben oft eine lange Vorlaufzeit und benötigen entsprechende Planungssicherheit. Gleichzeitig ist das finanzielle Risiko einer Absage oder Verschiebung sehr hoch. Um Planungssicherheit zu geben und sicherzustellen, dass große Konzerte, Festivals und Kulturveranstaltung trotz der Corona-Pandemie wieder geplant werden, enthält der Sonderfonds des Bundes als zweites Element eine Ausfallabsicherung für Kulturveranstaltungen. Mit ihrer Hilfe werden Ausfall- oder Verschiebungskosten bezuschusst, sollte eine geplante Veranstaltung pandemiebedingt nicht stattfinden können. Die Ausfallabsicherung wirkt dabei ähnlich einer Versicherung. Derartige Versicherungen sind im Veranstaltungsgewerbe üblich – derzeit werden sie jedoch für Pandemierisiken am Markt nicht angeboten.

Antragsberechtigung: Der Sonderfonds sichert größere Kulturveranstaltungen ab, die unter Beachtung Corona-bedingter Hygienebestimmungen für mehr als 2.000 Besucherinnen und Besucher ab dem 1. September 2021 geplant werden.

Höhe: Im Falle einer pandemiebedingten Absage, Teilabsage oder Reduzierung der Teilnehmerzahl oder einer Verschiebung übernimmt der Ausfallfonds maximal 80 Prozent der dadurch entstandenen Ausfallkosten. Die maximale Entschädigungssumme beträgt 8 Millionen Euro pro Veranstaltung. Bei Teilabsagen oder Reduzierung der Teilnehmerzahl werden die erzielten veranstaltungsbezogenen Einnahmen von den Ausfallkosten abgezogen.

Förderfähige Kosten: Ähnlich wie bei der Überbrückungshilfe gibt es eine feste Liste an förderfähigen Kosten. Dazu zählen zum Beispiel Betriebskosten, Kosten für Personal, Anmietung, Wareneinsätze, Künstlergagen, beauftragte Dienstleister etc. Es ist den Vertragspartnern bekannt zu geben, dass eine Veranstaltung für eines der Module des Sonderfonds registriert ist. Das soll Transparenz zwischen den Vertragspartnern schaffen. Kosten können auch dann geltend gemacht werden, wenn sie vor der Antragstellung angefallen sind.

Registrierung für die Ausfallabsicherung: Die Veranstalter registrieren die Kulturveranstaltung vor der geplanten Durchführung auf der IT-Plattform der Länder und legen dabei auch eine Kostenkalkulation und ein geeignetes Hygienekonzept oder ähnliche Dokumente vor. Tritt der Schadensfall ein, kann die Förderung beantragt werden. Die konkreten Verluste und entstandenen Kosten werden dabei von den Veranstalterinnen und Veranstaltern nachgewiesen und von prüfenden Dritten bestätigt. Die Veranstalterinnen und Veranstalter verpflichten sich zu einem kostenminimierenden Verhalten. Die Verwaltung und Abwicklung erfolgt durch die Länder.

Quelle: www.bundesregierung.de

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Das digitale Fest https://www.tiefgang.net/das-digitale-fest/ Fri, 29 May 2020 22:31:49 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6953 [...]]]> Das Kulturhaus Süderelbe feiert seinen 40. Geburtstag! In einem noch ungewöhnlichen Format.

Aufgrund der Corona-Situation kann das Jubiläum nicht wie geplant im Rahmen des großen, jährlichen Sommerfestes mit dem BGZ stattfinden. Gebührend gefeiert wird der Geburtstag trotzdem: Das Kulturhaus lädt zur virtuellen Feier am Freitag, 5. Juni ab 16 Uhr auf der Internetseite www.kulturhaus-suederelbe.de ein und freut sich auf zahlreichen Besuch. Senator für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosda, Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen, viele bekannte Künstler und Weggefährten haben ihr „Kommen“ zugesagt und sind mit Grußbotschaften dabei.

