Kunst im öffentlichen Raum – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Thu, 05 Dec 2024 10:29:52 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 „From the Cosmos to the Commons“ https://www.tiefgang.net/from-the-cosmos-to-the-commons/ Fri, 06 Dec 2024 23:18:51 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11357 [...]]]> Joanna Warsza gestaltet Hamburgs öffentlichen Raum: Neue Stadtkuratorin stellt nun ihr Programm vor.

Seit Oktober 2024 bereichert Joanna Warsza, eine international renommierte Kuratorin, die Hamburger Kulturszene. Als neue Stadtkuratorin wird sie in den kommenden fünf Jahren die Kunst im öffentlichen Raum der Hansestadt weiterentwickeln und mit ihren Projekten gesellschaftliche Diskussionen anstoßen.

Nun gab Warsza im Kunsthaus Hamburg einen ersten Einblick in ihr Programm „From the Cosmos to the Commons“. Im Gespräch mit der Kunsthausdirektorin Anna Nowak stellte sie ihr Team und einige der Künstler vor, mit denen sie zusammenarbeiten wird.

Kunst als Spiegel der Gesellschaft

„Im öffentlichen Raum spiegeln sich unsere Gesellschaft und ihre Herausforderungen wider“, so Kultursenator Dr. Carsten Brosda. „Die Kunst kann hier eine wichtige Rolle spielen, indem sie neue Perspektiven eröffnet und zum Dialog anregt.“ Warsza teilt diese Ansicht und sieht die Kunst als Motor für gesellschaftliche Veränderungen.

Ein Abend voller Kunst und Musik

Die Vorstellung von Warszas Programm fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe Panorama statt, die regelmäßig jeden ersten Donnerstag im Monat im Kunsthaus Hamburg stattfindet. Neben dem Gespräch mit Warsza gab es auch musikalische Darbietungen von Felix Kubin und Margaux Gazur. Gazur präsentierte ihr Projekt „Ngũ Hành Sonic Experiment“, in dem sie die fünf Elemente der chinesischen Philosophie mit elektronischer Musik verbindet.

Stadtkuratorin Hamburg – ein erfolgreiches Format

Das Projekt Stadtkuratorin Hamburg wurde 2013 ins Leben gerufen und hat sich seitdem als erfolgreiches Format etabliert. Ziel ist es, die Hamburger zu ermutigen, ihre Stadt mit anderen Augen zu sehen und sich aktiv an der Gestaltung des öffentlichen Raums zu beteiligen.

Was erwartet uns in den nächsten Jahren?

Warsza verspricht ein vielfältiges und spannendes Programm, das sowohl etablierte Künstler als auch junge Talente einbezieht. Ihre Projekte sollen die Menschen zum Nachdenken anregen und gleichzeitig ästhetisch ansprechend sein. Sie möchte die Kunst aus den Museen heraus in die Stadt tragen und so die Lebensqualität aller Hamburger verbessern.

Mit Joanna Warsza hat Hamburg offenbar eine neue, engagierte Stadtkuratorin gewonnen. Ihre Arbeit und Programm mit dem  Titel „From the Cosmos to the Commons“ wird die kulturelle Landschaft der Hansestadt in den kommenden Jahren maßgeblich prägen unddie Kunst im öffentlichen Raum nutzen, um gesellschaftliche Diskussionen anzustoßen.

]]>
Kunst im öffentlichen Raum https://www.tiefgang.net/kunst-im-oeffentlichen-raum/ Fri, 19 Jan 2024 23:01:15 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10523 [...]]]> In Hamburg spielt die Kunst im öffentlichen Raum seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle. Jetzt nimmt sie wieder Fahrt auf …

2014 lobte die Stadt zum ersten Mal das Initiativprojekt Stadtkuratorin aus. Über einen Projektzeitraum von jeweils drei Jahren sollten im Rahmen von künstlerischen Projekten städtische und gesellschaftliche Fragestellungen im internationalen Kontext kritisch verhandelt werden. Das Projekt ging auch der Frage nach, wie Kunst im öffentlichen Raum heute wirken und gesellschaftliche Debatten entfachen kann. Das Hamburger Modell fand als einmaliges Beispiel für die Weiterentwicklung von Kunst im öffentlichen Raum bundesweit Beachtung. Die erste Stadtkuratorin, Sophie Goltz, entfachte von 2013 bis 2016 eine lebendige Debatte um die Aktualität und Relevanz von Kunst im öffentlichen Raum. Dirck Möllmann, der als zweiter Stadtkurator von 2016 bis 2019 tätig war, setzte diese Diskussion mit langfristigen Impulsen fort.

 In Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Hamburg wird das Projekt Stadtkuratorin jetzt neu aufgesetzt und auf einen Projektzeitraum von fünf Jahren verlängert. Mit dem Kunsthaus konnte eine Trägerinstitution gewonnen werden, die als Zentrum für zeitgenössische Kunst, partizipativer Ausstellungsort, künstlerische Produktionsstätte sowie Diskussionsplattform für Kulturpolitik etabliert ist. Dadurch soll ein vielschichtiger Brückenschlag zwischen lokalen sowie nationalen und internationalen künstlerischen Strömungen ermöglicht werden. Hamburg-spezifische Themen und aktuelle gesellschaftsrelevante Diskurse, die im Kunsthaus im Fokus stehen, sollen mit dem Projekt Stadtkuratorin zukünftig auch im Stadtraum thematisiert werden. Kuratorinnen oder Kuratoren oder auch künstlerische Gruppen, die für fünf Jahre das Programm Stadtkuratorin mit Leben füllen wollen, können sich vom 15. Januar bis 1. März 2024 für das Projekt bewerben. Die internationale Ausschreibung und weitere Informationen stehen auf der Website des Kunsthauses unter https://kunsthaushamburg.de/wp-content/uploads/2020/12/Ausschreibung-Stadtkuratorin_D.pdf. Für das Projekt Stadtkuratorin stehen jährlich Mittel von 250.000 Euro zur Verfügung. Darin enthalten sind das Honorar für die Stadtkuratorin oder den Stadtkurator, Mittel für die Realisierung von Projekten sowie weitere anfallende Kosten.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Kunst im öffentlichen Raum hat sich in Hamburg in den letzten Jahrzehnten zu einer wichtigen Kunstsparte entwickelt, die nicht nur sehr präsent im Stadtbild ist, sondern uns auch regelmäßig gedanklich stolpern und über grundsätzliche gesellschaftliche Fragen nachdenken lässt. Das Ziel des Projektes Stadtkuratorin ist es, dem bisherigen Programm unter Einbeziehung seiner Historie und aktueller künstlerischer Entwicklungen durch eine unabhängige kuratorisch wirkende Person eine zeitgemäße inhaltliche und strukturelle Perspektive zu verleihen. Sophie Goltz und Dirck Möllmann haben hier auf ganz unterschiedliche Weise bereits wichtige erste Impulse gegeben. Zusammen mit dem Kunsthaus Hamburg wollen wir dieses Programm nun noch fester in die Szene hinein vernetzen, damit es noch besser in die Stadtgesellschaft wirken kann.“

