Kreativität https://www.tiefgang.net Sat, 31 Oct 2020 10:19:41 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Der starke Süden https://www.tiefgang.net/der-starke-sueden/ Fri, 01 Feb 2019 23:54:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4824 [...]]]> Aus knapp 50 Bewerbungen wurden u.a. zwei aus dem Süden für den Preis nominiert …

Der Hamburger Stadtteilkulturpreis ehrt Projekte, die Kultur in den Stadtteilen besonders herausragend vertraten. Es geht dabei um Partizipation, Bildung, Vielfalt, Vernetzung und Teilhabe. In diesem Jahr sind gleich zwei Projekte aus Hamburgs Süden  unter den Top Ten.

In der Mitteilung des Dachverbandes Stadtkultur Hamburg e.V. heißt es:

„Für den wichtigsten Preis der Stadtteilkultur, den mit 12.000 Euro dotierten Hamburger Stadtteil-kulturpreis, haben die Preisgeber in diesem Jahr wieder zehn Projekte und Programme für das Finale nominiert.

Aus den zahlreichen und vielseitigen Bewerbungen von kulturellen Initiativen, Zentren, Vereinen und Einzelpersonen wählten die Behörde für Kultur und Medien, die Hamburgische Kulturstiftung, die Gabriele Fink Stiftung, die Patriotische Gesellschaft von 1765, die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. und STADTKULTUR HAMBURG zehn herausragende Projekte und Programme aus, die in besonderem Maße die Qualitäten der Hamburger Stadtteilkultur repräsentieren.

Die Finalisten 2019

Für den Hamburger Stadtteilkulturpreis 2019 wurden folgende Projekte bzw. Programme vorgeschlagen:

  • Das Projekt „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ der Initiative SuedKultur
  • Das Programm „Alle im Quartier“ des Goldbekhauses
  • Die Kunstkurse „Farbmäuse und kleine Künstler“ der LichtwarkSchule gUG
  • Das Jugendfestival „Formation**NOW“ des Lukulule e.V.
  • Das Literaturprojekt „Grenzen überschreiben“ des Bramfelder Kulturladens
  • Die Theaterwerkstatt „Jenkitos – junges Theater Jenfeld“ von der Freien Kulturinitiative der Quadriga  gGmbH
  • Der „KIKU Leseclub“ des Kinderkulturhauses Lohbrügge
  • Die „Kulturtage Süderelbe“ vom Kulturhaus Süderelbe
  • Die Initiative „Nachbarschaftsgespräche“ des HausDrei
  • Das Programm „Das Stiftviertel: Ein Quartier macht Kultur“ des Kulturladen St. Georg

Eine unabhängige Jury wird aus den Finalisten den Preisträger auswählen. Der Jury gehören Robert Hillmanns aus dem zakk Düsseldorf und dieses Jahr erstmalig Hella Schwemer-Martienßen von den Bücherhallen Hamburg und Ellen Ahbe von der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren an.

Die festliche Preisverleihung findet am Dienstag, 16. April 2019 um 17 Uhr in der Halle 424 im Oberhafen (Stockmeyerstraße 43) statt. Der Senator für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosda wird den Preis im feierlichen Rahmen überreichen.“

Von den beiden Nominierungen aus dem Süderelbe-Raum heißt es weiter:

„Die Projekte „Kulturtage Süderelbe“ des Kulturhauses Süderelbe und das Projekt „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ der Initiative SuedKultur zur möglichen Umnutzung der leerstehenden Harburger Dreifaltigkeitskirche sind unter den 10 Finalisten des diesjährigen Stadtteilkulturpreises 2019!

Mit dem Hamburger Stadtteilkulturpreis werden herausragende und inspirierende Projekte der Lokalen Kultur ausgezeichnet. Stifter für den mit 12.000 Euro notierten Preis sind die Hamburgische Kulturstiftung, die Gabriele Fink Stiftung, die Patriotische Gesellschaft von 1765 und die Behörde für Kultur und Medien Hamburg. Die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. und Stadtkultur Hamburg e.V.  unterstützen bei der Umsetzung und Durchführung des  Wettbewerbs.

