Museum – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Thu, 05 Apr 2018 10:29:04 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Die Expertise der Kunst https://www.tiefgang.net/die-expertise-der-kunst/ Fri, 06 Apr 2018 22:28:12 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3421 [...]]]> Die Kompetenz von Kreativen aus Kunst und Kultur trägt ganz erheblich zur Qualität von Bildungseinrichtungen bei. Argumente bietet nun die neue Schrift zur kulturellen Bildung.

Der von Michael Heber und Mona Jas herausgegebene Band beschäftigt sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Rolle und Bedeutung von Künstler*innen in Bildungsprojekten, den Rahmenbedingungen für Kooperationen mit ihnen und der Entwicklung von interprofessioneller und methodischer Kompetenz sowie Weiterbildungsmöglichkeiten für Kunst- und Kulturschaffende.

Kunst- und Kulturschaffende können mit ihrer künstlerischen Expertise und Kreativität, ihren Perspektiven und Ideen entscheidend zu einer spezifischen Qualität von Projekten der Kulturellen Bildung und damit zu einer Ausgestaltung des Bildungsangebots beitragen. Deswegen werden sie immer stärker von Ganztagsschulen und lokalen Bildungslandschaften angefragt, kulturelle Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche zu konzipieren und umzusetzen. Dabei treffen sie auf unterschiedliche und schwer erschließbare Rahmenbedingungen, Regelsysteme und Routinen. Die Strukturen und Prozessen können sie als externe Kooperationspartner*innen kaum mitgestalten und verändern. Der vorliegende Band möchte einen Beitrag zur Klärung dieser schwierigen Ausgangslage leisten.

Die Schriftenreihe „Kulturelle Bildung“ will dazu beitragen, Theorie und Praxis Kultureller Bildung zu qualifizieren und zu professionalisieren: Felder, Arbeitsformen, Inhalte, Didaktik und Methodik, Geschichte und aktuelle Entwicklungen. Die Reihe bietet dazu die Bearbeitung akzentuierter Themen der ästhetisch-kulturellen Bildung, der Kulturvermittlung, der Kinder- und Jugendkulturarbeit und der Kulturpädagogik mit der Vielfalt ihrer Teildisziplinen: Kunst- und Musikpädagogik, Theater-, Tanz-, Museums- und Spielpädagogik, Literaturvermittlung und kulturelle Medienbildung, Bewegungskünste, Architektur, Stadt- und Umweltgestaltung.

Die Schriftenreihe „Kulturelle Bildung“ wird seit 2007 von der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. verantwortet. Ein Beirat entscheidet über die Veröffentlichung in der Schriftenreihe.

Weitere Informationen

Heber, Michael; Jas, Mona (Hrsg.) (2017): Im Fokus: Kunst- und Kulturschaffende* in Bildungseinrichtungen! Debatten um Rahmenbedingungen, Potenziale und Kompetenzen für kulturelle Bildungsprojekte. Schriftenreihe Kulturelle Bildung vol. 57. München.

267 Seiten, ISBN 978-3-86736-457-7, 19,80 EUR, Inhalt und Bestellmöglichkeit

Quelle: www.bkj.de

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Was ist eigentlich der „Wert der Kultur“? https://www.tiefgang.net/was-ist-eigentlich-der-wert-der-kultur/ Fri, 06 Jan 2017 19:46:24 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=384 [...]]]> „Kultur rechnet sich nicht, aber sie zahlt sich aus!“ Schön wär´s, denken Sie? Lassen Sie uns mal schauen, wie es denn so ist mit Museen, Theatern, Konzertsälen und Clubs …

Diesen alten Leitspruch von der 1999 verstorbenen Kultur-Ikone August Everding, gerne auch „Cleverding“ genannt, mag man oberflächlich betrachtet als lustig-provokant wahrnehmen. Aber es lohnt sich, den Gedanken mal im Detail zu verfolgen und zu prüfen. Denn selten wurde Kultur derart an Zahlen gemessen wie heute. Doch halten diese Zahlen wirklich Stand? Was sollen sie uns sagen und was sagen sie uns wirklich?

Ich werde es in einer lockeren Folge prüfen und dabei auch manch Erstaunliches zutage fördern. Denn so einfach wie manch selbsternannter oder wirklicher Finanzexperte und Wirtschaftsberater es darstellt, ist es nicht. Nicht nur, dass ein Theater ganz andere Erfordernisse und Ausgaben hat als ein Museum, eine Oper etwas anderes ist als ein Musical, ein Musikclub mit Gastronomie und am Eintritt bemessenen Gagen anders zu rechnen ist als ein Sinfonieorchester mit fest angestellten Musikern. Nein, es geht und muss auch immer um den gesellschaftlichen Wert von Kultur gehen. Aber kann man den eigentlich rechnen? Und wenn wie? Und worin liegt er denn genau?

Vielleicht ist es kein Zufall sondern sogar begründbar, dass eben dieser August Everding den Ausspruch wagte, Kultur sei „kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit!“ und damit ins gleiche Kulturhorn stieß wie der einstige und 2015 gestorbene Bundespräsident Richard von Weizsäcker: „Kultur ist kein Luxus, den wir uns leisten oder auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere eigentliche innere Überle-bensfähigkeit sichert.“

Und es steht vorab auch fest: dies ist ein Diskurs ohne klares Ende. Aber warum ihn dann aber überhaupt führen? Weil der Diskurs, der Austausch der Argumente, unser Denken, Bewusstsein und letztlich Handeln bestimmt, nicht das Ergebnis! Und daher ist es logischerweise ein immer wieder neu zu führender Diskurs. Ein Ringen um den zeitgemäßen Umgang mit dem „Wert“ der Kultur. Und es ist ein immer neu zu bestimmende Erfordernis, diesen Wert der Kultur in unserem gesellschaftlichen Miteinander zu bestimmen. Wer macht Kultur, wer bewertet sie und für wen ist Kultur?

