Michaela Melián https://www.tiefgang.net Thu, 12 Dec 2019 08:01:08 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Politik der Erinnerung https://www.tiefgang.net/politik-der-erinnerung/ Fri, 13 Dec 2019 23:49:41 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6159 [...]]]> Edwin Scharff war im 20. Jahrhundert eine prägende Person in der Bildenden Kunst. Ein Preis nach seinem Namen soll dieses Erbe fortführen.  In diesem Jahr geht er an Michaela Melián.

Der Hamburger Senat ehrt jedes Jahr eine Hamburger Künstlerin oder einen Künstler mit dem renommierten Edwin-Scharff-Preis. Die Preisträgerin für das Jahr 2018, Michaela Melián, bekommt den Preis am kommenden Montag, 16. Dezember im Rahmen eines Senatsempfangs im Rathaus überreicht. Durch die von der Haspa verdoppelte Fördersumme ist der Preis nun mit insgesamt 15.000 Euro dotiert.

Michaela Melián hat seit 2010 eine Professur für zeitbezogene Medien an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg inne. Die 1956 in München geborene Künstlerin, studierte Musik und bildende Kunst in München und London. Sie ist Mitbegründerin der Band „F.S.K.“ (Freiwillige Selbstkontrolle) und eine vielfach ausgezeichnete Hörspielproduzentin. In ihren visuellen und akustischen Collagen verbindet sie auf einzigartige Weise verschiedene künstlerische Techniken miteinander. Grundlage vieler Arbeiten sind umfassende Recherchen, aus denen sie Werke entwickelt, die für eine intensive Auseinandersetzung mit komplexen Themen wie der deutschen Geschichte stehen. In der Jurybegründung heißt es: „Michaela Melián bezeichnete ihre Vorgehensweise einmal als ‚Politik der Erinnerung‘. Sie zählt zu einer Generation von Konzeptkünstlerinnen und -künstlern, die aus einem popkulturellen Selbstverständnis heraus Genderthemen, Bildkultur, Alltagsobjekte und Musik zu einem analytisch durchdachten Werk verbinden“.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Seit 1955 werden Künstlerinnen und Künstler, deren Werke das Kulturleben der Stadt Hamburg nachhaltig prägen, mit dem Edwin-Scharff-Preis geehrt. Die Auszeichnung trägt zur Sichtbarkeit der Bildenden Künstlerinnen und Künstler in Hamburg bei und würdigt die Relevanz ihrer kreativen Energie für unsere Stadtgesellschaft. Durch Kunst werden wir angeregt die Perspektiven zu wechseln, können unsere Wahrnehmung schärfen, Narrative hinterfragen und neue entwickeln. Mit Michaela Melián zeichnen wir eine facettenreiche Künstlerin aus, die  auf einmalige Weise, Kunst und Musik miteinander verbindet und uns so immer wieder neue und spannende Blickwinkel öffnet.“

Zur Jury 2018 gehörten Stefan Kern (Preisträger 2015), Hannes Loichinger (Kunstwissenschaftler), Roberto Ohrt (Kurator/Journalist), Katja Schröder (Leiterin Kunsthaus Hamburg), Ludwig Seyfarth (Journalist), Cordula Sohst-Brennenstuhl (Sammlerin) und Sonja Vordermaier (Künstlerin).

Der Edwin-Scharff-Preis

Der Edwin-Scharff-Preis wird seit 1955 an bildende Künstlerinnen und Künstler verliehen, die in Hamburg und Umgebung leben und „deren Werke unter dem Anspruch, den der Namensgeber des Preises setzt, Auszeichnung verdienen“ (Satzung). Über die Verleihung entscheidet eine Fachjury, die vom Senat berufen wird. Der Namensgeber des Preises, Edwin Scharff, gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts. 1887 in Neu-Ulm geboren, wurde er in der Nachkriegszeit an die Landeskunstschule nach Hamburg berufen, wo er bis zu seinem Tod lebte und arbeitete. Frühere Preisträgerinnen und Preisträger sind unter anderem Hanne Darboven, Franz Erhard Walther, Anna und Bernhard Blume sowie Daniel Richter.

Quelle: www.hamburg.de/bkm

Weiterführend: michaelamelian.net

 

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Was ist Kunst wert? https://www.tiefgang.net/was-ist-kunst-wert/ Fri, 17 May 2019 22:57:30 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5258 [...]]]> Die Skulptur „Rabbit“ von Jeff Koons für über 90 Mio. Dollar, ein Werk von Monet für 110 Mio. Dollar. Ist das der Wert von Kunst? Ein Symposium in Hamburg geht dem nun auf den Grund.

In der Ankündigung heißt es:

  1. Mai 2019, 10.30 – 16:00 UhrNirgendwo sonst klaffen hard facts so stark auseinander wie in der Kunst: Die prekären Arbeits- und Lebensbedingungen von Künstler/innen und der Glanz- und Glamour-Faktor auf Ausstellungseröffnungen, Biennalen und Messen. Aber auch Museen und Institutionen haben mit prekären Bedingungen und hohen Anforderungen zu kämpfen, welchen sie kaum noch gerecht werden können. Nach dem Kick-off Panel I too, have been seduced by the promise of exposure vor einem Jahr gehen wir in die zweite Runde. Das Symposium I, too, part II rückt den gesellschaftlichen Wert kritischer Kunst in den Fokus und beleuchtet die Dringlichkeit, dafür bessere Bedingungen zu schaffen.
    In Zeiten globaler Aufmerksamkeitsökonomien, internationalen Wettbewerbs- und Netzwerkstrukturen, sowie urbaner Diversifizierung muss lokale Kulturförderung im globalen Kontext neu überdacht werden. Der gesellschaftliche Wandel hat auch die Arbeits- und Produktionsbedingungen von Kunst maßgeblich verändert. Er fordert ein Neudenken des herkömmlichen Verständnisses von der Rolle der zeitgenössischen Kunst und den Voraussetzungen unter welchen sie entstehen und wie sie in die Gesellschaft zurück wirken kann.
    Eingeladen sind sowohl lokale Akteur/innen als auch Vertreter/innen aus überregionalen Zusammenhängen, um in drei Gesprächsrunden über die aktuelle Situation von Künstler/innen sowie über zukunftsweisende Möglichkeiten und Perspektiven der Förderung von künstlerischer Arbeit zu diskutieren. Die Gespräche werden thematisch von einem Performance-Programm begleitet.
    Eintritt frei

