Ralf Staack – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Tue, 18 Feb 2020 08:34:47 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Zeugnis der Verbrechen https://www.tiefgang.net/zeugnis-der-verbrechen/ Fri, 28 Feb 2020 23:31:07 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6399 [...]]]> Einst waren im Nationalsozialismus dort Zwangsarbeiter untergebracht und noch heute dient Fuhlsbüttel als Knast. Doch nun wird dem Gedenken auch ein Ort eingeräumt.

Die sanierungsbedürftigen Zwangsarbeiterbaracken in Hamburg-Fuhlsbüttel können mithilfe des investiven Quartiersfonds instandgesetzt werden. Es handelt sich um die beiden letzten am originalen Ort erhaltenen Baracken in Hamburg. 1998 hatte die Willi-Bredel-Gesellschaft die inzwischen unter Denkmalschutz stehenden Baracken am Wilhelm-Raabe-Weg erworben und dort nach und nach ein Informationszentrum zur Zwangsarbeit aufgebaut.

Aus dem investiven Quartiersfonds von Finanzbehörde und Bezirken werden 190.000 Euro für die Sanierung bereitgestellt, die Gesamtkosten belaufen sich auf 215.000 Euro. Der investive Quartiersfonds in Höhe von zehn Millionen Euro wurde mit der Fortschreibung des Haushaltsplans 2018 aufgelegt. In Abstimmung zwischen Finanzbehörde und Bezirken können damit vor Ort investive Maßnahmen gezielt unterstützt beziehungsweise kofinanziert werden.

Finanz- und Bezirkssenator Dr. Andreas Dressel: „Gerade in diesen Tagen ist das Gedenken an die Verbrechen der Nationalsozialisten wieder sehr präsent und wichtig. Mit der Unterstützung für die Instandsetzung der Baracken in Fuhlsbüttel tragen wir dazu bei, die Erinnerung an die Schicksale der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Hamburg wach zu halten. Das Informationszentrum der Willi-Bredel-Gesellschaft ist inzwischen ein fester Bestandteil der Gedenkkultur unserer Stadt, dies gilt es auch für künftige Generationen zu bewahren.“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Orte wie die Zwangsarbeiterbaracken geben noch heute ein eindrückliches Zeugnis von den Verbrechen, die im Nationalsozialismus in der Mitte der Gesellschaft stattgefunden haben. Die Willi-Bredel-Gesellschaft leistet wichtige Arbeit, um an das Leid zu erinnern, das tausende Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter auch in Hamburg erleiden mussten. Mit den Mitteln aus dem Quartiersfonds und der Expertise aus dem Denkmalschutzamt können wir dieses wichtige historische Zeugnis dauerhaft erhalten.“

Ralf Staack, Bezirksamtsleitung Hamburg-Nord: „Die Zwangsarbeiterbaracken in Fuhlsbüttel sind ein bedeutendes Stück Gedenkkultur in Hamburg-Nord. Da sie in der Hansestadt einzigartig sind, ragt ihre Bedeutung weit über den Bezirk hinaus. Ich freue mich sehr, dass mit den 190.000 Euro aus dem investiven Quartiersfonds und den 25.000 Euro Eigenmitteln nicht nur die Baracken saniert werden können, sondern dass auch die gute und wichtige Arbeit der Willi-Bredel-Gesellschaft hier am Standort fortgesetzt werden kann!“

Das Informationszentrum der WBG ist an jedem ersten Sonntag im Monat am Nachmittag geöffnet. Außerdem werden zwischendurch Besuchergruppen betreut oder Sonderöffnungen zum Tag des Offenen Denkmals oder zum Tag der Geschichtswerkstätten angeboten.

Eine weitere Förderzusage für Fuhlsbüttel betrifft das Projektgebiet „Quartier Santa Fu“. Nicht mehr für den Vollzug benötigte Flächen und Gebäude der JVA Fuhlsbüttel sowie umliegende, mit Dienst- und Dienstwohnungsgebäuden bebaute Flächen sollen künftig insbesondere zu Wohnzwecken genutzt werden. Eine besondere Herausforderung ist dabei die Entwicklung von Haus I (ehemaliges Polizeigefängnis für politisch Verfolgte zur Zeit des Nationalsozialismus) und Haus III (ehemaliges Konzentrationslager für Frauen). Für diese beiden im 19. Jahrhundert errichteten Gebäude sind Nachnutzungen zu finden, die ihrer besonderen historischen Bedeutung umfassend gerecht werden. Das städtische Immobilienunternehmen Sprinkenhof soll in einem ersten Schritt für das „Quartier Santa Fu“ eine Machbarkeitsstudie erarbeiten, für die 300.000 Euro bereitgestellt werden.

Quelle: Behörde für Kultur und Medien Hamburg

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Das theatrale Richtfest https://www.tiefgang.net/das-theatrale-richtfest/ Fri, 03 May 2019 22:01:24 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5208 [...]]]> Was in Harburg nicht denkbar ist, ist in Barmbek bereits auf der Zielgeraden: auf 2.400 Quadratmetern entsteht am Wiesendamm ein neues kulturelles Zentrum.