40 Jahre Kulturhaus Süderelbe: Im Jahre 1980 entstand in Hausbruch ein Ort für Menschen in Süderelbe, um kreativ tätig zu werden: Das Kulturhaus Süderelbe gründete sich als Verein in den Räumen des „Alten Jägerhofs“, eine Gründerzeitvilla auf einem großzügigen Parkgelände am Ehestorfer Heuweg. Seit 2012 ist das Kulturhaus gut und zentral angebunden im Bildungs- und Gemeinschaftszentrum (BGZ) Süderelbe in Neugraben-Fischbek. Der Angebotsbereich des Kulturhauses nach dem Motto „Kunst & Kultur – für jeden vor Ort“, ist groß: Kurse, Workshops, Konzerte, Integrationsangebote, Kino, Süderelbe-Orchester, Fortbildungsangebote etc. finden hier statt.  Zahlreiche neue Kooperationen, Projekte und Angebote sind in den letzten Jahren entstanden und der neue Quartiersraum „JoLa“ bietet viele Möglichkeiten für Kultur und Begegnung.

Seit 40 Jahren wird die kulturelle Bildungsarbeit im Kulturhaus u. a. durch öffentliche Förderung von Seiten des Bezirksamts und der Behörde für Kultur und Medien ermöglicht.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Schade, dass das Sommerfest vor Ort dieses Jahr entfallen muss – aber schön, dass das Jubiläum digital gefeiert wird und wir damit 40 bunte Jahre Revue passieren lassen können. Die Zusammenarbeit mit vielen Akteurinnen und Akteuren der Soziokultur im BGZ Süderelbe ist uns allen eine Inspirationsquelle. Genau so gelingt gesellschaftliche Teilhabe. Hier kann Kunst und Kultur nicht nur erlebt werden, hier kann man auch selbst aktiv sein und miteinander Neues ausprobieren. Genau solche Orte der vielfältigen und kreativen Zusammenkunft brauchen wir. In diesem Sinne: Alles Gute zum Geburtstag!“

Das Kulturhaus-Team freut sich im Nachgang auf Glückwünsche der Besucher und Menschen, die hier z. B. Kunst-Erfahrungen gemacht haben: das kann eine Postkarte, ein Bild, eine Collage, eine Videobotschaft – per Post oder per Mail – sein. Aus den zugesandten Gratulationen (mit einer Einwilligung für die Veröffentlichung) wird eine Präsentation auf der Webseite des Kulturhauses online gestellt. Zuschriften gern an Kulturhaus Süderelbe e. V., Am Johannisland 2, 21147 Hamburg oder info@kulturhaus-suederelbe.de

 

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Kunstwerk Rollschuhbahn https://www.tiefgang.net/kunstwerk-rollschuhbahn/ Fri, 01 Nov 2019 23:31:35 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5997 [...]]]> Vor 20 Jahren zog die Kunst in den Harburger Bahnhof ein. Nun wird gefiert und manche Harburger  dürften ihn überhaupt erst kennen lernen.

Die Bildende Kunst hat es oft schwer mit der Vermittlung ihrer Inhalte. Manchmal tut sie sich selbst aber auch schwer. So könnte man es auch beim Kunstverein Harburger Bahnhof beschreiben, der in diesen Taten sein bereits 20jähriges Jubiläum bestreitet und den viele Harburger bis heute kaum wahrgenommen haben oder gar kennen.

Dabei liegt es oft gar nicht an der Kunst selbst sondern an den kryptischen Darstellungen dessen, was zu sehen und zu erleben ist. Das ist auch nach 20 Jahren kaum anders und doch: ein Besuch lohnt sich allemal.

Es waren die Künstler Udo Dettmann und Rene Havekost, die seinerzeit das Unterfangen starteten, den ehemaligen Wartesaal des historischen Bahnhofs sinnvoll neu zu beleben und ihn der Bildenden Kunst zu öffnen. Wurde anfangs vor allem Malerei präsentiert, verschob sich unter den künstlerischen Leitungen von Wilhelm Figger, Nina Möntmann, Mathias Güntner und Ulla Lohmann der Inhalt zunehmend auf die Darstellung von Entwicklungen der Gegenwartskunst und themenbezogener Fragestellungen der künstlerischen Produktion.

Neben dem Ausstellungsprogramm finden heutzutage auch andere Veranstaltungsformate, wie Künstlergespräche, Workshops, Performances, Filmvorführungen und Konzerte, verstärkt Platz. Im Hinblick auf dieses Repertoire führt das Programm des Kunstvereins unterschiedliche Disziplinen wie Literatur, Tanz und Musik mit der Bildenden Kunst zusammen und hat sich damit ein ganz eigenes Profil verschafft.

