Kultursenator Brosda – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Wed, 01 Oct 2025 15:11:33 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Kunst kann mehr! https://www.tiefgang.net/kunst-kann-mehr/ Fri, 03 Oct 2025 22:00:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12598 [...]]]> Die Institution, der die Deutschen am meisten vertrauen, ist nicht die Polizei oder die Regierung. Es sind ihre Museen.

Und: Ihr Kapital liegt noch weitgehend verborgen in Millionen von Nicht-Besucher*innen.

Gerade in Hamburg wird gerne leidenschaftlich und emotional darüber gestritten, welche Rolle die Kultur in Zeiten wachsender politischer Polarisierung und globaler Krisen einnehmen soll. Das Bucerius Kunst Forum in Hamburg nimmt diesen Diskurs auf und lädt in seiner neuen, aufregenden Diskussionsreihe Kunst kann mehr! genau dazu ein. Der Anlass: eine bahnbrechende Studie, die den gesamten Kultursektor mit einem riesigen Geschenk – einem bisher ungeahnten Vertrauensvorschuss – beschenkt.

Das verborgene Kapital: Vertrauen als Fundament

Die vom Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin vorgelegte, bevölkerungsrepräsentative Studie „Das verborgene Kapital: Vertrauen in Museen in Deutschland“ beweist energisch und mit klaren Zahlen: Museen genießen im institutionellen Vergleich das höchste Vertrauen in der Bevölkerung. Sie schlagen damit Gerichte, die Wissenschaft und erst recht die klassischen Medien. Sie sind ein Ankerplatz in stürmischen Zeiten, ein Ort, der für Wahrheit und Verlässlichkeit steht.

Die Analyse der Studien-Autorinnen ist in Aufbau und Argumentation mustergültig klar: Dieses Vertrauen existiert zweigleisig und ist höchst komplex. Einerseits gibt es ein abstraktes Vertrauen als Vorschuss, welches die Menschen den Häusern als Institutionen schenken. Andererseits wächst das Vertrauen noch einmal deutlich mit jedem tatsächlichen Besuchskontakt.

Die Macht der „Nie-Besucher*innen“

Die wahre Sensation liegt jedoch in einem scheinbar unsichtbaren Publikum: den „Nie-Besucher*innen“. Die Studie enthüllt, dass Museen über ein enormes, bislang unaktiviertes Publikum verfügen, das den Häusern bereits mit Wohlwollen begegnet. Dieses Vertrauenskapital existiert selbst in Bevölkerungsgruppen mit niedrigem Einkommen oder geringerem Bildungsgrad, die traditionell im Museum nur selten anzutreffen sind. Das Museum besitzt also einen Vertrauensvorsprung, der über die tatsächliche Nutzung hinausgeht – ein „verborgenes Kapital“, das nur darauf wartet, endlich gehoben zu werden.

Die Kernbotschaft der Forschung ist deshalb ein überzeugender und energischer Appell an die Kulturlandschaft: Museen sind weit mehr als nur Hüter der Vergangenheit. Sie sind ein Fundament des gesellschaftlichen Zusammenhalts in der Gegenwart. Die Kulturinstitutionen müssen dieses Vertrauen nun durch „gute Performanz in Form von ansprechenden Ausstellungen und weiteren Angeboten“ nutzen. Es geht darum, das passive Vertrauen in aktives Besuchsverhalten zu überführen und so die gesellschaftliche Relevanz kraftvoll zu stärken.

Die Autorinnen der Studie:

Hinter dieser fundierten Analyse stehen zwei Museums- und Forschungsexpertinnen. Prof. Dr. Patricia Rahemipour ist seit 2019 Direktorin des Instituts für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die Museumsgeschichte, innovative Wissenskommunikation und die gesellschaftliche Rolle von Museen, insbesondere im Hinblick auf soziale Kohäsion und Diversität. Kathrin Grotz, M.A. ist stellvertretende Direktorin des Instituts und forscht intensiv zur gesellschaftlichen Wirksamkeit von Museen, Evaluierung und Besucher*innenforschung.

Diskussion im Bucerius Kunst Forum:

Das Bucerius Kunst Forum greift diesen Befund auf und eröffnet die Reihe „Kunst kann mehr!“ mit einer Debatte zur politischen Verantwortung der Kultur. Ein Muss für alle, die wissen wollen, wie dieses unschätzbare Kapital nun genutzt werden soll.

Donnerstag, 16. Oktober, 19 Uhr: Krisen überall – Hat Kunst noch Relevanz? (Diskussionsreihe Kunst kann mehr!)

