Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Thu, 09 Apr 2020 10:27:37 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Ausschreibung für Sprengel-Preis https://www.tiefgang.net/ausschreibung-fuer-sprengel-preis/ Fri, 10 Apr 2020 22:23:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6720 [...]]]> Niedersachsens Sparkassenstiftung und Ministerium für Kultur vergeben ab 2021 alle zwei Jahre mit dem Sprengel Museum Hannover den Sprengel-Preis für bildende Kunst. Die Ausschreibung startet am 15.4..

In der Mitteilung des Kultusministeriums heißt es:

„Um die bildende Kunst als Medium der europäischen Verständigung zu stärken, wird der Sprengel-Preis mit dem neu eingeführten Reisestipendium „Niedersachsen in Europa“ verbunden.

Der von dem Kunstsammler Bernhard Sprengel 1980 erstmals ausgelobte Preis wird seit 1991 von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung vergeben – ab 2021 gemeinsam mit dem Niedersächsischen Kulturministerium. Er zeichnet Künstlerinnen und Künstler mit Bezug zu Niedersachsen aus, die mit ihrem Schaffen einen wichtigen Beitrag zur zeitgenössischen Kunst leisten. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern zählen u. a. Andreas Slominski, Bjørn Melhus, Antje Schiffers, Friedrich Kunath, Benjamin Badock und Toulu Hassani.

„Dem Land Niedersachsen ist es ein wichtiges Anliegen, junge Künstlerinnen und Künstler auf ihrem Weg in die künstlerische Zukunft zu begleiten. Mit dem hervorragend ausgestatteten Stipendium ermöglichen wir ihnen, neue, grundlegende Erfahrungen zu sammeln, und fördern die europäische Zusammenarbeit in der bildenden Kunst“, sagt der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler.

Dr. Johannes Janssen, Direktor der Niedersächsischen Sparkassenstiftung: „Nachdem die Niedersächsische Sparkassenstiftung den Sprengel-Preis bereits seit drei Jahrzehnten in Kooperation mit dem Sprengel Museum Hannover vergibt, freuen wir uns, den Preis jetzt neu aufzustellen. Zukünftig werden wir die überregional bekannte Auszeichnung für niedersächsische Künstlerinnern und Künstler gemeinsam mit dem Land Niedersachsen vergeben und den Preis mit einem Reisestipendium verbinden, das den Kulturaustausch in Europa fördert.“

„Dass die Einzelausstellung der Sprengel-Preisträgerinnen und -Preisträger in Zukunft auch von einer Publikation begleitet werden kann, wird die Sichtbarkeit ihrer künstlerischen Qualität noch vergrößern. Wir freuen uns, auf diese Weise den künstlerischen Nachwuchs präsentieren und unterstützen zu können“, so Dr. Reinhard Spieler, Direktor des Sprengel Museum Hannover.

Einzelheiten zum Stipendium

Die Niedersächsische Sparkassenstiftung und das Land Niedersachsen gewähren einer niedersächsischen bildenden Nachwuchskünstlerin oder einem Nachwuchskünstler in der Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2021 ein bis zu sechsmonatiges Reisestipendium. Die Künstlerinnen und Künstler können sich mit einem künstlerischen Projekt und detaillierten Angaben zu einer von ihnen geplanten Reise in ein europäisches Land für den Preis bewerben.

Der Sprengel-Preis für bildende Kunst ist mit 25.000 Euro dotiert. Davon stehen 12.500 Euro für Reisekosten, Unterkunft und Lebenshaltungskosten im Rahmen des Auslandsaufenthaltes zur Verfügung. Das Preisgeld beträgt 12.500 Euro.

Im Anschluss an den Auslandsaufenthalt findet im November 2021 die Verleihung des Sprengel-Preises für bildende Kunst und eine Einzelausstellung im Sprengel Museum Hannover statt. Zur Eröffnung der Ausstellung erscheint ein Katalog, der das Werk der Preisträgerin oder des Preisträgers sowie den Aufenthalt im europäischen Ausland dokumentiert. Ausstellung und Katalog sowie ein Künstlerhonorar sind Teil des Stipendiums und werden ebenfalls aus Mitteln der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und des Landes Niedersachsen finanziert.

Antragsberechtigt sind Künstlerinnen und Künstler, die ihren ersten Wohnsitz in Niedersachsen haben, ihre akademische Ausbildung in Niedersachsen absolviert haben oder ihren Produktionsstandort (Atelier) in Niedersachsen haben. Eine Förderung während der Ausbildung kommt nicht in Betracht.

Bewerbungen können vom 15. April bis 30. Juni 2020 online an das Niedersächsische Ministerium gerichtet werden: mwk.niedersachsen.de

Die Förderung erfolgt auf Empfehlung einer Jury.

