Stadtgesellschaft https://www.tiefgang.net Fri, 20 Dec 2019 11:13:49 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Keith Haring in Essen https://www.tiefgang.net/keith-haring-in-essen/ Fri, 27 Dec 2019 23:01:40 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6162 [...]]]> Das Essener Folkwang Museum will mehr als nur Schauraum sein. Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen ist ihm Anspruch und Programm zugleich. Für 2020 hat man sich viel vorgenommen …

Essen. Im kommenden Jahr präsentiert das Museum Folkwang ein umfangreiches und interdisziplinäres Programm rund um gesellschaftlich relevante Themen wie Urbanität und Stadtgesellschaft, Migration, AIDS oder Datensicherheit. Neben einer großen Retrospektive zu Keith Haring und der Präsentation von Martin Kippenbergers Großinstallation The Happy End of Franz Kafka’s ‚Amerika‘ zeigt das Museum Folkwang die fotografischen Arbeiten Aenne Biermanns und das grafische Werk des Filmemachers Federico Fellini. Die Schau Keith Haring wird flankiert von einer Ausstellung internationaler Plakate gegen AIDS. Zudem stellt der Künstler Mario Pfeifer eine neu produzierte Videoinstallation zur Cyberkriminalität vor. Zehn Jahre nach dem Kulturhauptstadtjahr nimmt eine Ausstellung mit Exponaten aus dem Baukunstarchiv NRW die Kulturbauten des Ruhrgebiets in den Blick. Ab Mitte 2020 erhält die Fotografische Sammlung Räumlichkeiten zur ständigen Präsentation ihrer umfangreichen Bestände und lädt zum Dialog mit jungen Positionen sowie Partnern aus dem Bereich Fotografie ein.

Peter Gorschlüter, Direktor des Museum Folkwang, betont: „Das Museum und die Kunst ermöglichen die Reflektion des aktuellen Zeitgeschehens. In 2020 stehen rund um unsere Highlight Ausstellung Keith Haring weitere wichtige gesellschaftliche Themen im Fokus: Was macht eine moderne Gesellschaft aus? Wie geht sie mit ihren Krisen um? Von der Protestkultur zur Cybergesellschaft, von der Migration zur Urbanität: Das Museum des 21. Jahrhunderts soll ein Ort des offenen und lebendigen Austauschs sein, der für Teilhabe und Transparenz steht. Der Mensch und die Stadtgesellschaft stehen dabei immer im Mittelpunkt unserer Programmatik.“

Das Ausstellungsjahr 2020 beginnt mit der Retrospektive Aenne Biermann (ab 21. Februar). Das Museum Folkwang ist im Besitz zahlreicher fotografischer Werke Biermanns. Gemeinsam mit den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde und der Pinakothek der Moderne, München, wird das kurze aber produktive Schaffen der Autodidaktin und Wegweiserin der modernen Fotografie erfahrbar. Ab Mitte des Jahres bekommen die Besucherinnen und Besucher einen erweiterten Blick in die umfangreichen Bestände der Fotografischen Sammlung: Neben den Wechselausstellungen und der Sammlungspräsentation Neue Welten wird zukünftig auch das Untergeschoss des Museums der ständigen Präsentation fotografischer Arbeiten dienen. Die Räumlichkeiten bieten perfekte Bedingungen für die lichtempfindlichen Exponate. Der Dialog mit Partnern und aktuellen fotografischen Positionen ist dabei wesentlich für das neue Konzept.

Ab dem 13. März präsentiert der Künstler Mario Pfeifer im Untergeschoss des Museums eine neu produzierte Videoinstallation, die er im Kontext des VISIT Artist in Residence Stipendiums der innogy Stiftung zum Thema „Cyberkriminalität“ und „Datensicherheit“ entwickelt. Pfeifer setzt sich in seinen Videoarbeiten immer wieder mit sozialkritischen und politischen Themen auseinander.

