Wiebke Bolduan – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Mon, 19 May 2025 12:31:03 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Hamburg fördert die literarische Vielfalt https://www.tiefgang.net/hamburg-foerdert-die-literarische-vielfalt/ Fri, 23 May 2025 22:25:08 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11835 [...]]]>

Ein frischer Wind weht durch die Hansestadt: Die Behörde für Kultur und Medien hat erstmals zwölf Arbeitsstipendien für Literatur und Comic vergeben und setzt damit ein starkes Zeichen für die literarische Szene.

Diese neuen Stipendien sollen professionell arbeitende Literatur- und Comicschaffende in Hamburg unterstützen und ihnen den nötigen Freiraum für ihre aktuellen Projekte ermöglichen. „Die neuen Arbeitsstipendien sind ein starkes Signal für die kreative Kraft und literarische Vielfalt, die unsere Stadt prägen“, erklärt Kultursenator Dr. Carsten Brosda. „Mit ihrer Arbeit bereichern die Stipendiatinnen und Stipendiaten die Hamburger Literatur- und Comicszene und zeigen, wie vielschichtig, mutig und zukunftsweisend Erzählen heute ist.“

Die Stipendien sind mit je 10.000 Euro dotiert, insgesamt wird eine Fördersumme von 120.000 Euro ausgeschüttet. Eine Jury, bestehend aus Fachleuten der Literatur- und Comicwelt, wählte die zwölf Glücklichen aus insgesamt 189 Bewerbungen aus.

Die geförderten Autorinnen und Autoren verteilen sich auf verschiedene Sparten:

  • Comic: Wiebke Bolduan, Moritz Wienert, Magdalena Kaszuba

  • Kinder- und Jugendbuch: Nils Mohl, Hanna Harms (Kinder-Sach-Comic)

  • Sachbuch: Nicole Seifert, Anne Otto

  • Belletristisches Werk: Jarka Kubsova, Robert Brack, Katharina Mevissen, Eva Lohmann, Tanja Schwarz [aus der Pressemitteilung]

Diese Stipendien sollen den Kreativen ermöglichen, sich voll und ganz auf ihre literarische Weiterentwicklung zu konzentrieren. Sie ergänzen die bereits bestehenden Hamburger Literaturpreise und sollen die Literaturszene der Hansestadt nachhaltig stärken. Die Vergabe der Arbeitsstipendien soll von nun an jährlich erfolgen, die nächste Ausschreibung ist für Anfang 2026 geplant.

Gefördert werden Autorinnen und Autoren, die in Hamburg leben und bereits eine Publikation in einem Publikumsverlag oder einen entsprechenden Verlagsvertrag vorweisen können. Die Vielfalt der eingegangenen Bewerbungen spiegelt die Lebendigkeit der Hamburger Literaturszene wider. Die Jury hatte die Qual der Wahl unter 158 Literaturprojekten (davon 107 aus der Belletristik) und 31 Comic-Projekten. „Genau das sollen die neuen Stipendien ermöglichen: Freiräume für künstlerische Entwicklung und für Experimente“, so Senator Brosda. „Die zahlreichen Bewerbungen zeigen, wie vielfältig die Literaturszene in Hamburg ist. Ich gratuliere allen Stipendiatinnen und Stipendiaten herzlich und bin gespannt auf ihre Projekte und Geschichten, die in Hamburg ihren Anfang nehmen und hoffentlich weit darüber hinaus wirken werden.“

Die Jury setzte sich in diesem Jahr aus Jürgen Abel (Literaturvermittler und Lektor), Katja Cebulla (Buchhändlerin), Hansjörg Ebert (Comic-Buchhändler), Dr. Antje Flemming (Literaturhaus Hamburg) und Céline Meiner (Literaturagentin) zusammen.

Mit diesen neuen Stipendien investiert Hamburg in seine Geschichtenerzähler und unterstreicht zugleich die Bedeutung von Literatur und Comic für das kulturelle Leben der Stadt. Es bleibt spannend zu sehen, welche Werke in den kommenden Monaten und Jahren entstehen werden.

 

 

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Vier Kreative in einer Villa https://www.tiefgang.net/vier-kreative-in-einer-villa/ Fri, 05 Jul 2024 22:22:20 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10981 [...]]]> Die Behörde für Kultur und Medien hat vier Residenzstipendien für diesen Sommer vergeben.

