Nils Mohl https://www.tiefgang.net Mon, 16 Feb 2026 17:08:17 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Spiegel unserer Zeit https://www.tiefgang.net/spiegel-unserer-zeit/ Thu, 05 Mar 2026 23:48:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13347 [...]]]> Die SuedLese Literaturtage in Hamburgs Süden gehen in die 3. Woche: vom 17. bis 22. März zeigt das Festival eindrucksvoll, wie es gesellschaftliche Relevanz mit künstlerischer Leichtigkeit verwebt. Ein Spiegel unserer Zeit.

Es geht um das Recht auf Rechte, um geheime WGs und um einen Wal, der uns am Ende alle wieder ausspuckt. Es ist diese Mischung aus Tiefgang und Spielfreude, die den Hamburger Süden gerade zum pulsierenden Herz der Literaturszene macht.

Den Auftakt macht am Die., 17.3., 18.30 Uhr Rukiye Cankiran im Kulturhaus Süderelbe. In ihrem Buch Das Recht auf gleiche Rechte legt sie den Finger in eine Wunde, die wir oft allzu gern mit formalen Fortschritten überkleben. Warum klaffen Gesetz und gelebte Realität bei der Gleichstellung noch immer so weit auseinander? Cankiran ist eine Expertin darin, komplexe Strukturen für uns alle zugänglich zu machen, ohne dabei den Mut zu verlieren. Ein erhellender Abend, der zeigt: Gleichberechtigung ist kein Nischenthema, sondern das Fundament unserer Demokratie.

Wer lieber selbst aktiv werden möchte, findet am Wochenende gleich zwei spannende Möglichkeiten. Claudia Schneider lädt am 20./21.3. im Tor zur Welt dazu ein, den Sprung vom Zuschauersessel zur eigenen Szene zu wagen. Erst Theater schauen, dann selbst schreiben – ein kreativer Zündstoff, der ungeahnte Talente weckt. Parallel dazu zeigt Volker Butenschön am Sa., 21.3., 10.15 Uhr in Harburg, wie man jenseits der digitalen Perfektion mit Handlettering ganz persönliche Buchstabenwerke schafft. Es ist die Rückkehr zum Handgemachten, zum Skizzierten, zum Unperfekten.

Der Sa., 21.3., bietet dann die Qual der Wahl. In Wilhelmsburg entführt uns der preisgekrönte Nils Mohl um 18 Uhr in die Buchhandlung Lüdemann. Sein Roman Pepper ist eine berührende Suche nach dem unbekannten Vater, verpackt in eine WG-Geschichte voller Sprachwitz und Musik. Fast zeitgleich (20 Uhr) erzählt Mia Raben im Moorburger Elbdeich e.V. von einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einer polnischen Pflegerin und einer Hamburger Matriarchin. Unter Dojczen ist ein Debüt, das feinfühlig und spöttisch zugleich die Grauzonen der häuslichen Pflege ausleuchtet. Wer es politischer und lauter mag, sollte ins Treffpunkthaus Heimfeld: Dort schlagen Anna Lisa Azur und Michael Klütgens um 20 Uhr mit Mann kann. Feminis Muss! – RELOADED zurück. Bissig, charmant und voller Wumms wird hier das Patriarchat zerpflückt.

Zum Abschluss der Woche wird es am So., 22.3., 17 Uhr in Moisburg fast schon mythisch. Jan Simowitsch präsentiert mit Und der Wal spuckt mich aus eine moderne Jona-Erzählung. Der Musiker und Autor verwebt seine Reiseerfahrungen von den Färöer-Inseln mit Klavierkompositionen zu einer Konzertlesung, die uns fragt: Wie bin ich hier eigentlich schon wieder reingeraten? Ein Abend über das Wagnis des Aufbruchs, der uns mit einer ganz besonderen Melancholie und Hoffnung in die neue Woche entlässt.

im Überblick:

Di., 17. März, 18.30 Uhr: Rukiye Cankiran – Das Recht auf gleiche Rechte, Kulturhaus Süderelbe, Am Johannisland 2, 21147 Hamburg; Eintritt: frei

