Zentralbibliothek am Hühnerposten – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Tue, 16 Jan 2024 17:22:26 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Sonntagsöffnung der Zentralbibliothek verlängert https://www.tiefgang.net/sonntagsoeffnung-der-zentralbibliothek-verlaengert/ Fri, 19 Jan 2024 23:17:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10528 [...]]]> Die Zentralbibliothek der Bücherhallen wird auch 2024 ihre Türen an Sonntagen von 13 bis 18 Uhr für Gäste öffnen.

Aufgrund der positiven Resonanz wird das von der Behörde für Kultur und Medien geförderte Pilotprojekt, das im September 2021 noch unter den Einschränkungen der Pandemie gestartet war, um ein weiteres Jahr verlängert, um noch mehr Erfahrungen mit der Öffnung am Sonntag zu sammeln. Wie die Zahlen einer Befragung belegen, ist die Resonanz der Öffnung am Sonntag bislang durchweg positiv.

Im Rahmen der Sonntagsöffnung können alle Bibliotheksräume, der gesamte Medienbestand und automatisierte Bibliotheksdienstleistungen wie Ausleih- und Bezahlvorgänge genutzt werden. Das aktuell geltende Arbeitszeitgesetz des Bundes untersagt allerdings bibliotheksbezogene Dienstleistungen durch hauptamtliches Personal am Sonntag. Daher können zum Beispiel das Ausstellen von Bücherhallen-Karten und Beratungen zum Medienangebot sonntags nicht angeboten werden. 

Weiterführung der Sonntagsöffnung im Veranstaltungsmodell

Da eine Sonntagsöffnung der Zentralbibliothek jedoch nur mit Personal möglich ist, wird das Projekt mit einer Agentur umgesetzt, die zu den Öffnungszeiten Veranstaltungen anbietet. Die auf Live-Kommunikation und Event-Marketing spezialisierte Agentur Wilkenwerk begleitet die Sonntagsöffnung bereits seit dem Start des Modellprojekts im September 2021. Das Programm besteht aus zwei bis drei Veranstaltungen pro Sonntag, die durch die Agentur konzipiert und umgesetzt werden. Zielgruppe sind Familien, der Schwerpunkt liegt auf Unterhaltungsformaten wie Vorlesen, Basteln und Bewegungsspiele für Kinder, Tanzformate für Erwachsene, Gesellschaftsspiele und Upcycling. Auch das Fab City Lab Hühnerposten ist einmal im Monat geöffnet, darüber hinaus bieten Ehrenamtliche der Medienprojekte gGmbH das Gesprächsformat ‚Dialog in Deutsch‘ und eine Beratung zu digitalen Endgeräten (‚Silber & Smart‘) an.

 Gästebefragung: Hohe Nachfrage mit steigender Tendenz

Die Bücherhallen haben eine Evaluation der ersten anderthalb Jahre des Projekts durchgeführt, zusätzlich wurden die Gäste an sechs Sonntagen zwischen Januar und März 2023 vor Ort befragt.

Die bisher erhobenen Zahlen und Befragungsergebnisse belegen, dass die Sonntagsöffnung der Zentralbibliothek großen Zuspruch findet: Im Frühjahr 2023 verzeichneten die Sonntage bis zu 9.300 Besuche auf einen Monat gerechnet. In fünf Öffnungsstunden erreicht die Zentralbibliothek am Sonntag genauso viele Besuche und Ausleihen wie an schwachen Wochentagen in zehn Öffnungsstunden, die Tendenz ist weiter steigend.

 Sonntagsöffnung lockt junge Menschen und Familien

Das Sonntags-Publikum ist relativ jung: 47 Prozent der Befragten sind jünger als 30 Jahre. Sie nutzen die Bibliothek allein oder als Treffpunkt. Besonders stark wird das Angebot auch im Kontext von Schule, Ausbildung und Studium angenommen. Familien machen circa 28 Prozent der Gäste aus. Sie schätzen die Bibliothek als Ort ohne Konsumzwang mit anregenden Medien und einem großzügigen Platzangebot für Kinder.

