Tod https://www.tiefgang.net Fri, 20 Apr 2018 08:28:56 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Dem Tod auf der Spur https://www.tiefgang.net/dem-tod-auf-der-spur/ Fri, 20 Apr 2018 22:28:15 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3534 [...]]]> Der Tod ist meist ein Tabu. Ausgerechnet auf dem Buxtehuder Friedhof bricht eine Kunsthistorikern es und man hat jede Menge Spaß dabei. Bei dieser Tour liegt man richtig!

Buxtehude. Die Kunsthistorikerin Dr. Anja Kretschmer bietet am Freitag, 27. April, 19 Uhr, auf dem Buxtehuder Waldfriedhof, Heitmannsweg, mal wieder ihr „Friedhofsgeflüster“ an. In der Rolle der Schwarzen Witwe erzählt sie anschaulich etwas zur Bestattungskultur des 16. bis 19. Jahrhunderts.

Das Friedhofsgeflüster in der Rolle der „Schwarzen Witwe“ fand bereits im Oktober 2017 schon mal statt und war gleich ein voller Erfolg. Kretschmer spannt dabei den Bogen von Bestattungsbräuchen bis hin zum Aberglauben, untermauert durch Geschichten von dem persönlichen Schicksalsschlag der Witwe. In der Dämmerung geht es an den Gräbern vorbei und so wird die eigene Sterblichkeit aber auch die Bedeutung von Ritualen bewusst. Ganz nebenbei erfahren die Interessierten etwas über illegalen Leichenraub, was früher alles aus Leichenfett hergestellt wurde und warum Märchen oft viel mehr Wahrheit verbergen als man glaubt.

Erbsen im Sarg

Wer die außergewöhnliche Dame aus vergangen Zeiten kennenlernen und darüber hinaus erfahren möchten, warum man einem Toten Erbsen mit in den Sarg geben muss oder aber was die Taube mit dem Tod zu tun hat, sollte die Führung nicht verpassen. Das Friedhofsgeflüster versteht sich als Wanderführung und findet seit sieben Jahren vorrangig in Norddeutschland statt. Dr. Anja Kretschmer initiierte die Führung, um dem tabuisierten Umgang mit der eigenen Endlichkeit entgegenzuwirken und Öffentlichkeitsarbeit für Friedhöfe als wichtige Erinnerungsorte zu betreiben.

Am Ende der Führung gibt es einen kleinen Umtrunk. Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung in der Friedhofskapelle statt. Um Anmeldung wird gebeten. Der Eintritt kostet zwölf Euro.

Foto: Heinrich v. Schimmer

Wie kommt man aber auf so eine abgedrehte Tour? „Ich biete regelmäßig und auf Nachfrage eigenständig konzeptionell erarbeitete Friedhofsführungen am Tag und in der Dämmerung an. Die Besonderheit dieser Führungen liegen in ihrer Authentizität, denn alle Geschichten besitzen regionalen Bezug“, so die „Schwarze Witwe“ und promovierte Kunsthistorikerin Kretschmer. Bei einer Führung etwa stehen die Sitten und Bräuche sowie der Aberglaube unserer Vorfahren im Mittelpunkt. Wie sind unsere Vorfahren mit den Themen Sterben, Tod und Trauer umgegangen? Welche Rituale gab es? Wer war die Leichenbitterin? Wissen Sie, warum man einem Sterbenden nie beim Namen rufen darf? Was sind Totenkronen?

Bei einer anderen Tour geht es rund um die Leiche: Von Leichenwache, Leichenraub und Leichenfett. Der Umgang mit dem Verstorbenen wird aus verschiedensten Blickwinkeln betrachtet. Warum musste man damals bis zur Beerdigung Wache am Toten halten? Und weshalb wurden Erbsen in den Sarg geschüttet und der Verstorbene festgebunden? Ebenso wird die Trauer- und Gedenkkultur des 19. Jahrhunderts vorgestellt und erläutert, wozu man Körperhalter benötigte. Dass der verstorbene Körper außerdem ein lukratives Geschäft darstellte und warum Märchen oft vielmehr Wahrheit verbergen als man glaubt, erfährt man in diesem Teil des Friedhofsgeflüsters.

Die „Premium“-Führung

Bei einer „Premium“-Führung wird gar das Mysterium des Todes behandelt. Es hat die Menschheit seit jeher beschäftigt. Das Ungewisse und Nicht(be)greifbare lässt Raum für Phantasie, Sehnsüchte und Spekulationen. Diese Erlebnisführung richtet sich an alle, die mehr erwarten und unerschrockenen Geistes sind. Für offene und neugierige Gemüter, welche die sagenumwobenen Zwischenzeiten nicht scheuen. Neben schauerlichen Geschichten muss man während des Rundganges stets auf der Hut sein vor den plötzlichen Begegnungen mit den Kreaturen aus der Zwischenwelt. Dabei bleibt die Frage offen: Sieht man sie wirklich oder spielt uns unsere Phantasie doch nur einen Streich?