Anna Nowak, Geschäftsführung und Künstlerische Leitung des Kunsthauses Hamburg: „Als Trägerinstitution unterstützen wir das Projekt Stadtkuratorin und freuen uns, gemeinsam Synergien zu schaffen, um die Bildende Kunst in Hamburg zu stärken. Die Aufgaben der zukünftigen Besetzung umfassen den Aufbau eines Büros als Anlaufstelle zur Bündelung und Vermittlung sowie die Dokumentation urbaner künstlerischer Prozesse. Zugleich sollen eigenständig und unabhängig kuratorische Initiativen entwickelt werden.“

Das Projekt Stadtkuratorin markiert einen wichtigen weiteren Schritt in der langen Geschichte der Kunst im öffentlichen Raum in Hamburg. Im Jahr 1981 löste die Hansestadt als erste deutsche Metropole das bis dahin praktizierte Auftragsprogramm Kunst am Bau mit dem Programm Kunst im öffentlichen Raum ab. Diese Entscheidung war eine Reaktion auf den kulturellen und gesellschaftlichen Wandel sowie die veränderten Anforderungen an die Stadt als Lebens- und Interaktionsraum. Durch die Öffnung des Stadtraums für freie Projekte der Bildenden Kunst gelang ein bedeutender Schritt in Richtung einer demokratischen Gestaltung von Stadtkultur.

Das experimentelle Hamburger Programm Stadtkuratorin geht diesen Weg konsequent weiter und setzte weitreichende Maßstäbe. Durch temporäre oder dauerhafte Kunstwerke und Projekte sowie kuratierte Ausstellungen wurden immer wieder aktuelle gesellschaftliche Themen sichtbar gemacht und in öffentliche Debatten eingebracht. Ziel ist es, dass Kunst im öffentlichen Raum Hamburgs mit dem Programm Stadtkuratorin nun wieder gesteigerte Beachtung erfahren und noch stärker in die Stadtgesellschaft wirken wird.

Die Ausschreibung

Ab Sommer 2024 ist die Stelle Stadtkuratorin (m/w/d) neu zu besetzen. Teil der Aufgabe ist der Aufbau des Büros Stadtkuratorin als Anlaufstelle, zur Bündelung und Vermittlung und die Dokumentation urbaner künstlerischer Prozesse. Zugleich sollen auch eigene kuratorische Initiativen entwickelt werden. Zweimal im Jahr sollen die geplanten Inhalte der Geschäftsführung des Kunsthauses vorgestellt werden.

Die Tätigkeit umfasst im Wesentlichen folgende Aufgaben:
• das überregional und international vielbeachtete Projekt Stadtkuratorin neu zu strukturieren, zu verstetigen und inhaltlich sowie organisatorisch zu leiten
• die experimentelle Ausrichtung des Förderprogramms Kunst im öffentlichen Raum zu stärken und innovative kuratorische Praxen zu fördern
• durch eigene und/oder eingeladene kuratorische Positionen neue künstlerische Impulse zu setzen
• die aktuellen Diskurse mit entsprechender Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation zu verbinden und zu vermitteln
• ein Konzept für eine mögliche dauerhafte Trägerstruktur zu entwickeln
• die Zusammenarbeit mit der Kunstkommission und die Verzahnung mit dem regulären Förderprogramm (Open Call) strategisch beratend mitzugestalten
• ein Konzept zu entwickeln, welches die bestehenden Kunstwerke im öffentlichen Raum berücksichtigt
• Handlungsräume für Kunst in anderen städtischen Aktionsfeldern (z.B. in Prozesse der Stadt- und Landschaftsplanung) frühzeitig zu verankern und hier beratend und intervenierend zu agieren
• Künstler*innen vor Ort bei der Planung und Realisierung von Projekten, die im Rahmen des Stadtkuratorin-Programms entstehen, zu beraten und zu unterstützen

Bewerbungsvoraussetzungen:
• hervorragende kuratorisch-konzeptionelle Leistungen im Bereich Bildender Kunst / Kunst im öffentlichen Raum
• fundierte Kenntnisse im Bereich Projektleitung, Budgetplanung, Öffentlichkeitsarbeit und im Umgang mit öffentlichen Geldern
• ausgewiesene Erfahrung im Umgang mit Förderorganisationen bzw. beim Einwerben von Drittmitteln
• Bereitschaft, über die Projektlaufzeit von 5 Jahren in Hamburg zu leben

• kommunikative Kompetenz, Teamstärke, Flexibilität
• sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse

Was wir bieten:
Die Position ist zunächst auf 5 Jahre befristet. Vergütung in Anlehnung an TVÖD 13. Für das Projekt Stadtkuratorin stehen jährliche Mittel von 250.000 Euro zu Verfügung. Darin enthalten sind das Honorar, Bürokosten, mögliche zusätzliche Honorare, Öffentlichkeitsarbeit sowie Mittel für die Realisierung von Projekten. Es besteht zudem die Möglichkeit, bei der Behörde für Kultur und Medien für die Realisierung von Projekten Drittmittel zu beantragen.
Für darüberhinausgehende Bedarfe sollte Stadtkuratorin bereit und in der Lage sein, zusätzliche Mittel einzuwerben.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung bis zum 1. März und bitten um folgende Unterlagen:
Motivationsschreiben (max. 3 Seiten, auf Deutsch oder Englisch) sowie Lebenslauf und Portfolio ihrer bisherigen kuratorischen Arbeit.
Wir setzen uns für Diversität und Inklusion ein. Unterschiedliche Hintergründe, Perspektiven, Herangehensweisen und Erfahrungen bereichern unser Miteinander. Wir freuen uns über Bewerbungen mit passenden Einstellungsvoraussetzungen.
Die Gespräche werden am 8. April stattfinden. Die ausgewählten Bewerber*innen werden dann aufgefordert sein, dem Gremium, bestehend aus Personen der Fachbereiche Kunst, urbane Praxis, dem Kunsthaus Hamburg und der Kunstkommission in Hamburg, ein ausgearbeitetes Konzept zu präsentieren. Die Reisekosten nach Hamburg werden erstattet.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Kunsthaus Hamburg
Anna Nowak / Theresa Strebling
Tel.: +49 40 335803
Mail: bewerbung@kunsthaushamburg.de

]]>
Eine halbe Million für Projekte der Freien Szene https://www.tiefgang.net/eine-halbe-million-fuer-projekte-der-freien-szene/ Fri, 28 Apr 2023 22:16:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9920 [...]]]> Mit 500.000 Euro unterstützt Hamburg im Rahmen des Elbkulturfonds Hamburger Künstler*innen, Gruppen und nicht-kommerzielle Projekte aus allen Bereichen der freien Kunst- und Kulturszene.

