Migration https://www.tiefgang.net Fri, 20 Dec 2019 11:13:49 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Keith Haring in Essen https://www.tiefgang.net/keith-haring-in-essen/ Fri, 27 Dec 2019 23:01:40 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6162 [...]]]> Das Essener Folkwang Museum will mehr als nur Schauraum sein. Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen ist ihm Anspruch und Programm zugleich. Für 2020 hat man sich viel vorgenommen …

Essen. Im kommenden Jahr präsentiert das Museum Folkwang ein umfangreiches und interdisziplinäres Programm rund um gesellschaftlich relevante Themen wie Urbanität und Stadtgesellschaft, Migration, AIDS oder Datensicherheit. Neben einer großen Retrospektive zu Keith Haring und der Präsentation von Martin Kippenbergers Großinstallation The Happy End of Franz Kafka’s ‚Amerika‘ zeigt das Museum Folkwang die fotografischen Arbeiten Aenne Biermanns und das grafische Werk des Filmemachers Federico Fellini. Die Schau Keith Haring wird flankiert von einer Ausstellung internationaler Plakate gegen AIDS. Zudem stellt der Künstler Mario Pfeifer eine neu produzierte Videoinstallation zur Cyberkriminalität vor. Zehn Jahre nach dem Kulturhauptstadtjahr nimmt eine Ausstellung mit Exponaten aus dem Baukunstarchiv NRW die Kulturbauten des Ruhrgebiets in den Blick. Ab Mitte 2020 erhält die Fotografische Sammlung Räumlichkeiten zur ständigen Präsentation ihrer umfangreichen Bestände und lädt zum Dialog mit jungen Positionen sowie Partnern aus dem Bereich Fotografie ein.

Peter Gorschlüter, Direktor des Museum Folkwang, betont: „Das Museum und die Kunst ermöglichen die Reflektion des aktuellen Zeitgeschehens. In 2020 stehen rund um unsere Highlight Ausstellung Keith Haring weitere wichtige gesellschaftliche Themen im Fokus: Was macht eine moderne Gesellschaft aus? Wie geht sie mit ihren Krisen um? Von der Protestkultur zur Cybergesellschaft, von der Migration zur Urbanität: Das Museum des 21. Jahrhunderts soll ein Ort des offenen und lebendigen Austauschs sein, der für Teilhabe und Transparenz steht. Der Mensch und die Stadtgesellschaft stehen dabei immer im Mittelpunkt unserer Programmatik.“

Das Ausstellungsjahr 2020 beginnt mit der Retrospektive Aenne Biermann (ab 21. Februar). Das Museum Folkwang ist im Besitz zahlreicher fotografischer Werke Biermanns. Gemeinsam mit den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde und der Pinakothek der Moderne, München, wird das kurze aber produktive Schaffen der Autodidaktin und Wegweiserin der modernen Fotografie erfahrbar. Ab Mitte des Jahres bekommen die Besucherinnen und Besucher einen erweiterten Blick in die umfangreichen Bestände der Fotografischen Sammlung: Neben den Wechselausstellungen und der Sammlungspräsentation Neue Welten wird zukünftig auch das Untergeschoss des Museums der ständigen Präsentation fotografischer Arbeiten dienen. Die Räumlichkeiten bieten perfekte Bedingungen für die lichtempfindlichen Exponate. Der Dialog mit Partnern und aktuellen fotografischen Positionen ist dabei wesentlich für das neue Konzept.

Ab dem 13. März präsentiert der Künstler Mario Pfeifer im Untergeschoss des Museums eine neu produzierte Videoinstallation, die er im Kontext des VISIT Artist in Residence Stipendiums der innogy Stiftung zum Thema „Cyberkriminalität“ und „Datensicherheit“ entwickelt. Pfeifer setzt sich in seinen Videoarbeiten immer wieder mit sozialkritischen und politischen Themen auseinander.

