Proberäume – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Tue, 19 Nov 2024 14:55:07 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Neue Räume für Musik und Kunst im ehemaligen Karstadt https://www.tiefgang.net/neue-raeume-fuer-musik-und-kunst-im-ehemaligen-karstadt/ Tue, 19 Nov 2024 14:55:07 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11316 [...]]]> Das Netzwerk SuedKultur aus dem Hamburger Süden sucht gemeinsam mit dem Rockbüro Hamburg nach kreativen Köpfen, die dringend benötigte Räume für ihre künstlerische Arbeit suchen.

Im Fokus stehen insbesondere Musiker*innen aller Genres, von Bands über Ensembles bis hin zu Chören, sowie bildende Künstler*innen, vor allem Maler*innen.

Ein neue, kreative „SuedStadt“ im ehemaligen Karstadt-Kaufhaus bietet ein enormes Potenzial, um diese dringend benötigten Räume zu schaffen. Die Räumlichkeiten könnten bis ca. 2032 genutzt werden und würden somit eine langfristige Perspektive für die Kulturszene im Süden Hamburgs bieten.

Gemeinsam mit Politik, der Verwaltung und weiteren Akteuren aus Hamburgs Süden wird aktuell ein Gesamtkonzept für eine Zwischennutzung erstellt. Die „SuedStadt“ wäre ein perfekter Ort, um Kunst zu erschaffen..

 Musik für alle Genres

Egal ob Rockband, Kammerensemble oder Chor – die Nachfrage nach bezahlbaren Proberäumen in Hamburg ist groß. Im ehemaligen Karstadt-Kaufhaus könnten nun Räume entstehen, die Musikern aller Genres und Größenordnungen die Möglichkeit bieten, zu proben und zu wachsen. Das erfahrene Rockbüro Hamburg, seit den 80er Jahren ein fester Bestandteil der Hamburger Musikszene und wird bei der Verwaltung und Vergabe der Räume unterstützen können.

Ateliers für Malerinnen und Maler

Auch bildende Künstlerinnen und Künstler sollen von diesem Projekt profitieren. Insbesondere Malerinnen und Maler sind herzlich eingeladen, sich zu melden. Die vorhandenen Flächen würden ausreichend Platz für Ateliers bieten und könnten damit die kreative Arbeit und einen inspirierenden Austausch unter Künstlern ermöglichen.

Ihre Ideen sind gefragt!

Interessierte Musikerinnen und Künstler können sich gerne an sprecher@sued-kultur.de wenden. Bitte geben Sie dabei an, welche Art von Raum Sie benötigen (Proberaum, Atelier) und wie oft Sie diesen nutzen möchten.

SuedStadt! Ein Zuhause für die Kultur

Das ehemalige Karstadt-Kaufhaus bietet ein enormes Potenzial für die kulturelle Entwicklung des Hamburger Südens. Mit diesem Projekt „SuedStadt“ möchten wir einen Ort schaffen, an dem sich Künstlerinnen und Künstler treffen, austauschen und ihre Kreativität entfalten können.

 Über SuedKultur

SuedKultur ist ein Netzwerk, das sich für die Förderung von Kunst und Kultur im Hamburger Süden einsetzt. www.sued-kultur.de

 Über das Rockbüro Hamburg e.V.

Das Rockbüro Hamburg ist seit über 40 Jahren eine feste Institution in der Hamburger Musikszene. Das Büro verwaltet und vergibt zahlreiche Proberäume in ganz Hamburg. Geschäftsführung Rockbüro Hamburg e.V. | Postfach 60 51 40 | 22246 Hamburg | Tel. 0152 – 29 229 998

Kontakt SuedKultur:

Jan Schröder, Sprecher SuedKultur; sprecher@sued-kultur.de

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Proberäume für freie darstellende Künste https://www.tiefgang.net/proberaeume-fuer-freie-darstellende-kuenste/ Fri, 26 Nov 2021 23:33:14 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8597 [...]]]> Die Genossenschaft „WIESE“ in Barmbek will seit 2020 günstige Proberäume für die Theaterszene bieten. Dies unterstützt die Volksbank nun mit einer Spende. 

Seit Ende 2020 bietet die neu errichtete „WIESE – theatrales Produktions- und Bildungszentrum eG“ in der ehemaligen Maschinenfabrik am Wiesendamm in Barmbek hochwertig ausgestattete Proberäume für die Hamburger Kulturszene. Um möglichst vielen freien Künstlerinnen und Künstlern den Zugang zu ermöglichen, hatte die Hamburger Volksbank im Frühjahr 2021 zusammen mit der Hamburgischen Kulturstiftung den „Unterstützungsfonds“ der genossenschaftlich organisierten WIESE um 20.000 Euro aufgestockt. Dieses Engagement verstärkt die Hamburger Volksbank nun mit einer weiteren Spende in Höhe von 20.000 Euro und ermöglicht dadurch auch im Jahr 2022 eine stark vergünstigte Nutzung der Proberäume. Bewerben können sich Akteurinnen und Akteure der freien Szene, die Mitglied im Dachverband freie darstellende Künste (DfdK) sind, über den auch das Vergabeverfahren läuft.