Fr., 20. März, 18 Uhr & Sa., 21. März, 11 Uhr: Claudia Schneider – Theater trifft Text (Workshop), VHS Tor zur Welt, Krieterstraße 2D, 21109 Hamburg; Kursgebühr: 75 Euro

Sa., 21. März, 10.15 Uhr: Volker Butenschön – Handlettering (Workshop), VHS Harburg Carrée, Eddelbüttelstraße 47a, 21073 Hamburg; Kursgebühr: 51 Euro

Sa., 21. März, 18 Uhr: Nils Mohl – Pepper, Buchhandlung Lüdemann, Fährstraße 26, 21107 Hamburg; Eintritt: 12 Euro / erm. 6 Euro

Sa., 21. März, 20 Uhr: Mia Raben – Unter Dojczen, elbdeich e.V., Moorburger Elbdeich 249, 21079 Hamburg; Eintritt: frei – Spende erwünscht

Sa., 21. März, 20 Uhr: Mann kann. Feminis Muss! – RELOADED, Treffpunkthaus Heimfeld, Friedrich-Naumann-Straße 9, 21075 Hamburg; Eintritt: frei – Spende erwünscht

So., 22. März, 17 Uhr: Jan Simowitsch – Und der Wal spuckt mich aus, Kulturpunkt Moisburg, Auf dem Damm 5, 21647 Moisburg; Eintritt: 10 Euro

Das gesamte Programm unter www.suedlese.de

]]>
Hamburg fördert die literarische Vielfalt https://www.tiefgang.net/hamburg-foerdert-die-literarische-vielfalt/ Fri, 23 May 2025 22:25:08 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11835 [...]]]>

Ein frischer Wind weht durch die Hansestadt: Die Behörde für Kultur und Medien hat erstmals zwölf Arbeitsstipendien für Literatur und Comic vergeben und setzt damit ein starkes Zeichen für die literarische Szene.

Diese neuen Stipendien sollen professionell arbeitende Literatur- und Comicschaffende in Hamburg unterstützen und ihnen den nötigen Freiraum für ihre aktuellen Projekte ermöglichen. „Die neuen Arbeitsstipendien sind ein starkes Signal für die kreative Kraft und literarische Vielfalt, die unsere Stadt prägen“, erklärt Kultursenator Dr. Carsten Brosda. „Mit ihrer Arbeit bereichern die Stipendiatinnen und Stipendiaten die Hamburger Literatur- und Comicszene und zeigen, wie vielschichtig, mutig und zukunftsweisend Erzählen heute ist.“

Die Stipendien sind mit je 10.000 Euro dotiert, insgesamt wird eine Fördersumme von 120.000 Euro ausgeschüttet. Eine Jury, bestehend aus Fachleuten der Literatur- und Comicwelt, wählte die zwölf Glücklichen aus insgesamt 189 Bewerbungen aus.

Die geförderten Autorinnen und Autoren verteilen sich auf verschiedene Sparten:

  • Comic: Wiebke Bolduan, Moritz Wienert, Magdalena Kaszuba

  • Kinder- und Jugendbuch: Nils Mohl, Hanna Harms (Kinder-Sach-Comic)

  • Sachbuch: Nicole Seifert, Anne Otto

  • Belletristisches Werk: Jarka Kubsova, Robert Brack, Katharina Mevissen, Eva Lohmann, Tanja Schwarz [aus der Pressemitteilung]

Diese Stipendien sollen den Kreativen ermöglichen, sich voll und ganz auf ihre literarische Weiterentwicklung zu konzentrieren. Sie ergänzen die bereits bestehenden Hamburger Literaturpreise und sollen die Literaturszene der Hansestadt nachhaltig stärken. Die Vergabe der Arbeitsstipendien soll von nun an jährlich erfolgen, die nächste Ausschreibung ist für Anfang 2026 geplant.

