Stephan Balkenhol – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Wed, 06 Apr 2022 14:02:55 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 40 Jahre „Kunst im öffentlichen Raum“ https://www.tiefgang.net/40-jahre-kunst-im-oeffentlichen-raum/ Fri, 08 Apr 2022 22:51:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8940 [...]]]> Hamburg hat 1981 als erste deutsche Metropole mit dem Programm „Kunst im öffentlichen Raum“ das bis dahin übliche Auftragsprogramm „Kunst am Bau“ abgelöst und hat damit den Stadtraum für freie Kunstprojekte geöffnet.

Pandemiebedingt ein Jahr nach dem 40. Jubiläum dieses wegweisenden Programms und passend zum Neustart der Kultur nach der Corona Pandemie schreibt die Behörde für Kultur und Medien aus Corona-Sondermitteln einmalig Projektgelder im Bereich Kunst im öffentlichen Raum in Höhe von 500.000 Euro zusätzlich aus. Damit soll die inhaltliche, programmatische, formale und / oder diskursive Weiterentwicklung des Hamburger Programms gefördert und der Kunst und Kultur neue Impulse gegeben werden. Die Ausschreibung richtet sich an professionelle bildende Künstlerinnen und Künstler, Kollektive, Initiativen und Akteurinnen und Akteure in Hamburg.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Das Hamburger Programm lädt Kuratorinnen und Kuratoren und Künstlerinnen und Künstler ein, anlässlich des 40. Jubiläums des Programms ‚Kunst im öffentlichen Raum‘ und nach zwei Jahren Corona-Pandemie einen Neustart zu wagen und innovative und experimentelle Projekte zu realisieren. Die Kunst im öffentlichen Raum hat in den letzten über 40 Jahren die Stadt verändert. Künstlerinnen und Künstler haben mit ihren Werken relevante Themen öffentlich zur Diskussion gestellt und so einen gesellschaftlichen Diskurs entfacht und neue Wege geöffnet. Heute, über 40 Jahre nach der programmatischen Neuausrichtung und zum Neustart der Kultur nach der Corona-Pandemie, ist es höchste Zeit, sich erneut veränderten Bedingungen zu stellen. Daher wollen wir mit den Sondermitteln Impulse für eine Weiterentwicklung der Kunst im Stadtraum setzen. Gerade jetzt brauchen wir die öffentliche Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur. Ich bin gespannt auf die neuen Ideen und Initiativen, mit denen die Kunst im öffentlichen Raum den gesellschaftlichen Diskurs bereichern wird.“ 

In den vergangenen über 40 Jahren sind zahlreiche bekannte, kontroverse und beliebte Projekte im Rahmen des Programms Kunst im öffentlichen Raum umgesetzt oder geplant worden. Dies reicht von den „Vier Männern auf Bojen“ von Stephan Balkenhol, dem „Gesamtkunstwerk Freie und Hansestadt Hamburg“ von Joseph Beuys, den großen weiß leuchtenden Neon-Lettern „Kanäle, Eisenbahnbrücke, Lagerhäuser, Schiff, Wolken, Himmel, Wind, Hafenkräne“ von Rémy Zaugg an der Oberhafenbrücke, bis zu dem Projekt „Veddel vergolden“ von Boran Burchhardt. Insgesamt hat die „Kunst im öffentlichen Raum Hamburg“ bis heute den Anspruch, ein reflexives und agiles, dynamisches Programm zu sein, das sich selbst immer wieder neu definieren soll.

Die neuen geförderten Projekte sollen neue Impulse setzen und Kunst und Kultur in spannungsreiche Verhältnisse zum Stadtraum beziehungsweise zu anderen öffentlichen Räumen der Gegenwart bringen. Dabei sollen sie über relevante Bezüge zu gegenwärtigen Herausforderungen der Stadtgesellschaft, Stadtgeschichte, Stadtentwicklung und anderen frei zu wählenden Kontexten eine gesellschaftliche Wirkung entfalten. Darüber hinaus sollten sie Kunst und Menschen in deren alltäglichen Lebensumfeldern verbinden sowie die überregionale und internationale Vernetzung der Hamburger Szene durch Stadt-übergreifende künstlerische Zusammenarbeiten begünstigen.

