Meyer&Kowski – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 20 Aug 2021 16:33:15 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 750.000 Euro für die Freie Szene https://www.tiefgang.net/750-000-euro-fuer-die-freie-szene/ Fri, 20 Aug 2021 22:21:24 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8297 [...]]]> Bereits zum zehnten Mal vergibt die Behörde für Kultur und Medien mit dem Elbkulturfonds Fördergelder für Projekte freischaffender Künstlerinnen und Künstler in Hamburg.

Da die Freie Szene besonders stark von den Corona-bedingten Einschränkungen betroffen ist, stockt die Behörde für Kultur und Medien auch dieses Jahr die bestehende Summe um 250.000 Euro auf insgesamt 750.000 Euro auf. Die Fördergelder sollen gezielt Gruppen von Künstlerinnen und Künstlern sowie Einzelkünstlerinnen und -künstlern bei der Realisierung ihrer Projektvorhaben unterstützen. Ziel des spartenübergreifenden Förderinstruments sind die Stärkung der Vielfalt und Qualität der Freien Szene in Hamburg.

Mit dem Elbkulturfonds 2022 werden im kommenden Jahr elf Projekte der Freien Szene gefördert, die sich erneut mit einem weiten Spektrum gesellschaftsrelevanter Themen auseinandersetzen. Die Künstlerinnen und Künstler setzen mit ihren Projekten Teilhabe und Vermittlung in die Tat um, nehmen unterschiedlichste Perspektiven ein und fordern in diesem Jahr insbesondere die jungen Bewohnerinnen und Bewohner sowie Besucherinnen und Besucher Hamburgs zur kulturellen Teilhabe, zur aktiven Neuentdeckung und Gestaltung ihrer Stadt auf.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Der Elbkulturfonds ermöglicht es, Projekte spartenübergreifend zu realisieren. Das Schöne dabei ist, dass die Projekte immer wieder auch einen ganz neuen Blick auf unsere Gesellschaft werfen und so den Perspektivwechsel fördern. Die in diesem Jahr eingereichten Anträge lassen die große Bedeutung zweier hochaktueller Themenschwerpunkte klar erkennen: der Klimaschutz und die Gestaltung unserer Zukunft für und durch Kinder und Jugendliche. Hamburgs Freie Szene zeigt damit einmal mehr, wie wichtig sie als künstlerischer und gesellschaftlicher Seismograph in unserer Stadt ist und verdeutlicht so mit Nachdruck ihren hohen Stellenwert für die Kulturstadt Hamburg.“

 Folgende Projekte werden aus Mitteln des Elbkulturfonds 2022 gefördert: 

·        Das Theater Zeppelin e. V. wird mit „Wir wollen spielen!“ zehn interdisziplinär arbeitende nationale und internationale Ensembles aus dem Bereich des Kindertheaters mit ihren aktuellen Produktionen auf die Bühne des Hoheluftschiffs in Hamburg einladen.
Wir wollen spielen!
Antragsteller:in: Felicia Grau / Theater Zeppelin e.V.
Fördersumme:  63.000 Euro

·        ANIMA™ – Institut für assoziative Intelligenz ist ein experimentelles, performatives Projekt, das mit Hilfe von künstlicher Intelligenz die herkömmliche, konstruktivistische Wahrnehmung des Menschen hinterfragt und eine Art spirituelle Simulation schafft, in der eine Person mit sich selbst, ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft konfrontiert wird.
ANIMA – Institut für assoziative Intelligenz
Antragsteller:in: Sonja Lena Schmid / Decoder Ensemble
Fördersumme:  61.000 Euro

·        Meyer&Kowski inszenieren mit Autofahrerinnen und –fahrern aus ganz Europa eine „Karambolage“. Im Aufeinanderprallen unterschiedlicher Nationalitäten stellt sich die Frage, wie eine Demokratie der Zukunft aussehen kann und ob sich unsere Haltung gegenüber Fremden in Not eher aus der Aufklärung oder dem Kolonialismus herleiten lässt.
Karambolage
Antragsteller:in: Marc Henning
Fördersumme:  63.000 Euro

·        In 2021 jährt sich das Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik und der Türkei zum sechzigsten Mal. Nach diesem Abkommen kamen die ersten sogenannten „Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter“ aus der Türkei nach Deutschland. „60! Leben“ porträtiert 60 Menschen in Kurzfilmen und hält die Erinnerung an den schicksalhaften 30. Oktober 1961 lebendig.
60! Leben
Antragsteller:in: Ulas Cüre / Interkulturelle Denkfabrik e.V.
Fördersumme:  70.000 Euro

