Reihe „Schaufenster der Geschichte“ – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Thu, 23 Jul 2020 13:43:03 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Auf Kautschuk gebaut https://www.tiefgang.net/auf-kautschuk-gebaut/ Fri, 24 Jul 2020 22:57:54 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7108 [...]]]> In der Reihe „Schaufenster der Geschichte“ geht es um Harburgs Industrialisierung und enge Bindung ans Kautschuk.

Ende August referiert der ehemalige Leiter der Abteilung Stadtgeschichte am Stadtmuseum Harburg, Dr. Jürgen Ellermeyer, über „Hartes aus Harburg“. Ein Beitrag zur Kunststoff- und Sozialgeschichte.

Das Stadtmuseum Harburg präsentiert am Dienstag, dem 25. August um 18 Uhr einen neuen Vortrag in der Reihe „Schaufenster der Geschichte“. Diesmal dreht sich alles um Kunststoff: Vor über 150 Jahren begann in Harburg die Verarbeitung von Kautschuk zu Hart- und Weichgummiprodukten – dies war der Ausgangspunkt für einschneidende Veränderungen im gesamten Stadtbild. Mit den ersten Gummifabriken wurde Harburg zum Industriestandort und veränderte sein Gesicht in wenigen Jahrzehnten vollständig. Dr. Jürgen Ellermeyer hat die Regionalgeschichte des revolutionären Werkstoffs Gummi und seiner Verarbeitung jahrelang praxisnah erforscht. In seinem Vortrag wird er über die faszinierend vielfältige Welt des Gummis und den engen Zusammenhang von industrieller, sozialer und städtebaulicher Entwicklung in Harburg berichten.

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte Harburg einen kompletten Strukturwandel von einer ländlichen Kleinstadt zur Industrie-, Hafen- und Arbeiterstadt. Der Hafenausbau, die Ansiedlung von Industriebetrieben und das Entstehen der dazu gehörigen Arbeitersiedlungen ließen Harburg in kurzer Zeit zu einer Großstadt werden und gaben der ehemals von kleinteiliger Fachwerkarchitektur geprägten Stadt ein völlig neues Gesicht. Mit dem Beginn der Industrialisierung kam es zu einer Ansiedlung von Industriebetrieben, von denen einige noch heute bestehen. So etwa die New York-Hamburger Gummiwaren Fabrik, die Phoenix, die Ölfabrik Noblee & Thörl oder die Maschinenfabrik Harburg-Freudenberger. Im Zentrum des Interesses stand damals die industrielle Kautschukverarbeitung, die zur Produktion von hartem und weichem Gummi und schließlich auch zu moderneren Kunststoffen führte.

Im historischen Fabrikgebäude der alten Kammfabrik der Firma Hercules Sägemann entstanden zum Beispiel unter dem Dach der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie AG seit 1856 aus dem Rohstoff Kautschuk wahre Meisterstücke der Frisierkunst: Kämme aus Ebonit. Die Fabrikationspalette Harburger Betriebe reichte von Schuhen über Reifen bis hin zum weltweiten Export von Maschinen. Die sich ansiedelnden Industriebetriebe zogen Heerscharen von Arbeitern und Arbeiterinnen an und die Einwohnerzahl Harburgs wuchs zwischen 1850 und 1910 um das zehnfache von rund 6.000 Einwohnern auf über 60.000.

Von der Mitte des 19. bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte Harburg mit der Ansiedlung von Industriebetrieben aber nicht nur ein rasantes Wachstum, sondern auch gravierende Veränderungen in der städtischen Struktur. Nur wenig im heutigen Stadtbild erinnert noch an dieses Harburg – manche Gebäude sind schon verschwunden, anderen droht der Abriss. Aktuell befindet sich Harburg in einer neuen Phase der Umstrukturierung. Nach der jahrzehntelangen klassischen, industriellen Nutzung größerer Areale im Zentrum Harburgs wird seit einigen Jahren daran gearbeitet, diese Gebiete für neue Nutzungen zu erschließen. Nicht nur um ihnen neues Leben einzuhauchen, sondern auch um Harburg fit für die Zukunft zu machen. Mit großen Anstrengungen befreit sich der südlich der Elbe liegende größte Bezirk Hamburgs von seinem Image als „schmuddelige Industriestadt“ und entwickelt sich zu einem Vorzeigebezirk mit hoher Lebensqualität.