Da muß man erstmal drauf kommen. Und neben all dem Gruselspaß lernt man auch noch Fundiertes!

Infos und Anmeldung: www.anja-kretschmer.de  oder Hansestadt Buxtehude, Friedhofsverwaltung, T 04161/64400 oder 644011
fg68@stadt.buxtehude.de

Nächster Termin: Samstag, 27. April, 19 Uhr bis 20:30 Uhr, Treffpunkt: Friedhofskapelle Waldfriedhof, Heitmannsweg, Eintritt: 12 Euro

Um Anmeldung wird gebeten.

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Was, wenn der Vorhang fällt? https://www.tiefgang.net/was-wenn-der-vorhang-faellt/ Fri, 20 Oct 2017 22:57:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2284 [...]]]> Bei aller Leidenschaft ist ein Kulturbetrieb eben auch ein Betrieb. Und was, wenn der Chef*in ausfällt?

Unglücke passieren. Und in der Regel unvorbereitet und aus heiterem Himmel. Unfälle oder Krankheiten lassen sich in aller Regel nicht vorhersagen. Aber wer kann und soll sich bei einem solchen Schicksalsschlag eigentlich um den Betrieb kümmern? Denn auch wenn es ein Szene- oder Kultur-Betrieb ist: es ist eben auch ein Betrieb. Wer nimmt dann – und sei es nur vorübergehend – die wichtigsten Aufgaben wahr? Wenn es ganz dumm läuft, stehen sonst erstmal alle Räder still. Und dann ist das Ende des Betriebs oft schon näher als nötig.

Klar, es ist besser solche Gedanken zu verdrängen. Wer rechnet schon gern mit dem Schlimmsten? Aber es kann durchaus auch mal sinnvoll sein, zumindest darüber nachzudenken. Ein „Notfall-Handbuch für Unternehmen“ der Handelskammer Hamburg hilft dabei und gibt gar gute Strukturen vor, mit denen man ohne Angst und Schrecken gute Sicherheitsleistung betreiben kann.

Ein Mitglied der SuedKultur hat uns darauf aufmerksam gemacht. Also haben wir mal Kontakt zur Handelskammer aufgenommen und schwupp: man kann das Handbuch auch kostenfrei herunterladen.

Die Fragen, die recht früh aufgeworfen werden, zeigen, wie nah das Unbedachte sein kann. Aber auch wie Praxisbezogen das Handbuch ist

  • „Wer könnte im Notfall vorübergehend oder dauerhaft das Unternehmen weiterführen?
  • Gibt es einen Familienangehörigen, einen Mitarbeiter oder einen Externen, der diese Funktion vertrauensvoll wahrnehmen könnte?
  • Muss eventuell die Unternehmensführung auf mehrere Personen verteilt werden?
  • Wer weiß über aktuell anstehende Aufträge Bescheid? Wer kennt die Kunden? Wer dieLieferanten? Wer ist mit den wichtigsten Projekten vertraut? 
  • Wer hat Bankvollmachten? Gibt es Personen, die schon einen Überblick über die Konten haben? Wer kennt die entsprechenden Passwörter vom PC oder Codes? Wer kommt an Schlüssel heran?
  • Steht ein Unternehmensnachfolger bereit? Muss er eingearbeitet werden? Oder kann in der Übergangszeit auch ein anderer das Unternehmen führen?
  • Gibt es im Unternehmen einen Beirat? Soll ein solches Gremium eingerichtet werden?“

Nun, man muss ja nicht gleich zum/r Perfektionst*in mutieren und sollte durchaus die Kirche im Dorf lassen. Aber die Unterteilung in ein betriebliches und privates Notfallbuch  wie auch in den Teil „Weisungen, Vollmachten und Verfügungen“ ist durchaus praxisorientiert und wenn einem z.B., der Fortgang des Kulturbetriebes am Herzen liegt, so macht es Sinn, mal Lieferanten, Vertraute, Mitentscheider zu notieren und so Klarheit über Delegationsverfahren zu schaffen. Und: es kann ja auch selbst im Alltag dienlich sein, wenn man mal Lieferanten, wichtige Ansprechpartner oder Versicherungspolicen zugeordnet hat und weiß, wo sie sich befinden.

Ein Teil lässt auch Platz, um z.B. Passwörter auch für social medias zu notieren, was auch schon bei einem PC-Absturz hilfreich sein kann, es physisch zur Hand zu haben.

Kurzum: sich mit den Fragen und ihren Antworten zu beschäftigen, macht Sinn. Man muß es ja nicht übertreiben. Und da es kostenfrei zu haben ist, liegt es an Dir, sich dem Thema zu stellen.

Hier zum Download des Handbuchs

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