Kunstleihe – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Tue, 01 Oct 2019 07:24:02 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Harburg bekommt eigenen Kulturausschuss! https://www.tiefgang.net/harburg-bekommt-eigenen-kulturausschuss/ Fri, 20 Sep 2019 22:30:26 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5873 [...]]]> Diese Woche es soweit: die neue Koalition aus SPD und Grünen in Harburg hatte sich geeinigt und setzt für die kommende Legislatur 2019-2024 die Ausschüsse fest. Neu: ein ganz eigener Kulturausschuss!

Das hat es lange nicht oder gar überhaupt schon gegeben: Harburg wird im neu gewählten Bezirksparlament einen Ausschuss nur für Kultur bekommen. Bisher war Kultur neben Freizeit und Sport in einem Ausschuss abgefeiert und noch davor gar mit Bildung und anderem. Dass nun also ein Ausschuss sich nur mit dem Thema Kultur befasst, könnte ein gutes Zeichen sein. Und schaut man sich an, welche Aufgaben dem Ausschuss zugewiesen werden, zeigt sich: da kommt allerhand zusammen.

Auszug zum Thema Kultur im Koalitionsvertrag:

„Die große Anzahl von Aktiven, die sich in Kulturinitiativen und Sportvereinen, sei es ehren- oder hauptamtlich, engagieren, prägen das Zusammenleben in unserem Bezirk maßgeblich. Die Möglichkeit der gemeinsamen Freizeitgestaltung, sei es beim künstlerischen Gestalten oder in der Musik oder auf dem Sportplatz, ist wichtiger Standortfaktor für einen lebenswerten Bezirk. Die Koalition begrüßt die vielfältige Landschaft der Initiativen, Vereinen, Kulturzentren und Kulturschaffenden im Bezirk.

Urbane Stadtteilentwicklung beinhaltet die Berücksichtigung von Erfordernissen kultureller (Frei)Räume, damit das städtische Wachstum mit wachsender Lebensqualität einhergeht.

Räume für Kultur schaffen

  • Räume für kulturelle Nutzungen müssen frühzeitig in die Stadtentwicklung implementiert werden. Die Koalitionspartner sind sich darüber einig, dass die räumliche Kulturentwicklungsplanung für jedes Gebiet angepasst und eine Berücksichtigung der Interessen der Kulturschaffenden an der Errichtung und dem Betrieb von Kulturräumen/flächen von der ersten Planung bis zur Realisierung gewährleisten soll.
  • Die Koalition begrüßt die Errichtung und den Betrieb eines Kulturkatasters zur räumlichen Erfassung der bestehenden kulturellen Vielfalt (Parameter u.a. Lage, Art der Nutzung/en, Flächengröße, Indoor/Outdoor, Programmangebote, Förderungsstatus der FHH) durch die Kulturbehörde. Diese Bestandserfassung dient auch zur Früherkennung von Problemlagen bei Ausschreibungen und zukünftigen Bauplanungen in Hinblick auf vor Ort ansässige Kulturstätten.
  • Für den Bezirk soll eine Plattform für die Raumerfassung entstehen, analog zu der vorhandenen Plattform für die Sporthallen- und Sportplatznutzung, die sich an den Bedürfnissen der Nutzer und Nutzerinnen orientiert.
  • Die Kreativgesellschaft wird aufgefordert, gemäß ihrem Auftrag, auch für den Bezirk Harburg für Kulturschaffende zur Verfügung zu stehen. Besonders für die Zwischennutzung leerstehender Ladenlokale ist die Kreativgesellschaft für die Vertragsgestaltung ein wichtiger Kooperationspartner für Mieter und Vermieter.
  • Das neu entstehende Areal „Harburger Höfe“ bietet ideale Voraussetzungen, urbanes Leben und kulturelle Nutzung zu vereinen. Die Koalition wird sich beim Investor für ein Konzept einsetzen, dass diese Idee weiterentwickelt wird.
  • Die Koalition wird sich dafür einsetzen, dass im Zuge der Entwicklung der Stadtteilkultur im Bezirk, auch die Möglichkeiten für die Schaffung eines weiteren Kulturzentrums geprüft werden.