Nun wird gefeiert und als Programm wird wie gewohnt spät und eben gleich für heute (Sa., 2. Nov.) das Jubiläumsprogramm vorgestellt.

 Sa, 2. November 2019, Beginn ab 14 Uhr

Wir feiern 20 Jahre Kunstverein Harburger Bahnhof!

Festakt mit Reden ab 19 Uhr / Celebration speeches from 7pm

anschließend Konzerte, Performances, DJ sets und Rollschuhlaufen bis in die Nacht

 

14 – 17 Uhr | Eton Fives Turnier

+ Präsentation der T-Shirt Edition: Fion Pellacini mit AddLabel

+ Gambling for Stamps by Magdalena Los & Pablo Schlumberger

+ Kaffee und Kuchen in der Bar Putti

Eton Fives wurde im 19. Jahrhundert an der Außenwand der Kapelle im Eton College erfunden und ist ein Rückschlagspiel, das in Zweier-Teams mit der bloßen Hand gegen die Wand einer verwinkelten Architektur gespielt wird. Die skulpturale Reproduktion eines Eton Fives Courts von Fion Pellacini ist als Teil unserer Ausstellung Hi Ventilation Deutschlands einziger Sportplatz dieser Art und beherbergte zunächst die Ausstellungsreihe Five in Fives. Am 2. November findet sie ihren sportlichen Höhepunkt in einem Eton Fives Turnier, das von Hamburger und eigens aus Großbritannien angereisten Sportlerinnen und Sportlern gemeinsam bestritten wird und den einwöchigen Eton Fives Workshop mit Curt Schmitt und dem seit 9 Jahren ungeschlagenen Eton Fives Weltmeister Seb Cooley in unserer Ausstellung beendet.

In Zusammenarbeit mit dem Hamburger AddLabel entsteht eine Eton Fives T-Shirt Edition von Fion Pellacini.

In einer Aktion von Magdalena Los & Pablo Schlumberger können außerdem während des Turniers durch Wetten weitere Stempel für die KVHBF Treuekarte erspielt werden, um die Chance auf tolle Gewinne zu steigern: Vom Freigetränk bis zur Kunstvereins-Mitgliedschaft über den „Trostpreis“: Eine Taschentuch-Edition der beiden Künstler.

17.30 – 18.30 Uhr | Künstlergespräch: Eli Sudbrack (assume vivid astro focus, São Paulo) im Gespräch mit Chloe Stead (Autorin, Kritikerin, Berlin)

Sprache: Englisch

Für die Ausstellung Hi Ventilation gestaltete das Künstlerkollektiv assume vivid astro focus (avaf) eine Rollschuhbahn, die als benutzbare Installation schon den ganzen Herbst über den Kunstverein in Bewegung hält. Eli Sudbrack und Chloe Stead sprechen über Partizipation, Bewegung, avafs weltweites Engagement für die LGBTQ Community und über Kollektivität.

 19 – 19.45 Uhr | Festakt mit Jubiläumsreden

Sprache: Deutsch

Wir freuen uns auf einen Rückblick und einen Ausblick zur Arbeit und Rolle des Kunstvereins Harburger Bahnhof, der am 2. November 1999 im ehemaligen Wartesaal der 1. & 2. Klassen des Bahnhofs Hamburg-Harburg gegründet wurde.

Es sprechen: Senator Dr. Carsten Brosda (Behörde für Kultur und Medien der Hansestadt Hamburg), René Havekost (Mitinitiator KVHBF im Jahr 1999), Britta Peters (ehem. Künstlerische Leiterin), Julia Sökeland & Dr. Lutz Hoffmann (Vorstand KVHBF)

 19.45 Uhr | Performance William Joys: Jack on the Track

In seinen Performances erweckt William Joys Objekte und Architekturen zum Leben, indem er sie personifiziert und ihnen durch seine besonderen Kostüme eine Stimme gibt. Für seine Performance schlüpft er in die Rolle eines Zuges auf den Gleisen, der die krisenhafte Geschichte von Jack on the Track erzählt.

 20-22 Uhr | DJ sets und Rollschuhlaufen:

DJ GRĀV JŌNZ (Paris) DJ  Booty Carrell (Hamburg)

Rollschuhausleihe in allen Größen von 30-48 vor Ort!

Zu den Sounds von GRĀV JŌNZ (Paris), der ein Teil von assume vivid astro focus ist und zu selten gehörten Titeln aus der Geschichte des Anadolou Pop, die Booty Carrell für uns auflegt, kommen wir gemeinsam ins Rollen!

