Planet Harburg https://www.tiefgang.net Fri, 19 Dec 2025 12:55:52 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Ein Sommer der Kunst https://www.tiefgang.net/ein-sommer-der-kunst/ Sat, 20 Dec 2025 23:47:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13020 [...]]]> Der Übergang vom Frühling in den Sommer 2025 markierte in der Hamburger Kulturlandschaft eine Phase, in der die Fassaden der Hochglanzprojekte Risse bekamen, während im Süden der Elbe mit bemerkenswerter Resilienz gegen den drohenden Stillstand angearbeitet wurde.

Es war ein Quartal, das uns schmerzhaft vor Augen führte, dass kulturelle Teilhabe kein Selbstläufer ist. Vielmehr ist es ein permanentes Aushandeln zwischen politischem Willen und bürgerschaftlichem Engagement.

Es begann im April mit einer fast schon gespenstischen Stille im Harburger Zentrum, wo die sogenannten Karstadt-Geister umgingen. Während in der HafenCity die Verträge für einen prunkvollen Opern-Neubau ohne jede Bürgerbeteiligung und unter Ausschluss der Öffentlichkeit bis zur Unterschriftsreife gebracht wurden, kämpfte man in Harburg mit einer Mauer aus Schweigen. Die Fraktion der Linken hatte versucht, Licht in das Dunkel der Betriebskosten für das ehemalige Karstadt-Gebäude zu bringen, doch die Antworten der Finanzbehörde blieben vage und nebelhaft. Es ist die bittere Ironie einer Stadtentwicklung, die im Norden Milliarden für neue „Leuchttürme“ mobilisiert, während im Süden eine bereits existierende Immobilie, die als „Planet Harburg“ ein pulsierendes Zentrum für Theater, Kino und Literatur werden könnte, durch bürokratische Intransparenz blockiert wird. Der kalte Wind, der den Harburger Visionär*innen hier entgegenschlug, war weit mehr als nur eine Verwaltungsglosse; er war ein Symptom für die Vernachlässigung der kulturellen Basisarbeit zugunsten von Prestigeprojekten.

Doch Harburg antwortete auf diese eiskalte Schulter der Verwaltung im Mai mit einer beeindruckenden Rückbesinnung auf seine eigene Identität. Im Stadtmuseum Harburg wurde die Ausstellung des Stadtmalers Ralf Schwinge zum emotionalen Ankerpunkt. Schwinge, der als Chronist mit Skizzenblock und wachem Auge durch die Straßen zieht, dokumentiert nicht nur den Abriss und Neubau, sondern vor allem die Menschen, die diesen Bezirk prägen. In seinen rund 150 Werken wurde deutlich, dass die Seele eines Stadtteils nicht in gläsernen Opernhäusern wohnt, sondern auf dem geschäftigen Wochenmarkt und in den alltäglichen Momenten der Nachbarschaft. Diese Authentizität bildete den wohltuenden Gegenpol zum zeitgleichen Beben in der Hamburger Staatsoper. Dort war der Hoffnungsträger Demis Volpi nach nur einem halben Jahr als Ballettchef zurückgetreten. Sein jäher Abschied legte die Wunden offen, die das gigantische Erbe John Neumeiers hinterlassen hatte. Die Debatte um Volpis Abgang drehte sich um weit mehr als nur künstlerische Differenzen; sie stellte die Frage nach sozialer Kompetenz und moderner Menschenführung in erstarrten Institutionen – eine Diskussion, die in Harburg, wo man aufgrund mangelnder Mittel ohnehin auf engste Kooperation angewiesen ist, fast wie aus einer anderen Welt wirkte.

