Sonja Alphonso – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Sat, 31 Oct 2020 10:17:15 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 „Kriegskinder“ https://www.tiefgang.net/kriegskinder/ Fri, 30 Oct 2020 23:48:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7318 [...]]]> Im Februar war die Welt noch in Ordnung. Kurz vor dem Lockdown starteten wir unser Kunstprojekt „Kriegskinder – Die Schatten der Vergangenheit“. Durch die Corona Pandemie haben wir auch künstlerisch hinterfragt „Was haben Krieg und Corona gemeinsam?

von Ulrike Hinrichs

Die Idee des Kunstprojektes (Die Schatten der Vergangenheit) ist schnell erzählt: Die traumatischen Erfahrungen des 2. Weltkriegs liegen zwar lange zurück, aber sie wirken bis heute nach. Noch immer sind Menschen weltweit auf der Flucht, weil sie von Verfolgung, Krieg und Terror betroffen sind. Das von mir initiierte Kunstprojekt hat unterschiedliche Menschen zusammengebracht, die sich künstlerisch mit dem Thema beschäftigt haben. Die jüngste Teilnehmerin ist 28 Jahre, die Älteste 88 Jahre alt. Entstanden ist eine bunte Mischung an Kunstwerken, die keineswegs nur düstere Kriegsdramen darstellen, sondern das schwierige Thema auch mit Humor beleuchten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotoprojekt Holger Musiol

Auch die Corona Pandemie findet sich thematisch im künstlerischen Ausdruck wider. Wir erinnern uns an das irrationale Hamstern von Toilettenpapier? Und gehamstert wurde auch im Krieg, wenn auch nicht Klopapier, wie die Älteste berichtete, „da hat man sich anders zu helfen gewusst“, sagte sie. In unserer Gruppe kam die Idee auf, die Papprollen zu sammeln, zu gestalten und eine riesige Gemeinschaftsskulptur daraus zu machen.

Bei unseren regelmäßigen Treffen haben wir viel erzählt und diskutiert. Zu den Werken sind auch kreative Texte entstanden, aus denen im Rahmen der Ausstellungseröffnung gelesen wird. Ursula berichtete uns bei einem der Treffen von ihrer großen Angst, die sie mit 7 Jahren hatte, als sie das erste Mal vom Krieg hörte.

„Seit ich als Kind den Krieg erlebte und die Zeit danach, hat der Tod jede Bedeutung für mich verloren. ›Hast Du schon gehört, es ist Krieg!‹ sagte mir ein Kind auf dem Weg zum Bäcker. ›Was ist das denn“, fragte ich das Kind, das nur um ein geringes älter war als ich mit meinen sieben Jahren. ›Weiß ich doch nicht‹, war die Antwort, „meine Eltern haben es gesagt“. 

Es war der 1. September 1939, ich war auf dem Weg zum Brötchen holen. Die Stimmung fühle ich heute noch, als sei es gestern gewesen. Es musste etwas Schreckliches sein, die Straßen waren wie ausgestorben, ungewöhnlich um diese Morgenstunde. Und die Scheiben der Geschäfte, waren alle mit Pappe und Holz zugenagelt. Mir machte das Angst, eine unbestimmte Angst, mein Herz klopfte. Stumm schaute ich den Jungen an. ›Krieg?‹ fragte ich noch einmal, dann drehte ich mich um und rannte nachhause.

›Mama, es ist Krieg!“. 

›Ja,  sagte meine Mutter, man sagte es eben im Radio.‹

Diese Angst, diese schreckliche Angst !

Wenige Wochen später ging es los mit den Fliegerangriffen. Wir hatten die Marine und viele Werften in unserer Stadt, wo Kriegsschiffe und besonders U-Boote gebaut wurden, deshalb wurden wir ganz besonders bevorzugt von den Fliegern und ihren Bomben. Wenn die Sirenen heulten, dann riss die Mutter uns aus dem Schlaf und schrie, ›zieh Dich an, beeil Dich, wir müssen in den Luftschutzkeller‹. Sie riss das Baby aus dem Korb und einige Kleidung, mein Vater nahm einen schon gepackten Koffer mit wichtigen Papieren und wir hasteten in den Keller, wo schon die anderen Hausbewohner saßen, alle in Wolldecken gewickelt, die Kinder waren in die Stockbetten gelegt und schliefen weiter. Ich nicht. Ich war schon zu groß, für Schulkinder war kein Platz mehr in den Betten.

Dann hörten wir die Flugzeuge, das Schießen der Flak, wieder ein fremdes Wort, das Angst machte. Flak! Wie das knallte, dieses Wort. Es war eine der Abkürzungen, die wir im Laufe der Zeit lernten, Flak, Fliegerabwehrkanone. Einer der Männer, der Luftschutzwart, ging aus dem Keller, um nach Einschlägen von Brandbomben zu schauen. Dann mussten die Erwachsenen löschen und wir Kinder saßen allein dort unten mit unserer Angst.

Die geplante Gemeinschaftsausstellung auf dem Harburger Kulturtag am 8. November 2020 ab 12.00 bis 19.00 Uhr- St. Johanneskirche, Bremer Straße 9, 21073 Hamburg ist aufgrund des neuerlichen Lockdowns abgesagt worden. Ein Ersatztermin ist noch nicht bekannt.

Diese Kriegskinder stellen aus: Anne Flad, Antje Gerdts, Asif Raza Haidari, Edeltraut K. Schlichting, Norbert Schlichting, Holger Musiol, Karen Kandzia, Ralf Schwinge, Rita Peters, Sonja Alphonso, Thanushanth Anandarajah, Ulrike Hinrichs, Ursula Sauerbaum, Yvonne Lautenschläger, Zeinab Alipour.