Im Frühsommer 2020 setzt das Museum einen thematischen Schwerpunkt mit einer Retrospektive des US-amerikanischen Künstlers Keith Haring und einer Ausstellung internationaler Plakate gegen AIDS. Rettet die Liebe! bildet den Auftakt am 8. Mai: Bei freiem Eintritt können die Besucherinnen und Besucher anhand von rund 300 Plakaten aus verschiedenen Ländern unterschiedlich konnotierte AIDS-Aufklärung – mal einfühlsam, mal schockierend – betrachten. In diesem Kontext werden u. a. Plakate von Keith Haring gezeigt, dem das Museum Folkwang ab dem 29. Mai die große Retrospektive Keith Haring widmet. In seiner Kunst und mit seinen eingängigen Motiven setzte sich der Künstler immer wieder mit den drängenden Problemen seiner Zeit auseinander. Mehr als 85 Werke, darunter großformatige Gemälde, frühe Zeichnungen, Video- und Performance Experimente, Plakate und Schallplattencover vermitteln die Bandbreite seines Oeuvres. Selten, zum Teil noch nie gezeigtes Archivmaterial, Flugblätter, Manuskripte, Film- und Fotoaufnahmen lassen den kreativen Geist der New Yorker Straßen- und Clubkultur der 1980er Jahre wiederauferstehen.

Zehn Jahre nach dem Kulturhauptstadtjahr 2010 und der Eröffnung des von David Chipperfield entworfenen Neubaus des Museum Folkwang wird in der Ausstellung „Und so etwas steht in Gelsenkirchen …“ auf rund 70 Jahre Baukultur des Ruhrgebiets zurückgeblickt (ab 11. September). Anhand von Wettbewerbsplänen, Modellen und originalen Skizzen aus dem Baukunstarchiv NRW werden die „Biografien“ wichtiger Kulturbauten nachgezeichnet, u. a. vom Museum Folkwang, dem Aalto-Theater in Essen, dem Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen und dem Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop.

Anlässlich des 100. Geburtstags Federico Fellinis würdigt das Museum Folkwang mit Von der Zeichnung zum Film das grafische Werk des italienischen Filmemachers (ab 23. Oktober). Seiner Karriere im Film ging eine Tätigkeit als Karikaturist voraus. Um die Figuren und Szenen seiner Filme zu entwerfen, bediente er sich oft dem Medium der Zeichnung. Die Ausstellung macht die Bedeutung der Zeichnung im Schaffensprozess Fellinis anhand von Arbeiten auf Papier, Filmstills, Set-Aufnahmen und Ausschnitten seiner bedeutendsten Filme nachvollziehbar.

Aktueller denn je ist Martin Kippenbergers Großinstallation The Happy End of Franz Kafka’s ‚Amerika‘ aus den 1990er Jahren, mit deren Präsentation das Ausstellungsjahr 2020 endet (ab 20. November). Inspiriert von Franz Kafkas Romanfragment Der Verschollene/Amerika baute Kippenberger ein improvisiertes und aberwitziges Aufnahme-Camp für Migranten und Jobsuchende auf. Die 50 Sitz- und Tischgruppen laden zu fiktiven „Einstellungsgesprächen“ ein und konfrontieren die Besucherinnen und Besucher mit dem Gefühl des Fremdseins – einer existenziellen Erfahrung, der heute unzählige Menschen erneut ausgesetzt sind. Die Großinstallation mit den Ausmaßen eines Sportplatzes wird erstmals nach vielen Jahren wieder in Deutschland und vollständig zu sehen sein.

Darüber hinaus arbeitet das Museum Folkwang verstärkt an der Digitalisierung seiner Sammlungsbestände. Im Jahr 2020 wird die Sammlung Online von derzeit etwa 2.500 Exponaten auf rund 80.000 Datensätze aufgestockt. Damit ist eine vertiefte Recherche in den Beständen jederzeit und für jedermann möglich. Das Museum Folkwang geht damit einen weiteren Schritt in Richtung Öffnung und Transparenz.

Quelle: www.museum-folkwang.de

 

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Wer integriert hier wen? https://www.tiefgang.net/wer-integriert-hier-wen/ Fri, 08 Feb 2019 23:18:41 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4840 [...]]]> Eine Fachkonferenz arbeitete zum Thema „Soziokultur findet Stadt“. Nun liegen Ergebnisse zum Nachlesen vor.

Immer mehr Menschen leben in Städten. Doch in Städten zu leben wird immer schwieriger, vor allem für Einkommensschwächere. Wie soziokulturelle Zentren dazu beitragen, (Frei-) Räume zu erhalten und auch im Kontext von Kommerzialisierung und Gentrifizierung selbstbestimmte Wege der Transformation zu beschreiten, zeigt die aktuelle Ausgabe der SOZIOkultur.

