Vorlesemonitor 2022 https://www.tiefgang.net Thu, 02 Feb 2023 10:10:31 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 46. Vorlesewettbewerb startet https://www.tiefgang.net/46-vorlesewettbewerb-startet/ Fri, 03 Feb 2023 23:43:45 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9675 [...]]]> 39 Prozent der Kinder in Deutschland wird selten oder nie vorgelesen. Der „Vorlesemonitor“ von November 2022 belegt, dass viele Eltern erst um den zweiten Geburtstag der Kinder mit dem Vorlesen beginnen und bereits mit dem Schuleintritt wieder aufhören.

2019 lag dieser Wert noch bei 32 Prozent. Die Folgen sind vorhersehbar, denn schon jetzt ist zu erkennen, dass Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, leichter lesen und schreiben lernen, einen umfangreicheren Wortschatz haben und sich später als Heranwachsende und Erwachsene Texte besser erschließen können. In Zeiten, in denen Eltern immer seltener die Notwenigkeit sehen, ihren Kindern vorzulesen und Lehrkräfte angeben, ihren Schüler*innen keine angemessene Unterstützung mehr bieten zu können (Deutsches Schulbarometer 2022), setzt der Vorlesewettbewerb einen starken Anreiz für Kinder, das Lesen und Vorlesen zu lernen und aktiv zu erfahren. Der Wettbewerb bietet den Schüler*innen einen vertieften Einstieg in die Welt der Bücher und stärkt zugleich ihre Lesekompetenzen. Damit hilft er, das Sprach- und Textverständnis zu verbessern – unerlässliche Fähigkeiten für Chancengleichheit im Bildungssystem, für eine selbstbestimmte Zukunft und für gesellschaftliche Teilhabe. Die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels richtet den Wettbewerb gemeinsam mit Schulen, Buchhandlungen, Bibliotheken sowie vielen Ehrenamtlichen und Förderern in diesem Jahr zum 64. Mal aus.

64. Vorlesewettbewerb erfährt großen Zuspruch – Entscheide finden wieder vollständig in Präsenz statt

Die positive Resonanz auf den aktuellen Vorlesewettbewerb unterstreicht dabei einmal mehr, wie wichtig die größte Leseförderungsaktion Deutschlands ist: An den über 650 regionalen Entscheiden, die Ende Januar 2023 starten, beteiligen sich bundesweit 6.600 Schüler*innen aus 6. Klassen. Die guten Anmeldezahlen liegen damit wieder auf dem Niveau von Zeiten vor der Coronapandemie. Mit dem diesjährigen Wettbewerb finden die Entscheide erstmals seit drei Jahren wieder vollständig in Präsenz statt. Medienvertreter*innen sind herzlich eingeladen, an den einzelnen Entscheiden teilzunehmen und darüber zu berichten.

Wie gehabt führen die Etappen von den Schulentscheiden über Stadt-/Kreis-, Bezirks- und Länderebene bis zum Bundesfinale mit den 16 Landessieger*innen, das am 21. Juni 2023 in Berlin stattfindet. Dieses wird beim rbb produziert und live in der ARD Mediathek sowie auf KiKa.de gestreamt.

Neben der Stärkung der Lesekompetenz von Kindern zielt der Wettbewerb zudem darauf ab, Freude und Leidenschaft am Lesen zu vermitteln und die Begeisterung für Bücher in die Öffentlichkeit zu tragen. In diesem Sinn gibt die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels kuratierte Leseempfehlungen zu zahlreichen Themen – auch abseits der bekannten Kinderbuchklassiker –, die unter Börsenverein Vorlesewettbewerb: Buchempfehlungen veröffentlicht werden. Zu den Empfehlungen zählen auch die Bücher, die im Rahmen des Vorlesewettbewerbs auf den verschiedenen Ebenen an die teilnehmenden Kinder verschenkt werden. Den Anfang macht in diesem Jahr „Agnes und der Traumschlüssel“ von Tuutikki Tolonen (Carlsen), das alle Sieger*innen der Schulentscheide in einer Sonderauflage mit dem finnischen Originalcover erhalten.

Über den Vorlesewettbewerb

1959 von Erich Kästner mitbegründet, ist der jährlich stattfindende Vorlesewettbewerb die bundesweit größte Leseförderungsaktion und einer der größten Schülerwettbewerbe Deutschlands. Der Vorlesewettbewerb wird von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels veranstaltet und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert den Vorlesewettbewerb. Auch in diesem Jahr unterstützen darüber hinaus vier Sparda-Regionalbanken die Aktion. Die jährlich rund 650 regionalen Wettbewerbe werden von Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen oder anderen kulturellen Einrichtungen organisiert und ehrenamtlich durchgeführt.

