Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 17 May 2024 14:32:19 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Nachtleben und Nachbarschaft https://www.tiefgang.net/nachtleben-und-nachbarschaft/ Fri, 17 May 2024 22:20:55 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10858 [...]]]> Livemusikclubs gehören zur Freizeit dazu. Aber auch zur Nachbarschaft? Ein runder Tisch soll´s richten …

Am 6. Mai 2024 fand im Hamburger Rathaus die erste Sitzung des Runden Tisches „Nachtleben und Nachbarschaft“ statt. Vertreterinnen und Vertreter der Clubszene, verschiedener Behörden und städtischer Gesellschaften berieten auf Einladung der Behörde für Kultur und Medien über die Lage der Hamburger Clubkultur. Aus Harburg dabei Heimo Rademaker vom Marias Ballroom und auch im Vorstand des Interessenverbandes Clubkominat Hamburg sowie Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen.

Der Runde Tisch soll ein Forum bieten, in dem städtische Akteurinnen und Akteure, Clubs, Musikwirtschaft und Zivilgesellschaft miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam frühzeitig Lösungsansätze für Probleme der Livemusikclubs entwickeln. Das Format soll zweimal im Jahr stattfinden.

Die Livemusikkultur steht immer wieder vor großen Herausforderungen. Konflikte mit Neubauvorhaben, bauliche Auflagen, wie der Lärmschutz, und die fehlende Anerkennung als Kulturorte führen immer wieder zu einer Verdrängung aus dem städtischen Raum. Hinzu kommen Faktoren wie Fachkräftemangel, ein geändertes Konsumverhalten der Besucherinnen und Besucher, steigende Mieten und allgemeine Kostensteigerungen. Dies führt zu einer geringeren Planungssicherheit und Risikobereitschaft der Clubbetreibenden.

Zugleich sind die Clubs von großer Bedeutung für die Musikstadt Hamburg, weshalb der Senat zusammen mit der Clubszene, den Bezirken und weiteren Akteuren und Akteurinnen frühzeitig Lösungsansätze finden will, unter anderem im Rahmen des Runden Tisches.

Meist laufen die Gespräche in wenig prachtvollem Ambiente.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Unsere Clubs sind eine wichtige Säule der Musikstadt. Hamburg wäre nicht die Kulturstadt, die sie ist, wenn es die Clubs nicht gäbe. Livemusik hat hier eine lange Tradition, auf die wir zu Recht stolz sind. Die Clubs sind die Orte, an denen neue Bands ihre ersten Erfolge feiern und uns für die Musik begeistern. Oft finden Clubs jedoch in der sich verdichtenden und immer teurer werdenden Stadt keine Flächen, um das zu tun, was sie ja sollen: mutig, vielfältig, bunt, lebhaft und auch mal laut sein. Wir als Stadt müssen unsere Kräfte bündeln, um den Clubs das Leben leichter zu machen, wo wir können. Dabei geht es nicht nur um Musikkultur, sondern auch um einen wichtigen Wirtschafts-, Tourismus- und Standortfaktor, der auch darüber entscheidet, wie lebenswert und attraktiv die Kreativstadt Hamburg in Zukunft noch sein wird. Mit dem Runden Tisch wollen wir frühzeitig Probleme erkennen und im direkten Austausch Lösungen finden.“

Ziel des Runden Tisches ist es, in regelmäßigen Gesprächen konkrete Handlungsempfehlungen an Politik und Verwaltung zu formulieren und bei Problemen Lösungen zu finden. Gemeinsam suchen die Teilnehmenden des Runden Tisches nach Wegen rund um Themen wie kultursensible Stadtentwicklung, Kulturraumschutz, Zwischen- und Umnutzung von freien Flächen für Clubs sowie Konfliktmanagement im Kontext von Musikkultur, etwa zwischen Musikstätten und ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Die Stadt setzt damit gemeinsam mit allen Teilnehmenden des Runden Tisches ein wichtiges Signal gegen die Verdrängung von Clubkultur und generell städtischen Kulturorten.