Mit 58 Prozent kommen überdurchschnittlich oft Gäste mit einem Migrationshintergrund. Mehr als 60 Prozent der Befragten sind Akademikerinnen und Akademiker, die entweder noch studieren oder bereits über einen akademischen Abschluss verfügen. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, dass sie ohne die Sonntagsöffnung der Zentralbibliothek am Sonntag zuhause geblieben wäre – aus Mangel an gleichwertigen kosten- und konsumfreien Orten in der Stadt.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Bücherhallen haben ihre Öffnungszeiten in den Stadtteilen mithilfe der FlexiBib bereits sehr erfolgreich erweitert und an die Bedürfnisse ihrer Kundinnen und Kunden angepasst. Die ersten Erfahrungen aus dem Pilotprojekt zur Sonntagsöffnung belegen, dass es auch für die Öffnung der besonders attraktiven Zentralbibliothek am Sonntag einen großen Bedarf gibt und so neue Zielgruppen erschlossen werden können. Mit der Verlängerung des Pilotprojekts wollen wir weitere wichtige Erfahrungen sammeln, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass das gute Angebot Öffentlicher Bibliotheken künftig auch sonntags zur Verfügung gestellt werden kann.“

Frauke Untiedt, Bibliotheksdirektorin: „Familien und junge Menschen brauchen die Sonntagsöffnung der Zentralbibliothek für eine attraktive Gestaltung des Sonntags. Gründe dafür sind sowohl das großzügige Raumangebot mit Arbeitsplätzen, Gruppenräumen und Entspannungszonen wie auch der sehr aktuelle Medienbestand. Für die Bücherhallen ist das Pilotprojekt ein großer Erfolg und eine wichtige Ergänzung des Angebots. Wir freuen uns deshalb sehr, dass wir die Zentralbibliothek gemeinsam mit der sehr zuverlässigen Agentur auch in 2024 an Sonntagen für unsere Gäste öffnen können!“

Zum Hintergrund

Während viele kulturelle Einrichtungen wie Museen und Theater und auch Wissenschaftliche Bibliotheken ihre Services sonntags anbieten dürfen, ist dieses für Öffentliche Bibliotheken bisher nicht gestattet, so dass sie ihre Türen sonntags schließen. Für eine bundesweit einheitliche Ermöglichung der Sonntagsöffnung von Öffentlichen Bibliotheken müsste die Ausnahmeregelung vom Beschäftigungsverbot an Sonn- und Feiertagen im Bundesarbeitszeitgesetz auf alle Bibliotheken ausgeweitet werden.

Der Deutsche Städtetag hat jüngst einen einstimmigen Beschluss zur Ermöglichung der Sonntagsöffnung Öffentlicher Bibliotheken verabschiedet, darin heißt es: „Bibliotheken bieten hervorragende Bildungsangebote in den Städten. Sie ermöglichen lebenslanges Lernen und sind Orte gesellschaftlicher Integration. Eine optionale Sonn- und Feiertagsöffnung der städtischen Bibliotheken kann dieses Angebot breiter zugänglich machen.“ Längerfristig ist eine Sonntagsöffnung mit eigenem Personal, grundlegenden Bibliotheksdienstleistungen und einem ganzheitlicher gedachten Vermittlungsprogramm aus Sicht der Bücherhallen erstrebenswert.

Die Zentralbibliothek darf aus Brandschutz- und Evakuierungsgründen nur mit Personal geöffnet werden, deshalb kann sie im Gegensatz zu diversen anderen Bücherhallen-Standorten nicht als FlexiBib außerhalb der regulären Öffnungszeiten zugänglich gemacht werden. Viele Standorte in den Stadtteilen sind auch sonntags ohne Personal als FlexiBib geöffnet.