·        Die soziale Skulptur Unexpectly Thriving regt Menschen unterschiedlichster Stadtteile und Altersgruppen zu einer neuen Auseinandersetzung mit Gesellschaft und Stadt an und unterstützt sie, konkrete Ideen zur Verbesserung einzelner städtischer Orte zu formulieren.
Unexpectly Thriving – Ein CommunityArtProjekt in Hamburg
Antragsteller:in: Angela Müller-Giannetti / kontext GbR
Fördersumme: 90.000 Euro

·        Das Zirkusfestival Hamburg Lurupina präsentiert bei einem mehrtägigen Festival für zeitgenössischen Zirkus im Böverstpark in Hamburg-Lurup eine kuratierte Auswahl an internationalen Spitzenproduktionen, thematische Programmformaten, sowie lokale Zirkusstücke bei freiem Eintritt.
Antragsteller:in: Andree Wenzel / Lichtwark-Forum Lurup
Fördersumme:  61.000 Euro

·        „FIDS“ (Flight Information Display System) sammelt Echtzeitinformationen über Flugwege und Kommunikation von Vögeln in Gebieten, die stark mit künstlichem Licht und Lärm belastet sind – wie etwa der Hamburger Hafen. Auf einer Hafenschute soll das Material künstlerisch aufbereitet mit Kindern und Jugendlichen bearbeitet werden und Barrieren für das Verständnis unausweichlicher Zusammenhänge zwischen menschlichem Handeln auf die Ökosphäre abbauen.
FIDS – Open Research Lab
Antragsteller:in: Claudius Schulze
Fördersumme:  70.000 Euro

·        Das „MusikFilmTheater ORFEO!“ erzählt die Geschichte von Natur und Mensch, von Umweltzerstörung und Recyclingtechnologien aus der Perspektive von jungen Klimaaktivistinnen und -aktivisten.
Orfeo! – Ein MusikFilmTheater
Antragsteller:in: Sandra Strunz / Strunz & Kompliz:innen
Fördersumme: 90.000 Euro

·        In „Sand – Gerippe der Welt“ erzählen Künstlerinnen und Künstler aus Hamburg, Berlin, Kapstadt und Windhoek von deutscher Kolonialarchitektur, die im Sand der Namib versinkt, von Sand als Treibstoff menschlicher Expansion bis ins All, von geschmolzenem Sand im Glas unserer Touchscreens und in den Chips unserer Handys.
Sand – Gerippe der Welt
Antragsteller:in: Peter Thiessen
Fördersumme:  60.000 Euro

·        „Swan Flake“ sucht nach einer Vielfalt von Körpern, um den zukünftigen Tanz ableismus kritisch und divers zu gestalten. Vermittlung fließt als ästhetisch-künstlerisches Prinzip mit dem Schwerpunkt Audio Deskription und Spoken Word für Publikum und Künstlerinnen und Künstler mit und ohne Beeinträchtigungen in die Inszenierung ein.
SWAN FLAKE
Antragsteller:in: Ursina Tossi
Fördersumme: 90.000 Euro

·        Unter dem Projekttitel „21“ werden Künstlerinnen und Künstler aus Tanz, Performance, Musik und Gaming mit Kindern und Jugendlichen Video-Spiele in digitaler und analoger Form entwickeln, umsetzen und anderen jungen Menschen zur Verfügung stellen.
Stadtgeflüster – art IN action#2 – goes hybrid!
Antragsteller:in: Mira Saathoff
Fördersumme:  31.000 Euro

]]>
Die Hafen- und Kolonialstadt als Kunst https://www.tiefgang.net/die-hafen-und-kolonialstadt-als-kunst/ Fri, 20 Sep 2019 22:16:51 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5863 [...]]]> Eine fünfköpfige, unabhängige Jury hatte lange recherchiert, diskutiert und dann doch entschieden: sieben Projekte von Künstlerinnen und Künstlern werden nächstes Jahr mit insgesamt 500.000 Euro unterstützt.