Im Wechsel mit dem Sprengel-Preis für bildende Kunst laden die Stiftung und das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur alle zwei Jahre eine Künstlerin oder einen Künstler aus dem europäischen Land, das zuvor Aufenthaltsort der Sprengel- Preisträgerin oder des Sprengel-Preisträgers war, nach Niedersachsen ein. Das bis zu sechsmonatige Reisestipendium fördert ebenfalls den Kulturaustausch in Europa. Die Förderung des mit 12.500 Euro dotierten Reisestipendiums erfolgt ebenfalls auf Empfehlung einer Jury.“

 

 

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Literarische Reflekteure https://www.tiefgang.net/literarische-reflekteure/ Fri, 07 Dec 2018 23:17:18 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4593 [...]]]> Um diese Welt noch zu verstehen, bedarf es manchmal eines Buches, dessen Urheber hilft, die Sicht zu strukturieren. Zwei wurden dafür nun ausgezeichnet.

In Niedersachsen wurden am vergangenen Dienstag Lisa Kreißler und Christoph Ransmayr mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet. Und Geld gab es oben drauf.

In der Mitteilung des Kultusministeriums heißt es:

„Der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, hat am Dienstag die Literaturpreise des Landes Niedersachsen verliehen. Im Literaturhaus Hannover zeichnete er den Schriftsteller Christoph Ransmayr mit dem Nicolas-Born-Preis (dotiert mit 20.000 Euro) und die Schriftstellerin Lisa Kreißler mit dem Nicolas-Born-Debütpreis (dotiert mit 10.000 Euro) aus.

„Die Literatur hält der Gesellschaft den Spiegel vor, gibt Raum für Reflektion und Austausch. Mit dem Nicolas-Born-Preis zeichnen wir Autorinnen und Autoren aus, die – wie der Namensgeber selbst – gesellschaftlich relevante und kritische Themen ins Zentrum ihres Schreibens stellen. Christoph Ransmayr und Lisa Kreißler zeigen dies in ihren Texten auf ganz unterschiedliche und herausragende Weise“, sagte Minister Björn Thümler.

Prof. Dr. Alexander Košenina, Literaturwissenschaftler an der Leibniz Universität Hannover und Mitglied der Nicolas-Born-Preis-Jury, hob in seiner Laudatio die Vielschichtigkeit im Werk von Christoph Ransmayr hervor: „Der scharfe Blick für das Allgemeine im Besonderen, für das poetische Potenzial einer Situation, eines Ortes, eines historischen oder politischen Ereignisses ist es, was den Dichter Ransmayr auszeichnet. Stets findet er etwas und erfindet auf dieser Grundlage Neues.“

„Wenn wir gelegentlich von Anflügen schlechten Gewissens gestreift werden, reden wir in klimatisierten Konferenzsälen über eine notwendige Verbesserung der Welt, spenden ein zwei Promille aus unserer Tageskasse und wenden uns wieder wichtigeren Geschäften zu. Nein, wir sind nicht einfach zu belehren. Selbst nukleare Katastrophen, von unseren Schloten und Abgasorgeln angefachte Wirbelstürme, leergefischte Ozeane und in Schmelzwasserfluten versinkende Inselreiche bringen uns nicht ab von unserem Weg. Aber womit sollen wir unsere Angst vor Veränderung und vor dem Verlust unseres Überflusses bekämpfen? Welchen Lehren sollen wir folgen? Dem Geschrei von Predigern und Dienern Dutzender Götter? Parteiprogrammen, die das Papier nicht wert sind, von dem sie uns in die Augen springen? Oder Ratschlägen gar von der Kunst?, der Literatur?“, so Christoph Ransmayr in seiner anschließenden Rede.

„Lisa Kreißler hütet sich, politische, soziologische oder ökologische Themen als solche zu benennen. Aber in ihrer hochverdichteten Erzählwelt klingen sie trotzdem in jeder Zeile an“, sagte Jury-Mitglied Ulrike Sárkány, Leiterin der Literaturredaktion bei NDR Kultur, in ihrer Laudatio auf die Nicolas-Born-Debütpreisträgerin Lisa Kreißler. In Kreißlers Geschichten schwinge eine mythische Qualität mit, die an alte Sagen erinnere. So entstehe eine Hyperrealität, die trotz der sehr realen Versatzstücke etwas Traumgleiches und Magisches bekomme.

Preisträgerin Lisa Kreißler: „Jeder Text ist für mich der Versuch, ein Destillat herzustellen. Wie fühlt es sich an, ein Mensch in dieser Welt zu sein? Wo tut es weh? Was stiftet Sinn? Worüber können wir lachen? Auf diese Fragen kommt es mir an. Ich beobachte, was mich umgibt, und sammele Einzelteile. Ich nehme mir vor, nur die Teile zu verwenden, die mich wirklich ins Schleudern bringen. Und während ich sie nebeneinanderstelle, in der Hoffnung, sie mögen sich miteinander verbinden, darf die Gegenwart mitreden.“

Hintergrund:

Die Nicolas-Born-Preise sind die Literaturpreise des Landes Niedersachsen und mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. Mit dem Preis werden Schriftstellerinnen und Schriftsteller für ihr herausragendes künstlerisches Werk geehrt. Er wird auf Empfehlung einer Fachjury vergeben. Bis 2018 wurde der Nicolas-Born-Preis jährlich vergeben. Ab 2019 wechselt er sich in zweijährigem Rhythmus mit dem neu eingeführten Walter-Kempowski-Preis für biografische Literatur ab, der im kommenden Jahr zum ersten Mal vergeben wird.“

Quelle: www.mwk.niedersachsen.de

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