Stadtteilkultur fördern

Die Koalition setzt sich dafür ein:

  • Dass die kulturellen Einrichtungen bedarfsgerecht und auskömmlich finanziert
  • Dass erfolgreiche Formate, wie z.B. Suedlese, Wall of Fame, Music Night, Kunstleihe, Kulturtag, Sommer im Park, u.a. gesichert und gefördert werden.
  • Dass Stadtteilkulturzentren, wie z.B. der Riekhof und das Kulturhaus Süderelbe ihre Potentiale entwickeln können und Raum für neue Konzepte haben.
  • Dass die Stadtteilkulturmittel der wachsenden Bevölkerung im Bezirk Harburg angepasst werden
  • Dass die Sammlung Falkenberg in Harburg erhalten bleibt und eine Ausweitung der Öffnungszeiten in Richtung eines regulären Museumsbetriebs geprüft wird.
  • Dass bestehende Kunstwerke, z.B. das „Mahnmal gegen den Faschismus“ und der „Harburger Kunstpfad“, im öffentlichen Raum angemessen präsentiert und kommuniziert werden. Dazu gehören u.a. neue Hinweisschilder im Straßenraum.
  • Dass temporäre Kunstprojekte, z.B. das Projekt „Hamburg/Maschine“ der Stadtkuratorin auch in Harburg stattfinden
  • Dass der Jugendkulturpreis erhalten bleibt und weiterentwickelt wird

 Stadtteilkultur braucht Kommunikation und Mitbestimmung

  • Wir begrüßen die Zusammenschlüsse lokaler Netzwerke von Kulturschaffenden, wie z.B. Suedkultur.
  • Die Koalitionspartner werden veranlassen, dass zukünftig zur besseren Vernetzung von Kultur, Politik und Verwaltung für den Kulturausschuss, analog zum Integrationsbeirat oder Seniorenbeirat, beratende Mitglieder benannt werden.
  • Zusätzlich wird ein „Runder Tisch“ zur Entwicklung von Handlungsfeldern, Zielen und Maßnahmen der Kulturentwicklung im Bezirk eingerichtet. Dieser „Runde Tisch“ besteht aus Mitgliedern der Fraktionen, der Verwaltung und Kulturschaffenden im Bezirk. Der Runde Tisch soll an der Erstellung eines Kulturentwicklungsplans für den Bezirk mitwirken.
  • Für eine Verbesserung in der Zusammenarbeit von den vielen Aktiven aus Kultur und Sport mit der Harburger Bezirksverwaltung ist es notwendig, auch dort die Ressourcen zu stärken. Die steigenden Anforderungen und die wachsende Bevölkerungszahl haben sich bisher nicht im Stellenplan wiedergefunden. Die Koalition wird sich dafür einsetzen, dass im Bezirksamt eine Stelle geschaffen wird, die sich u.a. mit dem Einwerben von Drittmitteln für den Bezirk und auch mit der Unterstützung von Ehrenamtlichen in der Mittelbeschaffung befasst.“

So sollen konkret im Kulturausschuss in den kommenden Jahren folgende Themenbereiche behandelt werden:

  • Stadtteilkultur / Stadtteilkulturmittel
  • Kunst- und Kultureinrichtungen
  • Bürgerhäuser / Stadtteilkulturzentren
  • Kunst
  • Kunst im öffentlichen Raum
  • Museen (auch Hanne Darboven)
  • Kunstvereine
  • Harburger Schloss (soweit nicht RISE)
  • Kulturpfad
  • Geschichtswerkstatt
  • Geschichtspfad
  • Kulturbeirat
  • Denkmalschutz (soweit nicht SPA)
  • Kinder- und Jugendkulturpreis
  • Stadtfeste und öffentliche Veranstaltungen

Nun: Pläne sind das eine und deren Umsetzung das andere. Aber die Liste an Themen und Arbeitsfeldern zeigt: die Arbeit aller Aktiven in der Initiative SuedKultur wurde endlich wahrgenommen und erkannt. Raumnot, Unterfinanzierung und mangelnde Präsenz im Raum und Bewusstsein – es gibt viel zu tun.

Die erste Sitzung des Ausschusses für Kultur ist für den Mo., 7. Oktober angesetzt. Man darf gespannt sein.

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Musikbezirk Harburg! https://www.tiefgang.net/musikbezirk-harburg/ Fri, 20 Sep 2019 22:08:33 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5788 [...]]]> Wer hätte das 2010 gedacht? In diesem Jahr steigt am 19. Oktober die 9. SuedKultur Music-Night und belegt die Lebendigkeit nicht nur der Harburger Musikszene.

Als 2009 die Idee der noch recht jungen Initiative SuedKultur aufkam, eine Art „Nacht der Clubs“ im Süden Hamburgs auf die Beine zu stellen, war nicht absehbar,  wohin der Weg führen würde.

Damals gab es den Rieckhof, den Old Dubliner, den Jazzclub im Stellwerk, das Café Leben in Heimfeld. Das Consortium hatte gerade seine Pforten schließen müssen, dafür brachte sich das Marias Ballroom als Konzertlocation frisch ins Rennen. Hat Harburg überhaupt das Potenzial für eine echte Music-Night? Wohl schon, war man sich einig. Aber glaubt uns das jemand?

