Maren Osten – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Mon, 09 Mar 2026 09:59:33 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Von Comic-Welten bis zur weiblichen Revolution https://www.tiefgang.net/von-comic-welten-bis-zur-weiblichen-revolution/ Tue, 17 Mar 2026 23:08:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13381 [...]]]> Der März im Hamburger Süden neigt sich dem Ende zu, aber wer denkt, dass die 11. SuedLese leise ausklingt, hat sich gewaltig getäuscht.

In der Finalwoche vom 23. bis 31. März dreht das Festival noch einmal richtig auf und biegt mit Wucht auf die Zielgerade ein, die von Comic-Welten bis zur politischen Revolution reicht. Es ist dieser Mix aus lokalem Herzblut und globaler Relevanz, der die SuedLese so unentbehrlich macht.

Ein Termin, der ins Auge springt, ist der Dienstagabend (24.3., 19 Uhr) im Harburger Integrationsrat. Die Journalist*innen Hussein Geesey und Sorosh Satari nehmen uns mit auf eine Reise, die unter die Haut geht. Sie berichten vom Ankommen in Harburg, aber auch von den lebensgefährlichen Schatten, die sie in Somalia und Afghanistan hinter sich gelassen haben. Dass die Lesung auf Somali und Deutsch stattfindet, ist ein starkes Zeichen für die Vielstimmigkeit unseres Stadtteils.

Am Mittwoch (25.3., 19 Uhr) wird es im Stellwerk am Harburger Bahnhof emotional. Kea von Garnier präsentiert ihr Romandebüt Restsommer. Es geht um diese eine große Entscheidung zwischen Sicherheit und Risiko, zwischen dem väterlichen Bestattungsinstitut und den eigenen Träumen. Eine feinfühlige Geschichte über den Mut zu springen – genau der richtige Stoff für einen Abend in der besonderen Atmosphäre des Bahnhofs.

Und auch das ist typisch für die SuedLese Literaturtage: Nach Drucklegung des Programmfestes wurde noch die Lesung mit Nina Faecke – Gut, dass du nicht mehr da bist am 27.03. um 19 Uhr in der Skylounge des PHNX Co-Living (Skylounge), Hannoversche Straße 88a (gegenüber des Harburger Bahnhofs) gebucht. Die Hamburger Journalistin und Ghostwriterin Nina Faecke gewährt unterhaltsame und tiefgründige Einblicke in die Welt des Ghostwritings. Sie erzählt von geheimen Treffen und der Kunst, die Lebensgeschichten anderer – wie die der Sängerin Peggy March – zum Leben zu erwecken. Im Zentrum des Abends steht ihr aktueller SPIEGEL-Bestseller Gut, dass du nicht mehr da bist (Co-Autorin von Franziska Hohmann). Ein bewegendes, tabubrechendes Werk über die Befreiung aus einer toxischen Mutter-Tochter-Beziehung.

Aber auch das gehört zu einem Literaturfest, das nun immerhin vier Wochen geht: die von vielen mit Spannung erwartete Lesung am Montag (30.3., 18.30 Uhr) in der legendären Kneipe Zur stumpfen Ecke und mit Olivier David fällt krankheitsbedingt und ersatzlos aus.

Den krönenden Abschluss bildet dafür am Dienstag (31.3., 18.30 Uhr) die Philosophin Olga Shparaga im Kulturhaus Süderelbe. Sie analysiert die belarussische Demokratiebewegung und zeigt, wie Care-Arbeit zum politischen Akt gegen eine Diktatur werden kann. Ein Abend über Zivilcourage, der uns alle mit der Frage entlässt, was wir für unsere eigene Freiheit lernen können.

Ob Krimi-Spannung mit dem ehemaligen Rauschgiftfahnder Ben Westphal auf St. Pauli oder poetische Figurenstücke für die Kleinsten bei Theater Rosenfisch – diese letzte Woche bietet wirklich für jede*n etwas. Also, nutzen Sie die letzten Tage dieses Literaturmarathons und lassen Sie sich von der Begeisterung anstecken!