Kultursenator Dr. Carsten Brosda, der das Theaterzentrum nach der offiziellen Fertigstellung am 29. September 2021 feierlich eröffnet hatte, sagte: „Mitten in Barmbek ist am Wiesendamm ein neues kulturelles Zentrum entstanden, das weit in die Kulturstadt Hamburg strahlt. Dank der Unterstützung der Hamburger Volksbank können hier Künstlerinnen und Künstler der freien Szene dringend benötigte Probenräume auch zu ermäßigten Preisen mieten. Es zeichnet Hamburg aus, dass auch durch das Engagement einzelner Unternehmen und Förderer die Vielfalt der Kulturstadt Hamburg gesichert und ausgebaut werden kann.“

Thorsten Rathje, Vorstandssprecher der Hamburger Volksbank: „Sehr gern setzen wir unsere Förderung mit weiteren 20.000 Euro fort und freuen uns, dass wir in diesem Jahr bereits zahlreiche freie Künstlerinnen und Künstler unterstützen konnten. Wir feiern in diesem Jahr 160-jähriges Jubiläum. Unser Motto als Genossenschaftsbank in diesen herausfordernden Zeiten lautet: Fördern statt feiern! Zusammen mit der Wiese eG und der Hamburgischen Kulturstiftung gelingt es uns so, die Suche nach bezahlbaren Proberäumen in Hamburg zu erleichtern. Die Wiese eG ist schon jetzt eine spürbare Bereicherung für unsere Stadt, um Kunst und Kultur live erlebbar zu machen.“

Gesa Engelschall, geschäftsführender Vorstand der Hamburgischen Kulturstiftung: „Erschwingliche Proberäume sind eine elementare Voraussetzung für freischaffende Künstlerinnen und Künstler, um ihre Projekte auf die Beine zu stellen. Ein großer Dank an die Hamburger Volksbank für ihr wichtiges Engagement und allen Partnern für die Zusammenarbeit!“

Maike Schäfer, Vorstand WIESE eG: „In diesem Jahr konnten wir durch die großzügige Spende der Hamburger Volksbank 29 Produktionen von Hamburger Künstlerinnen und Künstlern der freien Szene unterstützen. Auch für 2022 gibt es schon viele Anfragen, daher sind wir sehr froh über die erneute Zusage, den Fonds um 20.000 Euro aufzustocken. Wir danken allen an diesem Projekt Beteiligten für ihr Engagement!“

Michelle Affolter, Vorstand des Dachverband freie darstellende Künste: „Es gibt kein richtiges Proben im Kalten! Als Verband, der sich für die Belange der Akteurinnen und Akteure der freien darstellenden Künste einsetzt, wissen wir um die hohe Relevanz gut ausgestatteter Proberäume, die professionelles Arbeiten erst ermöglichen – so zum Beispiel Schwingböden für Tänzerinnen und Tänzer. Die Wiese ist daher ein enormer Gewinn für die ganze Szene. Und die engagierte Förderung der Hamburger Volksbank trägt entscheidend dazu bei, die Probenräume für die freien Künstlerinnen und Künstler bezahlbar zu machen. Wir freuen uns, unseren Part beim Vergabeverfahren dieser wichtigen Unterstützung zu spielen, und sagen Danke!“

Im Herzen von Barmbek befindet sich mit der WIESE das modernste Proben- und Produktionszentrum für die freie darstellende Szene Hamburgs. Es umfasst fünf große Proberäume zwischen 110 und 140 Quadratmetern mit säulenfreien Schwingböden, vier kleinere Räume für Proben und Unterricht, einen 310 Quadratmeter großen Theaterraum, eine Kindertagesstätte und ein lichtdurchflutetes Foyer, das auch für Veranstaltungen geeignet ist. Hier finden Hamburger Künstlerinnen und Künstler der darstellenden Künste professionelle Arbeitsräume für die Entwicklung ihrer Projekte vor. Gleichzeitig steht die WIESE allen kulturinteressierten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt offen: Am Abend können hier zum Beispiel Tanzgruppen, Chöre und Bürgertheatergruppen die Räume nutzen. Firmen, Stiftungen und andere Institutionen, die einen Ort für Veranstaltungen, Workshops oder Tagungen suchen, sind ebenfalls willkommen. Vielfalt, Mitbestimmung und Inklusion sind die Prinzipien der WIESE-Genossenschaft. Zu den Dauermietern gehören das inklusive Theater-Ensemble „Minotauros“ und das Schauspiel-Studio Frese. In unmittelbarer Nachbarschaft haben außerdem die Theaterakademie der Hochschule für Musik und Theater Hamburg sowie für das Junge SchauSpielHaus neue Räumlichkeiten bezogen. So wird der Wiesendamm zu einem kulturellen Zentrum, das weit über den Stadtteil und in die Theaterszene hinein wirken wird.

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Dieser KEBAP rockt! https://www.tiefgang.net/dieser-kebap-rockt/ Sun, 07 Feb 2021 15:03:44 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7643 [...]]]> Nördlich der Elbe ist der Startschuss ist gefallen: Die Stadt Hamburg hat den Hochbunker in der Schomburgstraße 6 – 8 dem gemeinnützigen KulturEnergieBunkerAltonaProjekt (KEBAP) e. V. anhand gegeben.

Damit erhält das Projektteam für zwei Jahre die Möglichkeit, seine Planungen zu finalisieren und den Weltkriegsbunker für den Umbau vorzubereiten.

In der östlichen Bunkerhälfte sollen auf mehr als 1.000 Quadratmetern Räume für kulturelle Aktivitäten entstehen. In der anderen Hälfte ist eine innovative Energiezentrale geplant, die zum überwiegenden Teil aus erneuerbaren Energien Wärme und Strom für das umliegende Quartier erzeugt. Der Clou dabei: Erlöse aus dem Energieverkauf werden den Kulturteil finanziell unterstützen, so dass sich das Gesamtprojekt wirtschaftlich trägt. Über die zum Projekt gehörige KulturEnergieGenossenschaftAltona (KEGA) eG haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich als Genossenschaftsmitglieder auch finanziell direkt an diesem Quartiersprojekt zu beteiligen.

Das ökologisch und ökonomisch nachhaltige Konzept haben Anwohnerinnen und Anwohner des Hochbunkers in fast zehn Jahren Vorarbeit entwickelt. Das Projekt wurde deshalb bereits als „Pilotprojekt der Nationalen Stadtentwicklung“ ausgezeichnet. Im vergangenen Sommer hatte die Stadt den Bunker der Bundesimmobilienagentur abgekauft, um ihn einer gemeinbedarfsorientierten Nutzung zuzuführen.

