Rosanna Graf – Tiefgang – das Kulturfeuilleton https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Thu, 19 Feb 2026 10:28:41 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Der Hafen als nächtlicher Spielraum https://www.tiefgang.net/der-hafen-als-naechtlicher-spielraum/ Thu, 19 Feb 2026 10:28:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13352 [...]]]> Hamburgs öffentliche Räume werden bei Dunkelheit neu besetzt. ´Nightshift` ist ein Projekt, das dorthin geht, wo die Stadt eigentlich nie schläft.

Die Fähre 73 schneidet durch das dunkle Elbwasser, während die Lichter der Landungsbrücken im Rücken langsam verblassen. Das Ziel dieser Reise ist Wilhelmsburg, genauer gesagt der Reiherstiegdeich 55. Hier, auf dem weitläufigen Gelände der Containerfirma Unitainer, wird am 27. Feb. um 18 Uhr eine ganz besondere Schicht angetreten. Night Shifts nennt sich das ehrgeizige, achtteilige Jahresprogramm, das Hamburgs öffentliche Räume bei Dunkelheit neu besetzt. Es ist ein Projekt, das mutig dorthin geht, wo die Stadt eigentlich nie schläft, aber oft übersehen wird.

Das Kurator*innenteam um Rosanna Graf, Lisa Klosterkötter und Gesa Troch hat ein Konzept entworfen, das die Finsternis als produktive Chance begreift. Zum Auftakt begegnet uns die Malerei von Cecilie Norgaard. Ihre Arbeiten, die speziell für diesen industriellen Ort produziert wurden, bewegen sich virtuos zwischen der Banalität des Alltags und einer entrückten Realität. Norgaard greift die Symbole und Logiken der globalen Warenströme auf und übersetzt sie in einen künstlerischen Kosmos, der radikal mit unseren Sehgewohnheiten spielt. Wenn Alltagsgegenstände ihre Größe verändern und Realitäten sich verschieben, wirkt der funktionale Hafen plötzlich wie eine geheimnisvolle Bühne für das Unaussprechliche.

Drei Nachtwächterinnen führen das Publikum durch die Dämmerung und verwandeln bereits den Weg von der Ernst-August-Schleuse zum Werksgelände in eine performative Reise. Es ist dieser Mix aus Neugier und Begeisterungsfähigkeit, der das Programm so spannend macht. Night Shifts beleuchtet das komplexe Spannungsfeld zwischen Sichtbarkeit und Verborgensein. Während die Nacht in der Stadt oft mit Unsicherheit assoziiert wird, rücken die Künstler*innen hier die Schutz- und Spielräume für Selbstentfaltung, Visionen und sogar den Exzess in den Fokus.

Wer sich auf dieses Abenteuer einlässt, wird Teil einer Zirkulation, die weit über das rein Materielle hinausgeht. Es geht um die Rhythmen der Stadt, um das Spiel von Licht und Schatten und um die existenzielle Frage, wer wir im Dunkeln eigentlich sind. Gefördert durch den Elbkulturfonds der Behörde für Kultur und Medien sowie namhafte Stiftungen, verspricht dieses Projekt ein echtes Highlight des Hamburger Kulturjahres 2026 zu werden. Die Nacht ist jung, der Hafen wartet und bietet eine Perspektive auf die Stadt, die Besucher*innen so schnell nicht vergessen werden.

Ablauf und Anreise:

Der Abend beginnt um 18 Uhr direkt am Reiherstiegdeich. Für ein authentisches Erlebnis empfiehlt sich die Anreise mit der Fähre 73 ab Landungsbrücken (Abfahrt 17.30 Uhr). Von der Ernst-August-Schleuse führt eine der Nachtwächterinnen die Gruppe zum Ort des Geschehens. Da die Fähren im Hafen oft ihren eigenen Takt haben, lohnt sich ein frühzeitiges Erscheinen am Anleger für die Rückfahrt gegen 21.10 Uhr oder 21.50 Uhr. Weitere Informationen zu den kommenden sieben Stationen in Orten wie der City Nord oder St. Pauli finden Interessierte unter www.night-shifts.com.

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Die Arbeiten des Nachwuchses https://www.tiefgang.net/9332-2/ Fri, 16 Sep 2022 22:13:18 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9332 [...]]]> Die in Harburg ansässige Sammlung Falckenberg präsentiert vom 23. September bis 6. November Werke von Hamburge Stipendiat*innen der Jahre 2020 und 2021. Malerei, Skulpturen und Installationen geben Einblicke in die Arbeit des Nachwuchses …

Seit 1981 zeichnet die Behörde für Kultur und Medien mit der Vergabe von Arbeitsstipendien jährlich zehn besonders herausragende künstlerische Positionen aus und unterstützt bildende Künstler*innen dabei, sich nach Beendigung ihrer Ausbildung künstlerisch weiterzuentwickeln, neue Projekte zu verfolgen und Netzwerke aufzubauen. In der Sammlung Falckenberg der Deichtorhallen Hamburg werden die zwanzig Künstler*innen, die in den Jahren 2020 und 2021 von der Behörde für Kultur und Medien mit einem Arbeitsstipendium für bildende Kunst ausgezeichnet wurden, eine Auswahl ihrer Arbeiten präsentieren.

