Streaming https://www.tiefgang.net Tue, 21 Apr 2026 14:02:29 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Wo der Code die Kunst trifft https://www.tiefgang.net/wo-der-code-die-kunst-trifft/ Tue, 21 Apr 2026 14:02:24 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13666 [...]]]> Wer macht eigentlich die Musik? Hinter jedem Song, der uns durch den Tag begleitet, und jedem Festival, das uns zum Tanzen bringt, steht ein komplexes Räderwerk.

Das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) hat nun ein neues Online-Portal geschaffen, das Licht in das Dickicht aus Rechten, Verlagen und digitalen Transformationen bringt. Es ist eine Einladung an alle Musikfreund*innen, den Blick hinter die Bühne zu wagen.

Wenn wir heute von Musik sprechen, sprechen wir oft von Streaming-Zahlen oder Ticketpreisen. Doch wie diese Welten zusammenhängen, blieb für viele bisher ein gut gehütetes Geheimnis der Branche. Mit dem neuen Fokus-Portal zur Musikwirtschaft bricht das MIZ diese Mauern auf. Es ist kein trockenes Datenarchiv, sondern ein lebendiger Wegweiser durch ein Ökosystem, das sich im ständigen Wandel befindet.

Ein Kompass für die Ära der Digitalisierung

Das Portal gliedert das Wissen in mehrere zentrale Teilbereiche, die unser musikalisches Erleben prägen:

Kreative & Urheberrecht: Erfahren Sie, wie Komponist*innen und Textdichter*innen in einer Welt der Algorithmen überhaupt noch wirtschaftlich beteiligt werden.

Live Entertainment: Ein tiefer Einblick in den Konzertmarkt, der heute als wichtigster Motor der Branche gilt und enorme Strahlkraft auf Tourismus und Gastronomie ausstrahlt.

Recorded Music: Von der Vinyl-Renaissance bis zum alles beherrschenden Audio-Streaming – hier werden die technologischen Umbrüche greifbar.

Musikverlage & Verwertungsgesellschaften: Wer schützt die Rechte? Das Portal erklärt die oft unsichtbare Arbeit von Institutionen wie der GEMA oder der GVL.

Instrumentenbau & Fachhandel: Ein Blick auf das traditionelle Handwerk, das heute zwischen globalem Wettbewerb und digitalem Fortschritt steht.

Was das Portal so wertvoll macht, ist die Verbindung von harten Fakten und anschaulicher Aufbereitung. Ob es um die Frage geht, wie hoch die Frauenanteile in Berufsorchestern sind, oder wie viele Millionen Titel täglich auf Streaming-Plattformen hochgeladen werden – das MIZ liefert die Antworten. Es bietet Orientierung über Fördermöglichkeiten, Stipendien und Fachveranstaltungen. Damit wird es zur unverzichtbaren Ressource für alle, die nicht nur Musik hören, sondern das „System Musik“ verstehen wollen.

Um den eigentlichen Wert dieses Werkzeugs zu verstehen, lohnt sich ein vertiefter Blick in drei Bereiche, in denen die Musikwirtschaft gerade eine tektonische Verschiebung erlebt. Wo die Musik der Zukunft entsteht: Das Streaming-Dilemma. Denn wer profitiert vom Klick?

Die Musikwirtschaft meldet Rekordumsätze, doch bei den einzelnen Musiker*innen kommt davon oft nur ein Bruchteil an. Das MIZ-Portal bündelt hierzu das notwendige Faktenwissen, um die Debatte um „User-Centric Payment“ zu verstehen. Während das aktuelle „Pro-Rata-Modell“ die Einnahmen in einen großen Topf wirft und nach Marktanteilen verteilt, zeigt das Portal Alternativen auf, wie die monatliche Abo-Gebühr direkter bei den tatsächlich gehörten Künstler*innen landen könnte.

Oder das Thema der GEMA und ihre oft unverständlichen Strukturen: Hinter dem oft als trocken empfundenen Begriff der „Verwertungsgesellschaft“ verbirgt sich das Immunsystem der Kulturlandschaft. Das Portal macht transparent, wie Institutionen wie die GEMA oder die GVL sicherstellen, dass Urheber*innen auch in einer grenzenlosen digitalen Welt entlohnt werden. Es verfolgt den Weg eines Euros vom Ticketkauf bis zum Notenblatt und erklärt, warum diese kollektive Rechtewahrnehmung gerade für Nischengenres und den musikalischen Mittelstand die einzige Überlebensgarantie gegen die Übermacht globaler Tech-Giganten ist.

Ebenso findet sich einiges zum Thema Musik & KI, der nächsten industriellen Revolution: Wir stehen an der Schwelle, an der Künstliche Intelligenz nicht mehr nur Werkzeug, sondern Miturheberin wird. Das MIZ-Portal dient hier als Radar für die rechtlichen und wirtschaftlichen Fragestellungen von morgen. Wem gehört ein Song, der auf Knopfdruck im Stil eines verstorbenen Weltstars generiert wurde? Wie schützen wir die menschliche Kreativität vor der algorithmischen Flut? Das Portal bündelt aktuelle Stellungnahmen und Expertisen zu Urheberrechtsschutz und Kennzeichnungspflichten und wird so zur unverzichtbaren Orientierungshilfe in einer Ära, in der die Grenze zwischen Mensch und Maschine verschwimmt.

Die Musikwirtschaft ist einer der Treibstoffe unserer Kultur. Das neue Portal des MIZ zeigt uns, dass Innovation und Tradition keine Gegensätze sein müssen. Es lädt uns ein, die Musik nicht nur als flüchtiges Geräusch, sondern als wertvolles Kultur- und Wirtschaftsgut zu begreifen.

Wollten Sie schon immer wissen, wie das „Income Tracking“ bei einem Musikverlag funktioniert oder wie sich die Honorare von Berufsmusiker*innen zusammensetzen? Dieses Portal hat das Zeug dazu der neue digitale Lieblingsort zu werden.

Das Portal: miz.org/de/themen/musikwirtschaft

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Digitale Tonversorgung https://www.tiefgang.net/digitale-tonversorgung/ Fri, 05 Mar 2021 23:00:07 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7705 [...]]]> Trotz der pandemiebedingten Maßnahmen sind die Umsätze der Musikindustrie in Deutschland im vergangenen Jahr gewachsen. Und zwar saftig.