Im Fokus stehen insbesondere spartenübergreifende Projekte sowie Kooperationen verschiedener national und international agierender Künstler*innen der Freien Szene. Projektanträge können ab sofort bis zum 1. Juni 2023 online eingereicht werden.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Der Elbkulturfonds hat sich zu einem guten Instrument entwickelt, um vielfältige Projekte der Freien Szene umzusetzen. Besonders freuen wir uns, dass viele spartenübergreifende Projekte dazu führen, dass sich Hamburger Künstler*innen auch international vernetzen und Grenzen hinter sich lassen. Mit den Projekten entstehen Bündnisse, die weit über Hamburgs Deiche hinausgehen und mit denen wir die Welt nach Hamburg einladen. Mit dem Elbkulturfonds entstehen viele unterschiedliche Formate, die Zukunft entwerfen, den Krisen trotzen, bestehende Verhältnisse in Frage stellen und mutige Visionen teilen.“

Es werden Projekte der Sparten Bildende Kunst, Literatur, Musik, Tanz, Theater, Performance, Video, Fotografie, Kunst im öffentlichen Raum und Design gefördert – gerne auch spartenübergreifend. Ziel ist die Entwicklung und Vernetzung der Freien Szene Hamburgs mit überregionalen und internationalen Projekten und Künstler*innen. Eine fünfköpfige, unabhängige Jury entscheidet anschließend um die Vergabe der Fördergelder für 2024. Das Fördervolumen liegt pro Projekt in der Regel bei 50.000 bis 100.000 Euro.

Die Behörde für Kultur und Medien begrüßt ausdrücklich Bewerbungen von Künstler*innen mit motorischen, visuellen, auditiven oder kognitiven Einschränkungen sowie Anträge, deren Projekte die kulturelle Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen ermöglichen oder fördern.

Projektanträge können ab sofort über das Online-Portal Bewerbung – Elbkulturfonds Hamburg eingereicht werden. Antragsschluss ist Donnerstag, der 1. Juni 2023.

Aktuell ist das digitale Antragsverfahren leider nicht vollständig barrierefrei. Bitte kontaktieren Sie uns bei Bedarf per Email an elbkulturfonds@bkm.hamburg.de, damit wir Sie bei der Antragstellung entsprechend unterstützen können.

Informationen zu den Förderkriterien des Elbkulturfonds, Antragsunterlagen, bisher geförderten Projekten und zur Jury finden Sie unter www.elbkulturfonds.hamburg.

 

]]>
Balkenhols Bojen-Männer https://www.tiefgang.net/balkenhols-bohen-maenner/ Fri, 03 Sep 2021 22:12:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8326 [...]]]> Eigentlich sollten sie nur ein paar Jahre in Hamburg bleiben. Doch jetzt sind sie mit ihrem festen Blick über Alster, Elbe und Bille nicht mehr wegzudenken – die „Vier Männer auf Bojen“ von Stephan Balkenhol.

Wind und Wetter hatten den vier ursprünglich aus Eichenholz gefertigten Männern in den letzten fast drei Jahrzehnten schwer zugesetzt. Jetzt hat der Künstler Stephan Balkenhol alle vier Figuren aus Aluminium neu gefertigt, so dass sie der Stadt dauerhaft erhalten bleiben. Nachdem die Männer vor der Strandperle in Övelgönne, auf der Harburger Süderelbe östlich der Brücke des 17. Juni und auf dem Serrahn in Bergedorf bereits neu geschaffen ihre Plätze eingenommen haben, ist heute auch der Alster-Mann auf der Außenalster nahe der Gurlitt-Insel zu Wasser gelassen worden.

 Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Zwischen den vier Männern auf Bojen und den Hamburgerinnen und Hamburgern besteht fast so etwas wie eine Liebesbeziehung. Sie sind aus Hamburg nicht mehr wegzudenken, mit ihrem hanseatischen Äußeren und dem scheinbar norddeutsch stoischen Inneren. Ihrem festen Blick in die Ferne, konnten vermeintlich weder Wind, Wetter noch Möwen etwas anhaben. Nachdem das Eichenholz diese unerschütterliche Fassade nicht länger halten konnte, blicken die Männer jetzt, aus Aluminium neu geschaffen, unbesorgt in die Zukunft. So sind die ‚Vier Männer auf Boje‘ weiterhin ein wunderbarer Anker bei dem Blick auf Hamburgs Gewässer und zugleich ein liebenswertes Denkmal, das Stephan Balkenhol den Norddeutschen gesetzt hat. Ich danke dem Künstler sehr, dass er sich bereit erklärt hat, die vier Männer aus Aluminium neu herzustellen.“ 

Die „Vier Männer auf Bojen“ wurden 1993 erstmals in Hamburg zu Wasser gelassen. Seitdem werden sie jedes Jahr von Frühjahr bis Spätherbst an ihren angestammten Plätzen auf Elbe, Alster und Bille zu Wasser gelassen. Nach fast dreißig Jahren mussten die ursprünglich aus Eichenstämmen gehauenen und auf Flachwassertonnen montierten Holzfiguren nun ganz erneuert werden. Um die Figuren dauerhaft in Hamburg zeigen zu können, schlug Stephan Balkenhol vor, vier neue Figuren aus haltbarerem Aluminium herzustellen. Nach den alten von ihm überarbeiteten Modellen geformt und bemalt, sind die neuen Männer äußerlich kaum von ihren Vorgängern zu unterscheiden. Aus Aluminium gegossen und mit Lack bemalt haben sie jetzt aber eine deutlich größere Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen und eine noch vielfach längere Lebensdauer als das vormals verwandte Eichenholz. Im Winter werden die Männer auch künftig mit ihren Schwimmtonnen aus dem Wasser geholt, um sie vor Eis zu schützen. Die Produktionskosten in Höhe von 100.000 Euro trägt die Behörde für Kultur und Medien. Der Künstler hat auf ein Honorar verzichtet.