Folgende Organisationen nahmen auf Einladung der Behörde für Kultur und Medien am ersten Runden Tisch teil:
Behörde für Kultur und Medien, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW), Behörde für Wirtschaft und Innovation, Bezirksämter Altona, Bergedorf, Harburg und Mitte, Clubkombinat Hamburg e.V., Hamburg Music Business e.V., Mieter helfen Mietern e.V, Handelskammer Hamburg, Hamburg Invest, Hamburg Tourismus GmbH, Hamburg Kreativgesellschaft mbH, Sprinkenhof GmbH, Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen, steg Hamburg, Runder Tisch Innenstadt der BSW, HafenCity GmbH, Billebogen Entwicklungsgesellschaft mbH.

 

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„Was lange währt, wird endlich gut“ https://www.tiefgang.net/was-lange-waehrt-wird-endlich-gut/ Fri, 09 Dec 2022 23:53:37 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9570 [...]]]> Nach langem Ringen um Planung und Finanzierung haben diese Woche Finanzsenator Dr. Andreas Dressel, Sprinkenhof-Geschäftsführer Jan Zunke, der 1. Vorsitzende des Vereins Museum Elbinsel Wilhelmsburg e. V., Gerd Nitzsche, sowie als Vertreterin vom Bezirksamt Hamburg-Mitte, Petra Lill, über den Beginn der Sanierungsarbeiten des denkmalgeschützten Museum Elbinsel Wilhelmsburg informiert.

Notwendig sind die denkmalgerechten Umbau- und Instandsetzungsarbeiten auf Grund einiger Schäden am Haus und der erforderlichen Anpassungen an eine zeitgemäße und nachhaltige Nutzung. Damit wird sichergestellt, dass das historische Gebäude langfristig für die kommenden Generationen erhalten werden kann und dem Verein eine langfristige Perspektive für die museale und ehrenamtliche Arbeit gegeben wird. Unter anderem ist geplant, die Flutkatastrophe von 1962 künftig in das Museumskonzept aufzunehmen und damit das erste Hamburger Flutmuseum zu schaffen.

Das ehemalige Wilhelmsburger Amtshaus, heute Sitz des Museum Elbinsel Wilhelmsburg, wurde 1724 auf den Grundmauern eines im Jahr 1620 errichteten Schlosses der Groten, dem ehemaligen Adeligen-Sitzes Stillhorn, erbaut. Das Amtshaus steht seit 1949 unter Denkmalschutz und bildet mit der benachbarten Kreuzkirche, dem Dorfkrug sowie weiteren alten Häusern das Milieuschutzgebiet Kirchdorf.

Das sanierungsbedürftige Gebäude soll denkmalgerecht instandgesetzt werden, um eine perspektivische und zeitgemäße Nutzung ermöglichen zu können. Die ursprüngliche Planung aus dem Jahre 2020 konnte wegen fehlender Finanzierungsmöglichkeiten aus dem Bundesprogramm leider nicht realisiert werden, so dass die Sanierung neu überplant werden musste. Durch diverse Anpassungen der grundlegenden Gebäudeauslegung hinsichtlich neuer Überlegungen zum Umgang mit Denkmalschutz, energetischer Gebäudeoptimierung und brandschutztechnischer Belange konnte nun eine Planung erarbeitet werden, welche dem neuen Budgetrahmen gerecht werden kann. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rd. 5,9 Mio. Euro brutto.

Dr. Andreas Dressel, Finanzsenator: „Was lange währt, wird endlich gut. Es war uns als Senat wichtig, im Jahr des 60. Jahrestages der furchtbaren Sturmflut 1962 auch den Startschuss für die dringend notwendige Sanierung des Elbinselmuseums geben zu können. Dadurch, dass die Sanierung aus Bundesmitteln nicht förderfähig ist, musste nach dem Grundsatz ´design to Budget´ eine neue Sanierungsplanung angefertigt werden. Diese setzen wir jetzt um und schaffen damit einen würdigen Rahmen auch für Informieren und Gedenken an die Flutkatastrophe von 1962. Mein Dank geht an Sprinkenhof, LIG und Bezirksamt für Begleitung und Umsetzung sowie an den Museumsverein MEW e. V. für die Geduld.“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Sanierung des ehemaligen Wilhelmsburger Amtshauses ist ein Glücksfall für die Stadt. Gemeinsam schaffen wir es, das Denkmal in Kirchdorf dauerhaft zu erhalten und können hier künftig authentisch die Geschichte der Elbinseln erzählen. Ich danke dem Verein, ohne dessen Engagement dies nicht möglich gewesen wäre, und der mit dem Museum die Vergangenheit der Elbinsel lebendig hält.“