22.30 Uhr | Performance Melissa E. Logan (Chicks on Speed): The Beat

The Beat ist eine Soundperformance und Choreografie auf Rollschuhen, die Melissa E. Logan eigens für diesen Abend und unsere Ausstellung entwickelt hat. Der Herzschlag des Rollschuhläufers Jo Quirin wird von Melissa E. Logan live zum Beat gemischt und durch die Musik von Heja Netirk (Stimme), Fast und Luca Solomon Sauerwein ergänzt.

 23.00 Uhr | Konzert One Mother, anschließend DJ Set von babyblue666

One Mother sind ein feministisches Kollektiv aus Hamburg um die Musikerinnen Preach, Natasha P. und babyblue666. Ihre Sounds sind geprägt von R’n’B, Rap und elektronischer Musik und werden den Raum mit ihrer Energie aufheizen.“

Quelle: http://kvhbf.de/

 

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„Neues Zentrum machbar!“ https://www.tiefgang.net/neues-zentrum-machbar/ Fri, 11 Jan 2019 23:58:10 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4742 [...]]]> „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ – das Projekt zur Erprobung einer kulturellen Neu- bzw. Umnutzung der einstigen Harburger Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Straße – geht zuversichtlich ins Jahr 2019. In der Pressemitteilung hierzu heißt es:

„Obwohl die Probephase der Initiative SuedKultur sowie des Stadtentwicklungsvereins Stadtkultur Hafen e.V. noch nicht beendet ist, zeigt sich für alle Beteiligten: eine Neunutzung als genreübergreifendes Kulturzentrum von und für die Harburger Kultur ist nicht nur möglich sondern heiß begehrt.

Mathias Lintl vom Verein Stadtkultur Hafen e.V.: „Es ist unglaublich, was an verschiedenen Formaten in diesen Räumen alles möglich ist. Auch wenn unsere derzeitigen Möglichkeiten  derzeit aufgrund des Zustandes des Gebäudekomplexes recht eingeschränkt sind, ist die Nachfrage und der Ideenimpuls für diesen Gebäudekomplex enorm hoch. Konzerte, Kino, Theater, Tanz, Kunst, Begegnungen und Kurse jeder Art –  es scheint kaum etwas zu geben, was nicht schon angefragt oder erprobt wurde. Und es zeigt sich: Harburg fehlt genau so ein Zentrum, in dem man unwillkürlich aufeinander trifft und Neues entwirft.“

3falt bei der Music-Night.

Heiko Langanke, Projektleiter der mittlerweile ins zwölfte Jahr gehenden Initiative SuedKultur, der mittlerweile rund 50 Kulturinstitutionen des Süderelbe-Raumes angehören: „Ein kulturelles Haus der Vielfalt steht schon lange auf der Agenda der SuedKulturler. Mit der „3falt“ kommt auf einmal ein Ort mit konkreten Räumen in greifbare Nähe. Und ob es nun Hoch- oder Subkultur ist, von Literatur über Tanz und Theater, Film oder Konzerten – es entsteht beinahe zwangläufig ein spannendes Programm für alle Kulturneugierigen. Und aktuelle Themen wie Integration oder Inklusion kommen ganz nebenbei zur Verwirklichung. Es müsste eben ein wenig am Gebäude getan werden.“

Doch noch mal zur Entwicklung:

Ausgangslage:

Als es Ende Nov. 2017 die ersten konkreten Gespräche mit der Eigentümergemeinde Trinitatis Harburg über eine kulturelle Erprobung der Dreifaltigkeitskirche gab, um über eine mögliche Weiternutzung des Gebäudekomplexes zu diskutieren, war die Gemeinde noch in Verhandlungen mit einem interessierten Investor. Dieser hatte ein Angebot abgegeben und erbat bis Ende Februar 2018 Bedenk- & Prüfzeit. Nachdem aber auch diese Interessensbekundung zurückgezogen wurde, kamen erste konkrete Gespräche über eine kulturelle Testphase zustande. Ende April 2018 schließlich wurde es konkret und der Kirchenkreis HH-Ost erarbeitete eine Vereinbarung in Form einer Anhandgabe, die dann zum Mai von den Parteien Trinitatis-Gemeinde Harburg, dem Verein Stadtkultur HH e.V. und der Initiative SuedKultur unterzeichnet wurde und eine Probe- und Erkundungsphase bis Ende Feb.2019 vorsieht.