Die Geschichte der „Vier Männer auf Bojen“

Die Geschichte des Projekts der „Vier Männer auf Bojen“ nahm ihren Anfang 1992 mit dem Erwerb einer ersten Figur durch die Kulturbehörde Hamburg für die Außenalster. Die Bojenskulptur war zuvor kurze Zeit auf der Themse in London platziert. Das Projekt im Rahmen des Programms „Kunst im öffentlichen Raum“ wurde um drei weitere Bojenmänner erweitert, die 1993 im Stadtgebiet auf verschiedenen Gewässern aufgestellt wurden. Die vier Männer – alle bekleidet mit schwarzer Hose und weißem Hemd – mittleren Alters und von durchschnittlicher Größe, erlauben keine spezifische Identifizierung. Unterscheidbar sind sie nur durch unterschiedliche Ruhestellungen der Arme. Sie verraten weder Herkunft noch Beruf, noch ihre innerlichen Befindlichkeiten oder Absichten. Gelassen und wie selbstverständlich in sich ruhend stehen sie auf dem Wasser. Fern jeder Expressivität überlässt ihr Gesichtsausdruck seine Deutung den Betrachterinnen und Betrachtern.

 Stephan Balkenhol wurde 1957 in Fritzlar geboren, studierte von 1976 bis 1982 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei Ulrich Rückriem und hatte von 1988 bis 1991 Lehraufträge an der HfbK in Hamburg, der Städelschule in Frankfurt und der Akademie für bildende Künste in Karlsruhe inne. Seit 1992 ist er Professor an der Akademie für bildende Künste in Karlsruhe. Er gilt als einer der international renommiertesten und erfolgreichsten zeitgenössischen deutschen Bildhauer. Sein künstlerisches Werk umfasst zahlreiche Skulpturen (meist aus Holz oder Bronze) im öffentlichen Raum weltweit, Zeichnungen und Fotografien, er ist in vielen Sammlungen und Ausstellungen großer Museen und Ausstellungsinstitutionen vertreten. Außer den „Vier Männern auf Bojen“ existieren in Hamburg zwei weitere Großskulpturen von Stephan Balkenhol im öffentlichen Raum: die Bronzeplastiken „Mann und Frau“ (2004) vor der Zentralbibliothek der HÖB auf dem Arno-Schmidt-Platz, entstanden im Rahmen eines künstlerischen Wettbewerbs für die Kunstmeile, und „Mann auf Giraffe“ (2001) im Eingangsbereich zum Tierpark Hagenbeck an der Koppelstraße, entstanden im Auftrag des Tierparks.

 

]]>
Werk von Fritz Fleer nun auf dem Museumsplatz https://www.tiefgang.net/werk-von-fritz-fleer-nun-auf-dem-museumsplatz/ Fri, 26 Mar 2021 23:08:12 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7763 [...]]]> Die Harburger Museumsachse ist um ein Juwel reicher: Eine lebensgroße Bronzeskulptur des bekannten Hamburger Bildhauers Fritz Fleer.

Duie Skulptur stammt aus dem Jahr 1958 und hat ihre neue Heimat nun am Thörl-Brunnen auf dem Museumsplatz direkt vor dem Stadtmuseum Harburg gefunden. Sie wurde Mitte der Woche im Beisein aller Akteure, die die Aufstellung ermöglicht haben, eingeweiht.

An der Kennedybrücke steht eine weitere und auch an den Grindelhochhäusern. Ebenso an der U-Bahn-Station „Rauhes Haus“ und in einem Park in Langenhorn. Die Rede ist von den lebensgroßen Bronzeskulpturen des bekannten Hamburger Bildhauers Fritz Fleer. Nun hat auch Harburg eine solche beeindruckende Bronzeskulptur des Künstlers. Sie  thront in Gestalt einer Knabenfigur ab sofort am Thörl-Brunnen über dem Museumsplatz mit Blick auf die Museumsachse.

Einen Namen machte sich Fritz Fleer (1921- 1997) in Hamburg seit den 1950er-Jahren mit vielen Arbeiten im öffentlichen Raum und zur Kunst am Bau. 1966 erhielt er den Edwin-Scharff-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg. So wie die neue Bronzeskulptur am Museumsplatz zeigen viele seiner Werke Männer und Frauen als stilisierte und reduzierte Archetypen, die formal streng und klar gestaltet sind. Neben diesen Skulpturen schuf er auch Portraitbüsten und Sakralkunst, die in etlichen Hamburger Kirchen noch heute zu finden ist. Seine Arbeiten prägen bis heute das Hamburger Stadtbild.

Die Fritz Fleer-Bronzeskulptur vom Museumsplatz stand zuvor in Wandsbek auf einem Schulgelände, musste dort wegen eines Umbaus weichen und wurde nach Harburg gebracht. Die Aufstellung der Skulptur ist ein Gemeinschaftsprojekt, an dem viele engagierte Kulturfreunde Hamburgs mitgewirkt haben. Die Planung und Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen den Bezirksämtern in Harburg und Wandsbek und dem Museum. Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Museums dankte heute bei der Einweihung der Skulptur den Beteiligten für ihr Engagement.

Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg und Stadtmuseums Harburg: „Kunst im öffentlichen Raum macht Häuser und Plätze unverwechselbar, Kunst und Alltag kommen so zusammen. In diesem Fall haben alle Beteiligten unbürokratisch dafür gesorgt hat, dass dieses bedeutende und wertvolle Kunstwerk in Harburg seine neue und dauerhafte Heimat gefunden hat und auf dem Museumsplatz aufgestellt werden konnte. Harburg ist damit um ein echtes Juwel reicher.“

]]>
„Männer auf Bojen“ zurück https://www.tiefgang.net/maenner-auf-bojen-zurueck/ Fri, 07 Aug 2020 22:59:42 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7152 [...]]]>  

Schwarze Hose, weißes Hemd, den Blick gelassen ins Weite gerichtet – die „Vier Männer auf Bojen“ von Stephan Balkenhol sind von Elbe, Alster, Süderelbe und dem Bergedorfer Serrahn nicht mehr wegzudenken.