Während die Staatsoper versuchte, ihre Scherben aufzusammeln, weitete der Süden seinen Blick und bewies im Juni eine beeindruckende intellektuelle Tiefe. In Stade forderte die Ausstellung AMANI im Schwedenspeicher die Besucher*innen dazu auf, die koloniale Vergangenheit radikal neu zu bewerten. Die Aufarbeitung der Sammlung des Botanikers Karl Braun, der hunderte Kulturgüter aus Tansania nach Stade gebracht hatte, wurde zum Lehrstück über kulturelle Aneignung und notwendige Restitution. Hier wurde Weltgeschichte im Lokalen verhandelt – ein Anspruch, den Harburg auch mit der Einbeziehung des Kurzfilm Festivals Hamburg im Planet Harburg unterstrich. Unter dem Motto „Provokation der Liebe“ wurde das ehemalige Kaufhaus für kurze Zeit zum Tempel des experimentellen Kinos, was einmal mehr das enorme Potenzial dieses Ortes bewies, wenn man ihn denn ließe.

Zum Abschluss des Quartals kehrte die Energie dorthin zurück, wo sie in Harburg am stärksten ist: in die Räume der freien Szene und der privaten Initiativen. In den Phoenix-Hallen feierte die Sammlung Falckenberg mit der Ausstellung How’s My Painting? das Erbe der Counter Culture. Von der Punk-Attitüde der 80er Jahre bis hin zu modernen Dekonstruktionen wurde Malerei hier als Akt der Freiheit zelebriert, der sich bewusst gegen den Mainstream stellt. Dass Projekte wie Kunst vor Ort der Harburger Kunstleihe zeitgleich Führungen zu Graffiti-Wänden und in versteckte Depots anboten, schloss den Kreis. Es war die finale Bestätigung einer Erkenntnis, die sich durch das gesamte Quartal zog: Während die Hamburger City im Großen über Prestige und glanzvolle Namen debattierte und dabei oft über die eigenen Beine stolperte, pflegte Harburg im Kleinen die Nahbarkeit. Es ist eine Kultur der kurzen Wege und der klaren Worte, die sich ihren Raum nimmt – egal, ob dieser Raum ein ausgebranntes Theater, ein blockiertes Kaufhaus oder eine graue Betonwand in Heimfeld ist. Das zweite Quartal hat gezeigt, dass Harburgs wahre Stärke in der Hartnäckigkeit seiner Akteur*innen liegt, die sich vom Glanz der City nicht blenden und vom Nebel der Bürokratie nicht aufhalten lassen.

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Planeten, Theater, Literatur https://www.tiefgang.net/planeten-theater-literatur/ Fri, 19 Dec 2025 23:40:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13017 [...]]]> Rückblicke auf Harburg im Jahr 2025 gibt es einige. Wir kümmern uns um den Rückblick auf Harburgs Kultur. Und was für ein Ritt war bitte dieses Jahr 2025?

Wer glaubt, dass Kultur im Hamburger Süden nur aus ein bisschen Nachbarschaftshilfe und verstaubten Heimatmuseen besteht, hat schon in den ersten drei Monate wohl im Tiefschlaf verbracht. Zwischen glitzernden Polit-Bühnen, lodernden Flammen und dem unbändigen Überlebenswillen der freien Szene hat sich ein Drama abgespielt, das jeden Tatort-Drehbuchschreiber vor Neid erblassen ließe. Es war ein Quartal der harten Kontraste, der verpassten Chancen und der leuchtenden Zeichen am nächtlichen Himmel.

Alles begann eigentlich ganz still, aber dafür umso leuchtender. Im Januar setzte die Gruppe Interurban mit ihren Wortspielen am leerstehenden Karstadt-Gebäude ein Zeichen, das hätte auch als Warnruf verstanden werden können. Da hingen sie nun, die alten, recycelten Werbeschilder aus der Schauwerbeabteilung des Kaufhauses, und stellten uns Fragen, die direkt ins Mark trafen. Wem gehört die Stadt? Sind wir für alle da? Es war ein genialer Schachzug, den Leerstand nicht einfach nur zu beklagen, sondern ihn als Projektionsfläche für unsere eigenen Sehnsüchte und Ängste zu nutzen. Dass diese Installation nur in der Dämmerung und Dunkelheit für wenige Stunden leuchtete, gab dem Ganzen eine fast schon mystische, guerilla-artige Energie. Es war der perfekte Prolog für das, was folgen sollte.