Die Ausschreibung startet jetzt und ist bis zum 15. Mai 2022 möglich. Über die umzusetzenden Projekte entscheidet eine unabhängige Jury.

Die vollständige Ausschreibung sowie die Bewerbungsunterlagen gibt es unter www.hamburg.de/bkm/kioer/

 

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Balkenhols Bojen-Männer https://www.tiefgang.net/balkenhols-bohen-maenner/ Fri, 03 Sep 2021 22:12:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8326 [...]]]> Eigentlich sollten sie nur ein paar Jahre in Hamburg bleiben. Doch jetzt sind sie mit ihrem festen Blick über Alster, Elbe und Bille nicht mehr wegzudenken – die „Vier Männer auf Bojen“ von Stephan Balkenhol.

Wind und Wetter hatten den vier ursprünglich aus Eichenholz gefertigten Männern in den letzten fast drei Jahrzehnten schwer zugesetzt. Jetzt hat der Künstler Stephan Balkenhol alle vier Figuren aus Aluminium neu gefertigt, so dass sie der Stadt dauerhaft erhalten bleiben. Nachdem die Männer vor der Strandperle in Övelgönne, auf der Harburger Süderelbe östlich der Brücke des 17. Juni und auf dem Serrahn in Bergedorf bereits neu geschaffen ihre Plätze eingenommen haben, ist heute auch der Alster-Mann auf der Außenalster nahe der Gurlitt-Insel zu Wasser gelassen worden.

 Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Zwischen den vier Männern auf Bojen und den Hamburgerinnen und Hamburgern besteht fast so etwas wie eine Liebesbeziehung. Sie sind aus Hamburg nicht mehr wegzudenken, mit ihrem hanseatischen Äußeren und dem scheinbar norddeutsch stoischen Inneren. Ihrem festen Blick in die Ferne, konnten vermeintlich weder Wind, Wetter noch Möwen etwas anhaben. Nachdem das Eichenholz diese unerschütterliche Fassade nicht länger halten konnte, blicken die Männer jetzt, aus Aluminium neu geschaffen, unbesorgt in die Zukunft. So sind die ‚Vier Männer auf Boje‘ weiterhin ein wunderbarer Anker bei dem Blick auf Hamburgs Gewässer und zugleich ein liebenswertes Denkmal, das Stephan Balkenhol den Norddeutschen gesetzt hat. Ich danke dem Künstler sehr, dass er sich bereit erklärt hat, die vier Männer aus Aluminium neu herzustellen.“ 

Die „Vier Männer auf Bojen“ wurden 1993 erstmals in Hamburg zu Wasser gelassen. Seitdem werden sie jedes Jahr von Frühjahr bis Spätherbst an ihren angestammten Plätzen auf Elbe, Alster und Bille zu Wasser gelassen. Nach fast dreißig Jahren mussten die ursprünglich aus Eichenstämmen gehauenen und auf Flachwassertonnen montierten Holzfiguren nun ganz erneuert werden. Um die Figuren dauerhaft in Hamburg zeigen zu können, schlug Stephan Balkenhol vor, vier neue Figuren aus haltbarerem Aluminium herzustellen. Nach den alten von ihm überarbeiteten Modellen geformt und bemalt, sind die neuen Männer äußerlich kaum von ihren Vorgängern zu unterscheiden. Aus Aluminium gegossen und mit Lack bemalt haben sie jetzt aber eine deutlich größere Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen und eine noch vielfach längere Lebensdauer als das vormals verwandte Eichenholz. Im Winter werden die Männer auch künftig mit ihren Schwimmtonnen aus dem Wasser geholt, um sie vor Eis zu schützen. Die Produktionskosten in Höhe von 100.000 Euro trägt die Behörde für Kultur und Medien. Der Künstler hat auf ein Honorar verzichtet.

