NDR https://www.tiefgang.net Tue, 07 Oct 2025 07:55:36 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Rettungsanker gegen Fake News https://www.tiefgang.net/rettungsanker-gegen-fake-news/ Fri, 10 Oct 2025 22:37:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12643 [...]]]> Die Hamburger Medienlandschaft zieht an einem Strang: Im Rathaus wurde der Kampf gegen algorithmischen Irrsinn und Fake News eingeläutet. Kann ein Schulterschluss aus Politik, Redaktion und Bildung die Demokratie in der Ära der Künstlichen Intelligenz retten?

Hamburg hat Anfang Oktober ein politisches Signal mit Wumms gesendet: Im Rathaus versammelte sich die norddeutsche Medienelite zum »Runden Tisch« auf Einladung von Bildungssenatorin Ksenija Bekeris und Kultur- und Mediensenator Dr. Carsten Brosda. Der Anlass ist durchaus ernst: In einer Welt, in der KI-generierte Inhalte und manipulative Feeds die Informationslandschaft fluten, droht jungen Menschen der kritische Kompass abhandenzukommen.

Die Zeit, in der Nachrichten einfach nur aus Zeitung oder Tagesschau kamen, ist längst vorbei. Heute kämpfen klassische, verifizierte Inhalte gegen einen Tsunami an Desinformation – ein Kampf, der auf den Smartphones der Schüler*innen in Hamburg täglich neu entschieden wird. Es geht nicht nur darum, Fakten von Fiktion zu unterscheiden, sondern auch darum, die Logik hinter der algorithmischen Steuerung zu verstehen, die uns alle in Filterblasen fängt.

Der Austausch war insofern ein direkter Angriff auf diese Komplexität. Das Ziel: Die vielen bestehenden Initiativen zur Nachrichten- und Informationskompetenz bündeln, klug vernetzen und so die Schulen strukturell stärken.

Die Dringlichkeit war in den Worten der Senator*innen spürbar. Es geht um nicht weniger als die Fundamente des demokratischen Miteinanders. Mediensenator Brosda verdeutlichte die hohe Messlatte: „Demokratie lebt davon, dass alle Bürgerinnen und Bürger Nachrichten und Informationen verstehen und einordnen können. Gerade in einer zunehmend digitalen und vernetzten Welt.“ Er hob hervor, dass Hamburg als führender Medienstandort bereits starke Initiativen hervorgebracht habe, wie etwa #UseTheNews, die zeigen, wie moderne Medienbildung gelingen kann.

Bildungssenatorin Bekeris zeigte sich begeistert von der Beteiligung: „Ich freue mich daher sehr, dass die Medienakteure der Einladung so zahlreich gefolgt sind und mit ihrer Expertise den Austausch bereichern.“ Sie sieht in dem Treffen einen wichtigen Impuls, der das Thema »Nachrichten- und Informationskompetenz« in die Stadtgesellschaft trage. Die zentrale Frage sei nun, ob Synergieeffekte genutzt werden können, „um diese wichtigen Kompetenzen der Hamburger Schülerinnen und Schüler weiter zu stärken.“

Was diesen Auftakt so bemerkenswert macht, ist die Bandbreite der anwesenden Akteur*innen: Es waren keine Nischenspieler, sondern die Schwergewichte der deutschen Medienlandschaft, die sich im Rathaus versammelten. Von den Nachrichtenagenturen wie der dpa Deutsche Presse-Agentur über öffentlich-rechtliche Anstalten wie dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) bis hin zu den großen Verlagen wie der Bauer Media Group, Gruner+Jahr/Stern und dem Zeitverlag Gerd Bucerius.

Auch lokale Größen wie das Hamburger Abendblatt und die Morgenpost, sowie innovative Ausbildungsstätten wie die Hamburg Media School und das Hans-Bredow-Institut, waren beteiligt. Diese geballte Expertise, die nun gemeinsam mit der Politik prüft, wie man die Verteidigungslinie gegen Desinformation in den Klassenzimmern aufbaut, ist ein starkes und notwendiges Zeichen.

Der Runde Tisch war somit nur der Auftakt. Das eigentliche Werk beginnt jetzt: Die Projekte müssen verzahnt, die Lücken im Bildungsangebot geschlossen und die Schulen dauerhaft mit den Werkzeugen und der Expertise der Medienprofis ausgestattet werden. Denn im digitalen Zeitalter ist Medienkompetenz nicht nur ein Schulfach, sondern die Überlebensstrategie der Demokratie.

