Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Thu, 17 Oct 2019 07:26:43 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Kontaktstelle kolonialen Sammlungsgutes https://www.tiefgang.net/kontaktstelle-kolonialen-sammlungsgutes/ Fri, 18 Oct 2019 22:21:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5956 [...]]]> Vieles in unseren Museen und Sammlungen gehört nicht uns. Wie es dorthin kam und wem es rechtlich gehört, wird nach und nach aufbereitet. Eine zentrale Stelle soll nun helfen.

In der Mitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Im Anschluss an die zweite Sitzung der Kulturminister-Konferenz haben sich heute auf turnusmäßige Einladung der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, die Staatsministerin im Auswärtigen Amt für Internationale Kulturpolitik, die Kulturministerinnen und -minister, die Kultursenatorinnen und -senatoren der Länder sowie die Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Spitzenverbände im Bundeskanzleramt zum 11. Kulturpolitischen Spitzengespräch getroffen.

Im Spitzengespräch wurde die Einrichtung einer „Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ in Deutschland beschlossen. Damit wird ein zentraler Inhalt der bereits im letzten Spitzengespräch beschlossenen „Ersten Eckpunkte zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ umgesetzt.

Die Kontaktstelle wird je zur Hälfte von den Ländern und dem Bund finanziert. Sie wird im ersten Quartal 2020 ihre Arbeit aufnehmen und organisatorisch bei der Kulturstiftung der Länder angesiedelt sein. Sie richtet sich insbesondere an Personen und Institutionen aus den Herkunftsstaaten und Herkunftsgesellschaften. Als erste Anlaufstelle soll sie den Zugang zu Informationen über Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland eröffnen – wie vielfach auch aus der Wissenschaft gefordert.

Die Einrichtung der Kontaktstelle ist ein wichtiger Schritt hin zu größtmöglicher Transparenz. In den „Eckpunkten“ sind Transparenz und Dokumentation von Sammlungen und Beständen als ein zentrales Ziel von Bund, Ländern und Kommunen benannt. Zahlreiche deutsche Museen und andere Institutionen arbeiten bereits an einer Inventarisierung und Digitalisierung ihrer Bestände und stellen Daten zur Verfügung, die in die beratende und vernetzende Arbeit der Kontaktstelle einfließen können.

Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg und Vorsitzender der Kulturministerkonferenz (Kultur-MK): „Unsere Ziele sind transparente Informationen über die Objekte und die Kooperation mit den Herkunftsstaaten und den -gesellschaften. Die Einrichtung der Kontaktstelle zeigt praktisch, dass der gesamtstaatliche Konsens der ‚Ersten Eckpunkte‘ wirkt. Als erste Anlaufstelle für Rückgabeersuchen wird sie dazu beitragen, Restitutionen zu erleichtern. Sie ist ein wichtiger Baustein für die Verständigung und Versöhnung mit den vom Kolonialismus betroffenen Gesellschaften.“

Kulturstaatsministerin Monika Grütters: „Transparenz herzustellen, ist in den Ersten Eckpunkten als wichtiges Handlungsfeld definiert und wird eine zentrale Aufgabe der heute gegründeten Kontaktstelle sein. Unsere Arbeitsgemeinschaft aus Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden nimmt sich dieses Themas jetzt unmittelbar an. Sie wird den Dialog mit Expertinnen und Experten sowie Betroffenen im Interesse eines offenen, respektvollen und partnerschaftlichen Miteinanders suchen und möglichst kurzfristig umsetzbare Lösungen vorschlagen.“

Michelle Müntefering, Staatsministerin für internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt: „Das Auswärtige Amt unterstützt die internationalen Aspekte der Arbeit der Kontaktstelle, insbesondere im Bereich der internationalen Kooperation und möglicher Rückgaben. Nur gemeinsam mit den Herkunftsstaaten und Herkunftsgesellschaften kann die Aufarbeitung unserer kolonialen Vergangenheit gelingen.“

Oberbürgermeisterin Katja Wolf, Stellvertreterin des Präsidenten des Deutschen Städtetages, für die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände (Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag, Deutscher Städte- und Gemeindebund): „Auch Städte, Kreise und Gemeinden stellen sich als Träger der meisten öffentlichen Museen, Archive und Bibliotheken der Verantwortung, die deutsche Kolonialgeschichte aufzuarbeiten. Die Kontaktstelle ist ein erster wichtiger Schritt dafür.“

Quelle: www.hamburg.de/bkm

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Kulturhistorisch ins Markk https://www.tiefgang.net/kulturhistorisch-ins-markk/ Fri, 14 Sep 2018 22:31:22 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4197 [...]]]> Die Geschichte des Hamburger Völkerkundemuseums fiel ihm mit einigen kolonialen Erbstücken letztlich selbst auf die Füße.Nun kommt ein neuer Name, neues Design und neue Leitung. Ist damit alles gut?

