Schwedenspeicher Stade – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Sat, 07 Jun 2025 08:27:29 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Deutsche und tansanische Perspektiven auf eine koloniale Sammlung https://www.tiefgang.net/deutsche-und-tansanische-perspektiven-auf-eine-koloniale-sammlung/ Fri, 06 Jun 2025 22:24:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11923 [...]]]>

Im Herzen von Stade entfaltet sich derzeit eine Ausstellung, die tief in die Verflechtungen von Kolonialgeschichte, kultureller Aneignung und Forschung eintaucht: „AMANI kukita | kung’oa“.

Diese Schau, die noch bis zum 9. Juni 2025 im Schwedenspeicher und Kunsthaus zu sehen ist, präsentiert die Ergebnisse eines dreijährigen Forschungsprojekts, das in Zusammenarbeit mit dem tansanischen National Institute for Medical Research (NIMR) durchgeführt wurde.

Im Fokus der Ausstellung stehen etwa sechshundert Kulturgüter aus Tansania, die seit über 100 Jahren in Stade lagern. Die zentrale Frage, die sich den Besucher*innen stellt: Warum blieben sie so lange unbeachtet, und wie kamen sie überhaupt nach Stade?

Die Recherche führt zurück zum Botaniker Karl Braun (1870–1935), der die tansanischen Kulturgüter während seiner Tätigkeit für das Kaiserlich Biologisch-Landwirtschaftliche Institut Amani in der ehemaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ aneignete. Ab 1921 leitete Braun die Zweigstelle Stade der Biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft. Kurz vor seinem Tod übergab er seine Sammlung der Stadt Stade.

Installation „Mbuzi“ – Yvette Kießling (Kunsthaus Stade © Museen Stade 2025, Photo: Carsten Dammann)

Die Ausstellung „AMANI kukita | kung’oa“ präsentiert nicht nur die Forschungsergebnisse, sondern reflektiert auch kritisch die Forschungspraxis selbst. Werkzeuge, Instrumente, Textilien sowie Fotografien, Karten und Dokumente erzählen von kolonialer Besetzung, Ausbeutung und kultureller Aneignung.

Künstlerische Arbeiten von Valerie Asiimwe Amani, Rehema Chachage und Yvette Kießling eröffnen dabei neue Perspektiven auf die komplexen Verflechtungen der deutschen Kolonialgeschichte.

Besonders hervorzuheben ist die Künstlerin Yvette Kießling, deren Schaffen dem „Tiefgang“-Lesepublikum nicht unbekannt sein dürfte. Kießling, die einst als „Künstlerin zu Gast in Harburg“ wirkte, hat sich intensiv mit dem Thema Landschaft auseinandergesetzt. „Seit vielen Jahren beschäftige ich mich ausschließlich mit dem Thema Landschaft,“ verriet sie in einem früheren Interview (Tiefgang, 7. Okt. 2017: „Flüsse sind identitätsbestimmend“) mit diesem Magazin. „Im speziellen mit dem Thema Fluss.“ Für „AMANI kukita | kung’oa“ hat sich Kießling dem Ort Amani im tansanischen Usambara Gebirge gewidmet. Sie malt stundenlang en plein air, um die Landschaft unmittelbar zu erfahren und zu verstehen. Dabei interessiert sie sich nicht nur für die äußere Erscheinung, sondern auch für die „kolonialen Migrationsgeschichten der Pflanzen“, die in Amani ein Eigenleben entwickelten.

Die Finissage der Ausstellung am Montag, den 9. Juni 2025, bietet eine besondere Gelegenheit, tiefer in diese Thematik einzutauchen. Yvette Kießling wird gemeinsam mit der Kuratorin Lea Steinkampf durch das Kunsthaus führen und von der dreijährigen Zusammenarbeit mit den Museen Stade und dem National Institute for Medical Research berichten.