Zum Juni 2018 kam es schließlich zur Schlüsselübergabe und erstmaliger In-Augenscheinnahme des  Komplexes. Kurz vor den Sommerferien.

Jazz-Duo Jakubowsky / Bahlmann am 2. Nov. in der 3falt.

Um zumindest eine erste Einschätzung aller bei SuedKultur zusammengeschlossenen Kulturschaffenden vornehmen zu können, wurde kurzerhand eine Art „Kulturtag“ am 14. Juni anberaumt. Dort fanden Lesungen, verschiedene Konzerttests, Tanz- & Theaterproben statt, die auch der Öffentlichkeit zugänglich waren aber vor allem den Kulturschaffenden einen ersten Eindruck über die Möglichkeiten einzelner Räume und ihrer Beschaffenheit gaben. Schon hier war das Fazit durchweg positiv: erste konkrete Ideen wurden notiert, diskutiert und erarbeitet und sollten dann in Einzelformaten nach den Sommerferien konkreter erprobt werden.

Erste Problemstellungen wurden auch schon erkannt wie etwa Brandschutzpläne, eingeschränkte Erprobungen durch mangelnde Kenntnis über die bestehenden Denkmalschutzauflagen aber auch fest installierte Kirchenbänke oder veraltete Strominfrastruktur, nötiger Schwingboden im Tanz- & Theaterraum etc.pp.

Ab September dann startete nach und nach eine Art „Programm“: am Tag des offenen Denkmals zeigte der Publikumsverkehr großes Interesse am Gebäude sowie dem Architektenehepaar Spengelin, das sich für den Nachkriegsbau verantwortlich zeichnete und auch der Harburger Stadtgeschichte. Denn bis 1944 war der vorherige Kirchenbau auch Hauptkirche von Harburger an der Elbe und Wilhelmsburg. Also ein durchaus relevanter Standort.

Die Ausstellung „wir in Harburg“ dann offenbarte erste Möglichkeiten für breiter angelegte Kunstdarstellungen. Kunstkurse in den Außenbereichen  und im Gemeindehaus verdeutlichten die neuen Möglichkeiten für viele Kreative, denen es an (zentral gelegenem) Raum im Bezirk mangelt.

Der erste Harburger Comic-Kulturtag aber auch die Tanz- & Theaterproben verwiesen auf mögliche neue Kulturformate und –angebote, die durch großzügigere Räume überhaupt erst möglich wurden. Die SuedKultur Music-Night wie auch der Harburger Kulturtag verdeutlichten den großen und sofortigen Zuspruch beim lokalen Publikum und den Raumbedarf bestehender lokaler Akteure. Ein Konzert zweier indischer Musiker offenbarte die spirituelle Ruhe, ein nachfolgendes Jazz-Duo und auch eine öffentliche Probe eines lokalen Kammerorchesters unterstrich die außergewöhnliche Klangstruktur des Kirchenschiffes.

Reges Interesse an ´70 Jahre Grundrechte` …

Im Verlauf des Herbstes wurden auch Formate erprobt, die im Süden Hamburgs selten sind oder auch nicht über den nötigen Raum verfügen. So wurden verschiedene Kino- und Film-Formate ausgetestet aber auch ein Adventsmarkt und die Größe von Leinwandfläche und die Möglich-keiten der Raumgestaltung samt Filmdarstellung mit Rückprojektion überraschten positiv.

Parallel wurde eine Online- aber auch Print-Werbeplattform geschaffen, von der alle einzeln erprobenden Akteure profitierten und zugleich für das interessierte Publikum eine Programm entstand, das an Vielfalt und Spannjung schnell seinesgleichen im Bezirk suchte. Auch hier zeigten sich schnell Synergien und vor allem eine mediale Wahrnehmung durch die inspi-rierende Unterschiedlichkeit der Programmpunkte. Ob Hoch- oder Subkultur, ob Kunst oder Musik, Tanz oder Theater ob für Jung oder Alt – die Programmfacetten selbst beeindruckten und verdeutlichten zugleich, dass hier ein kulturelles Vakuum gefüllt wird.