Tricky Panda heizt im Old Dubliner ein

Als der Vorstandsvorsitzende der Eisenbahnbauvereinsgenossenschaft Harburg, Joachim Bode davon erfuhr, war er als Live-Musik-Fan gleich davon angetan. Das ist doch endlich mal was für Harburg! Unvergessen damals seine spontane Zusage, die Music-Night mit sagenhaften 5.000,- € zu unterstützen – mit der Aussage: „aber bitte nicht nur einmal!“

Diese Aus- und zugleich Zusage hat bis heute gehalten und war zugleich Garant für die Grundstruktur des immer noch jung daher kommenden non-profit-Festivals.

Joachim Bode vom Eisenbahnbauverein: „Wenn wir den Wohn- und Lebensstandort Harburg auf diese Art und Weise ein Stück nach vorne bringen können, freut uns das sehr. Da machen wir gerne weiterhin mit. Die SuedKultur Music-Night wirkt nach unserem Eindruck bereits weit über den Bezirk hinaus und hat inzwischen viele ´Wiederholungstäter´!“

Schon der Start damals zeigte: Scharen von Leuten liefen von einem Club zum anderen, feierten die Musik, die Clubs und letztlich sich selbst. „Und es war immer friedlich, freundlich und ohne besondere Vorkommnisse“, so Projektleiter Heiko Langanke, der die Music-Night von ihren Anfängen her begleitet.

Beim Dachverband der Hamburger Musikclubs, dem Clubkombinat Hamburg, wurde mit den Jahren auch wahrgenommen, dass die Live-Musik-Stadt Hamburg südlich der Elbe ein impulsives Eigenleben führt. Geschäftsführer Thore Debor: „Bereits um 9. Mal feiert der Hamburger Süden die SuedKultur Music-Night und sich selbst. Und das zu recht – denn wer es schafft ein Event mit 40 Bands auf 15 Bühnen für 5 € auf die Beine zu stellen, hat auch allen Grund dazu. Hut ab und weiter so!“

Janina Dunklau singt bei ContraZt in Heimfeld

In diesem Jahr nun also geht es am Sonnabend, den 19. Oktober in die 9. Runde und wieder sind es 15 Locations mit  40 Live-Acts, die für nur einmalig 5,- €  Eintritt erlebbar sind. Wie jedes Jahr ist auch 2019 klar: alle Gigs schafft niemand, aber doch ist für jeden etwas dabei.

So gibt es Jazz und Filmmusik in der Marmstorfer Auferstehungskirche, in der die Little BigBand spielt. Die Formation hat sich im Neugrabener Kulturhaus Süderelbe gegründet und sich ein hörenswertes Programm aus Film- und Jazzmusik aber auch Rock und Pop angeeignet.

Auch im Kulturcafé Komm du wird die Formation Bruder Schwarz mit Fusion Jazz zu hören sein und in der St. Paulus Kirche Heimfeld, die erstmals bei der Music-Night teilnimmt, zelebriert  das Blues-Urgestein Körrie Kantner mit seiner „not so BigBand“ einen vielstimmigen Kanon aus Blues, Swing, Funk und Soul.

Singer-Songwriter sind auch wieder reichlich vertreten. So im Gloria-Tunnel mit dem Duo cookies for the cat, im Sozialkontor Harburg an der Schwarzenbergstraße oder im Heimfelder Nachbarschaftstreff beim Verein ContraZt e.V. mit dem Duo Marlo Grosshardt und Viktor bzw. dem Moorburger Joe Merz.

Psychodelisches gibt es auch. Der Harburger Architekt Carsten Lünzmann baut sein Büro in der Buxtehuder Straße 56 kurzerhand um in den „Millimeterklub“ und dort spielen um 19.30h die Krautrocker „Voodoo Diodes“ auf. Im Marias Ballroom (Lasallestraße) hingegen übernimmt dieses Genre die eigens aus Frankfurt anreisende Band Nazca Space Fox, die sich in der bundesweiten Szene einen herausragenden Ruf erworben hat.

Klezmer und Tango bedient die Band „Zorro Gris“ in der Marmstorfer Auferstehungskirche, Reggae und Roots der Musiker Elan Zack im Café „Komm du“ und für suburbanen Tanzsound sorgt das Stellwerk im Haeburger Bahnhof mit der „Funk Soul Allnighter“-Nacht.