Die Geschichte der „Vier Männer auf Bojen“

Die Geschichte des Projekts der „Vier Männer auf Bojen“ nahm ihren Anfang 1992 mit dem Erwerb einer ersten Figur durch die Kulturbehörde Hamburg für die Außenalster. Die Bojenskulptur war zuvor kurze Zeit auf der Themse in London platziert. Das Projekt im Rahmen des Programms „Kunst im öffentlichen Raum“ wurde um drei weitere Bojenmänner erweitert, die 1993 im Stadtgebiet auf verschiedenen Gewässern aufgestellt wurden. Die vier Männer – alle bekleidet mit schwarzer Hose und weißem Hemd – mittleren Alters und von durchschnittlicher Größe, erlauben keine spezifische Identifizierung. Unterscheidbar sind sie nur durch unterschiedliche Ruhestellungen der Arme. Sie verraten weder Herkunft noch Beruf, noch ihre innerlichen Befindlichkeiten oder Absichten. Gelassen und wie selbstverständlich in sich ruhend stehen sie auf dem Wasser. Fern jeder Expressivität überlässt ihr Gesichtsausdruck seine Deutung den Betrachterinnen und Betrachtern.

 Stephan Balkenhol wurde 1957 in Fritzlar geboren, studierte von 1976 bis 1982 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei Ulrich Rückriem und hatte von 1988 bis 1991 Lehraufträge an der HfbK in Hamburg, der Städelschule in Frankfurt und der Akademie für bildende Künste in Karlsruhe inne. Seit 1992 ist er Professor an der Akademie für bildende Künste in Karlsruhe. Er gilt als einer der international renommiertesten und erfolgreichsten zeitgenössischen deutschen Bildhauer. Sein künstlerisches Werk umfasst zahlreiche Skulpturen (meist aus Holz oder Bronze) im öffentlichen Raum weltweit, Zeichnungen und Fotografien, er ist in vielen Sammlungen und Ausstellungen großer Museen und Ausstellungsinstitutionen vertreten. Außer den „Vier Männern auf Bojen“ existieren in Hamburg zwei weitere Großskulpturen von Stephan Balkenhol im öffentlichen Raum: die Bronzeplastiken „Mann und Frau“ (2004) vor der Zentralbibliothek der HÖB auf dem Arno-Schmidt-Platz, entstanden im Rahmen eines künstlerischen Wettbewerbs für die Kunstmeile, und „Mann auf Giraffe“ (2001) im Eingangsbereich zum Tierpark Hagenbeck an der Koppelstraße, entstanden im Auftrag des Tierparks.

 

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„Männer auf Bojen“ zurück https://www.tiefgang.net/maenner-auf-bojen-zurueck/ Fri, 07 Aug 2020 22:59:42 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7152 [...]]]>  

Schwarze Hose, weißes Hemd, den Blick gelassen ins Weite gerichtet – die „Vier Männer auf Bojen“ von Stephan Balkenhol sind von Elbe, Alster, Süderelbe und dem Bergedorfer Serrahn nicht mehr wegzudenken.

Aus Eichenholz gefertigt, waren die vier Figuren fast drei Jahrzehnte lang der Witterung ausgesetzt, sodass sie nun ersetzt werden mussten. Stephan Balkenhol hat sich bereit erklärt, vier neue Figuren aus Aluminium herzustellen, die sich äußerlich nicht von den Holzfiguren unterscheiden, Wind und Wetter jedoch besser standhalten. Die erste der vier neuen Figuren wurde heute an ihrem Standort vor Övelgönne zu Wasser gelassen.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Bojenmänner prägen seit fast dreißig Jahren das Stadtbild und gehören ohne Zweifel zu den bekanntesten Kunstwerken im öffentlichen Raum in Hamburg. Wer an Alster, Elbe oder Serrahn spazieren geht, kommt nicht umhin, sie zu bemerken. Sie ziehen die Blicke auf sich, irritieren und bringen zum Nachdenken. Dass das weiterhin möglich ist, verdanken wir Stephan Balkenhol. Mit seinen neuen Figuren werden nun vier Bojenmänner aus haltbarem Material ihre Plätze einnehmen. Ich freue mich sehr, dass wir dieses Projekt gemeinsam fortsetzen und einen Weg gefunden haben, die Bojenmänner dauerhaft in Hamburg zu zeigen.“