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NDR-Funkhauschefin tritt ab https://www.tiefgang.net/ndr-funkhauschefin-tritt-ab/ Fri, 09 Sep 2022 22:20:21 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9305 [...]]]> Mit dem RBB und ihrer Direktorin Patricia Schlesinger fing es an. Mittlerweile hat es auch den NDR erfasst. Die öffentlich-rechtlichen Antsalten geraten unter Druck.Den Kritiker*innen der öffentlich-rechtlichen Anstalten und vor allem ihrer hohen „Zwangsbeiträge“ (Rundfunkbeiträge) ist es wie Öl ins Feuer. Nachdem die RBB-Chefin ins Visier wegen überhöhtem Gehalt und Boni-Zahlungen obendrein geriet, kan nun die NDR-Funkhauschefin und Chefredakteurin z.B. des „Hamburg Journals“ ins Visier. Sie habe Einfluß auf redaktionelle Inhalte genommen und ein „Klima der Angst“ geschaffen. Beweisen ist noch nichts. Zurückgetreten ist sie aber.

Wie der NDR nun am 9. September 2022 mitteilte:

Sabine Rossbach wird in den kommenden Wochen ihre Arbeit im Landesfunkhaus Hamburg ruhen lassen, bis die Prüfergebnisse über die im Raum stehenden Vorwürfe vorliegen. Sie hat zudem angekündigt, nicht dauerhaft auf ihre Position zurückzukehren.

Ilka Steinhausen übernimmt die kommissarische Leitung des Landesfunkhauses Hamburg. Bei der bisherigen stellvertretenden Landesfunkhaus-Direktorin und Hörfunkchefin von NDR 90,3 liegt damit ab sofort auch die journalistische Verantwortung für alle Programme.

Joachim Knuth: „Sabine Rossbach macht in den kommenden Monaten den Weg frei für einen Neuanfang im Landesfunkhaus Hamburg. Wir nehmen uns jetzt die Zeit, die im Raum stehenden Vorwürfe aufzuklären.“

Gemeinsam mit der stellvertretenden Intendantin Andrea Lütke übernimmt Ilka Steinhausen die Verantwortung für die Aufklärungsprozesse. Ein unabhängiges Team aus Kolleginnen und Kollegen außerhalb des Hamburger Funkhauses wird die journalistische Aufarbeitung der im Raum stehenden Fälle und der redaktionellen Abläufe vornehmen. Eine weitere Untersuchung der Anti-Korruptionsbeauftragten des NDR läuft davon unabhängig.“

Auch in Schlewsig-Holstein wurden Vorwürfe der Einflussnahme laut. Am Mittwoch (31.8.2022) war bekanntgeworden, dass der Chefredakteur am Standort Kiel, Norbert Lorentzen, und die Politik-Verantwortliche Julia Stein darum gebeten hatten, sie bis auf weiteres von ihren Aufgaben zu entbinden.

Die Vorwürfe sind insofern fundamental, als dass bisher vor allem aus privatwirtschaftlichen (Medien-)Kreisen am öffentlich-rechtlichem Rundfunksystem Kritik geübt wurde, die vor allem auf die „Zwangsbeiträge“ in Form der Rundfunkgebühren abzielte. In die Kritik kam hier vor allem die unerbittliche Härte. Selbst im Pandemiejahr 2021 wurden 1,11 Millionen Euro zwangsvollstreckt. Insgesamt wurden en Beiträgen 8,422 Milliarden Euro im Jahr 2021 eingenommen und 8,111 Milliarden im Jahr 2020. (siehe auch FAZ vom 14.06.2022).

Da nun aber die Unabhängigkeit der Berichterstattung selbst ins Zwielicht gerät, wird es an grundlegender Kritik zunehmen. Dazu passen leider auch die Höhen der Gehälter der Intendaten. „Beim WDR gibt es das höchste Gehalt der ARD-Landesrundfunkanstalten: Mit einer Grundsumme von rund 413.000 Euro Jahresgehalt war der Intendant Tom Buhrow am besten bezahlt. Der Intendant des SWR (Kai Gniffke) verdiente mit einem Jahresgehalt von 361.000 Euro am zweitmeisten, gefolgt vom NDR (Joachim Knuth) und einem Grundjahresgehalt von 346.000 Euro. “ Dies ist einiges mehr als das Gehalt im Bundeskanzleramt, das sich auf etwa 342.000 € beläuft. Die Frage, warum öffentlich-rechtliche Positionen gehaltlich höher bewertet werden als die des Oberhauptes der Regierung scheint da berechtigt. Das „unternehmerische Risiko“ liegt bei fast null (außer man plane Fehler wie bei Schlesinger, Rossbach oder Lorentzen regelrecht mit ein). Die Pensionen aber haben sich den Gehältern anzupassen. Die ARD hatte schon 2016 alleine 7,4 Milliarden Euro Rückstellungen für den Posten der Pensionen. (FAZ vom 2.2.2016)