In den letzten Tagen stellten Kultursenator Dr. Carsten Brosda und Prof. Dr. Barbara Plankensteiner, Direktorin des Museums, das neue Design des ehemals Völkerkundemuseum Hamburg genannten und künftig „Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt“ lautenden Instituts vor. Ob der Wandel aber auch inhaltlich gelingt, wird die Zukunft erst zeigen.

 

In der Pressemitteilung heißt es:

„Mit der Umbenennung in Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt, kurz: MARKK, erhält das ehemalige Museum für Völkerkunde Hamburg auch ein neues Erscheinungsbild. Entwickelt wurde das Corporate Design von der Hamburger Designagentur ROCKET & WINK. Es beinhaltet die Neugestaltung des Logos, der Website sowie der Werbemittel und prägt künftig den öffentlichen Auftritt des Museums. Namensänderung und visuelle Identität sind Teile des Erneuerungsprozesses, den das Museum 2017 mit neuer Direktion  eingeleitet hat.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Das Museum am Rothenbaum erfindet sich neu. Die Umbenennung war bereits ein wichtiger, konsequenter Schritt in diesem grundlegenden Prozess der Neupositionierung, das neue Design ist jetzt ein weiterer. Er zeigt, dass. Barbara Plankensteiner und ihr Team die Neuausrichtung des Hauses mit Mut, Offenheit und Kreativität angehen. Das MARKK ist ein wichtiger kulturgeschichtlicher Ort für Hamburg und seine Stadtgesellschaft. Das Haus bringt gesellschaftlich relevante Themen in den Diskurs ein, die vor dem Hintergrund aktueller politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen an Bedeutung gewinnen. Wir brauchen offene Orte wie das MARKK, an denen sich Kulturen begegnen und über- und voneinander lernen können, aber an denen auch die eigene Vergangenheit reflektiert wird.“

Prof. Dr. Barbara Plankensteiner, Direktorin MARKK: „Die neue visuelle Identität verschafft uns einen starken Auftritt und transportiert ausgezeichnet den frischen Wind, den wir ins Haus bringen wollen. Sie ist jung und klassisch zugleich, betont unsere Stärken, die wertvollen und interessanten Sammlungen und unser großartiges historisches Gebäude im Zentrum der Stadt. Sie zeichnet sich durch einen hohen Wiedererkennungswert und Eigenständigkeit aus und wir hoffen, sie macht viele Menschen neugierig auf uns. Wir freuen uns über ein neues Corporate Design, das den Charakter unserer Arbeit trifft und viel Spielraum für Neues und Veränderung lässt.“

Gerald Rocketson, ROCKET & WINK: „Bei unserem Design ist es wie beim neuen Namen: Entweder man markks, oder man markks nicht.“

Seit seiner Gründung als Culturhistorisches Museum 1871 ist das Museum ein wichtiger Teil dieser Stadt. Das MARKK fördert die Wertschätzung der Vielfalt der Kulturen und Künste der Welt. Ausgangspunkt sind seine globalen Kunst- und Kulturbestände, deren Bedeutung für die Freie und Hansestadt Hamburg und Stellenwert in den jeweiligen Herkunftsgesellschaften im Kontext aktueller Fragestellungen erschlossen werden. Das Museum wird sich hierfür stärker mit seiner eigenen Vergangenheit und kolonialen Verflechtungen befassen, sich an internationalen Netzwerken und Forschungsprojekten beteiligen und sein Programm an die heutige plurale Stadtgesellschaft adressieren.

Das MARKK zeigt sich MARKKant

Die Objekte der Sammlung sind zentraler Baustein des neuen Designs. Aus einer prägnanten Schrift, einem raumgreifenden Auftritt der Objekte auf schlichtem Grund und einer auffallenden Farbwelt setzt sich eine unverwechselbare Bildsprache zusammen. Farbliche Markierungen heben die Botschaften des Absenders leuchtend hervor und erlauben eine leichte Rezeption. Der klassische und gleichzeitig schwungvolle Logo-Schriftzug greift die Linienform des Textmarkers auf. Mithilfe dieser Wortmarke wird der neue Name des Hauses in der breiten Öffentlichkeit etabliert. Zu sehen ist die neue visuelle Identität ab sofort auf der neuen Website www.markk-hamburg.de und den aktuellen Druck- und Werbemitteln.

Geht ins MARKK

Das Museum verbindet die Eröffnung der Ausstellung „Erste Dinge – Rückblick für Ausblick“ mit dem Launch seiner neuen visuellen Identität. Die Ausstellung wirft im Zuge der Entwicklung neuer Perspektiven einen Blick zurück zu den Anfängen des Museums und zeigt eine Auswahl jener Dinge, die 1867 zum ersten Mal in einem Verzeichnis der ethnographischen Sammlung erfasst wurden und das materielle Fundament für die Gründung des Museums gebildet haben. Erstmalig werden Objekte aus der Frühgeschichte des Museums gezeigt und damit ein wichtiges, aber noch weithin unbekanntes Kapitel der Hamburger Stadtgeschichte beleuchtet. Die zunehmende Bedeutung Hamburgs im kolonialen Welthandel spielte bei den Anfängen des ethnographischen Sammelns eine wichtige Rolle. Die Ausstellung spürt den Sammlungsgegenständen und ihren Geschichten nach. Sie hinterfragt damalige Weltbilder und museale Praktiken und setzt sich kritisch mit diesem Erbe auseinander. Die Ausstellung ist ab dem 12. September 2018 zu sehen.“