Denn im Februar wurde es dann offiziell und – wie sollte es anders sein – politisch. Der Planet Harburg wurde aus der Taufe gehoben. Das ehemalige Karstadt-Gebäude, das seit Juni 2023 wie ein gestrandeter Wal mitten in der Innenstadt lag, sollte nun zum kreativen Kultur-Treffpunkt werden. Am 19. Februar schritt die Polit-Prominenz zur Tat. Finanzsenator Andreas Dressel und Kultursenator Carsten Brosda gaben sich die Ehre, um die neue Museumsdependance des Archäologischen Museums Hamburg und des Stadtmuseums Harburg zu eröffnen.

Sicher, 300.000 Euro Investitionsmittel sind eine Ansage. Ein stolzes Sümmchen, das für frische Impulse sorgen soll. Aber schauen wir uns das Ganze doch mal mit ein bisschen Abstand an: Wir befanden uns mitten im Bürgerschaftswahlkampf. Da wird gerne mal mit Geldscheinen gewedelt, wenn die Kameras laufen. Der Eintritt ist frei, alle sind willkommen – das klingt wunderbar demokratisch und nahbar. Doch während man sich für die Transformation des Erdgeschosses feierte, wurde die Chance vertan, das Momentum zu nutzen. Die Bezirkspolitik hat es schlicht verpasst, in diesem Zuge weitere Gelder locker zu machen, um eine wirklich umfassende kulturelle Zwischennutzung des gesamten Gebäudes zu ermöglichen. Der Planet Harburg ist ein Gewinn, ohne Frage, aber er fühlt sich auch ein bisschen wie ein Trostpflaster an, wo eigentlich eine Herz-OP nötig gewesen wäre.

Und während in der Hafencity über den Kühne-Plan einer neuen Oper debattiert wurde – ein Projekt für die Elite, fernab der Lebensrealität vieler Menschen –, kämpfte man in Harburg mit ganz anderen Problemen. Der Kontrast könnte nicht beißender sein: Hier die Steuergeld-Festspiele für die Hochkultur, dort die pure Existenzangst an der Basis.

Diese Angst wurde im März bittere Realität. Der Brand des Miskatonic-Theaters in der Buxtehuder Straße war der emotionale Tiefpunkt dieses Quartals. Innerhalb weniger Stunden wurde das Lebenswerk von Nissan und Lars buchstäblich in Schutt und Asche gelegt. Dass die beiden nicht nur ihre Bühne und ihr Equipment, sondern auch ihre privaten Wohnräume verloren haben, ist eine Tragödie, die einen sprachlos macht. Es war ein Moment, in dem die Harburger Kulturgemeinschaft eng zusammenrückte. Doch genau hier zeigt sich das hässliche Gesicht der Bürokratie.

Es wurde das Thema, das uns das ganze Jahr über begleiten sollte: Warum konnte das Miskatonic-Theater nicht im leeren Karstadt-Gebäude unterkommen? Es gab die Rufe nach einer unbürokratischen Lösung, nach einem Exil für die Horror-Theater-Macher*innen. Aber von Seiten der Sprinkenhof GmbH und der Bezirksverwaltung hieß es kühl: nicht machbar. In einem Gebäude, das fast vollständig leer steht und für 300.000 Euro aufgehübscht wurde, findet sich kein Platz für ein abgebranntes Theater? Das ist das Gegenteil von dem, was Interurban mit ihren Leuchtschriften gefordert hat. Die Stadt gehört eben doch nicht allen, sondern vor allem denen, die in die Verwaltungsstrukturen passen.

Aber Harburg wäre nicht Harburg, wenn es nicht auch diese wunderbare Resilienz gäbe. Inmitten der Trümmer und der politischen Ränkespiele startete die 10. SuedLese. Ein Jubiläum, das zeigt, wie tief die Literatur in diesem Bezirk verwurzelt ist. Heiko Langanke und sein Team haben bewiesen, dass man kein Millionenbudget braucht, um ein Festival von regionaler Bedeutung zu stemmen. Wir müssen hier auch mal mit den Mythen aufräumen: Nein, Fatma Aydemir, Gregor Gysi oder Kirsten Boie waren bei dieser zehnten Ausgabe nicht dabei. Sie waren Gäste in der Vergangenheit, aber die SuedLese 2025 brauchte diese großen Namen gar nicht, um zu glänzen.

