PHOXXI https://www.tiefgang.net Fri, 23 Jan 2026 14:00:33 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.2 Die Kunst in 2026 https://www.tiefgang.net/die-kunst-in-2026/ Mon, 26 Jan 2026 08:30:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13157 [...]]]> Wenn die Deichtorhallen Hamburg ihr Program für das Jahr 2026 präsentieren, dann tun sie das mit einer Vehemenz, die weit über die Stadtgrenzen hinausstrahlt.

Das kommende Ausstellungsjahr steht ganz im Zeichen der 9. Triennale der Photographie, die unter dem fast schon lyrischen Titel Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other von Juni bis September die Hansestadt in ein transglobales Bilder-Labor verwandelt. Mark Sealy, der künstlerische Leiter der Triennale, hat eine Vision im Gepäck, die weit über das bloße Betrachten von Abzügen hinausgeht: Es geht um Heilung, Transformation und den Austausch zwischen Kulturen, die oft viel zu wenig voneinander wissen.

In der Halle für aktuelle Kunst versammeln sich rund 30 internationale Positionen aus Fotografie, Video und Film. Diese Künstler*innen bilden eine Gemeinschaft, die neue Formen des Erlebens erkundet. Es ist ein mutiges Programm, das gerade in Zeiten globaler Spannungen den Blick auf das Gegenüber schärft. Parallel dazu bietet die Schau Cocktail Prolongé eine faszinierende Reise durch die Sammlung F.C. Gundlach. Rund 300 Werke zeigen Inszenierungen von Körperlichkeit und die damit verbundenen Fantasien und Rollenbilder – ein Kaleidoskop menschlicher Sehnsüchte, das uns den Spiegel vorhält.

Besonders emotional wird es im Juli 2026, wenn Hamburg den 100. Geburtstag von F.C. Gundlach feiert. Der Triennale-Initiator und Gründer des Hauses der Photographie wird mit Cocktail Prolongé auf eine Weise geehrt, die überrascht. Es geht nicht um den weltbekannten Modefotografen, sondern um den radikal offenen Künstlersammler. Deichtorhallen-Intendant Dirk Luckow betont, dass hier ein Mensch sichtbar wird, der jenseits gesellschaftlicher Zuschreibungen nach wahrhaftigen Träumen suchte. Diese Ehrung ist ein Herzstück des Hamburger Kulturjahres.

Doch die Fotografie-Offensive hört im Sommer nicht auf. Der Herbst bringt mit der Hito Steyerl-Werkschau eine weitere intellektuelle Kraftanstrengung in die Deichtorhallen. Steyerl verbindet Technologie mit gesellschaftlicher Analyse und blickt scharfzüngig auf Themen wie KI, algorithmische Kontrolle und den Klimakollaps. Wer es eher gestisch-expressiv mag, findet in der Sammlung Falckenberg bei Joyce Pensato sein Glück. Die erste institutionelle Schau der Künstlerin in Europa nach ihrem Tod interpretiert Comic-Ikonen der Popkultur auf eine untergründige, wuchtige Weise neu.

Dass dieses anspruchsvolle Programm auf ein begeisterungsfähiges Publikum trifft, beweisen die Zahlen des vergangenen Jahres: Rund 185.000 Besucher*innen strömten 2025 in die Deichtorhallen, was trotz der Sanierung des Hauses der Photographie ein Plus von 20 Prozent bedeutet. Das kaufmännische Team rund um Bert Antonius Kaufmann liefert dazu passend zum fünfzehnten Mal in Folge eine schwarze Null. In Hamburg gehen künstlerische Exzellenz und wirtschaftliche Vernunft also Hand in Hand. Wer die Zukunft der Fotografie und das Erbe eines großen Visionärs erleben will, sollte sich den Sommer 2026 bereits jetzt rot im Kalender markieren.

Die 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026 findet unter dem Titel Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other von Juni bis September 2026 statt. Deichtorhallen Hamburg, Deichtorstraße 1-2 | 20097 Hamburg | Tel. 040 – 321030 | www.deichtorhallen.de.


Soll ich für Sie noch eine detaillierte Übersicht zu den Ausstellungen im PHOXXI und in der Sammlung Falckenberg erstellen, um das Programm der Triennale zu vervollständigen?