Finanzsenator Dr. Andreas Dressel: „Mit dem Erwerb des Bunkergrundstücks durch unseren Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen haben wir die Grundlage geschaffen, das Grundstück zu einem Ort für vielfältige Gemeinbedarfsnutzungen zu verwandeln – ganz im Sinne der anwohnenden Bürgerinnen und Bürger. Der KEBAP e. V. hat ein ausgereiftes Konzept für eine kulturelle und zugleich ökologisch nachhaltige Nutzung des Bunkers vorgelegt, das sich dabei auch noch wirtschaftlich selber trägt. Mit der Anhandgabe bieten wir dem Verein nun die Möglichkeit, seine Planungen zu finalisieren, so dass der Ort in naher Zukunft zu einem lebendigen Treffpunkt im Stadtteil wird. Mit der Erzeugung von erneuerbaren Energien wird ein weiterer Beitrag zu den Klimaschutzzielen Hamburgs geleistet.“

Umweltsenator Jens Kerstan: „Die Potenziale für eine nachhaltige Energiegewinnung vor Ort nutzen und die Anwohnerinnen und Anwohner partizipieren lassen – das ist schon vom Ansatz vorbildlich. Mit dem Projekt wird Neuland betreten, gerade auch, was die Einbindung verschiedener Partner und die Entwicklung möglicher Geschäftsmodelle angeht. Die hierfür bewilligte Bundesförderung unterstützt die Intention des Projektes, aus dem wir am Ende sicher lernen können für weitere Projekte in der Stadt.“

Kultur- und Mediensenator Dr. Carsten Brosda: „KEBAP ist eine tolle Idee, die von den Initiatoren mit hohem persönlichen Einsatz vorangetrieben wird. Hier kann gezeigt werden, wie Kultur, Umweltschutz und nachbarschaftliches Engagement für alle Seiten gewinnbringend zusammenwirken. Mit der Anhandgabe durch die Stadt hat das Projekt eine wichtige weitere Hürde genommen auf dem Weg, den Bunker zu einem zukunftsweisenden Kulturort im Stadtteil werden zu lassen.“

Altonas Bezirksamtsleiterin Dr. Stefanie von Berg: „Der Bunker an der Schomburgstraße ist ein Relikt düsterer Zeiten. Hier kamen die Menschen zusammen, um vor dem Krieg Zuflucht zu suchen. Aus diesem Ort der Angst wird aber glücklicherweise ein Ort der Freude werden – ohne die Vergangenheit zu vergessen. Es passt wunderbar zu Altonas Erinnerungskultur, dass der Bunker als Gebäude erhalten bleibt, seine Mauern jedoch durch beachtliches nachbarschaftliches Engagement mit neuem Leben gefüllt werden.“

KEBAP-Mitinitiatorin Heike Breitenfeld: „Mit der Entscheidung für unser Konzept können wir jetzt nicht nur konkret planen, sondern auch neue Genossenschaftsmitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer gewinnen. Wir kommen bereits seit Jahren mit den Menschen ins Gespräch – über unser Projekt, aber auch über den Klimaschutz. Ob bei der Energieerzeugung oder im Kulturteil: Wir wollen zeigen, wie es auch anders geht.“

In der Projektentwicklung wird KEBAP von der STATTBAU HAMBURG Stadtentwicklungsgesellschaft mbH beraten. Im Energieteil kooperiert das Projekt mit der Hamburger Planet energy GmbH, die bundesweit Erneuerbaren-Projekte umsetzt, zum Beispiel Windparks und Solaranlagen. „Mit KEBAP können wir gemeinsam zeigen, wie eine erneuerbare Nahwärme-Versorgung mit dem Fernwärmenetz verknüpft werden kann“, sagt Planet-Geschäftsführer Julian Tiencken, „das wäre ein echtes Pionier-Projekt für die Energiewende, auf das Hamburg stolz sein dürfte.“ Die KEGA eG hat gemeinsam mit Planet energy das Altonaer Ingenieurbüro Averdung Ingenieure & Berater GmbH mit der technischen Realisierungsstudie für die Energiezentrale und das Nahwärmenetz beauftragt, gefördert vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen des Förderprogramms „Wärmenetzsysteme 4.0“. Aktuell untersuchen die Ingenieure, welche Arten von erneuerbarer Energie sich im und am Bunker besonders effizient erzeugen lassen. Untersucht werden zum Beispiel Solarthermie, Wärmepumpen und Holzvergasung. KEBAP steht mit potenziellen Abnehmern im Quartier im Gespräch, die über ein Nahwärmenetz versorgt werden könnten. Parallel wird mit der Wärme Hamburg GmbH geklärt, ob und wie das neue Nahwärmenetz an das bestehende Fernwärmenetz gekoppelt werden kann.

Im Kulturteil will KEBAP Proberäume an Musikerinnen und Musiker vermieten, und zwar zu erschwinglichen Preisen. Darüber hinaus plant das Projekt auch nichtkommerzielle, gemeinschaftlich nutzbare Räume für Anwohnerinnen und Anwohner, zum Beispiel einen großen Multifunktionsraum, Werkstätten und eine Gemeinschaftsküche. Was dort in den Topf kommt, wird zum Teil in einem Gemeinschaftsgarten auf dem Bunkerdach wachsen.

Weitere Informationen www.kulturenergiebunker.de, www.kega-hamburg.org

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Es braucht CHORona-Hilfe https://www.tiefgang.net/es-braucht-chorona-hilfe/ Fri, 06 Nov 2020 23:09:48 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7371 [...]]]> Man hatte sich noch gar nicht recht erholt, da folgt der nächste Shutdown. Chöre haben nun besonders große Not.