Stephan Balkenhol: „Die Bojenmänner sind nicht nur in den Seekarten verzeichnet sondern haben sich auch im visuellen Gedächtnis der Hamburgerinnen und Hamburger eingeschrieben, gehören zum Stadtbild. Ich bin sehr froh und dankbar, dass sie jetzt wieder zu Wasser gelassen werden und wünsche ihnen ein langes, bewegtes – aber standhaftes Leben.“

Ursprünglich als temporäres Projekt für wenige Jahre geplant, waren die „Vier Männer auf Bojen“ 1993 erstmals in Hamburg zu Wasser gelassen worden. Schon bald waren sie bei Hamburgerinnen und Hamburgern sowie bei Besucherinnen und Besuchern der Stadt so beliebt, dass sie seitdem jedes Jahr von Frühjahr bis Spätherbst an ihren angestammten Plätzen auf der Außenalster in der Nähe der Gurlitt-Insel, der Elbe vor Övelgönne, der Süderelbe in Harburg und dem Bergedorfer Serrahn gezeigt wurden.

Nachdem die Bojenmänner fast dreißig Jahren lang Wind und Wetter ausgesetzt waren, zeigten sich die Folgen der Materialermüdung so deutlich, dass die aus Eichenstämmen gehauenen und auf Flachwassertonnen montierten Holzfiguren nicht wieder zu Wasser gelassen werden konnten. Um die Figuren dauerhaft in Hamburg zeigen zu können, hat die Behörde für Kultur und Medien gemeinsam mit dem Künstler über eine mögliche Fortsetzung dieses erfolgreichen Projekts aus dem Programm „Kunst im öffentlichen Raum“ beratschlagt. Stephan Balkenhol schlug vor, vier neue Figuren aus haltbarerem Material herzustellen.

Nach den alten von ihm überarbeiteten Modellen geformt und bemalt, sind die neuen Männer äußerlich kaum von ihren Vorgängern zu unterscheiden. Der wesentliche Unterschied zwischen ihnen liegt im Verborgenen: Sie sind aus Aluminium gegossen und mit Lack bemalt. Dies verspricht eine größere Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen und eine noch vielfach längere Lebensdauer als das vormals verwandte Eichenholz.

Der ersten fertigen Figur, die jetzt vor Övelgönne festgemacht wurde, folgt in Kürze der zweite Bojenmann auf der Harburger Süderelbe östlich der Brücke des 17. Juni. Die dritte Figur soll bald wieder ihren Platz auf der Außenalster nahe der Gurlitt-Insel einnehmen.

Die vierte Figur wird derzeit produziert. Sie wird voraussichtlich im kommenden Jahr den Bojenmann aus Holz auf dem Serrahn in Bergedorf ersetzen, der dort aktuell noch zu sehen ist.

So werden sie bald alle wieder jeweils vom Frühjahr bis in den Spätherbst an den bekannten Standorten zu sehen sein. Die Produktionskosten in Höhe von 100.000 Euro trägt die Behörde für Kultur und Medien. Der Künstler hat auf ein Honorar verzichtet. Die vier Bojenmänner aus Holz sollen nach restauratorischer Überarbeitung im Atelier des Künstlers zunächst mit ihm auf Ausstellungstournee gehen, um dann an Standorten in Innenräumen im musealen Kontext dauerhaft ausgestellt zu werden. 

Die Geschichte der „Vier Männer auf Bojen“

Die Geschichte des Projekts der „Vier Männer auf Bojen“ nahm ihren Anfang 1992 mit dem Erwerb einer ersten Figur durch die Kulturbehörde Hamburg für die Außenalster. Die Bojenskulptur war zuvor kurze Zeit auf der Themse in London platziert. Das Projekt im Rahmen des Programms „Kunst im öffentlichen Raum“ wurde um drei weitere Bojenmänner erweitert, die 1993 im Stadtgebiet auf verschiedenen Gewässern aufgestellt wurden. Die vier Männer – alle bekleidet mit schwarzer Hose und weißem Hemd – mittleren Alters und von durchschnittlicher Größe, erlauben keine spezifische Identifizierung. Unterscheidbar sind sie nur durch unterschiedliche Ruhestellungen der Arme. Sie verraten weder Herkunft noch Beruf, noch ihre innerlichen Befindlichkeiten oder Absichten. Gelassen und wie selbstverständlich in sich ruhend stehen sie auf dem Wasser. Fern jeder Expressivität überlässt ihr Gesichtsausdruck seine Deutung den Betrachterinnen und Betrachtern.