Die Termine im Überblick:

Di., 24. März, 19 Uhr: Hussein Geesey & Sorosh Satari – Ankommen in Harburg, Harburger Integrationsrat, Hermann-Maul-Str. 5, 21073 Hamburg; Eintritt: frei – Spende erwünscht

Mi., 25. März, 19 Uhr: Kea von Garnier – Restsommer, Stellwerk, Hannoversche Str. 85, 21079 Hamburg; Eintritt: frei – Spende erwünscht

Do., 26. März, 19 Uhr: Bärbel Wegner & Steven Haberland – Harburg. Das Buch, Bücherhalle Harburg, Eddelbüttelstraße 47a, 21073 Hamburg; Eintritt: 5 Euro

Fr., 27. März, 19 Uhr: Ulrich Lubda – In Übersee mit Zungen verschollen, Alles wird schön e.V., Friedrich-Naumann-Str. 27, 21075 Hamburg; Eintritt: frei – Hutspende erwünscht

Do., 27.03. | 19 Uhr: Nina Faecke – Gut, dass du nicht mehr da bist, Eintritt: 5 € | PHNX Co-Living (Skylounge), Hannoversche Straße 88a, 21079 Hamburg

Sa./So., 28./29. März, 10–14 Uhr: Laura Münker – Comics zeichnen (Ferienworkshop), VHS-Zentrum Harburg Carrée, Eddelbüttelstraße 47a, 21073 Hamburg; Kursgebühr: 28 Euro (Anmeldung erforderlich)

Sa., 28. März, 16 Uhr: Regina Denk – Der Fährmann, Buchhandlung am Sand, Hölertwiete 5, 21073 Hamburg; Eintritt: 15 Euro

Sa., 28. März, 18 Uhr: Ben Westphal – Der Bulle auf St. Pauli, Bücherhalle Kirchdorf, Wilhelm-Strauß-Weg 2, 21109 Hamburg; Eintritt: 8 Euro / erm. 5 Euro

Sa., 28. März, 19 Uhr: Maren Osten – Von Doppelgängern und Nachtgeflüster, Schlagzeugstudio Harburg, Heimfelder Str. 43a, 21075 Hamburg; Eintritt: frei – Spende erwünscht

Sa., 28. März, 10–14 Uhr: Bina Noss – Online-Schreibwerkstatt, Online via Zoom; Kursgebühr: 34 Euro (Anmeldung erforderlich)

So., 29. März, 11 & 12.45 Uhr: Theater Rosenfisch – Ich mach dich gesund, sagte der Bär (für Kinder), Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestraße 20, 21107 Hamburg; Eintritt: 3 Euro (K) / 6 Euro (E)

So., 29. März, 11–16 Uhr: Jutta Martens – Szenisch-kreatives Schreiben (Workshop), VHS-Zentrum Harburg Carrée, Eddelbüttelstraße 47a, 21073 Hamburg; Kursgebühr: 44 Euro (Anmeldung erforderlich)

So., 29. März, 17 Uhr: Ben Westphal – Der Bulle auf St. Pauli, Amtshaus Moisburg, Auf dem Damm 5, 21647 Moisburg; Eintritt: 10 Euro

Mo., 30. März, 18.30 Uhr: Olivier David – Von der namenlosen Menge, Zur stumpfen Ecke, Rieckhoffstraße 14, 21073 Hamburg; Eintritt: frei – Spende erwünscht

Mo., 30. März, 19 Uhr: Abschlusslesung der Schreibwerkstatt (Jörn Waßmund), Treffpunkt HH-Süd, Knoopstraße 1, 21073 Hamburg; Eintritt: frei

Di., 31. März, 18.30 Uhr: Olga Shparaga – Die Revolution hat ein weibliches Gesicht, Kulturhaus Süderelbe (JoLa), Am Johannisland 2, 21147 Hamburg; Eintritt: frei

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Romane aus der Nachbarschaft https://www.tiefgang.net/romane-aus-der-nachbarschaft/ Fri, 24 Nov 2017 23:05:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2578 [...]]]> In  Heimfeld tagt wöchentlich eine Werkstatt des Schreibens. Und ihr Team bringt seine Ideen und Worte nicht nur zu Papier. Jetzt verlegt es auch – in Eigenregie.