Aus Eichenholz gefertigt, waren die vier Figuren fast drei Jahrzehnte lang der Witterung ausgesetzt, sodass sie nun ersetzt werden mussten. Stephan Balkenhol hat sich bereit erklärt, vier neue Figuren aus Aluminium herzustellen, die sich äußerlich nicht von den Holzfiguren unterscheiden, Wind und Wetter jedoch besser standhalten. Die erste der vier neuen Figuren wurde heute an ihrem Standort vor Övelgönne zu Wasser gelassen.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Bojenmänner prägen seit fast dreißig Jahren das Stadtbild und gehören ohne Zweifel zu den bekanntesten Kunstwerken im öffentlichen Raum in Hamburg. Wer an Alster, Elbe oder Serrahn spazieren geht, kommt nicht umhin, sie zu bemerken. Sie ziehen die Blicke auf sich, irritieren und bringen zum Nachdenken. Dass das weiterhin möglich ist, verdanken wir Stephan Balkenhol. Mit seinen neuen Figuren werden nun vier Bojenmänner aus haltbarem Material ihre Plätze einnehmen. Ich freue mich sehr, dass wir dieses Projekt gemeinsam fortsetzen und einen Weg gefunden haben, die Bojenmänner dauerhaft in Hamburg zu zeigen.“

Stephan Balkenhol: „Die Bojenmänner sind nicht nur in den Seekarten verzeichnet sondern haben sich auch im visuellen Gedächtnis der Hamburgerinnen und Hamburger eingeschrieben, gehören zum Stadtbild. Ich bin sehr froh und dankbar, dass sie jetzt wieder zu Wasser gelassen werden und wünsche ihnen ein langes, bewegtes – aber standhaftes Leben.“

Ursprünglich als temporäres Projekt für wenige Jahre geplant, waren die „Vier Männer auf Bojen“ 1993 erstmals in Hamburg zu Wasser gelassen worden. Schon bald waren sie bei Hamburgerinnen und Hamburgern sowie bei Besucherinnen und Besuchern der Stadt so beliebt, dass sie seitdem jedes Jahr von Frühjahr bis Spätherbst an ihren angestammten Plätzen auf der Außenalster in der Nähe der Gurlitt-Insel, der Elbe vor Övelgönne, der Süderelbe in Harburg und dem Bergedorfer Serrahn gezeigt wurden.

Nachdem die Bojenmänner fast dreißig Jahren lang Wind und Wetter ausgesetzt waren, zeigten sich die Folgen der Materialermüdung so deutlich, dass die aus Eichenstämmen gehauenen und auf Flachwassertonnen montierten Holzfiguren nicht wieder zu Wasser gelassen werden konnten. Um die Figuren dauerhaft in Hamburg zeigen zu können, hat die Behörde für Kultur und Medien gemeinsam mit dem Künstler über eine mögliche Fortsetzung dieses erfolgreichen Projekts aus dem Programm „Kunst im öffentlichen Raum“ beratschlagt. Stephan Balkenhol schlug vor, vier neue Figuren aus haltbarerem Material herzustellen.

Nach den alten von ihm überarbeiteten Modellen geformt und bemalt, sind die neuen Männer äußerlich kaum von ihren Vorgängern zu unterscheiden. Der wesentliche Unterschied zwischen ihnen liegt im Verborgenen: Sie sind aus Aluminium gegossen und mit Lack bemalt. Dies verspricht eine größere Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen und eine noch vielfach längere Lebensdauer als das vormals verwandte Eichenholz.

Der ersten fertigen Figur, die jetzt vor Övelgönne festgemacht wurde, folgt in Kürze der zweite Bojenmann auf der Harburger Süderelbe östlich der Brücke des 17. Juni. Die dritte Figur soll bald wieder ihren Platz auf der Außenalster nahe der Gurlitt-Insel einnehmen.

Die vierte Figur wird derzeit produziert. Sie wird voraussichtlich im kommenden Jahr den Bojenmann aus Holz auf dem Serrahn in Bergedorf ersetzen, der dort aktuell noch zu sehen ist.

So werden sie bald alle wieder jeweils vom Frühjahr bis in den Spätherbst an den bekannten Standorten zu sehen sein. Die Produktionskosten in Höhe von 100.000 Euro trägt die Behörde für Kultur und Medien. Der Künstler hat auf ein Honorar verzichtet. Die vier Bojenmänner aus Holz sollen nach restauratorischer Überarbeitung im Atelier des Künstlers zunächst mit ihm auf Ausstellungstournee gehen, um dann an Standorten in Innenräumen im musealen Kontext dauerhaft ausgestellt zu werden. 

Die Geschichte der „Vier Männer auf Bojen“

Die Geschichte des Projekts der „Vier Männer auf Bojen“ nahm ihren Anfang 1992 mit dem Erwerb einer ersten Figur durch die Kulturbehörde Hamburg für die Außenalster. Die Bojenskulptur war zuvor kurze Zeit auf der Themse in London platziert. Das Projekt im Rahmen des Programms „Kunst im öffentlichen Raum“ wurde um drei weitere Bojenmänner erweitert, die 1993 im Stadtgebiet auf verschiedenen Gewässern aufgestellt wurden. Die vier Männer – alle bekleidet mit schwarzer Hose und weißem Hemd – mittleren Alters und von durchschnittlicher Größe, erlauben keine spezifische Identifizierung. Unterscheidbar sind sie nur durch unterschiedliche Ruhestellungen der Arme. Sie verraten weder Herkunft noch Beruf, noch ihre innerlichen Befindlichkeiten oder Absichten. Gelassen und wie selbstverständlich in sich ruhend stehen sie auf dem Wasser. Fern jeder Expressivität überlässt ihr Gesichtsausdruck seine Deutung den Betrachterinnen und Betrachtern.