Stephan Balkenhol wurde 1957 in Fritzlar geboren, studierte von 1976 bis 1982 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei Ulrich Rückriem und hatte von 1988 bis 1991 Lehraufträge an der HfbK in Hamburg, der Städelschule in Frankfurt und der Akademie für bildende Künste in Karlsruhe inne. Seit 1992 ist er Professor an der Akademie für bildende Künste in Karlsruhe.Er gilt als einer der international renommiertesten und erfolgreichsten zeitgenössischen deutschen Bildhauer. Sein künstlerisches Werk umfasst zahlreiche Skulpturen (meist aus Holz oder Bronze) im öffentlichen Raum weltweit, Zeichnungen und Fotografien, er ist in vielen Sammlungen und Ausstellungen großer Museen und Ausstellungsinstitutionen vertreten. Außer den „Vier Männern auf Bojen“ existieren in Hamburg zwei weitere Großskulpturen von Stephan Balkenhol im öffentlichen Raum: die Bronzeplastiken „Mann und Frau“ (2004) vor der Zentralbibliothek der HÖB auf dem Arno-Schmidt-Platz, entstanden im Rahmen eines künstlerischen Wettbewerbs für die Kunstmeile, und „Mann auf Giraffe“ (2001) im Eingangsbereich zum Tierpark Hagenbeck an der Koppelstraße, entstanden im Auftrag des Tierparks.

 Quelle: www.hamburg.de/bkm

 

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Künstlerische Positionen gefragt https://www.tiefgang.net/kuenstlerische-positionen-gefragt/ Fri, 20 Sep 2019 22:57:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5870 [...]]]> Stipendien sind manchmal die Wegbereiter zur Großen Kunstbühne. Daher hat die Kulturbehörde ihre Höhe fast verdoppelt. Die Ausschreibung läuft ab sofort.

Bildende Künstlerinnen und Künstler mit Hauptwohnsitz in Hamburg und abgeschlossenem Studium können sich ab sofort auf insgesamt zehn Arbeitsstipendien bewerben. Mit den Stipendien werden besonders förderungswürdige herausragende künstlerische Positionen für ein Jahr unterstützt.  In der Förderperiode 2019 wurde die Höhe der Stipendien von 820 Euro auf 1500 Euro monatlich angehoben. Dadurch können Stipendiatinnen und Stipendiaten ihre künstlerische Sprache weiterentwickeln und festigen, neue Projekte verfolgen und Netzwerke ausbauen.

Die Stipendien werden von der Behörde für Kultur und Medien seit 1981 vergeben und haben sich als eines der nachhaltigsten Förderinstrumente für den künstlerischen Nachwuchs in Hamburg bewährt. Seit ihrem Bestehen waren sie für rund 390 Künstlerinnen und Künstler Wegbereiter für ihre künstlerische Existenz. Zahlreiche ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten wurden im Anschluss an das Stipendium überregional und international bekannt. Zu ihnen gehören beispielsweise Stephan Balkenhol, Andreas Slominski, Mariella Mosler, Jeanne Faust, Christoph Schäfer, Thorsten Brinkmann, Aurelia Mihai oder Boran Burchardt.

Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten erfolgt in einem zweistufigen Auswahlverfahren über Fachjurys. Zum Ende des Stipendienjahres wird eine Abschlusspräsentation ausgerichtet, zu der ein Katalog erscheint.