Aus den 10 Nominierungen ermittelt eine unabhängige Jury den Preisträger, der Mitte Februar bekannt gegeben wird.

Die beiden Finalisten, das Kulturhaus Süderelbe und die Initiative SuedKultur zeigen sich solidarisch und gratulieren sich gegenseitig zu der Nominierung. Beide Einrichtungen sind jeweils an dem Projekt des anderen als „SuedKulturer“ beteiligt – also Daumen drücken für Hamburgs Süden!

Marketta Eksymae vom Kulturhaus Süderelbe: „Klasse! Es zeigt, wie stark die Kultur in Hamburgs Süden auch in ganz Hamburg wahrgenommen wird!“

Heiko Langanke, SuedKultur-Projektleiter für die „3falt“: „Ein starkes Signal. Und um so schöner, dass wir uns nicht als Konkurrenten sehen. Hauptsache wir rocken den Süden!“

Infos über diesjährige Kulturtage Süderelbe von 24. Okt. bis 10. November sind zu finden unter www.kulturhaus-suederelbe.de und über das neue Kulturprojekt „3falt“ in Harburg unter www.dreifalt.info und  www.sued-kultur.de.“

Quelle: stadtteilkulturpreis.de

 

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Das neue Leben https://www.tiefgang.net/das-neue-leben/ Fri, 16 Nov 2018 23:49:36 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4494 [...]]]> Hundertausende Flüchtlinge kamen auch nach Deutschland. So einfach wir sie „Flüchtlinge“ nennen können, so wenig wird es ihren eigenen Biografien gerecht. Der Film „Newcomers“ schärft den Blick fürs Individuelle und ist bald in Harburg zu sehen.

Flüchtlinge – das assoziiert oft Menschenmassen, Armut, Sprachprobleme und Andersartigkeit. Ma´an Mouslli stammt aus Syrien, wo er IT-Manager war. Auch er kam nach Deutschland, lernte die deutsche Sprache und begann sich dem Filmgenre zu widmen. Sein Sujet: Flüchtlinge wie er. Aber mit Persönlichkeit, eigener Geschichte und eigenem Gesicht. Es entstand der Film „Newcomers“ und gibt einen faszinierenden und berührenden Einblick in die Individuen hinter dem pauschalen Terminus vom „Flüchtling“. Der Film wird nun am Freitag, den 07. Dezember um 20 Uhr im Projekt „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ in der leerstehenden Harburger Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Straße 44 gezeigt. Und der Filmemacher wird selbst dabei sein und ins Gespräch mit dem Publikum bringen.

Der preisgekrönte Dokumentarfilm „Newcomers“ ist kein nüchterner Dokumentarfilm. Sondern einer, der jenen ein Gesicht und eine Stimme gibt, die aus der Not Zuflucht bei uns suchen. Wie fühlt es sich für sie an, in einem Land zu leben, das schwankt zwischen Angst und Hilfsbereitschaft, zwischen mitfühlendem Verständnis und Neofaschismus? Was bedeutet es, „Flüchtling“ zu sein? Um diese Frage zu beantworten hatte sich ein interdisziplinär zusammengesetztes Filmteam aus Geflüchteten und Einheimischen auf eine Reise quer durch Deutschland gemacht. Das Team setzte sich zusammen aus überwiegend ehrenamtlich engagierten Menschen, die länger und kürzer in Deutschland leben, teils noch studieren, teils im Berufsleben stehen, einige mit mehr, andere mit weniger Erfahrung in der Film- und Medienbranche. Jeder „Flüchtling“ eine eigene Biographie, eigener Lebensweg, eigenes Empfinden.

In 29 Interviews erzählen die geflüchtete Menschen vom Tragischen, aber auch vom Schönen und Hoffnungsvollen: Von Verfolgung, Krieg und den Umständen der Flucht, aber auch von Träumen und Kindheitserinnerungen, vom stetigen Kampf für Freiheit und Würde.