Die Einnahmen aus Tonträgerverkäufen und Erlösen aus dem Streaminggeschäft beliefen sich auf 1,79 Milliarden Euro, das ist ein Plus von 9 Prozent gegenüber 2019. Dabei stammten 71,5 Prozent, also knapp Dreiviertel des Umsatzes, aus online stattfindender Musiknutzung. Audio-Streaming legte auf dem bereits hohen Niveau des Vorjahres (55,5 % Marktanteil 2019) um 24,6 Prozent zu und kommt damit auf einen Anteil von 63,4 Prozent am Gesamtmarkt. Dagegen hatte die CD auch unter den geschlossenen Geschäften deutlich zu leiden (-18 %), bleibt jedoch mit 21,6 Prozent Umsatzanteil klar das zweitstärkste Format des deutschen Recorded-Marktes.  Mit weitem Abstand folgt – erstmals wieder auf Platz 3 – Vinyl, mit einem Gesamtmarkt-Anteil von 5,5 Prozent; nach einem weiteren deutlichen Plus von 24,7 Prozent kann die Schallplatte damit den physischen Markt stützen. Downloads belegen nach einem Minus von 24,8 Prozent nur noch Rang 4 (4,2 %).

Die erhebliche Dynamik im Streaming-Bereich hat das Digitalgeschäft 2020 insgesamt um 20,3 Prozent wachsen lassen, die Umsätze mit physischen Tonträgern haben um 11,7 % deutlich nachgegeben, abgemildert durch den Erfolg der Schallplatte.

Dr. Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des BVMI: „Es bestätigt sich, was sich schon im Sommer abgezeichnet hat: Die gute Digitalaufstellung unserer Mitgliedsfirmen über die vergangenen Jahre führt dazu, dass unsere Branche am Gesamtumsatz gemessen aktuell gut durch die Krise kommt – mehr noch, durch die pandemiebedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens haben sich die Fans nolens volens zunehmend im digitalen Raum mit Musik versorgt, was uns ein Gesamtwachstum von 9 Prozent beschert hat. Das ist ohne jeden Zweifel erstmal eine sehr gute Nachricht. Sie darf jedoch über zwei Dinge keinesfalls hinwegtäuschen: Zum einen sind die Künstler:innen und unsere Schwesterbranchen, allen voran das Live-Geschäft, bekanntlich in dramatischem Ausmaß von den Lockdowns betroffen und die Spätfolgen der Konzertausfälle innerhalb unserer eng verzahnten Branchenwelt noch nicht absehbar.“

Drücke weiter: „Zum anderen bedeutet der zunehmende Digitalanteil von derzeit 71,5 Prozent zwingend auch eine deutlich zunehmende Dringlichkeit hinsichtlich belastbarer Rahmenbedingungen im Netz. Ebenso wichtig ist für uns ein besseres Verständnis des digitalen Spielfelds, das die wirtschaftlichen Realitäten unserer Branche nicht ausblendet! Die deutsche Umsetzung der Urheberrechtsrichtlinie darf nicht dazu führen, dass die filigrane Lizenzarchitektur für Musikfirmen und Künstler:innen beschädigt wird – denn der europäische Kompromiss will das Gegenteil: Kreative und ihre Partner sollen besser an den Umsätzen von User-Upload-Plattformen wie YouTube partizipieren. Video-Streaming gehört zu den beliebtesten Online-Nutzungswegen, trägt aber noch nicht einmal 4 Prozent zum Gesamtumsatz in Deutschland bei! Gerade in dem schnellen und wettbewerbsintensiven Umfeld darf der Gesetzgeber das nicht vergessen. Letztlich stellt sich bei der Ausgestaltung des Rechtsrahmens in Deutschland dieselbe Frage wie bei der Bekämpfung der Pandemiefolgen, nämlich: Welchen Wert hat die Kultur- und Kreativwirtschaft in unserem Land?“

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Musikdialog diskutiert Corona-Folgen https://www.tiefgang.net/musikdialog-diskutiert-corona-folgen/ Fri, 18 Sep 2020 22:27:57 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7256 [...]]]> Rund ums Reeperbahnfestival geht es um alles, was Musik betrifft. Auch und gerade zu Zeiten der Pandemie. Denn wie kann ein Neustart aussehen?

Unter dem Motto „Alte Stärken, neue Chancen“ fand der diesjährige Musikdialog Hamburg unmittelbar vor der Eröffnung des Reeperbahn Festivals statt. Auf Einladung von Hamburgs Ersten Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher zogen die Verantwortlichen der deutschen Musikwirtschaft eine Zwischenbilanz zum Corona-Geschehen. Diese wurde mit zwei bundesweiten Studien untermauert, die den wirtschaftlichen Stellenwert von Musik in Deutschland belegen, aber auch einen erheblichen Corona-bedingten Wandel bei der Nutzung feststellen.

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher: „Die Corona-Pandemie hat die Musikwirtschaft hart getroffen. Sie beeinträchtigt viele Geschäftsmodelle und beschleunigt den Wandel der Nutzungsgewohnheiten. Beim Musikdialog Hamburg 2020 standen neben der langfristigen Entwicklung der Branche vor allem die konkreten Folgen der aktuellen Coronakrise im Mittelpunkt. Auch in diesem Jahr hat der Musikdialog als Forum für die maßgeblichen Experten der deutschen Musikwirtschaft wichtige Impulse gegeben, um die richtigen Zukunftsstrategien für die Branche zu entwickeln. Mit mehr als 150.000 Beschäftigten ist die Musikwirtschaft der größte Arbeitgeber innerhalb des Mediensektors in Deutschland. Hamburg engagiert sich dafür, gemeinsam einen Weg aus der Krise zu finden.“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Es ist ein wichtiges Signal für die Branche, dass der Musikdialog auch in diesem besonderen Jahr stattfinden kann, ebenso wie das Reeperbahn Festival. Gerade jetzt ist der direkte Austausch wichtig, um gemeinsam Wege aus der Krise aufzuzeigen und zu sehen, wo Hilfen notwendig und machbar sind. Musik ist nicht nur von grundsätzlicher kultureller Bedeutung, sondern trotz Corona auch ein starker Wirtschaftszweig mit unverändert dynamischen Wachstumspotenzial. Die Musikwirtschaftsstudie trägt dazu bei, dass die Bedeutung der deutschen Musikwirtschaft noch sichtbarer wird. Und die Studie zur Musiknutzung hilft der Branche zu erkennen, auf welche langfristigen Veränderungen sie sich einstellen muss.“

Die Spitzenvertreterinnen und -vertreter der deutschen Musikwirtschaft treffen sich traditionell vor dem Start des Reeperbahn Festivals beim Musikdialog, um mit dem Ersten Bürgermeister und dem Senator für Kultur und Medien die Belange der Branche zu diskutieren. Aus diesem Kreis ging auch die Initiative für die beiden aktuellen Studien hervor.