Bis zur Neueröffnung bleibt das Haus geschlossen. Eigentümer und Bauherr ist der zur Finanzbehörde gehörende Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG). Die Umsetzung übernimmt die Sprinkenhof GmbH als zentrale gewerbliche Immobiliengesellschaft der Freien und Hansestadt Hamburg und ist mit der Projektsteuerung der Baumaßnahmen beauftragt.

Jan Zunke, Geschäftsführung Sprinkenhof GmbH: „Wir freuen uns, ein weiteres denkmalgeschütztes Gebäude der Stadt Hamburg umfassend zu sanieren und zu modernisieren, um dieses wert- und nachhaltig für den Verein Museum Elbinsel e. V. als musealen Ort langfristig nutzbar zu machen. Wir danken allen Projektbeteiligten für die gute Zusammenarbeit und wünschen einen weiterhin erfolgreichen Verlauf der anstehenden Sanierung.“ 

Steffi Keller, Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen: „Wir freuen uns, dass nun gemeinsam ein tragfähiges Konzept entwickelt werden konnte und umgesetzt wird. Dieses stellt sicher, dass diese in vielerlei Hinsicht wertvolle Immobilie wieder vollständig genutzt werden kann und ihre Substanz nachhaltig erhalten bleibt. So leisten wir gemeinsam einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherung dieser kulturhistorischen Einrichtung.“

Petra Lill, Bezirksamt Hamburg-Mitte: „Mit der Sanierung erhält die Sammlung des Museums einen modernen zeitgemäßen Rahmen in den altehrwürdigen Mauern unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes. Im kommenden Jahr sind Gespräche des Bezirksamts Hamburg-Mitte zusammen mit dem Museumsverein und der Behörde für Kultur und Medien über ein neues Betriebs- und Trägerkonzept geplant, das nach der Wiedereröffnung des Museums eine langfristige Absicherung des Betriebs gewährleisten soll. Wir danken dem Verein für sein Engagement und die hervorragende Arbeit zur Dokumentation und Präsentation der Wilhelmsburger Alltagsgeschichte und werden jetzt zusammen mit dem Verein weitere neue Kapitel in der Geschichte des Museums Elbinsel Wilhelmsburg schreiben.“

Das Museum Elbinsel Wilhelmsburg (MEW) wurde im Jahr 1907 gegründet und ist seit mehr als 50 Jahren im Amtshaus untergebracht. Der Gewölbekeller von 1620 sowie Teile vom Burggraben des Schlosses sind noch vorhanden und können besichtigt werden. Ziel ist es, die wertvollen Befunde an Wand und Böden sowie diversen Einbauten zu sichern und nach der Sanierung zeigen zu können.

Gerd Nitzsche, 1. Vorsitzender des Vereins Museum Elbinsel Wilhelmsburg (MEW): „Seit über 50 Jahren haben wir das Museum ehrenamtlich betrieben und seit sechs Jahren haben wir uns um eine Sanierung und Neugestaltung des Museums bemüht. Aber wir haben durchgehalten und begrüßen den Anfang der Baumaßnahmen sehr. Der engere Budgetrahmen aufgrund der nicht verfügbaren Bundesmittel hat auch zu Einschränkungen bei den Maßnahmen geführt. Wichtig aber ist, dass das Museum in ein paar Jahren wieder in neuem Glanz die Geschichte von Wilhelmsburg zeigen kann. Was wir uns noch wünschen, ist, dass das Nebengebäude noch in die Baumaßnahmen einbezogen wird. Für das Archiv, die Bibliothek und Teile des Depots wird es dringend benötigt. Mit der Auslagerung dieser Teile würde im Haupthaus genug Ausstellungsfläche, gerade für die Flutausstellung von 1962, zur Verfügung stehen. Wir hoffen im weiteren Verfahren auf eine Finanzierung auch des Nebengebäudes, die der Verein gern mittragen würde.“