Stephan Balkenhol wurde 1957 in Fritzlar geboren, studierte von 1976 bis 1982 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei Ulrich Rückriem und hatte von 1988 bis 1991 Lehraufträge an der HfbK in Hamburg, der Städelschule in Frankfurt und der Akademie für bildende Künste in Karlsruhe inne. Seit 1992 ist er Professor an der Akademie für bildende Künste in Karlsruhe.Er gilt als einer der international renommiertesten und erfolgreichsten zeitgenössischen deutschen Bildhauer. Sein künstlerisches Werk umfasst zahlreiche Skulpturen (meist aus Holz oder Bronze) im öffentlichen Raum weltweit, Zeichnungen und Fotografien, er ist in vielen Sammlungen und Ausstellungen großer Museen und Ausstellungsinstitutionen vertreten. Außer den „Vier Männern auf Bojen“ existieren in Hamburg zwei weitere Großskulpturen von Stephan Balkenhol im öffentlichen Raum: die Bronzeplastiken „Mann und Frau“ (2004) vor der Zentralbibliothek der HÖB auf dem Arno-Schmidt-Platz, entstanden im Rahmen eines künstlerischen Wettbewerbs für die Kunstmeile, und „Mann auf Giraffe“ (2001) im Eingangsbereich zum Tierpark Hagenbeck an der Koppelstraße, entstanden im Auftrag des Tierparks.

 Quelle: www.hamburg.de/bkm

 

]]>
Der Mann für die Boje https://www.tiefgang.net/der-mann-fuer-die-boje/ Fri, 21 Jun 2019 22:05:26 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5492 [...]]]> Die Kunst im öffentlichen Raum wird manchmal übersehen. Stephan Balkenhols aber nicht. In Wilhelmsburg sind Werke von ihm nun zu sehen …

Ein riesiges Paar vor dem Hühnerposten, Männer auf Bojen in der Elbe, ein Mann am Hals einer Giraffe vor Hagenbecks Tierpark – der Bildhauer Stephan Balkenhol hat mit seinen Skulpturen in Hamburg viele Spuren hinterlassen. Unter dem Titel „Bewahrung der Schöpfung“ eröffnete das WÄLDERHAUS in Wilhelmsburg am vergangenen Donnerstag eine Ausstellung mit einer einzigartigen Zusammenstellung wenig bekannter Werke des Künstlers.

Die Ausstellung vereint Werke von 1986 „2 Reliefs Adam und Eva“ über 1999 „Paravent Paradies“ bis heute „10 Holzschnitte Köpfe“ und ist bis Donnerstag, 8. August, zu erleben. Die Skulpturen aus Holz und Bronze sowie Zeichnungen des Künstlers werden atmosphärisch in den Räumlichkeiten des WÄLDERHAUSES in Szene gesetzt. Die Ausstellung wird als Projekt von RENN.nord, einem regionalen Netzwerk, das nachhaltig ökologische Entwicklungen in Gesellschaft und Politik fördert und ausbaut, durchgeführt und soll vor allem zum Nachdenken über Kunst, Natur und Nachhaltigkeit anregen.

Stephan Balkenhol: Paar Mann und Frau ( Foto: Helge Mundt)

Balkenhols Kunst fällt auf, regt zum Nachfragen und Nachdenken an, er kehrt zurück zum Einfachen, zum schlichten Mensch-sein, zu Mann und Frau, zur Schöpfung und damit auch zur Hinwendung zur Natur. Sein bevorzugter Werkstoff ist Holz. Seine Werke werden weltweit in Museen und Galerien ausgestellt. Seit 1983 widmet sich Stephan Balkenhol der Hinterfragung und Neuinterpretation figurativer Skulptur. Der Künstler ist 1957 in Fritzlar/Hessen geboren, lebt und arbeitet in Meisenthal/Frankreich, Karlsruhe, Kassel und Berlin. Von 1976 bis 1982 studierte er an der HfBK in Hamburg bei Ulrich Rückriem.

Mit Bus oder S-Bahn ist das WÄLDERHAUS innerhalb weniger Minuten vom Hamburger Hauptbahnhof gut zu erreichen. Von den Haltestellen Wilhelmsburg und Wilhelmsburger Hallenbad sind es fünf Minuten Fußweg. Direkt am WÄLDERHAUS befindet sich der Parkplatz „Am Inselpark“, der über die Neuenfelder Straße zu erreichen ist.

Das WÄLDERHAUS Hamburg vereint Hotel, Restaurant, Tagungsräume, Science Center und Ausstellungen unter einem Dach. Die Themen Holz und Nachhaltigkeit spiegeln sich im Design, der Struktur und dem Konzept. Das Projekt der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) entstand zur Internationalen Bauausstellung 2013.

´Tiefgang` verlost 5 x 2 Freikarten für die Balkenhol-Ausstellung! Einfach mitmachen und bis zum Fr. 28. Juni 2019, 10h eine E-Mail samt Namen an tiefgang@sued-kultur.de mit Betreff „Balkenhols Bojenmänner“ senden.

„Bewahrung der Schöpfung“: Stephan Balkenhol, Ausstellung im WÄLDERHAUS Hamburg

Laufzeit: 21. Juni bis 8. August 2019, Mo bis So 10 – 17 Uhr, Am Inselpark 19, 21079 Hamburg; Der Eintrittspreis beträgt 5 Euro.

Weitere Informationen: www.waelderhaus.de 

Zu Kunst im öffentlichen Raum siehe auch: Tiefgang: Hamburgs Kunst im öffentlichen Raum

]]>
Pinneberg – schäm Dich! https://www.tiefgang.net/pinneberg-schaem-dich/ Fri, 02 Feb 2018 23:53:12 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2946 [...]]]> Dass man Kunst liebe aber leider die Kassen gerade leer sind, das Argument kennt man. Nicht nur in Harburg. Eine Idee der Oberen aus Pinneberg aber schlägt dem Fass (wieder mal) den Boden aus.

Das Pinneberger Tageblatt hatte im Juli letzten Jahres im Grunde eine Vorwarnung abgedruckt:

„Der Vorschlag eines Bürgers ist wohl nett gemeint gewesen: Künstler sollen ihre Kunstwerke für den öffentlichen Raum in Pinneberg kostenlos zur Verfügung stellen. Klar, dass die Mitglieder des Kulturausschusses während ihrer jüngsten Sitzung die Idee großartig fanden. Pinnebergs Kassen sind klamm.“

Und so nett sich die Einladung anhören mag, so frech und dreist ist sie zugleich. Im Januar geht ernsthaft ein offizielles Schreiben des Stadtkämmerers Kai Perner an die Kunstvereinigung „feine menschen“ heraus. Dort ist zu lesen: „Die Einwohnerversammlung hat sich dafür ausgesprochen, mehr Kunst und Kultur in den öffentlichen Raum zu bringen.“ So ehrenhaft dies zu lesen ist, folgt dann aber:  „Dieser Anregung möchte die Stadt gerne folgen, allerdings erlaubt es die finanzielle Lage nicht, Kunstwerke anzukaufen. Daher soll nun erkundet werden, ob auf anderem Weg die Möglichkeit besteht, das angestrebte Ziel zu erreichen, beispielsweise durch eine zeitweilige kostenlose Überlassung von Kunstwerken zur Aufstellung innerhalb und außerhalb des öffentlichen Straßenraums. Damit wird den Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit eröffnet, ihre Kunstwerke der Öffentlichkeit zu präsentieren und gleichzeitig zu einer Bereicherung der kulturellen Vielfalt der Stadt beizutragen.“