Aktuelles zum 64. Vorlesewettbewerb sowie alle Infos, Termine und Teilnehmerschulen sind auf www.vorlesewettbewerb.de zu finden.

Quelle: Börsenverein des Deutschen Buchhandels

In Buxtehude geht es derweil schon los:

Buxtehude. Wer ist der oder die beste Vorleser*in im Landkreis Stade? Nach zwei Jahren des digitalen Wettlesens kehrt der Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels in die Stadtbibliothek Buxtehude, Fischerstraße 2, zurück und die Schüler:innen lesen wieder live vor Publikum. Am Mittwoch, 15. Februar, ab 18 Uhr treten die 17 Schulsieger*innen aus dem Landkreis gegeneinander an.
Die Jury beim diesjährigen Regionalentscheid besteht aus Magdalena Szygula (Vorjahressiegerin), Annika Müller (Auszubildende der Stadtbibliothek Buxtehude), Rita Körner (Buchhändlerin, Literatur im Zimmer), Annelie Schlohbohm (Autorin) und Ines Hansla (Pressestelle der Hansestadt Buxtehude).

Bundesweit beteiligen sich rund 6.600 Schüler*innen der 6. Klassen an den regionalen Entscheiden der Städte und Landkreise, organisiert von Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und weiteren kulturellen Einrichtungen. Alle teilnehmenden Kinder erhalten eine Urkunde sowie das Buch „Agnes und der Traumschlüssel“ von Tuutikki Tolonen (Carlsen). Mit circa 600.000 Teilnehmer:innen jährlich ist der 1959 ins Leben gerufene Vorlesewettbewerb der älteste und größte Schülerwettbewerb Deutschlands. Das Bundesfinale mit den 16 Landessieger:innen findet dann am 21. Juni 2023 in Berlin statt.

Der Wettbewerb soll Begeisterung für Bücher in die Öffentlichkeit tragen, die Lesekompetenz von Kindern stärken und diese somit dabei unterstützen, ihren Horizont zu weiten, gesellschaftliche Veränderungen einzuordnen und Offenheit für Neues zu entwickeln. Auf www.vorlesewettbewerb.de/der-wettbewerb/buchempfehlungen veröffentlicht die Stiftung Buchkultur und Leseförderung daher kuratierte Lesetipps zu zahlreichen Themen – auch abseits der bekannten Kinderbuchklassiker.

Der Vorlesewettbewerb wird von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels veranstaltet und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert den Vorlesewettbewerb. Die Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank Baden-Württemberg, die Sparda-Bank Hessen, der Gewinn-Sparverein der Sparda-Bank München e. V. und die Sparda Bank Hamburg fördern die Entscheide auf der regionalen Ebene. Medienpartner ist der rbb.

Der aktuelle Stand des 64. Vorlesewettbewerbs sowie alle Informationen, Termine und Teilnehmerschulen sind auf www.vorlesewettbewerb.de zu finden.

 

]]>
Kindern vorzulesen ist wichtiger denn je https://www.tiefgang.net/kindern-vorzulesen-ist-wichtiger-denn-je/ Fri, 11 Nov 2022 23:43:41 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9472 [...]]]> Wem vorgelesen wird, liest später selbst gerne vor. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die jetzt vom Bundesbildungsministerium veröffentlicht wurde.

In der Pressemitteilung dazu heißt es:  

„Vorlesemonitor 2022“ Kindern vorzulesen ist wichtiger denn je

Die Bedeutung des Vorlesens für den Bildungserfolg von Kindern soll bei Eltern und der gesamten Gesellschaft mehr Aufmerksamkeit bekommen – so die Schlussfolgerung aus dem „Vorlesemonitor 2022“. Danach lesen immer weniger Eltern ihren Kindern vor. Das Bundesbildungsministerium unterstützt Initiativen zur Vorlese- und Leseförderung. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Wer selbst in der eigenen Kindheit zuhause Vorlesen erlebt hat, liest den eigenen Kindern später mit höherer Wahrscheinlichkeit vor als wenn die eigene Erfahrung fehlt. 

Foto: Jennifer Braun

Was steckt hinter dem „Vorlesemonitor 2022“?