Projektleitung: Ulrike Hinrichs www.lösungskunst.com

Das Projekt wird gefördert durch die Lokalen Partnerschaften für Demokratie Harburg und Süderelbe im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben!

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Literaturtage so groß wie nie https://www.tiefgang.net/literaturtage-so-gross-wie-nie/ Fri, 14 Feb 2020 23:07:41 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6369 [...]]]> Manche Leseratten finden es mittlerweile völlig normal, dass in Hamburgs Süden an vier Wochen im Jahr literarischer Ausnahmezustand herrscht. Anfang März ist es wieder so weit.

In diesem Jahr würdigt die freie Initiative SuedKultur im Hamburger Süden ihre Musikschaffenden bereits zum 10. Male mit einer MusicNight (24.10.). Aber wie steht es um das Genre Literatur, fragten sich manche. Und so entstanden die Literaturtage SuedLese. Und auch die feiern nun bereits ihr 5jähriges Bestehen!

Dabei sind es nicht einfach Tage, in denen irgendwie und irgendwas gelesen wird. Es geht vor allem um die „Orte der Worte“ südlich der Elbe und jene, die dort schreiben und lesen. Und dieses Jahr ist die Fülle kaum in ein Programmheft zu pressen. Etliche neue Orte haben sich in den literarischen Reigen eingereiht: zwei Haspa-Filialen werden zum andächtigen Ort, die Inselklause zum idyllischen Literaturtempel, zwei Wohnzimmer zur Lesestube und zwei Orte der Kunst verbinden ihr Genre mit eben dem Literarischen.

Ob Punk, Kunst, Krimi oder für Kinder … auch thematisch ist Harburgs Bücherwelt breit aufgestellt. Und damit nicht genug: Schreibwerkstätten laden zum Selbstversuch, Kurse vertiefen das Schöne des Schreibens, des Schriftzuges oder des urbanen Geschichtenschreibens. Und auch Comics – als Genre zwischen den Genres – finden Beachtung.

Dabei folgt die SuedLese keiner fest vorgefertigten Intendanz sondern erfindet sich jedes Jahr auf Neues: wer als Ort oder Autor mitmachen will, reiht sich ein und zeigt seine Stärken. Und so ist auch für die Akteure selbst jedes Mal spannend zu verfolgen, wie Leidenschaft und Literatur eine Symbiose ungeahnter Strahlkraft eingehen. Und im 5. Jahr der Literaturtage gibt es nun 55 Veranstaltungen an 30 Orten! Der Süden hat´s eben drauf!

Heimo Rademaker, Sprecher der Initiative SuedKultur: „Einmal mehr zeigt sich, wie der Zusammenhalt von Kulturschaffenden im Süden ganz neue Arten von Events hervorbringt. Sich nicht argwöhnisch als Konkurrenz zu betrachten sondern sich positiv in eine Art Leistungsschau zu begeben und so unserem Publikum die Breite an Möglichkeiten im Süden aufzuzeigen, ist eine Art Selbstverständnis des Hamburger Südens geworden.“

Und Projektleiterin Sonja Alphonso: „Es hat sich in den letzten Jahren wahnsinnig viel im Süden getan, was klein aber charmant eine gutes Gegengewicht zu den Star-Aufgeboten nördlich der Elbe gelten kann. Hier sind es die kleinen Bühnen, die vielen Autor*innen die direkte Nähe zum Publikum ermöglichen und ihnen so auch die weitere Laufbahn im oft einsamen literarischen Wirken ermöglichen. Das macht es auf der anderen Seite auch dem Literaturinteressierten möglich, sich ganz unbedarft neuen Themen und neuen Sichtweisen in der Literatur zu nähern.“ Und beide sind stets selbst erstaunt, wie viele Kreative direkte Nachbarn im Süden der Stadt sind.

Etliche Buchvorstellungen und Portraits wie Interviews zu SuedLese-Autor*innen finden sich in Bälde und vorab im SuedKultur-Onlinefeuilleton ´Tiefgang`(www.tiefgang.net).

Das Programm der 5. SuedLese ist als gedrucktes Programmheft in den teilnehmenden Leseorten erhältlich oder hier downloadbar

Die Initiative SuedKultur ist ein lockerer Zusammenschluss von derweil über 50 verschiedenen Kulturinstitutionen des Hamburger Südens. Sie besteht seit nunmehr 12 Jahren, stärkt die Wahrnehmung der Süderelbe-Kultur durch das Terminportal www.sued-kultur.de, seit acht Jahren mit einer jährlichen SuedKultur Music-Night (dieses Jahr am 19. Okt.), seit Ende Januar mit einer Kunstleihe Harburg und eben den nunmehr vierten Literaturtagen SuedLese.

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Ende des Kellerdaseins https://www.tiefgang.net/ende-des-kellerdaseins/ Fri, 03 Jan 2020 23:43:02 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6218 [...]]]> Pünktlich zum Jahresbeginn hat die Kunstleihe Harburg neue und vor allem eigene Räume bezogen. Und schon am ersten Sonntag des neuen Jahres 2020 gehen wieder Kunstwerke über den Ladentisch.