Bucerius Kunst Forum | Alter Wall 12 | 20457 Hamburg

Im Gespräch: Prof. Monika Grütters (Kulturstaatsministerin a.D.) und Dr. Carsten Brosda (Hamburger Kultursenator)

Moderation: Stefan Koldehoff (Deutschlandfunk) und Mandy Frick (ahoy radio)

Die vollständige Studie „Das verborgene Kapital: Vertrauen in Museen in Deutschland“ kann übrigens kostenlos beim Institut für Museumsforschung heruntergeladen werden: Studie www.smb.museum

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Das war mal ein KultUrLaub! https://www.tiefgang.net/das-war-mal-ein-kulturlaub/ Fri, 13 Aug 2021 22:36:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8276 [...]]]> Vom 9. Juli bis 8. August ist das Netzwerk SuedKultur im südlichen Hamburger Bezirk Harburg dem Aufruf des Kultursenators Brosda gefolgt und veranstaltete einen riesigen SuedKulturSommer. Die Bilanz: „Wir leben noch!“

 Anfang Mai stellte die Behörde für Kultur und Medien die Idee eines Hamburg weiten Kultursommers vor. Veranstaltende sollten sich mit Ideen für Kulturprogramme zur Urlaubszeit bewerben und mit einer millionenschweren Finanzierung der Kulturbehörde zum einen möglichst viele Kreative in Open-Air-Events kurzfristig in Beschäftigung bringen. Zum anderen sollte ein Programm entstehen, dass viele Daheimgebliebene mit Kulturangeboten die Urlaubszeit versüßt.

Das Netzwerk SuedKultur nahm die Einladung an, bewarb sich und erhielt zu Anfang Juni eine Finanzierungszusage, die schon wenige Wochen später ihre Umsetzung fand.

So gab es vom 9. Juli bis 8. August über vier Wochen auf drei verschiedenen Plätzen in Harburg ein Kulturspektakel, dass es so in Harburg noch nicht gegeben hatte. Beteiligt hatten sich Marias Ballroom, das Komm du, der Old Dubliner, das Stellwerk, das Kulturhaus Süderelbe, der Rieckhof, die Fischhalle, der Kulturverein Alles wird schön, die Kunstleihe Harburg, die Genossenschaft Dreifalt eG, die Kulturwerkstatt Harburg, das KulturWohnZimmer, der Kulturverein ContraZt, das Habibi Atelier, die Kunstkarawane, dem Sozialkontor Hamburg-Süd und die Kunstgruppe wattenbergART. Heraus kamen 214 Stunden Live-Kulturprogramm jeder Couleur und mit knapp 350 Künstler*innen – dabei viele direkt aus Harburg, manche gar in Kooperation mit dem Landesmusikrat Hamburg.

Nun ist der KultUrLaub vorbei und der Netzwerksprecher und Hauptakteur von SuedKultur, Heimo Rademaker zieht Bilanz: „Wir sind alle platt und brauchen eine Pause vom Festivalleben. Zeit zum Genießen hatten wir noch nicht, aber von allen Künstler*innen aber auch dem Publikum und gar den beteiligten Gewerken durchweg positive Resonanz. Und alle diese Leute wieder zu sehen und nun zu wissen, wer noch bei der Stange ist aber auch leider, wer nicht, ist für alle wichtig gewesen.“ Denn letztlich sei es eine Aktion solidarischer Kulturarbeit gewesen. „Es galt, Geld gegen Kulturarbeit in den Markt zu schießen, die Sommerzeit produktiv zu nutzen und die eigene Attitüde hinten anzustellen! Und das ist fast durchweg geglückt!“

Das Programm enthielt so ziemlich alles von Klassik, Rock, Punk, Ska, Reggea, Jazz, Folk oder Klezmer, über Kinderprogramm, Kino, Kabarett oder Klamauk, von Flamenco, Tanz und Kunst bis Kino und Shanties. Der nötige Sicherheitsdienst sorgte für die Einhaltung der Corona-Verordnung und bliebt dennoch oft unbemerkt, der Eintritt war mehr als moderat, die Licht- und Tontechniker*innen verhalfen jedem Klang zum fetten Sound, Öko-Toiletten für das abbaubare Nebengeschäft und so konnte das letztlich mehr als wechselhafte Wetter keinen Veranstaltungstag in Gefahr bringen. „Das war logistisch eine absolute Herausforderung! Und wenn es auch üblicherweise immer mal etwas stressiger wird – die Zusammenarbeit unter all den Playern sucht seinesgleichen und es zeigt: SuedKultur kann, wenn sie darf! Und so wurde es wie eine Art ´Klassentreffen` und wir denken für viele Künstler*innen von nördlich der Elbe eine gute Werbung für den kultursonnigen Süden der Stadt!“, so Heimo Rademaker. Nebenbei könne er auch anmerken, dass es zu keinem Zeitpunkt der vier Wochen irgendwo ernst zu nehmenden Ärger, Komplikationen oder bemerkenswerte Störungen gab. „Selbst ein Hubschrauberpilot wartete bis zum Ende eines Songs einer Band bevor er wieder seine Rotoren zum Start anwarf. Respekt und Rücksicht sind also noch da!“