 

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Zum Wert der Medien https://www.tiefgang.net/zum-wert-der-medien/ Fri, 13 Sep 2019 22:23:34 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5746 [...]]]> Mit gleich drei großen Konferenzen ist Hamburg im September internationale Medienhauptstadt und das mit höchst aktuellen Themen. 

Zum einen tagt die Konferenz Global Investigative Journalism Conference (GIJC) 25. bis 29. September. Die GIJC zählt mit rund 1.200 Investigativjournalisten zu den wichtigsten internationalen Journalismus-Tagungen. Sie ist immer wieder Ausgangspunkt für bedeutende grenzüberschreitende Recherchekooperationen. Internationale Experten sprechen unter anderem zu Informations- und Pressefreiheit, Medienrecht, Gründertum und Netzwerksicherheit.

Am 25. September findet dann zudem das Scoopcamp statt. Eine nationale Leitveranstaltung zum Thema „Digitaler Journalismus“, veranstaltet von nextMedia.Hamburg und dpa. Rund 300 Experten, Journalisten und Entwickler diskutieren unter dem Dachthema „New Storytelling“ die Zukunft des Journalismus.

Als Drittes ist dann vom 23. bis 27. September die Innovation Week der International News Media Association (INMA). Zur INMA Innovation Week werden mehrere Hundert Medienentscheider in Hamburg erwartet. Die Veranstaltung ist eine europäische Medienkonferenz, bietet ein lokales Lesersymposium und eine German Media Study Tour.

Abschließend geht es in einer offenen Veranstaltung um den Investigativjournalismus als Lebenselixier der Demokratie.

Investigativjournalismus als Lebenselixier der Demokratie

Freitag, 27.09.2019, 17.00-18.30 Uhr; Gesellschaft, Trostbrücke 4-6, Hamburg

Mit dem Aufdecken von Korruption und kriminellen Machenschaften leisten Journalisten einen wesentlichen Beitrag für das demokratische Gemeinwesen. Ihre Recherchen sind oft aufwändig und gefährlich, die Arbeitsbedingungen verschlechtern sich vielerorts zusehends – auch in Deutschland. Doch wo der politische und ökonomische Druck auf investigativen Journalismus wächst, gerät auch die demokratische Öffentlichkeit in Gefahr. Anlässlich der „Global Investigative Journalism Conference“ diskutieren namhafte Journalistinnen und Journalisten über aktuelle Herausforderungen und neue Ansätze, diese Arbeit zu schützen und zu stärken. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt!

Die Veranstaltung wird von der Hamburger Behörde für Kultur und Medien organisiert und ist nicht Teil des offiziellen GIJC-Programms.

Anmeldung: Die Teilnahme ist kostenlos. Bitte melden Sie sich online an unter bkm/veranstaltungen

Programm

Keynote: Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien

  • Diskussionsrunde:
    Bastian Obermayer, Süddeutsche Zeitung
    Oliver Schröm, Correctiv
    Pavla Holcova, České centrum pro investigativní žurnalistiku, Tschechien
    Patricia Evangelista, Rappler, Philippinen

Moderator: Adrian Feuerbacher, NDR

In der Mitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Hamburg wird im September zur internationalen Medienhauptstadt. Zu drei großen Medienkonferenzen werden über 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Stadt erwartet. Erstmals findet die Global Investigative Journalism Conference (GIJC) in Deutschland statt. Zudem wird auf dem Scoopcamp sowie dem Kongress der International News Media Association (INMA) mit Medienvertretern und -vertreterinnen aus der ganzen Welt über die Zukunft der Branche diskutiert. Die Stadt begrüßt die Gäste mit einer stadtweit sichtbaren Kampagne zur Pressefreiheit. Diese wurde von Schülerinnen und Schülern der Hamburg School of Ideas entwickelt. Sie soll die Journalistinnen und Journalisten aus aller Welt willkommen heißen und bei jungen Hamburgerinnen und Hamburgern ein deutliches Zeichen für die Zukunft unabhängiger Medien setzen.