Der Hamburger Dachverband Landesmusikrat Hamburg e.V. kümmert sich seit geraumer Zeit uns insbesondere um seine angebundenen Chöre. Von denen gibt es fast 900 (!) in der Elbmetropole. Und die haben es samt Aerosol-Ausstoß in der Pandemie besonders schwer überhaupt zusammen zu bleiben. Geschweige denn zu proben.

Und immerhin: die Behörde für Kultur und Medien hat ein Hilfsprogramm für Amateurchöre initiiert, das der Landemusikrat Hamburg nun umsetzt. Für viele Chöre ist es ein existenzielles Problem, wenn sie nun keine großen Hallen oder Säle finden, um überhaupt arbeiten zu können. Auch und gerade in Harburg. Dort setzt die CHORona-Hilfe an. Sie sollen gleichzeitig Amateurchören bei der Suche nach persönlichen Proberäumen helfen und auch

einen persönlichen Ausgleich für die verschiedenen Kosten für die endgültigen Probenräume schaffen. Seit August wurden zahlreiche große Räume in ganz Hamburg gemeldet. In Harburg allerdings nicht. Wenn Sie also Probenräume in Harburg kennen, wenden Sie sich bitte an CHORona@lmr-hh.de. Chöre finden freie Räume mit Beschreibungen unter chorona.lmr-hh.de/probenraeume

Und es gibt auch finanzielle Hilfen: durch die Anmietung Arbeitsverträge für die Chöre zumeist auch höhere Kosten (Miete und vermieterseitige Nebenkosten).  Das Hilfsprogramm läuft nun erstmal bis Dezember 2020. Chöre können einen Zuschuss zu den Mehrkosten für die Zeit von Juli bis Dezember 2020 (Förderzeitraum)erhalten, d.h. auch rückwirkend für die Monate seit Juli 2020.

Die Anträge werden in der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet. Die Beförderung erfolgt, bis alle Fördermittel verbraucht sind. Die üblichen Fördergelder betragen  300 € pro Monat und pro Chor. Im Fall einer Trägerschaft können Anträge für bis maximal 3 Chöre Verträge werden.

Die Entscheidung über eine Förderung obliegt dem Landesmusikrat eV, Dammtorstr. 14, 20354 Hamburg, durch ihren leitenden Geschäftsführer Thomas Prisching. Und hier können die Anträge gestellt werden: chorona.lmr-hh.de/foerderantrag

 

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„Mehr Bundeszuschuss zur Künstlersozialkasse!“ https://www.tiefgang.net/mehr-bundeszuschuss-zur-kuenstlersozialkasse/ Fri, 27 Mar 2020 08:40:57 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6591 [...]]]> Die Corona-Pandemie erfordert gerade für den Kultur- und Kreativbereich breit angelegte Hilfen. Manches wird schon angeschoben, anderes wäre noch wünschenswert. Der Kulturrat fasst zusammen.

In der Pressemitteilung des Deutschen Kulturrates heißt es:

„Berlin, den 23.03.2020. Das Bundeskabinett hat heute ein milliardenschweres Hilfspaket zur Unterstützung von Unternehmen und Solo-Selbständigen beschlossen, das auch für den Kultur- und Medienbereich nutzbar ist. Am Mittwoch soll das Maßnahmenpaket im Deutschen Bundestag zur Abstimmung gestellt werden und am Freitag im Bundesrat. Der Dreiklang an Maßnahmen, Betriebsmittelzuschüsse, Unterstützung bei persönlicher Notlage und Erhöhung der Schutzmaßnahmen, ergänzen die bislang beschlossenen Maßnahmen, wie z.B. der erleichterte Zugang zum Kurzarbeitergeld. An mittlere und große Unternehmen auch aus der Kultur- und Kreativwirtschaft richten sich Kreditprogramme der KfW sowie ein Wirtschaftsstabilisierungsfonds.

Ziel der Bundesregierung ist es, dass die Hilfen möglichst schnell bei den Antragstellern ankommen.

Betriebsmittelzuschüsse: Kleinunternehmen sowie Solo-Selbständige, das heißt gerade auch Künstlerinnen und Künstler und kleine kulturwirtschaftliche Unternehmen, können Zuschüsse beantragen, wenn sie durch die Corona-Pandemie einen Liquiditätsengpass haben. Solo-Selbständige und Kleinbetriebe mit bis zu 5 Beschäftigten können für die Dauer von drei Monaten einen Betriebsmittelzuschuss von 9.000 Euro beantragen, Betriebe mit bis zu 10 Beschäftigten einen Zuschuss bis zu 15.000 Euro.

Persönliche Lebensverhältnisse: Bei der Grundsicherung (ALG II) gilt für einen befristeten Zeitraum bis September, dass Rücklagen nicht zuerst aufgebraucht werden müssen, bevor die Grundsicherung greift. Auch werden Miete- und Mietnebenkosten ohne weitere Prüfung übernommen. Vielen Kulturschaffenden wird damit dieser Weg der Nothilfe geöffnet.

Erhöhung der Schutzmechanismen: Um Kündigungen von Mieträumen, wie Ateliers, Proberäumen und Clubs, zu vermeiden, soll befristet bis September eine Kündigung aufgrund von Mietschulden nicht möglich sein. Ebenfalls wurden Vorschriften im Insolvenzrecht gelockert.