Bewerbungsunterlagen sind ab sofort erhältlich über die

Behörde für Kultur und Medien, Referat Kunst und Kreativwirtschaft, Hohe Bleichen 22, 20354 Hamburg, Herrn Hänke, Tel.: 040-42824-282, frank.haenke@bkm.hamburg.de (täglich 8.00 – 12.00 Uhr) oder im Internet als Download über die Website der Behörde für Kultur und Medien unter: hamburg.de/kunst-arbeitsstipendien

 

 

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Der Mann für die Boje https://www.tiefgang.net/der-mann-fuer-die-boje/ Fri, 21 Jun 2019 22:05:26 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5492 [...]]]> Die Kunst im öffentlichen Raum wird manchmal übersehen. Stephan Balkenhols aber nicht. In Wilhelmsburg sind Werke von ihm nun zu sehen …

Ein riesiges Paar vor dem Hühnerposten, Männer auf Bojen in der Elbe, ein Mann am Hals einer Giraffe vor Hagenbecks Tierpark – der Bildhauer Stephan Balkenhol hat mit seinen Skulpturen in Hamburg viele Spuren hinterlassen. Unter dem Titel „Bewahrung der Schöpfung“ eröffnete das WÄLDERHAUS in Wilhelmsburg am vergangenen Donnerstag eine Ausstellung mit einer einzigartigen Zusammenstellung wenig bekannter Werke des Künstlers.

Die Ausstellung vereint Werke von 1986 „2 Reliefs Adam und Eva“ über 1999 „Paravent Paradies“ bis heute „10 Holzschnitte Köpfe“ und ist bis Donnerstag, 8. August, zu erleben. Die Skulpturen aus Holz und Bronze sowie Zeichnungen des Künstlers werden atmosphärisch in den Räumlichkeiten des WÄLDERHAUSES in Szene gesetzt. Die Ausstellung wird als Projekt von RENN.nord, einem regionalen Netzwerk, das nachhaltig ökologische Entwicklungen in Gesellschaft und Politik fördert und ausbaut, durchgeführt und soll vor allem zum Nachdenken über Kunst, Natur und Nachhaltigkeit anregen.

Stephan Balkenhol: Paar Mann und Frau ( Foto: Helge Mundt)

Balkenhols Kunst fällt auf, regt zum Nachfragen und Nachdenken an, er kehrt zurück zum Einfachen, zum schlichten Mensch-sein, zu Mann und Frau, zur Schöpfung und damit auch zur Hinwendung zur Natur. Sein bevorzugter Werkstoff ist Holz. Seine Werke werden weltweit in Museen und Galerien ausgestellt. Seit 1983 widmet sich Stephan Balkenhol der Hinterfragung und Neuinterpretation figurativer Skulptur. Der Künstler ist 1957 in Fritzlar/Hessen geboren, lebt und arbeitet in Meisenthal/Frankreich, Karlsruhe, Kassel und Berlin. Von 1976 bis 1982 studierte er an der HfBK in Hamburg bei Ulrich Rückriem.

Mit Bus oder S-Bahn ist das WÄLDERHAUS innerhalb weniger Minuten vom Hamburger Hauptbahnhof gut zu erreichen. Von den Haltestellen Wilhelmsburg und Wilhelmsburger Hallenbad sind es fünf Minuten Fußweg. Direkt am WÄLDERHAUS befindet sich der Parkplatz „Am Inselpark“, der über die Neuenfelder Straße zu erreichen ist.

Das WÄLDERHAUS Hamburg vereint Hotel, Restaurant, Tagungsräume, Science Center und Ausstellungen unter einem Dach. Die Themen Holz und Nachhaltigkeit spiegeln sich im Design, der Struktur und dem Konzept. Das Projekt der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) entstand zur Internationalen Bauausstellung 2013.

´Tiefgang` verlost 5 x 2 Freikarten für die Balkenhol-Ausstellung! Einfach mitmachen und bis zum Fr. 28. Juni 2019, 10h eine E-Mail samt Namen an tiefgang@sued-kultur.de mit Betreff „Balkenhols Bojenmänner“ senden.