Das Museum wird ehrenamtlich vom Museum Elbinsel Wilhelmsburg e. V. (MEW) betrieben. Pro Jahr haben in der Vergangenheit mehr als 10.000 Besucher das Haus besucht. Darüber hinaus hat die kulturhistorische Einrichtung auch für den Nachwuchs der Region eine hohe Bedeutung. Jedes Jahr nutzen etwa 100 Vorschul- und Grundschulklassen das Museum im Rahmen der Heimatkunde für verschiedene Führungen und regionale Aktivitäten. Das MEW ist auch ein fester Bestandteil der Kulturszene und veranstaltet regelmäßig kulturelle Veranstaltungen wie z. B. Lesungen, Liederabende und kleine Theaterstücke.

 

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Kreativität versus Leerstand https://www.tiefgang.net/kreativitaet-versus-leerstand/ Fri, 02 Jul 2021 22:07:13 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8161 [...]]]> Der Einzelhandel steht schon länger vor einem tiefgreifenden Wandel, der durch die Corona-Pandemie nochmal verstärkt wurde. Gleichzeitig finden Hamburgs Kreative kaum geeignete Räume für Produktion, Präsentation und Handel. Der Senat hat daher jetzt einen Fonds für kreative Zwischennutzungen in Höhe von rund neun Millionen Euro beschlossen.

Für Harburg wäre es eine Chance. Finanzbehörde und Behörde für Kultur und Medien haben gemeinsam mit der Hamburg Kreativ Gesellschaft und dem Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) das Förderprogramm Frei_Fläche: Raum für kreative Zwischennutzung entwickelt. Ziel ist es, kulturelle und kreative Zwischennutzungen von leerstehenden Einzelhandelsflächen zu sehr günstigen Konditionen zu ermöglichen und dadurch Leerstandskosten zu minimieren – von der Kunstausstellung bis zum Pop-up-Store. Quartiere werden attraktiver, vielfältiger und belebter, Kreative und ihre Arbeiten und Angebote werden sichtbarer. Vor allem werden ihre Potentiale für eine positive Stadtentwicklung aufgezeigt. Die Senatoren Brosda und Dressel haben sich heute im Hanseviertel ein Bild davon gemacht, wie kurzfristiger Leerstand bereits jetzt effektiv genutzt wird und welche Möglichkeiten vor Ort mit dem Fonds für kreative Zwischennutzung bestehen.

Dr. Andreas Dressel, Finanzsenator: „Die aktuellen Corona-Lockerungen ermöglichen einen kraftvollen Neustart der Hamburger Wirtschaft. Gleichwohl sind nicht wenige Unternehmen wirtschaftlich hart getroffen. In der City, aber auch in den Quartierszentren gibt es eine nennenswerte Zahl von Leerständen und Ladenschließungen, die den Handlungsbedarf unterstreichen. Leere Schaufenster sind für niemand schön: Für die Eigentümer nicht, für den Handel drumherum nicht, für die Kunden nicht. Temporär leerstehende Flächen müssen kein trauriger Anblick bleiben, sie können kreativ und kulturell genutzt werden. Unser Fonds Frei_Fläche hilft den Kreativen und der Immobilienwirtschaft. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Für den Hamburger Senat bleibt es Auftrag und Verpflichtung, immer wieder neu angepasste Programme aufzulegen, die unseren Hamburger Corona Schutzschirm gezielt ergänzen und aufgespannt lassen. Statt nur Hilfen zu leisten, geht es jetzt darum, den Neustart in den Fokus zu rücken. Da passt der Fonds Frei_Fläche hervorragend, wir haben ihn auch im Corona City Dialog bereits vorgestellt und freuen uns auf viele Anträge. Sicher hilft es auch, den anstehenden Transformationsprozess in City und Zentren zu unterstützen und zu begleiten.“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Zukunft gehört den Stadtquartieren, die einen guten Mix aus Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Kultur bieten. Mit dem Fonds Frei_Flächen wollen wir Leerstand beenden und einen Weg aufzeigen zu einer kreativen und lebendigen Entwicklung unserer Stadt. Durch eine gute Partnerschaft von Einzelhandel, Immobilienwirtschaft und Kreativwirtschaft gewinnt unsere Stadt an Attraktivität und Künstlerinnen und Künstler und Kreative können den Raum bekommen, den sie zur Umsetzung ihrer Projekte dringend benötigen.“