Das Team der Harburger Kunstleihe hat in einem Kraftakt zwischen den Jahren neue Räume bezogen. Und schon am heutigen Sonnabend (4. Jan, 18h) lädt es Interessierte und Freunde zu einem kleinen Umtrunk und Einblick in die neuen Räume. Und am morgigen Sonntag (5. Jan., von 12-17h) nimmt der Betrieb der Kunst-Ausleihe dort wieder Fahrt auf.

Die neue Adresse ist die Meyerstaße 26 / Ecke Bansenstraße im gründerzeitlichen Meyerviertel unweit der S-Bahn-Station Heimfeld. Dort lädt ein ehemaliges Ladengeschäft im vorderen Bereich zur „Kunst auf Zeit“. Sabine Schnell vom mittlerweile auch als gemeinnützig anerkannten Verein Kunstleihe Hamburg e.V. freut sich: „So gut es war, dass wir nach unserem unfreiwilligen Auszug aus dem alten Gemeindehaus der Dreifaltigkeitskirche Neue Straße nachfolgend Exil im neuen Nachbarschaftstreff in der Eißendorfer Straße 124 fanden, so klar war auch, dass es einen eigenen Raum brauchen wird. Und nach etlichen Gesuchen und Versuchen denken wir, dass wir nun einen würdigen Raum für die Kunst aber auch andere Kulturevents gefunden haben.“

Denn im Nachbarschaftstreff wurde das Kunstleihe-Team auf die Sonntage reduziert und musste stets eine Stunde mit mindestens zwei Personen die Kunst aus dem Keller holen und aufbauen und nach fünf Stunden ebenso mindestens eine Stunde wieder im ehemaligen Saferaum verpacken und sichern. „Das hat weder uns noch der Kunst gut getan“, so Sonja Alphonso im Rückblick.

Aber auch an- und nachgefragte Formate wie Workshops zur Kunstbetrachtung von der Harburger Künstlerin Anne Flad als auch der gut angelaufene Harburger Kunstsalon von Petra Hagedorn waren in der Terminwahl als auch in der Nutzung der Räume  aufs Notwendigste reduziert.

Das kann und soll sich nun ändern. „Im Grunde sind die vorderen Räume nun für die Kunst und Kultur reserviert und können sieben Tage die Woche und 24 Stunden lang genutzt werden. Das schafft im wahrsten Sinne Frei-Räume für Kulturangebote, wird aber auch den Kunstleihenden das non-profit-Serviceangebot erweitern. Für die rund 40 Öffnungstage m letzten Jahr war die Nachfrage eh schon gut. Doch jetzt dürfte sich das Feedback erheblich ausbauen“, ist sich Sabine Schnell sicher.

Möglich wird dies aber vor allem, weil unter anderen die Grafikerin Sabine Schnell mit weiteren Kollegen aus ihren Büros im Harburger Hafen ins Heimfelder Meyerviertel wechselt. „So ist der Kostendruck auf die Kunstleihe nicht so hoch und wir werden die Arbeit mit dem Hobby gut verbinden können. Das Viertel selbst lädt ja auch regelrecht dazu ein!“ 

Also: wer neugierig ist, kann schon an diesem Wochenende (Sa., 4.1. ab 18h und So., 5.1. ab 12h) die neuen Räume und vor allem die zeitgenössische lokale Kunst bei einem Glas Sekt, Bier oder einem Becher Kaffee bestaunen. Zum Monatsende soll der Umzug dann gänzlich abgeschlossen werden und ein weiteres Event dann auch das einjährige Bestehen der ersten nichtkommerziellen Kunstleihe feiern.

Weitere Termine:

  • , 12. Jan., 12-17 Uhr: Raumillusion (Perspektive, Körperhaftigkeit, Kontraste) im Rahmen der Workshopreihe „Theoretische Bildbetrachtung und praktische Erprobung“ (Anmeldung erforderlich)
  • , 09. Feb., 14-16 Uhr: 2. Harburger Kunstsalon; Moderation Petra Hagedorn, Künstlerin Ulrike Hinrichs

Weiterführend: www.sued-kultur.de/kunstleihe;  instagram.com/kunstleihefacebook.com/KunstleiheHarburg

Ein Fernsehbeitrag zur Kunstleihe Harburg:

 

 

 

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Kraftvolle Kunst-Präsenz https://www.tiefgang.net/kraftvolle-kunst-praesenz/ Fri, 06 Sep 2019 22:29:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5733 [...]]]> Die Kunstszene Harburgs ist vielfältig und breit. Dies zeigte sie nun einmal mehr – aber in Buxtehude.

Harburg Kunstleihe ist noch jung, da sie erst Anfang diesen Jahres als eine Artothek ins Leben gerufen wurde. Doch sie machte es nicht nur erstmals in Hamburg möglich, für wenig Geld zeitgenössische lokale Kunst für Zuhause, das Büro oder die Praxis leihen zu können, sondern vernetzte auch die Harburger Künstlerinnen und Künstler auf neue Art und Weise.

Bei 3. Buxtehuder Kunstfest präsentierte sich nun der Kunstzirkel erstmals an einem gemeinsamen Stand und offenbarte die Stärke ihrer Vielfalt. Direkt neben dem Alten Rathaus Buxtehudes, in dem die städtische Buxtehuder Artothek gerade ihr 35jähriges Bestehen feiert, zeigten 15 Künstlerinnen und Künstler aus Harburg ihre Positionen der Kunst. Zu sehen farbstarke Landschaftsbilder von Christine Waldbüßer oder Jan Ratschat, digitale Fotoarbeiten von Petra Hagedorn oder Philipp Meuser, Acrylarbeiten von Anne Flad, Yvonne Lautenschläger oder Gabriele Wendtland oder auch Zeichnungen von Irmgard Gottschlich oder Pflanzenarbeiten von Antje C. Gerdts oder Harald Finke und viele andere mehr. Beide Festtage waren  trotz der Hitze sehr gut besucht und viele Gäste waren überrascht von der beeindruckenden Vielfalt aus der Nachbarschaft.