Viele der Arbeiten sind vor Ort entstanden und stellen eine Verbindung zwischen den Räumlichkeiten der Sammlung Falckenberg und den gezeigten Werken her. Präsentiert werden zahlreiche installative Arbeiten wie auch Malerei, Skulptur und ein von Guy Debord inspiriertes Spiel. Und auch das Rahmenprogramm bietet viel Sehenswertes …

Stipendiat*innen 2020:
David Fletcher, Paul Glaw, Rosanna Graf, Alex Hojenski, TinTin Patrone, Clara Palmberger-Süße, Paul Spengemann, Youssef Tabti, Felix Thiele, Carlos León Zambrano

Stipendiat*innen 2021:
Elisa Barrera, Laura Franzmann, Jessica Halm, Simon Hehemann, Soyon Jung, Elisabeth Moch, Jáno Möckel, Elena Pastor, Korab Visoka, Emma Wilson

Zahlreiche ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten haben sich im Anschluss an das Stipendium überregional und international einen Namen gemacht. Zu Ihnen gehören beispielsweise Stephan Balkenhol, Andreas Slominski, Mariella Mosler, Jeanne Faust, Christoph Schäfer, Thorsten Brinkmann, Annika Kahrs oder Boran Burchardt.

Eröffnung:

Freitag, den 23. September 2022 um 18 Uhr, Einlass ab 17 Uhr
Es sprechen Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg, und Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen Hamburg. Im Anschluss an die Reden wird Emma Wilson eine Performance zeigen.
Am Eröffnungsabend ist die Ausstellung von 18 bis 22 Uhr geöffnet.

Die Ausstellung wird durch ein umfassendes Rahmenprogramm begleitet. Nähere Informationen und aktuelle Termine unter www.deichtorhallen.de/programm

KURZFÜHRUNGEN AM OFFENEN SONNTAG
Jeweils um 13 und 14 Uhr (Dauer ca. 45 Minuten)
Begrenzte Teilnahmezahl, Anmeldung am gleichen Tag an der Kasse erforderlich. Im Eintritt enthalten.

ÖFFENTLICHE RUNDGÄNGE
Samstags um 15 Uhr (Dauer ca. 90 Minuten)
Begrenzte Teilnahmezahl, Anmeldung unter tickets.deichtorhallen.de erforderlich.
10 Euro/erm. 6 Euro inkl. Eintritt in die Ausstellung

SMALL TALK MIT KÜNSTLER*INNEN DER AUSSTELLUNG
An ausgewählten Sonntagen finden im Rahmen der Kurzführungen Small Talks mit Jessica Halm, Elisabeth Moch, Elena Victoria Pastor, Paul Spengemann, Felix Thiele, Korab Visoka und weiteren Künstler*innen der Ausstellung zu ihren Werken statt. Begrenzte Teilnahmezahl, Anmeldung zur Kurzführung an der Tageskasse erforderlich.

PERFORMANCE: YOUSSEF TABTI – JEU DE LA GUERRE
Montag, 31. Oktober 2022, 12.30 – 16.30 Uhr 
„Kriegsspiel“ – Installation und Präsentation des „Jeu de la Guerre“ von Guy Debord
Freier Eintritt im Rahmen des #seeforfree

SONDERFÜHRUNG: DOUBLE FEATURE
Kuratoren-Doppelführung durch die Ausstellungen im Kunstverein Harburger Bahnhof und die Ausstellung der Hamburger Stipendiat*innen in der Sammlung Falckenberg
Mit Tobias Peper und Goesta Diercks
DO 3. November 2022, 17 – 19 Uhr
Begrenzte Teilnahmezahl, Anmeldung unter tickets.deichtorhallen.de erforderlich.
10 Euro/erm. 6 Euro inkl. Eintritt in die Ausstellungen

PERFORMANCE: EMMA WILSON – SWEET
Sonntag, 6. November 2022, 13.30 Uhr
Im Rahmen des Harburger Kulturtages
Eintritt 3 Euro, frei mit dem Kulturtags-Pin, der an allen teilnehmenden Institutionen erworben werden kann

ORT
Sammlung Falckenberg/Deichtorhallen Hamburg
Phoenix Fabrikhallen, Wilstorfer Straße 71, Tor 2
21073 Hamburg – Harburg
Tel. 040-32506762

ÖFFNUNGSZEITEN

Sonntags, 12–17 Uhr ohne vorherige Anmeldung
Eintritt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro
Im Rahmen von Führungen samstags um 15 Uhr
Eintritt 10 Euro, ermäßigt 6 Euro
Für die Führungen gilt eine begrenzte Teilnahmezahl, Anmeldung unter tickets.deichtorhallen.de erforderlich.

 

 

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