 Die Musikwirtschaftsstudie

An der Online-Umfrage beteiligten sich insgesamt 861 Selbständige und Unternehmen mit Gesamtumsätzen von rund 4,3 Milliarden Euro (2019). Die Studie wurde durchgeführt von dem Institut DIW Econ. Sie zieht den Vergleich zu 2015, als erstmals mit einer Studie die volkswirtschaftliche Bedeutung der Musikwirtschaft quantifiziert werden konnte. Die Musikverbände setzten sich im Rahmen des Musikdialogs dafür ein, dass eine Nachfolgestudie in Auftrag gegeben wird, um nach fünf Jahren zu prüfen, wie sich die Branchen seither entwickelt haben. Die Musikbranche hat in den vergangen Jahren insgesamt klare Erfolge zu verzeichnen. So sind zwischen 2014 und 2019 die Gesamterlöse um 18 Prozent von ca. 11,5 Milliarden Euro auf rund 13,6 Milliarden Euro gewachsen. Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen entwickelte sich ebenfalls positiv und wuchs um rund 25 Prozent auf fast 158.000 Erwerbstätige an. Diese positive Entwicklung strahlt auch auf andere Branchen aus. So generierten für das Jahr 2019 Ausgaben für Güter und Dienstleistungen von deutschen Musikunternehmen in anderen Branchen rund 2,7 Milliarden Euro. Besonders profitierte auch die Reisebranche. So traten 2019 die Deutschen etwa 6,5 Millionen Musikreisen mit Übernachtungen an, wovon allein fast 90 Prozent auf Kurzurlaubsreisen zurückzuführen sind. Hinzu kommen noch etwa 361 Millionen Tagesreisen, die durch den Besuch einer speziellen (Musik-)Veranstaltung (z.B. Konzert) motiviert wurden. Damit wuchsen in den letzten fünf Jahren besonders die über den Musiktourismus erwirtschafteten Umsätze um drei Milliarden Euro und betrugen für das Jahr 2019 insgesamt 13 Milliarden Euro.

Dieser Dynamik droht der Studie zufolge nun durch Corona ein gravierender Einbruch, der erstmals mit konkreten Zahlen unterlegt wird. Erwarteten die Akteure der Musikwirtschaft vor Corona im Schnitt noch ein Umsatzwachstum für 2020 von 23 Prozent, verschwand der Optimismus nach Ausbruch der Corona-Pandemie. Die Akteure erwarten nun einen Umsatzrückgang von knapp 29 Prozent für das Jahr 2020. Damit liegen die Umsatzerwartungen knapp sieben Milliarden Euro unter den ursprünglichen Erwartungen. Für 2021 werden wieder besserer Zahlen erwartet. Die Branche rechnet damit, dass der Umsatz von 2020 auf 2021 um 20 Prozent ansteigt, jedoch würden die Umsätze immer noch knapp zwei Milliarden Euro hinter den Ausgangsniveau von 2019 zurückliegen.

Die Musiknutzungsstudie

Die Musiknutzungsstudie untersucht seit 2018 Veränderungen im Nutzerverhalten über einen Zeitraum von drei Jahren mit insgesamt sechs repräsentativen Panel-Befragungswellen. Das Ziel: Erkenntnisse über die Zukunft der Musiknutzung zu gewinnen. Die aktuelle Befragung offenbart unter anderem einen Corona-bedingten Einbruch der Ausgaben für Musik. Diese sind in nahezu allen Formaten stark zurückgegangen – nur die Ausgaben für Streaming zeigen im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum ein Wachstum von 22 Prozent. Insbesondere der Absatz physischer Tonträger (Ausgaben für CD-Alben minus 25 Prozent) und der Live-Bereich (Ausgaben für Konzerte minus 80 Prozent) verzeichnen aber einen drastischen Einbruch gegenüber dem Vorjahr.

Auch die Musiknutzung geht leicht zurück. Seit Start der Studie im August 2018 hat der wöchentliche Musikkonsum um eine Stunde und 46 Minuten bzw. um acht Prozent abgenommen (Rückgang von 21 Stunden und 29 Minuten auf 19 Stunden und 43 Minuten). Insbesondere das herkömmliche Radio ist dabei konstant rückläufig (minus 15 Prozent), wird aber teilweise durch starke Zugewinne beim Online-Radio kompensiert (plus 73 Prozent). Eine mögliche Erklärung für den rückläufigen Musikkonsum ist die eingeschränkte Mobilität und der Fokus auf Nachrichten in Zeiten der Corona-Pandemie. Nach anfänglichem Wachstum bleibt die Nutzerreichweite von kostenpflichtigem Streaming mit 29 Prozent auf einem konstant hohen Niveau, außerdem verliert der Besitz von Musik an Relevanz. So besitzen immer mehr Teilnehmer keine physischen Tonträger (plus sechs Prozent) und keine digitalen Musikdateien mehr (plus sieben Prozent).

Bei der Nutzung von technischen Geräten sticht vor allem das Wachstum im Bereich Smart Speaker hervor – so benutzen bereits 19 Prozent der Teilnehmer ein solches Gerät (plus 96 Prozent im Vergleich zur ersten Welle im August 2018).

Bei der Studie handelt es sich um eine halbjährliche repräsentative Panelbefragung in sechs Wellen – die erste Welle der Befragung fand im August 2018 statt, die vorliegende fünfte Welle im Juni 2020. Die sechste Welle wird Anfang 2021 erhoben. In der fünften Welle wurden 1.670 in Deutschland lebende Menschen im Alter von 16 bis 70 Jahren zu ihrem Musiknutzungs-, Such- und Kaufverhalten befragt.

Diese Studie wird von einem Team der Uni Hamburg, Lehrstuhl für Marketing und Medien, durchgeführt. Die jeweiligen Studienleiter, Dr. Yann Girard (DIW Econ) und Prof. Dr. Michel Clement (Uni Hamburg), stellten die Ergebnisse erstmals im Rahmen des Musikdialogs vor und diskutierten mit der Runde darüber, wie sich die Musik auch vor allem wirtschaftlich erfolgreich weiterentwickeln kann.

