Saša Stanišić – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 12 May 2023 08:52:57 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Verbrannte Bücher https://www.tiefgang.net/verbrannte-buecher/ Fri, 12 May 2023 22:48:29 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9964 [...]]]> „Bücher, das wissen wir jetzt, kann man nicht verbrennen“ – das Zitat von Erich Kästner steht als Motto über dem Festival „Hamburg liest verbrannte Bücher“, das seit dem 10. Mai und noch bis zum 10. Juni 2023 läuft.

Es wimdet sich in diesem Frühjahr einem der symbolträchtigsten Akte der nationalsozialistischen Unterdrückung und Verfolgung Andersdenkender: der „Aktion wider den undeutschen Geist“, bei der die Nazis nach der Machtübernahme 1933 auch in Hamburg die Schriften von Autoren und Autorinnen verbrannten, die ihrem Weltbild nicht entsprachen. Das Festival, das federführend von der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften und der Behörde für Kultur und Medien organisiert wurde, stellt die geächteten Schriftsteller und Schriftstellerinnen in Lesungen, Vorträgen und Ausstellungen vor, bei Poetry Slams und Liederabenden, in einem Festival-Magazin, auf künstlerisch gestalteten Plakaten und in animierten Poetry Clips, zu Wasser und per Fahrrad. Wenig bekannte Namen wie Grete Berges oder Heinz Liepman tauchen im Programm ebenso auf wie Heinrich Heine, Mascha Kaléko oder Joachim Ringelnatz.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Ein breites Netzwerk erinnert unter dem Motto ,Hamburg liest‘ mit einer Fülle an Veranstaltungen an Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden. Schulklassen, Studierende, Literaturorte, Buchhandlungen und die Autoren und Autorinnen der Stadt haben sich tiefgründig mit den Geschehnissen vor 90 Jahren auseinandergesetzt, um daraus Konsequenzen für die Gegenwart zu ziehen. Dabei ist das entstandene Programm so abwechslungsreich und kreativ wie unsere Kulturszene und bespielt die Stadt von Volksdorf bis nach Harburg.“

Kultursenator Carsten Brosda eröffnet am 10. Mai um 11 Uhr die traditionelle Marathonlesung aus verbrannten Büchern am Platz der Bücherverbrennung am Kaiser-Friedrich-Ufer. Abends liest der Senator zur offiziellen, bereits ausverkauften Eröffnung des Festivals im Lichthof der Staats- und Universitätsbibliothek, gemeinsam mit den Autorinnen Kirsten Boie und Simone Buchholz, der Musikerin Anna Depenbusch, dem Universitätspräsidenten Hauke Heekeren, der Literatur-Bloggerin Karla Paul und dem Rapper Torch. Darüber hinaus wirken am Programm von „Hamburg liest verbrannte Bücher“ bekannte Autoren und Autorinnen wie unter anderem Bas Böttcher, Katharina Hagena, Saša Stanišić und Henning Venske mit. Den visuellen Aspekt von „Hamburg liest verbrannte Bücher“ betreuen die lllustrationsstudierenden der HAW, die die Bücherverbrennungen als Semesterthema behandelt haben. Die bemerkenswerten Ergebnisse – Plakate, Zines und Comics, aber auch szenisch inszenierte Puppen – sind unter anderem in der Ausstellung „feuerfest“ in der Stabi zu sehen.

Das vollständige Programm ist als Programmflyer in den teilnehmenden Institutionen und online auf www.hamburgliest.de einsehbar.

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„Eigenes Dasein begreifen“ https://www.tiefgang.net/eigenes-dasein-begreifen/ Fri, 20 Sep 2019 22:50:54 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5867 [...]]]> Jedes Jahr wird aus einer Vielzahl erschienener Bücher eine Shortlist erwählt, die preisverdächtig ist. Die Buch-Themen sind stets aktuell …

In der Mitteilung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels heißt es:

„Jörg Magenau (freier Literaturkritiker), Sprecher der Jury des Deutschen Buchpreises 2019, zur Auswahl: „Die Shortlist bietet sechs herausragende Fundstücke, sechs Romane, die formal und stilistisch und in ihrer Klangfarbe unterschiedlicher nicht sein könnten, und die doch ein großes Thema eint: In allen geht es um familiäre Zusammenhänge, um den Ort in der globalen Welt, von dem aus das eigene Dasein zu begreifen ist. Dass dabei vor allem die Identität des Mannes problematisch geworden ist, beschreiben sie mal aus weiblicher, mal aus männlicher Perspektive. Vielleicht hat der Generationenwechsel, der sich mit drei Debüts im Finale andeutet, damit zu tun, dass die Jüngeren bei diesen Themen schärfer hinschauen. Die Jury war geeint in Leselust und konstruktivem Streit. Wir hoffen, dass es auch allen anderen Leserinnen und Lesern so gehen wird.“

Die sieben Jurymitglieder haben seit Ausschreibungsbeginn 203 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2018 und dem 17. September 2019 erschienen sind.

Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2019 gehören neben Jörg Magenau an: Petra Hartlieb (Hartliebs Bücher, Wien), Hauke Hückstädt (Literaturhaus Frankfurt am Main), Björn Lauer (Hugendubel Frankfurt), Alf Mentzer (Hessischer Rundfunk), Daniela Strigl (Literaturwissenschaftlerin) und Margarete von Schwarzkopf (Autorin und Literaturkritikerin).
Mit dem Deutschen Buchpreis 2019 zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels den deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Der Preisträger oder die Preisträgerin erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalistinnen und Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro. Die Preisverleihung findet am 14. Oktober 2019 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt.
Die Jury hat die sechs Romane für die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2019 ausgewählt:

  • Raphaela Edelbauer, Das flüssige Land (Klett-Cotta, August 2019)
  • Miku Sophie Kühmel, Kintsugi (S. Fischer, August 2019)
  • Tonio Schachinger, Nicht wie ihr (Kremayr & Scheriau, August 2019)
  • Norbert Scheuer, Winterbienen (C.H.Beck, Juli 2019)
  • Saša Stanišić, Herkunft (Luchterhand, März 2019)
  • Jackie Thomae, Brüder (Hanser Berlin, August 2019)

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat zudem die Preisträgerinnen und Preisträger des ersten Deutschen Verlagspreises bekanntgegeben. Als Partner der Auszeichnung beglückwünscht der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die ausgezeichneten Verlage und weist auf die Bedeutung starker Rahmenbedingungen für die Zukunft der Verlagslandschaft in Deutschland hin. Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins: „Die 66 Preisträgerinnen und Preisträger des ersten Deutschen Verlagspreises sind hervorragende Beispiele für die wichtige Rolle der Verlage als Garanten kultureller Vielfalt und unserer Demokratie. Mit großem persönlichem Engagement erbringen Verlegerinnen und Verleger mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen wesentlichen Beitrag zu unserer Kulturlandschaft, regen mit ihren Büchern Debatten an und leisten einen Beitrag zum Meinungsbildungsprozess. Wir bedanken uns bei Kulturstaatsministerin Monika Grütters, dass sie sich mit dieser Auszeichnung zur Bedeutung der unabhängigen Verlage für unsere Gesellschaft bekennt und damit die Leistung und Bandbreite der rund 3.000 Verlage in unserem Land sichtbar macht. Der Deutsche Verlagspreis ist ein wichtiger Baustein in der Förderung der Buchbranche.“

Essenziell für eine lebendige und unabhängige Verlagslandschaft seien, so Skipis, tragfähige Rahmenbedingungen wie die Buchpreisbindung, ein starkes Urheberrecht und der reduzierte Mehrwertsteuersatz für gedruckte wie elektronische Bücher: „Es ist dringend erforderlich, dass die Bundesregierung noch in diesem Jahr die Weichen dafür stellt, dass Verlage wieder an den Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaften beteiligt werden können. Aufgrund eines Urteils des Bundesgerichtshofs erhalten Verlage seit 2015 keinen gerechten Ausgleich mehr, wenn ihre Werke privat kopiert oder in sonstiger gesetzlich erlaubter Weise genutzt werden. Gerade die kleinen, unabhängigen Verlage benötigen diese Einnahmen aber dringend, um auch künftig in qualitativ hochwertige und vielfältige Inhalte investieren zu können.“

Quelle: Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.