In der Mitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Am Wiesendamm 24 errichtet derzeit die Sprinkenhof GmbH für die „WIESE – theatrales Produktions- und Bildungszentrum eG“ sechs große Probenräume zwischen 100 und 300 Quadratmetern, einen großen Veranstaltungssaal und fünf kleinere Unterrichtsräume für künstlerische Ausbildung und Produktion. Das genossenschaftliche Zentrum befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem ebenfalls neu entstehenden Jungen SchauSpielHaus sowie der Theaterakademie der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Damit entsteht im Herzen von Barmbek ein ganz neues Kulturzentrum, das weit über den Stadtteil und in die Theaterszene hinein strahlen wird und die Attraktivität des RISE-Fördergebiets Fuhlsbüttler Straße steigert.

Jana Schiedek, Staatsrätin für Kultur und Medien: „Mit dem heutigen Richtfest geht der Umbau der alten Maschinenfabrik zu einem spannenden neuen Kulturort auf die Zielgerade. Mitten in Barmbek entsteht in genossenschaftlicher Form ein neues Kreativzentrum, mit dem die vielfältigen Bedürfnisse der Freien und darstellenden Künste nach professionell ausgestatteten Kurs-, Proben- und Produktionsräumen bei kostengünstigen Mieten unter einem Dach zusammengefasst werden sollen. Der Wiesendamm wird mit den Nachbarn, dem Jungen SchauSpielHaus und der Theaterakademie der Hochschule für Musik und Theater, nicht nur wichtige neue Impulse in der Theaterlandschaft geben, sondern sich über die WIESE eG auch dem Stadtteil öffnen.“

Ralf Staack, Bezirksamtsleitung Hamburg-Nord: „Das Produktions- und Bildungszentrum der WIESE eG ist ein Jahrhundert-Projekt für den zukünftigen Kulturstandort Barmbek. Die WIESE eG übernimmt dabei eine Katalysator-Funktion für die schrittweise Umwandlung des Wiesendamms zu einer Kulturmeile. Hamburg-Nord könnte zum norddeutschen Zentrum der freien Tanz- und Theaterszene werden. Die Strahlkraft dieses Projekts geht weit über den Kulturbereich hinaus: Es ist auch ein weiterer Beitrag zur Stadtentwicklung in Barmbek.“

Jan Zunke, Geschäftsführer Sprinkenhof GmbH: „Mit dem Richtfest der WIESE eG wird ein Kulturprojekt für Hamburg bald erfolgreich realisiert sein, welches ein gelungenes Beispiel für das Zusammenwirken verschiedener Hamburger Partner ist. Der Weg war lang, ungewiss und steinig, so dass wir heute allen Grund zur Freude haben, dass wir diesen Weg gemeinsam geschafft haben. Wir wünschen allen Beteiligten für die kommenden Monate gutes Gelingen, um das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.“

Andreas Lübbers, Vorstand WIESE eG: „Für die Genossenschaft ist das Richtfest ein weiterer Meilenstein! Jetzt wird die Umsetzung eines Projektes, an dem wir so viele Jahre geplant haben, immer greifbarer. Wir freuen uns über die nun zu erkennende neue Architektur und können schon erahnen, wie zukünftig in diesen neuen Räumen geprobt, trainiert, gelernt und produziert werden wird: ein inklusives Miteinander zwischen KITA-Kindern, Künstlern aller darstellenden Künste, Schauspielschülern und Tanzstudenten. Sie alle freuen sich auf ein Treffen mit neugierigen Nachbarn in inspirierender Atmosphäre bei einem Kaffee. Das ist unser Traum von der WIESE.“

Die 2012 gegründete Genossenschaft WIESE eG wird am Wiesendamm 24 zukünftig das modernste Theater- und Probezentrum Hamburgs beherbergen. Auf 2.400 Quadratmetern werden nach der Fertigstellung, neben sechs großen Probenräumen zwischen 100 und 300 Quadratmetern mit säulenfreien Schwingböden, fünf kleinere Unterrichtsäume, vier Büroräume für freie Produktionsbüros, Gastronomie und eine Kita zur Verfügung stehen. In der Mitte des Theaterzentrums befindet sich ein großer Raum, der auch für Veranstaltungen hervorragend geeignet ist.

Für den von der Sprinkenhof GmbH ausgeführten Umbau stehen insgesamt rund 4,1 Millionen Euro zur Verfügung. Die Genossenschaft WIESE eG als Nutzerin hat insgesamt 1,1 Millionen Euro eingebracht. Weitere rund 1,2 Millionen Euro kommen aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“.

470.000 Euro stammen von der Behörde für Kultur und Medien und 130.000 Euro von der Hamburgischen Bürgerschaft. Von der Sprinkenhof GmbH werden insgesamt rund 1,2 Millionen Euro in das Projekt investiert.

Durch einen kreativen Mix aus privaten Schauspielschulen, Freier Szene und öffentlichen Kursangeboten sollen die Räume mit einer maximalen Effizienz genutzt werden, um niedrige Mieten auch langfristig garantieren zu können. Der Umbau der WIESE zählt zu den wichtigen und großen Hamburger Bauprojekten für darstellende Kunst und Musik der letzten Jahre und bringt die verschiedensten Künste, Künstler und Künstlerinnen zusammen unter ein Dach. Nach wie vor ist es möglich, sich den bereits bestehenden 60 Genossinnen und Genossen anzuschließen und Anteile zu zeichnen. Ein Investitionsanteil beträgt 1.375 Euro.“

Weitere Infos unter: wiese-eg.de

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