Staatsoper Hamburg – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Mon, 06 Oct 2025 08:06:10 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Die Steuergeld-Festspiele https://www.tiefgang.net/die-steuergeld-festspiele/ Fri, 10 Oct 2025 22:51:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12616 [...]]]> Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat sein neues Schwarzbuch rausgehauen. Man wünschte sich, Politik würde auch mal hineinschauen …

Ja, es ist ein bisschen wie das jährliche Bashing-Ritual. Man weiß, dass der BdSt seine Klientel bedienen will – ein bisschen populistischer Zorn auf die Obrigkeit schadet nie. Aber ganz ehrlich: Wer die Fälle liest, merkt schnell, es ist nicht nur ein Buch der Wut, sondern ein trauriger Beweis dafür, dass der Staat uns zum Sparen anhält, wenn es um soziale Wohltaten geht, aber selbst mit der vollen Schaufel in den Wind schanzt.

Das eigentliche Problem hat einen Namen: „Folgekostenfalle“. Die Politik sieht nur die prächtigen Einweihungen von Neubauten. Was der Betrieb, das Personal und die Wartung über Jahrzehnte kosten, wird systematisch ignoriert. Das ist keine Verwaltungsmacke, das ist eine Hypothek für die nächste Generation.

Die Summe des Irrsinns: Über 1,3 Milliarden Euro im Nu verpulvert

Wenn wir mal grob die größten Posten zusammenzählen, die im Schwarzbuch mit einer konkreten Zahl genannt werden, kriegt man Kopfschmerzen:

  • Bundeskosten-Wahnsinn: Das Kanzleramt lässt sich für über 800 Millionen Euro um 400 Büros erweitern. Der Bundespräsident zieht sich einen 180-Büro-Interimssitz für stolze 205 Millionen Euro daneben. Macht allein beim Bund über 1 Milliarde Euro für zusätzliche Beamtenzimmer.
  • Hamburgs Beitrag zur Pracht: Die Hansestadt steht mit Fällen im Gesamtwert von über 311,5 Millionen Euro in den Büchern. Das ist der Löwenanteil der Stadtbeteiligung an der jahrelangen Hängepartie um die Oper.

Gesamtbilanz der quantifizierten Fälle: Wir sprechen hier von einem Volumen von über 1,3 Milliarden Euro, die der Bund der Steuerzahler exemplarisch als Steuergeldverschwendung anprangert.

Gerade Hamburg liefert einen schmerzhaft klaren Beweis dafür, dass der hanseatische Kaufmannsgeist an der Elbe anscheinend keinen Beamtenjob bekommen hat. In der „schönsten Stadt der Welt“, die so frei und hanseatisch ist, sitzt das Geld offenbar so locker wie die Hosen in den Sommerferien. Neben der sündhaft teuren Opern-Debatte stechen drei Fälle heraus, die den Appetit auf das kostenlos beziehbare Buch steigern sollen:

  1. Das Geister-Museum: Das geplante Hafenmuseum. Da will man ein Prestigeprojekt, aber es gibt weder einen Entwurf noch einen Zeitplan. Trotzdem frisst das Projekt schon jetzt erhebliche Personalmittel. Der BdSt nennt es bereits jetzt eine der teuersten Fehlplanungen Hamburgs. Das ist die reinste Subventionierung von Planungschaos. Da kann man sich nur bei Johannes Kahrs – kennt den noch wer? – bedanken und ihm mit dem Museum – so es denn kommt – ein Mahnmal setzen.
  2. Der 35.000-Euro-Hüpfer: Ein kleiner, aber feiner Beweis für die Sorgfalt im Detail. Ein zeitlich befristeter Mini-Spielplatz an der Mönckebergstraße inmitten  der Innenstadt für 35.000 Euro. Da weiß man wenigstens, dass die Kleinstprojekte genauso verschwendet werden wie die Milliarden-Projekte.
  3. Die Elbvertiefung für Frösche: Ein weiterer Fall, der zeigt, wie es in Deutschland zugeht, ist die Kostenexplosion beim „Krötentunnel“ – obwohl dies nicht nur Hamburg betrifft, steht es symbolisch für die unaufhaltsame Baupreissteigerung und Mehrkosten bei Kleinstprojekten.

