Sozialkonto Harburg https://www.tiefgang.net Fri, 15 Sep 2023 11:33:15 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Rock, Pop und Ska inklusive https://www.tiefgang.net/rock-pop-und-ska-inklusive/ Fri, 29 Sep 2023 22:57:35 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10301 [...]]]> Es ist wieder so weit: das Netzwerk SuedKultur lädt Euch zur 13. Music-Night und somit zum Club- und Band-Hopping! Auch ins  „Stellwerk…

Für einen Eintritt könnt Ihr in 13 Locations gehen und 35 Acts genießen. Musikalisch dürfte für jeden Geschmack was dabei und vieles neu zu entdecken sein. So Du es schaffst …  Dabei ist auch das Sozialkontor in Kooperation mit dem Stellwerk, im Bahnhof Harburg über dem Fernzuggleis 3, 21073 Hamburg-Harburg.

Das Sozialkontor Harburg startet um 17 Uhr mit  Skampi | 18 Uhr Living Musicbox | 19 Uhr InKontakt-Party  und um 22 Uhr folgt das Stellwerk-Team mit „The incredible Soulfood Crew Legendäres DJ Soundsystem“.

Skampi

Skampi ist der Stimmungs-Motor mit einer guten Portion Selbstironie. Songs und Schlager gecovert und alles knackig in schnellen Ska umgebaut– zum Abtanzen, Mitgröhlen und Feiern. Skampi steht für beste Party ever, vor und auf der Bühne!

Living Musicbox

Die Living Musicbox ist eine inklusive Band, die hauptsächlich Coverversionen unterschiedlichster Rock- und Popsongs spielt, wobei die Lieder teilweise umarrangiert sind. Mindestens aber wird den Liedern stets eine eigene Note verliehen. Die Bandbreite des Programms reicht von den 60er Jahren bis hin zu aktuellen Stücken, wobei hier und da auch mal ein eigener Song in unserm Set zu finden ist. Das Programm ist so unterschiedlich wie die Bandmitglieder selbst. Was sie vereint, ist die Liebe zur Musik. Sie haben großen Spaß daran, sich bekannte Lieder anzueignen und im eigenen Stil wiederzugeben.

Eintritt: 7,50,-€ beim ersten Club Eurer Wahl. Mit dem dann erhaltenen Armbändchen kommt Ihr an dem Abend auch in alle anderen Clubs.

Weitere Acts unter www.sued-kultur.de.

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Alltag auf vier Rädern https://www.tiefgang.net/alltag-auf-vier-raedern/ Fri, 23 Mar 2018 23:20:15 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3213 [...]]]> Inklusion – sie ist in aller Munde aber im Kopf nicht angekommen. Sagt Laura Gehlhaar und liest uns schonungslos die Leviten – bei der SuedLese.

Die Autorin und Aktivistin Laura Gehlhaar schreibt und erzählt nichtalltägliche Alltags-Geschichten. Studiert hat sie Sozialpädagogik, arbeitet heute jedoch als Redakteurin und Bloggerin. Und das ist gut so, denn sie hat viel zu sagen und kann gut schreiben.

Ihr Buch „Kann man da noch was machen?“ erschien 2016 beim Heyne Verlag. Es ist quasi die Folge ihres Erfolges im Sozialen Netzwerk mit ihrem „Rollstuhlfahrer-Bullshit-Bingo“. Wegen ihrer Muskelerkrankung ist Gehlhaar auf das Hilfsmittel angewiesen und beschreibt, was sie sich tagtäglich anhören muss und welche Barrieren ihr zu schaffen machen. Angefangen von der Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper über äußere Hemmnisse und Hürden bis hin zum Umgang mit z.T. absurd anmutenden Reaktionen seitens der Umwelt. Was sie in ihrem Leben am meisten behindert, sind Bestimmungen und Engstirnigkeit.

Natürlich ist es normal, dass wir alle Vorurteile haben. Wir schätzen Situationen und Menschen ab und in Kategorien ein. Schubladendenken halt. Dagegen ist erst einmal nichts zu sagen; bedenklich wird es dann, wenn wir diese Schublade zumachen und uns keine Mühe mehr geben herauszufinden, was dran ist an unserer Vorstellung.

Die alltäglichen Erfahrungen, die Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft machen, sind stark auf Extreme reduzierte Reaktionen wie Mitleid und Bewunderung, Ignoranz und dreiste Distanzlosigkeit. Es stellt sich die rhetorische Frage, ob diese vereinfachten Grundhaltungen dem Spektrum menschlicher Begegnungen gerecht werden.

Laura Gehlhaar erstellt gerne Listen. Ich übrigens auch.

Beispielsweise sammelt sie Sätze, die Rollstuhlfahrer ständig hören:

  • „Sind wir nicht alle ein bisschen behindert?“
  • „Für mich bist du gar nicht behindert.“
  • „Soll ich schieben? Ich hab mal Zivi gemacht.“
  • „Du Arme – so hübsch, und dann im Rollstuhl.“
  • „Ich saß auch mal zwei Wochen im Rollstuhl. Ich weiß, wie das ist.“
  • „Toll, dass du trotzdem rausgehst.“
  • „Also, ich könnte das nicht.“

Mich hat die Lektüre nachdenklich gemacht. Dabei ist mir das Thema nicht einmal ganz fremd. Trotzdem bekam ich einen weiteren Blick und ein tieferes Verständnis vom ständigen, mühsamen und kräftezehrenden Kampf um Autonomie, Respekt und Teilhabe.

Mit schonungsloser Ehrlichkeit und viel Humor vermag Laura Gehlhaar Leser und Zuhörer für das Thema zu sensibilisieren.

Meine Top Five aus ihrem Buch, O-Ton Laura Gehlhaar:

  • Darf ich Ihnen erstmal das Sie anbieten?
  • Ich kann auf zehn verschiedene Arten sagen: „Es ist nichts“, wobei nicht eine davon „Es ist nichts“ bedeutet.
  • Schon mit neun Monaten konnte ich laufen. Vielleicht habe ich geahnt, dass die Zeit knapp wird.
  • Ich überlege, wann ich das letzte Mal alleine Feiern war und erinnere mich ganz genau: Noch nie.
  • Am wohlsten fühle ich mich, wenn ich meine Meinung ganz offen sagen kann, wann immer ich denke, jetzt wäre eine gute Gelegenheit dazu. Und manchmal auch, wenn andere denken, das sei jetzt überhaupt keine gute Gelegenheit.

Meine drei Lieblingskapitel:

  • Meine Behinderung, der Arschlochfilter
  • Erwachsenenscheiß
  • Hamlet 2 (mit krönendem Abschluss)

Und zum Schluss die Punktlandung:

  • Lesung am Fr, 20.04.2018 um 19:00 Uhr im Treffpunkt Hölertwiete 5

Laura Gehlhaar: Kann man da noch was machen? Geschichten aus dem Alltag einer Rollstuhlfahrerin, 256 Seiten, Taschenbuch, Verlag: Heyne, ISBN: 978-3-453-60367-7, Preis: € 9,99

Und hier geht´s zum Blog: lauragehlhaar.com

 

 

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