Egbert Rühl, Geschäftsführer Hamburg Kreativ Gesellschaft: „Mit dem Programm Frei_Fläche: Raum für kreative Zwischennutzung hat Hamburg sehr schnell ein operatives Instrument geschaffen, um Prototypen für den überall diskutierten Wandel der Innenstädte zu entwickeln und deren Wirkung auszuprobieren. Zwischennutzungen sollten zu einem neuen Standard für Leerstand im Einzelhandel werden.”

Thomas Schuster, Geschäftsführer des Landesbetriebs Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG): „Die Belebung der Hamburger Innenstadt durch kreative Zwischennutzungen von Leerstand birgt gerade in diesen Zeiten ein enormes Potenzial. Aus diesem Grund haben wir erfolgreich mit der Kreativgesellschaft die konzeptionellen Rahmenbedingungen für dieses wichtige Projekt geschaffen.“ 

Dr. Sylvia Nielius, Center-Managerin des Hanseviertels: „Wir sind mit dem Hanseviertel gerne bei dem Projekt Frei_Fläche dabei. Das Konzept der Pop-Up-Stores ist uns vertraut. Damit geben wir jungen Konzepten die Chance, sich im Handel auszuprobieren und zu etablieren. Ich freue mich, wenn wir als lebendiges Quartier aus Handel, Hotel, Büro und Wohnen auch der Kultur Raum geben können. Aktuell ist bei uns zum Beispiel die Pop-Up-Galerie #MeetFrida zu Gast. Noch bis Ende Juli werden dort wechselnde Ausstellungen mit dem Schwerpunkt auf Hamburger Kunstschaffende gezeigt. Durch diese besondere Mischung aus Kunst, Gastronomie und Handel wird der Besuch des Hanseviertels zu einem rundum sinnlichen Erlebnis. Außerdem beleben wir damit auch unseren Mietermix.“

Umsetzung Förderprogramm für kreative Zwischennutzungen

Der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) und die Hamburg Kreativ Gesellschaft haben für den Fonds ein ausdifferenziertes Förderprogramm entwickelt. Das bis Ende 2022 befristete Programm unter dem Namen „Frei_Fläche: Raum für kreative Zwischennutzung” besteht aus vier Säulen:

  • Es zahlt Zuschüsse an kreative Nutzerinnen und Nutzer, die dadurch für die Zwischennutzung nur einen Kostenbeitrag in Höhe von 1,50 Euro pro Quadratmeter im Monat aufbringen müssen.
  • Zudem werden sogenannte Intermediäre, wie zum Beispiel die Hamburg Kreativ Gesellschaft, in die Lage versetzt, größere Flächen anzumieten, um diese unterteilt an Kreative weiterzuvermitteln.
  • Das Programm soll auch helfen, im Einzelfall Hindernisse zu beseitigen, die Zwischennutzungen im Weg stehen, wenn zum Beispiel kleinere bauliche Anpassungen vorgenommen oder genehmigungsspezifische Anforderungen erfüllt werden müssen.
  • Schließlich unterstützt das Programm dabei, mit gestalterischen und künstlerischen Kommunikationsmaßnahmen auf die Nutzungen aufmerksam zu machen.