Man könnte ja auch mal etwas Sinnvolles tun

Das Beste am Schwarzbuch ist ja, dass es nicht nur meckert, sondern auch sagt, wo das Geld besser aufgehoben wäre. Die Alternativen, die der BdSt auflistet, sind der eigentliche Witz an der Sache, weil sie so offensichtlich sind:

  • Besser als Hafenmuseum: Anstatt das Hafenmuseum zu bauen, könnte man die 311,5 Millionen Euro (die städtische Beteiligung an der Oper) besser in den Erhalt und die Sanierung der alten Oper stecken. Oder, noch besser: Mit den 500 Millionen Euro, die im Kontext des Hafenmuseums genannt werden, ließen sich alle bestehenden Hamburger Museen grundsanieren. Aber wer will schon funktionierende Museen, wenn er ein neues Denkmal des Chaos haben kann?
  • Besser als Namenswechsel: Im Norden wollte man den Namen eines Landesbetriebs ändern. Kostenpunkt: 210.000 Euro für Schilder und Briefbögen. Die Alternative? Für die 210.000 Euro könnten vier Straßenwärter ein Jahr lang Radwege und Straßen pflegen.
  • Besser als sinnfreie Bürokratie: Hätte man die 1,43 Millionen Euro aus einem anderen Fall genommen, hätte man die Stadt Borken mit für jeden Schüler einem Tablet ausstatten können.

Das ist das Muster: Auf der einen Seite die Millionen für Luxus-Büros und Luftschlösser (wie die Erweiterung des Bundestages auf 500 Mandate würde Milliarden sparen), auf der anderen Seite das Management von Mangel, wo das Geld dringend gebraucht wird.

Die Lektion ist klar: Die Regierung mahnt zum Sparen und streicht dafür die kleinen, sozialen Posten zusammen. Gleichzeitig zimmern sich Bundes- und Landesregierungen gigantische, langfristige Schuldenfallen, die wir alle über Jahrzehnte bezahlen werden. Und das ist leider kein Witz mehr. Wenn Sie jetzt einen Kloß im Hals haben – der BdSt bietet das Schwarzbuch kostenlos an. Lesen Sie selbst. Und dann weinen Sie. Download hier.

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Ein Kühne(r) Plan https://www.tiefgang.net/ein-kuehner-plan/ Fri, 14 Feb 2025 23:36:58 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11494 [...]]]> Was erst wie eine absurde Idee klang (Sommer 2022) wurde erschreckend konkret. Kühne hat seine persönliche Idee einer neuen Hamburger Oper bis Anfang Februar 2025 bis zur Unterschriftsreife gebracht. Wir sollten reden …

In Hamburg ist eine öffentliche Debatte über den geplanten Neubau einer Staatsoper in der Hafencity entbrannt. Zu Recht.

Denn öffentlich ist ja erst jetzt, nicht dass eine Oper gedacht wird, sondern der Plan in fester Vertragsform steht. Die Vereinbarung besteht zwischen der Stadt Hamburg und der Michael Kühne Stiftung. Eine Beteiligung der Stadt-Bevölkerung gab es nicht. Diese Debatte ist vielschichtig und wirft eine Reihe von Fragen auf, die sowohl die kulturelle Bedeutung eines solchen Projekts als auch die Rolle und Geschichte des Unternehmens Kühne & Nagel betreffen. Wir fangen mal an, einen Überblick zu verschaffen.

Anfang Juni 2022 veröffentlichte das Hamburger Abendblatt einen Gastbeitrag des Vorstandsvorsitzenden der hiesigen Alfred-Toepfer-Stiftung, Anasgar Wimmer, und leitete diesen mit den Worten ein: „Braucht Hamburg einen Opern-Neubau? Und wenn ja – wie, wo und wer soll ihn bezahlen? Der Vorschlag des Logistik-Milliardärs Klaus-Michael Kühne – nach einer ursprünglichen Idee des Generalmusikdirektors Kent Nagano, aber erweitert um den Vorschlag des Abrisses des bestehenden Gebäudes – stieß in den vergangenen Tagen auf reichlich Kritik und wenig Zustimmung.“ (Abendblatt, 01. Juni 2022) 

Der Gastbeitrag der besonders im Kulturbereich hoch geschätzten Toepfer-Stiftung fasste gleich zu Beginn zusammen: „Klaus-Michael Kühnes Vorschlag, der Hamburgischen Staatsoper an der Dammtorstraße zu Leibe zu rücken, um nicht nur dem Operngesang in der HafenCity ein Denkmal zu setzen, ist originell – und sollte von der Politik dieser Stadt höflich, aber zügig zur Seite gelegt werden.“