Die Fachkonferenz „Soziokultur findet Stadt“ der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren am 12. und 13. September 2018 in der ufaFabrik in Berlin ging Fragen zur Gestaltung von Partizipationsprozessen in der Stadtgesellschaft nach. Mehr als 150 Akteure aus Kultur und Medien, Stadtteilarbeit und Wissenschaft sowie Politik und Verwaltung diskutierten, wie mit Kunst und Kreativität das Leben im Stadtteil freundlich gestaltet und zukunftsorientiert ausgerichtet werden kann. Der Ethnologe Jens Schneider betont, dass in vielen Städten die sogenannte „deutsche Mehrheitsgesellschaft“ nur noch eine Minderheit von vielen und häufig am stärksten segregiert sei. Ethnische Communitys dagegen seien Ankunftsorte und Hubs für Integration. Hans-Jörg Siewert hebt hervor, dass soziokulturelle Zentren als intermediäre Organisationen der Spaltung der (städtischen) Gesellschaft entgegenwirken und Teilhabe ermöglichen. Als „agents of change“ tragen sie zur Lebensqualität in Städten und Regionen bei und beeinflussen die Lebens- und Wohnortentscheidungen kreativer Menschen positiv. Einen magnetischen Zauber übt das bunte Leben im „ArtSocialSpace“ in der Brunnenpassage in Wien aus und signalisiert: Tretet ein und lernt euch dabei kennen. Ihr alle habt das Recht auf Kunst und Kultur.

Auch das Modellvorhaben „UTOPOLIS – Soziokultur im Quartier“, das die Bundesvereinigung Sozio-kultureller Zentren startete, richtet den Fokus auf Stadtentwicklungsprozesse. Im Rahmen einer ressortübergreifenden Strategie, die das Bundesministerium für Inneres, Bau und Heimat und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien vereinbarten, werden über das Programm „Soziale Stadt“ Entwicklungskonzepte von zwölf soziokulturellen Zentren in elf Bundesländern mit dem Ziel gefördert, nachhaltige Strukturen im Kulturbereich zu schaffen. „Gegenwärtig nimmt der Stellenwert der Kultur – und damit auch der Soziokultur – weiter zu. […] Kernthemen des Koalitionsvertrages wie Integration, Zusammenhalt in Vielfalt, ländliche Räume, gleichwertige Lebensverhältnisse – all das sind auch wichtige kulturelle Themen. Die Soziokultur spielt hier seit den 70er Jahren eine echte Vorreiterrolle“, so Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Quelle: www.soziokultur.de

Download: http://www.soziokultur.de/bsz/sites/default/files/file/flipviewer/Sk4-2018/flipviewerxpress.html

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Nachbarschaften neu gestalten https://www.tiefgang.net/nachbarschaften-neu-gestalten/ Fri, 03 Nov 2017 23:30:23 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2414 [...]]]> Einmal im Jahr schreibt der Dachverband „Stadtkultur HH“ den „Stadtteilkulturpreis“ aus und würdigt damit die Kultur im Schatten der Leuchttürme.

In der Pressemitteilung zur Ausschreibung heißt es:

„Mit dem Hamburger Stadtteilkulturpreis werden jährlich Projekte und Programme gewürdigt, deren Konzeption, Umsetzung und Resonanz besondere Qualität zeigen und die besonders geeignet sind, auch auf andere Stadtteile als anregendes Beispiel zu wirken.

Der Hamburger Stadtteilkulturpreis wird für realisierte Projekte oder Programme vergeben, die ein erfolgreiches Ergebnis nachweisen, und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Preisträger und die neun Finalisten des Hamburger Stadtteilkulturpreis 2018 werden auf der Preisverleihung Ende April 2018, auf der Webseite des Preises und in einer Ausgabe des stadtkultur magazins ausführlich vorgestellt.

Online bewerben – hier klicken!