Die Hamburg Kreativ Gesellschaft ist in Abstimmung mit dem Landesbetrieb LIG verantwortlich für die operative Umsetzung des Förderprogramms Frei_Fläche: Raum für kreative Zwischennutzung. Hamburgs Kreative werden dabei unterstützt, leerstehende Flächen für Produktion, Präsentation und Handel zu finden. Auch Vermieterinnen und Vermieter profitieren durch das Programm. Sie vermeiden Leerstand und Leerstandskosten, gewinnen attraktive Nutzungen und erhalten neue Perspektiven. Damit Kreative und Vermieterinnen und Vermieter einfach zueinander finden und Kontakt aufnehmen können, wird eine digitale Plattform eingerichtet. Das Programm startet ab sofort, die ersten Förderanträge können voraussichtlich bereits ab Mitte Juli gestellt werden. Alle Informationen dazu sind hier zu finden: kreativgesellschaft.org

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Dieser KEBAP rockt! https://www.tiefgang.net/dieser-kebap-rockt/ Sun, 07 Feb 2021 15:03:44 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7643 [...]]]> Nördlich der Elbe ist der Startschuss ist gefallen: Die Stadt Hamburg hat den Hochbunker in der Schomburgstraße 6 – 8 dem gemeinnützigen KulturEnergieBunkerAltonaProjekt (KEBAP) e. V. anhand gegeben.

Damit erhält das Projektteam für zwei Jahre die Möglichkeit, seine Planungen zu finalisieren und den Weltkriegsbunker für den Umbau vorzubereiten.

In der östlichen Bunkerhälfte sollen auf mehr als 1.000 Quadratmetern Räume für kulturelle Aktivitäten entstehen. In der anderen Hälfte ist eine innovative Energiezentrale geplant, die zum überwiegenden Teil aus erneuerbaren Energien Wärme und Strom für das umliegende Quartier erzeugt. Der Clou dabei: Erlöse aus dem Energieverkauf werden den Kulturteil finanziell unterstützen, so dass sich das Gesamtprojekt wirtschaftlich trägt. Über die zum Projekt gehörige KulturEnergieGenossenschaftAltona (KEGA) eG haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich als Genossenschaftsmitglieder auch finanziell direkt an diesem Quartiersprojekt zu beteiligen.

Das ökologisch und ökonomisch nachhaltige Konzept haben Anwohnerinnen und Anwohner des Hochbunkers in fast zehn Jahren Vorarbeit entwickelt. Das Projekt wurde deshalb bereits als „Pilotprojekt der Nationalen Stadtentwicklung“ ausgezeichnet. Im vergangenen Sommer hatte die Stadt den Bunker der Bundesimmobilienagentur abgekauft, um ihn einer gemeinbedarfsorientierten Nutzung zuzuführen.

Finanzsenator Dr. Andreas Dressel: „Mit dem Erwerb des Bunkergrundstücks durch unseren Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen haben wir die Grundlage geschaffen, das Grundstück zu einem Ort für vielfältige Gemeinbedarfsnutzungen zu verwandeln – ganz im Sinne der anwohnenden Bürgerinnen und Bürger. Der KEBAP e. V. hat ein ausgereiftes Konzept für eine kulturelle und zugleich ökologisch nachhaltige Nutzung des Bunkers vorgelegt, das sich dabei auch noch wirtschaftlich selber trägt. Mit der Anhandgabe bieten wir dem Verein nun die Möglichkeit, seine Planungen zu finalisieren, so dass der Ort in naher Zukunft zu einem lebendigen Treffpunkt im Stadtteil wird. Mit der Erzeugung von erneuerbaren Energien wird ein weiterer Beitrag zu den Klimaschutzzielen Hamburgs geleistet.“

Umweltsenator Jens Kerstan: „Die Potenziale für eine nachhaltige Energiegewinnung vor Ort nutzen und die Anwohnerinnen und Anwohner partizipieren lassen – das ist schon vom Ansatz vorbildlich. Mit dem Projekt wird Neuland betreten, gerade auch, was die Einbindung verschiedener Partner und die Entwicklung möglicher Geschäftsmodelle angeht. Die hierfür bewilligte Bundesförderung unterstützt die Intention des Projektes, aus dem wir am Ende sicher lernen können für weitere Projekte in der Stadt.“