Aufgebaut: der Stand der Harburger Kunstgruppe (Foto: Sonja Alphonso)

„Der Buxtehuder Artothek sind wir sehr verbunden  und es war uns eine Freude, in direkter Nachbarschaft mit einem Stand neben dem Alten Rathaus auch die Harburger Kunstszene zeigen zu können“, so Sabine Schnell vom Kunstzirkel der SuedKultur. „Manche Buxtehuder waren überrascht, dass Hamburg erst jetzt – 35 Jahre später – eine Kunstleihe etabliert. Auf der anderen Seite war es für viele Harburger Künstler beeindruckend, die Buxtehuder Artothek mit ihrer Vielfalt und doch jung gebliebenen Kunst erstmals zu besuchen. Und auch der Austausch mit anderen Kunstschaffenden auf dem Fest hat alle Seiten bereichert“, so Schnell weiter.

Sonja Alphonso, die ebenfalls  am Stand der Initiative SuedKultur beteiligt war: „Man merkt dem Buxtehuder Kunstfest an, dass der Cheforganisator Sven Brauer selbst Künstler ist. Das Fest ist mit viel Umsicht und Charme entwickelt und somit vorbildlich, wie man zeitgenössische Kunst einer breiten Öffentlichkeit nahe bringt.“ Als Zeichen der Verbundenheit kündigte der Leiter des Buxtehuder Kunstfestes, Sven Brauer, dem SuedKultur-Team an, in Kürze selbst der Harburger Kunstleihe einen Besuch abzustatten und auch ein eigenes Werk zur Ausliehe mitzubringen.

Nach dem künstlerischen „Ausflug“ will das Kunst-Team der SuedKultur sich nun aber wieder voll auf die Kunstleihe Harburgs konzentrieren. Dort sind derweil mehr als 40 Werke an diverse Haushalte und Büros verliehen und so wird es Zeit die Sammlung wieder „aufzufüllen“. Einige Drucke, die aus einer privaten Sammlung überlassen wurden, sind frisch gerahmt. Die Kunstinitiative der Technischen Uni Hamburg will einige ihrer Bestandswerke über die Kunstleihe einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen und auch das Fernsehen hat sich angekündigt, um in Kürze einen filmischen Bericht über die Tätigkeit der Harburger Kunstleihe zu machen. Es ist also viel zu tun.

Wer Interesse hat, kann die rund 150 Werke umfassende Ausstellung der Kunstleihe jeden Sonntag von 12-17h in der ehemaligen Filiale der Sparkasse Harburg-Buxtehude, Eißendorfer Straße 124 besuchen. Dort stehen dann auch meist Kaffee, Kuchen oder ein Glas Sekt bereit und laden zum Austausch.

Wer ein Werk leihen möchte, tut dies für 3 Monate und für 6,- € Leihgebühr. Ein Personalausweis sollte unbedingt mitgebracht werden.

Just Anfang dieser Woche besuchte das NDR-Fernsehen die Harburger Kunstleihe für das Hamburg Journal:

Weiterführende Links: www.sued-kultur.de/kunstleihe; facebook.com/KunstleiheHarburg; instagram.com/kunstleihe

 

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Die Selbsthilfewerkstatt für Autoren https://www.tiefgang.net/die-selbsthilfewerkstatt-fuer-autoren/ Fri, 29 Mar 2019 23:07:42 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4867 [...]]]> Die Mitglieder des Verlages awsLiteratur vom Kulturverein Alles wird schön e.V. sind ein bunter Haufen schreibbegeisterter Autoren und Autorinnen. Nun stellen sie sich vor.Einige von ihnen lernten sich in der Heimfelder Schreibwerkstatt kennen, wo bei 14tägigen Treffen die Möglichkeit besteht, selbstverfasste Texte vorzulesen und zu besprechen. Der konstruktive Austausch untereinander beflügelte sie und wurde zum Wegbereiter für einen nächsten Schritt in Richtung Selbstverwirklichung in Eigeninitiative.

„Das selbstbestimmte Schreiben wurde in den vergangenen Jahren zu einem festen und immer wichtigeren Bestandteil meines Lebens“, erinnert sich Sonja Alphonso. „Aber ich sah wenig Sinn darin, mich bei Verlagen wie sauer Bier anzubieten“. Selfpublishing, also alles alleine zu machen, war allerdings auch keine Option für sie. Damit stand sie nicht alleine da.

Dann kam Wilfried Abels auf die Idee einer Kooperative, um sich gegenseitig zu unterstützen. Er schlug dem Kulturverein Alles wird schön e. V. vor, einen Verlag zu gründen, der Autoren und Autorinnen zur Seite steht, wenn sie ihren Traum vom eigenen Buch verwirklichen möchten.

Er erklärt: „Unser Fokus liegt darauf, eine Plattform zu bieten und uns gegenseitig bei der Veröffentlichung und Präsentation der jeweiligen literarischen Projekte zu unterstützen. Über den Verein Alles wird schön e.V. stellen wird eine Infrastruktur zur Verfügung, um Bücher zu drucken und für den Buchhandel verfügbar zu machen. Wir haben zwar einen qualitativen Anspruch an die Bücher, aber der bezieht sich bewusst auf die handwerkliche Seite der Texte. Wir wollen nur sehr begrenzt eine inhaltliche Wertung vornehmen und denken, dass jeder Autor und jede Autorin das Recht und die Aufgabe hat, diese Diskussion mit den eigenen Lesern und Leserinnen zu führen. Bei der Präsentation der Bücher auf Lesungen, im Internet und auf Messen unterstützen wir gerne je nach persönlichen Ressourcen.