Genau das aber passierte nicht. Es gab aber auch keine öffentlichen Diskussionen oder Beteiligungsformate. Immer wieder sickerte mal durch Recherche hartnäckiger Journalist*innen durch, dass Kultursenator Brosda und Klaus-Michael Kühne offenbar weiter planten. Und auf einmal sollte am Montag (3. Feb. 2025) gar die notarielle Beglaubigung der Opern-Idee erfolgen. Die aber – und das führte zum Eklat – sagte ausgerechnet Kühne ab mit der offiziellen Verkündung: „Bei der Endfassung des komplizierten Vertragswerks zwischen der Stadt Hamburg und meiner Kühne-Stiftung sind noch offene Fragen aufgetaucht, sodass weitere Gespräche folgen müssen“, sagte Klaus-Michael Kühne auf Abendblatt-Anfrage. „Die Kühne-Stiftung bekennt sich nach wie vor zu ihrem Projekt, allerdings muss die Aufteilung der wirtschaftlichen Belastungen und Risiken aus unserer Sicht überdacht werden. Dies wird mit der Stadt erörtert.““

Befürworter des Neubaus betonen nun die Notwendigkeit, Hamburg als Kulturstadt weiter zu stärken und ein architektonisch herausragendes Gebäude zu schaffen, das der Bedeutung der Hamburgischen Staatsoper gerecht wird. Sie argumentieren, dass der Neubau die Möglichkeit bietet, modernste technische und künstlerische Standards zu realisieren und die Oper für ein breiteres Publikum zu öffnen. Insbesondere Kultursenator Brosda führt ins Feld, dass der jetzige Standort in absehbarer Zeit saniert werden muss. Die Sanierung aber müsste unter den Bedingungen des bestehenden Denkmalschutzes erfolgen, so dass neue Ideen und Nutzbarkeiten kaum möglich seien.

Kritiker hingegen bemängeln vor allem die Kosten des Projekts und die Prioritätensetzung in einer Zeit, in der andere Bereiche der Kultur und sozialen Dienste unterfinanziert sind. Sie kritisieren außerdem die Rolle der Michael Kühne Stiftung und die damit verbundene Einflussnahme auf die Stadt. Aber auch der Standort stieß auf Kritik. Denn: Der Baakenhafen war in Deutschland die zentrale logistische Drehscheibe des Genozids, von dem 95% aller deutschen Soldaten in den Krieg fuhren.

Der Historiker und Kolonialismusforscher Prof. Dr. Jürgen Zimmerer hat sich immer wieder kritisch zum geplanten Neubau der Staatsoper in Hamburg geäußert. Seine Kritik zielt vor allem auf die Rolle der Michael Kühne Stiftung als Hauptsponsor und die damit verbundene Frage der „moralischen Patenschaft“ für ein solches Prestigeprojekt. Zusammengefasst lassen sich Zimmerers Kritikpunkte vielleicht wie folgt darstellen:

  1. Koloniale Verstrickungen der Familie Kühne: Zimmerer weist auf die Rolle der Familie Kühne während der Kolonialzeit hin, insbesondere auf die Verstrickungen von August Kühne, dem Mitbegründer des Unternehmens Kühne & Nagel, in den Kolonialhandel und die Ausbeutung kolonialer Ressourcen. Er argumentiert, dass die Stiftung, die den Namen der Familie trägt, sich ihrer historischen Verantwortung stellen und eine aktive Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit betreiben müsse.
  2. Mangelnde Transparenz und Aufarbeitung: Zimmerer kritisiert die mangelnde Transparenz in Bezug auf die Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit der Familie Kühne und des Unternehmens Kühne & Nagel. Er fordert eine umfassende und unabhängige Untersuchung der Rolle des Unternehmens im Kolonialismus sowie eine öffentliche Auseinandersetzung mit den Ergebnissen.
  3. Symbolische Bedeutung des Opernhauses: Zimmerer betont die symbolische Bedeutung eines solchen Prestigeprojekts und die Frage, welche Werte und Repräsentationen durch die Wahl des Sponsors vermittelt werden. Er argumentiert, dass die Stadt Hamburg mit der Annahme der Spende der Kühne-Stiftung eine Mitverantwortung für die Vergangenheit des Unternehmens übernimmt und sich damit potenziell mit kolonialen Unrechtskontexten identifiziert.