Die Stärke dieses Festivals liegt in der persönlichen Begegnung. Wenn Autor*innen und Orte sich selbst suchen und finden, entsteht eine Magie, die kein kuratiertes Event von der Stange bieten kann. Ob in den Schreibwerkstätten, bei den Lesungen in Heimfeld oder bei der Ladies Crime Night im Speicher am Kaufhauskanal – die SuedLese ist das pulsierende Herz der Harburger Kulturszene. Sie ist nahbar, sie ist echt und sie ist unkaputtbar.

Und es gab noch mehr Lichtblicke. Das Stadtmuseum Harburg brachte mit dem Buch Von Portugiesen in Hamburg ein Werk heraus, das 60 Jahre Migrationsgeschichte würdigt. Das ist genau die Art von Kulturarbeit, die wir brauchen: Geschichten von Menschen für Menschen, 60 Biografien, die zeigen, wie vielfältig unsere Gesellschaft ist. Gleichzeitig feierte Schloss Agathenburg mit der Karikaturenausstellung Feierabend? den scharfen Blick der Zeichner*innen auf unsere Absurditäten. Dass der Relaunch des Portals sued-kultur.de pünktlich zum Jubiläum der SuedLese online ging, war die digitale Kirsche auf der Sahnehaube. Endlich gibt es wieder eine zentrale Anlaufstelle für alle Kulturinteressierten, die barrierefrei und modern über das Geschehen im Süden informiert.

Wenn wir also auf dieses erste Quartal zurückblicken, sehen wir ein Harburg in Bewegung. Wir sehen die Investitionen in den Planeten Harburg, die zwar gut sind, aber nach Wahlkampf schmecken. Wir sehen die eiskalte Schulter der Verwaltung gegenüber den Brandopfern des Miskatonic-Theaters. Und wir sehen die wunderbare Energie der Literat*innen und Künstler*innen, die sich ihren Raum einfach nehmen.

Harburg ist ein Ort der Widersprüche. Es ist der Ort, an dem eine Museumsdependance mit viel Pomp eröffnet wird, während ein paar Straßen weiter ein kleines Theater um seine Existenz bettelt. Es ist der Ort, an dem man sich fragt, ob die Stadt wirklich für alle da ist. Aber es ist vor allem der Ort, an dem wir als Redakteur*innen und Bürger*innen genau hinschauen müssen. Wir dürfen uns nicht von den schönen Pressemitteilungen einlullen lassen. Wir müssen die kritischen Fragen stellen, die Interurban im Januar an die Fassade leuchtete.

Das Jahr 2025 hat gerade erst angefangen, und der Puls von Harburg rast bereits. Die SuedLese zeigte, wie viel Potenzial in Harburgs Nachbarschaften steckt. Der Planet Harburg musste nun beweisen, dass er mehr ist als nur eine Ausstellungsfläche für die Stadtgeschichte – er musste ein lebendiger Ort für die Menschen von heute werden. Und dann das Schicksal des Miskatonic-Theaters. Wird in 2025  noch eine Lösung gefunden werden, die diesen Namen auch verdient?

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Zeitreise in Harburgs Herz https://www.tiefgang.net/zeitreise-in-harburgs-herz/ Fri, 12 Sep 2025 22:32:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12420 [...]]]> Der »Planet Harburg«, das Kulturzentrum im ehemaligen Karstadt-Kaufhaus, hat seine Pforten für eine neue Sonderausstellung geöffnet. Und es wird historisch: Das Stadtmuseum Harburg lädt seit dem 11. September mit der neuen Sonderausstellung »1975 – Harburg vor 50 Jahren« zu einer faszinierenden Zeitreise ein.

Passend dazu feiert ein besonderes Foto-Projekt sein goldenes Jubiläum.

