Nazca Space Fox – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Thu, 17 Oct 2019 07:21:11 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Sleepless ´til Harburg https://www.tiefgang.net/sleepless-til-harburg/ Fri, 11 Oct 2019 22:12:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5826 [...]]]> 1 Nacht, 15 Locations, gut 40 Acts und einmal 5 €. Um da noch durchzublicken, braucht es Orientierung. In Maria´s Ballroom gibt es rockig auf die Ohren!

Marias Ballroom – mitten im Wohnviertel und doch als sei man im großen Rockpalast. Was Betreiber Heimo Rademaker dort in den letzten 10 Jahren geschaffen hat, zeigt eine recht unbekannte Seite Harburgs: die der „Trotzdemer“. Und so wird auch zur diesjährigen SuedKultur Music-Night ein halbes Beben durch die Lasallestraße tosen. Denn was da auf die Bühne kommt, lässt Lemmy im Grabe rülpsen.

18:15h: Pearl Dust (ClassicRock)

Pearl Dust spielt vor allem eigene Songs, aber auch Coversongs können etwa als Zugabe mal dabei sein. Ausnahmen müssen sein. Ihren Musikstil bezeichnet die Band als Blues-Rock mit Einflüssen aus dem Bereich Classic-Rock. Die musikalischen Einflüsse kommen entsprechend von Bands wie Joe Bonamassa, Black Country Communion, Blackberry Smoke, Georgia Satellites u.s.w., aber eben auch Deep Purple, AC/DC … Als Drei-Mann-Band mit einem recht klaren aber auch „fetten“ Sound.

19.45h: Nazca Space Fox (Psycho-Grooves)

Das Legacy Magazin schrieb treffend: „Zeit zum Genießen, Zeit sich zurückzulehnen, Zeit für NAZCA SPACE FOX. Die Instrumentaltruppe aus Frankfurt am Main packt auf ihrem Debütalbum ganz tief in die psychedelische Trickkiste und zaubert einige herrlich spacige Monumentaltracks aus dem Ärmel, die ohne große Vorankündigung einen ziemlich intensiven kosmischen Trip initiieren, dem man schon nach wenigen Sekunden nicht mehr entkommen kann. Träumerische Melodien, grandiose Gitarrenparts, ein paar 70’s-affine Psychdelic-Grooves und dazu dieses grandiose Gespür für packende Harmonien: was auf “Nazca Space Fox” in einer knappen Stunde passiert, ist schlichtweg extrem intensiv und bringt die Band mit einem Schlag in den Dunstkreis bereits jetzt legendärer Acts wie MY SLEEPING KARMA oder THE OCEAN COLLECTIVE.

Dass man zudem aus dem Stegreif solch formidable Longtracks wie ‘Weltraumorgel’, ‘Isolator’ und ‘Mindwalk’ konzipiert hat und sich problemlos durch die ausladenden Arrangements arbeitet, ohne jemals den Faden zu verlieren, spricht für das Selbstbewusstsein von NAZCA SPACE FOX, vor allem für die Fähigkeiten der drei Musiker.

Alle sieben Tracks dieses berauschenden Erstlings sind ein echter Hochgenuss und derzeit wohl das beeindruckendste, was der Space Rock instrumental zu bieten hat.“

Noch Fragen offen? Dann hingehen und selbst fragen! nazcaspacefox.de

21:15h: Rebel´s Reunion (Asskicking Hardrock)

Rebels‘ Reunion (Foto: Christian LePolotec)

4 Jungs – Asskicking Hardrock – keine Kompromisse

REBEL’S REUNION spielen eine absolut zeitlose Mischung aus Hardrock, traditionellem Heavy Metal und einem guten Schuss 80er Hair-Metal ohne Rücksicht auf jedwede Trends. Das galt schon damals bei der Gründung vor über 20 Jahren, aber heute definitiv mehr denn je. Keine Kompromisse!

Im Gegensatz zu den meisten Musikerkollegen hegen REBEL’S REUNION keinerlei Ambitionen, neue und innovative Musik zu erschaffen. Das komplette Song-Repertoire der Band besteht aus Eigenkompositionen, die die Trademarks Ihrer großen Vorbilder AC/DC, Motörhead, Judas Priest, Mötley Crüe usw. in einer dennoch sehr eigenständigen und abwechslungsreichen Art und Weise vereinen. REBELS‘ REUNION spielen und zelebrieren die Art Musik, die sie am liebsten selber hören. Und das hört und sieht man.

Live sind REBELS‘ REUNION eine kaum zu überbietende Urgewalt und haben das bei zahlreichen Konzerten in Norddeutschland beeindruckend unter Beweis gestellt. Die energiegeladenen Shows haben einen sehr großen Unterhaltungswert, da die Jungs sich nicht allzu ernst nehmen. Ihre Musik hingegen sehr. Man sieht der Band zu jeder Sekunde den unglaublichen Spaß und die Überzeugung an Ihrer Musik an. Dadurch springt der Funke entsprechend schnell auf jeden Zuschauer über.

