Matthias Rieger https://www.tiefgang.net Thu, 24 Dec 2020 09:37:56 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Neuaufstellung https://www.tiefgang.net/neuaufstellung/ Thu, 24 Dec 2020 09:37:56 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7465 [...]]]> Zum Jahresende wählte der Landesmusikrat Hamburg einen neuen Präsidenten. Aber er hat noch mehr vor …

Die diesjährige Mitgliederversammlung des Landesmusikrates Hamburg fand am 10. November statt. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation wurde die Sitzung zum ersten Mal online durchgeführt. Im Rahmen der Mitgliederversammlung fanden Nachwahlen für das Präsidium statt. Der Komponist und Musiker Ludger Vollmer, der Vorstand für Hamburg im LV Norddeutschland des Deutschen Komponistenverbandes ist, wurde mit großer Mehrheit zum neuen Präsidenten des Landesmusikrates Hamburg gewählt.

„Ich freue mich sehr, dass die Mitglieder mir das Vertrauen ausgesprochen haben. Gemeinsam möchten wir in den kommenden Jahren schlagkräftiger durch die intensivierte Schaffung von Synergien zwischen Mitgliedern und Szenen werden sowie die Anliegen unserer Mitglieder stärker in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit und der Politik bringen“, so Präsident Vollmer. Er folgt dem bisherigen Präsidenten Rüdiger Grambow. Herrn Grambow, der aus Altersgründen zurückgetreten ist, sprachen die Anwesenden für sein großes Engagement ganz herzlich ihren Dank aus.

Des Weiteren wurde Theo Huß, der bereits seit 2018 dem Präsidium angehört, zum 2. Vizepräsidenten gewählt. Er ist im Vorstand des Bundesverbandes Musikunterricht, LV Hamburg. Als neues Mitglied des Präsidiums wurde Prof. Frank Böhme, Prodekan, Dekanat 12, der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, gewählt. Dem Präsidium gehören darüber hinaus weiterhin an: Doris Vetter, Beauftragte für das Chorwesen, Chantal Nastasi-Zinn, Vorstandsmitglied im DTKV Hamburg und der 1. Vizepräsidenten Matthias Rieger.

„Für die laufende Amtsperiode bis 2022 werden wir den bereits eingeschlagenen Weg der intensiven Zusammenarbeit mit den Behörden und der Politik ausbauen und uns in dieser aktuellen Situation aufgrund der Corona-Pandemie für die Anliegen unserer Mitglieder verstärkt einsetzen und gemeinsam mit der Stadt das Musikleben in Hamburg weiter voranbringen“, so Matthias Rieger. Die Anwesenden der Mitgliederversammlung dankten Angelika Bachmann und Markus Menke, die ihre Tätigkeit im Präsidium nicht fortführen, für deren Mitarbeit und Unterstützung.

Ludger Vollmer studierte Violine, Viola und Komposition in Weimar und Leipzig; 1990 Diplom (Viola); 1989-94 Orchestermusiker in Leipzig, Magdeburg und Erfurt. Seither freischaffender Musiker; 1994-95 Schüler von Alfred Schnittke, Hamburg; Von 1994-98 Studium Dipl.-Päd. Improvisation (Peter Jarchow, Leipzig); 1995-99 Dipl.-Studium Komposition mit Konzertexamen (Dimitri Terzakis, Leipzig); seit 1990 Lehrtätigkeit in der Musikschule Weimar und Jena (MKS) sowie an der FHS Jena (1998-2001); seit 1995 Studienaufenthalte in Norwegen, Türkei, Israel, Griechenland; Tätigkeit als Komponist (Aufführungen in Europa, Australien, Asien und Amerika) mit Schwerpunkt Musiktheater (Aufträge für abendfüllende Opern u.a. in Bremen, Stuttgart, Köln, Karlsruhe, Nordhausen, Regensburg, Hagen, Freiburg und Weimar); Verlag seit 2009 ist SCHOTT Music GmbH. Jurymitglied: u.a. „Jugend musiziert“, AMH (Deutsche Bank Stiftung). 2019 Vorstand für Hamburg des Deutschen Komponistenverbandes. Ludger Vollmer lebt in Hamburg.

Quelle: Landesmusikrat Hamburg e.V. 