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Freiheit des Wortes https://www.tiefgang.net/freiheit-des-wortes/ Fri, 14 Jun 2019 22:46:06 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5379 [...]]]> Das PEN-Zentrum Deutschland wird vom 22. bis 25. April 2021 in Hamburg tagen.

 In der Mitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Der PEN International ist einer der wichtigsten Schriftstellerverbände der Welt und feiert 2021 sein 100-jähriges Bestehen. Die Tagung wird neben der internen Mitgliederversammlung, zu der 200 Autorinnen und Autoren erwartet werden,  durch ein öffentliches Rahmenprogramm aus Lesungen und Diskussionsrunden begleitet. Veranstaltungsorte sind unter anderem die Zentralbibliothek, das Literaturhaus, die Hamburger Kunsthalle und die Patriotische Gesellschaft. Die Stadt Hamburg ist zudem dem Freundeskreis des PEN im Juni 2019 beigetreten.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Für Hamburg ist es eine große Ehre, dass in dem Jahr, in dem der Internationale PEN sein 100-jähriges Bestehen feiert, viele namhafte Autorinnen und Autoren in die Stadt kommen werden, um über zentrale Aspekte der Demokratie zu diskutieren und wie sie in der Literatur umgesetzt werden können. Vom PEN als einem der bedeutendsten Schriftstellerverbände der Welt gehen immer wieder wichtige Impulse aus, die nicht nur das literarische Leben bereichern. Der Schriftstellerverband hat sich zu einer wichtigen Stimme im gesellschaftlichen Diskurs entwickelt und setzt sich in der ganzen Welt für die so wichtige Freiheit des Wortes ein. Besonders freut mich, dass auch die Hamburgerinnen und Hamburger die wichtige Arbeit des PEN näher kennenlernen und sich vom literarischen Programm inspirieren  lassen können. Hamburg ist stolz, Mitglied im Freundeskreis des PEN zu sein und heißt alle Gäste herzlich willkommen zur Jahrestagung.“

Dr. Regula Venske, Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschland: „Als wir im November 2014 in einer Benefizgala mit unserem Ehrenpräsidenten Günter Grass und vielen anderen in der Freien Akademie der Künste an die Gründung eines ersten deutschen PEN-Clubs 1924 erinnerten, entstand in mir der Wunsch, auch einmal unsere Jahrestagung nach Hamburg zu holen. Unser Engagement für verfolgte Autorinnen und Autoren in aller Welt passt sehr gut zum liberalen und weltoffenen Charakter der Freien und Hansestadt. Ich freue mich, dass der damalige Erste Bürgermeister Olaf Scholz und Kultursenator Dr. Brosda für meine Idee aufgeschlossen waren und freue mich auf viele gute Begegnungen und Gespräche zwischen PEN-Mitgliedern, unseren internationalen Gästen in unserem Writers-in-Exile-Programm und allen, die sich für Literatur und die Freiheit des Wortes interessieren.“

Das detaillierte Programm der Tagung wird Anfang 2021 veröffentlicht. Zur Eröffnung des viertägigen Treffens findet ein Senatsempfang im Kaisersaal des Rathauses statt.

Im Juni 2019 ist die Freie und Hansestadt Hamburg dem Freundeskreis des PEN-Zentrums Deutschland beigetreten. Im Großraum Hamburg leben und arbeiten derzeit rund 100 Mitglieder des PEN, darunter die Autorinnen und Autoren Manfred Bissinger, Isabel Bogdan, Kirsten Boie, Mirko Bonné, Robert Brack, Ulla Hahn, Wolfgang Hegewald, Uwe Kolbe, Rainer Moritz, Cornelia Manikowsky, Matthias Politycki, Verena Rabe, Jan Philipp Reemtsma, Monique Schwitter, Farhad Showghi, Saša Stanišić, Tina Uebel, Regula Venske und viele andere mehr.

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.“

Quelle: www.hamburg.de/bkm

 

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