Zudem erweisen sich die Netzwerkstrukturen der lokalen Initiative SuedKultur als durchaus stabil, da für die Tests notwendige technische Infrastruktur problemlos und schnell zur Ver-fügung gestellt wurde: eine bereit Unterstützung aller Mitgliedsorganisationen für das Modell-projekt konnte aufgebracht werden und Hilfestellungen etwa bei GEMA- und Filmrechte-Anforderungen, Catering, Fachwissen wie Spielstättenverordnung, Brandschutz, Barrierefreiheit oder Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gingen schnell und sachkundig in verschiedene und kompetente Hände. Ob Marias Ballroom, die Akademie für Musik und Kultur, das Stadtmuseum Harburg, die Geschichtswerkstatt, das Kulturhaus Süderelbe, das Stellwerk oder der Irish Pub Old Dubliner  – wo Hilfe gebraucht wurde, war Hilfe da.

Das Projekt ´Artothek` im Rahmen des 3falt-Kulturtages Mitte Juni 2018. (Foto: Jürgen Drygas)

Und bei aller Improvisation in der technischen und logistischen Infrastruktur zeigte sich bei fast allen Akteuren, dass hier künftig noch viel mehr möglich ist. Terminanfragen häuften sich frühzeitig bis weit ins Jahr 2019 hinein. Und dabei sind hier nur die kulturellen Anfragen und keine durchaus unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten verwertbaren Anfragen  (Bezirksamtswahlen, Jahrestag Eritraergemeinde, Techno-Party-Veranstalter, Firmeneventanfragen, Raumnutzungs-anfragen z.B. Verbraucherschutzverein oder DRK).

Die Nachfrage an Raum ist für die Beteiligten daher unstrittig. Die Planungen in die kalten Winterzeit hinein bei völlig unklaren Erwartungen an anstehende Betriebskosten bzw. Möglich-keiten der Beheizbarkeit etc. konnten das Potenzial dabei nicht mal in Ansätzen ausloten.

Aber: das Gebäude ist in eben einem Zustand, der einer ersten Herrichtung bedarf, um über-haupt umfangreich nutzbar zu sein. Kaputte Fensterisolierungen, verdreckte Heizschächte, ver-altete oder schadhafte Beleuchtungseinrichtungen, die eingeschränkte Nutzbarkeit der WCs oder der Stromleitungen stehen dem ebenso im Weg wie unklare Bedingungen über künftige Eigentumsfragen oder auch mögliche nutzbare Raumkapazitäten.

Ganz nebenbei erlebten die Akteure, dass sich durch den langen Leerstand des Gebäudekom-plexes eine starke Vermüllung im Umfeld, teils Drogenhandel und Szenetreffs in den nicht ein-sichtigen Bereichen eingebürgert hatten. Seit der regelmäßigen Reinigung aber auch der häuf-igen Nutzung des Gebäudekomplexes tags wie abends ließen diese Effekte relativ rasch nach.

Und so sehen die Akteure die im Konzept zur Stadtteilentwicklung angedachte „Reaktivierung der ehemaligen Klangkirche Hamburgs“ als mehr als realistisch.

„Auch dass Räume nicht gratis zu haben sind, ist allen beteiligten völlig klar. Einnahmen aus rein kultureller Nutzung im obersten fünfstelligen Bereich sind realistisch. Es müssten nur mal Nägel mit  Köpfen gemacht werden“, so Heiko Langanke zur Planungslage im Hintergrund.

Dabei geht es vor allem darum, dass die Gemeinde Trinitatis signalisiert hat, das Gebäude nicht weiter im Besitz behalten zu wollen. Wohl aber das Grundstück. Bisher gab es einige Gespräche mit der Stadtentwicklungsgesellschaft STEG und Bezirksmitarbeitern, um auch über Möglichkeiten im Rahmen des RISE-Stadtentwicklungsprogramms Eissendorf-Ost zu erörtern, konkrete Ergebnisse aber ließen auf sich warten.

Aber auch der eingebundene Harburger Architekt Carsten Lünzmann, der jüngst mit der Neugestaltung des Eingangsbereichs zum Harburger Stadtpark sowie der dortigen Freiluft-Bühnengestaltung auffiel, ist zuversichtlich: „Die Auflagen des Denkmalschutzamtes sind für dieses Projekt keine Belastung sondern eher bereichernd, da beiderseits die sakrale Baukunst der Architekten Spengelin, das Ineinandergreifen von Baustilen über fast vier Jahrhunderte sowie die zentrale Stadtgeschichte Harburgs immer auch Kulturthemen sind, die inspirieren aber auch neue Inter-pretationen ermöglichen. Dass eine Kirche natürlich anders beheizt wird als eine Konzerthalle,  eben so nicht über Barrierefreiheit und Sanitäranlagen nach heutigem Standard verfügt, ist ebenso logisch wie aber heutzutage mit Solardächern und Wärmedämmung ganz andere Möglichkeiten bestehen, kostensparend solche Gebäude zu betreiben.“ Fördermöglichkeiten aber seien da.