Im Frühsommer 2020 setzt das Museum einen thematischen Schwerpunkt mit einer Retrospektive des US-amerikanischen Künstlers Keith Haring und einer Ausstellung internationaler Plakate gegen AIDS. Rettet die Liebe! bildet den Auftakt am 8. Mai: Bei freiem Eintritt können die Besucherinnen und Besucher anhand von rund 300 Plakaten aus verschiedenen Ländern unterschiedlich konnotierte AIDS-Aufklärung – mal einfühlsam, mal schockierend – betrachten. In diesem Kontext werden u. a. Plakate von Keith Haring gezeigt, dem das Museum Folkwang ab dem 29. Mai die große Retrospektive Keith Haring widmet. In seiner Kunst und mit seinen eingängigen Motiven setzte sich der Künstler immer wieder mit den drängenden Problemen seiner Zeit auseinander. Mehr als 85 Werke, darunter großformatige Gemälde, frühe Zeichnungen, Video- und Performance Experimente, Plakate und Schallplattencover vermitteln die Bandbreite seines Oeuvres. Selten, zum Teil noch nie gezeigtes Archivmaterial, Flugblätter, Manuskripte, Film- und Fotoaufnahmen lassen den kreativen Geist der New Yorker Straßen- und Clubkultur der 1980er Jahre wiederauferstehen.

Zehn Jahre nach dem Kulturhauptstadtjahr 2010 und der Eröffnung des von David Chipperfield entworfenen Neubaus des Museum Folkwang wird in der Ausstellung „Und so etwas steht in Gelsenkirchen …“ auf rund 70 Jahre Baukultur des Ruhrgebiets zurückgeblickt (ab 11. September). Anhand von Wettbewerbsplänen, Modellen und originalen Skizzen aus dem Baukunstarchiv NRW werden die „Biografien“ wichtiger Kulturbauten nachgezeichnet, u. a. vom Museum Folkwang, dem Aalto-Theater in Essen, dem Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen und dem Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop.

Anlässlich des 100. Geburtstags Federico Fellinis würdigt das Museum Folkwang mit Von der Zeichnung zum Film das grafische Werk des italienischen Filmemachers (ab 23. Oktober). Seiner Karriere im Film ging eine Tätigkeit als Karikaturist voraus. Um die Figuren und Szenen seiner Filme zu entwerfen, bediente er sich oft dem Medium der Zeichnung. Die Ausstellung macht die Bedeutung der Zeichnung im Schaffensprozess Fellinis anhand von Arbeiten auf Papier, Filmstills, Set-Aufnahmen und Ausschnitten seiner bedeutendsten Filme nachvollziehbar.

Aktueller denn je ist Martin Kippenbergers Großinstallation The Happy End of Franz Kafka’s ‚Amerika‘ aus den 1990er Jahren, mit deren Präsentation das Ausstellungsjahr 2020 endet (ab 20. November). Inspiriert von Franz Kafkas Romanfragment Der Verschollene/Amerika baute Kippenberger ein improvisiertes und aberwitziges Aufnahme-Camp für Migranten und Jobsuchende auf. Die 50 Sitz- und Tischgruppen laden zu fiktiven „Einstellungsgesprächen“ ein und konfrontieren die Besucherinnen und Besucher mit dem Gefühl des Fremdseins – einer existenziellen Erfahrung, der heute unzählige Menschen erneut ausgesetzt sind. Die Großinstallation mit den Ausmaßen eines Sportplatzes wird erstmals nach vielen Jahren wieder in Deutschland und vollständig zu sehen sein.

Darüber hinaus arbeitet das Museum Folkwang verstärkt an der Digitalisierung seiner Sammlungsbestände. Im Jahr 2020 wird die Sammlung Online von derzeit etwa 2.500 Exponaten auf rund 80.000 Datensätze aufgestockt. Damit ist eine vertiefte Recherche in den Beständen jederzeit und für jedermann möglich. Das Museum Folkwang geht damit einen weiteren Schritt in Richtung Öffnung und Transparenz.

Quelle: www.museum-folkwang.de

 

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Fordernde Fotografie https://www.tiefgang.net/fordernde-fotografie/ Fri, 12 Jul 2019 22:03:18 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5523 [...]]]> Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat den Fotografen Sebastião Salgado zum Träger des Friedenspreises 2019 gewählt. Die Fotos sprechen Bände …

 

