Kunstpassage https://www.tiefgang.net Fri, 24 Jul 2026 16:19:35 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Die Natur zieht in die City https://www.tiefgang.net/die-natur-zieht-in-die-city/ https://www.tiefgang.net/die-natur-zieht-in-die-city/#respond Fri, 24 Jul 2026 16:09:34 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14260 [...]]]> Es ist ein wunderbarer Kontrast, der den Alltag im Herzen Harburgs für einen Moment zum Stillstehen bringt. Wo sonst das geschäftige Treiben zwischen Lüneburger Straße und Harburger Ring den Takt vorgibt, zieht plötzlich eine tiefe, organische Ruhe ein.

Die Kunstleihe Harburg schickt ihr gefeiertes und erfolgreiches einjähriges Ausstellungsformat der „Kunstpassage“ in der City Galerie in die finale Runde. Nach den großen Erfolgen von Frank Vaders, Thomas Behrens und Yvonne Lautenschläger übernimmt nun keine Geringere als die in Moorburg verwurzelte Künstlerin Antje Gerdts die prominenten Glasvitrinen. Bis Ende September 2026 verwandelt sich der urbane Durchgang in eine grüne Oase, die Passanten dazu einlädt, innezuhalten und die Natur aus einer völlig neuen, künstlerischen Perspektive zu betrachten.

Wer Antje Gerdts begegnet, spürt sofort, dass diese Kunst keine bloße Atelierarbeit ist, sondern aus einer lebenslangen Verbundenheit wächst. Schon als Kind streifte sie durch Wiesen und Wälder, entdeckte jedes vierblättrige Kleeblatt und nahm die feinsten Details am Wegesrand wahr. Was vor fast vierzig Jahren mit Malerei auf historischen Kaffeesäcken aus dem Hamburger Freihafen begann – getragen von der Faszination für den pflanzlichen Malgrund und dessen ganz eigener Geschichte –, hat sich über die Jahrzehnte zu einer tiefgreifenden, eigenständigen Ausdrucksform entwickelt.

Seit mittlerweile zehn Jahren arbeitet die Künstlerin auf Leinwänden direkt mit echten Pflanzen. Dabei geht es ihr nie um eine simple, botanische Abbildung. Es ist ein schöpferischer Austausch, eine echte Begegnung im Malprozess. Die Technik entwickelt sich dabei organisch mit der jeweiligen Pflanze, um deren ureigene Kraft und Ausstrahlung für den Betrachter spürbar zu machen. Die aktuellen Vitrinen-Ansichten in der City Galerie zeugen von dieser intensiven Zwiesprache: Sie zeigen eine beeindruckende Bandbreite von filigranen Strukturen und skulpturalen Elementen bis hin zu großflächigen, naturinspirierten Farbkompositionen.

Die Ausstellung von Antje Gerdts markiert den vierten und vorerst letzten Teil der diesjährigen Kunstpassage. Die von der Eigentümergemeinschaft unterstützte Aktion hat sich im Viertel als echter Publikumsmagnet erwiesen und eindrucksvoll bewiesen, wie ungenutzter Leerstand im öffentlichen Raum mit Leben, Sinn und Ästhetik gefüllt werden kann.

Wie bei allen Stationen schlägt auch dieses Finale eine Brücke zum Kernanliegen des Vereins: Die Kunstleihe Hamburg e. V. setzt sich seit 2019 unermüdlich dafür ein, zeitgenössische lokale Kunst durch den echten Verleih, kuratierte Führungen wie „Kunst vor Ort“ oder Großprojekte wie die SuedArt für alle zugänglich zu machen und den Hamburger Süden nachhaltig zu bereichern.

Wer sich verzaubern lassen möchte, kann die „Pflanzenkunst“ von Antje Gerdts noch bis Ende September 2026 kostenfrei und rund um die Uhr im Durchgang der City Galerie besichtigen. Weitere Einblicke in das Schaffen der Künstlerin bietet ihre Website antje-gerdts.de.

Und wer die ehrenamtliche Arbeit der Kunstleihe unterstützen möchte, findet alle Informationen sowie die Möglichkeit zur Beteiligung direkt unter kunstleihe-harburg.de. Offenbar wird bislang nicht an eine Fortführung des Projektes gedacht …


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Crazy Creatures in City Galerie https://www.tiefgang.net/crazy-creatures-in-city-galerie/ Fri, 10 Apr 2026 22:14:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13621 [...]]]> Die KunstPassage im Durchgang der Harburger City Galerie hat seit Ostern einen Neuen Hingucker: Yvonne Lautenschläger stellt als nunmehr dirtte Künstlerin dort aus.

Wer sagt eigentlich, dass der Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen grau sein muss? In der Harburger City Galerie wird dieser Mythos gerade Stein für Stein – oder besser: Leinwand für Leinwand – abgebaut. Seit Ostern weht ein neuer, ziemlich verrückter Wind durch die KunstPassage. Yvonne Lautenschläger hat die Glasvitrinen im Durchgang zwischen Lüneburger Straße und Harburger Ring übernommen, und sie hat Gesellschaft mitgebracht: ihre „Crazy Creatures“.