So weit kommt es eben, wenn man nur lange genug die ewige Mähr von leeren Kassen und gutem Willen gehört oder gebetet hat. „Ich ringe noch nach dem richtigen Adjektiv. Obszön kommt dabei aber in die engere Wahl, um diesen geplanten Aufruf richtig zu beschreiben“, sagt Karl-Heinz Boyke, Sachverständiger für Kunst im öffentlichen Raum des Bundesverbandes Bildender Künstler – Landesverband Schleswig Holstein. Zwar sei grundsätzlich zu begrüßen, wenn eine Stadt wie Pinneberg der Kultur einen höheren Stellenwert bieten will. Auch die Kunst im öffentlichen Raum hätte in dieser Stadt – und auch andernorts im Land – eine höhere Präsenz verdient, zumal sich mittlerweile neue Kunstströmungen etabliert haben. Aber das geht zu weit. „Bestimmt sollen diese Kreativen auch gleich die Kosten für die Aufstellung selbst tragen, schließlich könnte es ja eine Werbung für sie und ihr Werk sein. Warum nicht gleich noch eine Standgebühr kassieren?“, so Boyke.

„Kunst ist ein Beruf“

Auch die Pinneberger Lichtkünstlerin Gisela Meyer-Hahn sieht das so. „Das ist unmöglich. Das wäre so, als würde der Bäcker seine Brötchen morgens umsonst hergeben.“ Die Künstler lebten von dem, was sie machen. „Es ist ein Beruf“, so Meyer-Hahn.

„Das Land schmückt sich mit einer Kunsthochschule und anderen Lehreinrichtungen – doch für die Absolventen sind ganze Aufgabenfelder eingebrochen. Die meisten Kreativen müssen sich mit Nebenerwerben oder Jobs über Wasser halten“, sagt Boyke. Der Besuch eines Jobcenters sei dabei nicht selten. „Und nun sollen diese Künstler für Pinneberg ihre Kunst umsonst in den Raum stellen. Bestimmt sollen diese Kreativen auch gleich die Kosten für die Aufstellung selbst tragen, schließlich könnte es ja eine Werbung für sie und ihr Werk sein. Warum nicht gleich noch eine Standgebühr kassieren?“, so Boyke gallig.

Auch eine Künstlerin oder ein Künstler haben permanente Kosten, wie Atelier- beziehungsweise Werkstattmiete, und auch Werkzeuge, Material und Logistik wollen bezahlt werden, so der Sachverständige. Im Internet kursiere gerade eine humorige Analogie: Die Künstler könnten doch auch gern im Restaurant kostenfrei Steaks essen oder sich von C&A einkleiden lassen. Urlaubsflüge für umsonst – was für eine Utopie.

„Den Verantwortlichen in der Stadt Pinneberg kann man nur empfehlen, sich diesen ausbeuterischen Gedanken nicht zu eigen zu machen. Viel besser wäre doch zu begreifen, dass sich eine Investition in Kunst und Kultur durchaus rechnet.“ Nicht nur, dass die Gelder für ein Objekt großenteils in den Wirtschaftskreislauf zurückfließen, auch das lokale Business profitiere von einem kulturellen Klima. In Pinneberg sei mit der Drostei oder der Kunstremise ein qualitätsvoller Anfang gemacht. „Jetzt nur nicht aufgeben. Kunst muss aber fair bezahlt werden.“

Pinnebergs Lichtkünstlerin Gisela Meyer-Hahn sieht das genauso. „Das ist unmöglich. Das wäre so, als würde der Bäcker seine Brötchen morgens umsonst hergeben.“ Die Künstler lebten von dem, was sie machen. „Es ist ein Beruf“, so Meyer-Hahn.

„Das geht gar nicht. Jeder Künstler ist ein kleines Unternehmen. Und jedes Unternehmen muss Umsatz machen“, sagt Künstlerin Marion Inge Otto-Quoos alias Mioq. Kunst könne man nicht für lau in die Landschaft stellen.

Boyke hat nun einen Brief an die Stadt Pinneberg geschrieben, der uns vorliegt. Man darf hoffe, die Stadt Pinneberg liest ihn und beherzigt einige der inhaltichen Empfehlungen.

Weiterführend auch ein Artikel des Hamburger Abendblattes: abendblatt.de

]]>
Hamburgs Neuer für Kunst https://www.tiefgang.net/hamburgs-neuer-fuer-kunst/ Fri, 02 Feb 2018 23:34:44 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2939 [...]]]> Dirck Möllmann wird neuer Stadtkurator für Kunst im öffentlichen Raum in Hamburg, so die frohe Kunde der Behörde für Kultur und Medien Ende Januar 2018. Der einstige Kurator der Hamburger Kunsthalle tritt im April als neuer Stadtkurator die Nachfolge von Sophie Goltz an.

In der Pressemitteilung heißt es:

„Das bundesweit einmalige Pilotprojekt „Stadtkuratorin Hamburg“, das 2013 von der Behörde für Kultur und Medien zunächst für zweieinhalb Jahre geplant worden war, wird fortgesetzt: Dirck Möllmann ist ab April der neue Stadtkurator der Stadt Hamburg.

Dirck Möllmann, 1963 in Wetzlar geboren, lebt derzeit noch in Graz, wo er seit 2012 als Kurator am Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark/Universalmuseum Joanneum tätig ist. Nach Abschluss seines Studiums der Kunstgeschichte, Philosophie und Literaturwissenschaft an der Universität Hamburg war er ab 1996 als selbstständiger Kurator in Hamburg bis zu seinem Wechsel nach Graz unter anderem für die Hamburger Kunsthalle tätig.

30 Bewerbungen

Nach einer überregionalen Ausschreibung der Behörde für Kultur und Medien wurde er jetzt aus insgesamt 30 Bewerberinnen und Bewerbern von einer Expertenkommission in einem zweistufigen Auswahlverfahren als neuer Stadtkurator nominiert. Ab April 2018 wird er sich seiner neuen Aufgabe in Hamburg widmen.

