Stumpfe Ecke – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 16 Feb 2024 10:22:22 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Das literarische Band von Hamburgs Süden https://www.tiefgang.net/das-literarische-band-von-hamburgs-sueden/ Fri, 16 Feb 2024 23:04:22 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10584 [...]]]> Vom 1. bis 31. März 2024 finden die 9. SuedLese Literaturtage statt. Das Festival lädt mit über 60 Veranstaltungen an mehr als 30 Orten im Süden Hamburgs zu einem abwechslungsreichen Programm ein. Literaturliebhaber können sich auf Lesungen, Workshops, Gespräche und vieles mehr freuen.
Initiator der SuedLese und auch 2024 mit an Bord ist Heiko Langanke: „Dieses Jahr ist neben dem Landkreis Harburg auch die eh literaturaffine Hansestadt Buxtehude stark vertreten! Schön, dass dort auch Texte von künftigen Hamburger Stadtschreiber*innen gelesen werden und ein weiteres literarisches Band der südlichen Metropolregion spannen.“ Aber auch das Museum Kiekeberg, Museum Marstall in Winsen und der KulturPunkt Moisburg wie auch Buchholz sind vertreten. Zum Norden runden die Bücherhalle und das Freizeithaus Kirchdorf sowie das Bistro Deichdiele das literarische Geschehen ab.

Themen und Genres

Die SuedLese bietet in diesem Jahr ein vielfältiges Programm mit Themen aus allen Bereichen der Literatur. Krimis, Liebesromane, Sachbücher, Gesellschaftsthemen, Poesie oder Kinderliteratur – für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Besondere Highlights

Macht gleich den Auftakt am 1. März in der Buchholzer Empore: Gregor Gysi (Foto: Ina Haar)

Zu den Highlights des Festivals gehören die Lesung von Politiker Gregor Gysi (1. März, Empore Buchholz), die autobiographische Lesung von Elisabeth Wellershausen – „Wo die Fremde beginnt“ (4. März, Buchhandlung Schwarz auf Weiss, Buxtehude), die Lesung aus Nick Hornby´s „a long way down“ (5. März, Harburger Theater), Anna Warners musikalische Lesung aus „Normalhöhe Null“ (7. März, Fischhalle Harburg), Felix Krebs & Florian Schuberts Buch zum Rechtsextremismus der 80er Jahre: „Hamburgs „Baseballschlägerjahre“ (7. März, Stumpfe Ecke, Harburg), Dominik Blohs „Unter Palmen aus Stahl“ (9. März, FLETH-Raum Buxtehude),die Snippets aus dem Wettbewerb Stadtschreiber*in Hamburg 2024 (25. März, KulturForum Buxtehude) und die Marmstorfer Debütantin Katrin Deponte mit ihren „Mafia Rules“ (27. März, Stellwerk Harburg).

Orte der Worte

Die Lesungen finden an vielen verschiedenen Orten im Süden Hamburgs statt, darunter Bibliotheken, Buchhandlungen, Kino, Treffpunkthäusern, Museum, Café oder Club. So können die Besucher neue Literatur und neue Orte erleben.

Autor*innen und Künstler*innen

Neben bekannten Autoren Elisabeth Wellershausen, Dominik Bloh, Gregor Gysi, Anna Warners, Louise Pelt oder Florian Knöppler werden auch viele Newcomer und lokale Autor*innen auf der SuedLese lesen.

Am 4. März in der Buchhandlung Shwarz auf Weiss in Buxtehude: Elisabeth Wellershausen

Rahmenprogramm

Neben den Lesungen bietet die SuedLese auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Kursen, Workshops, Kabarett, Experimentellem und anderen Veranstaltungen.

Das komplete Programm ist online unter www.suedlese.de und als download unter suedlese.de/das-programm-ansehen/ erhältlich

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200 Absagen und gut 300.000,- € Schaden! https://www.tiefgang.net/200-absagen-und-gut-300-000-e-schaden/ Mon, 16 Mar 2020 16:22:53 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6510 [...]]]> Harburgs Kulturszene ist seit Jahren unterfinanziert und basiert auf viel privatem Engagement. Die Krise rund um die Corona-Pandemie trifft sie nun mitten  ins Herz.  

Die Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus treffen viele, die Harburger Kulturszene aber besonders hart.  Museen, Theater,  Volkshochschule und Bücherhallen haben bis auf weiteres geschlossen. Viele sind fest gefördert oder gar in kommunaler Hand, manche zumindest mit öffentlichen Geldern unterstützt. Aber der Großteil der Harburger Clubs und Kulturorte bieten Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Theater oder Vorträge aus privatem Engagement und  Risiko.

Sie trifft es jetzt ungewöhnlich hart, denn dass der Bezirk Harburg Hilfe geben kann, bezweifeln sie. Als Zusammenschluss in der Initiative SuedKultur  sind gut 50 Kulturinstitutionen im Bezirk Harburg vereint, die seit 12 Jahren sich gegenseitig unterstützen und für eine bessere Wahrnehmung der Kultur im Süden der Stadt sorgen. Aber sie kritisiert auch seit Jahren, dass z.B. in der Verteilung der Stadtteilkulturmittel des Senats an den Bezirk Harburg eine schwere Unterfinanzierung besteht. Rund 300.000,- € weniger als der Durchschnitt aller Hamburger Bezirke fehlen jährlich. Nun da Hilfe dringend geboten wäre, um abgesagte Auftritte und Einnahmen  sowie die Bedienung von Verbindlichkeiten in der größten Härte abzufedern, belegt sich dieser Missstand.

In einer Blitzumfrage vom vergangen Freitag (13. März 2020) zeigt sich schon jetzt: rund 200 Veranstaltungen sind alleine im März betroffen, mit rund 20.000 erwarteten Besuchern und einem direkten finanziellen Ausfall von konservativ geschätzten 300.000 €! Und noch haben nicht alle Kulturorte Rückmeldung gegeben. Hinzu kommt das private Vermietungsgeschäft, das die Kulturangebote aber eben auch Miete, Personal und Gastronomie mit finanzieren.

Heimo Rademaker, Sprecher der Initiative SuedKultur und selbst privater Betreiber des Marias Ballrooms: „Es stehen Existenzen auf dem Spiel! Es braucht dringend und vor Ort Hilfestellung für die Clubs und Kulturschaffenden. Die Kulturbehörde hat großzügige Unterstützung angesagt. Aber was kommt davon und für wen in Harburg an? Unsere Erfahrungen waren schon guten Zeiten nicht gut. Jetzt könnte es bedeuten, dass mancher Laden nicht nur vorübergehend schließt.“

Und sie machen einen Großteil des Harburger Kulturangebots aus: sei es Marias Ballroom, das Stellwerk, das Kulturcafé Komm du, die Fischhalle, das Old Dubliner, die Stumpfe Ecke, der Verein ContraZt e.V., die Inselklause aber auch der Speicher am Kaufhauskanal oder die Musikgemeinde Harburg, die gerade Konzerte mit den Hamburger Symphonikern absagen musste.

„Und wir wollen keine Extra-Wurst in Harburg. Denn bei vielen Kulturschaffenden in Hamburg geht es gerade ans Eingemachte. Aber Harburg ist besonders hart getroffen und hat seit Jahren sich zu wenig um Sicherungsmechanismen gekümmert und kümmern können. Von was auch?“, so Heimo Rademaker.

 

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