Darüber hinaus haben verschiedene Bundesländer bereits Hilfsmaßnahmen speziell auch für Solo-Selbständige aus dem Kultur- und Medienbereich angekündigt.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Ich bin sehr froh, dass die Bundesregierung so schnell handelt und vor allem, dass sie die Solo-Selbständigen, also auch freiberuflichen Künstlerinnen und Künstler, sowie besonders die kleinen kulturwirtschaftlichen Unternehmen im Blick hat, denen in der Regel mit Krediten wenig geholfen ist. Zusammen mit den Maßnahmen der Länder wird hier ein wichtiges Signal für den Kultur- und Medienbereich gesetzt. Nach wie vor auf der Tagesordnung ist eine Anhebung des Bundeszuschusses zur Künstlersozialkasse auf 50%, die die abgabepflichtigen Unternehmen, nicht nur der Kultur- und Kreativwirtschaft, deutlich entlasten würde. Ohne die kreativen Impulse von Künstlerinnen und Künstlern und aus der gesamten Kulturszene, werden wir die Krise als Gesellschaft nicht durchstehen können. Ich bin froh, dass die Bundesregierung dies auch so sieht. Deshalb muss jetzt, nachdem die Nothilfe auf den Weg gebracht wurde, über ein spezielles Kulturförderprogramm in Zeiten der Krise gesprochen werden.“

Quelle: www.kulturrat.de

 

 

 

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Stillstand beim Leerstand https://www.tiefgang.net/stillstand-beim-leerstand/ Sat, 20 May 2017 05:00:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1141 [...]]]> Die Initiative SuedKultur feiert in diesem Jahr ihre 10jährige Existenz – Grund genug, in einer lockeren Folge auf einige Ereignisse zurück zuschauen. So auch auf den Kampf um Räume …

In den 10 Jahren, die es die Initiative SuedKultur nun gibt, ging es immer auch um freie und bezahlbare Räume für Kreative. Auch in Harburg herrscht ein eklatanter Mangel an Ateliers für bildende Künstler*innen, Proberäume für Musik oder Tanz oder Theater. Räume selbst gibt es – aber selbst städtischer Besitz – so die Erfahrung – wird lieber leer stehen gelassen, als ihn – und sei es nur vorübergehend –  als kreative Arbeitszimmer nutzbar zu machen.

2011 war so ein erwähnenswertes Jahr der Leerstandsdiskussion. Vorausgegangen waren einige Preistreibereien, die zu schmerzhaften Verdrängungen künstlerischer Freiräume führten und spektakulär mit der Besetzung des Gängeviertels in der Hamburger City bundesweit für Aufmerksamkeit sorgten.

Einigen Kreative hatten die neue Digitaltechnik geschickt zu nutzen gewusst und erstmals eine Internetplattform geschaffen, in der leerstehende Gebäude gemeldet werden konnten und so wurde schnell die Größe der Misere sichtbar (mittlerweile unter leerstandsmelder.de/hamburg zu finden und selbst heute, im Mai 2017, werden 1.073 (!!!!)  Leerstände konkret benannt).

Nicht nur, dass lieber Gebäude leer stehen gelassen wurden und werden als zu vermieten – im Süden Hamburgs Harburg nicht nur das „Harburg Center“ am Ring sondern auch am anderen Ring-Ende die Gebäude am Lüneburger Tor. Es wurde auch recht augenfällig, wie groß die Zahl städtischer Gebäude dabei ist. Und da erschließt sich nicht wirklich, warum diese nicht zumindest kulturell genutzt werden.

In Harburg waren besonders vier Gebäude in öffentlicher Hand und für eine kulturelle Nutzung attraktiv: die alte Polizeiwache in der Nöldekestraße 17, daneben das ehemalige Gebäude des Freizeitzentrums Nöldeke, der Hochbunker in der Lasallestraße sowie die Schule in der Bunatwiete.

Leerstand für fast 3.000 € im Monat

Ohne lange Diskussion war ein Termin mit Leuten der Kulturbehörde, der noch recht jungen Kreativgesellschaft Hamburg und SuedKulturlern zur Besichtigung gefunden. An einem März-Tag 2011 durchgingen wir die Räume und waren erstaunt. Die Polizeiwache Nöldekestraße war außer Dienst gestellt worden, da ein neu errichtetes Gebäude an der Buxtehuder Straße gebaut worden war. Und so stand es einfach nur leer, wurde aber beheizt, war vollkommen intakt und kostete die Stadt Hamburg so monatlich rd. 2.800,- € statt etwas einzubringen. Und das schon über mehrere Jahre.

… und immer noch gut in Schuss!                    (Foto: S. Schnell)

Der Vertreter der zuständigen städtischen Firma Hamburger Vermögens-Verwaltung GmbH (HVG) teilte uns mit, dass die Handesstadt das Gebäude verkaufen will. Auf die Frage, was es denn kosten solle, wollte er sich aber nicht äußern. Kann man ein Gebäude verkaufen, wenn man den Preis nicht nennt?!? Natürlich nicht. Es war aber vielmehr die typische Einschätzung, dass Kulturschaffende eben eh kein Geld haben und so als Kaufinteressenten nicht infrage kommen. Daher wohl unnötig, ihnen auch nur ungefähre Preise zu nennen.

Wir erstellten dennoch Pläne der immerhin mehr als 2.500 qm Nutzfläche, die ideal als Proberäume für Musik nutzbar wären. Und nicht nur für die berühmte Feierabend-Mucke. Denn bei mehr als 5 Musicals in Hamburg ist das Potenzial an Profimusiker*innen, die Arbeitsräume tagsüber brauchen, groß. Letztlich sind es so etwas wie ihre Büros.

Gut 40 Räume, die – wenn man sie mit einer geschickten Raum-in-Raum-Isolation herrichtete – ein wahres Musik-Mekka bilden könnten. Gute Anbindung über Stadtautobahn wie auch Bahnhof-Nähe, Parkplätze sind vorhanden, Anwohnerbelästigung auszuschließen, ein großes Café im Eingangsbereich sowie 2-3 Räume für Events wie Tanzveranstaltungen oder andere kulturelle Nutzungen, im Keller evtl. noch zwei Tonstudios. Und das zu einem stündlichen Mietpreis von 5-7 € je Raum. Online-Reservierung und Rechnungsstellung heute kein echtes Problem mehr. Das ist bezahlbar – so denn eben kein runtergekommenes Moloch. Immerhin: die Betriebskosten wären locker wieder reingekommen. Aber Unterstützung, wie man diese Immobilie dahin bekommen könnte? Keine.