Das gab Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, bei den Buchtagen Berlin bekannt. Die Verleihung findet zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 20. Oktober 2019, in der Paulskirche in Frankfurt am Main statt und wird live im Fernsehen übertragen. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: „Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein 2019 an den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado und zeichnet mit ihm einen Bildkünstler aus, der mit seinen Fotografien soziale Gerechtigkeit und Frieden fordert und der weltweit geführten Debatte um Natur- und Klimaschutz Dringlichkeit verleiht. Zugleich hat Sebastião Salgado mit seinem ,Instituto Terra‘ eine Einrichtung geschaffen, die einen direkten Beitrag zur Wiederbelebung von Biodiversität und Ökosystemen leistet. Mit seinem fotografischen Werk, das in zahlreichen Ausstellungen und Büchern veröffentlicht ist, nimmt er die durch Kriege oder Klimakatastrophen entwurzelten Menschen genauso in den Fokus wie jene, die traditionell in ihrer natürlichen Umwelt verwurzelt sind. Dadurch gelingt es Sebastião Salgado, Menschen weltweit für das Schicksal von Arbeitern und Migranten und für die Lebensbedingungen indigener Völker zu sensibilisieren. Indem der Fotograf seine aufrüttelnden, konsequent in schwarz-weiß gehaltenen Bilder als ,Hommage an die Größe der Natur‘ beschreibt und die geschändete Erde ebenso sichtbar macht wie ihre fragile Schönheit, gibt Sebastião Salgado uns die Chance, die Erde als das zu begreifen, was sie ist: als einen Lebensraum, der uns nicht allein gehört und den es unbedingt zu bewahren gilt.“

Sebastião Ribeiro Salgado, geboren am 8. Februar 1944 in Aimorés im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais, wuchs auf einer großen Rinderfarm im Regenwaldgebiet auf und studierte später Wirtschaftswissenschaften. Während der brasilianischen Militärdiktatur engagierte er sich in der linken Oppositionsbewegung, weswegen er 1969 nach Paris emigrieren musste. Ab 1971 betreute Sebastião Salgado als Ökonom Entwicklungshilfeprojekte in Afrika. Hier entdeckte er seine Leidenschaft für die Fotografie und entschied sich 1973, seinen Beruf aufzugeben und ganz als Fotograf zu arbeiten.

Von Beginn an waren bei seinen Langzeitprojekten Armut, Flucht, Heimatlosigkeit und Krieg die Hauptmotive seiner ausnahmslos in schwarz-weiß gehaltenen Fotografien. Zahlreiche dieser Projekte und der sie begleitenden Fotobände sind in Zusammenarbeit mit Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen, UNICEF, UNESCO oder Reporter ohne Grenzen zustande gekommen. Mit den Büchern „Migration“ und „The Children: Refugees and Migrants“ (dt. „Kinder der Migration“), die beide 2000 veröffentlicht wurden, machte er auf das Schicksal von damals 30 Millionen Flüchtlingen weltweit aufmerksam und sammelte Geld für die Kinderhilfsorganisation UNICEF.

Aus gesundheitlichen Gründen und weil ihn durch die direkte Konfrontation mit dem Völkermord in Ruanda Zweifel an seiner Arbeit überkamen, hörte er Mitte der 1990er Jahre für eine Zeit mit seiner fotografischen Arbeit auf. Gemeinsam mit seiner Frau, der Architektin Lélia Wanick Salgado, mit der er seit 1967 verheiratet ist, kehrte er nach Brasilien zurück und begann, die Fazenda seiner Eltern wieder aufzuforsten. 1998 wurden die 680 Hektar in ein Naturschutzgebiet umgewandelt und das gemeinnützige „Instituto Terra“ gegründet. Seither ist es ihnen gelungen, 2,7 Millionen Bäume zu pflanzen und den Wald wieder in einen weitgehend ursprünglichen Zustand mit einer großen Vielfalt an Pflanzen und Tieren zu versetzen.
Auch in seinem Werk wandte sich Sebastião Salgado ab den 1990er Jahren verstärkt der Landschaftsfotografie zu. Es entstanden die Werke „Africa“ (2007) und „Genesis“ (2013). Mit letzterem Projekt gab er seine Eindrücke der unberührten Natur, den dort angesiedelten Tieren und isoliert lebenden Menschen aus ursprünglichen Kulturen wieder, um zu zeigen, wie fragil die Welt mittlerweile geworden ist.
Sebastião Salgado erhielt zahlreiche Auszeichnungen für sein Schaffen, u.a. die Ehrenmitgliedschaft der American Academy of Arts and Letters (2019), den Save the Children International Prize (2010), den Rio-Branco-Orden (2004), die Jahrhundertmedaille der Royal Photographic Society of Great Britain (1994), den Grand Prix National de la Photographie (1994), den Prinz-von-Asturien-Preis (1998) sowie den World Press Photo Award (1985). 2016 wurde er als Mitglied in die Académie des Beaux-Arts des Institut de France aufgenommen, eine der wichtigsten kulturellen Ehrbekundungen Frankreichs.
Das Ehepaar Salgado lebt in Paris und hat zwei Söhne, Juliano (geboren 1976) und Rodrigo (geboren 1981).“

Quelle: Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.