Im Jahr 1975 war Harburg im Wandel. Die Innenstadt erlebte einen massiven Umbruch: Der Bau der S-Bahn, der neue Harburger Ring und die entstehende Fußgängerzone in der Lüneburger Straße formten das Stadtbild neu. In dieser Umbruchszeit rief die Werbegemeinschaft City Harburg zu einem Fotowettbewerb auf, um das Leben im Stadtteil einzufangen. Fast 1.000 Fotos wurden damals eingereicht.

Jetzt, 50 Jahre später, werden die beeindruckendsten Aufnahmen erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die Bilder atmen den Zeitgeist der 70er Jahre, zeigen den Alltag, persönliche Momente und das pulsierende Stadtleben. Sie erzählen eine Geschichte von Aufbruch und Wandel.

Film ab: Die 70er auf der Kinoleinwand

Doch damit nicht genug: Die Kinemathek Hamburg begleitet die Ausstellung mit einem umfangreichen Filmprogramm. Bis April 2026 werden über 75 internationale und Hamburger Filme aus dem Jahrzehnt gezeigt. Die Retrospektive ist nicht nur cineastisch ein Genuss, sondern knüpft direkt an die Themen der Ausstellung an – von Popkultur über die Frauenbewegung bis hin zu gesellschaftlichen Milieustudien.

Die Filmreihe präsentiert eine Bandbreite von Genres, von Politthrillern bis hin zu Musicals. Es gibt sogar eine »70er-Jahre-Jukebox« im Foyer und Hamburger Kulturschaffende teilen ihre persönlichen Lieblingsfilme. Die begleitende Filmreihe der Kinemathek Hamburg umfasst etwa 40 Titel aus den 1970er Jahren sowie zeitgenössische Filme aus dem Genre des Fotofilms. Filmschaffende wie Wim Wenders, Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog, Rosa von Praunheim und Helke Sander haben in dieser Zeit ihre Karriere begonnen und sich durch ihre kompromisslose Auseinandersetzung mit brisanten gesellschaftlichen Themen einen Namen gemacht. Neben der Wiederaufführung restaurierter Filmklassiker von 1975 (Jeanne Dielmann, Die verlorene Ehre der Katharina Blum, Im Lauf der Zeit, Der weiße Hai, Hundstage, Nashville) wird die Filmreihe über die Zeitspanne des gesamten Jahrzehnts an die verschiedenen Themenfelder der Ausstellung anknüpfen. Musikfilme (The Last Waltz, Control, Pink Floyd: Live at Pompeii, The Wiz, Saturday Night Fever, Hair) dokumentieren zusätzlich die innovative Kraft des Rock-, Funk- und Disco-Jahrzehnts, aus dem zahlreiche stilprägende Künstler*innen hervorgegangen sind. Vorträge und Publikumsgespräche mit Filmgästen, Filmwissenschaftler*innen runden die Vorstellungen ab.

Alle Infos auf einen Blick:

  • »1975 – Harburg vor 50 Jahren« | 11. September 2025 bis 3. Mai 2026
  • Filmreihe „1975 – Die Welt vor 50 Jahren“ |September 2025 bis April 2026
    • Tickets online auf www.metropoliskino.de/planetharburg oder an der Kinokasse im Planet Harburg, die 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn öffnet.
    • Planet Harburg, Herbert-und-Greta-Wehner-Platz, 21073 Hamburg-Harburg

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Planet Harburg wird zum Kino https://www.tiefgang.net/planet-harburg-wird-zum-kino/ Fri, 28 Mar 2025 23:52:18 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11632 [...]]]> Nach einem fulminanten Auftakt bringt das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg nun einen neuen Kulturgenuss an diesen besonderen Ort im Zentrum Harburgs.

Ab dem 6. April wird die Kinemathek Hamburg e.V., die das bekannte Metropolis Kino in unmittelbarer Nähe des Gänsemarkts betreibt, Programmkino in Harburg machen. Gleich zum Auftakt gibt es einen besonderen Leckerbissen für Cineasten und Fans von Udo Lindenberg.