Bruder Schwarz jazt im Komm du

 

Das Ende seiner Europatour wird zudem im „Komm du“ der US-Amerikaner Christopher Worth mit seiner Band WORTH feiern. Wer selbst Musik machen will, ist zur Open-Mic-Bühne ins Heimfelder „Alles wird schön“ geladen, in der später auch eine Jam-Session läuft. Ebenso gejammt wird in der Kulturwerkstat Harburg am Kanalplatz oder im Gloria-Tunnel.

Weitere Top Acts finden sich in der Fischhalle Harburg mit dem US-Sänger Jay Kalian oder der Weltmusik-Formation Makatumbe, in der „Stumpfen Ecke“ mit der Partyband „Die Gäste“, in der Wilhelmsburger Deichdiele mit dem Skandinavier Flemming Borby sowie im Nachbarschaftstreff Heimfeld mit der Leipziger Punkband „wonach wir suchen“.

Pastor von der Weppen singt bei Marius Müler Willenlos in Marmstorf

Zwei Wermutstropfen gibt es leider auch: die Inselklause kann u.a. wegen des Open-Air-Live-Musik-Verbots dieses Jahr ebenso wenig mitmischen wie die Akademie für Musik und Kultur. Diese muß ihren TanzRaum zum Oktober an die Hamburger Stromnetz GmbH abgeben und hat neue Räume noch nicht in Aussicht. Das gesamte Programm wird etwa 2 Wochen vor der Music-Night in etlichen Kulturläden ausliegen und auch im Internet abrufbar sein. Am Abend selbst wählt man den Club seines Vertrauens, zahlt dort 5,- €, bekommt ein Music-Night-Armband und kann damit auch alle anderen Locations besuchen.

Der Hamburger Getränkehersteller Flora Power steuert auch dieses Jahr manche Mate-Drinks und Säfte bei. Unterstützung für Druckkosten und Plakatierung erfährt die Initiative SuedKultur durch die Eisenbahnbauvereinsgenossenschaft Harburg und den Verfügungsfonds Soziale Stadt des Bezirks Harburg.

Ab kommender Woche stellen wir bis zur Music-Night in einer Serie wieder einzelne Locations und Bands vor …

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Lebendige lokale Kunst https://www.tiefgang.net/lebendige-lokale-kunst/ Fri, 13 Sep 2019 22:22:42 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5800 [...]]]> 35 Jahre schon gibt es in Buxtehude eine Artothek und würdigt so auch die lokale Kunst. Viele Künstler*innen geben nun ihren Dank zurück, mit offenen Ateliertagen.

Buxtehude. Die Artothek feiert in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen und bietet aus diesem Anlass Kunstinteressierten einen besonderen Kunstgenuss. Drei Künstlerinnen und Künstler öffnen bis zum Jahresende ihre Ateliers und geben dabei persönliche Einblicke in ihre Werkstatt und ihr künstlerisches Schaffen.

Am Donnerstag, 26. September, 18.30 Uhr, ist ein Besuch der Künstlerin und Farbpsychologin Ute Vorndamme in Buxtehude geplant. Seit dem Jahr 2000 befindet sich das Atelier des Künstlers und Grafikers Dirk Behrens in Issendorf, das er am Donnerstag, 17. Oktober, ab 18.30 Uhr für Besucherinnen und Besucher öffnet. Einblick in die Arbeit der Holzbildhauerin Barbara Uebel erhalten Interessierte am Donnerstag, 21. November um 18.30 Uhr.

Staunen erlaubt

Die Atelierbesuche sind kostenlos. Treffpunkt ist das jeweilige Atelier. Weitere Details erhalten Interessierte bei der Anmeldung im Servicecenter Kultur und Tourismus entweder telefonisch unter 04161 501 2345 oder bei Mail unter kulturbuero@stadt.buxtehude.de.

Seit 1984 gibt es in Buxtehude eine Artothek, d.h. einen städtischen Bilderverleih mit zurzeit ca. 500 Exponaten. Es handelt sich um zeitgenössische Grafik, Collagen, Radierungen, Aquarelle, einige Ölbilder, Bleistiftzeichnungen und Kleinplastiken. Für jedes ausgeliehene Kunstwerk wird ein Entgelt in Höhe von zurzeit 6,00 Euro für drei Monate bzw. 12,00 Euro für sechs Monate erhoben. In diesem Betrag ist die Versicherungsprämie enthalten.

