Live Musik Kommission https://www.tiefgang.net Tue, 30 Mar 2021 11:01:52 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 „Zukunftsfähigkeit sichern!“ https://www.tiefgang.net/zukunftsfaehigkeit-sichern/ Fri, 02 Apr 2021 22:56:47 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7785 [...]]]> Der Bundesverband LiveKomm und der Berliner Verein Worx“ haben eine Bundesstiftung gegründet. Ziel: die Sicherung von Kulturräumen.

Die Live Musik Kommission – der Bundesverband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. (kurz: LiveKomm) und der Berliner Verein „Berlin Worx e.V.“ haben nach einjähriger Planungszeit die Bundesstiftung LiveKultur ins Leben gerufen. Ermöglicht wurde die Gründung durch eine Spende, die Jägermeister 2020 im Rahmen seiner globalen #SAVETHENIGHT Initiative an Berlin Worx gegeben hat, sowie den Eigenmitteln der LiveKomm. Die Ziele der Stiftung wird die Sicherung von bedeutsamen Kulturräumen und Flächen, die Entwicklung von Förderkonzepten für die Livekultur sowie die Anerkennung der Livekultur als wertige, schützenswerte und förderungswürdige Kultur sein.

„Die Krise hat uns nochmals gezeigt, die LiveKomm benötigt eine eigene „förderfähige“ Struktur, um die gemeinnützigen Bestandteile unserer Verbandsarbeit auslagern zu können. Hierfür wurde nun eine „Bundesstiftung LiveKultur“ auf Bundesebene errichtet, was mich sehr stolz macht“, erläutert Karsten Schölermann, Vorsitzender der Bundestiftung LiveKultur: „Wir brauchen beispielsweise einen bundesweiten „Schallschutzfonds“. Darüber hinaus müssen wir Flächen anmieten, pachten oder erwerben, um sie dem „Verwertungsdruck“ zu entziehen und sie dauerhaft der Livekultur widmen zu können. Wir müssen die Zukunftsfähigkeit von Clubs und (kleinen) Festivals sichern: ökologisch, ökonomisch, technisch und gesellschaftlich. Und wir wollen die nächste Generation Clubbetreiber:innen und Veranstalter:innen ausbilden.  Auch in Sachen „Innenstadt-Kultur“ kann die Stiftung als Träger fungieren und „Urban-Spaces“ begründen.“

Anna Blaich, stellvertretende Vorsitzende Bundesstiftung LiveKultur sowie zweite Vorsitzende des Regionalverbands EventKultur Rhein-Neckar e.V. ergänzt: „Mit Unterstützung aus Politik, Wirtschaft und der Live-Branche soll nun die Stiftung Kulturräume für Musikclubs und Festivals sichern, um die Livekultur als Bestandteil der deutschen Kulturlandschaft zukünftig zu erhalten. Werden die Livemusikspielstätten, und damit die von ihnen gebotenen Bühnen, nicht erhalten, verschwinden die ersten Auftrittsmöglichkeiten für Künstler:innen und damit ein Teil der kulturellen Diversität.“

Neben Anna Blaich und Karsten Schölermann vertreten Felix Grädler (LiveKomm Vorstand und Geschäftsführer der halle02 in Heidelberg) und Bernd Strieder (stellvertretender Geschäftsführer des VPBy, Verband für Popkultur in Bayern e.V.) als weitere Vorstandsmitglieder die Bundesstiftung LiveKultur. Ein weiterer Vorstandsposten ist noch vakant und soll durch eine Vorständin besetzt werden.

Zudem wird der Vorstand zukünftig durch einen Stiftungsbeirat unterstützt, der sich aus Vertreter:innen der Branche und der Politik zusammensetzen wird. Der Sitz der Bundesstiftung befindet sich im Schloss Alteglofsheim bei Regensburg, welches bereits Sitz der Bayerischen Musikakademie und des VPBy ist.

Quelle: Die LIVEKOMM (Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V.)

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Ein Applaus an die deutsche Clubszene https://www.tiefgang.net/ein-applaus-an-die-deutsche-clubszene/ Sat, 03 Jun 2017 07:34:11 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1262 [...]]]> In der ganzen Republik wird gerockt, gejazzt und gepopt, was das Zeug hält. Da will auch das Kulturstaatsministerium fetzen und zahlt einen hohen Eintritt.

Zum vierten Male wird der einst als „Bundesspielstättenpreis“ titulierte Fördertitel für überwiegend privat finanzierte Musikclubs in Deutschland ausgeschrieben. Mittlerweile heißt er „APPLAUS“ und wird von der Kulturstaatsministerin der Bundesregierung, zur Zeit Monika Grütters, vergeben.

Es geht summa summarum um 1,85 Millionen Euro. Damit ist der Preis der höchstdotierte Bundesmusikpreis. Der APPLAUS-Preis wird dabei in in drei Kategorien vergeben:

  • Kategorie I: Spielstätten mit regelmäßig mehreren Livemusikveranstaltungen in der Woche im Jahr 2016: Preisgeld: 40.000 Euro,
  • Kategorie II: Spielstätten mit durchschnittlich einer Livemusikveranstaltung pro Woche im Jahr 2016: Preisgeld: 20.000 Euro,
  • Kategorie III: Spielstätten sowie Veranstalter, die im Rahmen fester Programmreihen mindestens 10 Livemusikveranstaltungen im Jahr 2016 durchführten, Preisgeld 7.500 Euro.