Aus einer riesigen Auswahl wunderbarer Filmklassiker, aber auch selten gezeigter Filme hat die Kinemathek Hamburg e.V. exklusiv für die neue Museumsdependance eine bunt gemischte Auswahl an Filmen getroffen, die nun im brandneuen Veranstaltungsraum des Planet Harburg gezeigt werden. Zur zehnjährigen Jubiläumsausgabe des Hamburger Kinoevents „Eine Stadt sieht einen Film“ läuft zum Start des neuen Kinos am 6. April der Film „Lindenberg! Mach dein Ding“. Die Filmographie des legendären Deutschrockers Udo Lindenberg führt von seiner Kindheit in der westfälischen Provinz über erste Musikengagements als Schlagzeuger in Libyen bis hin zu den turbulenten Anfängen seiner Sängerkarriere im Hamburg der 70er-Jahre. Michael Lehmann, der den Film 2020 produzierte, wird ab 17:00 Uhr im Planet Harburg zu Gast sein und Fragen des Publikums beantworten.

Und das ist nur der Auftakt: An weiteren Terminen wird das Kinoprogramm fortgesetzt. Zukünftig sollen viermal in der Woche, jeweils donnerstags, freitags, samstags und sonntags Filme aus ganz unterschiedlichen Genres über die Leinwand flimmern. Neben Filmen aus dem aktuellen Angebot des Metropolis Kinos werden in Harburg auch Programminhalte gezeigt, die extra für den Stadtteil neu kuratiert werden. Zusätzlich zu den Filmvorführungen sind Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie Einführungen und Publikumsgespräche mit Filmgästen geplant.

Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg und Stadtmuseums Harburg: „Wir freuen uns, dass die Kinemathek mit diesem Projekt den Sprung über die Elbe macht und im Planet Harburg so kurz nach der Eröffnung ein weiteres kulturelles Highlight für alle Harburgerinnen und Harburger etabliert.“

Manja Malz, Programm Kinemathek Hamburg e.V.: „Wir sind sehr glücklich, dass wir mit dem Archäologischen Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg einen Kooperationspartner gefunden haben, mit dem wir gemeinsam dieses neue Kinoprojekt umsetzen können. Das Kino ist von jeher ein niedrigschwelliger Begegnungsraum für alle Generationen. Mit dem Veranstaltungsangebot wollen wir einen aktiven und stetigen Beitrag zur Stadtteilkultur leisten und die kulturelle Vielfalt in Harburg erlebbar machen.“

Informationen zum Programmangebot im April 2025:

So 6.4., 17:00 Uhr
Eröffnung des Kinosaals
Eine Stadt sieht einen Film: LINDENBERG! MACH DEIN DING. Mit Gästen.

Do 10.4., 18:30 Uhr
Das Stadtmuseum Harburg präsentiert: THE ZONE OF INTEREST

11.4., 18:30 Uhr

Junge Perspektiven: ELLBOGEN. Mit Filmgespräch.

Sa 12.4., 18:30 Uhr
Crime-Time: BLUE VELVET. Mit anschließendem Filmgespräch im Rahmen der Kriminologischen Filmreihe.

So 13.4., 18:30 Uhr
Hamburg im Film: NORDSEE IST MORDSEE

Do 17.4., 18:30 Uhr
Musik im Film: ASK, MARK VE ÖLÜM – LIEBE, D-MARK UND TOD

Fr 18.4., 15:00 Uhr
Nachmittagskino mit Kaffee und Kuchen. Mit Vorprogramm und Einführung.

Fr 18.4., 18:30 Uhr
Junge Perspektiven: ELLBOGEN. Mit Filmgespräch

Sa 19.4., 18:30 Uhr
Silent-Crime-Time: Murnaus NOSFERATU. Mit Einführung.

So 20.4., 18:30 Uhr
Hamburg im Film: DER AMERIKANISCHE FREUND

Fr 25.4., 18:30 Uhr

DAVID LYNCH – THE ART LIFE

Sa 26.4., 18:30 Uhr / 20:30 Uhr / 22:30 Uhr

Lange Nacht der Museen: ASK, MARK VE ÖLÜM – LIEBE, D-MARK UND TOD (Eintritt im Rahmen der Langen Nacht der Museen frei).