Diese Einrichtung zur Belebung von Kunst und Kultur gibt den Benutzern die Möglichkeit, für ihre Wohn- und Arbeitsräume Kunstwerke über einen längeren Zeitraum gegen geringes Entgelt auszuleihen. Dadurch wird den Interessenten nicht nur ein Bild oder eine Skulptur zum Schmuck ihrer Räume an die Hand gegeben, sondern auch eine Gelegenheit zur längeren und intensiveren Betrachtung und Beschäftigung mit dem Exponat.
Der Gesamtbestand der Bilder ist in einem Katalog aufgeführt, der alle wichtigen Angaben zu den Werken, wie Maler, Titel, Technik, Entstehungsjahr und Größe enthält. (siehe auch ´Tiefgang`: „Wertschätzung regionaler Künstler!“,  März 2017)

Öffnungszeiten Artothek: Mo. – Fr.: 10 – 17 Uhr; Sa.: 10 – 15 Uhr; Historisches Rathaus, Breite Straße 2, 21614 Buxtehude, www.buxtehude.de/artothek

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3falt goes Klassik! https://www.tiefgang.net/3falt-goes-klassik/ Fri, 18 Jan 2019 23:29:36 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4768 [...]]]> Das Projekt „3falt“ wollte erkunden, ob eine leerstehende Kirche nicht als neuer Ort der Kultur im Süden Hamburgs weiter leben könnte. Tut es, wie das Programm der nächsten Wochen eindrucksvoll zeigt.

Das Projekt „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ in der Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Str. 44 glänzt zum Jahresbeginn mit einer Menge Überraschungen und Hochkultur.

Die ev.-luth. St. Trinitatis-Gemeinde gestattet der Initiative SuedKultur und dem Stadtkultur Hafen e.V. eine vorübergehende Erprobung der leerstehenden ehemaligen Dreifaltigkeitskirche sowie dem angrenzenden Gemeindehaus für kulturelle Zwecke. Ziel der Erprobung ist es, die Räumlichkeiten auf verschiedenste kulturelle Nutzungen hin zu erproben, um allen Kulturschaffenden im Hamburger Süden einen zentralen Ort der kulturellen Vielfalt zu ermöglichen. Die Testphase niegt sich nun Ende Februar dem Ende zu, das Programm aber dreht noch einmal richtig auf.

So findet die „minimal music“ im Januar Einzug in die einstige Hamburger Klangkirche Gotteshaus.

Am Sonntag, den 27. Januar 2019 ab 18 Uhr füllt das minimal music Projekt – Phaze 2.5 das einstige Kirchenschiff mit eben so einem musikalischen Konzept. Der Eintritt ist frei. Spenden sind aber sehr willkommen.

Das Projekt stammt von Schülern und Dozenten der Musikschule Glückstadt und des Detlefsengymnasiums Glückstadt, die ein Konzertprogramm mit minimal music präsentieren. Einem Genre, das in den 1960-er Jahren in den USA entstand und zu den herausragenden musikalischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts gezählt wird. Als Grundprinzipien stehen hier Reduktion und Repetition im Vordergrund. Das Publikum erwartet ein Abend mit pulsierenden Rhythmen, zusammengesetzt aus vielfach wiederholten Klangteilchen, die durch Schichtung oder kanonische Führung ein Kaleidoskop von Farben und Strukturen entfalten. Auf traditionellen Instrumenten gespielt, vereinigt minimal music die Spielhaltung neuer klassischer Musik mit der des Jazz, verarbeitet afrikanische wie asiatische Einflüsse und erinnert manchmal an akustischen Psychedelic-Rock.

Projekt minimal music

„Ein hochintensives Klangerlebnis“ titelte das Hamburger Abendblatt im März 2018 über das Projekt, „eine ganz neue Klangfarbe“ freute sich die Glückstädter Fortuna.

In eingespielten Videosequenzen kommen zudem die Komponisten zu Wort und geben kurze Einblicke in ihr Denken und wichtige Aspekte ihrer Arbeit. Es werden Stücke von Philip Glass, David Lang,

Marc Mellits, Arvo Pärt und Steve Reich gespielt.

 

Donnerstag, den 7. Februar 2019 geht es um 20 Uhr gleich weiter mit einem Winterkonzert von SymphonING, dem Symphonieorchester der TUHH. Eintritt 10 €, erm. 5 €. Tickets ab 19 Uhr an der Abendkasse.

Und das steht auf dem Programm:

  • Darius Milhaud – Le Boeuf Sur Le Toit
  • Georg Friedrich Händel – Auszüge aus der Feuerwerksmusik, HWV 351
  • Arnold Schönberg – A Survivor from Warsaw
  • David Orlowsky – Juli
  • John Williams – Filmmusik aus „Schindler’s List“

Die Solisten sind: Gregor DuBuclet – Rezitativ / Frank Meiller – Klarinette / Adam Zolynski – Violine / Dirigent: David Dieterle

Link: www.tuhh.de/goes-music

Am Samstag, den 9. Februar 2019 wird es dann ab 20 Uhr „stimmgewaltig“.