Nicht ganz, denn immerhin hatte der Eisenbahn-Bauverein Interesse bekundet. Der Kaufpreis wäre zwar nicht so hoch gewesen, aber dafür war angedacht, die kulturelle Nutzung aus eigenen Mitteln zu finanzieren (siehe HAN-Artikel „Leerstand für 2.800 Euro im Monat“). Das Interesse städtischer und auch bezirklicherseits aber war veschwindend gering.

Letztlich kaufte 2012/13 das Gebäude ein Harburger Geschäftsmann, der durchaus an einer kreativen Nutzung Interesse hat. Doch der Zeitlauf sorgte erst einmal dafür, dass die Wache seit einigen Jahren nun als Unterkunft unbegleiteter jugendlicher Flüchtlinge genutzt wird. An eine nachfolgende kulturelle Nutzung wird aber weiterhin gedacht (siehe wache17.de). SuedKultur bleibt dran.

               Innenansichten (Foto: S. Schnell)

Und die anderen Gebäude? Die Schule Bunatwiete wird seit Jahren immer zu als Ausweichquartier renovierbedürftiger Schulen genutzt, der Bunker Lasallestraße wird als Lagerraum vermietet und das ehemalige Freizeitzentrum Nöldekestraße ist zur Musikschule Klangfabrik geworden. Immerhin.

Sechs Jahre sind vergangen. Die Proberäume wurden eher weniger als mehr. Wer jetzt und akut nach Proberäumen sucht, ist leider nach wie vor auf  sich selbst gestellt. Denn ein weiterer Versuch das Thema anzugehen, scheiterte erneut (s. Tiefgang-Artikel „Probt doch in alten Luftschutzräumen“ vom 6. Mai 2017)

Immerhin an- und nachfragen aber kann man beim Verein elbdeich e.V. und auf der Veddel bei Carajo Distorsion Hamburg

Wer Proberäume oder Ateliers zur Verfügung stellen kann, kann sich gerne unter kontakt(at)sued-kultur.de melden. Der Bedarf ist da.

 

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Probt doch in alten Luftschutzräumen! https://www.tiefgang.net/probt-doch-in-alten-luftschutzraeumen/ Sat, 06 May 2017 06:00:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=979 [...]]]> Seit langem bemängelt die Initiative SuedKultur, dass es im Bezirk an Proberäumen für Musiker*innen (aber auch an Ateliers und anderem mehr) fehlt. 2011 verliefen Bemühungen um die Alte Polizeiwache in der Nöldekestr. 17 ins Leere. In 2015 wurde nach dem Abriss ehemaliger WC-Häuschen (einstmals unter dem Projekt „Musizierende Toiletten“ Anfang der 90er in Hamburg ein kreatives Vorzeige-Projekt gewesen) in der Winsener Straße das Thema erneut aufgegriffen und die desolate Situation mit einer Umfrage untermauert. Dies führte – wie so oft – am 2. Juni 2015 zu einem Antrag im Kulturausschuss des Bezirkes an die Verwaltung, „einen Bericht zu geben, in welchem Umfang Probenräume für Musiker im Bezirksamtsbereich vorhanden sind und welcher zusätzliche Bedarf gesehen wird.“

Immerhin: die Verwaltung antwortete:

„Laut Aussage des RockBüro Hamburg e.V. würden 20 – 50 weitere Räume in Harburg die Übungsraumsituation erheblich entspannen und gemäß Betreiber von bandnet.de, der ebenfalls eine kleine Umfrage durchgeführt hat, sei Harburg schlecht abgedeckt und es suchten 13 Bands einen Proberaum in Harburg. Das Frauenmusikzentrum in Ottensen sowie der Betreiber von cdhamburg.de (Carajo Distorsion Hamburg) in Veddel teilten jeweils mit, dass dort auch Harburger probten, weil sie in Harburg nichts gefunden hätten. Inwieweit sich die Angaben der jeweiligen Personen bei den Abfragen überschneiden ist nicht ermittelbar, daher kann keine Gesamtanzahl an suchenden Musikern/Bands angegeben werden.“ (Drs. 20-0769.01 vom 19. Jan. 2017)

Und worauf lief es hinaus? Am 18. April antwortete die Verwaltung auf die Frage nach Nutzungsmöglichkeiten von Proberäumen an Schulen: „Daten über Übungsräume in Schulen, die für Zwecke von Externen geeignet sind, werden in der BSB nicht zentral erhoben. Insofern ist keine Aussage möglich. Die Nutzung von Schulräumen ist in der Dienstvorschrift „Mitbenutzung von Schulräumen und -anlagen“ vom 04.01.2006 geregelt (siehe Anlage). Nach dieser Vorschrift entscheidet die Schulleitung über die Mitbenutzung.

In der Dienstvorschrift wird auch geregelt, ob ein Nutzungsentgelt zu zahlen ist.

Ehemalige Zivilschutzräume sind an den Standorten Neumoorstück 1 (Stadtteilschule Süderelbe) und Schnuckendrift 21 (Schule Schnuckendrift) vorhanden. Ob diese Räume als Übungsräume nutzbar sind, kann nicht beurteilt werden.“ (Drs. 20-0769.02 vom 18. Apr. 2017)

SuedKultur hat nun offiziell dort angefragt, in wie fern diese Räume nutzbar seien und unter welchen Bedingungen. Mal sehen, ob und wenn welche Antworten kommen …

(02. Mai 2017, hl)

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SuedKultur – das Grundsatzprogramm https://www.tiefgang.net/suedkultur-das-grundsatzprogramm/ Fri, 14 Apr 2017 06:00:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=909 [...]]]> Die Kulturinitiative feiert in diesem Jahr ihre 10jährige Existenz – Grund genug, in einer lockeren Folge auf einige Ereignisse zurück zuschauen …

Kultur und Vereinsmeierei sind wie die Stachelschweine in Schopenhauers Gleichnis: allein ist es ihnen zu kalt und zu nah tun sie sich weh. So ähnlich tat sich auch der “bunte Haufen” Kulturschaffender immer wieder schwer einen Konsens zu finden. Verband sie mehr das Elend eben als Kulturakteure und der damit verbundene Wunsch nach Hilfe und Trost? Oder gab es auch ein gemeinsames Miteinander, das einte und stärkte?