So 27.4., 18:30 Uhr
Hamburg im Film: ROCKER

Informationen:

Eintritt: 9 Euro / 6 Euro erm.
Eintritt Nachmittagskino: 8 Euro / 5 Euro erm.
Es gilt für alle Veranstaltungen auch das Kino-Abo „Cineville“.

Detaillierte Informationen zum Programm und Tickets sind online ab dem 27.3. auf www.metropoliskino.de verfügbar sowie ab dem 6.4. auch an der Kinokasse im Planet Harburg erhältlich. Die Kinokasse öffnet eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Veranstaltungsort:

Planet Harburg, Herbert-und-Greta-Wehner-Platz, 21073 Hamburg-Harburg

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Archäologisches Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg starten Kulturangebot https://www.tiefgang.net/archaeologisches-museum-hamburg-und-stadtmuseum-harburg-starten-kulturangebot/ Fri, 21 Feb 2025 23:13:19 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11517 [...]]]> Seit dem 20. Februar ist das ehemalige Karstadt-Kaufhaus in der Harburger Innenstadt ein kreativer Kultur-Treffpunkt.So verlautet es aus dem Senat.

Die offizielle Pressemiteilung:

„Der zur Finanzbehörde gehörende Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen hatte das Gebäude erworben. Das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg ist mit einer Museumsdependance in das Erdgeschoss des neuen „Planet Harburg“ eingezogen. Mit diesem Angebot kommt das Museum direkt zu seinem Publikum und lädt alle ein, in gleich mehreren Ausstellungen zur Harburger Stadtgeschichte den Hamburger Süden auf ganz neue Weise zu entdecken. Zusätzlich wird ein Multifunktionsraum für Vorträge und Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Der Senat stellt für die Museumsdependance Investitionsmittel in Höhe von 300.000 Euro bereit. Der Eintritt ist frei, alle sind willkommen. Heute, am 19. Februar, eröffnete das Museum im Beisein des Finanzsenators Dr. Andreas Dressel und des Senators für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosda die neue Museumsdependance im Herzen Harburgs.

Dr. Andreas Dressel, Finanzsenator: „Wir haben das Karstadt-Gebäude im Wege des Vorkaufsrechts erworben, um einen entscheidenden Impuls für die Entwicklung der Harburger Innenstadt zu leisten. Bevor langfristige Weiterentwicklungen weiter geplant werden, kehrt mit dem ‚Planet Harburg‘ schon jetzt – PopUp im besten Sinne – sehr schnell wieder Leben ein in das ehemalige Kaufhaus in der Harburger City. Wir haben uns gemeinsam mit unserem Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen, der Sprinkenhof, dem Bezirk, dem Archäologischen Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg, der Kulturbehörde und vielen anderen Beteiligten sehr intensiv darum gekümmert, das Gebäude für die Menschen im Bezirk kurzfristig zu öffnen und neue spannende Angebote zu bieten. Vor diesem Hintergrund ist das Projekt ‚Planet Harburg‘ ein toller Auftakt. Flohmärkte und viele andere Anziehungspunkte werden folgen. Harburg gewinnt!“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Der ‚Planet Harburg‘ ist ein wunderbares Beispiel dafür, was Kultur in Hamburg bewirken kann. Einst ein Kaufhaus, wird das vormals leerstehende Karstadt-Gebäude nun ein kultureller Anlaufpunkt in zentraler Lage. Die Museumsdependance des Archäologischen Museums Hamburg und Stadtmuseums Harburg haucht ihm nun mit ihren stadthistorischen Ausstellungen neues Leben ein und bereichert damit nicht nur die Vielfalt der Kulturstadt Hamburg. Hier entsteht ein neuer, dynamischer Treffpunkt, der alle zum Austausch und Lernen über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft einlädt – bei freiem Eintritt für alle.“