Quelle: www.hamburg.de/bkm

 

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Online Geld verdienen? https://www.tiefgang.net/online-geld-verdienen/ Fri, 19 Jun 2020 22:08:07 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7017 [...]]]> Coronoa und Online sind bald zwei unzertrennliche Begriffe geworden. Aber lässt sich damit Geld verdienen? Ein Beitrag des Netzwerks Kulturmanagement.

Von Kristin Oswald

So wunderbar es auch ist, dass die Online-Aktivität und die Follower*innenzahlen vieler Kulturbetriebe in den letzten Wochen gestiegen sind – Geld verdienen sie damit bisher meist nicht und können somit ihre coronabedingten Ausfälle nicht ausgleichen. Doch es ist durchaus möglich, digitale Kulturangebote zu monetarisieren.

Der (Hoch-)Kulturbereich steht aktuell an einem Punkt, an dem der Journalismus oder der kommerzielle Musikbereich bereits vor einigen Jahren standen und mitunter noch immer stehen: Es gibt zwar eine Fülle an digitalen Möglichkeiten, dennoch überträgt man erst einmal die altbekannten Formate ins Netz. Denn was offline funktioniert hat, kann auch online nicht falsch sein, richtig? Nun, die Entwicklungen der letzten Jahre haben immer wieder gezeigt, dass das so nicht stimmt. Die Schwierigkeit ist also, das Verhalten und die Erwartungen der Nutzer*innen online zu kennen und ihnen zu entsprechen.

Geht es um‘s Geld verdienen, kommt noch eine Hürde hinzu: Gerade im klassischen Kulturbereich spielen unternehmerisches Denken und die Entwicklung neuer Erlösmodelle sowohl in der Ausbildung als auch in der Praxis kaum eine Rolle, wie etwa Auswertungen der in Kultur-Stellenanzeigen geforderten Kompetenzen zeigen. Und auch die vielen und durchaus schönen institutionellen Online-Formate, die während der Coronakrise entstanden, zeigen nur wenig Innovationsgeist und sind meist kostenlos. Überraschenderweise waren sie oft nicht einmal mit Spendenaufrufen verbunden. Die freie Szene war diesbezüglich deutlich aktiver, die finanzielle Not wohl häufig größer.

Ich vermute, dass noch ein zweiter Aspekt hinzukommt: Für viele Kulturschaffende kann das Digitale das Analoge noch immer nicht ersetzen. Die damit verbundene Skepsis bzw. Geringschätzung wird auch auf die Besucher*innen übertragen und angenommen, dass diese nicht bereit sind, für digitale Kulturangebote zu bezahlen. Dabei gibt es bereits zahlreiche Formate, die das Gegenteil beweisen. Nur stammen sie zum großen Teil von wirtschaftlich agierenden Kulturunternehmen, können aber auf den öffentlichen Kulturbereich übertragen werden.

Streaming

Livestreams und on-Demand-Angebote von Kultureinrichtungen fast aller Sparten boomen seit Corona. Inzwischen ist es für das Publikum unmöglich geworden, sich alles anzuschauen. Wonach die Zuschauer*innen also auswählen, bleibt erst einmal unklar. Zumindest zeigt aber eine kleine, nicht-repräsentative Umfrage von Rainer Glaap unter ca. 300 großteils theateraffinen Teilnehmer*innen, dass diese zwar deutlich mehr Streams nutzen als vor Corona, fast die Hälfte aber keine davon zu Ende schaut. Immerhin 53% waren dennoch bereit, dafür Geld auszugeben, im Durchschnitt bis zu 5 Euro. Was erst einmal nicht viel klingt, kann bei guten Nutzer*innenzahlen aber dennoch einen Anteil zum Einnahmenausgleich oder in Zukunft zu mehr Einnahmen beitragen. Geld ist Geld.

Doch wenn selbst kulturaffine Menschen kaum Streams zu Ende schauen, braucht es dringend spezielle und onlinetaugliche Formate und Erlösmodelle. Mit Netflix, Audible & Co. gibt es bereits kommerzielle Anbieter, die etwa mit mutigem seriellen Erzählen oder der Möglichkeit zum zeitgestuften Hören sehr erfolgreich sind. Auch in Deutschland versuchen sich einzelne Künstler*innen und Einrichtungen an solchen Darstellungsweisen, bisher aber kostenlos. So liest beispielsweise das Ensemble des Deutschen Theaters Berlin jeden Tag ein Kapitel aus „Decamerone“, der Schauspieler Sven Walser trägt täglich für das Hamburger Ernst-Deutsch-Theater ein Stück aus dem „Zauberberg“ von Thomas Mann vor und manche Autor*innen präsentieren ihre eigenen Werke seriell auf Facebook oder Instagram.

Modelle – Einmal, Abos & Freemium

Die Frage, welches Erlösmodell eine Kultureinrichtung für ihre digitalen Angebote wählt, ist wie für analoge Formate entscheidend und nicht leicht zu beantworten. Der Bereich des Journalismus hat beispielsweise gezeigt, dass eine schlichte Übertragung analoger Erlösmodelle nicht funktioniert. So sind die digitalen Abonnementzahlen der meisten Zeitungen deutlich niedriger als für die Druckausgaben. Der Grund: Viele Menschen wollen sich online nicht auf einen Anbieter festlegen. Einmalpreise oder Kooperationen sollten also unbedingt durchdacht werden. Spotify, Disney+ oder Audible zeigen aber auch, dass Abo- oder Freemiummodelle dennoch ihren Reiz haben, wenn sie einen deutlichen Mehrwert für die Nutzer*innen liefern.

Oft zu hören ist zwar das Argument, digitale Angebote öffentlicher Kultureinrichtungen sollten kostenfrei sein, weil sie der Allgemeinheit zugutekommen. Doch müsste das dann nicht auch für analoge Angebote gelten? Hier zeigen Studien jedoch immer wieder, dass Eintritt keine der Top-Besuchshürden ist. Warum sollte er das für digitale Angebote sein? Grundlage jeder Preispolitik ist das Prinzip der künstlichen Verknappung bzw. des beschränkten Zugangs. Kostenpflichtig demnach können auch online nur seltene, spezielle oder begrenzte Angebote sein. Da hier jedoch das Liveerlebnis fehlt, braucht es andere Attraktivitätsfaktoren – oder günstigere Preise.