Gleich 4 Chöre singen Lieder aus 4 Epochen als Gemeinschaftskonzert in und für das Projekt „3falt“. Dabei sind:

Harburger Kantorei

Die Harburger Kantorei wurde im Jahr 1960 als Jugendkantorei gegründet. Die Kantorei ist schon lange erwachsen geworden und zählt mittlerweile über 120 Sängerinnen und Sänger. Mit dieser Stärke ist sie der größte A-Cappella- und Oratorienchor in Hamburgs Süden und hat unter Leitung von Werner Lamm im Laufe der Jahre das gesamte oratorische Kernrepertoire aufgeführt, inklusive aller großen Werke Bachs und Mozarts.

www.harburger-kantorei.de

singAsong

A-cappella geht ins Ohr. Wir sind begeisterte Sängerinnen und Sänger zwischen 18 und 50 Jahren und singen anspruchsvolle Arrangements aus Pop, Rock und Jazz (4-, 5- und 6-stimmig) unter der Leitung von Carsten Creutzburg. Von Oldies bis hin zu aktuellen Songs aus den Charts ist nichts vor singAsong sicher

www.popchor-singasong.de

Harburger Frauenchor

Heute besteht Harburger Frauenchor von 1984 aus 25 aktiven Sängerinnen und 10 fördernden Mitgliedern. Seit September 2015 liegt die Chorleitung in den Händen von Liliya Mazur. Es gibt nichts, was wir nicht singen. Klassik und Operette, Musical- und Walzermelodien, Volks- und Seemannslieder, Popsongs und Gospels. Wir singen hoch- und plattdeutsch, englisch, französisch und auch mal afrikanisch.

www.harburger-frauenchor.de/zur-geschichte

Motte-Chor

Der Motte Chor singt seit mehr 20 Jahren mit mehr als 30 Sängerinnen und Sängern, die schönsten deutschen Schlager der letzten 100 Jahre. Die Chorleiter Natalie Kopp und Axel Pätz, texten, arrangieren und komponieren dem Chor die Lieder förmlich „auf den Leib“. Ob Rökk oder Regener, Zarah Leander oder Lindenberg, Rio Reiser oder Achim Reichel, vor keiner*em machen wir halt.

www.diemotte.de/de/kurs/motte-chor

Einlass 19:30 Uhr. Eintritt 15 €, erm. 5 €. Tickets an der Abendkasse.

Am Samstag, den  23. Februar 2019 gastiert dann ab 20 Uhr die Sinfonietta nova Hamburg.

Die Sinfonietta Nova Hamburg wurde von befreundeten Hamburger Musiker*innen um den Dirigenten Istvan Horvath gegründet. Seit 2016 leitet David Dieterle das Ensemble, das sich vor allem durch seine außergewöhnlichen Programmideen auszeichnet. Symphonische Werke in fast kammermusikalischer Besetzung werden mit Neuer Musik und Werken der historischen Aufführungspraxis in Verbindung gesetzt und mit literarischen Texten zu einem Gesamtkunstwerk vereint. Mit speziell für Schüler entwickelten und von der Hamburger Kulturbehörde geförderten Education-Konzerten begeistert die Sinfonietta Nova auch das junge Publikum.

Und zu diesem Konzert wurde das Thema „Tageszeiten“ gewählt und so unternimmt das Orchester mit dem Publikum eine Tagesreise vom Morgen bis in die Nacht.

Das Programm:

  • Joseph Haydn Le Matin, Le Midi, Le Soir (Auszüge)
  • Franz Von Suppé Ein Morgen, Mittag, Abend In Wien
  • Jean-Philippe Rameau Les Indes Galantes (Auszüge)
  • Edvard Grieg Morgenstimmung (Peer Gynt Suite)
  • Claude Debussy Prélude À L’àprès-Midi D’un Faune
  • Charles Ives Central Park In The Dark
  • Sting Moon Over Bourbon Street
  • Arturo Márquez Danzon Nr. 2

Leitung David Dieterle; Rezitation / Gesang Gregor Dubuclet; Violoncello Ruben Meiller

Eintritt 10 €, erm. 5 €. Tickets an der Abendkasse.

Und Hamburg hat endlich eine Kunstleihe!

Kunstleihe? Andernorts heißen sie auch Artotheken und sind – ganz wie Bücherhallen und

Bibliotheken – Orte, an den man sich Kunst leihen kann. So will die Kunstleihe Hamburg-Harburg jedem die Möglichkeit bieten, Kunst ganz nah zu begegnen. Anders als im Museum wird Kunst hier anfassbar, man kann sie ausleihen, mit ihr leben und eigene, ganz persönliche Erfahrungen machen.