Dierk Trispel, Stellvertretender Bezirksamtsleiter Harburg: „Die Eröffnung der Museumsdependance des Archäologischen Museums Hamburg und Stadtmuseums Harburg im ‚Planet Harburg‘ ist ein bedeutender Schritt in unserer Vision, dem Gebäude neues Leben einzuhauchen und einen Ort der Kultur, des Wissens und der Begegnung für den Bezirk Harburg zu schaffen. Das Museum ist dabei ein wertvoller Partner an unserer Seite, indem es nicht nur spannende Einblicke in die Vergangenheit bietet und mit seinem Engagement den kulturellen Austausch fördert, sondern auch mit dem multifunktionalen Vortragsaal vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für Veranstaltungen und Vorträge ermöglicht.“

Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg und Stadtmuseums Harburg: „Mit der Dependance ‚Planet Harburg‘ schlägt das Museum erneut einen innovativen Weg ein, um ein niedrigschwelliges Angebot für alle gesellschaftlichen Gruppen zu schaffen. Es gibt in der Harburger Innenstadt kaum einen exponierteren Ort als das ehemalige Kaufhaus-Gebäude, und es freut uns besonders, dass wir hier mit einem kostenfreien Kulturangebot Besucher erreichen, die sonst vielleicht nicht ins Museum gehen würden.“

Informationen zum „Planet Harburg“

Mit diesem Ausstellungsprojekt schlägt das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg ein neues spannendes Kapitel auf: Zentral gelegen am Herbert-und-Greta-Wehner-Platz und in direkter Nachbarschaft zur beliebten Fußgängerzone Lüneburger Straße sowie dem Wochenmarkt am Sand, eröffnet das Museum ab Mitte Februar seine neuen Räume im ehemaligen Kaufhaus-Gebäude. Die Kultureinrichtung schafft so einen neuen attraktiven Anlaufpunkt im Stadtzentrum.

Das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg verfolgt bereits seit vielen Jahren konsequent den Ansatz, durch immer neue und unterschiedlichste Formate seine Vermittlungsarbeit breit aufzustellen. Schon mit dem ArchäoMobil, dem „Mini-Museum auf Rädern“, zeigt das Haus auf vielfältigen Veranstaltungen in und um Hamburg, wie viel Spaß ein Museumsbesuch machen und zum Erlebnis werden kann. Mit dem Projekt „Planet Harburg“ geht das Haus nun erneut innovative Wege, um Barrieren abzubauen und neue Zielgruppen anzusprechen. Das Museum kommt direkt zu den Menschen und vermittelt auf neue Art und Weise die Harburger Stadtgeschichte. Und das Beste: Dieses Kulturangebot ist für alle kostenfrei.

Harburger Stadtgeschichte neu inszeniert

Auf 400 Quadratmetern im Erdgeschoss des einstigen Kaufhauses zeigt das Museum zum Start gleich mehrere Sonderausstellungen zur Entwicklung der bis 1937 selbständigen Stadt Harburg und erzählt anhand von historischen Fotos und Dokumenten die spannenden Geschichten, die hinter diesem Wandel stecken.

Das Konzept hinter der Zwischennutzung

Das leerstehende Karstadt-Gebäude ist seit 2023 im Besitz der Freien und Hansestadt Hamburg. Das Konzept „Planet Harburg“ bietet einen idealen Raum für frische Impulse in der Harburger Innenstadt: Ob Ausstellungen, Veranstaltungen oder PopUp-Stores – mit kreativen Ideen für die Zwischennutzung soll sich das Gebäude zu einem attraktiven Standort entwickeln. Die Eröffnung der Ausstellungen des Archäologischen Museums Hamburg und Stadtmuseums Harburg bildet den Startschuss für die Zukunft des prestigeträchtigen Gebäudes und die Entfaltung neuer Potentiale in der Harburger Innenstadt.

Der „Planet Harburg“ feiert am 19. Februar seine Eröffnung. Alle Interessierten haben danach ab dem 20. Februar die Gelegenheit, die neuen Ausstellungsräume des Museums zu erkunden. Der Eintritt im „Planet Harburg“ ist kostenlos.

Adresse: Planet Harburg, Herbert-und-Greta-Wehner-Platz, 21073 Hamburg-Harburg

Öffnungszeiten: ab 20. Februar 2025: Mittwoch und Donnerstag, Samstag und Sonntag, jeweils von 10:00 bis 17:00 Uhr“

 

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