Einmalpreise

Im Bereich der Einmalpreise gehen aktuell vor allem die Darstellenden Künste erste Schritte. Die K-Pop-Band Super M machte das kürzlich im Großformat vor: Sie verkaufte 75.000 Tickets für ein Online-Konzert zum Durchschnittspreis von 30 Dollar. Im Vergleich zu normalen Konzerttickets der Band ist das ein Schnäppchen und für die Fans auch gerade deshalb attraktiv. Sieht man eine Aufführung sonst von den hinteren Sitzplätzen mitunter kaum mehr als schemenhaft, kann man den Künstler*innen bei einem Online-Konzert deutlich näher sein. Und diese Nähe ist dann vielleicht genau das Argument für ein kostenpflichtiges Ticket.

Auch die Beteiligung des Publikums an den coronabedingten Solidaritätskampagnen zeigt, dass durchaus eine Zahlungsbereitschaft besteht, die künftig ausgebaut werden kann. Daran versuchen sich aktuell erste einzelne Künstler*innen, etwa das Violinen-Duo Twiolins. Dieses veranstaltet im Mai und Juni vier Streaming-Konzerte. Die regulären Tickets kosten 10 Euro, spezielle und teurere Supportertickets werden ebenfalls angeboten. In der Sparte Kleinkunst streamen etwa die zwei Zauberkünstler Jan Logemann und Lucas Kaminski seit März unter dem Titel „savetheart“ Aufführungen mit Hamburger Künstler*innen. Die Tickets kosten 9,90 Euro pro Show.

Neben Eventbrite sind in den letzten Monaten weitere Ticketanbieter speziell für Livestreams entstanden, etwa Streamtick oder Snaptickets. Und auch Facebook verkündete kürzlich, demnächst eine Bezahloption für Livestreams einführen zu wollen.

Für Theater sind bei Einmalpreisen neben klassischen Aufführungen beispielsweise begleitete Formate denkbar, etwa Chats oder Fragerunden mit den Künstler*innen oder Mitarbeiter*innen. Auch für Museen und andere Kultureinrichtungen stellt sich die Frage, ob spezielle Führungen, Blicke hinter die Kulissen oder Formen der Vermittlung digitalisiert und monetarisiert werden können, wenn der Zutritt verknappt und das Erlebnis persönlicher gestaltet wird, die Teilnehmer*innen und ihre Interessen beispielsweise aktiv eingebunden werden. Mit einer übersichtlichen Teilnehmer*innen-Zahl ist es dabei deutlich einfacher möglich, auf individuelle Fragen einzugehen.

Sehr erfolgreich hat sich in den letzten Wochen der Bereich Film gezeigt, auch unabhängig von den großen Streaminganbietern. So wurde beispielsweise das Dokfest München, das eigentlich jedes Jahr im Mai live stattfindet, komplett ins Digitale verlagert, inklusive Talks und Chats mit den Künstler*innen. Die Preise lagen bei 55 Euro für den Festivalpass und 5 Euro für einen Einzelfilm. Mit 75.000 Zuschauer*innen waren die Zahlen dabei deutlich höher als die der letzten Jahre. Zudem konnte ein überregionales Publikum erreicht werden, das bisher nicht dafür nach München gefahren ist oder das Dokfest noch gar nicht kannte.

 Abonnements

Wenn man überhaupt von einem Standardmodell für digitale Kulturangebote sprechen kann, dann ist es wohl das Abo. So bieten beispielsweise die Berliner Philharmoniker mit der Digital Concert Hall oder die Wiener Staatsoper mit Staatsoper live kostenpflichte Streaming- und on-Demand-Angebote an. Obwohl beide Häuser über einen großen Kund*innenstamm verfügen, ist zumindest die Digital Concert Hall nicht kostendeckend – trotz 30.000 Nutzer*innen reichen hier knapp 15 Euro monatlicher Abopreis also nicht aus, den technischen und kreativen Aufwand zu decken. Das gilt im Übrigen auch für Netflix, obwohl die Einnahmen des Unternehmens in den letzten Jahren stark gestiegen sind.

Beide Beispiele zeigen demnach auch, wie schwierig es finanziell sein kann, eine eigene Plattform zu betreiben. Die größeren Streaminganbieter, für Hörbücher etwa Audible, Audioteka, Bookbeat oder Nextory, für Klassik beispielsweise Idagio, sind nur dann profitabel, wenn sie die Produktionen verschiedener Künstler*innen vereinen und eigene, exklusive Inhalte mit solchen verbinden, die auch bei anderen zu finden sind. Sie zeichnen zudem durch gestufte Preismodelle aus, beispielsweise für verschiedene Geräteanzahlen und Nutzer*innen-Unterkonten. Gerade die Hörbuch-Anbieter beschränken zudem die Nutzungszeit bzw. Anzahl. Das funktioniert, weil Hörbuch das Segment im deutschen Buchmarkt ist, das jährlich hohe Wachstumsraten aufweist. Die Ausgabe des Digital Publishing Report zum Hörbuchmarkt verweist zudem darauf, dass große Überschneidungen zwischen den Nutzer*innen der Abo-Streaming-Formate der verschiedenen Sparten bestehen und damit auch für serielles Kulturstreaming im Allgemeinen. Dabei ist die Zielgruppe ca. zwischen Mitte 30 und Mitte 40 – also genau jene, die Kultur außer Haus sonst eher wenig genießen.

Wie kooperative Plattformen funktionieren können, zeigt die noch junge, spartenübergreifende Berner Plattform Spectyou. Dort können Theaterschaffende, Tänzer*innen, Performer*innen Aufführungen hochladen. Das Ansehen ist kostenpflichtig, aber sehr günstig: Das erste Halbjahr kostet 5 Euro. Die technischen Kosten trägt die Plattform selbst. Ähnliche Ansätze sind auch zwischen Einrichtungen und/oder Künstler*innen denkbar, die sich damit die Kosten teilen und zugleich ein größeres Publikum ansprechen könnten.

Noch eine weitere Entwicklung ist spannend für Kultureinrichtungen, die sich auch im Audiobereich bewegen: Amazon bietet für Anwendungen auf seinem Smart-Speaker Alexa inzwischen ebenfalls bezahlpflichtige Abos an. Kulturbetriebe, die sich mit Amazons AGBs anfreunden können, müssen sich hier nicht einmal selbst um die Technik kümmern.