Und was kommt als nächstes? „Ich selbst bin schon wieder in den Vorbereitungen des „Sommers im Park“, habe noch jede Menge Abrechnungen und Nachweise zu erledigen, plane aber auch schon eine neue  Clubreihe in meinem Club Marias Ballroom zusammen mit dem Landesmusikrast Hamburg. Mal etwas ganz Neues“, so Rademaker. Vom 1. Harburger Kunstfest habe er mitbekommen, dass sich fast alle Künstler*innen wünschten, dieses Outdoor-Format auch 2022 zu wiederholen und die Inklusionsband „Station 17“, die am letzten Tag fürs Sozialkontor HH-Süd auftrat spielte, habe auch viele Veranstalter der SuedKultur so nachhaltig begeistert, dass auch hier unbedingt weitere Ideen gefragt seien. „Vor allem wollen wir hoffen, dass auch wir im Süden Hamburgs unseren Beitrag leisten konnten, dass die Kultur nicht vor die Hunde geht und wir diese grausame Zeit der Pandemie irgendwie durchstehen und uns unsere Lust auf Kreativität erhalten bleibt!“  

Einige Fotos mit Eindrücken der vier Kulturwoche sind auf der SuedKultur-Facebook-Gruppe hinterlegt und jede Menge Videomitschnitte finden sich auf YouTube unter SuedKulturSommer!

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Senators Herz für Country https://www.tiefgang.net/senators-herz-fuer-country/ Sat, 20 Feb 2021 11:13:11 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7660 [...]]]> Carsten Brosda und Rainer Moritz sind bereit für große Gefühle und schlagen seltsame Töne an. Digital kann man es  verfolgen.

Bereits zum vierten Mal treffen Kultursenator Carsten Brosda und Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses, am 22. Februar um 19.30 Uhr aufeinander und bekennen sich zu ihren erstaunlichen musikalischen Neigungen. Mit Charme, aber ohne Schirm und Melone, lassen sie tief blicken und offenbaren ihre Liebe zur Country- beziehungsweise Schlagermusik. „Große Gefühle“ lautet das diesjährige Motto und digital darf sich das Publikum unter anderem auf musikalische Highlights von Dolly Parton und Andrea Berg freuen. Mehr geht nicht!

Tickets und Stream unter: literaturhaus-hamburg

 

 

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Ab aufs Schloss! https://www.tiefgang.net/1070-2/ Sat, 13 May 2017 06:00:58 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1070 [...]]]> Leben wie Gott in Frankreich – auch für Künstler*innen ein süsser Traum. Aber er kann wahrhaftig werden … Denn die Behörde für Kultur und Medien der Stadt Hamburg schreibt auch dieses Jahr zwei Stipendien jeweils für Literatur und Bildende Kunst aus und ermöglicht so, savoire-vivre und Kreativität zu verbinden.

Im Pressetext heißt vom 09. Mai 2017 es:

„Mit einem vierwöchigen Stipendium ermöglicht die Behörde für Kultur und Medien zwei Schriftstellern und zwei bildenden Künstlern im August 2017 Arbeitsaufenthalte im französischen Château de Millemont westlich von Paris. Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie Künstlerinnen und Künstler können sich ab sofort für das Stipendium bewerben.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Kreatives Denken braucht einen freien Kopf. Das Château de Millemont bietet einen geeigneten Ort, um Energie zu tanken und Inspiration für die künstlerische Arbeit zu finden. Mit den Stipendien können wir Hamburger Kreative auf unmittelbarste Weise unterstützen. Ich bin gespannt auf die Werke, die in Frankreich entstehen.“
Schloss Millemont befindet sich gut eine Autostunde westlich von Paris in einer großen Parklandschaft und umfasst ein Hauptgebäude und einen Nebentrakt, in dem die Zimmer der Stipendiatinnen und Stipendiaten liegen. Auf dem Schlossgelände befindet sich auch das Millemont Institute (www.millemont.com), das ausgewählten innovativen Umweltprojekten Platz zur Entwicklung bietet. Der kreativen Atmosphäre des Ortes entsprechend, werden von den Bewerberinnen und Bewerbern Bereitschaft zur Improvisation und soziale Kompetenz vorausgesetzt.
Bewerberinnen und Bewerber für das Arbeitsstipendium sollen in Hamburg leben, ihr Studium abgeschlossen haben, als professionelle Schriftstellerinnen und Schriftsteller beziehungsweise Künstlerinnen und Künstler tätig sein und entsprechende Referenzen vorweisen. Die Behörde für Kultur und Medien zahlt die Mieten sowie pauschal 1.000 Euro Aufwandspauschale an die Stipendiatinnen und Stipendiaten. An- und Abreise müssen selbst organisiert und finanziert werden. Die Bewerbungsfrist endet am 2. Juni 2017.

Download der Ausschreibung

Die vollständige Ausschreibung gibt es auch unter http://www.hamburg.de/bkm/stipendien/.“

Quelle: hamburg.de/pressearchiv-fhh

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