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Auftrag Kunst https://www.tiefgang.net/auftrag-kunst/ Fri, 06 Apr 2018 22:07:53 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3433 [...]]]> Im Oktober findet die 9. Tagung des Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung in Osnabrück statt. Gesucht werden noch Beiträge aus Praxis und Theorie.

Das Netzwerk „Forschung Kulturelle Bildung“ tagt vom 10.–12. Oktober 2018 in Osnabrück in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Kunst der Universität Osnabrück. Dabei wird es um Themen wie Teilhabe, Inklusion, Migration, Globalisierung und vieles mehr gehen. Wer Beiträge beisteuern kann und will, ist aufgefordert, seine Beiträge bis zum 1. Mai anzumelden.

Im Diskurs um die Kulturelle Bildung und den ihr zugeschriebenen Wirkungen, taucht immer wieder das Motiv der gesellschaftlichen Teilhabe als politische Dimension Kultureller Bildung auf. Insbesondere im Hinblick auf gesellschaftlich virulente Themen wie Migration, Globalisierung und Inklusion fühlt sich die Kulturelle Bildung herausgefordert und in unterschiedlicher Weise angesprochen.
Dabei stellt sich die Frage, in welcher Wechselbeziehung Kultur und Politik zueinander stehen. Insbesondere in der zeitgenössischen Kunst wird explizit die politische Relevanz künstlerischer Artikulationen hervorgehoben, d.h. dass Kunst nicht nur eine ästhetische, sondern eine damit verwobene politische Dimension aufweist, die mit Blick auf Kulturelle Bildung relevant wird. Künstlerische Praxis ist demnach nicht nur ein Instrument, das politische Zusammenhänge offenlegt, sondern gleichzeitig ein wirksames Medium der Agitation, mittels dessen demokratische und ästhetische Freiräume sowie gesellschaftliche Beteiligungen ermöglicht werden können und sollen. Hier stellt sich die Frage, ob sich derartige mit Kunst verbundene Versprechungen und Hoffnungen in Kulturellen Bildungspraxen auch so zeigen bzw. ob diese sich ohne weiteres in das Feld der Kulturellen Bildung übertragen lassen.

Ein anderer Aspekt betrifft die begrifflich-strukturelle Relation zwischen Kunst, Bildung und Politik. Politik kann als eine spezifische Kulturform verstanden werden und Akte kultureller Formgebung immer auch als politische Artikulationen. Andererseits handelt es sich systemisch gedacht um divergente soziale Praxen, die zwar miteinander interagieren, aber deren Binnenkommunikation inkommensurabel ist. Dies bedenkend erscheint die gängige Annahme, dass kulturelle Kompetenzen im Hinblick auf gesellschaftlicher Teilhabe wirksam werden können, durchaus problematisch. Es fehlen theoretische Konzepte, die die Schnittstellen von Kunst, Bildung und Politik sowie die Gemeinsamkeiten, Brücken, Übergänge etc. von/zwischen sozial-kulturellen Differenz- und Praxisordnungen thematisieren. Theoretisch gesprochen ist beispielsweise die Bewertung des jeweiligen kulturellen Kapitals, über das Personen verfügen, stets gebunden an hegemoniale politische Verhältnisse und habituell hergestellte und sich ausdrückende Distinktionen. Auf den ersten Blick sind politische Diskurse abhängig von ästhetischen Formationen und kollektiven Vorstellungen von Kultur, aber auch von übergreifenden gesellschaftlichen Entwicklungen bspw. einer individualisierten Erlebnisgesellschaft, alltagskulturell erfahrbaren Entstrukturierungen des Sozialen etc.

Diese Überlegungen betreffen unterschiedliche plurale Diskurs-, Themen- und Praxisfelder sowie Akteure. Es ist ein Ziel der Tagung diese zusammenzubringen, um die Vielfalt von praktischen Erfahrungen und theoretischen Perspektiven zu nutzen und kulturell politische Räume zum Debattieren zu öffnen. Dabei soll auch die Frage diskutiert werden, welche Chancen und Herausforderungen sich Kultureller Bildung im Hinblick auf aktuelle rechte politische Tendenzen stellen, wobei hier sowohl theoretische Fundierungen als auch empirische Zugänge relevant sind.