In der Mitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Mit dem Elbkulturfonds 2020 werden im kommenden Jahr sieben Projekte der Freien Szene gefördert, die sich auf unterschiedlichste Weise mit drängenden gesellschaftlichen Fragen befassen – von der kolonialen Vergangenheit Hamburgs bis zum deutschen Rap. So werden dieses Jahr mit „The Portal/Das Portal“ von HafenCity Kuratorin Ellen Blumenstein und „Female Decolonisation: The Re-Enactment of Things“ von Claude Jansen zwei Projekte gefördert, die sich geschichtlich mit Hamburg als Hafen- und Kolonialstadt auseinandersetzen. Ziel des spartenübergreifenden Förderinstruments ist die Stärkung der Vielfalt und Qualität der Freien Szene in Hamburg. Die Projekte sollen innovativ und vielseitig sein und überregionale Strahlkraft entwickeln.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: Die eingereichten Projekten zeigen die künstlerische Vielfalt der Freien Szene in Hamburg und ihre sprudelnde Kreativität. Der Elbkulturfonds hat sich als wichtiges Förderinstrument für Hamburgs Freie Szene entwickelt und hilft spartenübergreifend unterschiedlichste Projekte zu realisieren. Die Themen und Inhalte der ausgewählten Projekte zeigen die hohe Relevanz der Freien Szene und leisten einen Beitrag zu einem dringend notwendigen gesellschaftlichen Diskurs.“  

Bereits zum achten Mal vergibt die Behörde für Kultur und Medien mit dem Elbkulturfonds Fördergelder für Projekte freischaffender Künstlerinnen und Künstler in Hamburg. Die Fördermittel in Höhe einer halben Million Euro stammen aus der Hamburger Kultur- und Tourismustaxe.

Die geförderten Projekte stammen in diesem Jahr aus den folgenden Genres: Kunst im öffentlichen Raum, Tanz, Performance, Musik und Literatur. Gefördert wird mit „THE PORTAL/DAS PORTAL“ ein künstlerischer Parcours entlang ehemaliger Kontrollpunkte durch den Hamburger Freihafen. Mit „TRANSGENERATOREN“ wird ein Festival für transgenerationelle Kunst gefördert und mit „DEUTSCH-RAP“ eine Radiosendung für Jugendliche, die sich kritisch mit dem deutschen Rap auseinandersetzt. Das geförderte Projekt „FEMALE DECOLONISATION: THE REENACTMENT OF THINGS“ setzt sich feministisch und performativ mit der Kolonialisierung auseinander. „IMPOSSIBLE LIBRARY“ versteht die Praxis des Publizierens explizit als Austauschformat, um gesellschaftliche Fragen öffentlich zu diskutieren. Im Bereich Tanz konnte das Konzept zum Projekt „QUEER IBERIA“ überzeugen, eine choreographische Auseinandersetzung mit der Pluralität von Kulturen und Sexualität. Ein weiteres gefördertes Projekt aus den performativen Künsten ist „DAS MISSVERSTÄNDNIS VON DER WELT“, welches sich der Frage widmet, was wir uns über den Zustand der Welt erzählen und warum wir dabei meist völlig daneben liegen.

Zur Fachjury gehörten in diesem Jahr: Oke Göttlich (Unternehmer im Musikvertrieb und Sportwissenschaftler, Hamburg), Prof. Kerstin Hof (Professorin für Kunst und Gesellschaft, Schwerpunkt Poesie an der Medical School Hamburg), Prof. Dr. Florian Matzner (Akademie der Bildenden Künste, München, Kunstwissenschaftler und Ausstellungsmacher), Barbara Riecke (Dramaturgin, Künstlerische Leitung, Hamburg) und Prof. Susanne Vincenz (Dramaturgin, Gastprofessorin MA Choreographie am hochschulübergreifenden Zentrum Tanz, Berlin).

 

Folgende Projekte werden 2020 gefördert:

  • THE PORTAL/DAS PORTAL, Antragstellerin: Ellen Blumenstein, Fördersumme:  80.000 Euro
  • Impossible Library, Antragstellerin: Annika Dorau, Fördersumme:  74.000 Euro
  • Queer Iberia (AT), Antragsteller: Josep Caballero Garcia, Fördersumme: 50.000 Euro
  • TRANSGENERATOREN: das Festival für transgenerationelle Kunst (AT), Antragstellerin: Gundula Hölty, Fördersumme:  86.000 Euro
  • Female Decolonisation: The Re-Enactment of THINGS, Antragstellerin: Claude Jansen, Fördersumme:  95.000 Euro
  • Deutsch-Rap – eine Radiosendung bei ByteFM, Antragsteller: Henning Kasbohm, Fördersumme: 40.000 Euro
  • Meyer&Kowski zeigt: DAS MISSVERSTÄNDNIS VON DER WELT, Antragstellerin: Susanne Reifenrath, Fördersumme:  75.000 Euro

 

Quelle:  www.hamburg.de/bkm

 

 

 

]]>