„Ein dialogischer Rundgang zwischen Wissenschaft und Kunst“ erwartet die Besucher*innen, so die Ankündigung. Ein Ansatz, der Kießlings Arbeitsweise widerspiegelt, die Malerei und Reflexion stets miteinander verbindet. „Die verschiedenen Wege und Möglichkeiten, die aus dem Arbeiten im Wechselspiel Malerei – Grafik erwachsen, sind für mich sehr wichtig und fruchtbar,“ erklärte sie einst im „Tiefgang“-Interview.

„AMANI kukita | kung’oa“ ist eine Ausstellung, die zum Nachdenken anregt, die Perspektiven erweitert und die komplexen Beziehungen zwischen Deutschland und Tansania aufzeigt. Sie ist ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Debatte über Kolonialgeschichte und kulturelles Erbe.

AMANI kukita | kung’oa | FINISSAGE MIT YVETTE KIESSLING
Montag, 9. Juni 2025 | 16:00–18:00 Uhr | Kunsthaus Stade, Wasser West 7 | 21682 Stade

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Gepflanzt und entwurzelt https://www.tiefgang.net/gepflanzt-und-entwurzelt/ Fri, 31 Jan 2025 23:03:55 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11471 [...]]]> Der Schwedenspeicher und das Kunsthaus Stade widmen sich dieses Jahr auch der Kolonialgeschichte Stades.

Seit über 100 Jahren lagern fast sechshundert Kulturgüter aus Tansania in Stade. Warum blieben sie so lange unbeachtet? Und auf welchen Wegen sind sie nach Stade gekommen? Welche Bedeutung haben sie für die Menschen in Tansania heute?

Mit der Ausstellung AMANI kukita | kung’oa (gepflanzt | entwurzelt) präsentieren die Museen Stade Prozesse, Ergebnisse und Reflexionen eines dreijährigen Forschungsprojekts, das in Kooperation mit dem tansanischen National Institute for Medical Research durchgeführt wurde. Untersucht wurden Kulturgüter, die sich der Botaniker Karl Braun (1870–1935) in der ehemaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ angeeignet hat, während er für das botanische Forschungsinstitut Amani tätig war. Die Ausstellung gibt Einblicke in den Forschungsprozess und lädt Sie ein die damit verbundenen ethischen Fragen kritisch zu reflektieren.

Werkzeuge, Instrumente, Textilien ebenso wie Fotografien, Landkarten und Dokumente erzählen in der Ausstellung von der Ausbeutung der Menschen und der Natur sowie der Aneignung von Kultur im Zusammenhang der Kolonialgeschichte Tansanias. Im Zusammenspiel mit den Forschungsergebnissen zeigt die Ausstellung weiterhin künstlerische Beiträge von Valerie Asiimwe Amani (*1991), Rehema Chachage (*1987) und Yvette Kießling (*1978). In raumgreifenden multimedialen Installationen und Tuschlithografien greifen die Künstlerinnen die verhandelten Themen auf.

Forschung und Ausstellung werden gefördert von:
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste, Kulturstiftung der Länder, Stiftung Niedersachsen, Landschaftsverband Stade, Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, EWE-Stiftung, Freund*innen der Museen Stade, Rotary Club Stade

Ausstellung: 15.02. – 09.06.2025

Museen Stade | Wasser West 39 | 21682 Stade

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Spielerische Archäologie https://www.tiefgang.net/spielerische-archaeologie/ Fri, 12 Jan 2024 23:30:12 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10520 [...]]]> Neue Wege der Wissensvermittlung sind allerorten gefragt. In Stade wird zur Ausstellung UNTOT nun auch gespielt.Seit November letzten Jahres läuft im Stader Schwedenspeicher die Ausstellung UNTOT. Das Thema: Im Totenbrauchtum drücken sich soziale, religiöse und kulturelle Vorstellungen ebenso wie persönliche Bindungen aus. Auch sind Sinngebungsprozesse am Werk: die Bewältigung von Verlusten für die Gemeinschaft der Lebenden und die Fürsorge für das Seelenheil der Toten. Bestattungsriten unterscheiden sich von Region zu Region und durch die Zeiten hinweg. Doch jede deutliche Abweichung von Bestattungen fällt bei Ausgrabungen auf. Dann mag der Zufall am Werk gewesen sein, hinter den meisten Abweichungen aber verbirgt sich eine Intention.