Die Proposals sollen sich mit folgenden oder ähnlichen Fragen auseinandersetzen:

Gesellschaftliche Rahmungen und Anforderungen
Welche Erwartungen stellt Politik an Kulturelle Bildung? Welche Potenziale werden Kultureller Bildung im Hinblick auf Transformation des Interkulturellen sowie Veränderungen der Zivilgesellschaft und des Sozialen zugeschrieben? Was ist politisch und was heißt heute politisch agitieren? Inwieweit werden politisierte Formen Kultureller Bildung von Seiten vorhandener Förderprogrammen beachtet und unterstützt?

Praxisfeld Kultureller Bildung
Welche Angebote sind in der Kulturellen Bildung beobachtbar? Welche Formen findet die politische Dimension in der Kulturellen Bildung? (Wie) kann man Gruppen adäquat benennen, wie wird angesprochen und von welcher Position? Welche Rolle spielt Teilhabe in den Künsten (historisch, programmatisch, praktisch)?

Theoriebildung und Herausforderungen für die Kulturelle Bildung
Inwieweit sind politische Künstler_innen mit Blick auf Professionalität gute Bildner_innen? Welche Rollen spielen Inklusion und Exklusion in der politischen Kulturellen Bildung? Welche Vernetzungsaktivitäten und -strukturen bestehen mit anderen Akteuren der politischen Bildung? Welche Entgrenzungs- und Institutionalisierungsprozesse sind im Rahmen des Politischen zu beobachten?
Auf welche Theorien nehmen Forschungen zur politischen Dimension Kultureller Bildungsprozesse Bezug? Bei wem und wo sind Forschungsprojekte verortet und wie geht man mit der Inkommensurabilität künstlerischer Prozesse um? Welches Verständnis von Kultureller Teilhabe liegt vor und inwieweit lässt sich daraus das Praxisfeld verstehen bzw. auch kritisch befragen? Wie definieren, thematisieren und kommunizieren die beteiligten Akteure Begriffe wie Kultur, Teilhabe, Partizipation, Benachteiligung, Demokratie, Migration oder Inklusion? Welche Dimensionen und Formen von Teilhabe werden erforscht? Welche Akteure stellt Forschung in den Fokus? Und welche hegemonialen Aspekte konterkarieren Ermöglichungsstrategien?

Alle Beiträge sind aufgefordert kurz darzulegen, welche methodologischen Forschungsstrategien und methodischen Vorgehensweisen aus ihrer Sicht geeignet erscheinen, um Teilhabe im Kontext Kultureller Bildung zu erforschen, zu modellieren und normative bzw. forschungsethische Fragen anzusprechen. Welche (hegemonialen) Paradigmen dominieren den Forschungsdiskurs und die damit verbundenen Förderlinien? Welche Fragen werden gestellt und welche Desiderate lassen sich
identifizieren? Inwieweit generiert Forschung zu Kultureller Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe selber Teilhabe und Ausschluss?

Ausgehend von den oben dargestellten Ansatzpunkten, die am Fachgebiet Kunst der Universität Osnabrück diskutiert werden, lädt der Call explizit auch Einreichung zu Positionen ein, die sich von diesen unterscheiden und andere Perspektiven einnehmen.

HINWEISE FÜR DIE EINREICHUNG VON TAGUNGSBEITRÄGEN
Panelbeiträge (20-30 Minuten)
Die Bewerbung für Panelbeiträge sollte folgende Angaben enthalten: 1. Abstract des Beitrags (ca. 1500 Zeichen incl. Leerzeichen), 2. Zentrale Fragestellung/Ergebnis des Beitrags (max. 500 Zeichen incl. Leerzeichen), 3. Relevanz des Beitrags für das Tagungsthema (max. 1000 Zeichen incl. Leerzeichen), 4. Kurz-Vita (max. 500 Zeichen incl. Leerzeichen).