Freemium

Freemium-Modelle sind für alle die spannend, die nicht ganz auf kostenlose digitale Angebote verzichten, aber auch Geld damit verdienen möchten. Der Begriff setzt sich auf free und premium zusammen und beschreibt eine Mischform aus kostenfreien Basisangeboten und erweiterten/speziellen kostenpflichtigen Formaten. Zeitungsverlage bieten etwa eine bestimmte Anzahl kostenfreier Artikel im Monat an und ein Abo- oder Preismodell, wenn man mehr lesen möchte. Auch die Digital Concert Hall ist ein Freemium-Angebot, bei dem man mit einer kostenlosen Registrierung Zugang zu Interviews, Filmen des Education-Programms und einer Konzertaufzeichnung bekommt. Bei einem Ticket oder Abonnement kommen dann die Live-Übertragungen und Videos hinzu.

In anderen Kultursparten wäre Freemium beispielsweise im Kontext der individuellen Führungen möglich. Möchten die Teilnehmer*innen live daran teilnehmen und mit Künstler*innen oder Mitarbeiter*innen ins Gespräch kommen, kostet dies Geld. Die Aufzeichnung auf Youtube usw. hingegen könnte kostenfrei bleiben.

Neue Formate

Alle angesprochenen Angebote entstammen weitgehend dem klassischen Formatspektrum der Kultureinrichtungen. Doch online ist der Ort für neue Ideen und Experimente. Eine Beschäftigung mit erfolgreichen Plattformen und deren Kund*innen auch aus anderen Kultursparten sowie eine Befragung der eigenen Besucher*innen kann dabei sehr erhellend sein, um herauszufinden, was ihnen Geld wert wäre.

Gerade in den letzten Wochen ist beispielsweise die Anerkennung für digitale Seminare, Kurse usw. deutlich gestiegen. Deshalb könnte das Thema Weiterbildung ein spannender Ansatz sein. Die meisten Kultureinrichtungen fokussieren ihre Vermittlungsformate auf das Lernen zu ihrem Thema. Doch sie könnten auch anhand ihrer Expertise handfeste Kompetenzen vermitteln – online und gegen Geld. Beispiele hierfür wären etwa Präsentations- oder Recherchekompetenzen, Fachwissen für bestimmte Berufsgruppen oder Kunst- und Musikstunden. Auch der Bereich Konferenzen beschreitet hier erste Wege. So veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Sortiments- und Fachbuchhandlungen im Juni eine kostenpflichtige Tagung.

Ein spannendes Beispiel ist auch das Chocoversum Schokoladenmuseum in Hamburg. Dieses verbindet mit dem „Digital Chocolate Tasting“ analoge und digitale Formate: Wer die Schokolade live mitverkosten wollte, konnte sich dafür ein Tasting-Paket bestellen.

Schließlich kann auch ein neuer Kanal zu neuen Formaten anregen. Viel Potenzial für den Kulturbereich bietet beispielsweise Twitch. Die eigentlich für Let’s Plays und Gaming entwickelte Plattform wird inzwischen auch von zahlreichen Anbietern von außerhalb der Gamingbranche genutzt, etwa vom Erfurter Club Engelsburg. Twitch ist speziell auf Livestreams und die Interaktion mit dem Publikum ausgerichtet. Zwar sind diese nicht kostenpflichtig, Twitch bietet Kanalinhaber*innen aber zahlreiche Vergütungsoptionen. Zu diesen gehören zahlungspflichtige Abonnements, bei denen die Abonnent*innen spezielle Formate und Benefits bekommen, und eine eigene Währung, die Fans für die Streamer*innen ausgeben können. Auch die Werbeeinnahmen sind bei Twitch deutlich höher als etwa bei Youtube. Und schließlich gehören Spenden fest zur Kultur der Plattform. Zentral sind hierbei stets Spaß, Community und Interaktivität. Ein reines Aussenden von Inhalten genügt also nicht. 

Fazit

Für Kultureinrichtungen bieten sich zahlreiche Wege, online Geld zu verdienen, aber bisher werden nur wenige genutzt. Gerade die Museen sind hier sehr zurückhaltend. Um mit digitalen Erlösmodellen erfolgreich zu sein, sind dabei zwei Aspekte entscheidend: Sie sollten kostendeckend und an den Wünschen der Nutzer*innen ausgerichtet sein bzw. diesen einen konkreten Mehrwert liefern. Zudem kann es hilfreich sein, die Kosten für digitale Angebote transparent zu machen, um das Verständnis dafür zu steigern.

Sollte sich eine Kultureinrichtung grundsätzlich dagegen entscheiden, spricht aber zumindest nichts gegen Spendenaufrufe, wie die zahlreichen Solidaritätskampagnen in den letzten Monaten gezeigt haben. Das Supporterticket der Kölner Streamingplattform dringeblieben hat inzwischen etwa beinahe 250.000 Euro Spenden für die Kölner Kulturszene gebracht. Und mit Patreon gibt es bereits seit einigen Jahre eine Plattform für Kulturmäzene, die ihre Lieblings-Podcaster*innen, Musiker*innen und andere Künstler*innen unterstützen wollen. Patreon hat seit Januar 2020 auch einen Sitz in Berlin. Auch über Paypal lassen sich Spenden relativ einfach einnehmen und verwalten. Probieren Sie es einfach aus.

Quelle: www.kulturmanagement.net

 

Zur Autorin:

Kristin Oswald leitet die Online-Redaktion von Kultur Management Network. Sie studierte Geschichte und Archäologie in Jena und Rom sowie Social Media-Marketing in Berlin. Sie ist freiberuflich in der Wissenschaftskommunikation und im Museumsmarketing mit Schwerpunkt online tätig.

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Kohle für die Kunst! https://www.tiefgang.net/kohle-fuer-die-kunst/ Thu, 09 Apr 2020 07:37:37 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6717 [...]]]> Unter dem Motto „Kunst kennt keinen Shutdown“ schreibt die Hamburgische Kulturstiftung bis zum 15. April 2020 Hilfen für freischaffende Hamburger Künstler*innen aller Sparten bis zu 2.500 Euro aus.