Weitere Informationen zur Kampagne und die Plakatmotive gibt es hier: www.hamburg.de

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „In der Medienstadt Hamburg wird die Zukunft des Journalismus gedacht und gestaltet. Wir können nicht nur auf eine lange Tradition großer Medienhäuser zurückblicken, sondern sind auch immer schon der Ort gewesen, an dem neue Geschäftsmodelle entwickelt wurden, die die Zukunft der Medien langfristig sichern. Es ist uns eine große Ehre, im September mit Gästen aus der ganzen Welt über die Zukunft freier und kritischer Medien diskutieren zu können. Mit unserer Begleitkampagne wollen wir das Bewusstsein für den Wert der freien Presse fördern. Demokratische Politik ist ohne kritischen, unabhängigen Journalismus nicht vorstellbar.“

Die derzeit bedeutendste internationale Journalismus-Konferenz GIJC ist vom 26. bis 29. September in der HafenCity Universität und beim „Spiegel“ zu Gast. Über 1.000 Journalistinnen und Journalisten aus 130 Ländern tauschen sich in über 150 Workshops und Paneldiskussionen über Themen wie investigative Recherche, Datenjournalismus, grenzüberschreitende Kooperationen und Pressefreiheit aus. Als Rednerin wird unter anderem Maria Ressa erwartet, eine couragierte Enthüllungsjournalistin von den Philippinen und „TIME-Person of the Year 2018“. Ausrichterinnen der GIJC in Hamburg sind die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche, die Hamburger Interlink Academy for International Dialog and Journalism und das Global Investigative Journalism Network.

Julia Stein, Erste Vorsitzende Netzwerk Recherche: „Hamburg bietet vielen kritischen und internationalen Journalisten einen sicheren Hafen. Denn in der Geburtsstadt der freien Presse und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks weht nicht nur ein freier Geist, hier ist die Bereitschaft, Journalismus in seiner Unabhängigkeit anzuerkennen und handfest zu fördern, groß. Als Netzwerk Recherche danken wir der Stadt und allen Partnern, die #GIJC19 zu einem Highlight für Journalistinnen und Journalisten aus aller Welt zu machen.“

In derselben Woche wie die GIJC finden auch das diesjährige Scoopcamp (25. September) und die Media Innovation Week der International News Media Association (INMA, 23. bis 27. September) statt. Das Scoopcamp ist die Innovationskonferenz für Medien von nextMedia.Hamburg und der dpa. Speaker sind unter anderem die frühere Digitalchefin des Stern, Anita Zielina (City University of New York), Shazna Nessa (Head of Visuals, The Wall Street Journal) und Alan Rusbridger (Lady Margaret Hall, University of Oxford), langjähriger Chef des britischen Guardian und einer der weltweit angesehensten Journalisten.

Auf der INMA tauschen sich führende Medienverantwortliche aus aller Welt aus. Im Zentrum stehen neue Geschäftsmodelle für klassische Nachrichtenmedien. Sprechen werden unter anderem Philipp Westermeyer, Gründer des Online Marketing Rockstars Festival, Christian Röpke, CEO ZEIT Online, und Peter Kropsch, Geschäftsführer der dpa. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz lernen zudem im Rahmen einer „Study Tour“ Medienunternehmen in Hamburg und Berlin kennen, darunter DIE ZEIT, Funke Medien und NOZ Digital.

Die Behörde für Kultur und Medien lädt die Gäste der Konferenzen und alle Interessierten zudem am 27. September von 17 bis 18.30 Uhr zu einer eigenen Diskussionsveranstaltung in die Patriotische Gesellschaft ein. Unter dem Titel „Investigativer Journalismus – Lebenselixier der Demokratie“ hält Senator Dr. Carsten Brosda eine Keynote. Im Anschluss diskutieren Bastian Obermeyer (Süddeutsche Zeitung), Oliver Schröm (Correctiv), Pavla Holcova (Tschechien) und Patricia Evangelista (Rappler, Philippinen).“

Weitere Infos: netzwerkrecherche.org  www.scoopcamp.de inma.org

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Kraftvolle Kunst-Präsenz https://www.tiefgang.net/kraftvolle-kunst-praesenz/ Fri, 06 Sep 2019 22:29:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5733 [...]]]> Die Kunstszene Harburgs ist vielfältig und breit. Dies zeigte sie nun einmal mehr – aber in Buxtehude.