Das Portal programmkino.de: „Mouslli weiß genau, wie viel er den Zuschauern zumuten kann. Und er arbeitet geschickt mit Kontrasten, sodass jede Geschichte wieder neu die Neugier weckt und sie sich alle zu einer Essenz der Flüchtlingserfahrung verdichten.“

Darüber, wie schwierig die Reisen nach Deutschland waren, wird so gut wie nichts erzählt. Für Mouslli sind diese abenteuerlichen Geschichten, über die andere so gern berichten, nicht wichtig. Stattdessen erzählen seine Protagonisten von ihrem neuen Leben in Deutschland.“

„Newcomers“ ist das bereits dritte Regie-Werk des in Osnabrück lebenden syrischen Regisseurs Ma’an Mouslli. Mit der Dokumentation „Shakespeare in Zaatari” über geflüchtete Kinder im jordanischen Flüchtlingslager Zaatari gewann er 2016 schon den Preis „Bester Film Non Professional“ beim Film Festival Cologne. „Shakespeare in Zaatari“ sorgte auch international für Aufsehen: Er lief unter anderem bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes, dem Los Angeles CineFest, dem Human Rights Film Festival Barcelona, dem International Scandinavian Film Festival und dem Roma Cinema Doc. (Quelle: Pressetext newcomers.de)

In einer AG des Osnabrücker Zentrums für Flüchtlinge „Exil“ traf er dann dessen Geschäftsführerin Sara Höweler, mit der er zusammen dann das Konzept von „Newcomers“ entwickelte. Ohne Erfahrungen und ohne Förderung. Und da es ja auch kein kommerzielles Projekt sein sollte, war und ist, beteiligten sich dennoch zahlreiche Stiftungen und Firmen an der Finanzierung, sodass schließlich ein Budget von 130.000 Euro aufgebracht wurde.

In Harburg unterstützt die steg Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Hamburg mbH die Vorführung im Quartier, weil der Film einen Beitrag leisten kann, indem er zum Hinsehen, Zuhören und Einfühlen auffordert. Zuschauer werden statt des Fremden den Mitmenschen sehen.

Fr., 7. Dez., 20h: Newcomers, Deutschland 2018. Regie: Ma’an Mouslli, 63 Min., ab 12 J., die Vorführung ist kostenlos. Einlass ab 19.30 Uhr. Ort: 3falt, Neue Straße 44, 21073 Hamburg

Weiterführender Link: ´Tiefgang` vom 30. Jun. 2018: „Hört doch mal einfach zu!“

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Künstler der ContraZte https://www.tiefgang.net/kuenstler-der-contrazte/ Fri, 05 Oct 2018 22:15:56 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4271 [...]]]> Am 20. Oktober gibt es zum 8. Mal die SuedKultur Music-Night im Hamburger Süden! 20 Orte, gut 40 Konzerte und das Ganze für 5€ Eintritt! Da braucht man Orientierung. Wir helfen. Heute ein Blick in die „3falt“ und zum Verein ContraZt e.V.

Der Verein ContraZt e.V. ist gewöhnlich in Heimfeld tätig: macht dort Umsonstläden für Kleider und Bücher und etliche Kulturangebote wie Konzerte. Auch das „Umsonst&Draußen“-Festival zum Sommer und am Radeland zählt dazu. Manchmal, bevor es zu eng wird, gibt es auch Konzerte im Stellwerk. Eine Lösung ist es aber nicht. Um so besser, dass die Initiative Suedkultur gerade die Harburger Trinitatis-Gemeinde überzeugen konnte, einstige Dreifaltigkeitskirche für eine mögliche kulturelle Nutzung auszuprobieren.

Also nutzt der umtriebige ContraZt e.V. zur Music-Night eben das Kirchenschiff des Projekts „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ und all das findet sich wahrlich dort wieder.

 

Den Auftakt macht um 18 Uhr der Liedermacher Alexander Heinze.