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„Ich liebe Widersprüche“ https://www.tiefgang.net/ich-liebe-widersprueche/ Fri, 12 Sep 2025 22:24:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12260 [...]]]> Was, wenn Kunst und Leben verschmelzen? Die Deichtorhallen zeigen, wie es geht: mit Spoerri, Caland und Co.

Die Deichtorhallen Hamburg laden in den kommenden Herbst- und Wintermonaten zu einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit dem Wechselspiel zwischen Kunst und Leben ein. Mit gleich vier hochkarätigen Ausstellungen aus den Bereichen Malerei, Fotografie und Objektkunst wird das spannungsvolle Verhältnis zwischen diesen beiden Welten ausgelotet und neu beleuchtet.

Daniel Spoerri: „Ich liebe Widersprüche“

Den Auftakt macht die in Harburg ansässige Sammlung Falckenberg mit einer großen Übersichtsschau zum Werk des 2024 verstorbenen Künstlers Daniel Spoerri, der in diesem Jahr 95 geworden wäre. Unter dem Titel „Ich liebe Widersprüche“ stellt die Ausstellung das vielseitige Schaffen Spoerris in den Dialog mit ausgewählten Positionen der Sammlung, darunter Werke von Ray Johnson, Jonathan Meese und Mariella Moser. Die Schau beleuchtet Spoerris typisches Spiel mit Alltagsmaterialien und gefundenen Objekten und sein humorvoll-subversives Hinterfragen von Konventionen. Sie verdeutlicht die ungebrochene Relevanz seines künstlerischen Denkens und seinen großen Einfluss auf nachfolgende Künstler*innengenerationen.

Huguette Caland: „A Life in A Few Lines“ & Walther Collection: „Into the Unseen“

Gleich zwei Ausstellungen in der Halle für aktuelle Kunst widmen sich ab dem 24. Oktober der Kraft der Emanzipation und der Fotografie. Die Retrospektive „A Life in A Few Lines“ zu Huguette Caland ist ihre erste große Solopräsentation in Europa. Das Werk der libanesischen Künstlerin, die 1931 geboren wurde, ist zugleich sinnlich und intellektuell, filigran und plakativ. Die Ausstellung erzählt in zehn Kapiteln von Calands Reise zwischen Kulturen und Kontinenten und ihrem unbedingten Widerstand gegen gesellschaftliche und sexuelle Normen.

Parallel dazu eröffnet die Ausstellung „Into the Unseen“, die letztmalig in Europa Fotografien aus der renommierten Walther Collection zeigt. Die Sammlung geht danach als Schenkung an das Metropolitan Museum of Art in New York. Die Schau lädt dazu ein, über das rein Visuelle hinauszugehen und Bilder sprechen, riechen und fühlen zu lassen. Mit Positionen wie David Goldblatt und Santu Mofokeng erforscht sie Themen wie Spiritualität, Trauma und Transformation.

Philip Montgomery: „American Cycles“

Im PHOXXI, dem temporären Haus der Photographie, zeigt der New Yorker Fotograf Philip Montgomery in seiner ersten großen institutionellen Einzelausstellung weltweit seine ikonischen Portraits und dokumentarischen Arbeiten. Unter dem Titel „American Cycles“ taucht er in die Konflikte und Allianzen der amerikanischen Gesellschaft ein – von Donald Trumps populistischer Wahlkampagne über die Black-Lives-Matter-Bewegung bis hin zu ökologischen Krisen. Seine Fotografien sind eine bildstarke Chronik der Suche nach Gemeinschaft in Zeiten des Umbruchs.

Ausstellungen im Überblick:

DANIEL SPOERRI: ICH LIEBE WIDERSPRÜCHE

Sammlung Falckenberg |Wilstorfer Straße 71, Tor 2 | 21073 Hamburg

27. September 2025 – 26. April 2026

HUGUETTE CALAND: A LIFE IN A FEW LINES

Halle für aktuelle Kunst | Deichtorstr. 1–2 | 20095 Hamburg

24. Oktober 2025 – 26. April 2026

INTO THE UNSEEN: THE WALTHER COLLECTION

Halle für aktuelle Kunst | Deichtorstr. 1–2 | 20095 Hamburg

24. Oktober 2025 – 26. April 2026

PHILIP MONTGOMERY: AMERICAN CYCLES

PHOXXI. Haus der Photographie temporär | Deichtorstr. 1–2 | 20095 Hamburg

28. November 2025 – 10. Mai 2026

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