Martin Kippenberger – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Tue, 03 Jun 2025 09:05:52 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Ein Fest der Farben und Formen https://www.tiefgang.net/ein-fest-der-farben-und-formen/ Fri, 20 Jun 2025 22:54:45 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11928 [...]]]>

Am Samstag, den 28. Juni 2025, öffnen sich die Tore der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg für ein ganz besonderes Ereignis: „Families & Friends“.

Dieser Tag verspricht nicht nur einen tiefen Einblick in die Welt der Malerei, sondern auch ein Fest der Begegnung und des gemeinsamen Erlebens von Kunst.

Nachdem die Sammlung Falckenberg bereits 2019 mit der Jubiläumsausstellung „Installationen aus der Sammlung Falckenberg“ für Aufsehen sorgte, steht nun ein anderes Medium im Rampenlicht: die Malerei. „How’s My Painting?“ ist der vielversprechende Titel der Ausstellung, die erstmals in dieser umfassenden Form 170 Werke von über 70 Künstler*innen aus der Sammlung Falckenberg präsentiert.

Von Punk-Attitüde bis Dekonstruktion

Die Ausstellung nimmt ihren Ausgang bei den rebellischen Klängen der 1980er Jahre, als Werner Büttner, Albert Oehlen und Martin Kippenberger mit ihrer vom Punk inspirierten Haltung die etablierte Kunstszene aufmischten. Gemeinsam mit ihren amerikanischen Kollegen Raymond Pettibon und Mike Kelley verkörpern sie den für die Sammlung Falckenberg so prägenden Begriff der „Counter Culture“.

Doch „How’s My Painting?“ ist weit mehr als eine nostalgische Rückschau. Die Ausstellung spannt einen weiten Bogen über sämtliche Spielarten des Mediums – vom klassischen Tafelbild bis hin zu installativen, dekonstruktiven und konzeptuellen Ansätzen. Viele der vertretenen Künstler*innen wurden bereits früh von Harald Falckenberg entdeckt, lange bevor sie internationale Anerkennung erlangten. So wird „How’s My Painting?“ auch zu einer Hommage an den visionären Blick des Sammlers und seinen nachhaltigen Einfluss auf die Kunstwelt.

Kunst als Erlebnis

„Egal ob alt oder jung, ob ihr unter einem Dach zusammenlebt oder nicht, ob ihr verwandt seid oder ihr euch als Familie gefunden habt“1 – dieser einladende Ruf macht deutlich: „Families & Friends“ ist ein Fest für alle, die Kunst in ihrer Vielfalt erleben und sich von ihr inspirieren lassen wollen.

Und das Programm lässt keine Wünsche offen:

  • 12 Uhr: Eine Familienführung entführt in die Welt von „How’s My Painting?“.

  • 13 – 16 Uhr: In der offenen Werkstatt können Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren unter Anleitung von Lola Bott selbst zu Künstler*innen werden und eigene Kunstwerke erschaffen.

  • 13 Uhr: Eine Dragführung mit Didine van der Platenvlotbrug und Blessless Mahoney eröffnet queere Perspektiven auf die Ausstellung (Achtung: Anmeldung erforderlich, Altersempfehlung ab 16 Jahren).

  • 14 Uhr: Eine Überblicksführung gibt einen umfassenden Einblick in „How’s My Painting?“.

  • 15 Uhr: Wer schon immer einmal wissen wollte, wie eine Sammlung dieser Größenordnung aufbewahrt wird, darf einen Blick hinter die Kulissen in das Schiebelager der Sammlung Falckenberg werfen.

  • 16 Uhr: Eine Themenführung widmet sich einem ausgewählten Aspekt der Ausstellung.

  • 17 Uhr: Im Metropolis Kino im Planet Harburg klingt der Tag mit der Filmvorführung „Daniel Richter – Game of Colors“ aus (kostenpflichtig).

Die Veranstaltung ist Teil des Förderprojekts „Kunst für Harburg“ der Deichtorhallen Hamburg, das vom Bezirk Harburg unterstützt wird. Dieses Projekt verfolgt ein wichtiges Ziel: Kunst für alle zugänglich zu machen.