    Programm
    ab 10.30 Uhr · Einlass & Kaffee
    Begrüßung: Katja Schroeder (Künstlerische Leitung, Kunsthaus Hamburg)

    11:00 Uhr · Auftakt-Performance
    Wie sind die Arbeitsbedingungen der Künstler/innen heute tatsächlich? Die Performance gibt darauf kollektiv Antwort.

    11:20 Uhr · Einführung: Anna Nowak (Kuratorin, Kunsthaus Hamburg)

    11:30 Uhr · Impulsvortrag
    Kunst – Was soll das?
    Dr. Alexandra Manske (Soziologin und Politikwissenschaftlerin, HCU Hamburg Urban and Regional Economics)

    12:00 Uhr · PANEL I
    Free floating freelancers – Fake it till you make it!
    Kurzvortrag und Gesprächsrunde mit Alice Peragine (Künstlerin, Hamburg), Michaela Melián, (Künstlerin, Prof. für zeitbezogene Medien, HFBK, Hamburg) und Dr. Astrid Mania (Autorin, Prof. für Kunstkritik und Kunstgeschichte, HFBK, Hamburg).

    Von Anfang an sind Künstler/innen einer symbolischen Kapitalanhäufung durch unbezahlte und gering finanzierte Ausstellungsteilnahmen ausgesetzt. Der CV gilt als Kredit für eine bessere Zukunft. Doch wie bemisst sich Erfolg von Künstler/innen? In dieser Runde diskutieren wir über die Strukturen und Finanzierungsmodelle, sowie über Möglichkeiten und Ziele von öffentlichen und privaten Förderungen und Stipendien.

    13.00 Uhr · Get-together: Mittagspause im Kunsthaus Foyer

    13.30 Uhr · PANEL II
    Cozy institutions? Die harten Realitäten hinter den Kulissen
    Kurzvortrag und Gesprächsrunde mit Katja Schroeder (Künstlerische Leitung, Kunsthaus Hamburg), Dr. Tulga Beyerle (Direktorin, Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg) und Sophie Goltz (Ass. Prof. School of Arts, Design and Media, Singapore, ehemalige Stadtkuratorin Hamburg)

    Nicht nur Off-Spaces haben zu kämpfen. Institutionen und Museen sind ebenfalls großen Defiziten ausgesetzt, auch wenn die Sichtbarkeit der ausstellenden Künstler/innen höher ist, kann selten ein Honorar gezahlt werden. Was sind die dahinter liegenden Mechanismen, die diese prekären Bedingungen produzieren? In diesem Gespräch möchten wir anhand konkreter Beispiele diese Zusammenhänge sezieren und analysieren.

    14.30 Uhr · PANEL III
    Hamburg – das Tor zur Welt?
    Kurzvortrag und Gesprächsrunde mit Johanna Bruckner (Künstlerin, Hamburg / Zürich), Tiphanie Blanc (Kuratorin, Mitbegründerin wages for wages against) und Richard Frater.

    Wie lassen sich langfristige Modelle der Kunst- und Kulturförderung gestalten? Ausgehend von internationalen Initiativen wie beispielsweise W.A.G.E., New York, möchten wir in dieser Runde funktionierende Förderungsstrukturen im internationalen Kontext in den Fokus rücken und über nationale Förderungsmöglichkeiten diskutieren.

    15:30 Uhr · Performance von Balz Isler

    Veranstalter:
    I, too ist eine Initiative von individuell vernetzten Künstler/innen und Kulturschaffenden aus der Hamburger Kunst- und Kulturlandschaft. Wir bieten im Rahmen unterschiedlicher Formate eine Plattform, um die Arbeitsbedingungen im Kontext von Kunst und Kultur zu verhandeln. Wir möchten ein öffentliches Bewusstsein für diese Thematik schaffen und den Blick für die differenzierten Zusammenhänge schärfen. Der Name der Gruppe geht auf die Abwandlung eines Marcel Broodthaers-Zitats zurück und bezieht sich auf die Verführungsmacht des Wert- und Erfolgsversprechens von kreativer Arbeit.
    Am Programm haben mitgewirkt: u.a. Kirstin Burckhardt, Johanna Bruckner, Móka Farkas, Tanja Hehmann, Ida Lennartsson, Anna Nowak, Franziska Opel, Alice Peragine, Dagmar Rauwald, Benjamin F. Stumpf.

Termin:Samstag, 25. Mai 2019 von 10:30 bis 16:00 Uhr

Ort: Kunsthaus Hamburg, Klosterwall 15, 20095 Hamburg, Tel.: 040 335803; info@kunsthaushamburg.de, www.kunsthaushamburg.de; Eintritt frei

Quelle: www.kunsthaushamburg.de

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