Die Idee ist, dass sich jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten an den gemeinschaftlichen Aufgaben des Verlages beteiligt und dafür dann auch die Unterstützung des Verlages bekommt.“

Bisher wurden sechs Bücher veröffentlicht, weitere sind in Planung oder kurz vor der Fertigstellung. Bei der kommenden Suedlese werden je drei Buchprojekte vorgestellt.

Angefangen beim Krimi „Hamburg 4.0“. der einen Blick ins Jahr 2039 wirft, über komisch-nachdenkliche Kolumnen mit dem Titel „Ansichtssache“ und „Lauschgesichter – Blitzlichter“ aus der Vergangenheit, nimmt die Lesung dann wieder Fahrt in Richtung Zukunft auf – mit Büchern, die demnächst erscheinen werden. Erst kommt eine Zeitreise in der S-Bahn, gefolgt von einem Lyrikband, und schließlich endet die Vorschau mit der Geburt eines Drachen (Science Fiction/ Fantasy).

Der Verlag legt bewusst Wert auf Vielfalt

An Ideen und Projekten mangelt es dem Verlags-Team also nicht. Doch weil die Mitglieder berufstätig sind, sind die Ressourcen begrenzt. Um dem guten Zweck zu dienen, engagieren sie sich ausschließlich ehrenamtlich und in ihrer Freizeit.

Im Spätsommer bekam das Verlagsteam Verstärkung. Wilfried Abels, Christoph Nerger, Susann Dettmann, Klaus von Hollen und Sonja Alphonso werden nun von Gisela und Chris Baudy und Wolf Puschmann unterstützt. Es wäre müßig aufzuzählen, wer bisher was gemacht hat, denn alle können und sollen sich einbringen, wie sie wollen und ihre Zeit es erlaubt.

Aufgrund der bis dato gemeinschaftlich fertiggestellten Werke wächst das Know- How in der Gruppe und wird gerne geteilt.

Falls sich jemand von der Idee der „Autoren Selbst-Hilfe-Werkstatt“ angesprochen fühlt, freut sich der Verlag über Unterstützung, beispielsweise auch bei der Öffentlichkeitsarbeit.

aws-literatur.de

Termin:  Sa., 13. Apr, 16h – Verlag awsLiteratur präsentiert neue Veröffentlichungen

Eintritt frei!

Da der ursprünglich im Programmheft angegebene Ort in der leerstehenden Dreifaltigkeitskirche nach neuem Beschluß auch weiterhin leer stehen soll, ist die Veranstaltung in die Räume des Kulturvereins „Alles wird schön“ in der Friedrich-Naumann-Straße 27 in 21075 Hamburg-Heimfeld verlegt worden!“

 

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Tiefgründig oberflächlich https://www.tiefgang.net/tiefgruendig-oberflaechlich/ Fri, 29 Jun 2018 22:10:29 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3767 [...]]]> „Tiefgründig oberflächlich“ ist der Titel einer am kommenden Mittwoch eröffnenden Ausstellung der Harburger Fotografin und Tiefgang-Begeliterin Sonja Alphonso. Und es gibt viel zu entdecken …

Die Ausstellung läuft vom 04. Juli bis Ende August und umfasst sowohl Fotografien auf Leinwand mit Motiven aus der Natur. Als auch Speckstein-Skulpturen. Allesamt Zeugnis ihrer Faszination für Formen und Oberflächen.

Für die 55jährige Harburgerin Sonja Alphonso spielt Ästhetik in ihrem Leben eine große Rolle: „Ich fotografiere, zeichne, male und gestalte mit großer Hingabe und Liebe zum Detail. Vor einigen Jahren entdeckte ich dazu noch das Schreiben als Ausdrucksform. Sprachbilder und Bildersprache gehen seither häufig Hand in Hand.“

Die Konstante in ihrem Tun: Fotografieren. Dem Augenblick Aufmerksamkeit schenken und die Vielfalt der Erscheinungsformen feiern. Seit sie mit 18 Jahren eine Spiegelreflexkamera geschenkt bekam, begleitet sie die Leidenschaft für persönliche Perspektiven durch ihr Leben.

„Mit 17 Jahren fing ich an zu zeichnen, versuchte mich später mit Farbe und Pinsel und fand 2009 Gefallen an der Brandmalerei, wo ich zeichnerisches Geschick mit meiner Vorliebe für Holz verbinden konnte.“

Schriftsprachliche Ambitionen entwickelte sie erst vor wenigen Jahren. Seither aber gewinnt eben auch das Schreiben an wachsender Bedeutung. Ihre Themen: Autobiografisches mit einem weinenden und einem lachenden Auge, alltägliche Blogs, wöchentliche Kolumnen mit und im TIEFGANG unter dem Pseudonym Philo-Sophie Selbst-Zweifel im Online-Feuilleton von SuedKultur, sehr kurze Kurzgeschichten und lange Romane, die nicht fertig werden, „weil ich zu selten dazu komme“.