Ein Interview mit Prof. Dr. Jürgen Zimmerer, in dem er seine Kritik am Opernneubau und der Rolle der Kühne-Stiftung äußert, findet sich auf dem Blog „Hamburgs (post-)koloniales Erbe“.

Die leitenden Forscher der Kolonialforschungsstelle Hamburg, Dr. Jürgen Zimmerer und Dr. Kim Todzi formulierten erneut am 4.2.2025 eindeutig eine Stellungnahme: „Die Kühne-Oper gerade auch an diesem Ort ist aus verschiedenen Gründen problematisch.

  1. Ein zentraler authentischer Ort der Erinnerung an koloniale Verbrechen in Deutschland wird versiegelt und – bildlich gesprochen – überschrieben, und zu einem Ort des Vergnügens.
  2. Der Ort, der wie kaum ein zweiter für das Verhältnis von Genozid und Logistik steht, wird zu einem Prestigeprojekt für einen Mann, an dessen Bereitschaft, die Rolle der eigenen Logistikfirma am Holocaust aufzuklären, immer wieder Zweifel geäußert wurden.“

Die Rolle und strittige Historie von Kühne & Nagel:

Kühne & Nagel ist ein weltweit agierendes Logistikunternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz. Das Unternehmen wurde 1890 in Hamburg gegründet und ist bis heute eng mit der Stadt verbunden. Die Michael Kühne Stiftung, die den Opernneubau finanziert, ist nach dem Ehrenvorsitzenden und Mehrheitsaktionär von Kühne & Nagel benannt.

Die Geschichte von Kühne & Nagel ist umstritten. Während des Nationalsozialismus profitierte das Unternehmen von der Arisierung jüdischer Unternehmen und war in die Enteignung und Deportation von Juden verstrickt. Man vollzog quasi die Zwangsumzüge jüdischer Deportierter. Diese Vergangenheit wirft Fragen nach der moralischen Verantwortung des Unternehmens und der Stiftung auf, insbesondere im Zusammenhang mit einem so prominenten Kulturprojekt.

Einige Medienberichte und öffentliche Debatte:

  • Hamburger Abendblatt: Berichtet über die Einigung zwischen der Stadt und der Kühne-Stiftung, betont die Chancen für die Stadtentwicklung und die Modernisierung des Opernbetriebs (Quelle: Hamburger Abendblatt).
  • NDR Kultur: Analysiert die Hintergründe der Entscheidung, die Rolle der Kühne-Stiftung und die möglichen Auswirkungen auf die bestehende Kulturszene (Quelle: NDR Kultur).
  • Die Zeit: Kommentiert die Pläne kritisch und wirft Fragen nach der Prioritätensetzung in der Kulturpolitik auf (Quelle: Die Zeit).
  • taz: Beleuchtet die Geschichte von Kühne & Nagel im Nationalsozialismus und die möglichen ethischen Implikationen der Spende (Quelle: taz).

Und dann ist da noch die dauerhafte Diskussion über das Prinzip der Oper an sich. Denn man schätzt den öffentlichen Zuschuss je Besucher*in auf weit mehr als 150,- €. Die Besuchszahlen sind rückgängig – wie bei vielen der angestammten Opernhäuser.

Und der Wohnsitz des Milliardärs Michael in der Schweiz tut sein Übriges: Kühne hat seinen Wohnsitz in der Schweiz, wo er vermutlich einen tieferen Steuersatz hat als in Deutschland. Dadurch entgehen dem deutschen Staat höchstwahrscheinlich hohe Steuereinnahmen. Es ist schwierig, die genaue Höhe der Steuerersparnis von Kühne zu schätzen, da seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse nicht öffentlich bekannt sind. Schätzungen gehen jedoch aufgrund seines Wohnsitzes in der Schweiz jährlich von einem hohen Millionenbetrag an „Steuerersparnis“ aus.