Die Ausstellung geht den wiederkehrenden Toten im deutschsprachigen Raum nach und den Maßnahmen, die man gegen sie ergriff. Eine konzentrierte Auswahl von Grabsituationen, begleitet von archäologischen Zeugnissen vom 10. bis 19. Jh. werden in dieser Ausstellung präsentiert. Darunter sind Bestattungen aus Harsefeld, Oldendorf, Riensförde, Ohrensen und der Hansestadt Stade ebenso wie aus Velbert-Neviges (Nordrhein-Westfalen), Molzbichel (Kärnten) oder Büren an der Aare (Bern). Darüber hinaus sind in der Ausstellung zahlreiche Zeugnisse aus der Popkultur zu entdecken. Seit der Literarisierung im 19. Jh. sind Untote aus diesem Bereich kaum wegzudenken. Hier zeigen sich Kontinuitäten zu Glaubenswelten, die es gegeben hat oder noch immer gibt. Aber es zeigen sich auch Verwandlungen und radikale Brüche, mit denen der Blick auf bislang Unreflektiertes gelenkt wird und Phantasmen beflügelt werden. Mit der Präsentation von historischem Material, Vielfältigem aus der Popkultur und künstlerischen Arbeiten von Leah Gordon, L und Alexandra Meyer wirft die Ausstellung Schlaglichter auf Erzählungen über fortlebende Untote.

Jetzt aber geht es auch noch spielerisch an das Thema heran.

Die Vorstellungen von Untoten sind so alt wie die Menschheit selbst und genauso lange schon werden sie auch gejagt. Besonders lebendig wurde der Glaube in Europa des 14. Jh. bis 16. Jh., als der Kontinent nur wenige Jahrzehnte von Seuchenzügen verschont blieb. Oft wurden ganze Gemeinschaften ausgelöscht. Personifikationen des Todes, der Sensenmann oder musizierende und tanzende Tote, wurden zum Bildsujet. Und auch die Wirklichkeit ergriffen Angstfantasien. Bereits zu Grabe getragene Menschen gerieten in den Verdacht der Ruhelosigkeit. Köpfe wurden abgetrennt, Leichen verstümmelt, gefesselt oder versteint. Jeden Menschen konnte ein solcher Verdacht ereilen. Niemand war vor der Verdammung zum Untoten sicher, wenn es die Gemeinschaft so entschied. Selten sind individuelle Schicksale bekannt. In archäologischen Befunden, anthropologischen Untersuchungen und historischen Zeugnissen deuten sie sich manchmal jedoch an. Menschen am Rande der Gesellschaft schienen für das Untoten-Stigma besonders gefährdet gewesen zu sein.

Anlässlich der jüngeren Forschungen der Stader Kreisarchäologie spürt die Ausstellung „UNTOT. Archäologie BISS Popkultur“ dem Glauben an ruhelose Tote und seinem Nachhall in der Kulturgeschichte nach. Archäologische Befunde des Landkreises Stade werden von überregionalen Forschungsergebnissen und Grabungsfunden aus mehr als tausend Jahren begleitet und treten in einen Dialog mit volkskundlichen Belegen. Werke aus der jüngeren Kulturgeschichte des Gruselns und der Popkultur ergänzen die Schau.