So wie die Regelsätze der sozialen Grundsicherung, die Renten, die steuerlichen Freibeträge oder auch die politische Mandatsbezüge von Abgeordneten alle Jahre wieder mit neuen Argumenten und neuen Mindeststandards begründet werden, so ist auch Kultur immer wieder aufs Neue einer Wertbe-stimmung ausgesetzt. Sie muss nur aufpassen, dass nicht andere allein über sie entscheiden. Sie darf ihre ureigenen Argumente nicht aufgeben, sie nicht vergessen oder sich im Munde verdrehen zu lassen. Denn sie sind ihre wichtigsten: die kulturellen Inhalte!

Und daher ist dieser Diskurs an Sie als Lesenden gerne auch als Einladung zum Mitstreiten zu verstehen. Diskutieren Sie im angebundenen Facebook-Chat mit! Er- und begründen Sie weitere Argumente im Diskurs über den Wert der Kultur und werden Sie selbst wieder zu einem Teil der dringend notwendigen Streit-Kultur!

(06. Jan. 2017, hl)

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Der Mythos von der „Hammaburg“: vom Wikinger zum Hanseaten https://www.tiefgang.net/der-ewige-mythos-von-der-hammaburg-vom-wikinger-zum-hanseaten/ Sat, 17 Dec 2016 18:22:32 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=203 [...]]]> Über die Ursprünge Hamburgs wird schon lange gerätselt. Dass aber Franken, Slawen und Wikinger unsere Gründungsväter sein sollen, mag überraschen.

Die Hammaburg – Keimzelle Hamburgs – wird seit Jahrhunderten auf dem Domplatz im Herzen der Stadt vermutet. Die spannende Suche nach der historischen Hammaburg ist dabei zum Mythos geworden. Das Archäologische Museum Hamburg inmitten Harburgs verknüpfte mit der Ausstellung „Mythos Hammaburg – Archäologische Entdeckungen zu den Anfängen Hamburgs“ erstmals die schriftliche Überlieferung mit den aktuellen Ergebnissen archäologischer Ausgrabungstätigkeit. Wer es also genau wissen will, konnte sich seit Ende 2015 mit einem Begleitband zur Ausstellung tief ins Herzen nicht nur St. Paulis begeben und ist dabei von fachkundigen Archäologen beraten.

Der Band präsentiert in über 40 reich illustrierten Beiträgen ein neues Bild von den Ursprüngen Hamburgs zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert. Erstmals kann die Stadtwerdung der Hansestadt lückenlos von einer spätsächsischen Siedlung bis zur blühenden Hansestadt des Hochmittelalters aufgezeigt werden. Die renommierten wissenschaftlichen Autoren betten zudem in fundierten Fachbeiträgen die Hammaburg in ihr frühmittelalterliches Umfeld zwischen Franken, Slawen und Wikingern ein. Der Weg zur heutigen einer Weltmetropole ist also lang und war nicht immer so klar in seiner Richtung.

Nun erschien im November 2016 ein weiterer ergänzender Band: „Hammaburg. Wie alles begann“.

Das Archäologische Museum Hamburg schlägt damit ein weiteres spannendes Kapitel der Geschichte Hamburgs auf: Die historische Keimzelle der Hansestadt – die legendäre Hammaburg – gilt seit 2014 als endgültig entdeckt, womit zahlreiche Rätsel um die Gründung der Stadt gelöst werden konnten. So kann erstmals die Stadtwerdung Hamburgs lückenlos von einer kleinen sächsischen Siedlung des 8. Jahrhunderts bis zur blühenden Hansestadt aufgezeigt und illustriert werden.

Beide Bände oblagen dem Herausgeber Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss.  Seit 2003 ist er Direktor des Archäologischen Museums Hamburg mit Sitz in Harburg und Landesarchäologe von Hamburg. Er studierte Vor- und Frühgeschichte und Kunstgeschichte in Regensburg. 1990 begann er seine berufliche Laufbahn am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in Regensburg. 1991 wechselte er an das Museum für Vor- und Frühgeschichte nach Berlin. Nach weiteren Stationen in der Denkmalpflege in Berlin und Bayern sowie am Gäubodenmuseum in Straubing wurde er 2001 am Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte zum Kustos ernannt, bevor er dann nach Hamburg kam. Über seinen archäologischen Arbeiten ist er auch für sein großes kulturelles Engagement bekannt.

Nun ist ein zweiter, ergänzender Band zum Mythos Hammaburg erschienen. (Bild: Wachholtz-Verlag)
Mythos Hammaburg. Archäologische Entdeckungen zu den Anfängen Hamburgs, Autoren: Rainer-Maria Weiss (Hrsg.), Anne Klammt (Hrsg.) ISBN: 9783529052705, Format: 24 x 30 cm, Seiten: 508, Einband: gebunden, Preis: 29,50 €
Hammaburg. Wie alles begann, Autor: Rainer-Maria Weiss (Hrsg.), ISBN: 9783529052712, Format: 14,5 x 22 cm, Seiten: 144, Einband: gebunden, Preis: 19,90 €

(17. Dez. 2016, hl)

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