Filmprojekt „Newcomers“ samt Gespräch …

Und was erwartet die Harburger in 2019?

  • , 13. Jan, 14h Plattenverkostung
  • , 18. Jan., 20h ´Gutes Theater` spielt: “KUNST” (von Yasmina Reza)
  • , 19. Jan. 19h Waldinsel Exil Konzert
  • , 27. Jan., 18h minimal music – Projekt – Phaze2.5
Projekt minimal music
  • , 07. Feb., 20h Klassik – SymphonING Winterkonzert
  • , 8. Feb., ab 18h Welcomefest zum Pfadfinder-Sängerwettstreit am 9.2.
  • , 09. Feb., 20h Chorfestival: stimmgewaltig
  • , 10. Feb., 14h Plattenverkostung
  • , 22. Feb., 19h Filmabend zur Pflegesituation an Hamburger Krankenhäusern
  • , 23. Feb., 19h Klassik: sinfonietta nova

 Detailinfos unter: http://www.sued-kultur.de/?cat=57

Gefördert wird 3falt u.a. vom Fonds Soziokultur, Saga Stiftung Nachbarschaft, dem Beirat der Integrierte Stadtteilentwicklung Harburg Innenstadt / Eißendorf-Ost und der Bezirksversammlung Harburg.“

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Kultur an der frischen Luft https://www.tiefgang.net/kultur-an-der-frischen-luft/ Sat, 06 May 2017 06:00:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1002 [...]]]> Das Hamburger Wetter lädt nicht unbedingt zu Open-Air-Kultur ein. Doch manche reizt es ja doch. Nun werden wieder Flächen in Harburg und Wilhelmsburg ausgeschrieben.

Die Hamburger Kreativgesellschaft, eine Tochterfirma der Stadt Hamburg, kümmert sich um die Vergabe. In ihrer aktuellen Ausschreibung heißt es:

„Die Hamburg Kreativ Gesellschaft und die Bezirke Hamburg-Mitte und Harburg führen das gemeinsame Projekt zur Förderung der städtischen Freiluft-Kultur fort und stellen für den Sommer 2017 zwei Freiflächen an insgesamt 18 Terminen für nicht-kommerzielle kulturelle Veranstaltungen mietfrei zur Verfügung.

Veranstalter können die Freilichtbühne im Wilhelmsburger Inselpark an vier Terminen und die Freilichtbühne im Harburger Stadtpark an 14 Terminen bespielen. Beide Flächen können unter anderem für Musikveranstaltungen, Konzerte, Filmvorführungen, Lesungen, Ausstellungen oder Theateraufführungen genutzt werden. Bis zum 14. Mai 2017 können sich interessierte Veranstalter aus Hamburg bei der Hamburg Kreativ Gesellschaft als Nutzer für die Flächen bewerben.

“Das stärkt die kulturelle Vielfalt in unserer Stadt, ganz besonders in Wilhelmsburg und Harburg“, so Kultursenator Carsten Brosda. Die Fortführung des Modellprojektes Freiluftflächen gemeinsam mit den Bezirken ist der Hamburg Kreativ Gesellschaft ein wichtiges Anliegen, denn Hamburg brauche ein lebendiges Kultur- und Musikleben in allen Bereichen. Mit diesen Veranstaltungsflächen für nicht-kommerzielle und experimentelle Kulturprojekte werden kleine kulturelle Freiräume für Hamburger Künstlerinnen und Künstler und deren Publikum geschaffen.

Mit der Weiterführung dieses Projektes reagieren die Kooperationspartner auf die positive Resonanz der Vorjahre und entsprechen der stetig hohen Nachfrage nach günstigen Freiflächen für nicht-kommerzielle Kulturveranstaltungen.“

Die genauen Konditionen und Hinweise zum Bewerbungsverfahren finden sich hier.

(03. Mai 2017, hl)

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