Preisstifter und Unterstützer

Preisstifter des Hamburger Stadtteilkulturpreises sind die Hamburgische Kulturstiftung, die Gabriele Fink Stiftung, die Patriotische Gesellschaft von 1765 und die Behörde für Kultur und Medien Hamburg. Die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. unterstützt die Umsetzung. STADTKULTUR HAMBURG, der Dachverband für Lokale Kultur und Kulturelle Bildung, ist als Experte und Szenekenner für Konzeption und Durchführung des Wettbewerbs zuständig.

Wer kann teilnehmen

Bewerben können sich freie Träger der Kulturarbeit – kulturelle Initiativen, Zentren und Vereine –, sowie Einzelpersonen, die sich in der Stadtteilkulturarbeit in Hamburg engagieren. Gewerbliche Anbieter, Parteigruppen und konfessionell gebundene Gruppen können nicht berücksichtigt werden.

Neben Kulturprojekten sind ausdrücklich auch Kurs- und Veranstaltungsprogramme, Programmbereiche, Veranstaltungsreihen, spezielle Veranstaltungsformate und Festivals, die in besonderer Weise den Qualitätskriterien des Stadtteilkulturpreises entsprechen, aufgefordert, sich auf den Hamburger Stadtteilkulturpreis zu bewerben.

Qualitätsmerkmale stadtteilkultureller Arbeit

Projekte oder Programme, die sich für den Hamburger bewerben, sollten mehrere der folgenden Qualitätsmerkmale stadtteilkultureller Arbeit zeigen:

  1. KULTURELLE TEILHABE – Kultur von allen für alle
    Die Projekt- oder Programmarbeit spricht ein breites Publikum aus unterschiedlichen Milieus, sozialen und Bildungsschichten sowie Altersgruppen an und leistet einen wichtigen Beitrag zur sozialen Integration.
  2. LOKALE KULTUR – Kultur direkt vor Ort
    Ausgehend von den Bedarfen und Themen vor Ort bezieht sich die Projekt- oder Programmarbeit auf das Quartier und seine Geschichte, und lädt ein, mit künstlerisch-kulturellen Mitteln Nachbarschaften neu zu gestalten.
  3. KULTURELLE BILDUNG – Chancen schaffen, Nachwuchs fördern
    Die Projekt- oder Programmarbeit ermöglicht es, sich künstlerisch und kulturell selbst zu betätigen und kulturelle Angebote selber zu organisieren.
  4. KULTURELLE VIELFALT – Internationale Stadtgesellschaft und Interkulturelle Öffnung
    Die Projekt- oder Programmarbeit fördert die interkulturelle Öffnung und macht die kulturelle Vielfalt erlebbar.
  5. MITGESTALTUNG UNSERER STADT – Beteiligen und Engagieren
    Die Projekt- oder Programmarbeit ermutigt zu freiwilligem Engagement und ermöglicht, das eigene Lebensumfeld mitzugestalten.
  6. VERNETZUNG – Vor Ort verankert
    Die Projekt- oder Programmarbeit initiiert, entwickelt und stärkt regionale Netzwerke und bindet Künstlerinnen und Künstler und benachbarte Kultur- und Bildungseinrichtungen ein.

Verfahren und Fristen

Bewerbungen sind ab dem 1. November 2017 möglich über das Onlineformular auf der Seite des Hamburger Stadtteilkulturpreises (www.stadtteilkulturpreis.de) Das Formular kann auch als PDF oder Worddokument heruntergeladen und ausgefüllt werden. Voraussetzung für die Bewerbung ist das vollständige Ausfüllen des Formulars und der Upload bzw. Zusendung der geforderten Daten (z.B. Fotos, Logos etc.). Bewerbungsende ist Mittwoch, der 3. Januar 2018.

Aus allen Einsendungen werden die Preisstifter im Anschluss für den Hamburger Stadtteilkulturpreis zehn Finalisten nominieren. Aus diesen Finalisten wird eine unabhängige Jury – bestehend aus Prof. Dr. Gesa Birnkraut von Birnkraut Partner, Stefan Reckziegel vom Hamburger Abendblatt und Robert Hillmanns aus dem zakk Düsseldorf bestand – den Preisträger ermitteln. Der Preis wird im Rahmen einer festlichen Veranstaltung unter Beteiligung von Medien und Öffentlichkeit Ende April 2018 überreicht.“

Quelle: www.stadtteilkulturpreis.de

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