Kultur- und Mediensenator Dr. Carsten Brosda: „KEBAP ist eine tolle Idee, die von den Initiatoren mit hohem persönlichen Einsatz vorangetrieben wird. Hier kann gezeigt werden, wie Kultur, Umweltschutz und nachbarschaftliches Engagement für alle Seiten gewinnbringend zusammenwirken. Mit der Anhandgabe durch die Stadt hat das Projekt eine wichtige weitere Hürde genommen auf dem Weg, den Bunker zu einem zukunftsweisenden Kulturort im Stadtteil werden zu lassen.“

Altonas Bezirksamtsleiterin Dr. Stefanie von Berg: „Der Bunker an der Schomburgstraße ist ein Relikt düsterer Zeiten. Hier kamen die Menschen zusammen, um vor dem Krieg Zuflucht zu suchen. Aus diesem Ort der Angst wird aber glücklicherweise ein Ort der Freude werden – ohne die Vergangenheit zu vergessen. Es passt wunderbar zu Altonas Erinnerungskultur, dass der Bunker als Gebäude erhalten bleibt, seine Mauern jedoch durch beachtliches nachbarschaftliches Engagement mit neuem Leben gefüllt werden.“

KEBAP-Mitinitiatorin Heike Breitenfeld: „Mit der Entscheidung für unser Konzept können wir jetzt nicht nur konkret planen, sondern auch neue Genossenschaftsmitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer gewinnen. Wir kommen bereits seit Jahren mit den Menschen ins Gespräch – über unser Projekt, aber auch über den Klimaschutz. Ob bei der Energieerzeugung oder im Kulturteil: Wir wollen zeigen, wie es auch anders geht.“

In der Projektentwicklung wird KEBAP von der STATTBAU HAMBURG Stadtentwicklungsgesellschaft mbH beraten. Im Energieteil kooperiert das Projekt mit der Hamburger Planet energy GmbH, die bundesweit Erneuerbaren-Projekte umsetzt, zum Beispiel Windparks und Solaranlagen. „Mit KEBAP können wir gemeinsam zeigen, wie eine erneuerbare Nahwärme-Versorgung mit dem Fernwärmenetz verknüpft werden kann“, sagt Planet-Geschäftsführer Julian Tiencken, „das wäre ein echtes Pionier-Projekt für die Energiewende, auf das Hamburg stolz sein dürfte.“ Die KEGA eG hat gemeinsam mit Planet energy das Altonaer Ingenieurbüro Averdung Ingenieure & Berater GmbH mit der technischen Realisierungsstudie für die Energiezentrale und das Nahwärmenetz beauftragt, gefördert vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen des Förderprogramms „Wärmenetzsysteme 4.0“. Aktuell untersuchen die Ingenieure, welche Arten von erneuerbarer Energie sich im und am Bunker besonders effizient erzeugen lassen. Untersucht werden zum Beispiel Solarthermie, Wärmepumpen und Holzvergasung. KEBAP steht mit potenziellen Abnehmern im Quartier im Gespräch, die über ein Nahwärmenetz versorgt werden könnten. Parallel wird mit der Wärme Hamburg GmbH geklärt, ob und wie das neue Nahwärmenetz an das bestehende Fernwärmenetz gekoppelt werden kann.

Im Kulturteil will KEBAP Proberäume an Musikerinnen und Musiker vermieten, und zwar zu erschwinglichen Preisen. Darüber hinaus plant das Projekt auch nichtkommerzielle, gemeinschaftlich nutzbare Räume für Anwohnerinnen und Anwohner, zum Beispiel einen großen Multifunktionsraum, Werkstätten und eine Gemeinschaftsküche. Was dort in den Topf kommt, wird zum Teil in einem Gemeinschaftsgarten auf dem Bunkerdach wachsen.

Weitere Informationen www.kulturenergiebunker.de, www.kega-hamburg.org

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