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100 Jahre Bildung https://www.tiefgang.net/100-jahre-bildung/ Fri, 16 Aug 2019 22:47:53 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5669 [...]]]> Vor 100 Jahren wurde die Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen gegründet. Kein Grund alt auszusehen.

Das Jubiläum feiern die Bücherhallen Hamburg mit einem Festprogramm und einem Aktionstag (heute, am 17. August 2019). In der Zentralbibliothek am Hühnerposten, den 32 Stadtteilbibliotheken und in zwei Bücherbussen gibt es ein vielfältiges Programm mit über 100 Veranstaltungen für alle Hamburgerinnen und Hamburger. Die Patriotische Gesellschaft hatte am 14. August 1919 die Stiftung errichtet, die bis heute Trägerin der Bücherhallen Hamburg ist. Die Bücherhallen zählen zu den größten und innovativsten Öffentlichen Bibliothekssystemen in Deutschland. Mit jährlich 4,9 Millionen Besucherinnen und Besuchern sind sie die publikumsstärkste Kultureinrichtung Hamburgs und wichtige Orte der gesellschaftlichen Begegnung. In den kommenden Jahren setzen sie ihren erfolgreichen Weg unter neuer Leitung fort.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Seit hundert Jahren ist die Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen eine feste Größe im Hamburger Kulturleben. Heute sind die Bücherhallen viel mehr als Orte zum Lesen und Ausleihen von Büchern. Sie haben sich zu Orten des Lernens und der Begegnung entwickelt, an denen das Buch eines von vielen Medien ist, die genutzt werden. Diese offenen Orte, an denen sich die gesamte Stadtgesellschaft begegnet, brauchen wir in unserer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche umso mehr. Und die steigenden Nutzerzahlen der Bücherhallen zeigen, wie groß das Bedürfnis nach diesen Orten ist. Ich danke Hella Schwemer-Martienßen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die die Bücherhallen mit ihrem konsequenten Kurs der Öffnung zu den innovativsten dieses Landes gemacht haben. Ich bin mir sicher, dass Frauke Untiedt diesen erfolgreichen Weg engagiert weitergehen wird.“

Hella Schwemer-Martienßen, seit 1995 Direktorin der Bücherhallen, blickt zurück: „Am Anfang meiner Tätigkeit habe ich nicht gewagt, mir vorzustellen, was aus diesem Bibliothekssystem werden könnte, nämlich eines der erfolgreichsten im deutschsprachigen Raum. Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dass sie diesen schwierigen Weg der laufenden Veränderungen und harten Einschnitte über Jahre mitgegangen sind. Geholfen hat sicherlich, dass die Bücherhallen als Stiftung organisiert sind. Der Politik danke ich, dass Sparen und Investieren in die Zukunft zusammen gedacht werden, das ist zweifellos der Hamburger Weg zum Erfolg.“

Frauke Untiedt, Direktorin ab dem 1. September 2019: Die Bücherhallen sind ein fester Bestandteil der sozialen Infrastruktur dieser Stadt. Sie werden immer Orte sein, die Bücher zur Verfügung stellen. Sie verfügen darüber hinaus über eine hohe Aufenthaltsqualität ohne Konsumzwang und geben der Stadtgesellschaft so die Möglichkeit, den Kontakt zueinander zu halten und die sozialen Unterschiede in der besten Tradition ‚Dritter Orte‘ abzumildern“.