Ihr Statement: „Ich probiere gerne Neues aus und hoffe, dass man beim Betrachten meiner Werke etwas von dem Reichtum spürt, den ich meistens empfinde.“

Wer Interesse an einer überdimensionalen Visitenkarte ihres Schaffens, kann ihre Website besuchen unter www.see-me.online

Die Ausstellung „tiefgründig oberflächlich“ ist ab dem 4. Juli bis Ende August zu den typischen Öffnungszeiten (Die-Sa ab 10h) der Bücherhalle Harburg,  Eddelbüttelstraße 47a, 21073 Hamburg, www.buecherhallen.de/harburg zu sehen.

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3falt: Kunst – Kultur – Kreativität https://www.tiefgang.net/3falt-kunst-kultur-kreativitaet/ Fri, 08 Jun 2018 22:32:17 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3713 [...]]]> Seit Jahren steht sie ungenutzt obdoch so zentral und fußnah zum Marktplatz oder Lämmertwiete: die  Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Straße. Am kommenden Sonnabend, 16. Juni 2018 ist nun der Auftakt zu Erkundung eines neuen und spannenden Kulturorts in Harburg.

In der Pressemitteilung der Initiative SuedKultur heißt es:

„Der Bezirk Harburg hat z.Zt. etwa 160.000 Einwohner, wächst, hat aber immer weniger Platz für Kultur. Seit Jahren weist die Initiative SuedKultur auf den Mangel an Ateliers und Musikproberäumen hin, aber auch größere Veranstaltungsräume werden gesucht. Viele Kulturanbietende verfügen nicht über ausreichend Platz für Events mit mehr als 100 Personen und Ausweichflächen sind rar gesät. Das Stellwerk ist regelmäßig ausgebucht, der Rieckhof mit einer Halle, die erst ab 800 Personen wirtschaftlich sinnvoll ist und die bestuhlte Friedrich-Ebert-Halle mit gut 1.400 Plätzen sind keine adäquaten Ausweichflächen.

Gleichzeitig wird seit einigen Jahren die Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Straße 44 von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Trinitatis wenig genutzt und die Gemeinde sucht nach neuen Nutzungen für Gebäude und Fläche. Seit Herbst 2017 kamen nun Vertreter der Kirchengemeinde St. Trinitatis Harburg, des auf Stadt- und Raumerforschung spezialisierten Vereins StadtKultur Hafen e.V. sowie der Initiative SuedKultur zusammen, um sich über weitere Nutzungsmöglichkeiten auszutauschen.

Das Resultat: Die Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Trinitatis Harburg stellt die Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Straße für eine begrenzte Zeit als Erprobungsraum für eine Kultur-Initiative zur Verfügung. In einer entsprechenden Vereinbarung ist ein Nutzungszeitraum bis Ende Februar 2019 festgehalten. Während dessen wollen die Kulturschaffenden der Initiative SuedKultur und des Vereins StadtKultur Hafen e.V. das Kirchenschiff und angrenzende Gemeindehaus kulturell erproben. „Das Kirchenschiff selbst verfügt bekannterweise über eine erstaunlich studioreife, gedämpfte Akustik und eine Orgel ist auch noch vorhanden. 300 Besucher könnten dort alle Facetten der im Süden beheimateten Kulturaktiven an einem sehr zentral gelegenen Ort erleben“, so Heiko Langanke von der SuedKultur.

Ob Film, Tanz, Theater, Chöre, BigBands, Rock, Pop oder Lesungen, Diskussionsveranstaltungen oder Tagungen: der Bezirk Harburg verfügt über keinen ähnlich gelegenen Raum. Zudem ist die Lage optimal für einen kulturellen Ort: In Nähe der Harburger City mit Fußgängerzone, S-Bahn und Marktplatz, sowie in Nachbarschaft zur Ausgehmeile Lämmertwiete.

Und, so wie bereits die Vorgängerkirche, mit festen Blick hin zum Harburger Binnenhafen. „Sollte das Projekt Realität werden, wird dies sowohl die Neue Straße als auch die gesamte Harburger City beleben und auch den lang ersehnten Brückenschlag zwischen City und Binnenhafen befördern. Im stadtentwicklungspolitischen Sinn eine famouse Situation und diese einmalige Chance sollte wahrgenommen werden“, so Mathias Lintl, Umweltwissenschaftler und Vorstand von StadtKultur Hafen e.V..

Sakraler Einblick mit erstaunlicher Akustik – das Kirchenschiff.

„Das ist der letzte Versuch, eine neue Nutzung für diese Gebäude zu finden“, sagt Pastorin Sabine Kaiser-Reis, Vorsitzende des Kirchengemeinderates von St. Trinitatis. In den vergangenen zwölf Jahren hat es eine Vielzahl an Gesprächen mit Interessenten und Pläne zur Umnutzung der Dreifaltigkeitskirche gegeben. Letztlich blieben bisher alle ohne ein positives Ergebnis für den Erhalt der Kirche.

Die fusionierte Innenstadtgemeinde St. Trinitatis hat das Gottesdienst- und Gemeindeleben auf den Standort an der Bremer Straße konzentriert, weil schon 2006 absehbar war, dass zwei Standorte mittelfristig nicht finanzierbar sind.

Am Sonnabend, 16. Juni 2018 will die Initiative SuedKultur nun einen ersten Probelauf unternehmen in Form eines 3falt-Kulturtages. Den ganzen Tag über sind Künstler*innen und Kulturschaffende eingeladen, sich dem Gebäude anzunehmen und zu erproben, wofür es besonders gut und wofür vielleicht gar nicht geeignet ist, was geändert, verbessert oder renoviert werden müsste. Und das ist nicht als geschlossene Gesellschaft angedacht, sondern die Harburger wie auch andere Kulturinteressierte können sich gleich mit auf den Weg der Erkundung begeben.