Auf jeden Fall entstand im September 2011 ein Papier an “Grundsätzen”, dass das Selbstverständnis ausdrücken sollte und bis heute tut. Denn auch noch heute ist SuedKultur weder Verein noch Person. Der Wortlaut:

SUED KULTUR ist eine Interessengemeinschaft von Kunst- und Kulturschaffenden, die ihren selbstgewählten Aufgaben mit Leidenschaft nachkommt.

Daß die Arbeitskonditionen und das Arbeitsumfeld auch Leiden schaffen, ist ein immer wieder erfahrener Fakt. Wir alle leben für die Vielfalt des künstlerisch/kulturellen Geschehens im Süderelberaum, aber wir wollen auch davon leben.

SUED KULTUR steht für die Vielschichtigkeit des kulturellen Lebens, für seine Eigenständigkeit und seine Bedeutung für ein selbstbewusstes Kulturprofil.

SUED KULTUR steht auch für den Zusammenhalt untereinander und für die gegenseitige Unterstützung.

Zur Verwirklichung unseres Anspruches werden eine lokale Heimat, eine finanzielle, eine ideelle und eine politische Heimat benötigt.

Die lokale Heimat besteht aus Räumen, in denen Ideen entwickelt werden , die sich zum Experimentieren eignen, die Musikern ihre Proben ermöglichen, die einen Treffpunkt für Künstler und ihre Gäste in lockerer Atmosphäre bilden und die der Verödung des Stadtteils durch Originalität entgegenwirken. Angedacht sind auch Open-Air-Spielräume, in denen Kunst- und Kulturprojekte Präsenz zeigen können.

Die finanzielle Heimat ist vom Kulturetat abhängig, dessen Erhöhung von SUED KULTUR dringend gefordert wird.

Da ein Großteil der kulturellen Projekte ohne freiwillige, unentgeltlich arbeitende Helfer nicht realisiert werden könnte, fordern wir auch die Anerkennung dieser Leistungen durch ein entsprechendes Entgelt.

Als ideelle Heimat stellen wir uns den engen Austausch zwischen Kommunalpolitikern, Behördenvertretern und Kunst- und Kulturschaffenden vor, der zu einem besseren Verständnis und einer höheren Wertschätzung des kulturellen Lebens führen soll.

In Erweiterung sehen wir die ideelle Heimat auch in der verstärkten Einbeziehung der Bewohner.

Kreativ arbeitende Menschen teilen sich nicht ausschließlich einer kunstbeflissenen Elite mit, sondern sie sind auch für die Allgemeinheit da. Ihr kulturelles Angebot richtet sich an Kinder, Senioren, an Arbeitende und Arbeitslose. Sie sorgen dafür, dass der Stadtteil für Ortsfremde an Attraktivität gewinnt. Kunst und Kultur sind immer ein Experiment, das gesellschaftliche Entwicklungen vorwegnimmt und deswegen ein notwendiger Bestandteil der sinnlichen Wahrnehmung der Gegenwart und der Zukunft ist.

Die politische Heimat besteht aus der Neudefinition von Vergabekriterien, dem demokratischen Recht auf Transparenz (wie kommen Entscheidungen zustande), dem Mitspracherecht bei übergreifenden kulturellen Schwerpunktentscheidungen, der Selbstverwaltung und freien Verfügung eines Prozentsatzes vom Kulturetat, der Vereinfachung der Förderungsformalitäten und aus der bürokratischen Hilfestellung durch Informationen über mögliche Fördermittel außerhalb des Bezirkes und Unterstützung bei der Formulierung der Anträge.“

(Nachtrag, am 26.04. 2012 beschlossen:)

„In dem Bewußtsein, daß die Mitglieder von SuedKultur aus unterschiedlichen Einrichtungen mit differenten Zielen und aus Gruppen und Einzelpersonen mit verschiedenem Hintergrund bestehen, hat sich SuedKultur gegen einen konventionellen Zusammenschluß entschieden. SuedKultur als Ganzes ist eine Bewegung zur Förderung der örtlichen Kunst- und Kulturszene, deren ausreichender Finanzierung und somit der Bedeutung und Achtung kultureller Entwicklungen. SuedKultur sieht sich keiner politischen, ideologischen, wirtschaftlichen oder parteipolitischen Strömung verpflichtet. Die Rede-, Denk- und Aktionsfreiheit innerhalb von SuedKultur besteht und garantiert die Diskussionsvielfalt. Trotzdem ist SuedKultur weder gleichzusetzen mit Positionen, die von einigen Mitgliedern vertreten werden noch mit dem Bemühen von außen, eine Einordnung in Denkschubladen vorzunehmen. Das übergeordnete Anliegen von SuedKultur bleibt bestehen und ist unantastbar.“

(Autorin: Anke de Vries)

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Wenn der shabby look zum Luxus wird https://www.tiefgang.net/gentrifizierung-was-ist-ursache-was-wirkung/ https://www.tiefgang.net/gentrifizierung-was-ist-ursache-was-wirkung/#respond Mon, 28 Nov 2016 16:32:53 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=65 [...]]]> Die explodierenden Immobilienpreise der norddeutschen Metropole werfen in der Kreativbranche grundsätzliche Fragen auf: ist Raum für Kunst und Kultur künftig noch bezahlbar? Eine einfache Antwort gibt es nicht.