Quelle: www.hamburg.de/bkm

 

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„Ein kurzes Innehalten“ https://www.tiefgang.net/ein-kurzes-innehalten/ Fri, 08 Jun 2018 22:48:40 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3721 [...]]]> Fotos sind im Zeitalter der smartphones alltäglich und willkürlich zugleich geworden. Die Triennale der Photografie setzt dem die Kunst entgegen. In diesen Tagen lädt sie bereits zum 7. Male zur Leistungsschau. Auch in Harburg.

In der Pressemitteilung heißt es:

„Die 7. Triennale der Photographie Hamburg 2018 läuft vom 7. Juni bis in den September 2018 in Kooperation mit den großen Hamburger Museen, kulturellen Institutionen, Galerien und weiteren Partnern und Akteuren. Die zentrale Festival- und Eröffnungswoche geht vom 7. bis zum 17. Juni.

Das Fotofestival, das auf eine Initiative des Fotografen und Sammlers Prof. F. C. Gundlach zurück geht, wird seit 1999 alle drei Jahre organisiert, seit 2014 von der Deichtorhallen Hamburg GmbH veranstaltet und zählt heute zu den traditionsreichsten und größten Fotofestivals in Deutschland.

Diesmal sind 320 Künstler beteiligt, rund 50 Kunst- und Kultur-Institutionen nehmen teil und mehr als 250 Veranstaltungen bilden das Programm der 7. Triennale.

„Hamburgs lange Tradition als Heimat der Fotokunst mündete vor mittlerweile 19 Jahren in der Triennale der Photographie – einer Art urbanem Gesamtkunstwerk, das deutschlandweit einzigartig ist. Mit der nunmehr 7. Triennale gehen die Kuratorinnen und Kuratoren gesellschaftlichen Umbrüchen und hieraus resultierenden Veränderungen nach und unterstreichen so die hohe gesellschaftliche Relevanz der Fotokunst. Die Veranstaltungen der Triennale bieten hierzu mehrdimensionale, außergewöhnliche Betrachtungsweisen, die gleichermaßen zu Reflexion und Dialog aufrufen. Ich wünsche allen Besucherinnen und Besuchern einen inspirierenden Festivalbesuch und spannenden Austausch!“, so Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg. Zum zweiten Mal unter der künstlerischen Leitung von Krzysztof Candrowicz umfasst die diesjährige Ausgabe zahlreiche Fotoausstellungen zum Motto „Breaking Point. Searching for Change“ und reflektiert damit die momentanen ökologischen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen und die Wirklichkeitserfahrung einer Umbruchsituation durch den Blickwinkel der Fotografie.

„[ENTER], [HOME], [CONTROL] und [SPACE] – klassische Computerbefehle haben wir als eine symbolische und zugleich ironische Matrix über alle Ausstellungsprojekte gelegt und hoffen dadurch die heutige Wirklichkeitserfahrung greifbar zu machen“, so der künstlerische Leiter Krzysztof Candrowicz über sein Konzept. „Jetzt freue ich mich wirklich darauf, alle Ausstellungen endlich erleben zu können und bin sehr gespannt, zu sehen, ob wir wirklich einen Wandel mithilfe des Mediums der Fotografie initiieren können. Unzählige anregende, provozierende und inspirierende Veranstaltungen gilt es zu entdecken.“

„Mit der 7. Ausgabe des ältesten kontinuierlich stattfindenden Foto-Festivals in Deutschland wird der  Fotografie einmal mehr eine große Bühne in Hamburg geboten. In der ganzen Stadt sichtbar, von zahlreichen Museen, Ausstellungshäusern, Galerien und Art Spaces mitgetragen und mitgelebt, präsentiert sich die 7. Triennale der Photographie Hamburg 2018 so international wie nie. Breaking Point. Searching for Change handelt von der grundlegenden Möglichkeit der Fotografie, den Lauf der Zeit für einen Moment zu unterbrechen, potentiell einen Wandel einzuleiten oder eine Veränderung anzustoßen. In einer Zeit, in der die gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen schnelllebig und voller Widersprüche sind, scheint ein kurzes Innehalten, einnachdenkliches „Im-Bild-Festhalten“ nötiger denn je. Viele der eingeladenen Fotografinnen und Fotografen gehen mit einem politischen und historischen Hintergrundwissen an ihre Arbeiten. Zugleich blicken sie offen in die Welt, um im Medium der Fotografie ein Bewusstsein vom Heute zu schaffen.“, Herr Dirk Luckow, Intendant Deichtorhallen.“

Das kalendarische Programm findet sich hier: phototriennale.de/kalendar

Quelle: phototriennale.de

 

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