Es handelt sich um eine Bildungsstudie der Stiftung Lesen, der „Zeit“ und der Deutsche Bahn Stiftung – unterstützt vom Bundesbildungsministerium. Die Ergebnisse wurden am Montag in Berlin vorgestellt.  Für den „Vorlesemonitor 2022“ wurde die Vorlesepraxis in Familien mit Kindern im Alter von ein bis acht Jahren untersucht. Insgesamt wurden deutschlandweit 800 Familien in persönlichen Interviews befragt.

Die Studie zieht auch Rückschlüsse zu Umfrage-Ergebnissen der vergangenen Jahre. Zudem analysiert der Monitor Vorlesebiografien und Risikofaktoren – und macht Angaben, wie viel Vorlesestoff in den Familien vorhanden ist. Dabei werden analoge und digitale Angebote einbezogen.

Wie sind die wichtigsten Ergebnisse?

Der „Vorlesemonitor 2022“ zeigt unter anderem, dass 39 Prozent der 1- bis 8-jährigen Kinder selten oder nie vorgelesen wird. 2019 lag der Anteil bei 32 Prozent. Viele Eltern fangen mit oder nach dem zweiten Geburtstag der Kinder vergleichsweise spät mit dem Vorlesen an. Den meisten 3- bis 5-Jährigen wird laut Studie zu Hause vorgelesen. Spätestens mit dem Eintritt in die Schule lesen Eltern aber deutlich seltener vor. Vor allem Eltern mit formal geringer Bildung sind wenig aktiv. Mehr als die Hälfte von ihnen liest ihren Kindern selten oder nie vor.

Ergebnis ist zudem: Wer selbst in der eigenen Kindheit zuhause Vorlesen erlebt hat, liest den eigenen Kindern später mit höherer Wahrscheinlichkeit vor als wenn die eigene Erfahrung fehlt. Das zeigt sich tendenziell auch bei Erwachsenen mit formal geringer Bildung.

Was hat außer dem Bildungsstand der Eltern Einfluss auf das „Vorlese-Verhalten“?

Ein weiterer Aspekt ist, wie viel Vorlesestoff vorhanden ist. Je mehr Kinderbücher im Haushalt vorliegen, desto regelmäßiger lesen Eltern ihren Kindern vor und geben frühe Impulse für das (Vor-) Lesen weiter. So haben 44 Prozent der befragten Familien maximal zehn Kinderbücher im Haus. Die Auftraggeber der Studie halten es daher für dringend geboten, dass Bücher besser für alle Familien verfügbar sind.

Auch digitale Vorlesematerialien können dazu beitragen, dass Vorlesen und Lesen in mehr Familien stattfindet. 34 Prozent der Kinder nutzen digitale Bücher oder Kinderbuch-Apps – unabhängig davon, ob die Eltern regelmäßig vorlesen oder nicht.

Warum ist regelmäßiges Vorlesen so wichtig?

„Regelmäßiges Vorlesen ist nicht nur förderlich für die späteren Sprach- und Lesekompetenzen, sondern auch für die Fantasie und stärkt zudem die Eltern-Kind-Beziehung.“ Das betonte Jens Brandenburg, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungsministerium. Vorlesen sei somit ein überaus wichtiges Element früher Bildungsförderung. Laut dem Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, Jörg F. Maas, eröffnet Vorlesen „Kindern die Welt der Geschichten und legt wie keine andere Aktivität den Grundstein für Bildung und Zukunftschancen“.

Wie unterstützt der Bund Vorlese- und Leseförderung?

Der Bund fördert die Bemühungen für mehr Vorlese -und Leseaktivitäten mit einer Reihe von Maßnahmen und Initiativen. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Jens Brandenburg, ist Mitglied im Kuratorium der Stiftung Lesen. Mit der Stiftung arbeitet der Bund auch bei der Initiative „Lesestart 1-2-3“ zusammen. Dabei wird Eltern für deren Kinder in den ersten drei Lebensjahren jeweils ein Buchgeschenk in Form von Lesestarts-Sets zur Verfügung gestellt. Das Bundesbildungsministerium fördert die Initiative seit 2011.

Mit der Informationskampagne „Lesen & Schreiben – Mein Schlüssel zur Welt“ will der Bund Menschen aller Altersgruppen und Bildungsvoraussetzungen erreichen. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der Kampagne auf Hausarztpraxen. Denn Beipackzettel verstehen, oder sich über gesunde Ernährung und Bewegungsangebote informieren, ist für viele nur schwer möglich. Rund 6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland können nicht oder kaum lesen und schreiben.“

Zur Studie Vorlesemonitor 2022 hier: www.stiftunglesen.de

 

]]>