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Von wegen Amateure! https://www.tiefgang.net/von-wegen-amateure/ Fri, 21 Aug 2020 22:58:01 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7175 [...]]]> Hunderte Amateur*innen musizierten letzte Woche zusammen aber auf Abstand und verteilt in der ganzen Stadt. Denn sie wollten sich mal wieder Gehör verschaffen …

Am Freitag, 14. Aug. – also genau 5 Monate nach dem offiziellen Lockdown – gingen unter dem Motto „Wir verschaffen uns Gehör!“ an elf verschiedenen Orten der Stadt gut 20 Ensembles für diese Aktion auf die Straße. Ihr Ziel: auf Abstand, aber zusammen musizieren. Mitbekommen konnte man es nur, wenn man zufällig in der Nähe war, denn ein organisiertes Konzert war, konnte und sollte es nicht sein.

Unter Federführung des Hamburger Landesmusikrates wiesen die im Verband organisierten Amateurmusiker*innen auf ihre spezielle Situation in Zeiten der Pandemie hin. Und die Idee sorgte allerorten für spontane Aufmerksamkeit und abwechslungsreiche Unterhaltung. Während etwa nahe der Hamburger Einkaufsmeile Mönckebergstraße an der St. Jacobi-Kirche erst das klassische Orchester‘91 spielte, dann von dem Seniorenchor Älter und Besser und dem Nachwuchs-Männerchor The Baritones mit völlig unterschiedlichen Repertoires abgelöst wurde, jazzte es im Schroedinger‘s nahe dem Fernsehturm mit den Alabama Hot Six und der Traditional Old Merry Tale Jazzband. siehe TV-Bericht auf „Hamburg1“

In Barmbek gaben an der Zinnschmelze stimmgewaltig der MusicAlive und der Belle Alliance Chor ihr Können zum Besten, ein paar Straßen weiter fragte sich auch der Hauschor der autofreien Wohnsiedlung Saarlandstraße: „Wo sollen wir singen?“. Zeitgleich überraschten im Bergedorfer Schlosspark das Ensemble Variante und der Chor Schall & Rauch. In Altona traten ein Jodelchor, ein Teil des Landesjugendorchesters und der Vokalkreis Reinbek auf, während sich in St. Georg das Mandolinenorchester SOL und die Oriental Band im Hartwig Hesse Quartier zusammenfanden. Weiteren Jazz konnte man in Sasel von der Southland New Orleans Jazzband und von den BilleBläsern auf der Kulturachse Billstedt hören. Auch in Langenhorn wurde musiziert, dort erfreute das Norddeutsche Zupforchester die Passanten im Einkaufszentrum.

„Wir haben die Auftritte nicht ankündigen wollen“, so Landesmusikrat-Geschäftsführer Thomas Prisching, „denn es hätte vermutlich jede Menge Publikum angezogen und dafür können wir keine Sicherheit garantieren.“ Also hatte man sich für Spontankonzerte entschieden, die nur vorbeieilende Passanten bemerken konnten.

Und noch etwas Besonderes hatten die musikalischen Darbietungen inne: überall waren Markierungen zwischen den weit auseinander stehenden Musizierenden zu sehen. Denn und gerade bei Chören und Blasmusikensembles ist ein Abstand von 2 Metern zwischen den Personen einzuhalten, was ein „Miteinander“ eines Ensembles sowohl vor ein Platzproblem als auch ein akustisches stellt, da einzelne Stimmen dann auch weit auseinanderliegen und die Abstimmung untereinander schwieriger wird.

Auf verteilten Handzetteln war zu lesen, dass viele der über ganz Hamburg verteilten Ensembles nicht über ausreichend große Räume zum Proben verfügen und auf bürgerliche Mithilfe hoffen. Gefragt sind daher alle Bürger*innen der Stadt, denen leere Gebäude, Hallen und große Räume bekannt sind, diese an den Landesmusikrat unter rudat@lmr-hh.de zu melden, um den betroffenen Chören, Orchestern und Ensembles zu helfen. „Kommerzielle Mieten sind für die Betroffenen nicht leistbar“, so Matthias Rieger, Vizepräsident des Landesmusikrates. „Aber wir arbeiten mit Hochdruck daran, andere kreative Lösungen zu finden, wie z. B. die Übernahme von Patenschaften für Hamburger Ensembles durch Hamburger Unternehmen.“