Künstlerische Labore
Die Labore sind auf 90 Minuten angelegt und haben das Ziel mittels eines künstlerischen Angebots mit einer begrenzten Gruppe von Tagungsteilnehmenden ästhetisch forschend tätig zu sein. Einzureichen sind eine Kurzbeschreibung des Labors (max. 1000 Zeichen inkl. Leerzeichen), die Relevanz des Beitrags für die Tagungsthematik (max. 1000 Zeichen inkl. Leerzeichen) sowie eine Kurz-Vita (max. 500 Zeichen inkl. Leerzeichen). Für die künstlerischen Labore ist eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 350€ vorgesehen.

Match: Forschung/Praxis
Welche Themen und Bedarfe sollten aus Perspektive der Praxis in wissenschaftlicher Forschung aufgegriffen werden? Akteure der Praxis sind eingeladen für sie relevante Fragen oder Bedarfe gemeinsam mit Wissenschaftler_innen zu diskutieren, mit dem Ziel Forschungsfragen zu formulieren. Reichen Sie eine kurze Beschreibung Ihrer Fragestellung aus der Praxis (ca. 1000 Zeichen) ein. Wir werden eine_n geeignete_n Wissenschaftler_in suchen und die Frage im Rahmen der Tagung diskutieren.

Offener Workshop im Rahmen eines Barcamps
Das Format des Barcamps lädt alle Teilnehmenden der Tagung ein am zweiten Tagungstag Workshop-Angebote zu platzieren. Diese können im Vorfeld der Tagung digital oder bis zum Morgen des 11. Oktober eingereicht werden. Die jeweiligen Sessions, in Form von Vorträgen, Diskussionsgruppen oder künstlerischen Interventionen, werden zu Beginn des Barcamps kurz vorgestellt und Interessierte eingeladen teilzunehmen. Eine vorherige Einreichung von Beiträgen ist nicht erforderlich aber erwünscht. Informationen zu dem Open-Space-Format Barcamp z.B. hier.
Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an das Organisationsteam (s. unten).

Senden Sie die Abstracts für Panels, Labore und Matches als Word-Dokumente bis zum 01. Mai 2018 an kbroennecke@Uni-Osnabrueck.de
Über die Annahme der Beiträge entscheidet das Scientific Committee bis zum 1. Juni 2018. Eine Benachrichtigung erfolgt direkt im Anschluss.

Das Scientific Committee der 9. Netzwerktagung besteht aus Prof. Dr. Andreas Brenne (Universität Osnabrück), Katharina Brönnecke (Universität Osnabrück), Nikola Dicke (Künstlerin, Universität Osnabrück), Prof. Dr. Verena Freytag (Universität Kassel), Leila Haghighat (Doktorandin, Universität für Angewandte Kunst Wien), Prof. Dr. Fabian Hofmann (Fliedner Fachhochschule), Sarah Kuschel (Netzwerk Forschung Kulturelle Bildung), Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss (Universität Hildesheim), Christel Schulte (Kunsthalle Osnabrück)

Quelle: forschung-kulturelle-bildung.de

 

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Förderung von Vielfalt https://www.tiefgang.net/foerderung-von-vielfalt/ Thu, 29 Mar 2018 22:12:36 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3343 [...]]]> Die Kulturstiftung des Bundes hat das Projekt „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ aufgesetzt, um Kultureinrichtungen zu helfen, die Bereiche Programm, Publikum und Personal für mehr Diversität zu öffnen. Jetzt steht die nächste Förderrunde an.

In der Pressemitteilung heißt es:

„Die Kulturstiftung des Bundes unterstützt aus dem Fonds „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ mit insgesamt 21 Millionen Euro die diversitätsorientierte Entwicklung von Kultureinrichtungen.

Die Kulturstiftung des Bundes fördert Kultureinrichtungen aller Sparten dabei, die Bereiche Programm, Publikum und Personal für mehr Diversität zu öffnen. Hierfür stellt sie Mittel für eine Personalstelle in der Kultureinrichtung sowie zusätzlich Projektmittel für unterstützende Aktivitäten und Formate bereit. Die Projektmittel müssen durch zusätzliche Mittel von der Kulturinstitution kofinanziert werden. Vorhaben, die ausschließlich auf die Vermittlung von bestehenden Themen und Inhalten abzielen, werden nicht gefördert.

Einsendeschluss für die zweite Antragsrunde ist der 30. Juni 2018.