Mehrere Medien haben über die möglichen Steuerersparnisse von Klaus-Michael Kühne aufgrund seines Wohnsitzes in der Schweiz berichtet. Hier sind einige Beispiele:

  • Der Spiegel: Ein Artikel mit dem Titel „Die Tricks der Superreichen und Konzerne“ befasst sich mit verschiedenen Methoden der Steuervermeidung, darunter auch die Verlagerung des Wohnsitzes ins Ausland. In diesem Zusammenhang wird auch Klaus-Michael Kühne erwähnt. (Quelle: Der Spiegel)
  • NDR: In einem Beitrag über das „Steuerparadies Luxemburg“ wird erläutert, wie Konzerne und Superreiche durch die Nutzung internationaler Strukturen ihre Steuerlast reduzieren können. Auch hier wird auf Klaus-Michael Kühne und seine Firma Kühne+Nagel eingegangen. (Quelle: NDR)
  • Süddeutsche Zeitung: In einem Artikel über „Steueroasen“ wird die Problematik der Steuervermeidung durch Superreiche und Konzerne thematisiert. Auch hier wird Klaus-Michael Kühne als Beispiel genannt. (Quelle: Süddeutsche Zeitung)

 

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Die Nase des Beamten https://www.tiefgang.net/die-nase-des-beamten/ Fri, 30 Aug 2019 22:10:57 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5720 [...]]]> Drinnen Theater, draußen Oper: am Harburger Rathaus gibt es kommenden Samstag (7. Sept.) was auf die Augen und Ohren.

In der Mitteilung des Bezirksamtes Harburg heißt es:

„Am Samstag, 7. September 2019 wird Dimitri Schostakowitschs Oper „Die Nase“ auf dem Harburger Rathausplatz auf einer Großleinwand vor der historischen Kulisse des Harburger Rathauses präsentiert. Um 19:30 Uhr beginnt das Rahmenprogramm.

Die Harburgerinnen und Harburger sowie Besucherinnen und Besucher dürfen sich auch in diesem Jahr auf ein besonderes kulturelles Ereignis freuen. Die Eröffnungspremiere der Staatsoper Hamburg „Die Nase“ von Dimitri Schostakowitsch wird am 7. September 2019 um 20.30 Uhr zeitversetzt auf dem Harburger Rathausplatz auf einer Großleinwand präsentiert. Bereits ab 19:30 Uhr fordert die Tanzschule Hädrich den Hamburger Süden zu Schostakowitschs schönster Walzermusik zum Tanz auf. Die Musik wird live von einem Ensemble der Stadtteilschule Ehestorfer Weg gespielt. Anschließend überraschen die Schülerinnen und Schüler mit einem selbstkreierten Rap-Mix auf die Oper. Ergänzt wird die Veranstaltung durch ein kulinarisches Angebot. Der Eintritt ist frei und es stehen Bänke zur Verfügung. Wer bequemer sitzen möchte, bringt bitte seine eigenen Sitzgelegenheiten mit.

Am 07. September 2019 eröffnet die Staatsoper Hamburg mit der Oper „Die Nase“ von Dmitri Schostakowitsch ihre neue Saison. Die Neuproduktion ist eine Inszenierung der Hamburger Schauspielhaus-Intendantin Karin Beier unter Musikalischer Leitung des Hamburgischen Generalmusikdirektors Kent Nagano. Darin geht es um die Nase des Beamten Kowaljow, die sich aus seinem Gesicht entfernt und als Politiker Karriere macht. Die Groteske über Identitätsverlust vereint Komisches und Schreckliches zugleich: Dass eine Nase ein Eigenleben führt, schürt in der Gesellschaft die Furcht vor dem Unbekannten und endet in einer Megahysterie.

„Die Kooperation des Bezirksamts Harburg, dem Citymanagement Harburg und der Staatsoper Hamburg ermöglicht ein Opernerlebnis der ganz besonderen Art. Unter freiem Himmel, auf dem schönsten Platz Harburgs wird ein beeindruckendes kulturelles Event südlich der Elbe realisiert, das auch dieses Jahr wieder viele Menschen begeistern wird.“ Sophie Fredenhagen, Bezirksamtsleiterin Harburg

„Bereits im letzten Jahr hat die Veranstaltung unsere Erwartungen voll übertroffen, wir freuen uns mit diesem hochwertigen, kulturellen Angebot so viele Menschen im Hamburger Süden zu erreichen.“ Melanie-Gitte Lansmann, Citymanagement Harburg

Die Bezirksversammlung Harburg hat für die Veranstaltung auf dem Harburger Rathausplatz eine Zuwendung in Höhe von 10.250 Euro bewilligt.“

Quelle: hamburg.de/harburg

 

 

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Parsifal zum Partizipieren https://www.tiefgang.net/parsifal-zum-partizipieren/ Fri, 09 Feb 2018 23:04:07 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3010 [...]]]> Wagner geht immer, sagt sich manch´ Opernhaus und in Hamburg wird gleich das „Parsifal Prinzip“ ausgerufen. Vorteil: Sie können mitmachen!