„Bisher hat das Projekt bei uns den Arbeitstitel ´3falt – Kunst – Kultur – Kreativität`“, so Sonja Alphonso von der Initiative SuedKultur. „Damit sind wir uns zum einen der bedeutenden Geschichte und der Dreifaltigkeitskirche bei der Entwicklung des heutigen Harburgs bewusst und würden die auch gerne im historischen Bewusstsein verankern wollen. Zum anderen sind Kunst, Kultur und Kreativität als Dreifalt versus Einfalt unser Ansporn.“

Idee zum Logo

Und in der Tat: im Obergeschoss des Gemeindehauses ist angedacht, dass das länger schon in Arbeit befindliche Projekt einer ersten Hamburger Artothek – einer Kunstleihe regionaler Werke – in Harburg spielerisch und mit realen Kunstobjekten vorgestellt wird. Im Erdgeschoss hingegen erprobt eine sonst bei der Akademie für Musik und Kultur unweit im Hafen Harburgs angesiedelte Gruppe, ob dort etwa Flamenco-Tanzkurse samt Umkleide- Räumen denkbar sind. Chöre, BigBands, Orchester und kleine Ensembles wie auch Bands und Einzelkünstler*innen aus Rock, Pop, Folk oder Jazz wollen die Akustik im eigentlichen Kirchenschiff erproben und laden somit zugleich ganz Harburg zu einem kulturellen Kulturtag der etwas anderen Art ein.

In Kooperation mit dem im Phoenixviertel beheimateten Musikclub Marias Ballroom aber auch dem im Heimfeld beheimateten Kulturverein ContraZt e.V. werden eine kleine Musik und Lichtanlage bereit stehen. Auch für Getränke und Imbiss ist gesorgt. Während des Tages wird es Ideen zu verschiedenen Projekten der SuedKultur-Mitstreiter und zum Projekt „3falt“ selbst geben. Sobald eine Abfolge der kulturellen Erprobungsprojekte steht, wird sie unter www.sued-kultur.de zu finden sein.

Zur Bedeutung des Gebäudes

Die einstige Dreifaltigkeitskirche wurde 1650–1652 als Ersatz für die Marienkirche errichtet, welche im Zuge des Ausbaus der Befestigungsanlagen der Stadt und des Harburger Schlosses weichen musste und an Stelle des heutigen Lotsekanals im Harburger Binnenhafen stand.

Die Kirche wurde im Jahr 1944 durch Bomben zerstört. Von den verbliebenen Außenmauern ist heute noch die Westwand mit dem barocken Eingangsportal und dem Fragment einer Christus-Figur (1652) erhalten. Neben dem Portal sind zudem einige Grabplatten als Zeugnis der ehemaligen Kirchenbeerdigungen erhalten, darunter auch solche der Fürstengruft der herzoglichen Familie.

Der jetzige Kirchbau entstammt der Feder des bekannten Hamburger Architektenehepaars Spengelin und wurde 1963 der Gemeinde übergeben. 1999 erfolgte die Unterschutzstellung als Denkmal durch die Kulturbehörde Hamburg.

Aus dem Gutachten:

„Bemerkenswert ist an der Dreifaltigkeitskirche Harburg der städtebauliche Einfall mit der Hoferschließung, die eine beliebte zeitgenössische Idee von der „Kircheninsel“ in dem „Meer“ der Großstadt widerspiegelt. … Hervorzuheben ist der pietätvolle und gleichzeitig geschickte Umgang mit den Resten des Vorgängerbaues… Es stellt ein Baudenkmal dar als charakteristisches Element des Stadtbildes, das in besonderem Maße den Altstadtbereich Harburgs prägt.

Kirchenarchitektur der Nachkriegsmoderne von den Architekten Spengelin.

Innerhalb der Nachkriegskirchenarchitektur besticht das Ensemble durch die Ausgewogenheit der Zuordnung der Baukörper und Bauteile und stellt ein herausragendes Beispiel für die Kirchenarchitektur der Nachkriegsmoderne in Harburg dar. Der ausgeschriebene Wettbewerb, der auch auf Initiative der Stadt in die Wege geleitet wurde, unterstreicht die Bedeutung, die man diesem Bauvorhaben beimaß. Somit ist sie auch aus architektur- und kirchenbaugeschichtlichen Gründen ein Baudenkmal. An ihrer Erhaltung besteht deswegen ein öffentliches Interesse.“

Der strategischen Bedeutung der Lage wird auch im ´Integrierte Entwicklungskonzept` für das Fördergebiet Harburger Innenstadt / Eißendorf-Ost Rechnung (kurz: RISE) getragen: „Der Handlungsbedarf liegt in der Stärkung der Verbindung zwischen Innenstadt und Binnenhafen, damit die Harburger Innenstadt von der dynamischen Entwicklung des Binnenhafens profitieren kann.“

Zum Projektziel

Der auf Stadt- und Raumerforschung spezialisierte Verein StadtKultur Hafen e.V. sowie die Initiative SuedKultur arbeiten an der Idee, das gesamte Gebäudeensemble in die Nutzung eines Kulturprojektes zu überführen. Ziel ist es bis Februar 2019 ein tragfähiges Nutzungs-, Umbau- und Finanzierungskonzept zu entwickeln. Und die Initiative SuedKultur will es nicht einem einzelnen Betreibendem überlassen, sondern als Ort für alle Kulturschaffenden nutzbar machen.