Der Vortrag bietet einen Überblick über die Eckpunkte der Entwicklung Harburgs im „Zeichen des Gummis“ vom Beginn der Industrialisierung bis heute und zeigt die Veränderungen im Stadtbild der letzten 150 Jahre und ihre Hintergründe auf.

Termin: Dienstag, 25. August 2020 um 18.00 Uhr

Ort: Theatersaal des Archäologischen Museums Hamburg, Museumsplatz 2,21073 Hamburg www.amh.de

Eintritt: 4 Euro, ermäßigt 3 Euro

 

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“Out of Africa” https://www.tiefgang.net/out-of-africa/ Fri, 20 Apr 2018 22:11:10 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3526 [...]]]> Während alle deutsche Welt über die Zuwanderung aus den afrikanischen Ländern diskutiert, stellen Forschende fest: „Wir sind doch selbst daher!“ Im Harburger Museum gibt es nun Fundiertes dazu …

Das Archäologische Museum Hamburg hat gerade die Ausstellung „Zwei Millionen Jahre Migration“ eröffnet, die zur aktuellen Migrationsdebatte akademische Resultate beiträgt. Denn: aus- und eingewandert wurde schon immer und in den seltensten Fällen aus Gründen der Freizeitbeschäftigung.

Nun wird die Ausstellung noch um eine Diskurs-Reihe „Schaufenster der Geschichte“ ergänzt. Den Auftakt macht am kommenden Donnerstag , 26. April, um 18.00 Uhr einen Vortrag Prof. Dr. Richter. Thema: Wo liegt der Ursprung des modernen Menschen? Entstammt der Mensch Gebieten im heutigen Afrika, oder gab es eine gleichzeitige Entstehung in verschiedenen Regionen der Erde?

Diese und andere große Fragen zur Evolution des Menschen erläutert der renommierte Wissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Richter vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Köln als einer der führenden Vertreter der sogenannten Out-of-Africa-Theorie.

Evolutionsforscher rätseln seit langer Zeit darüber, wie der moderne Mensch die Welt besiedelte. Nach der als gut gesichert geltenden “Out of Africa”-Theorie breitete sich die Gattung Homo von Afrika aus über die Welt aus. Eine Reihe genetischer Untersuchungen weist darauf hin, dass sie sich im südlichen Afrika entwickelte und vor etwa 70.000 bis 43.000 Jahren aufbrach. Manche Experten schließen nicht aus, dass auch andere, nicht-afrikanische Gruppen wie zum Beispiel der Neandertaler einen Beitrag zum Erbgut des modernen Menschen lieferten. Hinter der Diskussion steht die Frage: Wie eng sind die heutigen Menschen miteinander verwandt? Vor fast 140 Jahren begann der Dialog zwischen Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen zu diesem Thema. Der Referent wird in seinem Vortrag die Position der Anthropologie und der Genetik erörtern sowie Aspekte der archäologischen Befundlage vorstellen.

Der Vortrag findet am 26. April, um 18:00 Uhr im ArchaeoLOGiCUM des Archäologischen Museums Hamburg, Harburger Rathausstraße 5, 21073 Hamburg statt. Eintritt: 4 €, erm. 3 €, ohne Anmeldung

Die Vortragsreihe geht weiter: Am 31. Mai wird Prof. Dr. Johannes Krause, Direktor des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte, Abteilung Archäogenetik, in Jena, passend zur aktuellen Ausstellung des Archäologischen Museums Hamburg „Zwei Millionen Jahre Migration“ einen Vortrag halten. Sein Thema lautet: „Die genetische Herkunft der Europäer: Migration in der Vorgeschichte“.

Quelle: www.amh.de

 

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