Nach den abstrakten Köpfen von Frank Vaders und der tropischen Farbgewalt von Thomas Behrens schlägt die Kunstleihe Harburg nun das dritte Kapitel ihres einjährigen Projekts auf. Yvonne Lautenschlägers Ausstellung „Crazy Creatures & Patterns“ ist genau das, was der Name verspricht: eine Explosion aus Humor, leuchtenden Pigmenten und Formen, die sich nicht so recht entscheiden wollen, ob sie nun Abstraktion oder Fabelwesen sind.

Lautenschläger, die unter ihrem Künstlernamen „medea“ firmiert, kombiniert großformatige Acrylwerke mit einer fast schon plakativen Hintergrundgestaltung. Ihre Kreaturen blinzeln Passant*innen mit einem Augenzwinkern entgegen – mal verspielt, mal nachdenklich, aber immer mit einer Prise Ironie, die den Alltagstrott für einen Moment unterbricht.

Von der Wissenschaft zur wilden Leinwand

Besonders faszinierend ist die Frau hinter den Pinseln. Geboren 1964 in Bielefeld, führte ihr Weg erst über ein naturwissenschaftliches Studium und Jahre im Beruf, bevor sie sich traute, ihrem lebenslangen Traum Raum zu geben. Heute ist ihre Kunst international gefragt – von der Artfair Beijing bis hin zur Hamburger Bunkerhill Galerie.

Dass sie nun ausgerechnet in der Harburger Innenstadt ausstellt, ist ein Glücksfall für das Quartier. Unterstützt durch den Verfügungsfonds „Mitten in Harburg“, zeigt dieses Projekt einmal mehr, wie man ungenutzte Flächen im öffentlichen Raum mit Leben füllen kann. Die Kunst kommt hier nicht nur zu den Menschen, sie bleibt auch: Wer sich unsterblich in eines der Wesen verliebt, kann die Originalwerke sogar direkt über die Kunstleihe Harburg für das eigene Wohnzimmer entleihen.

Ein Farbtupfer bis zum Sommer

Die „Crazy Creatures“ bleiben uns bis Ende Juni 2026 erhalten. Es ist eine Einladung, den Blick vom Smartphone zu heben und sich von der Freude am Unerwarteten verzaubern zu lassen. Ein kleiner Urlaub für die Augen – mitten im Harburger Ring.

Ausstellung „Crazy Creatures & Patterns“: bis Ende Juni 2026 während der Öffnungszeiten der City Galerie frei zugänglich. Weitere Einblicke in das Schaffen der Künstlerin gibt es auf ihrer Website www.medeas.space. Informationen zum Ausleih-Service finden sich bei der Kunstleihe Harburg unter www.kunstleihe-harburg.de.

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Ab in die Tropen! https://www.tiefgang.net/ab-in-die-tropen/ Wed, 21 Jan 2026 17:17:40 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13143 [...]]]> Wer sagt eigentlich, dass man für eine Reise in die Tropen in den Flieger steigen muss? In Harburg reicht ein Gang durch die City Galerie.

Wo früher nur eilige Passant*innen zwischen Lüneburger Straße und Harburger Ring pendelten, leuchten jetzt Vögel in Farben, die das Hamburger Wintergrau schlichtweg ignorieren. Thomas „Behri“ Behrens hat die Glasvitrinen übernommen – und damit das nächste Kapitel der Harburger Kunstpassage aufgeschlagen.

Von Kubismus zu tropischer Lebensfreude

Es ist erst wenige Monate her, da feierte das Projekt der Kunstleihe Harburg seinen Einstand. Den Auftakt machte im vergangenen Herbst Frank Vaders, der mit seinen markanten, oft kubistisch anmutenden Köpfen die ehemals ungenutzten Flächen im Herzen der Innenstadt wachküsste. Vaders, ein Künstler mit New Yorker Vita und einem Händchen für die Dekonstruktion des Menschlichen, setzte ein starkes Statement für die Präsenz lokaler Kunst im Alltag.

Nun folgt der radikale Kontrast: Thomas Behrens, in der Szene schlicht als „Behri“ bekannt, bringt eine ganz andere Energie in die Passage. Wo Vaders Struktur und Tiefe suchte, feiert Behri die unbändige Kraft der Farbe.

Dass Behri heute für seine großformatigen, farbgewaltigen Vogelmotive und tropischen Szenerien geliebt wird – über 500 Gemälde umfasst dieses Oeuvre bereits –, ist nur eine Facette seiner beeindruckenden Karriere. Der 1961 geborene Künstler startete in den 80ern mit etwas völlig anderem: präzisen, fast manischen Kugelschreiberzeichnungen, die damals für viel Aufsehen sorgten.

Seine Reise führte ihn weit über die Grenzen des Hamburger Südens hinaus. In den 90ern betrieb er eine eigene Galerie im schweizerischen Ascona, stellte in Lugano aus und festigte seinen Ruf als internationaler Freigeist. Seine Kunst ist dabei immer eines geblieben: nahbar. Das passt perfekt zum Konzept der Kunstleihe, bei der man die Werke nicht nur anschauen, sondern direkt für das eigene Wohnzimmer oder Büro entleihen kann.