Gefördert werden Autorinnen und Autoren, die in Hamburg leben und bereits eine Publikation in einem Publikumsverlag oder einen entsprechenden Verlagsvertrag vorweisen können. Die Vielfalt der eingegangenen Bewerbungen spiegelt die Lebendigkeit der Hamburger Literaturszene wider. Die Jury hatte die Qual der Wahl unter 158 Literaturprojekten (davon 107 aus der Belletristik) und 31 Comic-Projekten. „Genau das sollen die neuen Stipendien ermöglichen: Freiräume für künstlerische Entwicklung und für Experimente“, so Senator Brosda. „Die zahlreichen Bewerbungen zeigen, wie vielfältig die Literaturszene in Hamburg ist. Ich gratuliere allen Stipendiatinnen und Stipendiaten herzlich und bin gespannt auf ihre Projekte und Geschichten, die in Hamburg ihren Anfang nehmen und hoffentlich weit darüber hinaus wirken werden.“

Die Jury setzte sich in diesem Jahr aus Jürgen Abel (Literaturvermittler und Lektor), Katja Cebulla (Buchhändlerin), Hansjörg Ebert (Comic-Buchhändler), Dr. Antje Flemming (Literaturhaus Hamburg) und Céline Meiner (Literaturagentin) zusammen.

Mit diesen neuen Stipendien investiert Hamburg in seine Geschichtenerzähler und unterstreicht zugleich die Bedeutung von Literatur und Comic für das kulturelle Leben der Stadt. Es bleibt spannend zu sehen, welche Werke in den kommenden Monaten und Jahren entstehen werden.

 

 

]]>
Ein Ziegel der Worte https://www.tiefgang.net/ein-ziegel-der-worte/ Fri, 02 Apr 2021 22:34:30 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7797 [...]]]> Über 50 Autor*innen aus Hamburgs Literaturkosmos – quasi in Stein gemeißelt und jetzt erhältlich: der ZIEGEL.

Das literarische Hamburg, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2021. Dies sind die Abenteuer­ von über 50 Autorinnen und Autoren. Für die 17. ZIEGEL-Ausgabe haben sie fremde Galaxien erforscht­, neues Leben und ein anderes Miteinander entdeckt. Sie sind »Überland« gereist, mit der »blauen Blume im Gepäck« zu einer »Fernerkundung« aufgebrochen und haben »Lazarus in den Dingen« gefunden. Sie haben einen »Sommer der Gespenster« erlebt, »Späte Kinder« gefunden und erfahren, »Was Glück ist«. Sie haben manchmal sich selbst vergessen, schweben gelernt und gesehen, dass »das Gras auf der anderen Seite nicht immer grüner“ ist. Während die Welt mit rasender Geschwindigkeit ins Stocken geriet, ist der ZIEGEL mit dem Credo Wir sind Astronauten aufgebrochen, um Zukunftsräume zu erkunden.

Der ZIEGEL, das Hamburger Jahrbuch für Literatur, ist seit Jahren in Umfang und Qualität eine im deutschsprachigen Raum einmalige Anthologie. Auch in diesen besonderen Zeiten ruft er die literarischen Stimmen Hamburgs zusammen – für ein dickes Buch und eine höchst kurzweilige Lektüre. In ihm finden sich Beiträge von Katharina Hagena, Stefan Beuse, Karen Köhler, Heinz Strunk, Anselm Neft, Ulla Hahn, Andreas Moster, Katrin Seddig, Marc Degens, Rasha Khayat, Nils Mohl, Till Raether, Ulrike Syha, Michael Weins, Ella Carina Werner, Dagrun Hintze, Sven Lenz, Sigrid Behrens, Hasune El-Choly, Sean Keller, Alexander Posch, Mia Raben, Magdalena Saiger und vielen anderen.

Illustriert wurde diese Ausgabe von dem Hamburger Zeichner Sascha Hommer. Mit ihm und seiner astronautischen Besatzung dringt der ZIEGEL in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

ZIEGEL #17 – Hamburger Jahrbuch für Literatur 2021, Hardcover, Zweifarbiger Innenteil mit farbigen Illustrationen und Titelprägung

536 Seiten, blaues Lesebändchen, pinkes Vorsatzpapier

ISBN 978-3-948722-07-4; Preis: 18,00 € inkl. MwSt, versandkostenfrei

»Hamburgs fetteste Lektüre.« Thomas André, Hamburger Abendblatt

www.mairisch.de

 

]]>