Gefällt es nicht, gibt man es frühzeitig zurück. Gefällt sie einem, begleitet sie einen für ein Vierteljahr. Dann kann man sich das das nächste Werk leihen. Also machen Sie sich ihr eigenes Bild im doppelten Sinne. Da wir erst am Anfang stehen, haben wir noch keine breiten und regelmäßigen Öffnungszeiten. Wohl aber den Sonntag, 27. Januar von 12-17 Uhr und auch am Sonntag, den 3. Februar von 12-17h. Schauen Sie doch rein!

Zudem gibt es auch in 2019 wieder Kunstwerkstätten.

mittwochs | 17– 18:30 Uhr: Kreativ Kunst – offene Kunstwerkstatt für werdende Mamas

(mit und ohne künstlerische Vorkenntnisse)

Leitung: Anne Flad

Du möchtest dich an einem Bild deines Ultraschallbildes ausprobieren, einen Gipsabdruck deines Bauches oder den ersten Body für dein Baby bemalen? Du wünschst dir Unterstützung für dein ganz eigenes Bild oder Tonplastik zur Ankündigung oder zur Geburt – oder hast gar einen ganz anderen konkreten Wunsch? Du wünschst dir eine Zeit, in der du zur Ruhe kommen kannst und in der du dich ganz ohne Druck und Erwartungshaltung ausprobieren kannst?

Ich freue mich, dich bei deinem eigenen kreativen Schaffen während deiner Schwangerschaft zu begleiten!

donnerstags | 18 – 19:30 Uhr: offene Kunstwerkstatt für Erwachsene und

Jugendliche ab 14 Jahren

(für Anfänger*innen und Fortgeschrittene)

Leitung: Anne Flad

In dieser offenen Werkstatt steht die Freude am Ausprobieren, Experimentieren, am Entdecken, am Entwickeln und das freie Gestalten eigener Arbeiten im Vordergrund – inklusive der Überwindung der nicht selten vorhandenen Hemmschwelle vor der „weißen Leinwand“. Ein Raum ohne Erwartungshaltung und ohne Druck, in dem ausprobiert und sich ausgetauscht werden kann und dadurch die eigenen künstlerischen Fähig- und Fertigkeiten entdeckt und ausgebaut werden können – um die eigene Leidenschaft weiter zu verfolgen oder schlicht und einfach als Ausgleich für Arbeit / Schule und Alltag. Ob (Acryl-) Malerei, Zeichnung, Stencils (Schablonengraffiti), Schriftgestaltung, Tonplastiken – in dieser offenen Werkstatt wird Gelegenheit gegeben mit verschiedensten Techniken und Materialien zu arbeiten, um die eigenen Neigungen zu entdecken und zu verfolgen.

Weitere Infos anneflad.com/kurse; Anmeldung unter: info@anneflad.com

Das gesamte Programm als Download: www.sued-kultur.de

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„Wertschätzung regionaler Künstler!“ https://www.tiefgang.net/wertschaetzung-regionaler-kuenstler/ Sat, 18 Mar 2017 08:00:21 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=768 [...]]]> Alle reden von Kunst – in Buxtehude und anderswo leiht man sie auch. In der Artothek. Einfach so und für wenig Geld. Und gibt damit den regionalen Künstlern nicht nur gebührende Wertschätzung. ´Tiefgang` fragte mal nach bei der Leiterin Susanne Wiegel – und stieß auf ein offenes Ohr und Herz für die Kunst!

Tiefgang (TG): Die Artothek Buxtehude, die Sie leiten, besteht bereits seit 1984. Wie und von wem kam seinerzeit die Idee auf?

Susanne Wiegel: Zwei Buxtehuder Künstler haben die Idee an die Stadt herangetragen. Die Idee wurde vom Kulturamt und dem Kulturausschuss dankend aufgenommen. Der Anfangsbestand betrug 58 Bilder und stammte aus dem eigenen Bestand der Verwaltung.

TG: Wie genau darf ich mir als kunstinteressierter Nutzer die Nutzung der Artothek vorstellen?

Wiegel: Das ist den Nutzungsbedingungen zu entnehmen.

TG: Welche Künstler finden sich vorrangig im Inventar der Ausleihe?

Wiegel: Regionale Künstler.

TG: Wie viele Bilder stehen zur Auswahl und wie viele Nutzer können Sie mittlerweile zu Ihren „Kunden“ zählen?

Wiegel: 524 Exponate, die aus Bildern, Skulpturen und Kleinplastiken bestehen. Zur Zeit haben wir 33 Nutzer und Kolleginnen und Kollegen der Hansestadt Buxtehude für die Büroräume.