Hamburg ist eine der deutschen Metropolen, in denen die Miet- und Eigentumspreise in den letzten Jahren regelrecht explodiert sind: seit der Jahrtausendwende sind laut Mieterbund die Nettokaltmieten alle zwei Jahre um mehr als 5% gestiegen. Lag die Durchschnittsmiete 2001 noch bei rd. 6,- € / qm lag sie 2015 bei guten 8,15 €.

Nicht anders bei denen, die es sich eher leisten können – die Eigentümer: lag im Jahr 2002 der mittlere Bodenrichtwert in Hamburg – also der Preis allein für das Grundstück, noch ohne, dass ein Stein gesetzt wurde – bei Grundstücken für Einfamilienhäuser noch bei durchschnittlich 272 Euro pro Quadratmeter, so stieg er bis 2012 mal eben auf 472 Euro pro Quadratmeter.

Hamburg ist also wahrlich ein teures Pflaster. Und die Gentrifizierung – also quasi die „Veredelung“ von Stadtteilen oder im Grunde des ganzen Stadtstaates, der Hamburg ja nun mal ist – sorgt nicht nur die linken Sozialpolitiker und -romantiker. Es sorgt und trifft auch und vor allem viele Kulturschaffende in der Nordmetropole. Denn reibt sich der Immobilienmakler die Hände, so scheint es, nimmt er zugleich dem Künstler die Butter vom Brot. Die einst hip gewordenen Lofts – einst alte, ausgediente Gewerbe-Etagen – sind heute vielmehr zum Wert-Begriff der Makler geworden und stehen für individuelle aber eben auch luxuriöse Lebensform. Wer sich das leisten kann, wird wohl eher selten auf die Idee kommen, ein Atelier der herkömmlichen Art betreiben zu wollen. „Shabby Look“ ist nicht mehr Ausdruck des „Ich hab nix, aber mache was draus“ sondern des „Ich hab was und gönne mir trashiges Ambiente!“ Shabby Look als Luxus.

Und hier trifft es Kulturschaffende in ihrem existentiellen Dasein. Sie verfügen selten über das finanzielle Vermögen für großzügige Räume. Dafür aber haben sie aber oft den Spirit und eben jene Schaffenskraft, aus shabby etwas Eigentümliches und Individuelles zu erschaffen. Was aber, wenn selbst das nicht mehr möglich ist? Wenn selbst leer stehende Gebäude eben leer bleiben, weil sie sich so „besser rechnen“. Ausgerechgnet ein Gesetz hat hier viel Unheil angerihctet: es erlaubt Immobilienbesitzern seit einigen Jahren, Gewinne aus gut laufenden Immobiliengeschäften steuerlich mit „Verlusten“ aus z.B. leer stehenden Gebäude gegen zurechnen – also im Grunde real erzielte Gewinne geringer zu versteuern. Und so zwar nicht unmittelbar, aber ebenso real erzielte Grundstückspreissteigerungen als „Verluste“ darzustellen.

Wie auch immer: es gibt kaum noch Probe- und Arbeitsräume für Kulturschaffende und es sieht wahrlich nicht nach Besserung aus. Und das Dumme: auch die Kulturschaffenden sind es immer wieder, die durch ihre Anwesenheit und ihr Vermögen aus shabby noch einen look gestalten, das I-Pünktchen setzen oder eben der Veredelung noch das schmucke Kunst-Krönchen aufsetzen. Aufwertung zur späteren Verwertung.

Wo aber ist eine Lösung in Sicht? Der Wegzug etwa nach Berlin war lange Zeit ein gangbarer Weg vieler Künstler auch aus Hamburg. Auch natürlich wegen des noch mondäneren Geistes der Hauptstadt. Doch auch in Berlin ist Gentrifizierung ja keine Unbekannte. Ein Blick in den Prenzlberg – ein schwäbisches Biotop im preußischen Berlin – spricht da Bände.

Der Zug aufs Land? Nichts für jene Künstler, die sich aus Multikultur, menschlichem Dasein und auch dem Scheitern speisen.

Oder eine Förderung wie etwa durch die Kreativgesellschaft Hamburg gGmbH – einem städtischen Tochterunternehmen, dass quasi indirekt und unter anderem Miete subventioniert, um künstlerischen und kreativen Potenzialen Möglichkeiten zu erhalten? Schon absurd. Statt beispielsweise städtische Gebäude schlichtweg  der Kunst freizugeben, wird eine geordnete Übergabe und indirekte Subvention zwischengeschaltet. So schlägt bei vielen geförderten Kulturinstitutionen ein erheblicher Teil der Fördermittel für Mieten an städtische Immobilenfirmen zu Buche. Ein Mehr an Fördermitteln kann so schnell in höheren Mieten in Rauch aufgehen. Oder anders gesagt: rechte Tasche – linke Tasche.  Das Geld fehlt letztlich dort, wo man es eigentlich vermutet und auch braucht: in der Kunst und Kultur.

Nun wird ein Gänge-Viertel nicht stetig wiederholbar sein und auch bleibt die Frage, ob der Konflikt „Recht auf Stadt/Leben/Kunst“ versus „Vermarktung/Veredelung/Verwertung der Stadt“ wirklich damit gelöst oder nicht vielmehr umgangen oder verschoben wurde. Und diese Art von Diskussion stellt sich auch nicht in den meisten „Außenbezirken“ der Stadt gar nicht. So auch nicht in Harburg. Aber Probe-Räume, Ateliers oder Lofts aus früheren Zeiten – die sind hier ebenso wenig bezahlbar oder vorhanden wie im Zentrum. Wo also wird die Kunst bleiben?

(10. Okt. 2016, HL)

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