„AWS-Literatur“ nennt sich das neue kreative „Start up“ in Hamburgs Süden und ihre Gründer sind schon reich. Vielleicht nicht an Geld, aber an Ideen und Werken mangelt es wahrlich nicht. Und es ist faszinierend, zu wissen, dass es gute Bücher aus der Nachbarschaft sind.

Die Idee entstand 2016 bei Wilfried Abels und Jan Christoph Nerger, Klaus von Hollen, Sonja Alphonso, Susan Dettmann und Maren Osten wurden seine Mitstreiter. Auf der website vom Verlag AWS-Literatur liest sich:

„Wir sind eine Gruppe von schreibbegeisterten, ehrenamtlich arbeitenden Menschen, die sich das Ziel gesetzt haben, Autoren und Künstlern aus dem Umfeld des Kulturvereins alles-wird-schön e.V. eine einfache Möglichkeit zu bieten, um in einem professionellen Rahmen zu veröffentlichen.“ Da kommt also noch was auf uns zu.

Und zwei Werke sind auch schon erhältlich und das zu Preisen, die es nahelegen, es hier und da unter einen Weihnachtsbaum zu legen. So etwa „Club der Sturmvögel“ – ein Roman von Jan Christoph Nerger. Zur Geschichte: Im Jahr 2012 fällt der vierzigjährige Popstar Alex in eine Sinn­krise. Er verspürt den Wunsch, aus seinem oberflächlichen Leben auszubrechen und erinnert sich an seine ungewöhnli­che Blankeneser Jugend in den 80ern, vor allem an seine Freundschaft und Liebe zur HIV-infizierten Mitschülerin Anja und deren junger Mutter Britta, aber auch an seine aufsässi­gen Klassenkameraden Mirko und Stefan. Später lernte er die junge Rockerin Marla kennen und lieben. Er sang in ihrer Rockband, bis es zum Zerwürfnis kam, weil er „ent­deckt“ wurde.

Alex beginnt nach den Menschen aus seiner Vergangenheit zu suchen und gerät wie damals in einen Strudel aus Ver­zweiflung, Leidenschaft und Liebe. Für ihn beginnt ein auf­regender Weg zurück zu sich selbst.

Der Autor Jan Christoph Nerger, geboren 1973 in Hamburg, lebt bis heute in der Elbmetropole. Der gelernte Erzieher und Bürokauf­mann schreibt als leidenschaftlicher Romanautor über seine Generation sowie über ökologische und futuristische The­men.

Club der Sturmvögel, Jan Christoph Nerger,
1. Auflage, 252 Seiten, ISBN 978-3-947051-00-7,  Preis: 9,- €
Leseprobe

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Und ein Roman von Klaus von Hollen findet sich auch. Klaus von Hollen wurde 1963 in Bremen geboren und lebt seit 1989 in Hamburg. Der gelernte Krankenpfleger und Groß­handels­kauf­mann arbeitet seit 1999 als Taxifahrer. 2004 veröffentlichte er gemeinsam mit vier anderen Autoren den Kurz­geschichten­band: „METRO.pole: Untergrundgeschichten“. Nun sein Debüt als Solist.

Seine Geschichte „Zeugnis eines Außenseiters“ handelt von Paul Lohmann, einem 38 Jahre alten Computerexperten in einem Elektrofachmarkt. Peter traut seinen Augen nicht, als er eines Tages Frank Woytek, dem Kerl, der ihm während der Schulzeit das Leben zur Hölle gemacht hat, gegenüber steht. Paul hofft, dass Frank ihn nicht erkennt, aber sein Stottern, das ihn schon sein ganzes Leben beeinträchtigt, bringt Woytek auf die richtige Spur. Aufs Neue verhöhnt, kehren Pauls Erinnerungen an die bitteren Erlebnisse aus seiner Jugendzeit zurück. Der Alptraum, so scheint es, will einfach kein Ende nehmen. Doch Paul ist nicht bereit, sich ein weiteres Mal terrorisieren zu lassen.

Zeugnis eines Außenseiters, Klaus von Hollen,
1. Auflage, 236 Seiten, ISBN 978-3-947051-01-4, Preis: 9,- EUR

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Bestellungen im Handel am besten unter Angabe der ISBN.

Weiterführender Link zum AWS-Literatur-Verlag: http://www.aws-literatur.de

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