In der Mitteilung der Stiftung heißt es:

„Wann Kulturveranstaltungen, wie sie für uns selbstverständlich waren, wieder möglich sein werden, wissen wir nicht. Umso ermutigender ist der Einfallsreichtum, den viele Kunstschaffende jetzt schon an den Tag legen. Sie zeigen uns, dass die Kunst ihren Weg findet, auch wenn die Menschen zuhause bleiben! Gemeinsam mit anderen Hamburger Stiftungen hat die Hamburgische Kulturstiftung unter dem Motto »Kunst kennt keinen Shutdown« einen Hilfsfonds aufgelegt. Das Ziel ist es, Künstler*innen der freien Szene dabei zu unterstützen, weiterzuarbeiten, ihre Arbeit sichtbar zu machen und neue Formate auszuprobieren. Ganz gleich ob via Website, Podcast, Streaming, Hörspiel, Online-Kurs, Aufnahme, gedruckte Form, Recherche-Report, Werkarchiv etc. – die Präsentationsform liegt bei den Antragsteller*innen und kann provisorischen, experimentellen Charakter haben.

Die Förderung durch den Hilfsfonds der privatrechtlichen Hamburgischen Kulturstiftung und weiterer Stiftungen versteht sich nicht als Alternative, sondern als zusätzliche Unterstützung zur öffentlichen Fördermöglichkeit durch die sogenannte Sofort-Hilfe.

Wer kann einen Antrag stellen?

In Hamburg arbeitende freie Künstler*innen aller Sparten (Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Musik, Literatur, Film, Fotografie, Kinder- und Jugendkultur, kulturelle Bildung sowie interdisziplinäre Vorhaben). Dabei richtet sich die Ausschreibung an Künstler*innen (alle drei Kriterien müssen erfüllt sein)

  • deren Einkommenssituation durch die Absage von Kulturveranstaltungen und Beschäftigungen in der Kulturvermittlung existenzbedrohend beeinträchtigt ist,
  • die in der Künstlersozialkasse gemeldet sind (Nachwuchskünstler*innen, die aufgrund ihrer kurzen Berufserfahrung noch nicht in der KSK sind, bilden die Ausnahme),
  • die in Hamburg leben bzw. schwerpunktmäßig in Hamburg arbeiten.

Was wird gefördert?

  • Die Entwicklung und Umsetzung neuer Formate sowie das Bespielen neuer Kommunikationskanäle, um die eigene Arbeit auch in der aktuellen Situation sichtbar zu machen
  • Die Erarbeitung neuer Konzepte für Projekte, die aufgrund der aktuellen Situation nicht so durchgeführt werden können wie geplant und in der aktuellen Situation einer neuen Präsentationsform bedürfen
  • Die Arbeit an Vorhaben, auch wenn der Zeitpunkt und die Form der Präsentation noch nicht feststehen

Welche Summe kann beantragt werden?

  • Künstler*innen können bis zu 2.500 Euro beantragen

Welche Kosten sind förderfähig?

  • Honorare (für die künstlerische und organisatorische Arbeit sowie ggf. technische Umsetzung)
  • Sachkosten

Wann und wie kann ich einen Antrag stellen?

Ausschließlich digital über das Antragsformular im Zeitraum vom 9. April 2020 bis 15. April 2020 um 18 Uhr. Das Antragsformular wird am 9. April im Laufe des Tages auf dieser Seite freigeschaltet.

Was sollte der Antrag umfassen?

  • Kurze Projektbeschreibung (max. 1.500 Zeichen, Konzept des Projekts und der Umsetzung, Kurzbiografie, ggf. Link oder max. 5 MB großes PDF zu Arbeitsproben)
  • Kurze Darstellung der Kosten
  • Kurze Beschreibung der finanziellen Situation und Einkommensausfälle
  • Nachweis über KSK-Mitgliedschaft in Form des letzten Jahresbescheids über Rentenversicherung (2019 oder 2018, wenn der für 2019 noch nicht vorliegt)
  • Kontoverbindung

Wie und wann wird über die Anträge entschieden?

Die Anträge werden von Mitarbeiter*innen der beteiligten Stiftungen gesichtet und bewertet. Entscheidungskriterien sind:

  • Vollständigkeit des Antrags
  • Stimmigkeit der Projektskizze und des Kostenplans
  • Aktuelle persönliche und finanzielle Situation

Wir werden versuchen, die Anträge so schnell wie möglich zu bearbeiten, können das Antragsaufkommen allerdings nicht abschätzen. Wir streben an, innerhalb von 1 bis 2 Wochen nach Fristende eine Antwort zu geben und die Förderung auszuzahlen. Die Antwort erfolgt per E-Mail.

Quelle und weitere Infos unter: www.kulturstiftung-hh.de/hilfsfonds

 

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Digitales kostenfrei https://www.tiefgang.net/digitales-kostenfrei/ Mon, 30 Mar 2020 22:41:55 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6607 [...]]]> Auch in Hamburgs Süden ist das kulturelle Leben weitestgehend zusammen gebrochen. Doch etliche Aktive der Initiative SuedKultur sorgen für Abhilfe. Heute: die Bücherhalle Harburg“.

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche (unbürokratische) Maßnahmen: Auch die Bücherhallen Hamburg möchten dazu beitragen, die Einschränkungen im Alltag, mit denen wir alle konfrontiert sind, ein wenig erträglicher zu machen:

Deshalb bieten wir allen Hamburgerinnen und Hamburgern jeden Alters ab sofort für die Dauer von sechs Wochen einen kostenfreien Zugang zu den digitalen Angeboten der Bücherhallen. Anmelden können sich:

  • Interessierte, die noch keine Kundenkarte der Bücherhallen besitzen.
  • Kund*innen, deren derzeitige Kundenkarte nicht aktiv ist. Der Sperrgrund der vorhandenen Kundenkarte ist hierbei nicht relevant.
  • Kinder und Jugendliche. Die Einwilligung (Erlaubnisschein) der Eltern muss nicht schriftlich vorliegen.

Und so funktioniert es:

Übermitteln Sie nachfolgende Daten telefonisch oder per E-Mail an harburg@buecherhallen.de, Tel. 040  / 77 29 23 oder an service@buecherhallen.de, 040 / 42 60 60 :

  • Nachname
  • Vorname
  • Geschlecht
  • Geburtsdatum
  • PLZ und Ort
  • E-Mailadresse (wenn vorhanden), sonst Telefonnummer

Sobald die Kundenkarte in der Bücherhalle ausgestellt wurde, werden Ihnen Ihre Zugangsdaten (Kundennummer und Passwort) per E-Mail zugesendet. Ist keine Mailadresse vorhanden, werden Ihnen die Daten telefonisch übermittelt.