Er wurde in einer kleinen Stadt an der Wolga geboren und mit 7 Jahren in einer Kunstschule angemeldet. Dort lernte er malen und zeichnen. Ob er das jemals von sich aus ausgelernt hätte? Mit 10 Jahren wollte er dann gerne Gitarre spielen, aber das wurde leider nicht wahrgenommen. In der Schule sorgte er im Unterricht für die Unterhaltung. Erste Erfahrungen im Improvisieren sammelte er beim Präsentieren von Themen, die er gar nicht kannte. Und er ging fleißig auf die Vorschläge der Klasse ein und animierte die Mitschüler zum Mitreden. „Schon in der Schule empfahlen mir die Lehrer zur Theaterschule zu gehen. Nach dem ich von dem Ausbildung rausgeflogen war, weil ich im Unterricht mit meinen Witzen gestört habe, meldete ich mich zu einen Abendtheaterkurs und Tanzkurs. Nach ein paar Jahren bekam ich  eine Einstellung im Theater als Schauspieler. Alles lief gut und ich träumte von der Gosse Bühne und Erfolg.“ Nach einem Jahr wanderte seine Familie mit ihm nach Deutschland aus. Hier nahm er sich vor Pantomime zu lernen und die Menschen mit Körsprache zu unterhalten. „Ich besuchte 5 Jahre lang eine Pantomime Studium und beteiligte mich bei Auftreten. Unter anderen lernte ich Gitarre spielen und nahm Gesang unterricht. Ich war der Meinung: „Ein Schauspieler muss auch Musikalische Bildung haben.““

Das Multitalent wird an diesem Abend einen kleinen Einblick in seine Kreativität geben. Weiterführender Link: www.multi-arto.de

Um 19h wird dann kletischer Folk von AshCloud erklingen. Ash Cloud, das sind Songs of rebellion, love and Meuterei. Keltische Musik meets Kleinkunst. Akustikpunk meets Irish Folk. Traditionelle Balladen gewürzt mit ironischen Geschichten und abgerundet mit In-your-Face-Folk. Kein Schlagzeug, keine E-Gitarren, dafür (fast) alles, was der akustische Kleiderschrank so hergibt. Perfekt für ein Kirchenschiff! Hört sich zudem nach einer wilden Mischung an – und ist es manchmal auch… „Wir setzen aber auch gerne Schwerpunkte und haben genauso Spaß an einem klassischen Folkkonzert, wie an einer Runde Akustikpunkgebratze auf nem Bauwagenplatz“, ist zu vernehmen.

Und wieso Ash Cloud? „Es war einmal ein Vulkan auf Island… als der ausbrach und seine Aschewolke den Flugverkehr lahm legte, waren wir gerade in Irland und kamen da auf einmal nicht mehr weg – Ne Woche länger Musik in Pubs anhören…“ auch gut…

Und dass auf einmal in Wirtschaft und Politik nix mehr ging, ist doch auch irgendwie inspirierend… The world stood still…

Um 20h kommt dann Liederstand zu Wort und Ton. Liederstand deutet die Liedermacherei an. Aber: Es ist Musik „mit Kopf, Herz und Hand“. Das Liedermacherduo aus dem Norden Hamburgs und Schleswig-Holsteins spielt eigene Songs über soziale Missstände in unserer Gesellschaft, wird auch durchaus mal politisch und legt gerne den Finger in die offene Wunde.

„Wir bereuen nicht, dass wir stören“, heißt es in einem der Songs ihres neuen Albums „LIEDERSTAND“ und das lebt das Gespann auch voll auf der Bühne aus. Immer mit einem lachenden und einem scharf beobachtenden Auge singen sie von Träumen, Ängsten und dem, was uns Menschen als Mensch ausmacht (oder eben nicht ausmacht)…

Theatralisch aber nicht minder musikalisch wird es dann um 21 Uhr mit den Theaterleuten vom „Rampen Rudel“ und der Gruppe „Gutes Theater“. Aber was hat das mit der Music-Night zu tun?