In der Pressemitteilung der Staatsoper hießt es:

„Unter dem Titel Das Parsifal Prinzip bietet die Staatsoper Hamburg in der aktuellen Spielzeit 2017/2018 im Rahmen ihres Partizipationsangebots einen offenen Musiktheaterworkshop mit Regisseur Tristan Braun an. Die Workshop-Präsentation ist am 25. und 26. Mai 2018 in der opera stabile sowie am 31. Mai 2018 im evangelisch-lutherischen Gemeindezentrum in Mümmelmannsberg. Die Workshops finden an ausgewählten Wochenenden im April und Mai 2018 statt. Anmeldungen sind bis 20. Februar 2018 möglich.

Nach der erfolgreichen Spielzeiteröffnung mit Richard Wagners Parsifal in der Inszenierung von Achim Freyer und dem flankierenden Partizipationsprojekt WagnerAhoi! am Jungfernstieg bietet die Staatsoper Hamburg nun einen Musiktheaterworkshop zu Wagners Parsifal an: Das Parsifal Prinzip. Frei von gängigen Opernkonventionen wollen wir mit theaterbegeisterten Menschen  unterschiedlichster Herkunft und Altersgruppen Wagners Oper Parsifal neu entdecken. Dabei werden wir uns den Ritualen in Wagners Werk nähern, sie hinterfragen und uns den Ritualen in unserem Alltag stellen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich; die Freude an der kreativen Auseinandersetzung mit den Inhalten von Wagners Werk und einer zeitgemäßen Deutung ist wünschenswert.

Tristan Braun, in Gräfelfing bei München geboren, erhielt bereits in jungen Jahren Unterricht auf dem Klavier und der Violine, später in zeitgenössischem Tanz und klassischem Ballett. Er war als Sprecher für den „Kinderfunk“ des BR tätig und gewann den Deutschen Hörbuchpreis 2005. Projekte in allen Bereichen führten ihn nach Chile, Schottland und Frankreich, sowie ans Staatstheater am Gärtnerplatz und zu den Münchner Philharmonikern. An der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin absolvierte er den Bachelor in Musiktheaterregie, nahm in diesem Rahmen u.a. an Workshops mit Barrie Kosky, Andrea Moses und Stephan Hehrheim teil und absolvierte zahlreiche Projekte. Als Geiger spielt er regelmäßig mit Barockensembles wie La Banda, dem jungen Barockorchester Berlin, den Ensembles Eroica Berlin, Wunderkammer und Ensemble Reflektor. Regelmäßig assistiert er der Choreographin und Regisseurin Sasha Waltz (u.a. „Sacre“, „Tannhäuser“ an der Staatsoper Berlin) und hospitierte im Rahmen der Salzburger Festspiele bei Jürgen Flimm und Dieter Dorn. 2010 hatte seine Inszenierung von Moliéres „Don Juan“ im Münchner theater…und so fort Premiere, die im Jahr drauf am Theater Heppel & Ettlich gastierte. Tristan Braun gründete 2014 die Company Tristan & Associates; seine Inszenierung von H. Purcells „Dido and Aeneas“ in einer eigenen Rekonstruktion und unter Mitwirkung von Thomas Quasthoff im ausverkauften Radialsystem V Berlin bildete den Auftakt. Im Oktober 2014 führten Tristan & Associates seine Neuinszenierung von Händels „Ariodante“ in der Elisabethkirche Berlin auf.

Kooperationspartner der opera stabile sind: Körber-Stiftung, Deutsche Bank Stiftung, Hapag-Lloyd Stiftung und Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper.

Das Parsifal Prinzip – Musiktheaterworkshop mit Regisseur Tristan Braun; Ausstattung und Bühne: Julius Semmelmann

Workshop-Präsentation am 25. und 26. Mai 2018 in der opera stabile sowie am 31. Mai 2018 im evangelisch-lutherischen Gemeindezentrum in Mümmelmannsberg. Die Workshops finden an ausgewählten Wochenenden im April und Mai 2018 statt.

Anmeldungen sind bis 20. Februar 2018 möglich.

Anmeldungen und weitere Informationen bei Christoph Böhmke unter 040/3568-624 oder christoph.boehmke@staatsoper-hamburg.de.

Quelle: staatsoper-hamburg.de

 

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