Leihen Sie eMedien in der Onleihe und bei OverDrive, streamen Sie Filme (filmfriend) und Musik (freegal/Naxos) und lernen Sie mit Ihren Kindern tigerbooks kennen. Schülerinnen und Schüler finden unter unseren Online-Angeboten wertvolle Datenbanken wie statista, den Informationsdienst Munzinger, alle Ausgaben von Duden-Basiswissen Schule und diverse weitere Nachschlagewerke und Linksammlungen.

Wichtig auch für Eltern: Da Ausleihen und Vormerkungen nur in der eBuecherhalle möglich sind, entstehen keine Versäumnis-, Mahn- oder Vormerkgebühren.

Website: www.buecherhallen.de

 

 

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Fair Play in Sachen Kultur https://www.tiefgang.net/fair-play-in-sachen-kultur/ Fri, 13 Jul 2018 22:27:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3845 [...]]]> Wir haben uns daran gewöhnt: im Netz gibt es fast alles gratis oder günstig. Aber ist das fair gegenüber den Urhebern? Ein Projekt sensibilisiert.

Der Kölner Jazz-Violinist und Sänger Lando van Herzog hatte irgendwann die Schnauze voll. Alle zeigten Verständnis, verwiesen auf Gesetze und Technik. Geändert aber hast sich an einer Sache nichts: Urheber von Kunst und Kultur gehen meistens leer aus.

Dieser respektlose Umgang mit geistigem Eigentum im digitalen Zeitalter und die seit Jahren andauernde und noch immer aktuelle Diskussion um das Urheberrecht war letztlich der Auslöser zum ´PROJECT FAIR PLAY` . Und das hat van Herzig aus eigenen Mitteln gestemmt und viele Wegbegleiter aktivieren können, um damit sichtbar nach Außen zu treten. Denn seit der Jahrtausendwende haben sich – zunächst in der Musik, dann im Film und zuletzt auch im Bereich des gedruckten Wortes – Umsonstversorgung und Dumping bis zum Null-Tarif rapide ausgebreitet.

„Ich will das Streaming nicht verteufeln, aber so wie bei YouTube ist es kriminell. Spotify zum Beispiel ist ja legal und für den User sehr vorteilhaft. Aber für den Künstler, der aus Deutschland kommt und der nicht sehr bekannt ist, fällt eben kaum etwas ab. Wir haben da eine Kette: Den verwöhnten Konsumenten, die Vermittler, die ihre eigenen Interessen haben und abhängig vom wenig geldausgebenden Konsumenten sind und dann als schwächstes Glied den Künstler. Bei abonnementbasierten/lizenzierten Audiostreamingdiensten wie Spotify erhält der Künstler eine Beteiligung, die jedoch von den Musikkonzernen verhandelt werden. Streamingdienste sind derzeit für – insbesondere deutschsprachige – Musiker keine lukrative Einnahmequelle, sofern sie keine hohe Gewinnbeteiligung mit den Musikfirmen ausgehandelt haben“, so van Herzog.

Wenn die Schöpfer geistiger Werke nicht mehr entsprechend entlohnt werden, gerät die Existenz der kreativ Schaffenden in Gefahr. Letztlich eine reale Bedrohung der kulturellen Werte der Gesellschaft. Man sollte daher meinen, dass sich gerade die betroffenen Künstler deutlich und lautstark zu dieser Problematik geäußert haben – doch bislang herrschte bis auf wenige Ausnahmen lähmende Ruhe. Daher sah van Herzog es an der Zeit für das „PROJECT FAIR PLAY“. Eine Basis dieses Projektes ist ein Konzept-Album, auf dem Künstler sich mit ihren eigenen künstlerischen Mitteln – Musik, Wort und Bild – zum Thema Respekt vor geistigem Eigentum im digitalen Zeitalter äußern. Es ist das erste Projekt überhaupt, in dem  Künstler hierzu Stellung nehmen. Und weil FAIR PLAY viele Dimensionen hat, z.B. im Sport, in der Arbeitswelt oder in zwischenmenschlichen Beziehungen, kommen diese Themen ebenfalls zur Sprache. Musiker quer durch die Musikstile singen und spielen; bildende Künstler und Designer illustrieren mit Bildern und Fotos; Schauspieler, Filmemacher, Onlinekünstler, Sportler und Repräsentanten des öffentlichen Lebens interpretieren auf Interludes Texte von Schriftstellern.

Ein Meisterwerk an Vielfalt und Prominenz: Popsongs, BigbandSounds, Interludes, DancefloorBurner, Film- und Symphonieorchester, Technobeats, PoetrySlam, Hippe Jazzimpressionen, Hits, Ouvertüre & Finale und das von Preisträgern (Oscar, Grammy, ECHO, ECHO Jazz, Grimme, Deutscher Filmpreis, Deutscher Comedypreis, Goldene Kamera, Deutscher Fernsehpreis, Literaturpreise) YoutubeStars,  Paralympics-Sieger und Weltrekordhaltern oder Weltmeistern reichen sich auf dieser einmaligen CD die Hand zur PROJECT FAIR PLAY Allianz.

PROJECT FAIR PLAY und vorliegendes Konzept-Album wurden nicht von Industrie oder Verbänden realisiert  … sondern von den Künstlern selbst. Initiiert und produziert wurde das Projekt von Lando van Herzog. Produktion und Veröffentlichung des Albums hat der Sänger und Violinist durch den Einsatz eigener privater Mittel ermöglicht.

Lando van Herzog: „Wir befürworten daher jegliche Maßnahme des Gesetzgebers, die den Schutz geistigen Eigentums fördert. Unser Ansatz ist aber ein ganz anderer – wir fordern ja nicht technische Regulierung, wie zum Beispiel den Kopierschutz, diese technischen Lösungen gibt es ja und sie haben meistens versagt. Wir fordern also nicht die Gerichte auf, sondern den Menschen selbst: „Fair play“ gegenüber unserer Arbeit! Es reicht nicht aus, wenn, wie Umfragen ergeben haben, nur die Hälfte der Konsumenten bereit ist, für eine Leistung wie Musik auch zu zahlen. “ (Donaukrier v. 27. Jun. 2018)

Album download: project-fairplay.com/album-download/

weiterführender Link: project-fairplay.com

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