Auch in zahlreichen Gesellschaftsspielen wimmelt es von den Untoten – von Zombies und Vampir*innen und anderen Wesen der Nacht. Die im Spiel auszutragenden Kämpfe erinnern, reflektieren und verwandeln was sich einst in der Wirklichkeit zugetragen an. Für die Museen Stade ist dies der Anlass, sich am 16.1., 20.2. und 5.3. jeweils dienstags um 18 Uhr spielend diesen Dynamiken zu widmen. Drei Spiele, die ganz unterschiedliche Welten eröffnen, stehen an jedem der Abende bereit:

„Werwölfe: Vampirdämmerung“ ist ein schnelles Spiel für 3-10 Personen aus der beliebten Ravensburger Werwölfe-Reihe. Langsam bricht hier die Nacht über einer kleinen verschlafenen Stadt herein. Nach und nach werden die Bewohner*innen in blutsaugende Gestalten verwandelt. Glücklicherweise haben einige der Einwohner*innen besondere Kräfte, mit der die Bedrohung besiegt werden kann. Die Mitspieler*innen versuchen ihrem Team zum Sieg zu verhelfen. Dazu schlüpfen sie in eine geheime Rolle oder erhalten eine besondere Fähigkeit. An einem einzigen Abend wird das Dorf entscheiden, wer zu den Vampir*innen gehört … denn die Kreaturen der Nacht zu finden ist alles was zählt, um zu gewinnen! Im Übereifer der Dorfgemeinschaft fallen manchmal auch Vampir*innen dem Tod anheim, die gar keine sind.
Im Hack-&-Slay-Klassiker „Zombicide: 2. Edition“ von CMON für 1-6 Personen sind die Rollen von Beginn an klar verteilt. Eine Welt wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr. Zombie-Horden ziehen durch die Ruinen einstiger Zivilisation. Eine kleine Gruppe ganz gewöhnlicher Leute hat überlebt. Tag um Tag wächst sie über sich hinaus und durchstreift die Stadt auf der Suche nach Vorräten, Rache und nach Spaß – natürlich auf Kosten der Zombies. Doch je mehr der blutrünstigen Untoten getötet werden, desto mehr erscheinen! Angriffe wollen also wohl koordiniert sein und Alleingänge sind unerwünscht.
Richard Garfields „The Hunger“ (Pegasus-Spiele) für 2-6 Personen dagegen ist ein Wettrennen. Die Spieler*innen werden im Spiel selbst zu Vampir*innen. Nur bis zum nächsten Sonnenaufgang ist Zeit, das eigene Überleben zu sichern, Menschen zu jagen, die Fähigkeiten zu verbessern und Unterstützung zu finden. Doch das Deckbauspiel kommt mit einem überraschenden Twist. Denn die Menschenjagd hat ihren Preis. Mit dem Anwachsen des Decks büßt man an Geschwindigkeit ein. Wird dann die Rückkehr zum sicheren Schloss noch möglich sein?
Kein Schloss – aber ebenso düster-romantisch: Die Spieleabende finden in den Räumen des Heimatmuseums statt. Die Teilnahme ist kostenlos und ab 12 Jahren empfohlen. Die Regeln werden vor Ort erklärt, eine Vorbereitung ist also nicht notwendig.

LET’S SLAY

Spieleabende zur Ausstellung UNTOT

Dienstag | 16.1. | 20.2. | 5.3. | jeweils 18 Uhr

Teilnahme kostenlos, ab 12 Jahre | Ort: Heimatmuseum Stade, Inselstraße 12, 21682 Stade

 

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Das sind wir – Opfer des Zweiten Weltkriegs https://www.tiefgang.net/das-sind-wir-opfer-des-zweiten-weltkriegs/ Fri, 05 May 2023 22:02:48 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9939 [...]]]> Eine Gruppen Ehrenamtlicher hat sich über lange Zeit mit den Geschichten nationalsozialistischer Opfer aus der Samtgemeidnde Fredenbeck befasst. Nun werden Ergebnisse vom 13. Mai bis 18. Juni im Stader Schwedenspeicher ausgestellt.

Seit mehreren Jahren erforscht eine Gruppe von Ehrenamtlichen des Heimat- und Kulturkreises Kutenholz e.V. die Geschichten der Opfer des Nationalsozialismus in der Samtgemeinde Fredenbeck. Es geht um Kinder von Zwangsarbeiterinnen und KZ-Häftlinge, um Opfer der NS-Physiatrie, Kriegsgefangene oder Soldaten der Alliierten, die zum Kriegsende auf tragische Weise ihr Leben ließen. Ein besonderer Fokus liegt auf den Recherchen zum Schicksal einer britischen Einheit, die in Kutenholz bei einem Angriff getötet wurde.