Neu als Preise sind die Auszeichnungen für „Audience Development“ sowie „Artist Development“ hinzugekommen.

Der Audience Development-Preis prämiert kreative und nachhaltige Aktionen, mit denen neue Zielgruppen gewonnen und das Stammpublikum gepflegt werden. Beim Artist Development hingegen soll die Förderung der lokalen bzw. regionalen Musikszene ausgezeichnet werden. Die Preise sind mit je 7500 Euro dotiert. Des Weiteren kann die Jury einen freien Sonderpreis vergeben, der ebenso dotiert werden kann.

Das Bewerbungsverfahren für APPLAUS 2017 läuft bis zum 30. Juni 2017 – 18 Uhr.

Der Spielstättenprogrammpreis „APPLAUS – Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten“ der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien verbindet konkrete finanzielle Unterstützung für Clubbetreiber mit mehr öffentlicher Aufmerksamkeit für ihre musikalischen Angebote und Belange. Ausgezeichnet werden kulturell herausragende Livemusikprogramme, die maßgeblich zum Erhalt der kulturellen Vielfalt in Deutschland beitragen. Die Initiative Musik realisiert „APPLAUS – Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten“ unter Einbeziehung der Bundeskonferenz Jazz und der Live Musik Kommission – Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V..

Voraussetzungen zur Teilnahme sind u.a. aber, dass der Club nicht mehr als 1.000 Besuchende umfasst und sich überwiegend (mind. 60%) aus eigenen Mitteln statt öffentlicher Unterstützung finanziert.

Die Teilnahmebedingungen finden sich hier: initiative-musik.de-Teilnahmebedingungen

Das Online-Antragsverfahren findet sich hier: antragsverwaltung.de

In der Jury sitzen in diesem Jahr:

  • Steffen Deeg – Leitungsteam Cairo Würzburg
  • Prof. Dieter Gorny – Aufsichtsratsvorsitzender der Initiative Musik, Vorsitzender der Jury
  • Julia Hülsmann, Musikerin
  • Uli Kempendorff, Musiker
  • Reiner Michalke, Programmchef Stadtgarten Köln
  • Esther Rieger-Breuer, Geschäftsführerin Riegerous Artist Management
  • Constanze Schliebs, Künstleragentur AsiaNetwork
  • Dieter Schubert, Geschäftsführender Gesellschafter a.s.s. concerts & promotion
  • Julia von Wild, Freie Kulturmanagerin

Ansprechpartner für weitere Fragen:

Björn Kagel & Geoffrey Vasseur

Mo., Mi., Fr. 10-14 Uhr

T:  030 – 531 475 45 – 1

E-Mail: sppp(at)initiative-musik(dot)de

Hintergrund:

Die ursprüngliche Idee für den Spielstättenprogrammpreis wurde 2003 von der Bundeskonferenz Jazz (BK Jazz) entwickelt. Die BK Jazz setzte sich in etlichen Sitzungen und Gesprächen auf bundespolitischer Ebene für diesen Preis ein und konnte letztendlich gemeinsam mit der Initiative Musik erreichen, dass der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages im November 2012 erstmals 1 Million Euro für dessen Realisierung freigab.

Mehr kommunale Aufmerksamkeit

Ziel des Preises ist es, die kulturelle Leistung der kleinen Spielstätten und Konzertreihen des Jazz, Rock und Pop zu würdigen, sie strukturell zu stärken und ihnen kommunal wie regional höhere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Stellvertretend für die enorm wichtige kulturelle Arbeit der Spielstätten werden seither besonders die Programmmacher gewürdigt, die sich durch ein qualitativ hochwertiges und ambitioniertes Livemusikprogramm im Vorjahr ausgezeichnet haben.

„Künstler und Spielstättenbetreiber sitzen gemeinsam in einem Boot. Nur zusammen können wir für eine Stärkung der Jazzszene in Deutschland sorgen“, so Jazz-Pianistin Julia Hülsmann bei der ersten Verleihung des Preises 2013. „Der Spielstättenprogrammpreis zeigt deshalb genau in die richtige Richtung, denn ausgezeichnet werden Spielstätten, die nicht nur ein künstlerisch herausragendes Programmm bieten, sondern auch auf angemessene Bedingungen für die Musiker achten.“

Die Neiddebatte

Aber wie immer, wenn es ums Geld geht, ist auch in kulturellen Bereichen die Neiddebatte nicht weit. So schrieb 2015 Oliver Hochkeppel treffend in der ´Süddeutschen Zeitung`: „Man musste nicht lange nachfragen, um zu erfahren, dass sich die Jury komplett verkracht, ja, dass es eine Frontstellung der vier Jazzvertreter gegen die fünf Popdelegierten gegeben hatte. Ein offener Brief konnte mit Mühe unterdrückt werden, doch die Jazzmusikerin Angelika Niescier reiste aus Protest gar nicht zur Verleihung an. Und auch Jurymitglied Cornelia Vossebein, Geschäftsführerin der Zeche Carl in Essen, deutete auf der Bühne ihre Enttäuschung an, dass so wenig inhaltlich diskutiert worden wäre. Sieht man sich die Verleihung genauer an, registriert man in der Tat eine auffällige Zunahme der prämierten Pop-Clubs.“  

(2. Juni 2017, hl)

 

 

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