Harburg Kunstleihe ist noch jung, da sie erst Anfang diesen Jahres als eine Artothek ins Leben gerufen wurde. Doch sie machte es nicht nur erstmals in Hamburg möglich, für wenig Geld zeitgenössische lokale Kunst für Zuhause, das Büro oder die Praxis leihen zu können, sondern vernetzte auch die Harburger Künstlerinnen und Künstler auf neue Art und Weise.

Bei 3. Buxtehuder Kunstfest präsentierte sich nun der Kunstzirkel erstmals an einem gemeinsamen Stand und offenbarte die Stärke ihrer Vielfalt. Direkt neben dem Alten Rathaus Buxtehudes, in dem die städtische Buxtehuder Artothek gerade ihr 35jähriges Bestehen feiert, zeigten 15 Künstlerinnen und Künstler aus Harburg ihre Positionen der Kunst. Zu sehen farbstarke Landschaftsbilder von Christine Waldbüßer oder Jan Ratschat, digitale Fotoarbeiten von Petra Hagedorn oder Philipp Meuser, Acrylarbeiten von Anne Flad, Yvonne Lautenschläger oder Gabriele Wendtland oder auch Zeichnungen von Irmgard Gottschlich oder Pflanzenarbeiten von Antje C. Gerdts oder Harald Finke und viele andere mehr. Beide Festtage waren  trotz der Hitze sehr gut besucht und viele Gäste waren überrascht von der beeindruckenden Vielfalt aus der Nachbarschaft.

Aufgebaut: der Stand der Harburger Kunstgruppe (Foto: Sonja Alphonso)

„Der Buxtehuder Artothek sind wir sehr verbunden  und es war uns eine Freude, in direkter Nachbarschaft mit einem Stand neben dem Alten Rathaus auch die Harburger Kunstszene zeigen zu können“, so Sabine Schnell vom Kunstzirkel der SuedKultur. „Manche Buxtehuder waren überrascht, dass Hamburg erst jetzt – 35 Jahre später – eine Kunstleihe etabliert. Auf der anderen Seite war es für viele Harburger Künstler beeindruckend, die Buxtehuder Artothek mit ihrer Vielfalt und doch jung gebliebenen Kunst erstmals zu besuchen. Und auch der Austausch mit anderen Kunstschaffenden auf dem Fest hat alle Seiten bereichert“, so Schnell weiter.

Sonja Alphonso, die ebenfalls  am Stand der Initiative SuedKultur beteiligt war: „Man merkt dem Buxtehuder Kunstfest an, dass der Cheforganisator Sven Brauer selbst Künstler ist. Das Fest ist mit viel Umsicht und Charme entwickelt und somit vorbildlich, wie man zeitgenössische Kunst einer breiten Öffentlichkeit nahe bringt.“ Als Zeichen der Verbundenheit kündigte der Leiter des Buxtehuder Kunstfestes, Sven Brauer, dem SuedKultur-Team an, in Kürze selbst der Harburger Kunstleihe einen Besuch abzustatten und auch ein eigenes Werk zur Ausliehe mitzubringen.

Nach dem künstlerischen „Ausflug“ will das Kunst-Team der SuedKultur sich nun aber wieder voll auf die Kunstleihe Harburgs konzentrieren. Dort sind derweil mehr als 40 Werke an diverse Haushalte und Büros verliehen und so wird es Zeit die Sammlung wieder „aufzufüllen“. Einige Drucke, die aus einer privaten Sammlung überlassen wurden, sind frisch gerahmt. Die Kunstinitiative der Technischen Uni Hamburg will einige ihrer Bestandswerke über die Kunstleihe einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen und auch das Fernsehen hat sich angekündigt, um in Kürze einen filmischen Bericht über die Tätigkeit der Harburger Kunstleihe zu machen. Es ist also viel zu tun.

Wer Interesse hat, kann die rund 150 Werke umfassende Ausstellung der Kunstleihe jeden Sonntag von 12-17h in der ehemaligen Filiale der Sparkasse Harburg-Buxtehude, Eißendorfer Straße 124 besuchen. Dort stehen dann auch meist Kaffee, Kuchen oder ein Glas Sekt bereit und laden zum Austausch.

Wer ein Werk leihen möchte, tut dies für 3 Monate und für 6,- € Leihgebühr. Ein Personalausweis sollte unbedingt mitgebracht werden.