Und ohne gemeinschaftliches Proben droht manches Ensembles auseinanderzufallen. Rosemarie Pritzkat, unter anderem Leiterin vom Hamburger Knabenchor „The Baritones“, die vor dem Kirchenportal der St. Jacobi-Kirche nahe der Mönckebergstraße imposant ihre Stimmkunst verdutzten Passanten darboten, weiß, wie schnell Amateure in probefreier Zeit sich ganz anderen Hobbies widmen können: „Gerade bei den Jugendlichen kann da schnell ein ganz anderes Interesse gefunden werden und manches Talent geht verloren!“ Das wiederum macht auch den Ensembleleitungen zu schaffen. Sie bekommen für ihre teils hochqualifizierte Arbeit bei den Proben meist ein geringes Entgelt, das nun aber auch oft in Frage steht. Und so zieht die Krise immer weitere Kreise. Gunnar Thielemann von der Oldtime-Jazzcombo „Alabama Hot Six“, die im „Schroedinger‘s“ auftraten, war daher froh, dass er mit seinen Kollegen überhaupt mal wieder auftreten konnte. „Es ist weit weg von Konzerten mit 200 Besuchern oder mehr. Aber wir sind ja schon glücklich, wenn wir überhaupt wieder zusammenspielen!“

Weiterführend: Landesmusikrat Hamburg e.V.

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„Wir wollen wieder musizieren“ https://www.tiefgang.net/wir-wollen-wieder-musizieren/ Fri, 07 Aug 2020 22:47:30 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7157 [...]]]> „Musik macht alles besser“ lautet ein altbekannter Schlager. Das denken sicher auch alle Amateurmusikensembles der Stadt über ihr gemeinsames Musizieren. Die Pandemie stellt dies nun aber existenziell in Frage.  

Gut 200.000 Menschen in Hamburg gehen in ihrer Freizeit und teils hoch qualifiziert der Musik nach: in Chören, Ensembles, Zupf-, Blas- oder Orchestern jeder Couleur – sie sind die Kinderstube des Nachwuchses, aus dem manch großer Star von Morgen hervorgeht.

Jetzt aber stehen sie vor großen Herausforderungen. Trotz Lockerungen der Corona-Verordnungen, nach fast dreimonatigem Shut-Down, ist das gemeinschaftliche Musizieren stark beeinträchtigt und läuft nur langsam wieder an– es fehlt an Platz, Raum und passenden Auftrittsorten. Die Pandemie und die damit verbundene Angst vor Ansteckung erschweren das gemeinschaftliche Musizieren zusätzlich. Die Amateurmusikszene, eines der größten zivilgesellschaftlichen Bewegungen in Deutschland mit großem ehrenamtlichen Engagement, möchte in Hamburg trotzdem positiv in die Zukunft blicken und wieder regulär musizieren können.

„Chöre wie auch Blasorchester benötigen nach aktuellen Empfehlungen einen Mindestabstand von 2,5 m in geschlossenen Räumen und 1,5 m im Freien  zwischen ihren Ensemblemitgliedern, um der Aerosol-Verteilung Rechnung zu tragen. Da braucht es gutes Wetter und leere Parks im jetzigen Sommer. Aber spätestens im Herbst müssten große Räume her, um überhaupt gemeinsam und in normaler Besetzung musizieren zu können“, so Doris Vetter aus dem Präsidium des Landesmusikrates Hamburg und selbst in der Chorarbeit aktiv. „Ein gemeinsames Singen per Videokonferenz“, so ihre eigene Erfahrung, „ist eine gute Möglichkeit zur Überbrückung der akuten Situation. Nach vier Monaten auf Zoom wird es aber höchste Zeit für Präsenzproben. Diese kann kein Online-Tool ersetzen.“

Auch instrumentale Ensembles, Bands und Orchester kämpfen mit den vorgeschriebenen Abstands- und Kontaktregeln. Diese haben häufig auch keine adäquaten Räume, wo alle Mitspielenden unter den gegebenen Umständen proben können.

„Wir sind sehr dankbar, dass die Behörde für Kultur und Medien, vor allem auch Herr Senator Dr. Carsten Brosda, sich von Beginn der Corona-Pandemie an intensiv für die Musik in Hamburg einsetzt. Die BKM unterstützt derzeit die Amateurmusikszene auch aktiv bei der Raumsuche“, bedankt sich Thomas Prisching, Geschäftsführer.

Der Landesmusikrat Hamburg,  größter Dachverband der Musikstadt Hamburg,  möchte hierbei unterstützen. „Wir wären froh, wenn wir geeignete Räume in Hamburg hin und wieder und auf unkompliziertem Wege nutzen könnten“, so der 1. Vizepräsident Matthias Rieger. Und das im gesamten Stadtgebiet, denn „betroffene Chöre und Instrumental – Ensembles finden sich überall in dieser Stadt und wollen auch dort musizieren“.

 Aufruf:

Wenn Sie über private Räume, Säle und Hallen verfügen, die  frei und geeignet sein könnten, freuen sich der Landesmusikrat über eine Information an Frau Anita Rudat unter rudat@lmr-hh.de.

Quelle: www.lmr-hh.de

 

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