Migration hat die Gesellschaft in Deutschland in der Vergangenheit verändert und wird sie auch in Zukunft verändern. Deutschland ist ein Einwanderungsland und besonders Städte sind geprägt durch gesellschaftliche Vielfalt. Viele Institutionen haben begonnen, die neue Stadtgesellschaft mitzugestalten, jedoch spiegelt sich die kulturelle Diversität der Städte in den Programmangeboten, im Personal und im Publikum von Kultureinrichtungen noch nicht wider. Weder in Entscheidungspositionen noch im Publikum entspricht der Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte ihrem Anteil an der Bevölkerung.

Mit 360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft unterstützt die Kulturstiftung des Bundes Institutionen aus den Sparten Kunst, Musik, Darstellende Künste, Literatur, Architektur, Neue Medien und verwandte Formen sowie spartenübergreifende Institutionen und kunst- und kulturhistorische Museen, die sich in ihrem Feld mit Fragen der Gegenwart befassen, die gesamte Gesellschaft in den Blick zu nehmen: Einwanderung und kulturelle Vielfalt sollen als ebenso chancenreiches wie kontroverses Zukunftsthema aktiv in das eigene Haus und in die Stadtgesellschaft getragen und strukturelle Ausschlüsse im Kulturbetrieb vermindert werden. Der Fonds soll eine große Bandbreite von Ansatzpunkten, Strategien und Methoden fördern, die in exemplarischer Weise aufzeigen, wie Institutionen – thematisch und personell – ihr Potenzial zur Mitgestaltung der neuen Stadtgesellschaft wirksam entfalten können.

Die Ausschreibung erfolgt in zwei Runden in den Jahren 2017 und 2018. Die Kultureinrichtungen bewerben sich mit einer ausführlichen Darstellung ihrer Ausgangssituation in der Stadt, ihrer Motivation und den Zielen sowie ihrer geplanten Arbeit mit dem/der Agent/in. Für den Antrag ist ausschließlich das ab Dezember 2016 auf der Website der Kulturstiftung des Bundes bereitgestellte Onlineformular zu verwenden.
Die Auswahl trifft der Vorstand der Kulturstiftung des Bundes auf der Grundlage von Empfehlungen durch eine unabhängige Jury. Im Falle einer positiven Vorauswahl durch die Jury ist die persönliche Präsentation des eingereichten Antrages durch die Leitung der antragstellenden Institution erforderlich.“

Quelle: kulturstiftung-des-bundes.de

Aus Hamburg wurden 2017 gefördert:

Dieser Slogan prangt derzeit auf der Museumswebsite.

Das Museum für Völkerkunde in Hamburg erhält eine Förderung unter anderem für die Neugestaltung der Programmatik und die Überarbeitung der Dauerausstellung. Das Museumsteam möchte Rolle und Aufgabe des Hauses in der polykulturellen Gesellschaft überdenken und seinem kolonialen Erbe auf die Spur kommen. Durch ein erweitertes Outreach-Programm sollen neue Ansätze der Beteiligung und Inklusion entwickelt werden, um weitere Akteure und Zielgruppen der Hamburger Stadtgesellschaft anzusprechen. Das Museum möchte zum Forum und zum Vorbild für ein vernetztes und kulturell vielfältiges Kulturverständnis werden.

Das fremdsprachige Programm der Bücherhallen.

Die Hamburger öffentlichen Bücherhallen wollen alle Bevölkerungsgruppen der Stadt einladen, die Bibliothek zu „ihrem“ Kultur- und Begegnungsort zu machen. Sie möchten so der Zusammensetzung der Hamburger Bevölkerungsstruktur besser Rechnung tragen. Außerdem möchte das Haus die Personalstruktur verändern, seine Kompetenzen mit interkulturellen Öffnungsprozessen verbessern und lernen, dieses Wissen an andere Kultureinrichtungen und öffentliche Bibliotheken in Hamburg und deutschlandweit weiterzugeben.