Getreu der bandeigenen Hymne „Let The Good Times Roll…!!!“ wird bei jedem Gig standesgemäß abgerockt.

 

23:45h: Miss Alice (Mini-Rock-Duo)

Als Bastard einer heißen Affäre zwischen Schlagzeug und Bass flirtet sich Miss Alice durch die Musiklandschaft und nimmt sich mit, was Spaß macht. Kompromisslos verführt sie alles von Punk bis Disco und singt süße Melodien über brettharte Riffs. Erst einmal erregt, scheut sie sich nicht ihre Ecken & Kanten zu zeigen – Hauptsache laut und dreckig. Hier steht die ungeschminkte Abgefucktheit von in existenziellen Krisen gereiftem Indie-Rock auf der Bühne und teilt aus. soundcloud.com/missalicerocks

ab 00:00h: DJ Runninghorse (danceable ClassicRock)

ClassicRock mixed by Runninghorse

ClassicRock: das heißt hier  Klassiker wie Led Zeppelin, The Doors, Tom Petty, The Rolling Stones, Jethro Tull, The Who, Bad Company, The Beatles, Queen, Aerosmith, Pink Floyd und viele mehr. Ebenso sind special mixes und Versionen sowie Krautrock dabei!

Geboren und aufgewachsen ist Ken Runninghorse im Land des Classic Rocks – den USA. Ken liebt was er auflegt und hat selbst bereits in verschiedenen Rock und Funk Bands gespielt. Als DJ bzw. VJ blickt er auch in Deutschland schon auf zahlreiche Auftritte zurück. In Hamburg etwa im Molotow, Hafenbahnhof, Grünspan, Edelfettwerk oder Docks. Sein Repertoire ist nicht nur Futter für die Ohren sondern auch sehr tanzbar und lässt keine Wünsche offen. Fragen erlaubt! Marias Ballroom freut sich, DJ Runninghorse mit seiner positive Ausstrahlung, mal wieder zu begrüßen und als Digestiv präsentieren zu können.

Termin/Ort: Sa., 19. Okt., Marias Ballroom, Lasallestr. 11, 21073 Hamburg, www.mariasballroom.de

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Musikbezirk Harburg! https://www.tiefgang.net/musikbezirk-harburg/ Fri, 20 Sep 2019 22:08:33 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5788 [...]]]> Wer hätte das 2010 gedacht? In diesem Jahr steigt am 19. Oktober die 9. SuedKultur Music-Night und belegt die Lebendigkeit nicht nur der Harburger Musikszene.

Als 2009 die Idee der noch recht jungen Initiative SuedKultur aufkam, eine Art „Nacht der Clubs“ im Süden Hamburgs auf die Beine zu stellen, war nicht absehbar,  wohin der Weg führen würde.

Damals gab es den Rieckhof, den Old Dubliner, den Jazzclub im Stellwerk, das Café Leben in Heimfeld. Das Consortium hatte gerade seine Pforten schließen müssen, dafür brachte sich das Marias Ballroom als Konzertlocation frisch ins Rennen. Hat Harburg überhaupt das Potenzial für eine echte Music-Night? Wohl schon, war man sich einig. Aber glaubt uns das jemand?

Tricky Panda heizt im Old Dubliner ein

Als der Vorstandsvorsitzende der Eisenbahnbauvereinsgenossenschaft Harburg, Joachim Bode davon erfuhr, war er als Live-Musik-Fan gleich davon angetan. Das ist doch endlich mal was für Harburg! Unvergessen damals seine spontane Zusage, die Music-Night mit sagenhaften 5.000,- € zu unterstützen – mit der Aussage: „aber bitte nicht nur einmal!“

Diese Aus- und zugleich Zusage hat bis heute gehalten und war zugleich Garant für die Grundstruktur des immer noch jung daher kommenden non-profit-Festivals.

Joachim Bode vom Eisenbahnbauverein: „Wenn wir den Wohn- und Lebensstandort Harburg auf diese Art und Weise ein Stück nach vorne bringen können, freut uns das sehr. Da machen wir gerne weiterhin mit. Die SuedKultur Music-Night wirkt nach unserem Eindruck bereits weit über den Bezirk hinaus und hat inzwischen viele ´Wiederholungstäter´!“

Schon der Start damals zeigte: Scharen von Leuten liefen von einem Club zum anderen, feierten die Musik, die Clubs und letztlich sich selbst. „Und es war immer friedlich, freundlich und ohne besondere Vorkommnisse“, so Projektleiter Heiko Langanke, der die Music-Night von ihren Anfängen her begleitet.