„Bewahrung der Schöpfung“: Stephan Balkenhol, Ausstellung im WÄLDERHAUS Hamburg

Laufzeit: 21. Juni bis 8. August 2019, Mo bis So 10 – 17 Uhr, Am Inselpark 19, 21079 Hamburg; Der Eintrittspreis beträgt 5 Euro.

Weitere Informationen: www.waelderhaus.de 

Zu Kunst im öffentlichen Raum siehe auch: Tiefgang: Hamburgs Kunst im öffentlichen Raum

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Hamburgs Kunst im öffentlichen Raum https://www.tiefgang.net/hamburgs-kunst-im-oeffentlichen-raum/ Sat, 13 May 2017 06:00:40 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1056 [...]]]> Bis in die 80er Jahre wurden Aufträge unter dem Titel „Kunst am Bau“ vergeben, was aber 1981 endgültig als unzeitgemäß verstanden und auf „Kunst im öffentlichen Raum“ inhaltlich erweitert wurde.  So kamen auch freie Kunstprojekte ohne Bau zum Zuge. Einige davon sind den Hamburgern durchaus geläufig und präsent.

Das erste Großprojekt von 1982 des Hamburger Programms „Kunst im öffentlichen Raum“ hieß „Halle 6“ und kam in Form einer Skulpturenausstellung in einer riesigen, leerstehenden Fabrikhalle auf dem Gelände der ehemaligen Kampnagel-Kranfabrik daher. Richtig, der heutigen „Internationalen Kulturfabrik Kampnagel“.

Mimmo Paladinos „Halle 6“ von 1982 ( Foto: Ottmar v. Poschinger)

Oder auch das von Stephan Balkenhol 1993 umgesetzte Projekt „Vier Männer auf Bojen“. Das Kunstobjekt sind „vier männliche Figuren aus Eichenholz, farbig gefaßt, auf Flachwassertonnen montiert, Gesamtgröße je 2,40 Meter, an verschiedenen Orten im Wasser installiert“, so die formelle Beschreibung. Spaß hat man an ihnen auch wenn man sie schlicht „Bojen-Heini“ nennt.

Ein weiteres Harburger Objekt aus dem Bereich „Kunst im öffentlichen Raum“ sorgt auch heute noch für regelmäßige Diskussionen: das von Jochen Gerz und Esther Shalev-Gerz entworfene „Harburger Mahnmal gegen Faschismus“ von 1986. Eine Bleisäule als Mahnmal und nur als ein Denkanstoß auf Zeit. Es hat sich im Erinnern abstrahiert, statt als hoheitlich verordnetes Alibi zu dienen und durch Gewöhnung langsam unkenntlich zu werden. Die Säule sank nämlich nach und nach in den Boden. Über geblieben ist eine Bleiplatte mit einem schmalen Fenster in einer Tür zum Blick aus der Fußgängerunterführung am Marktplatz (bei Mimi Kirchner) auf den im Schacht verborgenen Blei-Körper.

Im Jahr 1988: Jochen Gerz & Esther Shalev-Gerz,

Harburger Mahnmal gegen Faschismus

1993 ist das Harburger Mahnmal gegen Faschismus dann „versunken“ (Foto:Wolfgang Neeb)

 

Auch öfters im Blickfeld ist der für drei ausgewählte Orte entlang der Fern- und S-Bahn-Linie zwischen Altona und Harburg gelbleuchtend geschaffene Schriftzug „die eigene GESCHICHTE“. Er stammt von der Hamburger Künstlerin Barbara Schmidt Heins: am Busbahnhof von Hamburg-Harburg, an einem Telekom-Gebäude am Fernsehturm und an der Rückfront der Hamburger Kunsthalle. Alle drei Standorte sind so gewählt, dass primär die Bahnfahrer und Zugreisenden die Schrift lesen können. Von Altona kommend in Richtung Harburg befinden sich alle drei Werke rechter Hand.

Auch heute noch am Harburger Bahnhof zu sehen: Barbara Schmidt-Heins „die eigene GESCHICHTE“ (Foto: Wolfgang Neeb)

Weitere Projekte und Infos unter Kulturbehoerde

09. Mai 2017, hl)

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