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Geld für Weitsicht https://www.tiefgang.net/geld-fuer-weitsicht/ Fri, 22 Dec 2017 23:51:10 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2744 [...]]]> Ein Museum stellt sich dem Erbe der Kolonialzeit, eine Bibliothek wird zum Treffpunkt der Kulturen. Das wird nun honoriert …

In der Pressemitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Im Rahmen des Programms „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ erhalten die Institutionen bis zu 360.000 Euro. Die Kulturstiftung des Bundes hat das Museum für Völkerkunde und die Bücherhallen Hamburg für das Programm „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ ausgewählt. Mit diesem Programm fördert die Stiftung Kultureinrichtungen, die beispielhaft Konzepte und Methoden zur Mitgestaltung der neuen Stadtgesellschaft und für die Teilnahme postmigrantischer Bevölkerungsgruppen entwickeln. Im Rahmen des Programms werden 17 Kultureinrichtungen über vier Jahre mit insgesamt rund sechs Millionen Euro gefördert. Die sechs Museen, fünf Theater, fünf Bibliotheken sowie eine Musikschule erhalten Mittel für besondere Aktivitäten und für die Einrichtung einer Stelle, sodass für vier Jahre eine Person eingestellt werden kann, die den diversitätsorientierten Veränderungsprozess der Kultureinrichtung konzipieren und steuern soll, so die Kulturstiftung des Bundes.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Konzepte des Museums für Völkerkunde und der Bücherhallen Hamburg zeigen, welchen Stellenwert die kulturelle Vielfalt in unserer Gesellschaft auch an unseren Kultureinrichtungen genießt. Dieses Engagement der Hamburger Kultureinrichtungen wird nun mit der Förderung im Rahmen des Programms 360° auch vom Bund honoriert. ‚360°‘ fördert die interkulturelle Öffnung von Kulturinstitutionen, damit diese die diverse Stadtgesellschaft und ihre Themen strukturell und inhaltlich stärker einbeziehen. Ich gratuliere dem Museum für Völkerkunde und den Bücherhallen Hamburg zu ihrem Erfolg und bin gespannt auf erste Projekte.“

Spuren des Kolonialismus

Das Museum für Völkerkunde erhält eine Förderung unter anderem für die Neugestaltung der Programmatik und die Überarbeitung der Dauerausstellung. Das Museumsteam möchte Rolle und Aufgabe des Hauses in der multikulturellen Gesellschaft überdenken und seinem kolonialen Erbe auf die Spur kommen. Außerdem sollen neue Ansätze der Beteiligung und Inklusion entwickelt werden, um weitere Akteure und Zielgruppen der Hamburger Stadtgesellschaft anzusprechen. Das Museum möchte zum Forum und zum Vorbild für ein vernetztes und vielfältiges Kulturverständnis werden.

Ort der Begegnung

Die Bücherhallen Hamburg wollen alle Bevölkerungsgruppen der Stadt einladen, die Bibliothek zu „ihrem“ Kultur- und Begegnungsort zu machen. Sie möchten so der Zusammensetzung der Hamburger Bevölkerungsstruktur besser Rechnung tragen. Außerdem möchte das Haus die Personalstruktur verändern, seine Kompetenzen mit interkulturellen Öffnungsprozessen verbessern und lernen, dieses Wissen an andere Kultureinrichtungen und öffentliche Bibliotheken in Hamburg und deutschlandweit weiterzugeben.

Die neue Stadtgesellschaft

Mit „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ unterstützt die Kulturstiftung des Bundes spartenübergreifend Kulturinstitutionen, die sich mit Fragen des demographischen Wandels befassen und darin die gesamte Gesellschaft in den Blick nehmen: Themen wie Einwanderung und kulturelle Vielfalt sollen aktiv in das eigene Haus und in die Stadtgesellschaft getragen und Teilhabe ermöglicht  werden. Um sich dieser Themen anzunehmen, finanziert die Kulturstiftung den ausgewählten Einrichtungen mit je bis zu 360.000 Euro für vier Jahre eine Personalstelle und stellt Mittel für die Umsetzung von besonderen Aktivitäten bereit. Der Fonds wird somit laut Kulturstiftung des Bundes eine große Bandbreite von Ansatzpunkten, Strategien und Methoden fördern, die in exemplarischer Weise aufzeigen, wie Institutionen ihr Potenzial zur Mitgestaltung der neuen Stadtgesellschaft wirksam entfalten können.

Neben den beiden Hamburger Institutionen werden das Focke Museum, die Kunsthalle Bremen, das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz, das Deutsche Hygiene Museum, das Theater Bremen, das Theater Dortmund, das Staatstheater Nürnberg, das theater junge generation in Dresden, das Berliner Theater an der Parkaue, die Stadtbibliotheken in Bremen, Heilbronn, Köln und Pankow sowie die Musikschule der Stadt Bochum gefördert.“

Weitere Informationen: www.kulturstiftung-des-bundes.de

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