Beim Dachverband der Hamburger Musikclubs, dem Clubkombinat Hamburg, wurde mit den Jahren auch wahrgenommen, dass die Live-Musik-Stadt Hamburg südlich der Elbe ein impulsives Eigenleben führt. Geschäftsführer Thore Debor: „Bereits um 9. Mal feiert der Hamburger Süden die SuedKultur Music-Night und sich selbst. Und das zu recht – denn wer es schafft ein Event mit 40 Bands auf 15 Bühnen für 5 € auf die Beine zu stellen, hat auch allen Grund dazu. Hut ab und weiter so!“

Janina Dunklau singt bei ContraZt in Heimfeld

In diesem Jahr nun also geht es am Sonnabend, den 19. Oktober in die 9. Runde und wieder sind es 15 Locations mit  40 Live-Acts, die für nur einmalig 5,- €  Eintritt erlebbar sind. Wie jedes Jahr ist auch 2019 klar: alle Gigs schafft niemand, aber doch ist für jeden etwas dabei.

So gibt es Jazz und Filmmusik in der Marmstorfer Auferstehungskirche, in der die Little BigBand spielt. Die Formation hat sich im Neugrabener Kulturhaus Süderelbe gegründet und sich ein hörenswertes Programm aus Film- und Jazzmusik aber auch Rock und Pop angeeignet.

Auch im Kulturcafé Komm du wird die Formation Bruder Schwarz mit Fusion Jazz zu hören sein und in der St. Paulus Kirche Heimfeld, die erstmals bei der Music-Night teilnimmt, zelebriert  das Blues-Urgestein Körrie Kantner mit seiner „not so BigBand“ einen vielstimmigen Kanon aus Blues, Swing, Funk und Soul.

Singer-Songwriter sind auch wieder reichlich vertreten. So im Gloria-Tunnel mit dem Duo cookies for the cat, im Sozialkontor Harburg an der Schwarzenbergstraße oder im Heimfelder Nachbarschaftstreff beim Verein ContraZt e.V. mit dem Duo Marlo Grosshardt und Viktor bzw. dem Moorburger Joe Merz.

Psychodelisches gibt es auch. Der Harburger Architekt Carsten Lünzmann baut sein Büro in der Buxtehuder Straße 56 kurzerhand um in den „Millimeterklub“ und dort spielen um 19.30h die Krautrocker „Voodoo Diodes“ auf. Im Marias Ballroom (Lasallestraße) hingegen übernimmt dieses Genre die eigens aus Frankfurt anreisende Band Nazca Space Fox, die sich in der bundesweiten Szene einen herausragenden Ruf erworben hat.

Klezmer und Tango bedient die Band „Zorro Gris“ in der Marmstorfer Auferstehungskirche, Reggae und Roots der Musiker Elan Zack im Café „Komm du“ und für suburbanen Tanzsound sorgt das Stellwerk im Haeburger Bahnhof mit der „Funk Soul Allnighter“-Nacht.

Bruder Schwarz jazt im Komm du

 

Das Ende seiner Europatour wird zudem im „Komm du“ der US-Amerikaner Christopher Worth mit seiner Band WORTH feiern. Wer selbst Musik machen will, ist zur Open-Mic-Bühne ins Heimfelder „Alles wird schön“ geladen, in der später auch eine Jam-Session läuft. Ebenso gejammt wird in der Kulturwerkstat Harburg am Kanalplatz oder im Gloria-Tunnel.

Weitere Top Acts finden sich in der Fischhalle Harburg mit dem US-Sänger Jay Kalian oder der Weltmusik-Formation Makatumbe, in der „Stumpfen Ecke“ mit der Partyband „Die Gäste“, in der Wilhelmsburger Deichdiele mit dem Skandinavier Flemming Borby sowie im Nachbarschaftstreff Heimfeld mit der Leipziger Punkband „wonach wir suchen“.

Pastor von der Weppen singt bei Marius Müler Willenlos in Marmstorf

Zwei Wermutstropfen gibt es leider auch: die Inselklause kann u.a. wegen des Open-Air-Live-Musik-Verbots dieses Jahr ebenso wenig mitmischen wie die Akademie für Musik und Kultur. Diese muß ihren TanzRaum zum Oktober an die Hamburger Stromnetz GmbH abgeben und hat neue Räume noch nicht in Aussicht. Das gesamte Programm wird etwa 2 Wochen vor der Music-Night in etlichen Kulturläden ausliegen und auch im Internet abrufbar sein. Am Abend selbst wählt man den Club seines Vertrauens, zahlt dort 5,- €, bekommt ein Music-Night-Armband und kann damit auch alle anderen Locations besuchen.

Der Hamburger Getränkehersteller Flora Power steuert auch dieses Jahr manche Mate-Drinks und Säfte bei. Unterstützung für Druckkosten und Plakatierung erfährt die Initiative SuedKultur durch die Eisenbahnbauvereinsgenossenschaft Harburg und den Verfügungsfonds Soziale Stadt des Bezirks Harburg.

Ab kommender Woche stellen wir bis zur Music-Night in einer Serie wieder einzelne Locations und Bands vor …

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