Bei der Recherche nach den Familien der Opfer entstand ein internationales Netzwerk mit Kontakten nach Frankreich, Australien, Kanada, England, Schottland und Singapur. Viele Betroffene sind dankbar, dass sie nach Jahrzehnten endlich erfahren, was mit ihren Angehörigen geschehen ist.

Nicht nur in der Region gibt es ein breites Medienecho zu den Forschungen. Die Arbeit der Geschichtsinteressierten erregt auch im Ausland viel Aufmerksamkeit. Mehrere Zeitungen berichteten bereits, darunter auch die Daily Mail. Der britische Fernsehsender ITV News Central half den Kutenholzern erfolgreich bei ihrer Suche nach Angehörigen. Auch Radio BBC Sheffield sendete ein halbstündiges Live-Interview mit Debbie Bülau. Sogar die inzwischen verstorbene Queen Elisabeth II. schickte zwei Dankesschreiben aus Windsor Castle in das kleine Kutenholz, denn einer der verstorbenen britischen Soldaten war ihr persönlich bekannt. Viele besondere Freundschaften sind aus diesem Projekt heraus entstanden.

Im Mai 2022 wurden in Kutenholz Gedenkstelen für die Opfer errichtet. 15 Angehörige britischer Soldaten reisten zur Einweihung in das kleine Geestdorf. Aus diesem Anlass erarbeiteten die Vereinsmitglieder Debbie Bülau, Torsten Henneken und Frank Hoferichter eine Ausstellung zu ihren Rechercheergebnissen, die seitdem immer wieder erweitert und ergänzt wird. Die Ausstellungsmacher*innen wollen die Geschichten von Menschen erzählen, deren Schicksale viel zu lange vergessen bzw. bewusst verschwiegen worden sind. Ihre Hoffnung: „Vielleicht regt es die Besuchenden der Ausstellung an, auch einmal über die Schwelle der eigenen Haustür zu schauen und die Schicksale der Opfer in ihrem lokalen Umfeld zu erforschen.“

Informationstafeln in deutscher und englischer Sprache zeichnen die Biografien der Opfer nach. Fotos zeigen einige von ihnen während der Kriegsjahre – als Soldaten der Alliierten oder als Opfer der NS-Psychiatrie. Zeitungsartikel aus aller Welt zeugen von der internationalen Bedeutung der Recherchen. Hinzu kommen Bodenfunde. Sondengänger Frank Hoferichter war im Auftrag der Kreisarchäologie Stade auf einem Acker am Kutenholzer Ortsrand unterwegs und hat dort Panzerteile gefunden. Acht britische Soldaten starben hier aufgrund von Explosionen in ihren Fahrzeugen. Unterstützt durch den Kreisarchäologen Daniel Nösler und weitere Forscher*innen soll nun der abgesprengte Turm des Panzers gesucht werden. In ihm befinden sich vermutlich noch die menschlichen Überreste von zwei britischen Soldaten. Nach fast 80 Jahren sollen diese beiden Männer endlich in einem angemessenen Grab bestattet werden können. Die Ausstellung ist ein großartiges Beispiel bürgerlichen Engagements. Sie zeigt auf berührende Weise, wie wichtig es ist, auch 78 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, weiter zu forschen und die persönlichen Schicksale der Opfer des Nationalsozialismus aufzuarbeiten.

Öffentliche Führungen durch Debbie Bülau und Frank Hoferichter:

Sa. 13.05.2023, 15 Uhr

So. 21.05.2023, 15 Uhr
Abendvortrag von Debbie Bülau zu den Forschungen und dem zugehörigen Gedenkprojekt:

Di. 06.06.2023, 19.30 Uhr

Weitere Informationen und Kontaktaufnahme mit dem Rechercheteam: www.gedenkorte-kutenholz-und-umgebung.de

 

 

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