„Das Projekt verfolgt den Ansatz, auch jenen Menschen einen Zugang zur Kunst zu ermöglichen, die ihr sonst aufgrund fehlender finanzieller Mittel oder sonstiger Barrieren fernbleiben“, so die Isabel Abele von der Sammlung Falckenberg. „Zugleich stärkt es den Kulturstandort Harburg und zeigt einmal mehr: Harburg hat kulturell durchaus etwas zu bieten!“

„Families & Friends“ ist also nicht nur ein Fest der Kunst, sondern auch ein Geschenk an die Stadt und ihre Bewohner*innen. Ein Tag, der dazu einlädt, Kunst neu zu entdecken, Fragen zu stellen und sich von der Vielfalt der Malerei inspirieren zu lassen.

Auf einen Blick:

Samstag, 28. Juni 2025, 12-17 Uhr: Families & Friends in der Sammlung Falckenberg

Sammlung Falckenberg, Phoenix-Hallen, Hamburg-Harburg, Wilstorfer Str. 71, 21073 Hamburg-Harburg, Eintritt: Frei

 

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Keith Haring in Essen https://www.tiefgang.net/keith-haring-in-essen/ Fri, 27 Dec 2019 23:01:40 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6162 [...]]]> Das Essener Folkwang Museum will mehr als nur Schauraum sein. Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen ist ihm Anspruch und Programm zugleich. Für 2020 hat man sich viel vorgenommen …

Essen. Im kommenden Jahr präsentiert das Museum Folkwang ein umfangreiches und interdisziplinäres Programm rund um gesellschaftlich relevante Themen wie Urbanität und Stadtgesellschaft, Migration, AIDS oder Datensicherheit. Neben einer großen Retrospektive zu Keith Haring und der Präsentation von Martin Kippenbergers Großinstallation The Happy End of Franz Kafka’s ‚Amerika‘ zeigt das Museum Folkwang die fotografischen Arbeiten Aenne Biermanns und das grafische Werk des Filmemachers Federico Fellini. Die Schau Keith Haring wird flankiert von einer Ausstellung internationaler Plakate gegen AIDS. Zudem stellt der Künstler Mario Pfeifer eine neu produzierte Videoinstallation zur Cyberkriminalität vor. Zehn Jahre nach dem Kulturhauptstadtjahr nimmt eine Ausstellung mit Exponaten aus dem Baukunstarchiv NRW die Kulturbauten des Ruhrgebiets in den Blick. Ab Mitte 2020 erhält die Fotografische Sammlung Räumlichkeiten zur ständigen Präsentation ihrer umfangreichen Bestände und lädt zum Dialog mit jungen Positionen sowie Partnern aus dem Bereich Fotografie ein.

Peter Gorschlüter, Direktor des Museum Folkwang, betont: „Das Museum und die Kunst ermöglichen die Reflektion des aktuellen Zeitgeschehens. In 2020 stehen rund um unsere Highlight Ausstellung Keith Haring weitere wichtige gesellschaftliche Themen im Fokus: Was macht eine moderne Gesellschaft aus? Wie geht sie mit ihren Krisen um? Von der Protestkultur zur Cybergesellschaft, von der Migration zur Urbanität: Das Museum des 21. Jahrhunderts soll ein Ort des offenen und lebendigen Austauschs sein, der für Teilhabe und Transparenz steht. Der Mensch und die Stadtgesellschaft stehen dabei immer im Mittelpunkt unserer Programmatik.“

Das Ausstellungsjahr 2020 beginnt mit der Retrospektive Aenne Biermann (ab 21. Februar). Das Museum Folkwang ist im Besitz zahlreicher fotografischer Werke Biermanns. Gemeinsam mit den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde und der Pinakothek der Moderne, München, wird das kurze aber produktive Schaffen der Autodidaktin und Wegweiserin der modernen Fotografie erfahrbar. Ab Mitte des Jahres bekommen die Besucherinnen und Besucher einen erweiterten Blick in die umfangreichen Bestände der Fotografischen Sammlung: Neben den Wechselausstellungen und der Sammlungspräsentation Neue Welten wird zukünftig auch das Untergeschoss des Museums der ständigen Präsentation fotografischer Arbeiten dienen. Die Räumlichkeiten bieten perfekte Bedingungen für die lichtempfindlichen Exponate. Der Dialog mit Partnern und aktuellen fotografischen Positionen ist dabei wesentlich für das neue Konzept.