Unterstützt durch den Verfügungsfonds „Mitten in Harburg“, beweist die Kunstleihe Harburg mit diesem Projekt einen langen Atem. Die Kunstpassage ist kein kurzes Strohfeuer, sondern eine einjährige Transformation des öffentlichen Raums. Es geht darum, die Schwellenangst vor Galerien abzubauen. Kunst passiert hier einfach – zwischen dem Wocheneinkauf und dem Weg zur S-Bahn.

Das ehrenamtliche Team der Kunstleihe schafft es so, den Harburger Ring kulturell aufzuladen. Nach Vaders und Behri sollen im Laufe des Jahres 2026 noch weitere lokale Künstler*innen die Vitrinen bespielen. Harburg zeigt hier sein bestes Gesicht: bunt, eigenwillig und verdammt lebendig.

Wer also eine Pause vom Grau braucht: Ab in die City Galerie. Die Tropen warten schon – ganz ohne Jetlag.

Die Ausstellung: Thomas „Behri“ Behrens (tropische Motive & Vögel)

Von Mitte Januar bis Ende März 2026 | Passage der City Galerie Harburg (Lüneburger Straße / Harburger Ring) | www.kunstleihe-harburg.de

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Köpfe mit Ecken und Kanten https://www.tiefgang.net/koepfe-mit-ecken-und-kanten/ Fri, 03 Oct 2025 22:01:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12588 [...]]]> Braucht Kunst immer einen stillen, weißen Kubus? Harburg liefert jetzt eine klare, urbane Gegenantwort: Die Kunst erobert die Harburger City Galerie und verwandelt einen einst ungenutzten Durchgang in eine lebendige »Kunstpassage«.

Ein kluger Schachzug, lokale Kunst direkt in den Trubel des Harburger Rings zu bringen und die Innenstadt mit neuer Kulturkraft aufzuladen.

Den Auftakt dieser ganzjährigen Passage liefert Frank Vaders, ein Harburger Künstler mit einer beeindruckenden internationalen Vita, dessen Werke bereits in Sammlungen von Moskau bis Tokio zu finden sind. Vaders, der in Heimfeld lebt und arbeitet, ist bekannt für seine kraftvollen, expressiven Arbeiten. Seine Ausstellung von »Köpf-Werken« und kubistischen Porträts im neuen Harburger »Schaufenster« schlägt einen Bogen von der Hochkultur zur Alltagswelt – und das im Vorbeigehen zwischen Einkauf und S-Bahn.

Vaders dekonstruiert das menschliche Antlitz. Seine Werke zeigen keine glatten, fehlerfreien Abbilder. Stattdessen sind die Köpfe in Farbfelder zerlegt, die sich überlappen, verschieben und neu zusammensetzen. Es sind Gesichter, die man auf den ersten Blick erkennen, aber nicht sofort einordnen kann.

Die Kunstleihe Harburg initiiert hier mehr als nur eine neue Ausstellungsfläche; es ist eine kulturelle Revitalisierung aus eigener Kraft. Unterstützt durch den Verfügungsfonds »Mitten in Harburg« dienen die bisher ungenutzten Glasvitrinen im Durchgang zwischen der Lüneburger Straße und dem Harburger Ring lokalen Künstler*innen nun als prominentes Forum. Harburgs Kunst wird sichtbar, zugänglich und holt die Menschen dort ab, wo sie sind.

Für Frank Vaders, der während seiner Zeit in New York von der renommierten Galerie Jason McCoy – Neffe und Nachlassverwalter von Jackson Pollock – entdeckt wurde, ist diese lokale Präsenz eine willkommene Rückkehr. Seine Werke sind eine spannungsvolle Mischung aus abstrakter Expressivität und figürlicher Dichte. Das Spiel mit kubistischen Köpfen fordert Betrachter*innen dazu auf, die gewohnte Perspektive zu verlassen und tiefer zu blicken – eine perfekte Metapher für das Harburg von heute.

Die Initiative reiht sich ein in eine beeindruckende Serie von Projekten, mit denen die ehrenamtlich arbeitende Kunstleihe Harburg seit 2019 die lokale zeitgenössische Kunst fördert. Ob mit dem »Harburger Kunstfest« auf dem Schwarzenbergplatz, der großen Ausstellung »SuedArt24«, die sich von Stade bis Harburg erstreckte, oder kuratierten Führungen zu Orten wie der Sammlung Falckenberg: Das Team der Kunstleihe agiert als Motor der südlichen Kunstszene.

Mit der neuen Kunstpassage in der City Galerie hat Harburgs Innenstadt nun einen festen, ganzjährigen Ankerpunkt für die bildende Kunst gewonnen. Er zeigt auch, dass die Attraktivität eines Zentrums nicht nur durch Handel, sondern vor allem durch mutige, öffentliche Kulturprojekte wächst.

Die »Kunstpassage« in der City Galerie (Durchgang zwischen Lüneburger Straße und Harburger Ring)

Kunstaktion von Frank Vaders – Köpfe und kubistische Köpfe

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