Nun, im Grunde wieder eines der SuedKultur-Zufälle. Die Theaterleute hatten vor geraumer Zeit von der „3Falt“-Idee gehört und waren ganz erpicht darauf, das Kirchenschiff als Theaterbühne nutzen zu können. Endlich mal Platz für mehrere Schauspieler und sogar einen Bühnenbild. Kaum zum Testen angekommen, lernten die Rampenrudler andere Kreative auch aus der Musik kennen und es wurde die Idee zu einem außergewöhnlichen Musical geboren. An dem – es ist der „Kleine Horrorladen“ in einer abgedrehten Harburger Fassung – wird jetzt fleißig gewprobt. Und die Tanz- und Gesangseinlagen darf man bei der Music-Night schon mal bewundern!

Den Abend in der „3falt“ beschließt um 22h dann der brennholzverleih aus Bremen. Der Verleih stammt aus Bremen und gibt Eigenes, mit viel Sympathie für Ska, Reggae, Punk, Rocksteady, Blues, Rockabilly und vieles mehr zum Besten. Die Besetzung ist nicht ohne: Anna – Saxophon, Klarinette, vocals; Bene – Gitarre; Christian – Gitarre; Fabian – Trompete; fatfinger – Bass; iel – vocals, Posaune; Madde – Drums und Traene am Saxophon und mit den backingvocals.

Reinhören: soundcloud.com/brennholzverleih

Ort: 3falt / ContraZt e.V., Neue Str. 44, www.contrazt.de / www.dreifalt.info

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„Denn Kultur ist kein Luxus …!“ https://www.tiefgang.net/denn-kultur-ist-kein-luxus/ Fri, 23 Dec 2016 07:10:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=306 [...]]]> Es gibt Dinge, die einfach nicht besser werden, wenn man sie ständig wiederholt. So auch eine Rede eines Bundespräsidenten, die wir aber dennoch nicht oft genug repetieren können und wollen …

Sie wurde – man lese und staune ! – vom einstigen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker am 11. September 1991 in Berlin bei der Entgegennahme der Denkschrift „Kultur in Berlin“ gehalten. Ein Vierteljahrhundert also an Aktualität nichts eingbüßt! Und hier „the best of“:

„(. . .) Kultur kostet Geld. Sie kostet Geld vor allem auch deshalb, weil der Zugang zu ihr nicht in erster Linie durch einen privat gefüllten Geldbeutel bestimmt sein darf. Vor ein paar Jahren, eben hier in Berlin, habe ich bei einer Ansprache vor dem Deutschen Bühnenverein ausgeführt, dass Kultur nicht etwas sein darf, was die öffentlichen Hände nach Belieben betreiben oder auch lassen dürfen. Substanziell hat die Förderung von Kulturellem nicht weniger eine Pflichtaufgabe der öffentlichen Haushalte zu sein als zum Beispiel der Straßenbau, die öffentliche Sicherheit oder die Finanzierung der Gehälter im öffentlichen Dienst. Es ist grotesk, dass wir Ausgaben im kulturellen Bereich zumeist „Subventionen“ nennen, während kein Mensch auf die Idee käme, die Ausgaben für ein Bahnhofsgebäude oder einen Spielplatz als Subventionen zu bezeichnen. Der Ausdruck lenkt uns in die falsche Richtung. Denn Kultur ist kein Luxus, den wir uns leisten oder auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere eigentliche innere Überlebensfähigkeit sichert.

Und Kultur hängt auch von Personen ab, die sie ins Werk setzen sollen. Es ist ein zentrales öffentliches Interesse, dass Leute, die das können und die schon in Berlin leben, die notwendigen Entfaltungsmöglichkeiten behalten oder bekommen. Und darüber hinaus auch, dass in möglichst großer Dichte und Qualität solche Menschen für Berlin gewonnen werden, wenn sie bereit sind, sich zu engagieren, damit sie hier ihre Kreativität und ihre Kenntnisse wie ihre Weltläufigkeit in den Dienst der Kultur der Stadt und des ganzen Landes stellen.“

Richard von Weizsäcker, Bundespräsident 1984 – 1994

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