Die Bücherhallen Hamburg heute

Die Bücherhallen Hamburg sind heute ein innovativer und lebendiger Kulturbetrieb, der jährlich von rund 4,9 Millionen Hamburgerinnen und Hamburgern genutzt wird. Nach einem Konsolidierungskurs in den 1990er- und 2000er-Jahren haben sich die Bücherhallen unter ihrer Direktorin Hella Schwemer-Martienßen zu einem der modernsten Bibliothekssysteme Deutschlands entwickelt. Die Möglichkeiten der Digitalisierung haben die Bücherhallen früh für sich genutzt und sich auf die gesellschaftlichen Veränderungen eingestellt. Obwohl die Zahl der Buchausleihen zurückgeht, verzeichnen die Bücherhallen eine steigende Zahl von Nutzerinnen und Nutzern. Multimedial und digital hervorragend aufgestellt, sind sie gern aufgesuchte Treffpunkte in den Stadtteilen mit vielfältigen Veranstaltungsformaten für alle Generationen und Kulturen. Ihre flächendeckende Zusammenarbeit mit Schulen und Kitas im Bereich der Lese- und Medienkompetenzförderung sowie vielfältige Aktivitäten zur Entwicklung des Ehrenamts machen sie zu einem wichtigen Partner in der offenen, vielfältigen und integrativen Stadtkultur.

Der konsequente Modernisierungsprozess wird fortgesetzt. Die Stiftung erhält seit 2013 Mittel aus dem Sanierungsfonds 2020 und dem IT-Globalfonds, um sowohl die Zentralbibliothek als auch die 32 Stadtteilbücherhallen als Kultur- und Begegnungsorte für die Hamburgerinnen und Hamburger weiterzuentwickeln. Dazu gehören neben wichtigen Baumaßnahmen vor allem Modernisierungsprojekte wie die Selbstbedienung bei Ausleihe und Rückgabe sowie die Erweiterung der Öffnungszeiten über das Open-Library-Konzept.

Am 1. September wird Frauke Untiedt neue Direktorin der Bücherhallen Hamburg. Sie folgt Hella Schwemer-Martienßen, die nach 25 erfolgreichen Jahren als Direktorin in den Ruhestand geht.

Die Jubiläumsfeierlichkeiten

Mit verschiedenen Veranstaltungen bedanken sich die Bücherhallen Hamburg bei ihren Kundinnen und Kunden, haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Kooperationspartnern und Förderern für die langjährige Unterstützung und Anerkennung.

Zum Jubiläum erscheint die Broschüre „Ein Jahrhundert für Hamburg“ zur Geschichte und Zukunft der Bücherhallen mit Beiträgen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Freundinnen und Freunden, Netzwerkpartnerinnen und -partnern.

  • Samstag, 17. August 2019:

Aktionstag für Hamburg an allen Standorten
In allen Bücherhallen in Hamburg (auch in denen, die sonst samstags nicht geöffnet haben) findet ein Aktionstag mit insgesamt über 100 Veranstaltungen statt. Alle Hamburgerinnen und Hamburger sind herzlich eingeladen, ihre Lieblingsbücherhalle zu besuchen oder eine zu entdecken, die sie bisher noch nicht kennen.

Das vollständige Programm gibt es unter www.buecherhallen.de

  • Donnerstag, 22. August 2019:

Mitarbeiterfest für Aktive, Ehrenamtliche und Ehemalige der Bücherhallen Hamburg (geschlossene Gesellschaft)

  • Donnerstag, 29. August 2019:

Fachtag Kulturelle Bildung in der offenen Stadtgesellschaft, veranstaltet von der LAG Kinder- und Jugendkultur e. V., STADTKULTUR HAMBURG e. V., W3 – Werkstatt für Internationale Kultur und Politik e. V. und der Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen im Rahmen des 360°-Projekts der Kulturstiftung des Bundes

Das Jubiläum ist Teil des Themen- und Gedenkjahres „Hamburg 1918.1919 Aufbruch in die Demokratie“, mit dem der Senat mit verschiedenen Veranstaltungen, Ausstellungen und Publikationen an die Ereignisse vor 100 Jahren erinnert. Ziel des Themenjahres ist es, Beiträge zur Kenntnis, zum Verständnis und zur Bedeutung dieser Zeit für Hamburg zu leisten. Vor allem sollen Bezüge zu den aktuellen Diskussionen um demokratisch verfasste Gesellschaften, ihre Legitimität und Verteidigung hergestellt werden. Weitere Informationen und Veranstaltungshinweise finden Sie unter www.hamburg-18-19.de.

Quelle: www.hamburg.de/bkm

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