Die Comiczeichnerin Wiebke Bolduan und der Literaturübersetzer Nicolai von Schweder-Schreiner sowie die bildende Künstlerin Simone Karl beziehen im August die Hamburger Sommerresidenz im mare-Künstlerhaus, dem ehemaligen Wohnhaus von Roger Willemsen in Wentorf. Die Autorin Dagrun Hintze reist ins Brecht-Hus nach Svendborg. Die Behörde für Kultur und Medien zahlt die Mieten für die Residenzen sowie zusätzlich 1.000 Euro Aufwandspauschale an die Stipendiatinnen und Stipendiaten.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Es gibt Häuser von wichtigen Persönlichkeiten, die man nur mit Überschuhen und Audioguide betreten darf. Ganz anders das mare-Künstlerhaus und das Brecht-Hus: Hier wohnen, arbeiten und leben Künstlerinnen und Künstler ganz im Sinne ihrer Vorbewohner. Vier Kreative können sich in diesem Sommer in diesem inspirierenden Umfeld ganz ihren aktuellen Vorhaben widmen. Ich freue mich auf die Projekte, die die vier Kreativen während ihrer Residenzaufenthalte entwickeln oder vollenden werden.“

Nikolaus Gelpke, Kuratorium der Roger Willemsen Stiftung: „Es ist ein großes Glück, dass die Bestrebungen des mare Verlages, Künstlerinnen und Künstlern mittels der Stiftung und des mare Künstlerhauses die Möglichkeit zur kreativen Entfaltung zu bieten mit dem Engagement der Kulturbehörde so nachhaltig unterstützt wird. Was für eine erfolgreiche Zusammenarbeit!“

Das Künstlerhaus des mareverlags in Wentorf bei Hamburg war das letzte Wohnhaus des Autors und Publizisten Roger Willemsen, der 2016 verstarb. Dank seines engen Freundes Nikolaus Gelpke, Verleger des mareverlags, wurde die Villa als Künstlerhaus erhalten und schließlich der Roger Willemsen Stiftung als Künstlerresidenz zur Verfügung gestellt. Seit 2018 leben und arbeiten hier Stipendiaten und Stipendiatinnen aus verschiedenen künstlerischen Bereichen, die von der Stiftung betreut werden. 2019 haben die Behörde für Kultur und Medien und die Stiftung ein gemeinsames Residenzprogramm konzipiert.

Das Brecht-Hus liegt auf der Insel Fünen in der dänischen Hafenstadt Svendborg und diente Bertolt Brecht, Helene Weigel und ihren Kindern zwischen 1933 und 1939 als Wohnhaus während des Exils.

Zu den Stipendiatinnen und Stipendiaten:

Wiebke Bolduan, geboren 1994 in der Nähe von Eisenach, hat Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg studiert. Für ihre Abschlussarbeit „Warnebi“ wurde sie 2022 mit einem GINCO Award (German Inclusive / Independent Comic) geehrt. Im gleichen Jahr erschien in der Reihe Shorts im MamiVerlag „Gedanken über Gedanken“. Sie gehört zum Organisationsteam des Hamburger Comicfestivals. 2024 erschien bei Reprodukt ihr Comic „Viktoria Aal“.

Simone Karl, geboren 1989, studierte Design an der TH Nürnberg und an der HAW Hamburg und schloss das Studium 2017 mit dem Master of Arts ab. In ihren Arbeiten bewegt sie sich interdisziplinär zwischen den Grenzen von Design und Kunst und arbeitet für jedes Projekt mit einer individuellen Bildsprache aus unterschiedlichsten Materialien und Arbeitsweisen. Seit 2013 hat sie unter anderem in Mailand, Berlin, Hamburg und Nürnberg ausgestellt, erhielt Artist Residencies in Slowenien, Italien, Portugal und zuletzt in Spanien (Grotta AiR, Aracena). Simone Karl wurde mit dem Collagenpreis des Willi Münzenberg Forums Berlin und dem Anfachen Award ausgezeichnet. Die Künstlerin ist übrigens auch mit einem Werk in der Kunstleihe Harburg vertreten.

Nicolai von Schweder-Schreiner, geboren 1967 in Lissabon, übersetzt Belletristik aus dem Englischen und Portugiesischen. 2009 und 2018 wurde er für seine Übersetzungen der Romane „Ten storey love song“ von Richard Milward sowie „So enden wir“ von Daniel Galera mit dem Hamburger Förderpreis literarische Übersetzungen ausgezeichnet. 2022 erhielt er für die Übersetzung „Der letzte weiße Mann“ von Moshin Hamid einen Hamburger Literaturpreis. Er ist Gitarrist und Sänger der Band Veranda Music.

Dagrun Hintze, geboren 1971 in Lübeck, studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft in Würzburg und Antwerpen. Sie schreibt Theaterstücke, Lyrik, Prosa und Essays und publiziert außerdem über zeitgenössische Kunst und Dokumentartheater. Seit 2011 arbeitet Dagrun Hintze als Autorin und Dramaturgin für partizipative Theaterprojekte mit gesellschaftspolitischen Themen. So erzählen im Stück „So glücklich, dass du Angst bekommst“ (Theater Chemnitz, Regie: Miriam Tscholl) drei ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiterinnen gemeinsam mit drei Puppenspielerinnen und drei Puppen ihre Lebensgeschichten. Die Produktion und eine dazu entwickelte Comic-App wurden 2023 mit dem ersten Preis des Sächsischen Preises für Kulturelle Bildung ausgezeichnet. Seit 2017 ist Dagrun Hintze Fußball-Kolumnistin der RBB-Radiosendung Arena.

 

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