Ab dem 13. März präsentiert der Künstler Mario Pfeifer im Untergeschoss des Museums eine neu produzierte Videoinstallation, die er im Kontext des VISIT Artist in Residence Stipendiums der innogy Stiftung zum Thema „Cyberkriminalität“ und „Datensicherheit“ entwickelt. Pfeifer setzt sich in seinen Videoarbeiten immer wieder mit sozialkritischen und politischen Themen auseinander.

Im Frühsommer 2020 setzt das Museum einen thematischen Schwerpunkt mit einer Retrospektive des US-amerikanischen Künstlers Keith Haring und einer Ausstellung internationaler Plakate gegen AIDS. Rettet die Liebe! bildet den Auftakt am 8. Mai: Bei freiem Eintritt können die Besucherinnen und Besucher anhand von rund 300 Plakaten aus verschiedenen Ländern unterschiedlich konnotierte AIDS-Aufklärung – mal einfühlsam, mal schockierend – betrachten. In diesem Kontext werden u. a. Plakate von Keith Haring gezeigt, dem das Museum Folkwang ab dem 29. Mai die große Retrospektive Keith Haring widmet. In seiner Kunst und mit seinen eingängigen Motiven setzte sich der Künstler immer wieder mit den drängenden Problemen seiner Zeit auseinander. Mehr als 85 Werke, darunter großformatige Gemälde, frühe Zeichnungen, Video- und Performance Experimente, Plakate und Schallplattencover vermitteln die Bandbreite seines Oeuvres. Selten, zum Teil noch nie gezeigtes Archivmaterial, Flugblätter, Manuskripte, Film- und Fotoaufnahmen lassen den kreativen Geist der New Yorker Straßen- und Clubkultur der 1980er Jahre wiederauferstehen.

Zehn Jahre nach dem Kulturhauptstadtjahr 2010 und der Eröffnung des von David Chipperfield entworfenen Neubaus des Museum Folkwang wird in der Ausstellung „Und so etwas steht in Gelsenkirchen …“ auf rund 70 Jahre Baukultur des Ruhrgebiets zurückgeblickt (ab 11. September). Anhand von Wettbewerbsplänen, Modellen und originalen Skizzen aus dem Baukunstarchiv NRW werden die „Biografien“ wichtiger Kulturbauten nachgezeichnet, u. a. vom Museum Folkwang, dem Aalto-Theater in Essen, dem Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen und dem Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop.

Anlässlich des 100. Geburtstags Federico Fellinis würdigt das Museum Folkwang mit Von der Zeichnung zum Film das grafische Werk des italienischen Filmemachers (ab 23. Oktober). Seiner Karriere im Film ging eine Tätigkeit als Karikaturist voraus. Um die Figuren und Szenen seiner Filme zu entwerfen, bediente er sich oft dem Medium der Zeichnung. Die Ausstellung macht die Bedeutung der Zeichnung im Schaffensprozess Fellinis anhand von Arbeiten auf Papier, Filmstills, Set-Aufnahmen und Ausschnitten seiner bedeutendsten Filme nachvollziehbar.

Aktueller denn je ist Martin Kippenbergers Großinstallation The Happy End of Franz Kafka’s ‚Amerika‘ aus den 1990er Jahren, mit deren Präsentation das Ausstellungsjahr 2020 endet (ab 20. November). Inspiriert von Franz Kafkas Romanfragment Der Verschollene/Amerika baute Kippenberger ein improvisiertes und aberwitziges Aufnahme-Camp für Migranten und Jobsuchende auf. Die 50 Sitz- und Tischgruppen laden zu fiktiven „Einstellungsgesprächen“ ein und konfrontieren die Besucherinnen und Besucher mit dem Gefühl des Fremdseins – einer existenziellen Erfahrung, der heute unzählige Menschen erneut ausgesetzt sind. Die Großinstallation mit den Ausmaßen eines Sportplatzes wird erstmals nach vielen Jahren wieder in Deutschland und vollständig zu sehen sein.

Darüber hinaus arbeitet das Museum Folkwang verstärkt an der Digitalisierung seiner Sammlungsbestände. Im Jahr 2020 wird die Sammlung Online von derzeit etwa 2.500 Exponaten auf rund 80.000 Datensätze aufgestockt. Damit ist eine vertiefte Recherche in den Beständen jederzeit und für jedermann möglich. Das Museum Folkwang geht damit einen weiteren Schritt in Richtung Öffnung und Transparenz.

Quelle: www.museum-folkwang.de

 

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