Ideen von Kulturprojekten und Kreativen für den Sa., 16. Juni sind gefragt, sollten in 1-2 Sätzen skizziert und an fest@dreifalt.info gesandt werden. Bitte ungefähre Zeit für den Tag angeben, damit eine Abfolge erstellt werden kann, wer wann bei der Erkundung zum Zuge kommt. Je Aufführung / Erprobung sollte der Fairness halber gegenüber weiteren Interessenten nicht mehr als eine Stunde inkl. Auf- und Abbau angedacht sein.

Darüber hinaus werden Helfende für Vor- und Nachbereitung gesucht: schleppen, putzen, herrichten, abbauen etc.pp..

Auch hierzu bitte mit kurzer Zeitangabe (also wann verfügbar) mögen sich helfende und unterstützende Hände per Mail unter fest@dreifalt.info melden.

 

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Romane aus der Nachbarschaft https://www.tiefgang.net/romane-aus-der-nachbarschaft/ Fri, 24 Nov 2017 23:05:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2578 [...]]]> In  Heimfeld tagt wöchentlich eine Werkstatt des Schreibens. Und ihr Team bringt seine Ideen und Worte nicht nur zu Papier. Jetzt verlegt es auch – in Eigenregie.

„AWS-Literatur“ nennt sich das neue kreative „Start up“ in Hamburgs Süden und ihre Gründer sind schon reich. Vielleicht nicht an Geld, aber an Ideen und Werken mangelt es wahrlich nicht. Und es ist faszinierend, zu wissen, dass es gute Bücher aus der Nachbarschaft sind.

Die Idee entstand 2016 bei Wilfried Abels und Jan Christoph Nerger, Klaus von Hollen, Sonja Alphonso, Susan Dettmann und Maren Osten wurden seine Mitstreiter. Auf der website vom Verlag AWS-Literatur liest sich:

„Wir sind eine Gruppe von schreibbegeisterten, ehrenamtlich arbeitenden Menschen, die sich das Ziel gesetzt haben, Autoren und Künstlern aus dem Umfeld des Kulturvereins alles-wird-schön e.V. eine einfache Möglichkeit zu bieten, um in einem professionellen Rahmen zu veröffentlichen.“ Da kommt also noch was auf uns zu.

Und zwei Werke sind auch schon erhältlich und das zu Preisen, die es nahelegen, es hier und da unter einen Weihnachtsbaum zu legen. So etwa „Club der Sturmvögel“ – ein Roman von Jan Christoph Nerger. Zur Geschichte: Im Jahr 2012 fällt der vierzigjährige Popstar Alex in eine Sinn­krise. Er verspürt den Wunsch, aus seinem oberflächlichen Leben auszubrechen und erinnert sich an seine ungewöhnli­che Blankeneser Jugend in den 80ern, vor allem an seine Freundschaft und Liebe zur HIV-infizierten Mitschülerin Anja und deren junger Mutter Britta, aber auch an seine aufsässi­gen Klassenkameraden Mirko und Stefan. Später lernte er die junge Rockerin Marla kennen und lieben. Er sang in ihrer Rockband, bis es zum Zerwürfnis kam, weil er „ent­deckt“ wurde.

Alex beginnt nach den Menschen aus seiner Vergangenheit zu suchen und gerät wie damals in einen Strudel aus Ver­zweiflung, Leidenschaft und Liebe. Für ihn beginnt ein auf­regender Weg zurück zu sich selbst.

Der Autor Jan Christoph Nerger, geboren 1973 in Hamburg, lebt bis heute in der Elbmetropole. Der gelernte Erzieher und Bürokauf­mann schreibt als leidenschaftlicher Romanautor über seine Generation sowie über ökologische und futuristische The­men.

Club der Sturmvögel, Jan Christoph Nerger,
1. Auflage, 252 Seiten, ISBN 978-3-947051-00-7,  Preis: 9,- €
Leseprobe

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Und ein Roman von Klaus von Hollen findet sich auch. Klaus von Hollen wurde 1963 in Bremen geboren und lebt seit 1989 in Hamburg. Der gelernte Krankenpfleger und Groß­handels­kauf­mann arbeitet seit 1999 als Taxifahrer. 2004 veröffentlichte er gemeinsam mit vier anderen Autoren den Kurz­geschichten­band: „METRO.pole: Untergrundgeschichten“. Nun sein Debüt als Solist.

Seine Geschichte „Zeugnis eines Außenseiters“ handelt von Paul Lohmann, einem 38 Jahre alten Computerexperten in einem Elektrofachmarkt. Peter traut seinen Augen nicht, als er eines Tages Frank Woytek, dem Kerl, der ihm während der Schulzeit das Leben zur Hölle gemacht hat, gegenüber steht. Paul hofft, dass Frank ihn nicht erkennt, aber sein Stottern, das ihn schon sein ganzes Leben beeinträchtigt, bringt Woytek auf die richtige Spur. Aufs Neue verhöhnt, kehren Pauls Erinnerungen an die bitteren Erlebnisse aus seiner Jugendzeit zurück. Der Alptraum, so scheint es, will einfach kein Ende nehmen. Doch Paul ist nicht bereit, sich ein weiteres Mal terrorisieren zu lassen.

Zeugnis eines Außenseiters, Klaus von Hollen,
1. Auflage, 236 Seiten, ISBN 978-3-947051-01-4, Preis: 9,- EUR

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Weiterführender Link zum AWS-Literatur-Verlag: http://www.aws-literatur.de

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