Just Anfang dieser Woche besuchte das NDR-Fernsehen die Harburger Kunstleihe für das Hamburg Journal:

Weiterführende Links: www.sued-kultur.de/kunstleihe; facebook.com/KunstleiheHarburg; instagram.com/kunstleihe

 

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„Der Auftrag bestimmt den Beitrag“ https://www.tiefgang.net/der-auftrag-bestimmt-den-beitrag/ Fri, 15 Sep 2017 22:10:26 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2173 [...]]]> Über den Beitrag für ARD, ZDF und Deutschlandradio kann man immer meckern. Dass es dabei nur um den Zwangsbeitrag geht, wäre aber zu kurz gegriffen. Jetzt haben honorige Leute 10 Thesen dazu aufgestellt …

Über die Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wirdimmer wieder und so auch derzeit breit diskutiert. Manche Stimmen wollen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf eine Nischenfunktion reduzieren. Grundsätzlich zahlt jeder Haushalt in Deutschland einen Rundfunkbeitrag von 17,50 Euro im Monat. Von dem Beitrag der Norddeutschen gehen 4,32 Euro an das ZDF, 0,48 Euro an Deutschlandradio und 0,33 Euro an die Landesmedienanstalten, die davon die Aufsicht über die privaten Sender finanzieren. 12,37 Euro bekommt der NDR, der davon sein eigenes Programm und anteilig das Programm des Ersten sowie die Aufgaben der ARD finanziert.  

Öffentlich-rechtliche Rundfunk ist systemrelevant

Ein „Gesprächskreis Politik und öffentlich-rechtlichen Sendern zur Zukunft der öffentlich-rechtlichen Medien“ ist anderer Ansicht: „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist für eine funktionierende Demokratie systemrelevant. Er muss adäquat ausgestattet erhalten bleiben. Veränderungen sind dennoch nötig.“

Dazu haben seine Mitglieder 10 zentrale Thesen verfasst. Diese 10 Thesen wurden als offener Brief an die Ministerpräsidien in ihrer Rolle als Rundfunkgesetzgeber gesandt. Unter #ZukunftÖR können Sie auf Twitter mitdiskutieren.

Qualität des Programms leidet

Seit rund eineinhalb Jahren treffen sich Vertreter*innen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft in einem Gesprächskreis mit Politik und öffentlich-rechtlichen Sendern zur Zukunft der öffentlich-rechtlichen Medien. „Über die Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wird derzeit breit diskutiert“, ist da von den Verfasser*innen zu lesen, und: „Manche Stimmen wollen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf eine Nischenfunktion reduzieren. Zumindest sollen die Kosten der Anstalten möglichst stabil gehalten werden. Das führt heute schon dazu, dass in den Anstalten der Sparzwang so groß ist, dass die Qualität des Programms mitunter leidet.“

Die Unterzeichnenden stehen hingegen für einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch in der Zukunft. Sie sehen deutlichen Reformbedarf. Allerdings soll der Ausgangspunkt der Reformüberlegungen nicht in erster Linie von finanziellen und Einsparüberlegungen getrieben sein. Vielmehr müsse es um die Frage gehen, welchen Auftrag der öffentlich-rechtliche Rundfunk unter den Bedingungen der digitalen Medienwelt erfüllen soll und welcher Schritte es bedarf, damit er seinen Auftrag unter Wahrung seiner besonderen Qualitätsstandards erfüllen kann.

Aus dieser Perspektive wollen die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner mit den folgenden Thesen einen Diskussionsimpuls geben, der sich an die Rundfunkkommission der Länder, an die Landesparlamente und nicht zuletzt an die Zivilgesellschaft richtet.

Die Thesen lassen sich lesen:

These 1 Gäbe es den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht, müsste man ihn gerade jetzt erfinden.

These 2 Der Online-Auftrag muss weiter gefasst werden.

These 3 Mehr Transparenz ist Voraussetzung für mehr Beteiligung.

These 4 Erfolg ist mehr als Quote.

These 5 Sender müssen Plattform werden.

These 6 Lokale Berichterstattung muss – wo notwendig – ermöglicht werden.

These 7 Die Öffentlich-Rechtlichen müssen mehr Europa wagen.

These 8 Der Auftrag bestimmt den Beitrag – nicht umgekehrt.

These 9 Klassische Angebote müssen überprüft werden.

These 10 Ein Verbreitungsweg neben dem Internet unter öffentlicher Kontrolle muss zukünftig erhalten bleiben.

Das ausführliche Thesenpapier ist hier herunterladbar: Zehn-Thesen-zur-Zukunft-oeffentlich-rechtlicher-Medien

Quelle: zukunft-öffentlich-rechtliche.de

(14. Sept. 2017, HL)

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