Als Nachfolger von Sophie Goltz ist es nun Möllmanns Aufgabe, die Diskussion zur Aktualität und Relevanz der Kunst im öffentlichen Raum zu vertiefen und auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen und Ergebnisse langfristige Impulse zu setzen – ebenso wie Vorschläge und Ideen für eine inhaltliche und strukturelle Neuausrichtung des seit 1981 existierenden Hamburger Programms „Kunst im öffentlichen Raum“ zu erarbeiten. Sophie Goltz hatte von 2014-2016 als erste Hamburger Stadtkuratorin mit einem innovativen und ambitionierten Programm die Debatte zur Kunst im öffentlichen Raum neu entfacht und in die öffentliche Wahrnehmung zurückgeführt.

Der gesellschaftliche Mehrwert

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit der Wahl von Dirck Möllmann als neuem Stadtkurator gehen wir zuversichtlich und gespannt einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einer zeitgemäßen Weiterentwicklung des Hamburger Programms ‚Kunst im öffentlichen Raum‘. Dirck Möllmann kennt die Hamburger Kunstszene gut und kann aus seinen bisherigen überregionalen Tätigkeiten einen wertvollen internationalen Blickwinkel in die Entwicklung der Kunst im öffentlichen Raum einbringen. Er vertritt eine Perspektive, der es aus ihrer intellektueller Distanz heraus mit künstlerischen Mitteln und Strategien gelingen kann, unser Denken und Handeln in dieser von weitreichenden Veränderungen, Brüchen und Extremen geprägten unruhigen Zeit zu hinterfragen, zu schärfen, alternative Lösungen anzubieten und hierüber einen gesellschaftlichen Mehrwert zu generieren.“

Politische Impulse

Dirck Möllmann: „Die neue Aufgabe, das Projekt des Stadtkurators für Kunst im öffentlichen Raum weiterzuführen, ist für mich eine Herausforderung mit Zukunft. Der Grund dafür liegt in der Vergangenheit, denn die Kunst im öffentlichen Raum blickt in dieser Stadt auf eine lange und erfolgreiche Geschichte zurück, an die ich anknüpfen möchte. Mein Konzept verbindet politische Impulse für die Weiterentwicklung der Stadtgesellschaft mit künstlerischen Perspektiven von hoher Qualität. In diesem Sinne gilt es, die tiefgreifenden technologischen Wandlungen und kulturellen Entwicklungen einer urbanen Gesellschaft zu verstehen und sie mit den Mitteln der Kunst in das öffentliche Bewusstsein zu bringen. Solche Ziele können nur gemeinsam erreicht werden. Ich danke der Behörde für Kultur und Medien und der Hamburger Kunstkommission für das Vertrauen, das sie mir entgegenbringen.“

Quelle: www.hamburg.de/bkm

]]>
Hamburgs Kunst im öffentlichen Raum https://www.tiefgang.net/hamburgs-kunst-im-oeffentlichen-raum/ Sat, 13 May 2017 06:00:40 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1056 [...]]]> Bis in die 80er Jahre wurden Aufträge unter dem Titel „Kunst am Bau“ vergeben, was aber 1981 endgültig als unzeitgemäß verstanden und auf „Kunst im öffentlichen Raum“ inhaltlich erweitert wurde.  So kamen auch freie Kunstprojekte ohne Bau zum Zuge. Einige davon sind den Hamburgern durchaus geläufig und präsent.

Das erste Großprojekt von 1982 des Hamburger Programms „Kunst im öffentlichen Raum“ hieß „Halle 6“ und kam in Form einer Skulpturenausstellung in einer riesigen, leerstehenden Fabrikhalle auf dem Gelände der ehemaligen Kampnagel-Kranfabrik daher. Richtig, der heutigen „Internationalen Kulturfabrik Kampnagel“.

Mimmo Paladinos „Halle 6“ von 1982 ( Foto: Ottmar v. Poschinger)

Oder auch das von Stephan Balkenhol 1993 umgesetzte Projekt „Vier Männer auf Bojen“. Das Kunstobjekt sind „vier männliche Figuren aus Eichenholz, farbig gefaßt, auf Flachwassertonnen montiert, Gesamtgröße je 2,40 Meter, an verschiedenen Orten im Wasser installiert“, so die formelle Beschreibung. Spaß hat man an ihnen auch wenn man sie schlicht „Bojen-Heini“ nennt.

Ein weiteres Harburger Objekt aus dem Bereich „Kunst im öffentlichen Raum“ sorgt auch heute noch für regelmäßige Diskussionen: das von Jochen Gerz und Esther Shalev-Gerz entworfene „Harburger Mahnmal gegen Faschismus“ von 1986. Eine Bleisäule als Mahnmal und nur als ein Denkanstoß auf Zeit. Es hat sich im Erinnern abstrahiert, statt als hoheitlich verordnetes Alibi zu dienen und durch Gewöhnung langsam unkenntlich zu werden. Die Säule sank nämlich nach und nach in den Boden. Über geblieben ist eine Bleiplatte mit einem schmalen Fenster in einer Tür zum Blick aus der Fußgängerunterführung am Marktplatz (bei Mimi Kirchner) auf den im Schacht verborgenen Blei-Körper.

Im Jahr 1988: Jochen Gerz & Esther Shalev-Gerz,

Harburger Mahnmal gegen Faschismus

1993 ist das Harburger Mahnmal gegen Faschismus dann „versunken“ (Foto:Wolfgang Neeb)

 

Auch öfters im Blickfeld ist der für drei ausgewählte Orte entlang der Fern- und S-Bahn-Linie zwischen Altona und Harburg gelbleuchtend geschaffene Schriftzug „die eigene GESCHICHTE“. Er stammt von der Hamburger Künstlerin Barbara Schmidt Heins: am Busbahnhof von Hamburg-Harburg, an einem Telekom-Gebäude am Fernsehturm und an der Rückfront der Hamburger Kunsthalle. Alle drei Standorte sind so gewählt, dass primär die Bahnfahrer und Zugreisenden die Schrift lesen können. Von Altona kommend in Richtung Harburg befinden sich alle drei Werke rechter Hand.

Auch heute noch am Harburger Bahnhof zu sehen: Barbara Schmidt-Heins „die eigene GESCHICHTE“ (Foto: Wolfgang Neeb)

Weitere Projekte und Infos unter Kulturbehoerde

09. Mai 2017, hl)

]]>