TG: Wie ist der Kunstbestand zustande gekommen oder wie wird er erweitert?

Wiegel: Der Bestand setzte sich anfänglich aus 58 Bildern zusammen, ausschließlich aus bereits bestehenden Ankäufen der Stadtverwaltung. Es werden Werke aus Ausstellungen, Galerien und Messen angekauft. Jährlich allerdings höchstens zwei Bilder. Erweiternd kommen dann Leihgaben von Künstlerinnen und Künstler hinzu. 

TG: Kann ich auch als Hamburger die Artothek Buxtehudes nutzen?

Wiegel: Ja! Auch Hamburger beziehungsweise Nicht-Buxtehuder sind herzlich willkommen!

TG: Welche Rolle spielen die regionalen Künstler für die Artothek?

Wiegel: Eine sehr große. Der Anspruch unserer Artothek ist, im Rahmen der Künstlerförderung möglichst jeden regionalen Künstler mit einem Exponat in der Artothek vertreten zu haben.

„Fanny und Franny“ des Künstlers Ralf-Rainer Odenwald können Sie problemlos zuhause bestaunen. (Quelle: Artothek Buxtehude)

TG: Wie sehen die Künstler selbst das „Spielfeld“ Artothek? Gibt es einen regelmäßigen Austausch, werden Ideen eingebracht, Ausstellungen initiiert?

Wiegel: Ja gibt es. Ideen können eingebracht werden und es werden fünf Ausstellungen im Jahr organisiert.

TG: Heutzutage wird gerne und immer alles an Zahlen festgemacht. Gibt es Zahlen zu den Kosten aber auch zum Kunstbestand der Artothek? Worüber wird die Artothek finanziert? Ist dies regelmäßig ein „kritisches Thema“?

Wiegel: Wir haben ein Budget von 5.500,- Euro im Jahr. Davon werden die Versicherung, die Ankäufe und Reparaturen beglichen. Für 524 Exponate insgesamt. Es wird alle paar Jahre wieder in der Politik über die Kosten neu diskutiert. Allerdings wird es immer sehr schnell fallengelassen. Durch die Feststellung, dass der Kostenaufwand zum Nutzen sehr gering ist. Die letzte Diskussion wurde 2011 geführt. (Anm. d. Red.: Personal und Räume sind in dem Budget nicht einbezogen und werden von der Hansestadt Buxtehude bestritten).

TG: Werden Bilder regelmäßig und für wie viel Geld erworben? Woran wird ein Preis festgemacht?

Wiegel: Zwei Bilder pro Jahr. Der Preis wird gar nicht so genau festgemacht. Wir entscheiden das recht individuell.

 TG: Ist die „Wertschätzung“ der Kunst durch die Artothek gestiegen? Und wenn, woran lässt sich das festmachen? Gibt es „Anekdötchen“?

Wiegel: Ich denke, dass es eine gute Möglichkeit ist, sich mit Kunst auseinanderzusetzen und das alle halbe Jahr neu. Die Wertschätzung ist die Förderung der regionalen Künstler. Es kommen auch immer wieder Kindergärten oder Grundschulen zu uns, die sich bei uns Kunst ausleihen. Also auch eine gute Möglichkeit sich mit Kunst bereits in jungen Jahren zu beschäftigen. Es war mal ein Kindergarten bei uns. Die Kinder haben mehrere Bilder gemeinsam gewählt. Ein Mädchen war dann ganz traurig, da ihr Bild nicht ausgesucht worden ist. Am nächsten Tag kam dieses Mädchen mit den Eltern in die Artothek und das Bild wurde für das Kinderzimmer mitgenommen.

TG: Wie sind die Perspektiven der Buxtehuder Artothek in den kommenden Monaten und Jahren?

Wiegel: Meiner Meinung nach sehr gut. Die Artothek hat einen guten Ruf.

TG: Was würden sich noch wünschen für die Kunst in Buxtehude?

Wiegel: Ich denke für die Kunst wird in Buxtehude viel getan.

 TG: Vielen Dank für das Gespräch und die Erkenntnisse …

 

Termin:

Im Rahmen des Verkaufsoffenen Sonntages am 2.4.2017 von 13.00 – 18.00 Uhr hat die Artothek Buxtehude, Breite Straße 2, 21614 Buxtehude geöffnet. Es werden dort die Ankäufe von 2015 und 2016 präsentiert.

Zum Künstler Ralf-Rainer Odenwald finden Sie weitere Informationen hier: ralfrainerodenwald.de

(Die Fragen für ´Tiefgang` stellte Heiko Langanke)

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